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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Studer, Heinrich

* 17.2.1900 – ✝ 12.11.1964

Geboren am 17. Februar 1900 in Frankfurt/M., Sohn eines Tischlers; lernte Schlosser, seit Anfang 1919 in der KPD. Im Oktober 1923 Kurierleiter der Kampfleitung Hessen-Frankfurt, wurde nach Übersiedlung der Oberkampfleitung Süd-West von Stuttgart nach Frankfurt/M. Leiter des Kurierapparates für Süd- und Westdeutschland. Wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz gesucht, lebte er illegal in Berlin und im Ruhrgebiet. Ab 1927 offiziell bei der »Arbeiter-Zeitung«, tatsächlich Mitarbeiter des AM-Apparates (Zersetzungsressort) der BL Hessen-Frankfurt. Von Oktober 1930 bis April 1931 Kursant der M-Schule der Komintern in Moskau, Schuldeckname Heinz. Anschließend wieder im AM-Apparat tätig und 1931 Gauleiter des illegalen RFB Hessen-Frankfurt. Am 30.März 1933 verhaftet und am 12.August 1933 vom OLG Kassel zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Mai 1936 Emigration in die âSR, dort am 9. April 1939 beim Grenzübertritt nach Polen festgenommen. Bis 1945 Haft im KZ Buchenwald, er gehörte zum illegalen Lagerschutz und war 1943/44 Leiter der illegalen Militärorganisation. 1945 zunächst Mitarbeiter der politischen Abteilung des Polizeipräsidiums Frankfurt/M, ab Dezember 1945 Organisationssekretär der KPD in Hessen, später hauptamtlich im PV der KPD, u. a. verantwortlich für den Literaturvertrieb der KPD in der Bundesrepublik. Heinrich Studer starb am 12.November 1964 in Frankfurt/M.

Wer war wer in der DDR

Stürmer-Alex, Erika

* 4.2.1938

Geb. in Wriezen (Oderbruch); Vater Buchhalter, Mutter Sekr., Händlerin, Landwirtin u. Bürgermstr.; OS in Wriezen, 1956 Abitur; danach FS für Werbung u. Gestaltung Berlin, Abbruch des Studiums; 1958 – 63 Studium an der Kunst-HS Berlin-Weißensee bei  Herbert Behrens-Hangeler u.  Kurt Robbel; ab 1963 freischaff. in Woltersdorf (b. Berlin); 1967 VBK; ab 1969 Ltg. von Zeichenzirkeln; 1972 Beginn plast. Arbeiten; ab 1982 Verlegung des Wohn- u. Arbeitsorts auf ein Gehöft in Lietzen; 1978 Ltr. der Sekt.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Suhr, Paul

* 6.9.1902 – ✝ 7.2.1933

Geboren am 6. September 1902 in Königsberg; besuchte die Mittelschule, lernte Kaufmann. 1920 Mitglied des KJD, 1922 der KPD, 1927 Leiter des KJVD in Ostpreußen. Ende 1928 Orgleiter der BL Ostpreußen, von Januar bis Juli 1929 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Nach seiner Rückkehr übernahm Suhr wieder verantwortliche Funktionen in der BL Ostpreußen, dann in der BL Wasserkante. Anfang 1932 RGO-Leiter im Bezirk Pommern. Auf dem Februarplenum 1932 als Kandidat ins ZK kooptiert, wurde Suhr Anfang 1932 Polleiter des wichtigen Bezirks Halle-Merseburg und im April 1932 als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt. Er nahm am 7. Februar 1933 an der Funktionärstagung in Ziegenhals bei Berlin teil. Im Mai 1933 schickte ihn das ZK als Sekretär der BL Bayern nach München, wo Paul Suhr am 15.August 1933 verschwand und ermordet wurde. Seine Frau Margarete Frieda Suhr, geborene Noeppert (* 31. 7. 1903 – † 26. 4. 1980), berichtete später in ihrem OdF-Antrag: »Ich stand hier [in Berlin] in Verbindung mit dem Z.K. (Gen. Hermann Schubert, MdR) und sollte, als feststand, daß mein Mann am 15. 8. 1933 spurlos verschwunden war (von einem angeblichen Treff mit einem Berliner Kurier nicht zurückgekehrt, vermutlich von der SA erschlagen), nach Dänemark oder nach Moskau als Stenotypistin ... Dabei stellte ich folgendes fest: Am 15. 8. 1933 fuhr der Verschollene mit einem geliehenen Fahrrad nach einem von ihm genau bezeichneten (mir leider entfallenen) Ort vor München. Er bestellte sich zu seiner Rückkehr Essen zu gegen 6 Uhr. Die Wirtin und auch die für 6 Uhr von ihm bestellten Freunde warteten vergebens, er kehrte nicht zurück. Angeblich wollte er in der in München durch SA-Überfälle berüchtigten Gegend jemand aus Berlin treffen, der Geld für eine Reise bringen sollte. Wie die Freunde weiter erzählten, soll gerade an dem Tage die große Razzia der NSDAP über alle Landstraßen und Verkehrsmitteln stattgefunden haben.«

Wer war wer in der DDR

Süß, Hans

* 20.4.1935 – ✝ 17.11.2009

Geb. in Buchholz (Krs. Annaberg); Vater Arbeiter; Grund- u. OS in Annaberg-Buchholz; 1949 FDJ; 1953 Eintritt in die KVP, Kursant bei der VP-Dienststelle Torgau; 1953 – 56 Studium an der HS der Offiziere in Dresden; 1955 SED; 1956 – 60 Offiziershörer an der Militärakad. der UdSSR, Dipl.-Militärwiss.; 1961 1. Stellv. des Kdr. des Funktechn. Regt. 4, 1961/62 dessen Stabschef; 1962 – 65 Stellv. des Chefs, 1965 – 75 Chef der Funktechn. Truppen der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV); 1972…

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Svarinskas, Alfonsas

* 1925 – ✝ 2014

Alfonsas Svarinskas wurde 1925 in einer bemittelten Bauernfamilie im Dorf Kadrėnai geboren. Nach seinem Gymnasialabschluss in der Kreisstadt Ukmergė 1942 trat er in das Priesterseminar Kaunas ein. 1946 nahm er Kontakt zu den Partisanen der Abteilung „Šarūnas“ auf, für die er fortan (unter dem Tarnnamen „Laisvūnas“ – „Freier Mensch“) als Verbindungsmann tätig war und unter anderem Aufrufe und Verlautbarungen der Partisanen weiterleitete und verbreitete. Am 31. Dezember 1946 wurde er verhaftet.…

