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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eliasberg, George

* 31.1.1906 – ✝ 12.9.1972

(* 1906 – † 1972) Geboren am 31. Januar 1906 in Wiesbaden, Sohn eines jüdischen Kaufmanns. In Rußland und in Deutschland aufgewachsen; studierte Naturwissenschaften und Geschichte und promovierte 1933. Ende der zwanziger Jahre leitete er mit Richard Löwenthal die Reichsleitung der Kostufra, der Kommunistischen Studentenorganisation. Wegen »rechter Abweichung« Ende 1929 aus der KPD ausgeschlossen, wurde Eliasberg Mitglied der leninistischen Organisation (LO) sowie der Gruppe »Neu Beginnen« unter Walter Löwenheim, einer linkssozialistischen Gruppe. In dieser führend im Widerstand, wurde Eliasberg 1935 festgenommen und im September 1936 zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. 1940 aus der Haft entlassen und aus Deutschland ausgewiesen, er emigrierte nach Italien. Dort interniert, konnte er 1941 in die USA gelangen. Mitarbeiter von Karl Frank, als Journalist tätig, (zeitweise im US-Außenministerium) und dann bis 1960 Nachrichtenredakteur. Nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik 1968 Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, 1969 in deren Forschungsinstitut. Mitglied der SPD. Eliasberg starb am 12.September 1972 in West-Berlin. Posthum erschien 1974 (eingeleitet von Richard Löwenthal) seine wichtige Studie über den »Ruhrkrieg 1920«, bereits 1949 lag seine englische Untersuchung der historischen Grundlagen der Kommunistischen Internationale in deutsch vor.

Wer war wer in der DDR

Elsner, Bernhard

* 30.1.1927 – ✝ 24.7.2017

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Kutscher; Volksschule; 1941 – 44 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1944 RAD; 1944/45 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1949 Einstellung bei der VP; 1950 SED; 1951 Einstellung beim MfS, Wachbat. Adlershof (später Wachregt. »Feliks Dzierżyński«); 1952 Komp.-Chef; 1957 Stabschef des I. Bat.; 1958/59 Vorbereitungslehrgang, dann Studium am Militärinst. in Moskau; 1959 Stabschef des I. Kdo.; 1960 Offz. für militär.-wiss. Arbeit im…

Wer war wer in der DDR

Emmerlich, Gunther

* 18.9.1944

Geb. in Eisenberg (Thür.); aufgewachsen bei der Schwester; Abitur; Studium an der Ingenieurschule für Bauwesen in Erfurt (Abbruch); 1967 – 72 Studium an der HS für Musik »Franz Liszt« in Weimar, Fachrichtung Operngesang; 1972 – 92 festes Engagement als Bass an der Dresdener Oper, in vielen Hauptrollen, außerdem einprägsame Auftritte als Sir Falstaff in »Die lustigen Weiber von Windsor«, Sarastro in »Die Zauberflöte«, Milchmann Tevje im Musical »Anatevka«, Doolittle in »My Fair Lady« u. Sallah…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Emrich, Fritz

* 19.8.1894 – ✝ 23.7.1947

Geboren am 19. August 1894 in Weihstein, Sohn eines Maurers; lernte Schneider und arbeitete in mehreren Textilfabriken. 1910 Mitglied der sozialistischen Jugend, 1913 der SPD. Nach dem Weltkrieg trat er der USPD und dann der KPD bei. Emrich war vor allem in der Gewerkschaftsbewegung tätig und wurde 1928 hauptamtlicher Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabteilung des ZK. Auf dem IV. Weltkongreß der RGI 1928 wurde er ins Präsidium gewählt und 1929, nach seinem Ausschluß aus der ADGB-Gewerkschaft, in die Zentralleitung des RGO übernommen. Er trat mit Veröffentlichungen über die Rationalisierung hervor und wurde auf dem 1. Kongreß der RGO 1929 ins Reichskomitee berufen. Emrich leitete die RGO-Gruppe Textil und später Metall. Im Juli 1932 zog er für die KPD im Wahlkreis Merseburg in den Reichstag ein, dem er bis 1933 angehörte. Von 1933 bis 1936 in den KZs Sonnenburg und Esterwegen inhaftiert, anschließend Arbeiter in einer chemischen Wäscherei in Berlin. Seit Ende 1942 hatte er Verbindung zu Anton Saefkow und Franz Jacob und gehörte zeitweise zum »Dreierkopf« der KPD in Berlin. Emrich stellte noch im Frühjahr 1944 für Ferdinand Thomas, dem Vertrauensmann Adolf Reichweins, den Kontakt zu Saefkow und Jacob her. Nach Beginn der Verhaftungsaktion ging er in den Untergrund und lebte bis Kriegsende illegal in Berlin. 1945 wieder Mitglied der KPD, kam er zur Berliner Polizei. Hier wurde er im Dezember 1946 Leiter der Personalabteilung und Kommissar der Schutzpolizei in Berlin. Bei einer Explosion im Kommando der Schutzpolizei kam Fritz Emrich am 23. Juli 1947 ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Enderlein, Ortrun

* 1.12.1943

Geb. in Trünzig (Sachsen); Bruder Motorradrennfahrer Klaus E.; begann 1961 mit dem Rennschlittentraining in Raschau (Erzgeb.) bei der BSG Fortschritt, seit 1963 beim SC Traktor Oberwiesenthal; Spezialdisz.: Damen-Einsitzer; 1964 1. Olympiasiegerin im Rodeln; 1965 u. 1967 WM; 1968 bei den Olymp. Spielen unter dem Vorwurf angeheizter Kufen (gem. mit zwei anderen Mitgl. der Mannschaft) disqualifiziert; 1969 Beendigung der sportl. Laufbahn; danach Ausbildung zur Mechanikerin; Fernstudium zum Ing.…

Wer war wer in der DDR

Engel, Wolfgang

* 10.4.1928 – ✝ 5.10.2010

Geb. in Ammendorf (b. Halle); Vater Lehrer; OS der Franckeschen Stiftungen in Halle; ab 1946 Studium der Mathematik, insbes. bei H. W. E. Jung u. H. Brandt, sowie der Physik an der MLU Halle-Wittenberg; ab 1948 wiss. Hilfsassistent am Mathemat. Seminar; 1950 St.-Ex. für das Lehramt an OS; 1951 Assistent am 1. Mathemat. Inst. der MLU; 1953 dort Prom. bei O.-H. Keller zu einem Thema aus der algebraischen Geometrie; 1957 Habil. mit einer Arbeit über ganze Cremona-Transformationen; 1958 Doz.; 1959 –…

Wer war wer in der DDR

Engelhardt, Ludwig

* 18.8.1924 – ✝ 21.1.2001

Geb. in Saalfeld; 1949/50 Ausbildung zum Möbeltischler; 1951/52 Studium an der Pädagog. HS Berlin u. Lehrtätigkeit an der Berufsschule für Sonderschüler; 1951 – 56 Studium an der HS für bildende u. angewandte Kunst Berlin-Weißensee; 1956 – 58 Mstr.-Schüler an der DAK bei  Heinrich Drake; 1959 – 64 Assistent an der HS in Berlin-Weißensee; ab 1964 freischaffend in Berlin u. Gummlin (Usedom); seit 1969 Mitgl. der DAK; 1973/74 ständ. Vertreter des Sekr. u. 1974 – 78 Sekr. der Sekt. Bildende Kunst…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Engert, Otto

