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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Friedländer, Paul

* 2.7.1891 – ✝ 1943

(* 1891 – † 1943) Geboren am 2. Juli 1891 in Baden bei Wien, Sohn eines Rechtsanwalts; Abitur, Studium der Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte in Wien, von 1915 bis 1922 verheiratet mit Elfriede Eisler ( Ruth Fischer). 1917 Promotion zum Dr. phil. Offizier der k. u. k. Armee, gehörte im März 1918 zusammen mit seiner Frau und seinem Schwager Gerhart Eisler zu den führenden Vertretern einer linksradikalen Studentengruppe. Im November 1918 einer der Mitbegründer der KPÖ, Mitglied des ersten dreiköpfigen Sekretariats und zusammen mit Franz Koritschoner Chefredakteur der Zeitung »Weckruf« bzw. »Die soziale Revolution«. Im Februar 1919 auf dem I. Parteitag Wahl in den PV der KPÖ, im Mai 1919 Ablösung. Auf dem 5. Parteitag erneute Wahl in den PV der KPÖ und Ende 1922 KPÖ-Delegierter auf dem IV. Weltkongreß der Komintern. Aufgrund schwerer innerparteilicher Differenzen innerhalb der österreichischen Führung 1925 Übersiedlung nach Berlin und Mitglied der KPD. Er fand nach Vermittlung durch seine ehemalige Frau Ruth Fischer eine Anstellung als Redakteur bei der Zeitschrift »Inprekorr«, außerdem Mitarbeiter an der Zeitung »Welt am Abend«, deren Chefredakteur Friedländer 1933 kurzzeitig war. Im März 1933 Emigration über Wien nach Paris, Mitarbeiter im Auslandssekretariat der KPD und im Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus. Nach Kriegsausbruch im September 1939 in Frankreich interniert, distanzierte er sich im Lager Le Vernet mit einer Erklärung gegen den Hitler-Stalin-Pakt von der Politik der KPD. Er wurde daraufhin aus der Partei ausgeschlossen und eine bevorzugte Visumserteilung zur Weiteremigration verhindert. Paul Friedländer wurde 1942 vom Vichy-Regime an Nazi-Deutschland ausgeliefert. Er kam 1943 in das KZ Auschwitz und wurde dort ermordet.

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Gerd

* 28.10.1928

Geb. in Berlin; 1947 – 50 Studium der Wirtschaftswiss. an der HU Berlin, Dipl.-Wirtsch.; wiss. Assistent; 1955 Prom. zum Dr. oec. mit einer Diss. zur Kooperation zwischen VEB im Automobil- u. Traktorenbau der DDR; anschl. Doz. an der HfÖ Berlin; 1961 Habil. zum Thema »Zur Arbeit der staatl. Ltg.-Organe der soz. Industrie mit Leitbetrieben«; Berufung zum Prof. an der HfÖ Berlin, dort Aufbau des Lehrgebiets Industrieökon.; 1967/68 Dir. des Inst. für soz. Wirtschaftsführung beim Min. für…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Johannes

* 27.8.1893 – ✝ 12.8.1972

Geb. in Leipzig; Vater Landkartenzeichner; 1904 – 13 Gymnasium in Leipzig; 1913 – 18 Studium der indogerman. Philologie in Leipzig, dort 1916 Prom., 1924 Habilitation; 1924 – 29 Privatdoz., 1929 außerord. Prof., ab 1936 ord. Prof. für oriental. Philologie u. Dir. des Oriental. Inst. der Univ. Leipzig; 1940 Mitgl. der Sächs. AdW; 1944 / 45 Wehrmacht, anschl. amerikan. Kriegsgef. 1947 – 48 Prodekan der historisch-philosoph. Fak., 1948 / 49 Rektor der Univ. Leipzig (Nachf. von  Erwin Jacobi); 1950…

Wer war wer in der DDR

Friedrichson, Eckart

* 14.1.1930 – ✝ 7.6.1976

Geb. in Wernigerode; Bruder Peter F. (Schauspieler); 1947 Schauspieldebüt am Theater in Wernigerode; 1949 – 51 Schauspielausbildung in Quedlinburg; 1956 – 60 Engagement am Dt. Theater Berlin; seit 1961 freiberufl. Schauspieler, Rollen in versch. Film- u. Fernseh- prod., u. a. in »Carola Lamberti« (1954), »Ein Polterabend« (1955), »Kubinke« (1962), »Egon u. das achte Weltwunder« (1964), »Mitten im kalten Winter« (1968), »Rottenknechte« (1969) u. »Am Ende der Welt« (1974); 1955 – 75 Moderator,…

Wer war wer in der DDR

Frings, Theodor

* 23.7.1886 – ✝ 6.6.1968

Geb. in Dülken (Rheinl.); Vater Buchbinder; Oberrealschule, Realgymnasium, Abitur; 1906 – 11 Studium der dt. u. neueren Sprachen an den Univ. Marburg u. Leipzig; 1911 Examen für das höhere Lehramt u. Prom. zum Dr. phil. an der Univ. Marburg; 1911 – 17 Schuldienst, zugl. Assistent, später Doz. an der Univ. Bonn; 1915 Habil.; 1917 a. o. Prof., 1919 ord. Prof. für dt. u. niederländ. Philol.; 1922/23 Austauschprof. in Amsterdam; 1927 – 57 ord. Prof. für Germanistik u. Dir. des Inst. für Dt. Sprache…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fritz, Albert

* 19.1.1899 – ✝ 24.2.1943

Geboren am 19. Januar 1899 in Hornberg/ Baden; Lehre und Arbeit als Eisendreher. 1921 Mitglied der KPD. 1926 übersiedelte er nach Heidelberg, wo er für die KPD in den Stadtrat gewählt wurde. Fritz, der zeitweise Betriebsrat bei der Firma Lanz AG in Mannheim war, gehörte ab 1931 als Leiter der Kasse dem Sekretariat der KPD-BL Baden-Pfalz an. 1933 verhaftet, wurde er 14 Monate im KZ Ankenburg festgehalten. 1936 erneut festgenommen und wegen Verteilung illegaler Schriften zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung arbeitete er auf der Schiffswerft in Mannheim und beteiligte sich nach Kriegsausbruch an Aktionen der von Georg Lechleiter geführten Widerstandsgruppe. Deshalb am 26. Februar 1942 verhaftet und am 22. Oktober 1942 durch den ersten Strafsenat des OLG Stuttgart zum Tode verurteilt. Albert Fritz wurde am 24. Februar 1943 in Stuttgart hingerichtet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fröhlich, Horst