Wer war wer in der DDR

Switalla, Anton

* 6.10.1896 – ✝ 8.4.1970

Geb. in Koschmin (Provinz Posen / Koźmin Wielkopolski, Polen); Vater Bauarb., Mutter Landarb.; Sohn  Eduard S.; 1902 – 09 Volksschule; 1909 – 11 Schießlehrling in einem Kalibergwerk bei Fallersleben; 1912 – 15 Wanderschaft, Tätigkeit in versch. Berufen; 1915 – 18 Kriegsdienst an der Westfront, Gefr.; 1918 – 21 Schmelzer in Hamburg; 1920 USPD; KPD; Vors. der KPD-Ortsgr. Schiffbek u. bis 1922 Betriebsratsvors.; anschl. Bauarb.; Okt. 1923 Ltr. des Hamburger Aufstands in Schiffbek; 1924 verhaftet,… Geboren am 6. Oktober 1896 in Koschmin/ Provinz Posen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Hütejunge, dann Wanderschaft, später Hafenarbeiter in Hamburg. 1915 zum Militärdienst eingezogen, war er nach der Revolution Betriebsratsvorsitzender in Hamburg, von Januar 1919 bis Januar 1920 Mitglied der AAU. Dann in der USPD und im Dezember 1920 Mitglied der VKPD. 1922/23 als Bauarbeiter tätig, nahm am Hamburger Aufstand 1923 teil und saß deswegen von 1924 bis 1926 in Festungshaft in Gollnow. Im Oktober 1927 Sekretär des KPD-UB Hamburg-Barmbek, von April 1928 bis Mai 1931 des UB Harburg-Wilhelmsburg. 1929 wegen »Widerstands gegen die Staatsgewalt« zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Switalla besuchte 1931 die M-Schule in Moskau, nach seiner Rückkehr Mitglied der engeren BL Wasserkante. Am 5. März 1933 in den Preußischen Landtag gewählt, konnte er wegen des NS-Terrors sein Mandat nicht ausüben. Im April 1933 Polleiter des illegalen Bezirks Nordwest (Bremen), vom ZK im Juli 1933 als Polleiter für das Saargebiet eingesetzt. Er kam im Mai 1935 in die Sowjetunion, hier zunächst bei der Fraktion um Hermann Schubert, mit dem er seit Hamburg verbunden war. Bis Dezember 1935 Instrukteur im Internationalen Klub der Seeleute, dann Gewerkschaftsinstrukteur für die ausländischen Arbeiter in Woroschilowgrad. Von Januar bis April 1937 absolvierte Switalla eine weitere militärische Ausbildung und war von Mai 1937 bis Februar 1939 Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien, u. a. Politkommissar an einer Offiziersschule. Von Februar 1939 bis November 1941 in Frankreich interniert, anschließend bis Mai 1943 im Wüstenlager Djelfa in Nordafrika. Im Juni 1943 kam er mit einem Transport in die Sowjetunion, von Januar 1944 bis April 1945 Lehrer an Antifa-Schulen. Anfang Mai 1945 kehrte er mit der von Gustav Sobottka geleiteten Gruppe nach Deutschland zurück, von August bis Dezember 1945 Generalstaatsanwalt von Mecklenburg, ab Januar 1946 1. Sekretär der KPD bzw. ab April 1946 Vorsitzender der SED Schwerin. 1950 zur Polizei, bis 1952 Stellvertreter des Chefs der VP Sachsen, dann bis September 1955 der Politischen Verwaltung der HVDVP. Er wechselte 1954 zeitweilig in das Staatssekretariat für Staatssicherheit, war bis August 1959 Leiter der Hauptabteilung Personal, zuletzt Leiter der Kaderverwaltung des Innenministeriums. Als Generalmajor 1964 ausgeschieden, erhielt er 1966 den Karl-Marx-Orden. Anton Switalla starb am 8. April 1970. Sein Sohn Eduard Switalla (* 27. 11. 1919 – †28. 5. 2004) emigrierte mit den Eltern 1933 nach Frankreich, später in die Sowjetunion, lernte Schlosser und war seit 1941 in der »Arbeitsarmee«. Er kam 1946 in die SZB, wurde Mitglied der SED und ging zur Polizei. Ab 1950 beim MfS, zeitweise Leiter der Bezirksverwaltung Rostock, später Abteilungsleiter im Ministerium für Staatssicherheit in Ost-Berlin.Peter Erler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sychalla, Konrad

* 25.11.1888 – ✝ 14.9.1959

Geboren am 25. November 1888 in Bobrownik/ Oberschlesien; lernte Gärtner, übersiedelte nach Senftenberg, als Landschaftsgärtner tätig. Seit 1907 Mitglied der SPD, 1917 Übertritt zur USPD. Sychalla war einer der Führer der revolutionären Bewegung im Senftenberger Braunkohlerevier und Obmann der USPD. Als Vorsitzender des USPD-Kreisverbandes Calau und des Regierungsbezirkes Frankfurt/Oder kam er Ende 1920 mit der linken USPD zur KPD. Delegierter auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920, der ihn – ebenso wie der VII. Jenaer Parteitag 1921 – in den ZA wählte. 1921 KPD-Kreistagsabgeordneter in Calau. Er zählte zum linken Flügel der KPD und wurde 1924 Polleiter des Bezirks Lausitz (der 1925 aufgelöst wurde). Vom Mai bis Dezember 1924 war Sychalla KPD-Reichstagsabgeordneter. In den folgenden Jahren Funktionär im Bezirk Berlin-Brandenburg-Lausitz, gehörte 1925/26 zur linken Opposition, von der er sich aber 1926 wieder trennte. 1928 zog er nach Berlin, wo er als Arbeiter lebte und kleinere Parteifunktionen ausübte, war u. a. Polleiter in Berlin-Zehlendorf. Nach 1933 illegale Arbeit, zeitweise Aufenthalt in der Tschechoslowakei, kurze Zeit verhaftet, dann bis Kriegsende Arbeiter. 1945 wieder Mitglied der KPD bzw. SED, er wurde stellvertretender Hauptabteilungsleiter in der Deutschen Zentralverwaltung für Land- und Forstwirtschaft. Zuletzt Leiter der Abteilung Erwerbsgartenbau in der DWK, dann wohnte er schwerkrank in Berlin-Zehlendorf. Konrad Sychalla starb am 14. September 1959 in West-Berlin.

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Szilágyi, Sándor

* 1954

Sándor Szilágyi wurde 1954 in Nyíregyháza geboren. Sein Abitur legte er 1972 in Szeged ab. Im selben Jahr begann er an der Attila-József-Universität Szeged Philologie und Geschichte zu studieren. 1975 zog er gemeinsam mit seiner Mutter nach Budapest, wo er sein Studium an der Loránd-Eötvös-Universität fortsetzte und es 1979 mit Diplom abschloss. 1976 initiierte er gemeinsam mit Gábor Varnai einen Klub für Wissenschaftliche Fragen – als Zeichen des Protestes gegen die ministeriell kontrollierte…

Wer war wer in der DDR

Tack, Erich

* 11.10.1921 – ✝ 6.3.1978

Geb. in Lüdershagen (b. Güstrow); Vater Landarb.; bis 1936 einklassige Dorfschule; 1936 – 38 Landarb. bzw. gutsherrschaftl. Kutscher; 1938 RAD; 1939 – 45 Kriegsdienst, zul. Ltn.; amerik. Gefangenschaft. Juli 1945 Entlassung nach Augsburg; dort Anstellung bei der Stadtpolizei; 1946 über die »grüne Grenze« Rückkehr nach Mecklenb.; CDU u. FDGB; bis 1951 Sekr. u. stellv. Vors. des Landesvorst. Mecklenb. der IG Land u. Forst; Mitgl. des FDGB-Landesvorst.; 1948 Landesgewerkschaftsschule u. 1949 Schule…

Wer war wer in der DDR

Tannert, Christoph

* 28.12.1955

Geb. in Leipzig; Vater Theologe, Mutter Germanistin; Besuch der EOS u. Mitgl. des Dresdner Kreuzchors in Dresden; 1976 – 81 Studium der Kunstwiss. u. Archäol. an der HU Berlin; 1981 – 84 Sekr. der ZAG Junge Künstler beim Zentralvorst. des VBK der DDR; 1984 fristlose Entlassung wegen Engagements für junge, nichtkonforme Kunst; 1984 – 91 freiberuflich tätig als Kritiker u. Organisator von Ausstellungen (u. a. »Wort u. Werk« Samariterkirche Berlin 1986, »Permanente Kunstkonferenz« Weißer Elefant…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tastesen, Paul

* 5.3.1899 – ✝ 10.10.1974

Geboren am 5. März 1899 in Hambur; lernte Feinmechaniker. Von 1917 bis 1919 Soldat im Weltkrieg. 1919 Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis 1924 als Marmorschleifer, 1925/26 als Gürtler beschäftigt. Er saß 1927 sieben Monate in Untersuchungshaft, Mitte 1927 hauptamtlicher Sekretär des RFB. Im gleichen Jahr zog er als Abgeordneter in die Hamburger Bürgerschaft ein, blieb deren Mitglied bis 1931. Seit 1930 auch Mitarbeiter im AM-Apparat, absolvierte unter dem Decknamen Friedrich einen Lehrgang an der M-Schule der Komintern. Tastesen kam 1933 in das KZ Fuhlsbüttel. Er trat 1936 im Prozeß gegen Edgar André mutig als Entlastungszeuge auf und wurde deswegen nach dem Prozeß verhaftet. Im Verfahren gegen Anton Saefkow u. a. 1938 vom Hanseatischen OLG verurteilt, saß er für längere Zeit im KZ. 1945 wieder Mitglied der KPD, gehörte Tastesen zu deren Hamburger Leitung und unterschrieb im August 1945 den Aufruf zur Bildung einer gemeinsamen Sozialistischen Partei in Hamburg. 1946 Abgeordneter der Bürgerschaft, trat aber dann zurück. Seit Gründung der DKP 1968 Mitglied und Funktionär sowie in den sechziger Jahren Mitbegründer und Vorsitzender des Kuratoriums der »Ernst-Thälmann-Gedenkstätte« in Hamburg. Paul Tastesen starb am 10. Oktober 1974 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Taubenberger, Hermann