* 24.7.1895 – ✝ 11.1.1945

Geboren am 24. Juli 1895 in Brösdorf/Altenburg. Engert, der eigentlich Otto Gentsch hieß, wanderte nach der Zimmermannslehre durch Deutschland. 1913 Mitglied der SPD, während des Krieges kam er als Soldat an die Front. Engert schloß sich der USPD an und ging 1920 zur KPD. Er war der einzige kommunistische Abgeordnete im Kreisrat Altenburg und wurde 1924 und erneut 1927 in den Thüringer Landtag gewählt. Seit dieser Zeit war er hauptamtlich tätig, wurde UB-Leiter der KPD, 1927/28 Redakteur bei der »Sächsischen Arbeiterzeitung«. 1927 zu einem Jahr Festung verurteilt. Er hatte sich ein großes theoretisches Wissen angeeignet und wurde oft zu Schulungskursen herangezogen. Engert gehörte zum rechten Parteiflügel und wandte sich Ende 1928 mit der Mehrheit der Thüringer Landtagsabgeordneten gegen den ultralinken Kurs. Deswegen 1929 aus der KPD ausgeschlossen, trat er der KPO bei, in der er bis 1933 wirkte. Im Juli 1929 zum Bürgermeister (er kandidierte für die KPO) in Neuhaus am Rennsteig gewählt (mit 11 gegen 8 Stimmen), er amtierte dort von 1930 bis 1933. Der damalige Thüringer Innenminister Frick (NSDAP) hat ihn im März 1931 vorübergehend dieses Postens enthoben. Nach 1933 illegal für die KPO tätig, half er seiner Frau, die in Leipzig einen Gemüseladen eröffnet hatte. Engert wurde in Leipzig verhaftet, zu acht Monaten Zuchthaus verurteilt und anschließend ins KZ Sachsenburg verschleppt. Nach seiner Freilassung kooperierte er wieder mit illegalen Gruppen der KPD und war 1943/44 der theoretische Kopf der Widerstandsgruppe um Georg Schumann, für die er zusammen mit Alfred Schmidt die politische (von der offiziellen KPD-Linie abweichende) »Plattform« schuf. Im Juli 1944 erneut verhaftet, blieb er trotz schwerer Mißhandlungen standhaft. Er wurde zum Tode verurteilt (seine Frau zu langjähriger Zuchthausstrafe). In seinem letzten Brief schrieb er: »Darüber, ob das, was ich tat, richtig und notwendig war, wird einst die Geschichte entscheiden.« Otto Engert wurde am 11. Januar 1945 in Dresden hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Enke, Wilhelm

* 1.2.1912 – ✝ 20.2.1980

Geb. in Creuzburg (Krs. Eisenach); Vater Zigarrenarb.; Volksschule; 1926 – 30 Ausbildung zum u. Arbeit als Maler; 1930 – 33 arbeitslos; 1931 KPD; 1933/34 »Schutzhaft«; 1934 – 38 Zuchthaus Untermaßfeld wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1938 – 44 KZ Buchenwald, KZ Maidanek, KZ Auschwitz; 1944/45 Strafeinheit Dirlewanger; 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schüler. 1948 Rückkehr nach Dtl.; Einstellung bei der VP Thür.; 1949 Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Thür. (ab Febr. 1950…

Wer war wer in der DDR

Enzmann, Christian

* 20.7.1951

Geb. in Leipzig; Eltern Akademiker; 1969 Abitur; 1969 – 71 NVA; 1971 – 75 Architekturstudium an der HAB Weimar, Dipl.-Ing.; 1975 – 84 wiss. Mitarb. der DBA, Inst. für Städtebau u. Architektur; gem. mit  Bernd Ettel Teiln. an mehreren Architekturwettbewerben: 1980 Friedrichstraße-Süd (2. Preis), 1983/84 Prinz-Albrecht-Gelände Berlin (West) u. »Wohnen morgen« (internat.), 1984 Bersarinplatz Berlin; Juni 1984 verhaftet u. für die drei zul. genannten Wettbewerbsarbeiten, in denen mittels…

Wer war wer in der DDR

Erb, Elke

* 18.2.1938

Geb. in Scherbach (Eifel); Vater seit 1947 Lit.-Wiss. an der Univ. Halle; 1949 Übersiedlung der Familie in die DDR; 1957 Abitur; 1957/58 Studium der Pädagogik, Geschichte u. Dt. an der Univ. Halle; 1958/59 Landarbeit im Rahmen des FDJ-Meliorationsprojekts Altmärk. Wische; 1959 – 63 Studium der Pädagogik, Dt. u. Russ. an der Univ. Halle; 1963 – 66 Volontärin u. Lektorin beim Mitteldt. Verlag Halle; seit 1966 freiberufl.; löste mit der Rezension der Anthologie »In diesem besseren Land« (Hrsg. …

Wer war wer in der DDR

Ermisch, Luise

* 20.5.1916 – ✝ 17.1.2001

Geb. in Halle (Saale), Vater Fleischermstr.; Volksschule; 1930 – 33 Ausbildung zur Damenschneiderin, danach arbeitslos; ab 1937 als Schneiderin beschäftigt, 1939 – 45 als Autogenschweißerin dienstverpfl. 1946 Näherin im VEB Hallesche Kleiderwerke; 1947 Mitgl. des FDGB; 1949 Besuch der FDGB-Krs.-Schule in Halle; 1949 Mitinitiator des Wettbewerbs um den Titel »Brigade der ausgezeichneten Qualität«; Ltr. der ersten »Qualitätsbrigade« in der DDR-Konfektionsindustrie; als Aktivistin ausgezeichnet;…

Wer war wer in der DDR

Ellenberger, Irene Ruth

* 20.4.1946

Geb. in Wernigerode; 1964 Abitur; 1964 / 65 Maurerlehre; 1965 – 71 Studium an der HAB Weimar, Dipl.-Ing.; 1974 – 90 Arbeit als Projektierungsing.; Herbst 1989 polit. aktiv in der Bürgerbew., SDP. März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer; 1990 Mitgl. des SPD-Bundesvorst.; Okt. 1990 – 2004 Mitgl. des Thür. Landtags, Vors. des Sozialaussch.; 1994 – 1999 Ministerin für Soziales u. Gesundheit des Freistaats Thüringen (Nachf. von Frank-Michael Pietzsch); 1999 – 2004 Vizepräs. des Thür. Landtags.Helmut…

Wer war wer in der DDR

Elten, Max

* 8.6.1905 – ✝ 2.9.1982

Geb. in Oberdollendorf (Rheinl.); Vater Dr. rer. nat., Chemiekfm.; 1925 Folkwang-Handwerkerschule Essen; 1927 – 30 Studium an der Kunstakad. in Königsberg, an der TH München, am Werklehrerseminar in Halle; 1933 St.-Ex. an der Kunst-HS Berlin für das künstler. Lehramt an Höheren Schulen; 1. Preis beim Bühnenbildwettbewerb der Oper Königsberg; anschl. dort 1934 Ausstattung versch. Opern; 1934 Probejahr in den Ausstattungswerkstätten der Leipziger Oper; 1936 dort Berufung zum Ausstattungsltr.; seit…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Emmerlich, Arthur