* 19.1.1891 – ✝ 4.1.1943

Geboren am 19. Januar 1891 in Ratibor, Sohn eines Kaufmanns; studierte nach dem Besuch des Gymnasiums und arbeitete als Buchhändler. Er schloß sich während des Krieges den Bremer Linksradikalen an, war auch Mitarbeiter der radikalen »Aktion« Franz Pfemferts und neigte zunächst zum Anarchismus. 1919 Redakteur der Bremer KPD-Zeitung und in den folgenden Jahren an verschiedenen Parteizeitungen tätig, u.a. in Frankfurt/M. Autor des antireligiösen Stückes »Opium«. 1924/25 Chefredakteur der kommunistischen »Arbeiter-Zeitung« in Breslau. Nachdem er einige Zeit in der Sportabteilung des ZK arbeitete, übernahm er 1926/27 die Agitpropabteilung der Berliner BL. Danach technischer Leiter der KPD-Parteischule, anfangs in Hohenstein, dann in Fichtenau bei Berlin. 1929 kam Fröhlich, ein literarisch gebildeter Mann, als Redakteur an die »Rote Fahne«. 1930 wurde er zum Vorsitzenden der IfA (Interessengemeinschaft für Arbeiter-Kultur) gewählt. 1931 verließ er Deutschland und ging mit seiner Frau Golda Fröhlich nach Rußland, wo beide am Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau arbeiteten. Im Dezember 1934 zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurückgekehrt, übernahm Horst Fröhlich (Deckname Dozent, Hans) die Funktion des Orgleiters der illegalen KPD-BL Wasserkante, dort am 7. März 1935 verhaftet, im Dezember 1936 zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zusammenhang mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 gab es Überlegungen, Horst Fröhlich im Zuge eines Gefangenenaustausches aus Deutschland in die Sowjetunion zu holen. Als das Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten bei der Komintern nachfragte, befürwortete die Kaderabteilung und auch der deutsche EKKI-Vertreter Walter Ulbricht eine solche Aktion. Doch eine Befreiung auf dem Wege des Austausches zu fordern, hielt Dimitroff zu diesem Zeitpunkt – Januar 1941 – für unrealistisch. Als Jude wurde Fröhlich im Dezember 1942 ins KZ übergeführt. Horst Fröhlich kam am 4. Januar 1943 im Lager Golleschau, einem Nebenlager des KZ Auschwitz ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frölich, Paul

* 7.8.1884 – ✝ 16.3.1953

Als zweites von elf Kindern einer sozialistischen Arbeiterfamilie am 7. August 1884 in Leipzig geboren, lernte er sowohl die Not wie die sozialistische Gesinnung von Kindheit an kennen. Sein Vater war Maschinenschlosser, die Mutter Fabrikarbeiterin, beide seit ihrer Jugend schon während des Sozialistengesetzes aktiv in der SPD. Besuch der Bürgerschule und mit Hilfe einer Freistelle der zweijährigen Realschule bis zum Einjährigen, aber durch die Verhältnisse gezwungen, zum Unterhalt der Familie beizutragen. Zweijährige kaufmännische Lehre, 1903 und 1904 in Dresden, Neustadt (Posen) und Leipzig als Angestellter tätig. 1902 Eintritt in die SPD. In diesen Jahren intensives Selbststudium, gefördert durch Kurse des Leipziger Arbeiterbildungsvereins. Erste Versuche zu schreiben und zu referieren. Freunde ermöglichten es Paul Frölich, den Beruf aufzugeben und einige Semester das Volkswirtschaftliche Seminar der Leipziger Universität zu besuchen, von der Militärzeit unterbrochen. Nach einjährigem Dienst nahm er ein Angebot von Paul Lensch, Chefredakteur der »Leipziger Volkszeitung« an, in der Redaktion zu volontieren und sich zum Journalisten auszubilden. Er wurde Mitarbeiter von Hermann Duncker im Leipziger Arbeitersekretariat, dann freier Berichterstatter für zahlreiche SPD- und Gewerkschaftsblätter. 1908 kam Paul Frölich als Redakteur an die »Altenburger Volkszeitung« (Kopfblatt der LVZ), am 1. Oktober 1910 übersiedelte er nach Hamburg, um beim »Hamburger Echo« als Lokalredakteur für Altona zu arbeiten, er wurde Stadtverordneter in Altona. Ab Mai 1914 Redakteur der »Bremer Bürgerzeitung«. Frölich war 1914 Gegner der Burgfriedenspolitik. Zum Kriegsdienst einberufen und als Unteroffizier an die Front geschickt, wurde er nach einer Verschüttung und längerem Lazarettaufenthalt als kriegsuntauglich entlassen. Wieder Redakteur, begründete er 1916 gemeinsam mit Johann Knief die »Arbeiterpolitik«, ein Wochenblatt der linksradikalen Opposition. Delegierter der Bremer Linksradikalen auf der Internationalen Konferenz in Kienthal (Schweiz), wo er sich der Zimmerwalder Linken anschloß, die Lenin nahestand. Ende 1916 wieder eingezogen, zuerst an die Ostfront, dann nach Rendsburg, wurde er Mitte 1918 wegen fortgesetzter Antikriegspropaganda in eine Irrenanstalt gesperrt, durch die Novemberrevolution befreit. Zusammen mit Knief leitete er die »Internationalen Kommunisten Deutschlands« (Bremer Linksradikale). Auf dem Gründungsparteitag der KPD wurde Paul Frölich in die erste Zentrale der KPD gewählt. 1919 nahm er an der Bayerischen Räterepublik teil, konnte flüchten und wurde jahrelang polizeilich verfolgt. In seiner Schrift »Die Bayrische Räterepublik. Tatsachen und Kritik« (1920 unter dem Pseudonym P. Werner) analysierte er die Ereignisse und die Politik der KPD. Seine Gedenkschrift »Eugen Leviné« hat er dem standrechtlich erschossenen kommunistischen Führer der Bayerischen Räterepublik gewidmet (1922, unter P. Werner). Frölich nahm auch am II. und III. Parteitag der KPD teil und wurde wieder in die Parteizentrale berufen. Im Februar 1921 zog er (bei einer Nachwahl) in den Reichstag ein, dem er bis Dezember 1924 und von 1928 bis 1930 angehörte. 1921 zusammen mit August Thalheimer Vertreter der »Offensivtheorie«. Er wurde auch vom VIII. Parteitag 1923 in die Zentrale der KPD berufen. Da Frölich zum rechten Flügel zählte, wurde er 1924 nicht mehr Zentrale-Mitglied, er war dann vor allem publizistisch tätig. 1924 veröffentlichte er »10 Jahre Krieg und Bürgerkrieg«, Band 1, »Der Krieg«, 1926 in der Reihe »Redner der Revolution«: »Dantons Reden«, 1928 in der gleichen Reihe: »Rosa Luxemburgs Reden«. 1925 mit den Arbeiten zur Herausgabe der Gesammelten Werke Rosa Luxemburgs betraut, die Clara Zetkin und Adolf Warski leiteten, und deren erste Bände in den folgenden Jahren herauskamen. Als der »Offene Brief« 1925 die ultralinke Periode beendete, spielte Frölich auch wieder als Parteitheoretiker eine Rolle im ZK. Er nahm am XI. Parteitag 1927 teil, kam als Rechter allerdings nicht ins ZK. Wegen der zunehmenden Stalinisierung der kommunistischen Bewegung geriet er in immer schärferen Gegensatz zum Polbüro und wurde Ende 1928 mit den Führern der »Rechten Fraktion« aus der KPD ausgeschlossen. Danach gehörte er zur Reichsleitung der KPO. 1932 ging er mit der Minderheit der KPO zur SAP. Frölich verfaßte die programmatische Schrift »Was will die SAP?« und wurde auf dem Parteitag der SAP im März 1932 in den Vorstand (Beirat) der Partei gewählt. Im März 1933 von einer illegalen Reichskonferenz der SAP beauftragt, zur Auslandsarbeit nach Norwegen zu emigrieren, auf dem Wege dorthin wurde er verhaftet und neun Monate im KZ festgehalten. Durch einen Zufall freigelassen, floh er in die âSR und konnte im Frühjahr 1934 die Auslandsarbeit der SAP in Paris aufnehmen. Bis 1939 war Frölich führender Mitarbeiter an allen Publikationen der SAP (»Neue Front«, »Marxistische Tribüne«) und setzte seine Studien über die Französische Revolution fort. 1939 erschien sein Werk (1940 in englischer Übersetzung) »Rosa Luxemburg, Gedanke und Tat« (2. Aufl. 1949 in Hamburg, 3. Auflage 1967 Frankfurt/M.) und 1990 im Dietz Verlag Berlin. Nach Kriegsausbruch wurde er in Vernet interniert, kam 1940 ins Camp Bassens. Im Februar 1941 gelangte Paul Frölich zusammen mit Rosi Wolfstein, seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, mit Hilfe eines Emergency Visums von Marseille aus über Martinique nach New York. Dort nahm er seine Studien über Demokratie und Diktatur in der Französischen Revolution wieder auf. Aus Anlaß des hundertjährigen Erscheinens des Kommunistischen Manifests hielt er einen Vortrag, den er 1949 unter dem Titel »Zur Krise des Marxismus« in Hamburg veröffentlichte. Ende 1950 kehrten Paul und Rosi Frölich nach Deutschland zurück, sie ließen sich in Frankfurt/M. nieder und schlossen sich der SPD an. Es folgten zwei Jahre intensiven Wirkens in Kursen, Vorträgen und mit Schriften. Paul Frölich starb am 16. März 1953. Aus seinem Nachlaß herausgegeben: »1789 – Die große Zeitwende. Von der Bürokratie des Absolutismus zum Parlament der Revolution«, Frankfurt/M. 1957.