* 21.11.1895 – ✝ 29.5.1937

(* 1895 – † 1937) Geboren am 21. November 1895 in München; von Beruf Eisenbahningenieur, war als Einjährig-Freiwilliger im Weltkrieg, wurde verwundet und 1917 vor ein Kriegsgericht gestellt. Im November 1918 kehrte er nach München zurück, Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates, als dessen Vertreter nahm er an den Waffenstillstandsverhandlungen in Spa teil. In München Elektrotechniker im Bayerischen Kriegsministerium. Er wurde 1919 Mitglied der KPD und während der Kämpfe der Bayerischen Räterepublik Befehlshaber der »Roten Armee« am Dachauer Frontabschnitt. Am 14. Mai 1919 zu drei Jahren Festungshaft verurteilt, die er in Niederschönenfeld verbüßte. Nach seiner Freilassung Mitarbeiter des AM-Apparats, 1923 von der Zentrale beauftragt, für den geplanten »deutschen Oktober« illegale Kampfformationen aufzustellen. Er wurde nach dem Scheitern des Aufstands im Februar 1924 in Stuttgart festgenommen, konnte jedoch im Herbst aus der Haft nach Paris fliehen und emigrierte in die Sowjetunion. Dort zunächst in einem Elektrowerk, dann in einer Stalingrader Kanonenfabrik tätig, er wurde Mitglied der KPdSU(B) und arbeitete als Ingenieur beim Volkskommissariat für Schwerindustrie. Taubenberger wollte – inzwischen amnestiert – nach Deutschland zurück, erhielt aber wegen seiner Beschäftigung in der sowjetischen Rüstungsindustrie keine Ausreisegenehmigung. Er blieb beim Obersten Volkswirtschaftsrat, Stellvertreter des Vorsitzenden des Rats für Flugzeugindustrie und Mitglied des Präsidiums des Technisch-Wissenschaftlichen Komitees für Maschinenbau. In der Moskauer Wohnung von Hermann und Else Taubenberger trafen sich am Abend des 5.März 1933 mehrere deutsche Emigranten, unter ihnen Erich Wollenberg, Werner Rakow, Hans Schiff, Karl Schmidt und Erich Tacke. Bei der Diskussion über die Reichstagswahlen übten sie scharfe Kritik an der deutschen Parteiführung. Dieser Gesprächskreis wurde von einem Teilnehmer denunziert und Rakow und Wollenberg aus der KPdSU ausgeschlossen. Taubenberger mußte sich ebenfalls vor der IKK rechtfertigen und erhielt eine Rüge. Im August 1936 wurde er wegen »trotzkistisch-sinowjewistischer und anderer konterrevolutionärer Verbrechen gegen die Arbeiterklasse« aus der Partei ausgeschlossen. Das ZK veröffentlichte (DVZ vom 11. Oktober 1936) den Ausschluß und die »Begründung«. Vom NKWD am 17.September 1936 verhaftet und vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR am 29. Mai 1937 wegen »Teilnahme an einer antisowjetischen terroristischen Organisation« zum Tode durch Erschießen verurteilt. Noch am gleichen Tag wurde Hermann Taubenberger erschossen. Am 21. Mai 1959 haben ihn sowjetische Justizorgane »posthum rehabilitiert«. Seine Frau Else Taubenberger (* 24. 7. 1898) wurde am 11. August 1936 in Moskau festgenommen und am 1. Juni 1937 zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Später in der Verbannung in Magadan, dann als Freigelassene mit »Zwangsaufenthalt« in Viljandi/Estland. 1972 konnte sie in die Bundesrepublik ausreisen, wo sie im selben Jahr in München starb. Ihr Sohn Heinz Taubenberger (* 1915), am 10. September 1937 vom NKWD verhaftet, wurde am 1. November wegen Verbindung zu Wollenberg zum Tode verurteilt und am 3. November 1937 in Butowo erschossen. Der Sohn Hermann Taubenberger jun. (* 1923) kam in ein NKWD-Kinderheim und ist verschollen. Die Taubenbergers hatten sich nach der Verhaftung von Anatol Becker und der bekannten Schauspielerin Carola Neher noch um deren Sohn Georg Becker (* 1934) gekümmert, der dann in ein NKWD-Lager für Waisenkinder kam und 1975 in die Bundesrepublik ausreisen konnte.

Wer war wer in der DDR

Stumph, Wolfgang

* 31.1.1946

Geb. in Radków (dt.: Wünschelburg / Niederschles., Polen); 1946 Umsiedl. mit der Mutter nach Halle u. 1950 nach Dresden; Ausbildung als Apparate- u. Behälterbauer; 1967 – 70 Stud. der Ingenieurpädagogik in Karl-Marx-Stadt; 1978 – 80 Stud. an der Schauspielschule »Ernst Busch« in Berlin u. Arbeit am Staatstheater Dresden; 1980 – 91 als Kabarettist an der Dresdener »Herkuleskeule«; 1988 erstmals Auftritt als »Beutelgermane« in der TV-Unterhaltungssendung »Showkolade« mit  Gunther Emmerlich; ab…

dissidenten.eu

Stus, Wassyl

* 1938 – ✝ 1985

Wassyl Stus wurde 1938 in dem Dorf Rachniwka (Gebiet Winnyzja) geboren. 1940 zog seine Familie nach Stalino (heute: Donezk), wo sein Vater eine Stelle als Arbeiter fand. 1959 schloss Stus sein Studium an der Historisch-Philologischen Fakultät des Pädagogischen Instituts in Stalino ab. Er unterrichtete zunächst ukrainische Sprache und Literatur an einer Schule im Gebiet Kirowohrad und leistete in den zwei darauffolgenden Jahren seinen Militärdienst im Ural ab. Danach arbeitete er als…

Wer war wer in der DDR

Suhrbier, Max

* 12.10.1902 – ✝ 16.1.1971

Geb. in Rostock; Vater Schlosser; Gymnasium, Abitur; anschl. 1921 – 24 Studium der Rechts- u. Staatswiss. an der Univ. Rostock; 1925 Referendar u. Dr. jur.; bis zum Assessorexamen 1928 bei versch. Justiz- u. Verw.-Behörden in Rostock; 1929 – 33 Ref. für Siedlungsfragen im Landw.-Min. von Mecklenb.-Schwerin; 1933 – 45 Ref. im Finanzmin.; zul. Oberreg.-Rat in Schwerin. 1945 Ministerialrat im Finanzmin. des Landes Mecklenb.-Vorpom.; Jan. 1946 Mitbegr. des Landesverb. der LDPD, 1947 – 52 dessen 1.…

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Süß, Reiner

* 2.2.1930 – ✝ 29.1.2015

Geb. in Chemnitz; 1935 Umzug der Familie nach Leipzig, ab 1940 Besuch der Thomasschule u. bis 1946 Mitgl. des Thomanerchors; 1945 Chorknabe in der Aufführung von »Eugen Onegin« an der Leipziger Oper, ab 1946 priv. Gesangunterricht bei Otto Lindner u. Studium bei Hans Lissmann u. Paul Reinecke; 1953 – 56 beim Rundfunkchor Leipzig, anschl. Baßcharge am Stadttheater Bernburg, 1957 – 59 Baßbuffo am Landestheater Halle (Saale), 1959 – 91 an der Staatsoper Berlin; 1962 Ehrentitel »Kammersänger«; 1965…