* 20.9.1907 – ✝ 10.1.1942

Geboren am 20. September 1907 in Niederweisen bei Chemnitz als Sohn einer Arbeiterfamilie. Packer, Bürobote, Lichtpauser, bis 1930 in einer Chemnitzer Schraubenfabrik beschäftigt. 1922 trat er in die SAJ und später in den KJVD ein. Zunächst ehrenamtlicher Funktionär, wurde er 1930 UB-Leiter für Chemnitz und dann Orgleiter des KJVD Bezirk Sachsen. Im Oktober 1930 in das ZK des KJVD gewählt, arbeitete Emmerlich in der Redaktion der Zeitschrift »Junge Garde« und leitete vertretungsweise das Jugendsekretariat der KPD-BL Wasserkante. Dann im AM-Apparat des ZK der KPD tätig (Gegnerarbeit). Nach 1933 als Instrukteur des ZK der KJVD für die Bezirke Magdeburg und Hannover. 1934 emigrierte Emmerlich über das Saargebiet nach Frankreich, arbeitete dort zunächst im westeuropäischen Sekretariat der RGI. Im Januar 1935 kam er nach Moskau und war bis 1937 in der Presseabteilung der Komintern. Ab September 1937 unter dem Decknamen Herbert Wolf in Paris, nahm Emmerlich im Januar 1939 an der »Berner Konferenz« der KPD bei Paris teil. Später reiste er nach Dänemark, wo er mit dem Leiter der AL Nord, Heinrich Wiatrek, zusammenarbeitete. Im Sommer 1940 ging Emmerlich nach Deutschland, um von Berlin aus eine neue, illegale Parteiorganisation aufzubauen. Dabei wurde er aktiv unterstützt von dem Weddinger Volksschullehrer Kurt Steffelbauer. Emmerlich wurde auf dem Weg nach Hamburg am 24.Mai 1941 verhaftet. Am 10. Januar 1942 vom 2.Senat des VGH gemeinsam mit Kurt Steffelbauer, Johann Gloger und Alfred Grünberg zum Tode verurteilt und am 21.Mai 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Ende, Lex

* 6.4.1899 – ✝ 15.1.1951

Geb. in Bad Kissingen; Vater Kunsthändler; Volksschule, Gymnasium; 1915 religiert; 1917 Militärdienst; 1918 Teiln. an der Novemberrev. in Koblenz; Mitgl. des Soldatenrats; 1918 Mitgl. der USPD in Hannover; bis Juni 1919 Volontär der USPD-Ztg. »Volkswacht« in Hannover; gründete mit  Walter Bartel die »Ruhrwarte« Gelsenkirchen; daneben Red. bei der »Bergarbeiter-Union«; 1919 Mitgl. der KPD; während der »März-Aktion« 1920 Deckn. »Lex«, den er auch offiz. annahm; 1920 kurzz. Red. der »Roten Fahne«…

Wer war wer in der DDR

Endler, Adolf

* 20.9.1930 – ✝ 2.8.2009

Geb. in Düsseldorf; Vater Handelskfm.; aufgew. bei der Mutter; mittlere Reife; Ausbildung zum Buchhändler abgebrochen; Arbeit als Transportarb. u. Kranfahrer; pol. tätig für den KB u. die Friedensbew. in der Bundesrep. Dtl.; 1955 Anklage wegen »Staatsgefährdung« u. Übersiedl. in die DDR; 1955 – 57 Studium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig; Mitarb. am FDJ-Meliorationsprojekt Altmärk. Wische; 1960 Debüt mit dem Gedichtband »Erwacht ohne Furcht«; 1966 löst die mit  Karl Mickel hrsg.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Engel, Max

* 6.12.1887

Geboren am 6. Dezember 1887 in Woddow; kam in jungen Jahren nach Berlin, wo er sich der Arbeiterbewegung anschloß; arbeitete als Wickler. Mit der linken USPD stieß er 1920 zur KPD. Als die linke Führung 1924 die Partei übernahm und »mehr Proletarier« an die Spitze sollten, holte die Linke ihn als Weddinger Arbeiter in die Agitpropabteilung der Zentrale. 1925/26 leitete Engel diese ZK-Abteilung. Er gehörte zum linken Flügel der KPD und schloß sich nach dem »Offenen Brief« 1925 der Thälmann-Gruppe an, für die er aktiv war. Ab 1927 als technischer Angestellter des ZK beschäftigt, trat Engel im März 1928 überraschend aus der KPD aus und erklärte, er habe mit dem Atheismus gebrochen und zu Gott zurückgefunden. Weitere Daten seines Lebenslaufs ließen sich nicht ermitteln.

Wer war wer in der DDR

Engelke, Heinrich

* 25.5.1910 – ✝ 8.5.1979

Geb. in Lehe (Prov. Hannover); Vater Fotograf; Volksschule u. Reformrealgymnasium; Lehre u. Arbeit als Dentist u. Zahntechniker; 1942 / 43 Wehrmacht (Sanitäter); 1943 Übertritt zur Roten Armee, 1943 – 1945 Antifaschule, Einsatz als Frontbeauftragter des NKFD. 1945 KPD, 1946 SED; 1945 1. Bürgermeister bzw. OB von Chemnitz (Nachf. von Fritz Gleibe), anschl. bis 1952 Kreisrat von Chemnitz; 1946 – 50 Abg. des Kreistags Chemnitz; 1952 – 58 Ltr. der Abt. Kommunale Wirtschaft beim Rat des Bez.…

Wer war wer in der DDR

Englberger, Otto

* 17.8.1905 – ✝ 1.10.1977

Geb. in Erlangen (Mittelfranken); Vater Bierbrauer, Mutter Wäscherin; Realschule, Bauschule, Kunstgewerbeschule; 1918 – 26 SAJ, Bund der Techniker, Angest. u. Beamten (Butab); 1923 Abschluß Mauerlehre u. Geselle; 1923 – 26 Studium an der Bauschule Nürnberg; Weiterbildung Folkwangschule Essen; 1926 Mitarb. im Stadtbauamt Ochsenfurt (Main), 1926 / 27 im Büro Emil Fahrenkamp in Essen u. 1927 / 28 im Büro Franke in Gelsenkirchen; 1929 – 37 Mitarb., ab 1937 Ltr. der Entwurfsabt. der…

Wer war wer in der DDR

Enkelmann, Dagmar

* 5.4.1956

Geb. in Altlandsberg (Krs. Strausberg); 1974 Abitur; 1974 – 79 Studium der Geschichte an der KMU Leipzig, Dipl.-Hist.; 1977 SED; 1979 – 85 Lehrerin für Geschichte an der FDJ-HS Bogensee; 1985 – 89 Aspirantur an der AfG beim ZK der SED Berlin, Prom.; März – Okt. 1990 Mitgl. der Volkskammer. 1990 – 98 MdB; seit 1998 Mitgl. der Stadtverordnetenvers. Bernau; 1999 Angest. in einer Unternehmensberatung; 1999 – 2005 MdL u. Mitgl. des Präs. des Brandenb. Landtags, 2004/05 Vors. der PDS-Fraktion; 1999 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Epe, Heinz