Wer war wer in der DDR

Fruck, Hans

* 15.8.1911 – ✝ 15.12.1990

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1925 SAJ; 1925 – 30 Ausbildung zum Werkzeugdreher; 1927 – 29 Mitgl. der KJVD-BL Berlin-Brandenb.; 1930 KPD; 1930 – 33 Expedient u. Hilfsred. im Verlag des Reichskomitees der RGO; 1933/34 arbeitslos; 1934 – 43 Werkzeugdreher in der Maschinenfabrik »Raboma« Berlin-Borsigwalde; Ltr. einer kommunist. Widerstandsgr. in Berlin, Kontakte zur Widerstandsgr. um Herbert Baum; 1943 Festnahme, wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fuchs, Hans

* 19.5.1894 – ✝ 12.12.1954

Geboren am 19. Mai 1894 in Düsseldorf, Sohn eines Fabrikarbeiters; Gymnasium, Konditorlehre, Wanderschaft. Von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer. 1917 schloß er sich der USPD an und gehörte im November 1918 zum Arbeiter- und Soldatenrat in Schwerin. 1919 wurde Fuchs Vorsitzender der USPD in Schwerin, er trat 1920 für den Anschluß an die Komintern und für die Fusion mit der KPD ein. Im Dezember 1920 Landessekretär der VKPD für Mecklenburg-Lübeck, er wurde auf dem VII. Parteitag im August 1921 in Jena zum Ersatzmitglied der Zentrale gewählt. Von 1920 bis 1933 war Hans Fuchs Abgeordneter des Mecklenburgischen Landtages. 1922 trat er aus der KPD aus und schloß sich der Rest-USPD an. Vom Oktober 1922 bis Juli 1923 Mitglied des USPD-PV und zugleich Redakteur der USPD-Zeitung »Weltbühne« in Schwerin. Im Juli 1923 ging er zur SPD zurück und war von 1922 bis 1933 auch SPD-Stadtverordneter in Schwerin, arbeitete als Vorsitzender der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Mecklenburg-Schwerin. 1933 zeitweise inhaftiert und in das Landgerichtsgefängnis Schwerin überführt, 1944 erneut in »Schutzhaft« genommen. Anschließend zwangsdienstverpflichtet und noch Ende 1944 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 Mitglied der SPD, trat Fuchs für die Vereinigung mit der KPD zur SED ein. Von 1945 bis 1947 besoldeter Stadtrat der SPD bzw. SED in Schwerin, ab Oktober 1946 gehörte er dem Mecklenburgischen Landtag an. 1948 stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung Land- und Forstwirtschaft der DWK. Hans Fuchs starb am 12. Dezember 1954 in Schwerin.