Wer war wer in der DDR

Swatek, Arthur

* 20.8.1932 – ✝ 4.2.1990

Geb. in Neu Heiduk (Schles. / Nowe Hajduki, Polen); Vater Rohrleger, Mutter Hausfrau; Volksschule; 1947 – 52 Lehre u. Arbeit als Autoschlosser in Apolda; 1952 Kraftfahrer im VEB Baubetrieb Apolda; 1952 – 54 Kraftfahrer der SED-KL Apolda; 1954 SED, 1954 – 59 Instrukteur der SED-KL Apolda; 1959 Ltr. der Abt. Org. / Kader der SED-KL Apolda; 1959/ 60 Stud. an der BPS Erfurt; 1960 – 62 Abt.-Ltr. der SED-KL Apolda; 1962 / 63 Sekr. der SED-BPO im VEB Feuerlöschgerätewerk Apolda; 1963 – 65 Stud. an der…

Wer war wer in der DDR

Switalla, Eduard

* 27.11.1919 – ✝ 28.5.2004

Geb. in Billstedt bei Hamburg; Vater Parteiarb.  Anton S., Mutter Maschinenstrickerin; Volksschule; 1933 Emigr. nach Frankreich, 1935 in die UdSSR; 1935/36 Schlosser in Leningrad, 1936/37 in Woroschilowgrad; 1937 – 41 Dreher in Moskau; 1941 – 46 Dienst in der Roten Armee (Arbeitsarmee). 1946 SED; 1946/47 Instrukteur bei der SED-KL Schwerin; 1947 Einstellung bei der VP; 1948/49 Lehrgang an der BPS; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Mecklenb. (ab Febr. 1950 Länderverw.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sydow, Emil

* 22.11.1892 – ✝ 16.12.1959

Geboren am 22. November 1892 in Gunzenhausen/Franken; lernte Schlosser, übersiedelte nach Hamburg. 1918 Mitglied der USPD, mit deren Mehrheit 1920 zur KPD. In der Hamburger KPD gehörte Sydow zum linken Flügel der Partei, 1924 wurde er in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, Mitglied der BL Wasserkante, Angestellter bei der sowjetischen Handelsgesellschaft. Er wurde Anfang 1927 aus der KPD ausgeschlossen, angeblich, weil er in der sowjetischen Handelsvertretung Geld unterschlagen hatte, tatsächlich aber wohl, weil er als einer der ultralinken Funktionäre beim Kompromiß der Thälmann-Gruppe mit den Versöhnlern geopfert wurde. Sydow schied 1927 aus der Bürgerschaft aus und arbeitete wieder als Schlosser. Politisch trat er nicht mehr hervor. Emil Sydow starb am 16. Dezember 1959 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Szillard (Wolf), Karl

* 26.9.1896 – ✝ 1938

Geboren am 26. September 1896 in Györ/ Ungarn; wurde nach dem Studium in Budapest Physiker. Er übersiedelte Anfang der zwanziger Jahre nach Berlin, soll dort an der Universität tätig gewesen sein. Als Karl Wolf trat er 1925 der KPD bei und übte verschiedene Funktionen aus. Wolf wurde 1929 zum Mitglied der Reichsleitung der RGO berufen. 1933 emigrierte er in die Sowjetunion und arbeitete als Physiker in Moskau. Dort im März 1938 vom NKWD verhaftet, wurde Karl Szillard zum Tode verurteilt und erschossen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tacke, Erich

* 18.2.1894 – ✝ 2.9.1937

Geboren am 18. Februar 1894 in Lauterberg/ Harz; von 1910 bis 1914 Ausbildung zum Bankbeamten, bei verschiedenen Banken angestellt. Im März 1914 kam er (wie Werner Rakow) als Korrespondent an die Russisch-Asiatische Bank nach Petersburg und wurde von 1914 bis Juni 1918 als Zivilgefangener in Rußland interniert. Ab August 1918 wieder in Deutschland, in einer Garnison in Wolfenbüttel, arbeitete dann erneut bei Banken. Seit 1919 in der KPD, war Tacke ab 1921 (auch wegen seiner russischen Sprachkenntnisse) im illegalen AM-Apparat der Partei tätig. Er kam 1924 nach Moskau, wurde Mitarbeiter der GPU und später Redakteur der VAA in der UdSSR. Mit Werner Rakow, Erich Wollenberg, Karl Schmidt u.a. befreundet, gehörte er zum Gesprächszirkel, der bei Hermann Taubenberger die Märzwahl 1933 in Deutschland kritisch diskutierte, und wurde deshalb vom NKWD zu einer fiktiven »Hoelz-Wollenberg-Gruppe« gezählt. Am 15.April 1936 in Moskau verhaftet, am 2.September 1937 wegen Spionage und Homosexualität[!] zum Tode verurteilt, Erich Tacke wurde sofort erschossen.

Wer war wer in der DDR

Tartler, Georg

* 23.3.1899 – ✝ 30.10.1976

Geb. in Nußbach (Siebenbürgen, Österreich-Ungarn / Măieruş, Rumänien); Vater Lehrer; 1915 – 17 Ausbildung zum Schlosser u. Dreher; 1916 – 18 Kriegsdienst in der ungar.-österr. Armee, 1918 – 19 ital. Kriegsgef.; 1922 – 26 Studium der Landw. in Gießen u. Halle, 1927 Dipl.-Landw.; 1927 – 28 Landwirtschaftslehrer in Siebenbürgen; 1928 Reifeprüfung in Gießen; 1928 – 33 Studium der Med. in Gießen u. Halle, dort 1934 Prom.; 1934 – 39 Ass. am Hygieneinst. der Univ. Halle, 1939 Habil. mit der Arbeit »Die…

dissidenten.eu

Tatarka, Dominik

* 1913 – ✝ 1989

Dominik Tatarka wurde 1913 im nordwestslowakischen Örtchen Drienové bei Považská Bystrica in eine bäuerliche Familie hineingeboren. Sein Vater starb während des Ersten Weltkrieges. 1926–34 besuchte er das Gymnasium in Nitra und später das in Trenčín. Zwischen 1934 und 1938 studierte er slowakische Philologie und Romanistik an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Einen großen Einfluss übten zu jener Zeit auf ihn die tschechischen Literaturwissenschaftler František Xaver…

Wer war wer in der DDR

Taubeneck, Udo

* 12.5.1928 – ✝ 19.1.2015

Geb. in Jena; Vater Galvaniseur; OS, 1946 Abitur; Lehrling bei Zeiss u. Hilfslaborant im Inst. für Mikrobiol. (Schott-Zeiss-Inst.). 1946 – 50 Studium der Biol. u. Chemie an der FSU Jena, Dipl.-Biologe; 1951/52 wiss. Mitarb. beim VEB Jenapharm; 1952 Prom.; 1952/ 53 Assistent am Inst. für Allg. Botanik der FSU; 1953 Assistent am Inst. für Mikrobiol. u. experiment. Therapie der DAW in Jena; 1957 dort Abt.-Ltr.; 1961 Habil. an der FSU Jena; 1965 Doz. u. 1968 Prof.; 1968 – 76 Ltr. des Bereichs…

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Sturm, Hertha (Schumann)