* 25.12.1910 – ✝ 28.10.1942

Geboren am 25. Dezember 1910 in Remscheid; studierte 1928/29 in Köln und in Wien. Kurze Zeit später war Epe führender Funktionär der Kostufra, schloß sich 1931 der trotzkistischen Bewegung an und war unter dem Namen Walter Held Leiter des Internationalen Jugendsekretariats der internationalen linken Opposition. Nach dem Reichstagsbrand flüchtete er nach Prag und über Frankreich nach Oslo. Dort arbeitete er zeitweilig mit Willy Brandt zusammen. Er gehörte zu den Organisatoren der Einreise Leo Trotzkis nach Norwegen und galt als »Sekretär Trotzkis«. Epe veröffentlichte im Oktober 1938 in der Zeitschrift »Unser Wort« einen Artikel über »Stalins deutsche Opfer und die Volksfront«, in der er bereits auf die Ermordung der im Moskauer Exil lebenden deutschen Kommunisten Heinz Neumann, Hermann Remmele, Hermann Schubert, Werner Hirsch, Heinrich Süßkind, Erich Birkenhauer, Felix Halle sowie der Schauspielerin Carola Neher hinwies. Die Haltung der Kommunisten und der »Volksfront« gegenüber dem Schicksal der Stalin-Opfer nannte er »das traurigste und beschämendste Kapitel in dieser blutigen Tragödie«. Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen flüchtete er nach Schweden. Die Gestapo suchte ihn und bemerkte, »Heinz Epe gilt als Kommunist« und sei als »Spitzenfunktionär der Trotzki-Bewegung anzusehen«. Als Epe in die USA flüchten wollte, versuchte er im Mai 1941 mit seiner Frau Sinnöve, geb. Rosendal-Jensen, die er in Oslo geheiratet hatte, und seinem Sohn Ivar über die UdSSR nach Amerika zu kommen. Er wurde aber sofort im Mai 1941 in der Sowjetunion vom NKWD verhaftet und wegen »konterrevolutionärer protrotzkistischer Tätigkeit« zum Tode verurteilt. Heinz Epe wurde am 28.Oktober 1942 erschossen. Willy Brandt erkundigte sich 1989 in Moskau nach dem Schicksal von Epe und bekam als erster dessen Todesdatum sowie die offizielle »Rehabilitierung« vom 16. Januar 1989 durch sowjetische Gerichtsbehörden mitgeteilt. Epes Frau Sinnöve und sein Sohn Ivar sind verschollen.

Wer war wer in der DDR

Erbach, Günter

* 22.1.1928 – ✝ 4.6.2013

Geb. in Klempin (Krs. Saatzig, Pomm./Klępino, Polen) in einer Arbeiterfamilie; Volksschule; 1942 – 45 Lehrerbildungsanstalt; Febr. – Mai 1945 Militärdienst (Matrose). 1945/46 Landarb.; 1946 KPD/SED; 1946 – 49 Pädagogikstudium an der EMAU Greifswald; Staatsexamen; 1949 – 53 Aspirantur an der HU Berlin, danach an der Univ. u. der DHfK Leipzig, dort 1956 Prom. zum Dr. paed.; 1953 – 55 Dir. der Zentralen Sportschule in Strausberg; 1955/56 Ltr. der Abt. Wiss. im Staatl. Komitee für Körperkultur u.…

Wer war wer in der DDR

Ernst, Hans

* 18.2.1921 – ✝ 25.8.2000

Geb. in Celle (Westfalen); Vater Weber; Volksschule; Lehre als Konditor; 1938 – 45 Wehrmacht, 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft in der ČSR. 1945 SPD; Eintritt in die DVP, 1945 – 47 Reiterstaffel-Führer in der Polizeidirektion Erfurt; 1946 SED; 1947/48 Sachbearb. in der Landespolizeibehörde Weimar, 1948/49 Ltr. der VP-Bereitschaft Ilmenau, 1949/50 Ltr. der VP-Bereitschaft Mühlhausen, 1950 VP-Oberrat, 1951/52 Ltr. der VP-Bereitschaft Kochstedt, 1952 Oberst der KVP; 1952/53 Sonderlehrgang in der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ellrodt, Richard Friedrich

* 2.8.1883 – ✝ 11.1.1933

(* 1883 – † 1933) Geboren am 2. August 1883 in Leipzig, Sohn eines Schuhmachers; Metallschleifer. 1903 Mitglied der SPD, schloß er sich 1917 der USPD an und gehörte zu deren BL Leipzig. Gemeinsam mit Otto Zipfel vertrat er die USPD-Leipzig auf dem Spaltungsparteitag der USPD und auf dem Vereinigungsparteitag von USPD und KPD im Dezember 1920. Im November 1920 als einer der drei Abgeordneten der USPD (Linke) in den Sächsischen Landtag gewählt, gehörte Ellrodt ab Dezember 1920 zur VKPD-Fraktion, für die er 1922 als Abgeordneter wiedergewählt wurde. 1922/23 Redakteur beim »Roten Kurier«, der KPD-Zeitung für Mitteldeutschland in Leipzig, und von 1926 bis 1930 Redakteur am Nachfolgeorgan, der »Sächsischen Arbeiterzeitung«. 1926 kam Ellrodt nicht mehr in den Landtag, blieb aber von 1926 bis 1929 Stadtverordneter in Leipzig. Da er an chronischem Asthma litt, schied er 1930 aus der hauptamtlichen Parteiarbeit aus, Pförtner bei der BL Sachsen bzw. der UBL Leipzig. Ohne Hoffnung auf Heilung wählte Richard Friedrich Ellrodt am 11. Januar 1933 den Freitod. Sein Sohn Gerhard Ellrodt (* 8. 7. 1909 – † 14. 2. 1949), Schriftsetzer und Mechaniker, wurde 1927 Mitglied des KJVD und 1930 der KPD. Ellrodt jun. war Agitpropleiter des KJVD Westsachsen. Nach 1933 illegale Arbeit und später Mitglied der Widerstandsgruppe Georg Schumann in Leipzig. Er war bis zur Auflösung des SED-BV Westsachsen 1947 deren Sekretär für Werbung, Schulung und Jugend. Von 1947 bis 1949 Mitglied des Sekretariats der SED Sachsen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Emel, Alexander (Lurje