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Karl-Albert

* 7.2.1920 – ✝ 13.4.2015

Geb. in Oetzsch-Markkleeberg; Vater Briefträger, Mutter Hausfrau; 1926 – 30 Volksschule in Oetzsch; 1930 – 38 Oberrealschule (Herderschule) in Leipzig, Abitur März 1938; April – Okt. 1938 RAD; 1938 – 42 Militärdienst, zuletzt Geschützführer u. Unteroffizier im Afrikakorps; 1942 – 47 Kriegsgef. in Ägypten, Kanada (1942 – 46) u. Großbritannien (1946 / 47). 1947 Maurer-Umschüler, Bauhof-GmbH Leipzig; 1947 – 54 Studium an der TH Dresden, Fak. f. Ing.-Bauwesen, Fachrichtung: konstruktiver Ing.-Bau;…

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Ruth

* 14.12.1946

Geb. in Egeln (b. Magdeburg); KJS; 1960 – 81 aktiv in der Leichtathletik (Speerwurf), zuerst in Egeln, dann in Güstrow, 1964 Mitgl. des SC Traktor Schwerin, 1966 SC Karl-Marx-Stadt, 1968 SC DHfK Leipzig, seit 1970 Mitgl. des SC Motor Jena (Trainer: Karl Hellmann), 1970, 1973, 1975 u. 1977 Siegerin beim Europacup; dreimal Teiln. an Europameisterschaften: 1971 3. Platz, 1974 u. 1978 Siegerin; dreimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1972 u. 1976 Siegerin, 1980 8. Platz, 1972 – 80 sechsmal WR; 1977 u.…

Wer war wer in der DDR

Friedländer, Hans-Joachim

* 17.6.1915 – ✝ 14.2.2005

Geb. in Kolberg (Hinterpomm./Kołobrzeg, Polen); Vater Gutsbesitzer in Schulzenhagen (Hinterpomm.); aufgew. in Schulzendorf (Krs. Köslin); 1925 Gymnasium in Kolberg, Abgang in der Unterprima auf Empfehlung der Schulltg. wegen seiner Abstammung; 1934/35 Ausb. an einer Handelsschule; 1936/37 landw. Ausbildung in einem Gutsbetrieb, Landw.-Gehilfe; 1937 – 39 Wehrmachtsausbildung, dann Kriegsdienst, 1940 als »Halbjude« für wehruntüchtig erklärt u. ausgemustert; 1940 – 44 Übernahme der Verw. des…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Götz

* 4.8.1930 – ✝ 12.12.2000

Geb. in Freyburg (Unstrut); Vater Rechtsanwalt, Notar; 1949 Abitur am Dom-Gymnasium Naumburg (Saale); 1949 – 53 Studium der Theaterwiss. am Dt. Theaterinst. Weimar, Diplom; Mstr.-Schüler  Walter Felsensteins; 1953 – 72 Komische Oper Berlin; ab 1953 Dramaturg u. Regieassistent; ab 1957 1. Regieassistent u. Wiss. Mitarb. des Intendanten; 1959 Regisseur; Debüt mit Puccinis »La Bohème«; 1968 – 72 Oberspielltr.; Gastspiele u. a. in Bayreuth, 1972 mit »Tannhäuser«; 1954 – 61 Lehrauftrag Dramaturgie,…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Walter

* 25.12.1883 – ✝ 16.10.1968

Geb. in Salbke (Magdeburg); Vater Ing.; Abitur; 1905 – 11 Physikstudium in Genf u. München; hier 1911 Prom. u. bis 1913 Assistent; 1914 Ltr. des Röntgenolog. Inst. der Univ.-Frauenklinik Freiburg i. Br.; dort 1922 a. o. Prof.; 1922 ord. Prof. für med. Physik u. Dir. des Inst. für Strahlenforschung der Univ. Berlin; 1929 Dekan der Med. Fak.; 1943 Verlagerung des Inst. nach Niedersachsen. 1947 Rückkehr nach Berlin u. Wiederaufbau des Inst., zugl. Aufbau u. Ltg. eines Inst. für Biol. u. Med. an der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Friemel, Otto

* 12.12.1896 – ✝ 26.3.1975

Geboren am 12. Dezember 1896 in Gernrode/Harz, Sohn einer Arbeiterfamilie; Arbeiter u. a. im Eisenhüttenwerk AG Thale. Von 1916 bis 1919 Soldat im Ersten Weltkrieg. Von 1919 bis 1922 Arbeiter in einer Streichholzfabrik, von 1922 bis 1933 im Eisenhüttenwerk Thale. Seit 1922 Mitglied der KPD, gehörte Friemel 1932/33 als KPD-Abgeordneter dem Landtag von Anhalt an. Er kam 1933 einige Wochen in »Schutzhaft«, war ab 1936 Forstarbeiter beim Forstamt Gernrode. Im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« nach dem 20. Juli 1944 erneut festgenommen. 1945 Mitglied der KPD, 1946 der SED, war er bis 1954 Bürgermeister, zeitweise auch Leiter des Arbeitsamtes Gernrode und dort zuletzt Kaderleiter im Kreisbaubetrieb. Otto Friemel starb am 26. März 1975 in Gernrode.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frisch, Wilhelm

* 29.3.1891 – ✝ 24.8.1940

Geboren am 29. März 1891 in Wemmetsweiler/Saar, Sohn eines Bergmanns; Hilfsarbeiter, Bergarbeiter. 1913 zum Militärdienst eingezogen, geriet Frisch 1915 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Februar 1918 entlassen wurde. Im November 1918 Mitglied des Soldatenrates des Ersatzbataillons 55 in Detmold. Später Bergarbeiter in Lothringen. 1927 Mitglied der KPD und Mitglied der BL Saar. Als RGO-Bezirksleiter Saar wurde er 1932 auch zum Abgeordneten des Landesrats Saar gewählt. Nach der Saarabstimmung flüchtete er im April 1935 nach Frankreich und gehörte bis zu seiner Verhaftung der illegalen KPD-AL Saar an. Frisch war im Mai 1936 Mitbegründer des Arbeitsausschusses freigewerkschaftlicher Bergarbeiter Deutschlands. Gemeinsam mit Wilhelm Knöchel und Franz Vogt nahm er als deutscher Vertreter am Kongreß der Bergarbeiter-Internationale in Luxemburg teil. Nach der Besetzung Frankreichs wurde Frisch am 24. August 1940 verhaftet. Da er in Gestapohaft schwer gefoltert wurde und bereits nach wenigen Tagen völlig entstellt war, wählte Wilhelm Frisch am 20. Oktober 1940 den Freitod.