* 24.7.1886 – ✝ 4.12.1943

(* 1886 – † 1945?) Geboren am 24. Juli 1886 in Königsberg als Edith Fischer, Tochter eines Buchhändlers. Sie besuchte bis 1902 eine Private Höhere Mädchenschule in Königsberg und von 1903 bis 1906 das Lehrerinnenseminar, anschließend von Ostern 1906 bis Herbst 1907 Hauslehrerin. Nach der Reifeprüfung studierte sie fünf Semester Medizin an der Universität Königsberg. Im April 1911 trat sie in die SPD ein, begann mit dem Studium der Nationalökonomie an den Universitäten Leipzig und Freiburg/Br. Seit 1912 mit Hermann Schumann verheiratet, ließ sie sich im Wintersemester 1914 beurlauben und arbeitete im Statistischen Landesamt in Karlsruhe. Im Juli 1914 Abschluß des Studiums mit der Promotion zum Dr. rer. pol. Von Oktober 1915 bis Ende 1916 wissenschaftliche Hilfsarbeiterin bei der Ermittlungsstelle für Frauenberufe und Arbeitsberatung für Kriegerwitwen in Berlin, von Februar 1917 bis August 1918 Hilfsreferentin im Referat Frauen der Kriegsamtsstelle Magdeburg, ab August 1918 in München. Dort wurde sie im Januar 1919 Mitglied der KPD, deswegen aus der Kriegsamtsstelle entlassen. Edith Schumann war während der Bayerischen Räterepublik technische Mitarbeiterin im Sekretariat des Vollzugrates bzw. im Wirtschaftsrat. Nach der Niederschlagung der Räterepublik flüchtete sie, mit Steckbrief und Haftbefehl wegen »Beihilfe zum Hochverrat« gesucht, aus München. Ende Mai 1919 verhaftet, saß sie zwei Monate in Untersuchungshaft in München-Stadelheim, aber Einstellung des Verfahrens aus »Mangel an Beweisen«. Edith Schumann kam im Dezember 1919 in die Zentrale der KPD nach Berlin, begann dort ab Januar 1920 unter dem Parteinamen Hertha Sturm als Mitarbeiterin im Reichs-Frauensekretariat der Zentrale. Seit dem III. Parteitag im Februar 1920 verantwortliche Sekretärin des Reichs-Frauensekretariats und außerdem Redakteurin der Zeitschrift »Kommunistin«. 1921 gehörte Hertha Sturm der deutschen Delegation zum II. Weltkongreß der Komintern in Moskau an, dort zum Mitglied des Internationalen Frauensekretariats (IFS) der Komintern gewählt. Die bekannte Kommunistin wurde Sekretärin des Berliner Büros des IFS für Westeuropa und leitete das Frauensekretariat der KPD-Zentrale. Auf dem IX. Parteitag 1924 erstattete sie den Bericht zur Frauenarbeit, wurde dann von der linken Führung abgesetzt (Nachfolgerin Erna Halbe) und übersiedelte im Oktober 1924 nach Moskau. Hier war sie bis Oktober 1928 eine enge Mitarbeiterin von Clara Zetkin im IFS der Komintern. Nach Deutschland zurückgekehrt, galt Hertha Sturm als Rechtsabweichlerin, deshalb erhielt sie in der KPD keine hauptamtliche Funktion mehr, blieb aber Parteimitglied. Sie war zuletzt Hilfsreferentin beim Statistischen Reichsamt in Berlin. Am 10. März 1933 von der SA in Berlin verhaftet, bis 17. Januar 1934 in »Schutzhaft«. Ab Sommer 1934 bekam sie Kontakte zu »Neu Beginnen« und arbeitete unter den Decknamen Gerda Stein und Ellen Croner in dieser linkssozialistischen Gruppe. Hertha Sturm wurde am 4. September 1935 in Köln inhaftiert, schwer gefoltert, unternahm sie einen Selbstmordversuch. Das Berliner Kammergericht verurteilte sie am 12. März 1936 zu fünf Jahren Zuchthaus. Hertha Sturm (Edith Schumann) starb am 4. Dezember 1943 in Berlin an den Folgen einer Gasvergiftung.

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Succow, Michael

* 21.4.1941

Geb. in Lüdersdorf (Krs. Bad Freienwalde); Vater Landwirt; OS; 1960 – 65 Biologiestudium an der EMAU Greifswald, Dipl.-Biologe; 1965 – 68 dort wiss. Assistent; für die Intervention der Warschauer Vertragsstaaten in der ČSSR verweigerte er 1968 die Unterschrift unter eine Resolution; 1969 – 73 Brigadeltr. im VEB Meliorationskombinat Frankfurt (Oder); 1970 Prom. zum Dr. rer. nat. mit einer Diss. zur Vegetation nordmecklenb. Flußtalmoore u. ihrer anthropogenen Umwandlung; 1971 LDPD; 1974 – 82 wiss.…

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Suitner, Otmar

* 16.5.1922 – ✝ 8.1.2010

Geb. in Innsbruck (Österreich); Vater Inh. eines Reklamebüros; Matura am Pädagogium; studierte zunächst am Innsbrucker Konservatorium u. 1940 – 42 am Mozarteum in Salzburg Klavier; 1943 / 44 1. Kapellmeister am Tiroler Landestheater in Innsbruck: 1945 – 51 freier Dirigent u. Konzertpianist mit Gastspielen in Wien, Rom, München u. der Schweiz; 1952 – 57 städt. Musikdir. in Remscheid; 1957 – 60 Generalmusikdir. der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen; 1960 – 64 Chefdirigent der…

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Süß, Wolfgang

* 2.4.1934

Geb. in Osterhausen (b. Eisleben); Volks- u. Oberschule, 1952 Abitur; 1953 – 58 Stud. an der Bergakad. Freiberg, Dipl.-Ingenieur, 1980 Prom. zum Dr. oec.; 1958 – 61 Betriebsing. im VEB Walzwerk Hettstedt; 1961 SED; 1961 –64 Abt.-Ltr. Technik in der VVB NE-Metallind., 1964 – 65 Gießereiltr. im VEB Walzwerk Hettstedt, 1965 – 71 Werkdir. des VEB Leichtmetallwerk Rackwitz, 1971 – 80 stellv. Produktionsdir. im VEB Mansfeld-Kombinat; 1974 –80 Vors. des Kombinatsaktivs der KDT; 1980–89 Mitgl. des Rats…

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Swerstjuk, Jewhen

* 1928 – ✝ 2014

Jewhen Swerstjuk wurde 1928 in dem Dorf Sielec (Silze) im damals ostpolnischen Wolhynien geboren. Er wuchs in einer Bauernfamilie auf. Seine älteren Brüder gehörten dem Jugendverband der *Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) an. Einer kam während des Krieges ums Leben, der andere wurde für seine OUN-Mitgliedschaft mit Lagerhaft bestraft. Nach seinem Studienabschluss an der Philosophischen Fakultät der Universität Lwiw 1952 nahm Jewhen Swerstjuk 1953 ein Promotionsstudium am…

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Switlytschna, Nadija

* 1936 – ✝ 2006

Nadija Switlytschna wurde 1936 in dem Dorf Polowynkyne (Polowinkino) im Gebiet Luhansk (Lugansk) in einer Kolchosbauernfamilie geboren. Sie war die Schwester von Iwan Switlytschnyj. 1958 schloss sie ihr Studium der Ukrainischen Philologie an der Universität Charkiw (Charkow) ab und arbeitete dann als Lehrerin und Bibliothekarin. Als Direktorin einer Schule der Arbeiterjugend in Krasnodon (heute: Sorokyne) protestierte Switlytschna gegen die faktische Abwertung der ukrainischen Sprache, die sich…

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Sylla, Horst

* 11.2.1933

Geb. in Hindenburg (Oberschles. / Zabrze, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Elektromaschinenbauer, Umschulung u. Arbeit als Bohrwerksdreher; 1953 Eintritt in die KVP, Offiziersschüler an der Panzerschule Priemerwald; 1954 SED; 1954/55 Zugführer im Schweren Panzer- u. Selbstfahrlafetten-Regt. der KVPD in Dresden; 1955/56 Kompaniechef im NVA-Panzer-Regt. 14; 1957 – 60 Fachlehrer an der Panzerschule in Großenhain; 1961 – 64 Studium an der Militärakad. »Friedrich Engels« in…

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Szillat, Paul

* 30.10.1888 – ✝ 17.10.1958

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Ausbildung zum Verw.-Fachmann; 1910 SPD; 1925 – 33 Abg. des Preuß. Landtags; letzter Vors. der SPD-Fraktion; 1928 – 30 Stadtrat u. Stadtkämmerer in Rathenow; 1930 – 33 OB in Brandenb. (Havel), 1933 des Amtes enthoben, »Schutzhaft«, KZ Oranienburg. 1945 Mitbegr. der SPD in Rathenow u. stellv. SPD-Bez.-Vors. in Brandenb., OB in Rathenow; 1946 SED; 1946 – 50 Mitgl. des SED-Krs.-Vorst., des PV u. MdL Brandenb.; nach Kritik an »Säuberungen« u. der Entw. der SED zur…