* 22.8.1897 – ✝ 24.8.1936

(* 1897 – † 1936) Geboren als Moses Lurje am 22. August 1897 in Kossariaschie in der Nähe von Minsk, Sohn eines armen Schankwirts. Er kam im Herbst 1919 nach Berlin, um das Reifezeugnis abzulegen und zu studieren. Am 1. Dezember 1920 schloß er sich der Kostufra an und promovierte 1925 an der Berliner Universität bei Prof. Eduard Meyer summa cum laude. Seine Dissertation behandelte die Darstellung Ägyptens im Alten Testament und fußte auf seiner ausgezeichneten Kenntnis des Hebräischen. 1921 stieß Emel in Berlin zur KPD, wurde hier bald einer der von Ruth Fischer geförderten »jungen Männer« und übernahm 1924 die Agitproparbeit im Bezirk Berlin. 1925 übersiedelte Emel auf Einladung des Instituts der Roten Professur nach Moskau und begann eine Lehrtätigkeit an der Internationalen Leninschule und an der KUNMS. Er schloß sich der Opposition gegen Stalin an. Doch körperlich schwach, »ein wandernder Jude zwischen Deutschland und Rußland«, wie ihn Ruth Fischer beschrieb, kapitulierte er bald vor Stalin. Zunächst Professor an der Moskauer Sun-Yat-sen-Universität, kehrte im Herbst 1927 nach Deutschland zurück. Hier war seine Frau Isa, Tochter des »Bund«-Führers Kogan, bei der russischen Handelsgesellschaft tätig. Mitarbeiter der Agitpropabteilung des ZK der KPD, Emel gehörte noch für kurze Zeit der linken Weddinger Opposition an. Daraufhin im Dezember 1927 aus der KPD ausgeschlossen. Nachdem er sich offiziell von der Opposition trennte, im Sommer 1928 wieder in die Partei aufgenommen. Ab Juni 1929 stellvertretender Leiter der Agitpropabteilung des ZK sowie ständiger Referent an KPD-Parteischulen und zeitweise auch Leiter der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau. Als Chefredakteur der Zeitschrift »Propagandist« veröffentlichte er dutzende Artikel in der Parteipresse. Im Beschluß des ZK vom 31. Dezember 1931 wurde Emel mit Joseph Winternitz-Lenz wegen »antibolschewistischer Auffassungen« heftig angegriffen, beide wurden ihrer Funktionen enthoben. Angeblich hatten sie in einem Artikel zur Verteidigung von Stalins Thesen über die Geschichte des Bolschewismus »parteifeindliche« Ansichten vertreten. 1932 arbeitete Emel bei der »Inprekorr« und der »Roten Fahne« und wurde erst nach der Absetzung Heinz Neumanns Ende 1932 wieder zur Arbeit in der Agitpropabteilung des ZK herangezogen. Obwohl er längst mit Ruth Fischer gebrochen hatte, traf er sich noch mit ihr, Arkadi Maslow und weiteren früheren Freunden, so auch am 6. März 1933 vor seiner Abreise nach Moskau. Dort berichtete er Fritz Heckert am 10. März 1933, daß er von Fischer und Maslow auf die mysteriöse Freilassung Ernst Schnellers hingewiesen worden sei. Beide hatten betont, daß der am Abend des 5. März 1933 freigelassene Werner Scholem eine Flucht Schnellers ebenfalls für ausgeschlossen hielt, und Fischer und Maslow hätten ihn ausdrücklich beauftragt, unter Namensnennung und Quellenangabe diese Informationen in Moskau weiterzuleiten. Emel lehrte einige Jahre an der Moskauer Universität, bis ihn die sowjetische Geheimpolizei 1936 verhaftete. Die Tatsache, daß er sich mit Ruth Fischer getroffen hatte, wurde mit der Beschuldigung verknüpft, daß er von ihr und Maslow im März 1933 den Auftrag Trotzkis entgegengenommen habe, Stalin zu ermorden. Vom 19. bis 24. August 1936 gehörte Emel zu den Angeklagten im Schauprozeß gegen Sinowjew und Kamenew. Vor diesem Tribunal »gestand« Lurje-Emel alle Vorwürfe, u. a. gab er zu, er habe Shdanow und Ordshonikidse und selbstverständlich Stalin ermorden wollen und Verbindung zu dem Agenten der NSDAP, Weitz, gehabt. In seinem Schlußwort bat er um mildernde Umstände, doch wie alle Angeklagten in diesem ersten großen Schauprozeß wurde Alexander Emel am 24.August 1936 zum Tode verurteilt und erschossen.

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Emmrich, Thomas

* 21.7.1953

Geb. in Berlin; begann bei Vater Wolfgang E. mit dem Tennistraining; 1967 DDR-Schülermstr., 1968 DDR-Jugendmstr.; nach Einstellung der Förderung des Tennissports durch den DTSB Beendigung des Trainings beim TSC Berlin; anschl. bei der BSG Medizin Berolina, ab 1978 BSG Motor Mitte Magdeburg (Trainer Ulrich Trettin); 1970 – 88 48mal DDR-Mstr., darunter 17mal im Einzel (1970 – 80, 1982 – 85, 1987/88), 16mal im Doppel (1970 – 80, 1982 – 88), elfmal im Mix (1971 – 76, 1970/80, 1982, 1984/85); Siege:…

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Ender, Kornelia

* 25.10.1958

Geb. in Plauen; Vater NVA-Offz., Mutter Krankenschwester; begann 1966 ihre sportl. Laufbahn als Schwimmerin in Bitterfeld; 1968 – 77 KJS in Halle, Abitur; 1978 – 82 Med.-Studium in Jena (abgebrochen); war mit  Roland Matthes verh.; 1986 – 89 Ausbildung zur Physiotherapeutin an der KJS Zella-Mehlis; 1972 Olymp. Spiele jeweils 2. Platz 200 m Lagen, 4 x 100 m Freistil, 4 x 100 m Lagen; 1973 WM 100 m Freistil, 100 m Schmetterling, 4 x 100 m Freistil, 4 x 100 m Lagen; 1974 EM 100 m u. 200 m Freistil,…

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Engel, Erich Gustav Otto

* 14.2.1891 – ✝ 10.5.1966

Geb. in Hamburg; Vater Kfm.; Ausbildung in einer Kaffeegroßhandlung; 1910/11 Schauspielunterricht an der Leopold-Jessner Schule in Hamburg; bis 1914 Schauspieler, Dramaturg u. Regisseur am Volksbildungs-Wandertheater; 1918 – 21 Dramaturg u. Regisseur am Schauspielhaus Hamburg; 1921 – 23 Oberspielltr. am Staatstheater München; ab 1924 wechselnde Engagements an Berliner Theatern; 1933 – 45 am Dt. Theater; Filmregie; 1923 Begegnung mit  B. Brecht. 1945/46 Gen.-Intendant der Münchner Kammerspiele;…

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Engelberg, Ernst

* 5.4.1909 – ✝ 18.12.2010

Geb. in Haslach (Baden); Vater Buchdrucker u. Hrsg. der Ztg. »Schwarzwälder Volksstimme«; Oberrealschule in Offenburg; 1927 – 34 Studium der Geschichte, Nationalökon., Philos. u. Rechtswiss. in Freiburg i. Br., München u. Berlin; 1928 KJVD, 1930 KPD; 1934 Prom. mit einer Arbeit über die dt. Sozialdemokratie u. die Sozialpol. Bismarcks; Febr. 1934 Verhaftung u. Verurteilung zu 18 Mon. Zuchthaus wg. »Vorbereitung zum Hochverrat«, Haft im Zuchthaus Luckau; 1936 Emigr. in die Schweiz; bis 1939 in…

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Engelmann, Gottfried

* 23.7.1926 – ✝ 22.1.2006

Geb. in Glauchau; Vater kfm. Angest.; OS; 1944 NSDAP. 1946 – 48 Ausb. zum Spinner u. Weber; 1946 LDPD; 1947 – 50 Studium an der Ing.-Schule für Textiltechnik Reichenbach (Vogtland); Textiling.; 1948 – 72 Betriebsltr. der Firma Nitschke & Co., Glauchau; 1958 Mitgl. des Krs.-Vorst. u. stellv. Vors. des Krs.-Verb. Glauchau der LDPD; 1958 – 61 Fernstudium für Komplementäre an der KMU Leipzig; 1962 – 66 Abg. des Krs.-Tags Glauchau; 1963 Dipl.-Wirtsch.; 1967 – 71 Nachfolgekand., seit 1971 Abg. der…

