DDR von A-Z, Band 1985

Mitteldeutschland (1985)

 

 

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1965 1966 1969 1975 1979


 

Ursprünglich geographische Bezeichnung für den gesamten Streifen der deutschen Mittelgebirgslandschaften, im engeren Sinne aber für deren Mittelteile: Erzgebirge, Thüringer Wald, Harz, Thüringer Becken, Leipziger Tieflandbucht und Magdeburger Börde. Infolge der Spaltung Deutschlands nach 1945 wurde M. auch als politischer Begriff gebräuchlich für die Sowjetzone, weil sie räumlich zwischen den als Westdeutschland bezeichneten Besatzungszonen der USA, Großbritanniens und Frankreichs einerseits und den heute faktisch zur Volksrepublik Polen und der UdSSR gehörenden ehemaligen deutschen Ostgebieten andererseits als „Mittelzone“ liegt (Oder-Neiße-Grenze). Ethnologisch bezeichnet man als Mitteldeutsche die Bewohner Sachsens, Thüringens, der Mark Brandenburg und Sachsen-Anhalts. Die heutigen Bewohner (des ehemaligen Landes) Mecklenburgs gelten dagegen als Norddeutsche.

 

Als politische Bezeichnung für den Staat DDR wird M. gegenwärtig amtlich nicht mehr benutzt, ist dagegen umgangssprachlich nach wie vor gelegentlich in Gebrauch (Länder).


 

Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 916


 

Information

Dieser Lexikoneintrag stammt aus einer Serie von Handbüchern, die zwischen 1953 und 1985 in Westdeutschland vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (ab 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) herausgegeben worden sind.

Der Lexikoneintrag spiegelt den westdeutschen Forschungsstand zum Thema sowie die offiziöse bundesdeutsche Sicht auf das Thema im Erscheinungszeitraum wider.

Ausführliche Informationen zu den Handbüchern finden Sie hier.