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Tal, Hilde

* 5.11.1898 – ✝ 19.3.1938

Geboren am 5. November 1898 in Riga als Hilde Laima Zeraus, Tochter eines Kaufmanns. Buchhalterin, von 1915 bis 1918 in Riga Rechnungsführerin in einer Wurstfabrik, später Kontoristin im Evakuierungs- und Rückführungskomitee in Riga. 1919 Mitglied der KP Lettlands, arbeitete seit April 1919 für den Nachrichtendienst der Komintern, OMS, operierte u. a. in von den »Weißen« beherrschten Territorien Sowjetrußlands. Im September 1919 Übersiedlung nachDeutschland und bis 1933 Mitglied der KPD, sie wirkte auch hier für den Geheimapparat der Komintern. Sie emigrierte im Februar 1933 in die Sowjetunion, blieb weiterhin Mitarbeiterin der OMS, im Dezember 1936 als »Volksfeindin« entlassen. Am 5. Oktober 1937 wurde sie vom NKWD festgenommen, der »Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation« beschuldigt und vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR am 19. März 1938 zum Tode verurteilt. Hilde Tal wurde am gleichen Tag erschossen, eine »Rehabilitierung« erfolgte in Moskau am 28. September 1957. Ihr Mann Julius Gebhardt (* 15. 9. 1900 in Leipzig), von Beruf Fräser, war seit 1919 in der KPD, bis 1926 Buchhalter und Revisor für KPD-Unternehmen in Leipzig sowie später in der Leitung der Peuvag in Berlin beschäftigt. Ab 1933 in der Sowjetunion Packer im Verlag der ausländischen Arbeiter, dann Ökonom und Buchhalter im EKKI-Verlagssektor. Er wohnte im Hotel »Lux« in Moskau. Er wurde am 4.12.1937 aus dem Verlag entlassen, aus der Partei ausgeschlossen und begann als Dreher in dem Moskauer Betrieb KOMEGA zu arbeiten. Mitte September 1941 erhielt er die Weisung, Moskau sofort in Richtung Karaganda zu verlassen. Ende der 40er Jahre lebte er in der Nähe von Karaganda im Osakarowskij Rayon, Siedlung Nr. 5. 1951 bemühte er sich neben anderen deutschen Emigranten um die Einreise in die DDR. Über sein weiteres Schicksal konnte nichts ermittelt werden.

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Tarto, Enn

* 1938 – ✝ 2021

Enn Tarto wurde 1938 in Tartu (Dorpat) geboren. 1944 wurde sein Vater verhaftet und in das Innere der Sowjetunion deportiert, wo er 1947 im Besserungsarbeitslager der sibirischen Stadt Norilsk starb. Nach dem Ende seiner Schulzeit in Kõrveküla 1953 besuchte Tarto die Höhere Schule in Tartu, wo er zusammen mit anderen Schülern die Widerstandsgruppe „Estnische Jugendmannschaft“ gründete. Unter dem Pseudonym „Mart Kraav“ schrieb und verbreitete er Flugblätter, in denen er gegen die Niederschlagung…

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Taube, Paul

* 29.10.1892 – ✝ 2.2.1956

Geboren am 29. Oktober 1892 in Sangerhausen, Sohn eines Malzfabrikarbeiters; lernte Installateur und Kupferschmied. 1909 Mitglied der SAJ, 1910 der SPD. Bis 1912 im Mansfelder Bergrevier tätig, dann beim Militär, von 1914 bis 1918 Maschinistenmaat der Kriegsmarine. Von 1918 bis 1921 Turbinenmaschinist, auch Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Bitterfelder Film-Farbenfabrik Werk I. 1917 schloß sich Taube der USPD an, ging mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Von März 1921 bis Juli 1922 hielt er sich nach dem Mitteldeutschen Aufstand als Emigrant in der Sowjetunion auf. Dort zunächst beim Bau einer Überlandleitung, anschließend als Korrektor bei einer Zeitung in Moskau tätig. Nach Deutschland zurückgekehrt, lebte er unter dem Namen Hans Tank im Rheinland, war Bauhilfsarbeiter, nach einer Amnestie ging er wieder nach Bitterfeld. Er arbeitete als Schlosser und Rohrleger und war nebenamtlich Leiter des UB Bitterfeld, zeitweise auch Abgeordneter des Kreistages Bitterfeld. 1924 Orgleiter im Bezirk Halle-Merseburg, ab 1925 als Bezirksleiter in Danzig. Nach innerparteilichen und persönlichen Auseinandersetzungen legte Taube im November 1926 seine Funktion in Danzig nieder, danach Polleiter in Bremen, 1927 in die Bremer Bürgerschaft gewählt. Nach der ultralinken Wende Ende 1928/29 wurde er kritisiert, nicht konsequent gegen die Opportunisten vorgegangen zu sein, deshalb im März 1931 von Robert Stamm als Polleiter abgelöst. Offiziell in das Sekretariat der Reichstagsfraktion der KPD in Berlin »eingebaut«, reiste er im Auftrag des ZK in die Sowjetunion und war bis 1932 Kurier zwischen dem KPD-Polbüro und der Komintern. Am 15. März 1933 in Berlin festgenommen, »Schutzhaft«, am 19. April 1934 vom Berliner Kammergericht zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg verbüßte. Nach seiner Entlassung am 19.April 1937 Rohrleger, stand aber unter Polizeiaufsicht. 1945 Vorsitzender der KPD in Bitterfeld und von 1946 bis Anfang Juni 1949 Vorsitzender der SED. Taube gehörte der SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt an, nach schwerer Erkrankung noch einige Zeit Sekretär der SED-Fraktion im dortigen Landtag. Paul Taube starb am 2. Februar 1956 in Bitterfeld.

Wer war wer in der DDR

Tauber, Ulrike

* 16.6.1958

Geb. in Karl-Marx-Stadt; nach erfolglosen Versuchen im Turnen 1967 Beginn mit dem Schwimmtraining in der BSG Wismut Siegmar, 1971 Delegierung zum SC Karl-Marx-Stadt (Trainer: Eberhard Mothes); 1972 zweifache Spartakiadesiegerin; Spezialdisz.: Lagen; 1974 EM über 200 m u. 400 m; 1975 WM über 400 m u. Vize-WM über 200 m; 1976 Olympiasiegerin über 400 m; Weltmeisterschaft 1978: Dritte über 200 m; 1979 Beendigung der sportl. Laufbahn; anschl. Studium der Med. in Berlin, Prom. zum Dr. med.; 1982…

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Sturm, Fritz

* 1890 – ✝ 1937

Geboren ca. 1890 als Samuel Sachs-Gladnew in Rußland, Kindheit und Jugend liegen im dunkeln. Er selbst behauptete, bis 1907 in Deutschland gelebt zu haben und dann nach Rußland gekommen zu sein. Funktionär der Bolschewiki, aktiv an der bolschewistischen Oktoberrevolution 1917 beteiligt. Im November 1918 kam er als Emissär der RKP nach Deutschland und war in Hamburg als Fritz Sturm tätig. Er nahm als Hamburger Delegierter der Internationalen Kommunisten Deutschlands am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 teil und wurde dort in die Programmkommission gewählt. Zusammen mit Werner Rakow gründete er in Hamburg den Verlag Carl Hoym Nachf., einen Komintern-Verlag, in dem auch die deutschsprachige Ausgabe der offiziellen Zeitschrift »Die Kommunistische Internationale« sowie später Komintern- und KPD-Publikationen gedruckt oder ausgeliefert wurden. 1919 war Sturm in Hamburg führender Funktionär der KPD, stellte sich zunächst auf den Standpunkt der linken Opposition von Heinrich Laufenberg und wurde deswegen auf der Reichskonferenz der KPD im März 1919 angegriffen. Im Februar 1920 in Hamburg festgenommen, später aus Deutschland ausgewiesen. Er war in der KPdSU(B) in Petrograd aktiv, anschließend in der Komintern beschäftigt. 1928 als Anhänger Bucharins aus der KPdSU(B) ausgeschlossen, wurde Fritz Sturm (Samuel Sachs-Gladjew) während der Säuberungen als angeblicher Terrorist verhaftet und 1937 erschossen.