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Engst, Werner

* 1.6.1930 – ✝ 24.11.2005

Geb. in Groß-Särchen (Oberlausitz), Vater Buchhalter; Volks- u. Oberschule; 1945/46 Landarb.; 1946 – 49 Ausbildung zum Schlosser; 1947 FDGB; 1949 FDJ; 1949/50 als Schlosser tätig; 1950 Besuch der Landespionierschule in Dresden; 1950 – 64 Instrukteur, stellv. Abt.-Ltr. u. Abt.-Ltr. Junge Pioniere im ZR der FDJ; 1952 SED; 1954 – 56 Fernstudium am IfL Berlin-Köpenick, Unterstufenlehrer; 1956/57 SED-BPS Berlin; 1962 – 64 Mitgl. der ZPL beim ZR der FDJ, ab 1963 Mitgl. des ZR, 1964 – 71 Sekr. des ZR…

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Ensikat, Klaus

* 16.1.1937

Geb. in Berlin; Vater Mechaniker, Mutter Verkäuferin, Bruder  Peter E.; 1951 – 54 Ausbildung zum Gebrauchswerber; 1954 – 58 Studium an der FS für angewandte Kunst in Berlin-Oberschöneweide; 1958 – 60 Arbeit als Gebrauchsgrafiker bei der DEWAG; 1960 VBKD; 1961/62 Lehrauftrag; 1963 – 65 FS-Lehrer an der o. g. FS; ab 1965 freischaff. in Berlin; 1975 Goldmedaille auf der KNIGA Moskau; 1977 IBA Leipzig; 1979 Großer Preis der Biennale der Illustratoren Bratislava; 1984 Katalan. Preis auf der Internat.…

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Eppelmann, Rainer

* 12.2.1943

Geb. in Berlin; Vater Zimmermann, Mutter Schneiderin; bis 1961 Johannes-Kepler-Gymnasium in Berlin (West); 1961/62 Dachdeckerhilfsarb., 1962 – 64 Ausbildung zum Maurer, anschl. im Beruf tätig; 1966 Verweigerung des Wehrdienstes mit der Waffe u. des Fahneneids, acht Mon. Haft; dann Bausoldat; 1969 – 75 Studium der Theol. an der Predigerschule Paulinum in Berlin, 1975 Ordina- tion; 1974 – 89 Hilfsprediger bzw. Pfarrer in der Berliner Samaritergemeinde, zugl. Krs.-Jugendpfarrer in…

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Erdmann, Bruno

* 7.5.1914 – ✝ 15.1.2006

Geb. in Pasewalk; Vater Eisenbahnarb.; Volksschule; 1928 – 32 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1932 KJVD; 1933 / 34 Reichswehr; 1935 – 38 Monteur u. Fräser; 1938 / 39 Einrichter; 1939 – 42 Wehrmacht; am 9.9.1942 Übertritt zur Roten Armee; bis 1945 in sowj. Kriegsgef., Besuch einer Antifa-Schule; 1943 NKFD, in dessen Auftrag Lautsprecherprop. an der Front u. Arbeit im gegnerischen Hinterland. 1945 / 46 KPD / SED; 1946 – 48 VP-Wachtmeister in Erfurt; 1948 – 50 Arbeit als Fräser; 1950 Besuch…

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Ernst, Wilhelm

* 9.10.1927 – ✝ 1.8.2001

Geb. in Boneburg (Niedersachsen); 1955 Priesterweihe in Magdeburg; Vikar in Halle; 1959 Assistent am Regional-Priesterseminar/Studium Erfurt; Dr. theol. mit der Arbeit: »Die Tugendlehre des Franz Suarez« (Leipzig 1964); 1962 Vikar in Buckau (Magdeburg); 1962 Studentenpfarrer in Magdeburg; Habil.; 1963 Doz. für Moraltheol. u. Ethik; 1971 ord. Prof. für Moraltheol. u. Ethik am Regional-Priesterseminar/Studium Erfurt, mehrfach Rektor; Gastvorlesungen an der Pontificia Universitas Gregoriana in Rom;…

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Elmer, Konrad

* 9.2.1949

Geb. in Bad Berka (Krs. Weimar); Vater Forstmstr. u. Naturschutzbeauftragter; 1961 von Sülzhayn (Südharz) nach Bleicherode (Krs. Nordhausen) zwangsumgesiedelt; 1963 – 67 EOS, Abitur u. Facharbeiterabschl. als Gärtner in Bleicherode; 1968 Biologiestudium an der MLU Halle; Wehrdienstverweigerung; 1968 – 73 Studium der Theol. an der MLU Halle-Wittenberg; 1976 – 82 Krs.-Jugendpfarrer in Aschersleben (Bez. Halle); 1982 Prom. zum Häresieverständis bei Karl Barth an der MLU Halle, Dr. theol.; 1982 – 89…

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Emendörfer, Max

* 2.12.1911 – ✝ 18.6.1974

Geb. in Tübingen; Pflegevater Schlosser, Mutter Reinemachefrau; Volksschule in Bad Liebenzell u. Frankfurt (Main); gleichz. Dienstjunge; 1926 – 29 Ausbildung zum Schuhmacher; 1930 RHD; Kampfbund gegen den Fasch.; 1931 arbeitslos; Wanderschaft; Juni 1931 KPD; 1933 illeg. pol. Arbeit, Lit-Obmann einer KPD-Gruppe in Frankfurt (Main); 5.12.1933 Verhaftung u. U-Haft, März 1934 Hochverratsprozeß in Kassel, Freispruch; anschl. Schuhmacher u. erneut Lit-Obmann in Frankfurt (Main); 27.10.1934 Verhaftung…

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Emons, Hans-Heinz

* 1.6.1930

Geb. in Herford (Westf.); 1948 Abitur; 1949 SED; 1949 – 54 Chemiestudium an der TH Dresden, 1952/53 Exmatrikulation u. Tätigkeit als Betriebschemiker im Braunkohlewerk Gölzen; 1952 – 89 SED; 1954 Dipl.; Assistent; 1957 Prom.; 1959 Oberassistent an der TH für Chemie Leuna-Merseburg (THC); 1962 Habil.; Doz. für anorgan. Chemie; 1963/64 Betriebsltr. im VEB Kali-Kombinat Werra; 1964 Dir. des Inst. für Chemie u. Technol. der Mineralsalze an der THC; 1965 Prof. für anorg. u. anorgan.-techn. Chemie;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Enderle, August