Wer war wer in der DDR

Fritzsche, Eva

* 4.11.1908 – ✝ 4.5.1986

Geb. in Berlin; Vater Mathematiker u. Gymnasiallehrer, Mutter Lehrerin; 1914 – 24 Lyzeum in Berlin; Praktikantin und Volontärin bei Berl. Theater- und Kunstgewerbefirmen, Gelegenheitsarbeiten; 1927 erster Kontakt zum Film über Erwin Piscator, dem sie assistiert; 1930 KPD, 1936 über  Fritz Cremer Kontakt zur Widerstandsgruppe »Rote Kapelle« um Harro Schulze-Boysen (Verteilen von Flugblättern, Botengänge); 1937 – 44 Studium der Malerei an der HS der Künste Berlin; 1939 Heirat mit dem Maler Rudolf…

Wer war wer in der DDR

Fröhlich, Paul

* 21.3.1913 – ✝ 19.9.1970

Geb. in Niederplanitz (Zwickau); Vater Bergarb.; Volks- u. Berufsschule; 1927 – 29 Ausbildung zum Koch; 1929 – 31 Bergarb. in Oelsnitz, seit 1929 Bergmann u. Industriearb.; 1929 KJVD; 1930 KPD, ehrenamtl. Parteifunktionen; März 1933 wegen illeg. pol. Tätigkeit inhaftiert, Mai – Okt. 1933 zeitw. illeg. gelebt; 1935 – 39 Gelegenheitsarb. beim Autobahnbau; ab 1939 Kriegsdienst, Feldkoch; Nov. 1944 Desertion, Internierung durch Schweizer Grenzpolizei, Febr. – Juni 1945 amerikanische…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Frommhold, Ernst

* 21.2.1898 – ✝ 23.4.1969

Geboren am 21. Februar 1898 in Altenburg/ Thüringen, Sohn eines Tischlers; Nähmaschinenschlosser. 1912 Mitglied der Arbeiterjugend, 1916 der SPD. Er beteiligte sich am 1. Mai 1916 an der Antikriegsdemonstration in Berlin auf dem Potsdamer Platz. 1917/18 Soldat im Weltkrieg, 1918 USPD, im April 1920 KPD. 1926 Untergauleiter des RFB in Berlin. 1929/30 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Danach Instrukteur bzw. Sekretär für Landwirtschaft in Thüringen, hier war er bis Anfang 1933 Mitglied des Sekretariats der BL. Am 24.November 1933 verhaftet und zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, kam er anschließend in das KZ Buchenwald. Anfang Mai 1940 aus dem KZ entlassen, arbeitete Frommhold bis 1944 als Schlosser in Erfurt und Dresden, 1944 mußte er zur Organisation Todt. Im Frühsommer 1945 Leiter des Zentralbüros im Landesamt für Arbeit in Thüringen, von 1946 bis 1949 war er im Ministerium für Wirtschaft in Thüringen, ab 1951 Abteilungsleiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR. Ernst Frommhold starb am 23. April 1969.

Wer war wer in der DDR

Frühauf, Hans

* 4.1.1904 – ✝ 29.10.1991

Geb. in Pforzheim; 1923 Abitur in Stuttgart; nach prakt. Tätigkeit in der Elektroindustrie 1924 – 28 Studium an der TH Stuttgart; 1928 – 33 hier Assistent u. Doz., 1931 Prom.; 1933 NSDAP; 1933 – 38 Laborltr. bei der Firma SABA in Villingen; 1938 – 45 Techn. Dir. der Graetz-AG Berlin. 1945 – 48 Chefing. u. stellv. Dir. bei Stern-Radio in Rochlitz; 1946 SED; 1948 – 50 wiss. Ltr. u. techn. Dir. der VVB RFT in Leipzig; 1950 ord. Prof. für Schwachstromtechnik an der TH Dresden, zugl. Dir. des Inst.…

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Emil

* 13.5.1874 – ✝ 13.3.1971

Geb. in Beerfelden (Baden); Vater Pfarrer; Gymnasium in Darmstadt; 1894 – 97 Studium der Theol. an der Univ. Gießen; 1. theolog. Examen; Militärdienst, anschl. Theolog. Seminar in Friedberg; 1899 2. theolog. Examen; Vikar in Brauerschwend; 1900 Prom. zum Lic. theol.; anschl. Pfarrassistent; 1902 – 03 Vikar in der dt. Gemeinde in Manchester; 1903 Repetent in Gießen, Mitarb. der »Christl. Welt«; 1905 Pfarrer in Rüsselsheim; ab 1918 Pfarrer in Eisenach; 1921 SPD; Begründer der Thür. Gruppe u. 1926…

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Karl-Friedrich

* 13.11.1921

Geb. in Einsiedel (b. Chemnitz); Wehrmacht, Flieger; 1945 CDU; Ausbildung zum Journalisten, journalistisch bei versch. CDU-Zeitungen tätig; 1946 – 48 Korrespondent; 1948 – 50 Schriftsteller (Jugendbücher); 1950 / 51 Volontär, 1952 – 57 Chefred. der Ztg. »Märkische Union« u. Chef vom Dienst bei »Neue Zeit«, 1957 – 61 Chefred. der Berliner Red.; 1960 – 71 Chefred. von »Die Union« in Dresden u. »Märkische Union« in Potsdam; Juli 1971 – Juli 1973 Chefred. des CDU-Zentralorgans »Neue Zeit« in Berlin…

Wer war wer in der DDR

Fugger, Else Marie

* 9.2.1903 – ✝ 13.5.1982

Geb. in Leipzig; Vater Maurer, Mutter Heimarb.; 1909 – 17 Volksschule; 1917/18 Hausmädchen u. Kindergärtnerin; 1918 – 21 Ausbildung zur Kontoristin, 1921 – 25 Kontoristin bei Jaeger & Co., Leipzig; 1918 Mitgl. des ZdA, Vertrauensfrau; 1920 – 23 Naturfreunde; 1924 Mitgl. der KPD; 1925 – 27 Stenotypistin der KPD-BL Westsachsen; 1927 – 32 Red.-Sekr. bei der »Süddt. Arbeiterztg.«; 1929 Heirat mit  Karl Fugger; 1932/33 Stenotypistin, Buchhalterin bei der Dt. Vertriebsges. für russ. Ölprodukte (Derop)…

Wer war wer in der DDR

Friedman, Perry

* 25.9.1935 – ✝ 16.3.1995

Geb. in Prince Albert (Kanada); Vater Geschäftsmann; 1941 – 53 Grund- u. Oberschule; 1953 – 56 Wanderschaft, Gelegenheitsarbeiten; ab 1956 Folksänger (Vorbild: Pete Seeger); 1959 Übersiedl. in die DDR (Berlin); führte ab 1960 hier Hootenannies durch (amerik. Form eines zwanglosen Konzerts); Tourneen in die Bundesrep. Dtl. (u. a. bei den Ostermärschen der Atomwaffengegner); 1966 LP »Hootenanny mit Perry Friedman«; Mitbegr. des Hootenanny-Klubs Berlin (1967 umbenannt in Oktoberklub); 1971 – 76…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Heike

