Sozialistische Einheitspartei Westberlins (SEW) (1985)
Die SEW ist aus den West-Berliner Kreisorganisationen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) hervorgegangen, die sich am 26. 4. 1959 eine eigene Leitung gaben. Eine Delegiertenkonferenz nahm am 24. 11. 1962 ein eigenes Statut an und bezeichnete die organisatorisch selbständige Partei als SED Westberlin. Der I. Parteitag (21./22. 5. 1966) beschloß als programmatisches Dokument „Vorschläge für eine friedvolle und glückliche Zukunft unserer Stadt“ und ein neues Statut. Ein außerordentlicher Parteitag änderte am 15. 2. 1969 den Namen von SED-W in SEW und nahm ein Programm und Statut an. Die Leitung übernahmen auf dem I. Parteitag ein Parteivorstand, sein Büro und Sekretariat.
Vorsitzender der Partei wurde Gerhard Danelius, den auch der II. (22.–24. 5. 1970), der III. (21.–22. 10. 1972), der IV. (15.–17. 11. 1974) sowie der V. Parteitag (15.–18. 4. 1977) wiederwählte (verstorben im Juni 1978). Auf einem Sonderparteitag im Juli 1978 wurde Horst Schmitt zum Nachfolger des verstorbenen Danelius gewählt. Auf dem VI. Parteitag im Mai 1981 und auf dem VII. Parteitag im Mai 1984 wurde er im Amt bestätigt.
Die SEW vertritt ideologisch und berlin- bzw. deutschlandpolitisch (Berlin; Deutschlandpolitik der SED) die gleiche Position wie sie SED. Sie zählt etwa 7.000 Mitglieder; bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im Mai 1981 erhielt sie 8.216, d.h. 0,7 v.H. der abgegebenen gültigen Stimmen (1971: 2,3 v.H.). Tageszeitung der SEW ist die „Wahrheit“, ihre theoretische Zeitschrift ist die Monatsschrift „konsequent“.
Fundstelle: DDR Handbuch. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Köln 1985: S. 1189
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