DDR von A-Z, Band 1985

Militärmissionen, Alliierte (1985)

 

 

Siehe auch:


 

Im April 1947 wurde auf Beschluß des Alliierten Kontrollrates zur Erleichterung der Kontakte zwischen den Oberbefehlshabern der vier Besatzungsmächte in Deutschland die wechselseitige Errichtung von AM. nahe dem Sitz des Oberkommandos der betreffenden Besatzungsmacht vereinbart. Seitdem bestehen je eine M. der USA, Großbritanniens und Frankreichs in Potsdam-Nedlitz und je eine der UdSSR in Frankfurt-Niederrad, in Bünde nahe Herford und in Baden-Baden, die dem jeweiligen Hauptquartier der in beiden deutschen Staaten stationierten Streit[S. 893]kräfte der UdSSR, der USA, Großbritanniens und Frankreichs zugeordnet sind.

 

Die Mitglieder der AM. dürfen sich relativ frei bewegen, unterliegen jedoch in West und Ost strenger Überwachung.

 

Die AM. bilden ein Relikt aus der Besatzungszeit. Obwohl ihnen nur noch geringe politische Bedeutung zukommt, symbolisieren sie bis zu einem gewissen Grade die fortbestehende Verantwortung der vier Mächte für Deutschland als Ganzes. Von den einst 14 Staaten (Kriegsgegnern des Deutschen Reiches), die beim Alliierten Kontrollrat M. eingerichtet hatten, unterhalten gegenwärtig nur noch Polen, die ČSSR und Jugoslawien eine derartige Mission in Berlin (West); Rechtsgrundlage ihrer fortbestehenden Existenz ist das Londoner Abkommen vom November 1944.


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 892–893


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.