* 5.8.1887 – ✝ 2.11.1959

Geboren am 5. August 1887 in Feldstetten/ Württemberg, entstammte einer Zimmererfamilie; lernte Mechaniker und arbeitete als Eisendreher. 1910 in Stuttgart Mitglied der SPD und des Metallarbeiterverbandes. 1914 agitierte er gegen den Krieg, wurde 1915 eingezogen und war bis zum Kriegsende Soldat. Danach bewirtschaftete er einige Zeit die Anteile seiner Mutter an einem Bauernhof. Seit 1919 Mitglied der KPD. 1921 wurde Enderle von Jacob Walcher nach Berlin in die Gewerkschaftsredaktion der »Roten Fahne« geholt, er war auch Mitglied der Gewerkschaftsabteilung der Zentrale und 1922/ 1923 als deutscher Vertreter in der Leitung der Roten Gewerkschaftsinternationale in Moskau. Ab 1924 wieder Gewerkschaftsredakteur der »Roten Fahne«, wurde er Ende 1928 als Anhänger Heinrich Brandlers und Walchers, d. h. als Rechter, aus der KPD ausgeschlossen. 1928 trat Enderle noch auf dem Kongreß der RGI in Moskau gegen die dort beschlossenen Thesen auf. Deshalb in Moskau festgehalten, konnte er erst zurückreisen, nachdem er dem Orgleiter Ossip Pjatnitzki gedroht hatte, zur Wiedererlangung seines Passes zur Deutschen Botschaft zu gehen. Während seiner Redaktionstätigkeit war Enderle auch ständiger Mitarbeiter für Gewerkschaftsfragen beim theoretischen Organ der KPD »Die Internationale« sowie der internationalen Zeitschrift »Inprekorr«. 1927 veröffentlichte er das Buch »Die Gewerkschaftsbewegung. Ein Leitfaden für proletarische Gewerkschaftsarbeit« und eine Broschüre »Kampf um den Achtstundentag«. Enderle war gemeinsam mit seiner Frau Irmgard Rasch einer der Mitbegründer der KPO, deren Zentralleitung er angehörte. Bei der Spaltung der KPO 1932 ging er mit der Minderheit ( Paul Frölich und Walcher) zur SAP, wurde Redakteur der »Sozialistischen Arbeiterzeitung«, dem Organ der SAP, das zuerst in Berlin, dann in Breslau herauskam. Nach dem Verbot der SAP und der Ermordung des Breslauer SAP-Vorsitzenden Dr. Eckstein durch die SA leitete Enderle die illegale SAP in Breslau. Im Juli 1933 konnte er emigrieren. Nach kurzem Aufenthalt in den Niederlanden und Belgien im Frühjahr 1934 gelangte er nach Schweden, wo er die Auslandsgruppe der SAP leitete. Im Sommer 1945 nach Deutschland zurückgekehrt, Mitglied der SPD, war Enderle zuerst Gewerkschaftsredakteur beim »Weser-Kurier« in Bremen, ab April 1947 Chefredakteur der DGB-Zeitung für die britische Besatzungszone »Bund« in Köln. 1950 übernahm er das Funktionärorgan des DGB »Quelle«. Als langjähriger Vorsitzender (später Ehrenvorsitzender) der Gewerkschaft der Journalisten im DGB schrieb er nach seiner Pensionierung (1954) an einer Geschichte der Gewerkschaftsbewegung. August Enderle starb am 2. November 1959 in Köln.

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Engel, Rudolf

* 12.9.1903 – ✝ 16.10.1993

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule in Berlin; Gelegenheitsarbeiten als Koch, Holzarb. in einer Sägemühle, Chauffeur u. Schauspieler; Mai 1929 KPD; Mitarb. in deren M-Apparat (»Ludwig«), für den er »Spitzenverbindungen« zu NSDAP-Funktionären unterhielt (u. a. Joseph Goebbels, Otto Strasser); Juni 1932 im KPD-Auftrag NSDAP-Mitgl.; Jan. 1934 kurzz. verhaftet; Febr. 1934 Emigr. in die ČSR; ab Sept. Red. einer illeg. Ztg. der KPD im Saargeb.; Jan. 1935 nach Moskau; dort nachrichtendienstl.…

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Engelhardt, Heinz

* 9.2.1944

Geb. in Angerapp (Ostpr./Osersk, Rußland); Vater Elektriker; Mutter Hausfrau; 1962 Abitur u. Eintritt in das MfS, BV Karl-Marx-Stadt; 1962 SED; 1968 – 74 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1970 Ltr. des Bereichs Reisen u. Touristik der BV Karl-Marx-Stadt; 1971 Ltr. der Krs.-Dienststelle Reichenbach; 1976 Ltr. der Abt. XX (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund) der BV Karl-Marx-Stadt; 1984 Ltr. der Krs.-Dienststelle Karl-Marx-Stadt; 1986 Offz. für Sonderaufgaben in der BV…

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Engels, Willi

* 12.6.1902 – ✝ 17.1.1986

Geb. in Köln; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; Ausbildung zum u. Arbeit als Kellner; 1927 KPD; 1927 – 29 Betriebsratsvors. der Berliner Kaffeeröstereien »Wilhelmshallen« u. »Cafe des Westens«; 1931 – 33 Vors. der Berliner RGO Nahrung u. Genuß; 1933 illeg. pol. Arbeit; April – Aug. 1933 »Schutzhaft« im KZ Sonnenburg; 1934 – 36 illeg. pol. Arbeit in Berlin-Charlottenburg; 1936 Emigr. in die ČSR, anschl. in die Niederl., Belgien u. Luxemburg; April 1937 – 38 Pol. Kommissar der XI. Internat.…

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Enk, Heinz

* 23.6.1931

Geb. in Thierbach (Krs. Schleiz); Volksschule; 1945 – 49 Forstarb. in Mehltheuer (Krs. Plauen); 1948 SED; 1949/50 Gewerkschaftssekr. in Plauen; 1950 – 52 Studium an der ABF Dresden, 1952 – 53 Studium an der Univ. Greifswald; 1953 Einstellung beim MfS, HA XV (später HV A); 1953 – 55 Besuch der Schule der HV A; 1955 HV A-HA I (pol. Spionage); 1958 persönl. Ref. bei der Ltg. der HV A; 1960 Mitarb. der HV A-Ltg.; 1962 – 68 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1968 stellv. Ltr. der HV…

Wer war wer in der DDR

Ensikat, Peter

* 27.4.1941 – ✝ 18.3.2013

Geb. in Finsterwalde; Vater Mechaniker, Mutter Verkäuferin, Bruder  Klaus E.; OS; 1959 Abitur; 1959 – 62 Studium an der Theater-HS Leipzig; seit 1962 Autordes Kabaretts »Herkuleskeule« in Dresden; 1962 – 65 Schauspieler am Theater der Jungen Generation in Dresden; 1962 – 84 Mitgl. FDGB, Gewerkschaft Kunst; 1965 – 74 Schauspieler u. Regisseur am Theater der Freundschaft in Berlin; schreibt auch Stücke für Kinder, Märchenadaptionen, Lieder, Szenen u. Monologe; 1969 – 84 Autor des Berliner…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eppstein, Eugen

