DDR von A-Z, Band 1985

Maifeier (1985)

 

 

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979


 

[S. 853]Der 1. Mai ist gesetzlicher Feiertag und wird in der DDR als „internationaler Kampftag der Arbeiterklasse“ begangen.

 

Die in allen Städten und größeren Gemeinden stattfindenden Aufmärsche und Kundgebungen wurden in Berlin (Ost) in der Regel von militärischen Paraden der Nationalen Volksarmee (NVA) und der Kampfgruppen begleitet. Damit verstieß die DDR gegen den entmilitarisierten Status Berlins, der die Anwesenheit deutscher bewaffneter Verbände verbietet. Seit dem 1. 5. 1977 verzichtet die SED-Führung auf die Veranstaltung von Militärparaden anläßlich der M. in Berlin (Ost). Sie finden jedoch nach wie vor am 7. 10., dem „Nationalfeiertag“ der DDR, in Berlin (Ost) statt. Die Propagandafunktion des 1. Mai 1984: 57 sog. „Mai-Losungen“, Reden der Politbüromitglieder in allen Bezirken werden von der Parteiführung gekoppelt mit einer meist kurz vorher erfolgten großzügigen Verleihung von Preisen, Titeln und Auszeichnungen bzw. — gelegentlich — mit der Bekanntgabe von unmittelbar den Lebensstandard der Bevölkerung berührenden Maßnahmen zur Konsumgüterproduktion oder von Preissenkungen für Güter des täglichen Bedarfs.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 853


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.