* 18.4.1970

Geb. in Karl-Marx-Stadt; 1976 Beginn mit dem aktiven Schwimmsport im TZ Fort- schritt Glauchau (Sachsen) (Trainer: Günther Dähne); 1982 KJS Karl-Marx-Stadt u. Mitgl. des SC Karl-Marx-Stadt (Trainer: Joachim Rother); Spezialdisz.: 200 m u. 400 m Freistil; 1985 fünffache EM (100 m u. 200 m, 4 x 100- u. 4 x 200-m-Staffel, 4 x 100-m-Lagenstaffel); 1986 vierfache WM (200 m u. 400 m, 4 x 100- u. 4 x 200-m-Staffel); 1987 vierfache EM (in den gleichen Disz.); Jugendpreis des IOC; 1988 Olympiasiegerin…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Walter

* 5.10.1929 – ✝ 12.9.2015

Geb. in Neuland (Krs. Löwenberg, Schles./ Niwnice, Polen) in einer Handwerkerfamilie; 1944 Abschluß der Volksschule, anschl. bis 1945 Besuch der Lehrerbildungsanstalt. Aussiedl.; 1948 SED u. bis 1950 Neulehrer im Krs. Grimma; 1950 – 52 Abiturlehrgang an der ABF Leipzig; anschl. bis 1956 Studium der Psychol. an der Univ. Leipzig; 1956/57 wiss. Mitarb. am Pädagog. Inst. Dresden, danach an der DHfK Leipzig; 1958 Assistent, 1964 Wahrnehmungsdoz. am Psycholog. Inst. der KMU Leipzig; 1962 Prom. u.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fries, Philipp

* 9.8.1882 – ✝ 7.12.1950

Geboren am 9. August 1882 in Roggendorf/Krs. Schleiden in der Eifel, Sohn eines Zugführers; Schneiderlehre und Wanderschaft, von 1903 bis 1905 Militärdienst. 1900 trat Fries der SPD und der Gewerkschaft bei und arbeitete bis 1919 als Schneidergeselle. 1910 Distriktvorsitzender der SPD in Köln, ab 1914 Mitglied des SPD-Bezirksvorstandes. Von 1914 bis 1918 Kriegsdienst, Fries trat im Juni 1915 als einer von sieben Kölner Unterzeichnern des von Karl Liebknecht entworfenen Protestschreibens oppositioneller Sozialdemokraten an den Parteivorstand hervor. Fries ging 1917 zur USPD und wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Köln-Aachen in den Reichstag gewählt. Er plädierte 1920 für den Anschluß an die Kommunistische Internationale und die Vereinigung mit der KPD. Er nahm sowohl am USPD-Parteitag in Halle als auch am Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in Berlin teil, kam in die Revisionskommission und wurde Vorsitzender der VKPD in Köln. Mit anderen linken USPD-Reichstagsabgeordneten und den beiden KPD-Abgeordneten Paul Levi und Clara Zetkin bildete Fries am 9.Dezember 1920 die VKPD-Reichstagsfraktion. Im Zusammenhang mit der Levi-Krise trennte er sich im Frühjahr 1921 von der VKPD, schloß sich zunächst der KAG an und wechselte im April 1922 zur SPD. Fries war von 1919 bis 1921 und von 1924 bis 1933 Kölner Stadtverordneter. Von 1924 bis 1933 war er SPD-Abgeordneter im Preußischen Landtag. Fries, ein bekannter Volksredner, war seit 1922 heftigen Angriffen seitens der KPD ausgesetzt, die ihn als »Renegaten« attackierte. Im Juni 1933 von den Nazis verhaftet, kam er in das KZ Esterwegen, anschließend in das KZ Lichtenburg, aus dem er im Dezember 1933 entlassen wurde. Im Zuge der Gestapoaktion »Gewitter« wurde Fries nach dem 20. Juli 1944 zeitweilig inhaftiert, gegen Kriegsende konnte er untertauchen. 1945 gehörte er in Köln zu den Mitbegründern der SPD und war bis 1947 Vorsitzender des UB Köln und Vorstandsmitglied des SPD-Bezirks Mittelrhein. Philipp Fries starb am 7.Dezember 1950 in Köln.

Wer war wer in der DDR

Fritsch, Gunter

* 5.10.1942

Geb. in Landsberg (Warthe, Neumark/Gorzów Wielkopolski, Polen); 1945 nach Tabarz (Thür.), 1947 nach Tempelberg (Krs. Fürstenwalde); 1949 – 61 Grund- u. Oberschule in Heinersdorf u. Fürstenwalde; 1961 – 64 Ausb. zum Kfz-Schlosser, 1964 Abitur; 1964 – 67 Bausoldat; 1967 – 74 Fernstudium der Hochfrequenztechnik an der TU Dresden, Dipl.-Ing.; 1967 – 74 Labormechaniker an der TU Dresden; 1974 –90 Entwicklungsing. am ZI für Optik u. Spektroskopie der AdW in Berlin-Adlershof; 1990 SPD. 1990 – 93 Mitgl.…

Wer war wer in der DDR

Frohberg, Fred

* 27.10.1925 – ✝ 1.6.2000

Geb. in Halle; Vater Trompeter; Klavierunterricht, Sängerknabe im Halleschen Stadtsingechor; bis 1945 Kriegsdienst, verwundet; im Lazarett Bekanntschaft mit Swing u. Jazz, erste Auftritte im Raum Halle. 1946/47 Studium am Thür. Landeskonservatorium in Erfurt; daneben Mitwirkung in Programmen u. a. am Steintor-Varieté Halle; 1947 1. Preis beim ersten Schlagerpreissingen in Halle; 1948 – 58 fest angestellt beim Rundfunktanzorchester Leipzig (Ltg. Kurt Henkels); Zusammenarbeit mit den Komponisten…

Wer war wer in der DDR

Frohn, Werner

* 12.4.1929 – ✝ 2.7.2002

Geb. in Zscherndorf (Krs. Bitterfeld); Vater Kesselschmied, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1943 Ausbildung zum Verw.-Angest. bei der Stadtverw. Bitterfeld; 1945 Wehrmacht; Mai – Aug. 1945 sowj. Kriegsgefangenschaft im Lager Brandenb. 1945 – 52 Verw.-Angest. bei der Stadtverw. Bitterfeld, Abt.-Ltr. für Sozialwesen; 1946 SPD/SED; 1949 – 51 1. Sekr. der FDJ-Stadtverw. Bitterfeld; 52/53 Ltr. der Abt. Parteien u. Massenorg. der SED-KL Bitterfeld; 1953 – 64 Ref.-Ltr. bzw. stellv. Ltr. einer Abt. im…

