DDR von A-Z, Band 1985

Meldewesen, polizeiliches (1985)

 

 

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979


 

Wer eine Wohnung bezieht, hat sich nach der Meldeordnung in der Fassung vom 10. 6. 1981 (GBl. I, S. 282) binnen 7 Tagen bei der für den Aufenthalt zuständigen Meldestelle der DVP oder dem Volkspolizei-Kreisamt anzumelden. Wer aus einer Wohnung auszieht, hat sich spätestens am Verzugstage unter Angabe der neuen Wohnung bzw. des zukünftigen Aufenthaltsortes bei der für den Aufenthalt zuständigen Meldestelle der DPV oder dem Volkspolizei-Kreisamt abzumelden. Auch Besucher aus der DDR, die über 30 Tage bleiben, sind meldepflichtig.

 

Personen, die in die DDR einreisen, müssen sich an jedem Aufenthaltsort binnen 24 Stunden beim Volkspolizei-Kreisamt melden und vor ihrer Abreise wieder abmelden (Paß/Personalausweis). Bei kurzfristigen Aufenthalten können Anmeldung und Abmeldung gleichzeitig vorgenommen werden. Außerdem ist eine Eintragung in das Hausbuch vorgeschrieben. Keine Meldepflicht besteht für Deutsche mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) sowie Ausländer, die sich mit einer Tagesaufenthaltsgenehmigung in Berlin (Ost) aufhalten, für Deutsche mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland mit einem Visum für einen Tagesaufenthalt in den Grenzkreisen, für Deutsche mit Wohnsitz in Berlin (West) mit einem Visum für die DDR für einen Aufenthalt bis zu 3 Tagen und für Touristen aus Staaten, mit denen die DDR Befreiung von der Einhaltung dieser Pflicht vereinbart hat (Tourismus) bei einem Aufenthalt bis zu 30 Tagen. In beiden zuletzt genannten Fällen ist jedoch Eintragung in das Hausbuch erforderlich (AO vom 21. 6. 1968 — GBl. II, S. 431; vom 22. 10. 1971 — GBl. II, S. 618; vom 20. 12. 1971 — GBl. II, S. 722; vom 3. 7. 1972 — GBl. II, S. 355; vom 14. 6. 1973 — GBl. II, S. 270; vom 15. 2. 1982 — GBl. I, S. 514).


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 883


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.