Wer war wer in der DDR

Such, Heinz

* 23.7.1910 – ✝ 28.12.1976

Geb. in Frankfurt (Main); Vater Buchbinder; nach dem Abitur ab 1930 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Leipzig; 1930 SPD; 1933 KPD; Abbruch des Studiums; während der NS-Zeit als Versicherungsagent beschäftigt; Kriegsdienst u. amerik. Gefangenschaft. 1945 Forts. des Studiums in Leipzig; 1946 Erstes jur. St.-Ex.; anschl. Doz. an einer Ausbildungsstätte für sog. Volksrichter in Bad Schandau; 1947 – 49 Verw.-Ltr. des Rektorats der Leipziger Univ.; 1948 Prom. mit der Arbeit »Wirtschaftsplanung u.…

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Sumpf, Hermann

* 1.5.1882 – ✝ 27.12.1967

Geboren am 1. Mai 1882 in Neckarau/Mannheim, Sohn eines Polsterers und Dekorateurs; lernte Tapezierer, trat 1902 der SPD bei, von 1905 bis 1910 Wanderschaft durch Europa. Sumpf fand Arbeit in Mainz, wurde dort Vorsitzender des Sattler- und Polstererverbandes und gehörte dem SPD-Vorstand an. 1914 zum Militär eingezogen, viermal verwundet und 1916 als 100 Prozent Kriegsbeschädigter entlassen. Er schloß sich 1917 der USPD an, war während der Revolution in Berlin und nahm an den Januarkämpfen teil. Sumpf gehörte in Frankfurt/M. zu den Begründern des »Internationalen Bundes der Opfer des Krieges und der Arbeit« und war im Dezember 1920 Delegierter beim Vereinigungsparteitag von USPD und KPD in Berlin. Im Juni 1920 hatte er noch für die USPD in Hessen zum Reichstag kandidiert, wurde aber nicht gewählt. Ab 1921 Leiter der KPD in Mainz, dort Stadtverordneter, 1923 Kreistagsabgeordneter, 1924 wurde Sumpf in den Hessischen Landtag gewählt, dem er bis 1932 angehörte. Mitglied der BL Hessen und Vorsitzender des RFB in Mainz, trat nach dem RFB-Verbot im Juni 1929 mit seinem Fraktionskollegen Jakob Schaefer demonstrativ in der Uniform des Rot-Frontkämpferbundes im Landtag auf und wurde daraufhin von den Plenartagungen ausgeschlossen. Für längere Zeit zur Kur in die Sowjetunion geschickt, dort 1933 als Politemigrant anerkannt, arbeitete er ab Januar 1934 in der MOPR. Sumpf war 1936 Autopolsterer in Simferopol, wurde 1937 vom NKWD verhaftet und war bis 1941 im Lager, kam im Juli 1941 in den Kaukasus, bzw. nach Kasachstan, später nach Sibirien verbannt. Seit 1951 wieder Polsterer, am 17.April 1958 konnte er in die DDR ausreisen und in Eisenach seinen erlernten Beruf ausüben, er erhielt 1962 den VVO in Bronze. Hermann Sumpf starb am 27. Dezember 1967 in Eisenach. Seine Ehefrau Rosa, geborene Eiseman (* 17. 4. 1898 – † 16. 1. 1981) aus Odessa, war Hausmädchen und Arbeiterin. Seit 1934 mit Hermann Sumpf verheiratet, lebte sie bis 1941 mit ihm im Lager, wurde ebenfalls nach Kasachstan verbannt und kam mit ihrem Mann 1958 in die DDR.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Süßkind, Heinrich

* 30.10.1895 – ✝ 3.10.1937

Geboren am 30. Oktober 1895 in Kolmyja/ Polen, Sohn eines Rabbiners und Gutpächters. Süßkind, der deutsch erzogen wurde, besuchte das Gymnasium und übersiedelte 1914 nach Wien, wo er das Abitur ablegte und anschließend Rechtswissenschaften, Ökonomie und Philosophie studierte. Er kam im Dezember 1918 nach Deutschland, wohnte hier zunächst bei seiner Schwester in Leipzig, dann belegte er in Tübingen evangelische Theologie und Geschichte. Hier Mitbegründer einer kommunistischen Studentengruppe, übernahm die Chefredaktion der »Politischen Rundbriefe«, die von der FSJ herausgegeben wurden, und nahm als Vertreter dieser Studentengruppe an der Bezirkskonferenz in Stuttgart teil. Im Herbst 1919 schloß sich Süßkind der KPD an, wurde wegen seiner politischen und vor allem propagandistischen Arbeit im November 1919 aus Württemberg ausgewiesen. In Frankfurt/M. übernahm er auf Veranlassung von Clara Zetkin und Wilhelm Pieck das Sekretariat der Zeitschrift »Internationale«. Der hochgebildete junge Mann kam nach Berlin, lebte illegal und wurde unter dem Namen Heinrich politischer Redakteur der »Roten Fahne«. Nach der März-Aktion mußte er Berlin verlassen und erhielt den Auftrag, die starke KAG-Gruppe in Köln zu zerschlagen. Er wurde Chefredakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln, kam aber wieder nach Berlin, zunächst stellvertretender Chefredakteur der »Roten Fahne«. Am 1.Dezember 1921 Nachfolger Ernst Meyers als Chefredakteur des kommunistischen Zentralorgans. In dieser Funktion nahm er auch an Zentrale-Sitzungen teil. Nach politischen Zusammenstößen vor dem Zirkus Busch im November 1922 in Berlin festgenommen, zu drei Wochen Gefängnis verurteilt und als russischer Staatsangehöriger dann aus Deutschland ausgewiesen. Süßkind reiste nach Riga, war dort einige Zeit für die Komintern tätig; anschließend Redakteur in Moskau. Schon im Frühjahr 1923 kehrte er nach Deutschland zurück, übernahm wieder die Chefredaktion der »Roten Fahne«. Bereits im Juni 1923 abgelöst und durch August Thalheimer ersetzt, schickte ihn die Zentrale als Redakteur nach Leipzig. 1924 schwenkte er zu den Linken über, wurde Chefredakteur in Chemnitz und kämpfte gegen die Brandler-Anhänger. Nach dem »Offenen Brief« 1925 wurde Süßkind nach Berlin berufen, Mitarbeiter in der Redaktion der »Roten Fahne«. Er gehörte 1926 zu den Wortführern der Chemnitzer Linken, ging aber 1927 zur Thälmann-Gruppe. Auf dem XI. Essener Parteitag 1927 als Kandidat ins ZK gewählt, erneut zum Chefredakteur der »Roten Fahne« berufen, wurde Süßkind auch Kandidat des Polbüros. Er trennte sich im Herbst 1927 von der Thälmann-Gruppe, schloß sich den Versöhnlern an und war während der Auseinandersetzungen von 1928 als Kurt einer ihrer Führer. Als er auf Betreiben Ernst Thälmanns schon im Februar 1928 abgelöst werden sollte, gelang es den Versöhnlern, ihn zu halten. Aber nach der Wittorf-Affäre wurde er doch aus der »Roten Fahne« entfernt. Süßkind, an einer Rippenfellentzündung für längere Zeit schwer erkrankt, kapitulierte vor dem ZK, erhielt keine hauptamtliche Funktion mehr und mußte vom Verdienst seiner Frau – die bei der »Inprekorr« tätig war – leben. Er war in seiner Straßenzelle insgeheim für die neue Gruppe der Versöhnler aktiv und stand in enger Verbindung zu Karl Volk. Nach 1933 ging er mit seiner tschechischen Frau zunächst nach Prag, dann in die Sowjetunion und war in der Komintern beschäftigt. Bereits Anfang 1935 wurde er durch das ZK der KPD und die IKK der Komintern wegen Kontakten zu dem Ende Dezember 1934 verhafteten Komintern-Mitarbeiter Lajos Mildorf (Magyar) auf ein Jahr aus der KPD ausgeschlossen, im Juni 1936 zwar Wiederaufnahme, doch wenige Wochen später, am 3. September 1936, folgte der erneute Ausschluß. Süßkind war bereits am 9. August 1936 vom NKWD verhaftet worden. Nach über einem Jahr grausamer Verhöre wurde er am 3. Oktober 1937 vom Obersten Militärkollegium als Versöhnler, »Trotzkist« und wegen Verbindung zur »Terrororganisation« der Rechten zum Tode verurteilt, obwohl er im Prozeß die Hauptvorwürfe bestritt und sich für »nicht schuldig« erklärte. Heinrich Süßkind wurde noch am gleichen Tag, am 3. Oktober 1937, erschossen. Süßkinds Frau sagte sich öffentlich von ihm los, wurde zur Arbeit in die Tschechoslowakei geschickt, wo sie während der deutschen Besetzung ums Leben kam.