* 25.6.1878 – ✝ 4.3.1943

Geboren am 25. Juni 1878 in Simmern/Rheinland, Sohn jüdischer Kaufleute. Lernte Kaufmann und wurde kaufmännischer Angestellter. In jungen Jahren übersiedelte er nach Köln, schloß sich 1897 der SPD an, auf deren linkem Flügel er stand. Während des Krieges Mitglied der Spartakusgruppe, für die er im Ruhrgebiet aktiv war. Nach Gründung der KPD in Essen hauptamtlicher Sekretär der Partei. Mitte 1919 verhaftet, gelang ihm in Berlin im November 1919 die Flucht. Wegen seiner Arbeit für den Spartakusbund steckbrieflich gesucht, ging er nicht mehr ins Ruhrgebiet, sondern nach Köln, wo er in den folgenden Jahren Führer der KPD wurde. Eppstein, der als einer der besten Parteiorganisatoren galt, gehörte seit 1920 als Vertreter des Bezirks Mittelrhein dem ZA der KPD an. Seit dem IV. Parteitag 1920 immer Parteitagsdelegierter, bis 1925 Mitglied des ZA. Zugleich war er Sekretär und Polleiter des KPD-Bezirks Mittelrhein, der unter seiner Führung seit 1921 (ebenso wie Berlin und Wasserkante) zur linken Opposition gehörte. Sein Vorgänger Franz Dahlem war 1921 abgelöst worden, weil er rechts stand. Im Februar 1923 wurde Eppstein erneut zum Polleiter gewählt, jedoch kurze Zeit danach von der Zentrale abgesetzt. Als die Linken die Oberhand gewannen, wurde er jedoch auf dem Bezirksparteitag im Februar 1924 wieder zum Sekretär berufen. Im Mai 1924 zog er im Wahlkreis Düsseldorf-West als Abgeordneter in den Reichstag ein. Im gleichen Monat als Polleiter in den rechten Bezirk Nordwest (Bremen) geschickt, wo er in wenigen Monaten die Rechten ausbootete und mit »militärischer Disziplin« den Bezirk auf die Linie der linken Zentrale brachte. Nach der Reichstagsauflösung im Oktober 1924 verhaftet, jedoch wieder freigelassen, als er im Dezember 1924 in den Preußischen Landtag gewählt wurde. In den Parlamenten fiel er durch sein heftiges Agieren auf. (Als bei einer seiner Reden Unruhe herrschte, rief er: »Ich kann nicht gegen die Esel anschreien. Das ist ein Stall voller Esel.«) Auf dem X. Parteitag stand Eppstein hinter der Ruth-Fischer-Führung und trat besonders scharf gegen die Rechten auf, distanzierte sich aber zugleich von den Ultralinken. Nach dem »Offenen Brief« 1925 wurde in Bremen sofort versucht, Eppstein abzulösen, da er aber zunächst dem »Offenen Brief« zustimmte, blieb er dort noch bis Januar 1926 als Polleiter. Danach wurde er von der Thälmann-Zentrale abberufen, da er sich inzwischen der Opposition um Ruth Fischer fest angeschlossen hatte. Noch als Abgeordneter für die KPD tätig, versuchte er vor allem im Ruhrgebiet für die linke Opposition zu werben, unterschrieb alle Aufrufe der linken Opposition und trat am 13.Januar 1928 aus der KPD aus. Eppstein war einer der Mitbegründer des Leninbundes, zusammen mit Ruth Fischer und Arkadi Maslow verließ er jedoch den Leninbund bereits vor der Wahl 1928. In den folgenden Jahren in verschiedenen Berufen tätig, gehörte er politisch zum Kreis um Ruth Fischer. Sein Antrag an den XII. Parteitag 1929, wieder in die KPD aufgenommen zu werden (»doch recht gehabt«), wurde abgelehnt. 1933 emigrierten die Eppsteins zusammen mit Arkadi Maslow und Ruth Fischer nach Frankreich. Er wirkte in verschiedenen linken Emigrantengruppen. Im August 1933 war Eppstein als einem der ersten Emigranten die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden. Eppstein und seiner Frau ging es sehr schlecht. Sie wurden bei Kriegsausbruch interniert. Nach der Besetzung Frankreichs von der Gestapo verhaftet, denn sein Visum war wegen fehlerhafter Arbeit eines USA-Komitees zu spät eingetroffen. Am 4.März 1943 kam Eugen Eppstein von Drancy ins KZ Lublin-Majdanek, wo er wahrscheinlich sofort ermordet wurde.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Erdmann, Joseph

* 4.12.1900 – ✝ 7.8.1942

Geboren am 4. Dezember 1900 in Labischin/ Posen. Hilfsarbeiter, Heizer und Schlosser in Bromberg, dann in Essen, seit 1922 in Berlin. 1918 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1926 Bezirksverordneter in Berlin-Neukölln, wegen seiner Aktivitäten für die linke Opposition im Mai 1927 aus der KPD ausgeschlossen, im Mai 1928 nach »Selbstkritik« wieder aufgenommen. Von 1929 bis 1933 Stadtverordneter der KPD in Berlin sowie Funktionen im AM-Apparat. Erdmann wurde in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet und kam in das KZ Sonnenburg. Nach seiner Freilassung lebte er illegal, emigrierte 1935 in die âSR und war als Instrukteur für die KPD tätig. Er organisierte u. a. einen Gegenprozeß unabhängiger Prager Juristen zum Richardstraße-Prozeß in Berlin, den die Nationalsozialisten groß inszeniert hatten. Denn im Oktober 1931 waren bei einem kommunistischen Überfall auf ein SA-Vereinslokal in der Neuköllner Richardstraße zwei Personen getötet worden. Deshalb wurde Joseph Erdmann im Berliner Prozeß in Abwesenheit als »intellektueller Urheber« angeklagt. 1936 ging er in die UdSSR, wurde dort Anfang November im Beisein seiner Tochter Annemarie (* 28. 10. 1924 – † 5. 3. 2004) im Moskauer Emigrantenhotel »Baltschuk« verhaftet. Alle Erkundigungen seiner Frau Margarethe Erdmann (* 16. 8. 1906 – † 13. 1. 1976) nach seinem Schicksal blieben zunächst ergebnislos. Etwa ein halbes Jahr nach seiner Festnahme erhielt Margarethe Erdmann einen Brief ihres Mannes mit Absender Halbinsel Kola (Polarkreis/Uranbergbau). Frieda Schimanski, mit der sie seit ihrer Berliner Zeit befreundet war und die selber in NKWD-Haft saß, berichtete später, daß sie während ihrer Haft zufällig Joseph Erdmann in einem Raum kauernd, zusammengesunken und apathisch gesehen und ihm zugerufen hatte, »nichts zu sagen. Alles sei erlogen«, er reagierte aber nicht. Margarethe Erdmann ließ sich 1937 auf Druck der Partei scheiden. Sie lernte 1940 in Moskau den deutschen Emigranten Erich Dollwetzel kennen, der fünf Jahre Arbeitslager verbüßt hatte. Der wurde nach der Heirat mit ihr erneut verhaftet und in den Norden der SU verbannt. Sie selbst wurde im Januar 1941 nach Alexandrow verbannt, kam im November 1942 in die »Arbeitsarmee« und verrichtete schwere körperliche Arbeit in verschiedenen Waldsiedlungen. 1954 wurde Margarethe Erdmanns Verbannung aufgehoben, sie durfte 1955 in die DDR, aber erst ab 1964 in Ost-Berlin wohnen. 1954 erhielt sie ein offizielles Schreiben mit der Information, daß ihr erster Mann, Joseph Erdmann, 1936 wegen »Verdachts auf Spionage für Deutschland« zu zehn Jahren Lager verurteilt worden war. Er sei zur Zeit in keinem der Lager registriert. Später wurde ihr eine Sterbeurkunde übermittelt, nach der Joseph Erdmann angeblich am 7.August 1942 gestorben sein soll.

Wer war wer in der DDR

Erpenbeck, Fritz

* 6.4.1897 – ✝ 7.1.1975

Geb. in Mainz; Vater Uhrmacher u. Ing.; Volksschule u. Realgymnasium in Mannheim u. Osnabrück; April 1914/15 Ausbildung zum Schlosser in Osnabrück; 1915 – 18 Militärdienst (Freiw.), Kanonier; 1918/19 Forts. der Schlosserausbildung in Osnabrück, dann im Beruf tätig; gleichz. Besuch der dortigen Schauspielschule; 1914 DMV; 1920/21 erstes Engagement in Ingolstadt, dann Schauspieler am Stadttheater Esslingen, an der Württembergischen Volksbühne in Stuttgart, in Bad Dürkheim, in Wilhelmshaven, am…