Wer war wer in der DDR

Frommhold, Erhard

* 8.5.1928 – ✝ 17.10.2007

Geb. in Altenburg (Thür.); 1943/44 Ausbildung zum Klempner in Altenburg; Okt. 1944 RAD; 1945 Wehrmacht (Marine); Gefangenschaft, Einsatz bei der Minenräumflotte. Febr. 1946 KPD; 1946 Beendigung der Ausbildung; 1947 Vorstudienanstalt in Keilhau (Krs. Rudolstadt); 1947 – 51 Studium der Soziologie, Kunstgeschichte u. Germanistik in Jena; 1951/52 Ref. im Min. für Volksbildung des Landes Thür. u. der Staatl. Kommission für Kunstangelegenh. des Landes Thür.; 1952 – 91 zunächst Lektor, später…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fuchs, Eduard

* 31.1.1870 – ✝ 26.1.1940

Geboren am 31. Januar 1870 in Göppingen, Sohn eines Kaufmanns. Nach dem Gymnasium wurde er Journalist und als Autodidakt berühmter Kulturhistoriker. Fuchs trat 1886 in die verbotene SPD ein, wurde als Redakteur sowie Satiriker im Kaiserreich wegen illegaler Tätigkeit für die SPD und wegen »Majestätsbeleidigung« zu zahlreichen kleineren Gefängnisstrafen verurteilt. 1901 übersiedelte er von München nach Berlin und ging als Redakteur zum »Vorwärts«. Ab 1905 publizierte er zahlreiche kultur- und sittengeschichtliche Bücher, u. a. 1905 »Die Frau in der Karikatur«. Berühmt machten ihn seine dreibändige »Geschichte der erotischen Kunst« und ab 1911 die sechsbändige »Illustrierte Sittengeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit«, die ihm den Namen »Sittenfuchs« einbrachte. In der SPD auf dem linken Flügel stehend, gehörte Fuchs im Weltkrieg zu den Begründern der Spartakusgruppe. Im Auftrag Rosa Luxemburgs verhandelte er im Dezember 1918 mit Lenin über die Schaffung einer neuen Internationale. Als enger Freund von Franz Mehring wurde Fuchs Mitbegründer der KPD und nach dem Tode Mehrings dessen Nachlaßverwalter. Zeitweise Mitarbeiter der »Roten Fahne«. Eduard Fuchs spielte für den frühen deutschen Kommunismus als geachteter Wissenschaftler einen bedeutende Rolle. Dies wird auch dadurch unterstrichen, daß die 2. (und die folgenden) Ausgaben der Marx-Biographie von Franz Mehring mit einem interessanten Vorwort von Fuchs erschienen, datiert »Berlin-Zehlendorf am 1.Mai 1919«. Unter Mitarbeit seines Freundes August Thalheimer war Fuchs dann auch der Herausgeber der Gesammelten Werke Mehrings (geplant waren 10 Bände). Er stand auf dem rechten Flügel der KPD, trat 1928 aus der KPD aus und schloß sich der KPO an. 1933 nach Frankreich emigriert, blieb er der KPO politisch verbunden. Eduard Fuchs starb am 26. Januar 1940 in Paris.

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Gerhard

* 5.5.1929

Geb. in Halle (Saale); Vater Arbeiter; Grund- u. Berufsschule, Ausbildung zum Lokjunghelfer bzw. Schriftsetzer, Maschinensetzer u. Stereotypeur; 1946 SED; 1949 / 50 Anzeigenltr. bzw. Betriebsass. bei der Ztg. »Freiheit« in Halle; 1951 Besuch der SED-LPS Sachsen-Anh.; 1952 – 55 Instrukteur bzw. Sektorenltr. in der Abt. Presse-Rundfunk des ZK der SED; 1955 – 59 Red. bzw. stellv. Chefred. der »Freiheit« in Halle; 1959 – 65 Chefred. des SED-Bezirksorgans »Freies Wort« in Suhl (Nachf. von  Yvonne…

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Klaus Emil Julius

* 29.12.1911 – ✝ 28.1.1988

Geb. in Rüsselsheim (Main); Vater ev. Theologe  Emil F.; Volksschule, Gymn. in Rüsselsheim u. Eisenach, 1928 Abitur in Eisenach; Studium der Mathematik u. Physik in Leipzig u. Kiel; SAJ, Reichsbanner, 1930 – 32 der SPD, ausgeschl.; 1932 Mitgl. der KPD u. bis 1933 der Soz. Studentengr. in Kiel, Pol.-Ltr. der »Roten Studenten«; 1933 illeg. pol. Arbeit in Berlin, Verbindungsmann der KPD-Reichsltg. zur kommunist. Studentengr. der TH Berlin; Juli 1933 Emigr. über Paris nach England; Okt. 1933 Forts.…

Wer war wer in der DDR

Fugger, Karl

* 8.12.1897 – ✝ 24.12.1966

Geb. in Linden b. Hannover; Vater Maler, Mutter Weberin; Volksschule; 1912 – 16 Ausbildung zum Klempner, 1916 u. 1919 – 21 im Beruf tätig; 1912 Mitgl. der Metallarbeiterjugend; 1916 – 18 Internat. Sozialisten (Bremer Linke); 1916 – 18 Militärdienst, Sold. (Pionier) an der Westfront, 1918 verwundet u. Lazarettaufenthalt; 1916 – 28 DMV; 1918 KPD Hannover; 1921/22 Org.-Sekr. der KPD Königsberg; Mitgl. der RH, IAH u. RFB; 1922 Org.-Sekr. der KPD Düsseldorf, dort ab 1923 Pol.-Sekr. im Bez.…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Claus

* 27.2.1929 – ✝ 21.4.1990

Geb. in Witten (Ruhr); Vater Kaufm.; Volks- u. Mittelschule; 1945 Transportarb., Maurerlehrling; 1946 / 47 Volontär in der Berliner Red. der Ztg. »Abendpost« Weimar; 1947 – 52 Red. bei der FDGB-Ztg. »Tribüne«; 1952 SED; 1952 – 63 Abt.-Ltr. in der Red. der »Tribüne«; 1954 – 60 Fernstud. an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1963 – 66 Stud. an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1966 / 67 Red. u. Mitgl. des Red.-Koll. der »Tribüne«; 1967 – 72 stellv. Chefred., 1972 – 75 amt., 1975 – 81 Chefred.…