Wer war wer in der DDR

Swillms, Ulrich (»Ed«)

* 7.3.1947 – ✝ 27.6.2023

Geb. in Berlin; ab 1955 Unterricht an der Volksmusikschule, 1962 – 64 Ausb. in der Spezialklasse u. 1964 – 68 Studium an der Musik-HS »Hans Eisler« in Berlin (Hauptfach Cello, Nebenfach Klavier); 1968 – 72 Berufsausb. Tanzmusik an der Musikschule Berlin-Friedrichshain; 1969 – 71 Mitgl. der Berliner Band »Alexanders«; 1971 Mitbegr. der Rock- u. Soulband »Panta Rhei«, u. a. mit  Herbert Dreilich (Gesang, Gitarre), Henning Protzmann (Baß) u.  Veronika Fischer (Gesang), u. a. Komposition der Titel…

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Switlytschnyj, Iwan

* 1929 – ✝ 1992

Iwan Switlytschnyj wurde 1929 in dem Dorf Polowynkyne (Polowinkino, Gebiet Luhansk) in einer Kolchosbauernfamilie geboren. Er war der Bruder von Nadija Switlytschna. Bei dem Versuch im Oktober 1943, während der deutschen Besatzung, gemeinsam mit einem Freund ein deutsches Militärobjekt in die Luft zu sprengen, verlor er mehrere Finger und zog sich schwere Beinverletzungen zu. 1947 schloss er die Schule in Starobilsk (Starobelsk) mit Auszeichnung ab und studierte dann Ukrainische Philologie an…

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Szabó, Miklós

* 1935 – ✝ 2000

Miklós Szabó wurde 1935 in Budapest geboren. Während der *Ungarischen Revolution von 1956 studierte er Geschichte und ungarische Philologie an der Loránd-Eötvös-Universität Budapest. Er war in der Leitung der revolutionären Jugendbewegung aktiv. Nach der blutigen Niederschlagung der Revolution hatte Szabó als ehemaliger Revolutionsteilnehmer nach seinem Universitätsabschluss keine Chance auf eine berufliche Karriere und arbeitete zunächst als Pädagoge an einer Berufsschule in Vác. Ab 1959 war er…

Wer war wer in der DDR

Szinda, Gustav

* 13.2.1897 – ✝ 23.9.1988

Geb. in Blindgallen (Ostpr. / Błąkały, Polen); Vater Zimmermann; Volksschule; Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1915 – 18 Soldat; 1918 Schlosser; 1920 Umzug nach Gelsenkirchen; Arbeit als Maschinenschlosser; 1920 – 24 Teiln. an den Kämpfen im Ruhrgeb.; 1924 KPD; 1925 RFB; ab 1931 arbeitslos; 1933 – 35 illeg. Tätigkeit; dann Emigr. nach Amsterdam; 1936 –38 Teiln. am span. Bürgerkrieg als Stabschef u. Kdr. der XI. Internat. Brigaden; 1937 Chef der Spionageabwehr der Interbrigaden; 1938 Mitarb.…

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Tamkevičius, Sigitas

* 1938

Sigitas Tamkevičius wurde 1938 in dem Dorf Gudoniai (Rajongemeinde Lazdijai) in einer Bauernfamilie geboren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums in Seirijai trat er in das Priesterseminar in Kaunas ein. Im Dezember 1957, im dritten Studienjahr, wurde er zum Armeedienst einberufen und kehrte erst 1960 ins Seminar zurück. 1961 unternahm der KGB zwei erfolglose Versuche, ihn für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. 1962 schloss er sein Theologiestudium am Priesterseminar ab und wurde noch im selben Jahr…

Wer war wer in der DDR

Täschner, Herbert

* 7.7.1916 – ✝ 10.5.1984

Geb. in Dresden; Vater Verw.-Angest.; Volks-, Oberreal-, Handels- u. Verw.-Schule; Verw.-Dienstpraktikum in Dresden, Pirna u. Heidenau; 1937 RAD; 1938 – 45 Wehrdienst, zul. Ofw.; Kriegsgefangenschaft. 1946 LDPD; 1947 – 49 hauptamtl. Geschäftsf. der LDPD-Stadtgr. »Friedrich Naumann« in Dresden; 1947 Geschäftsf. des LDPD-Stadtverb. Dresden; 1947 – 49 Bez.- bzw. Krs.-Sekr. der LDPD in Dresden; 1949/50 Gen.-Sekr. des Landesverb. Sachsen; 1950 – 54 Gen.-Sekr. der LDPD (Nachf. von  Günter Stempel);…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Taube (Staak), Gertrud

* 13.7.1908 – ✝ 10.10.1941

(* 1908 – † 1941?) Geboren am 13. Juli 1908 in Berlin, Tochter einer Handwerkerfamilie. Sie wurde Stenotypistin, im Oktober 1925 Mitglied im KJVD. Im Juni 1927 Stenotypistin im ZK der KPD, im Oktober 1927 trat sie der Partei bei. Nach 1928 kam sie als Sekretärin zu Werner Hirsch und dann als Sekretärin und Telefonistin des Polbüros zum Parteiführer Ernst Thälmann. Damit erhielt sie eine Vertrauensstellung, sie verwahrte wichtige Dokumente und hatte die Verbindung zu den illegalen Apparaten (AM-Apparat usw.). Gertrud Taube wurde nach Thälmanns Verhaftung im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Thälmann-Prozesses polizeilich gesucht und deswegen im Juni 1933 in die Sowjetunion geschickt. Dort lebte sie einige Zeit mit dem jugoslawischen Parteivertreter Fleischer zusammen, der 1937 vom NKWD erschossen wurde. In einer Sitzung »deutscher Genossen vom 21.12. 1937« wurde Gertrud Taube (nun Staak) die »Verbindung zu Parteifeinden« wie Werner Hirsch vorgeworfen. Außerdem seien »ihre Aussagen über ihre Zusammenarbeit und den Verbleib von wichtigen Dokumenten unglaubwürdig«. Sie wurde am 31. Dezember 1937 aus der KPD »wegen Verbindung mit Volksfeinden und politisch unzuverlässig« ausgeschlossen und am 10. Oktober 1941 vom NKWD verhaftet. Gertrud Taube/Staak soll dann Selbstmord verübt haben, auch sie ein Opfer der stalinistischen Säuberungen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tauber, Paul

* 2.4.1892 – ✝ 15.3.1943

Geboren als Hieronymus Paulus Tauber am 2.April 1892 in Fürth/Bayern, Sohn eines Vertreters. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete er in diesem Beruf. Als Soldat im Weltkrieg geriet er in britische Kriegsgefangenschaft, kehrte Anfang April 1919 nach Ingolstadt zurück. Er wurde Mitglied der USPD, Ende 1920 der KPD und war zeitweilig Leiter der KPD-Ortsgruppe Ingolstadt. 1924 in den Stadtrat gewählt (aus beruflichen Gründen nahm er das Mandat nicht an). Im Oktober 1927 kam Tauber als Nachrücker für Joseph Schlaffer in den Bayerischen Landtag. Er wurde 1933 festgenommen und saß für längere Zeit in »Schutzhaft«. Paul Tauber starb am 15. März 1943 in Ingolstadt.