Wer war wer in der DDR

Friedrich, Heinz

* 28.6.1914 – ✝ 5.10.1977

Geb. in Reichenhain (b. Chemnitz); Vater Dreher, Mutter Strumpfwirkerin; 1920 – 28 Grund- u. Volksschule in Reichenhain; 1928 Verb. der Dt. Buchdrucker; 1928 – 32 Ausbildung zum Drucker in Chemnitz; dort ab 1932 versch. KJVD-Funktionen; Apr. – Sept. 1932 Rotationsdrucker u. Stereotypeur in Chemnitz, anschl. erwerbslos; März 1933 Ltr. des KJVD-UB Chemnitz; Jan. 1934 über Berlin nach Moskau; 1934/ 35 Lenin-Schule; Juli 1935 KPD; Sept. – Dez. 1935 Krankenhausaufenth. in Moskau; Dez. 1935 – 37 von…

Wer war wer in der DDR

Friedrichs, Rudolf

* 9.3.1892 – ✝ 13.6.1947

Geb. in Plauen (Vogtl.); Vater Kfm.; Volksschule u. Gymnasium in Plauen u. Dresden; ab 1913 Studium der Staats- u. Rechtswiss. sowie der Volkswirtsch. an der Univ. Leipzig; 1914 –18 Militärdienst, zul. Ltn. der Reserve; Anf. 1919 Weiterführung des Studiums; 1920 1., 1923 2. jur. Staatsprüfung, 1920 Prom. zum Dr. jur.; 1922 SPD; 1923 ADGB; 1920 – 22 Referendar am Amtsgericht Freital, ab 1922 am LG Dresden; Mai 1923 Eintritt in den Dienst der sächs. Inneren Verw., Assessor im Polizeipräsidium…

Wer war wer in der DDR

Fries, Fritz Rudolf

* 19.5.1935 – ✝ 17.12.2014

Geb. in Bilbao (Spanien); Vater Kfm.; 1942 Übersiedl. nach Leipzig; 1954 – 58 Studium der Romanistik (b.  Werner Krauss) u. Anglistik an der KMU Leipzig; ab 1958 freischaff. Übersetzer u. Dolmetscher für Spanisch u. Französisch; 1960 – 66 wiss. Assistent an der DAW; Entlassung wegen der Publ. seines ersten Romans »Der Weg nach Oobliadooh« in der Bundesrep. Dtl., der in der DDR erst 1989 erscheinen durfte; seit 1966 freischaff. Schriftst.; 1972 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR, 1980 – 91 dessen…

Wer war wer in der DDR

Fritsche, Hans

* 6.6.1929

Geb. in Chemnitz; Abitur; Maurerlehre; Studium des Baubetriebswesens an der TH Dresden, 1954 Dipl.-Ing. Architekt, anschl. Ass.; 1957 Prom.; danach tätig in Betrieben des Industriebaus, u. a. für Braunkohlenkraftwerke; 1963 – 66 stellv. Min. für Bauwesen; Doz. für Bautechnik an der Bauhochschule Cottbus; 1964 Banner der Arbeit; 1967 – 77 Vizepräs. u. 1977 – 90 Präs. der DBA; Mitgl. des Forschungsrats der DDR u. internat. Bauorganisationen; 1970 Prof.; 1981 – 86 Stadtverord. von Berlin. 1990 – 99…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fröhlich, Golda

* 7.6.1898 – ✝ 1941

Geboren am 7. Juni 1898 in Haaren als Golda Hartog, Tochter eines Viehhändlers. Zunächst war sie von 1916 bis Frühjahr 1918 Buchhalterin im Warenhaus »Tietz« in Chemnitz. 1916/17 schloß sie sich dem Spartakusbund an und gehörte 1918 zum Arbeiter- und Soldatenrat in Chemnitz. Von Mai 1919 bis 1922 im Apparat der Zentrale der KPD, anschließend besuchte sie die Parteischule und machte Agitationsarbeit in Hannover, Nordbayern und Hessen. Seit 1923 Korrespondentin der Derutra, von Oktober 1925 bis Juli 1928 in der Handelsvertretung der UdSSR in Berlin tätig und später Mitarbeiterin im MOPR-Verlag. Wie ihr Mann Horst Fröhlich bewarb sie sich längere Zeit für eine Mitarbeit am Moskauer Marx-Engels-Lenin-Institut, sie bekamen 1931 eine Anstellung und übersiedelten beide nach Moskau. Golda Fröhlich übte verschiedene Funktionen aus, war von 1931 bis 1933 an der Leninschule. 1932 in die KPdSU (B) übernommen, wurde sie jedoch im November 1936 nach der Verhaftung ihrer Schwestern Selma Gabelin ( Bernward Gabelin) und Johanna Wilke ( Walter Wilke) aus der Partei ausgeschlossen. 1937 Lehrerin, von 1938 bis 1939 Korrektorin in der Druckerei des Verlags für fremdsprachige Literatur, 1940 Bibliothekarin in der Leninbibliothek. Nach Kriegsausbruch nach Taschkent evakuiert, wurde sie dort im Zuge der Stalinschen Säuberungen ermordet.

Wer war wer in der DDR

Frohriep, Jürgen

* 28.4.1928 – ✝ 13.7.1993

Geb. in Rostock; Volksschule; Flakhelfer; 1945 Gelegenheitsjobs als Bootsarb., Fischer u. in der Landw.; Anschluß an eine Theatergr. der FDJ u. Mitbegr. der Bühne »Studio 48« in Puttbus; 1951 Engagement am Theater der Freundschaft in Berlin; Hauptrolle im Antikriegsfilm »Sterne« (1959, DDR / Bulg., R.  Konrad Wolf), seitdem Mitgl. des DEFA- u. etwas später auch des TV-Ensembles u. oft als zweifelnder dt. Soldat besetzt; Rollen in DEFA-Filmen u. a. »Weißes Blut« (1959), »Die Liebe u. der…

Wer war wer in der DDR

Frost, Gerhard

* 24.9.1920 – ✝ 23.1.1988

Geb. in Deutschstein (Krs. Ohlau / Niederschles. / Ścinawa, Polen); Vater Schiffssteuermann; Volksschule; 1934 – 37 Lehre, 1937 – 44 Arbeit als Schlosser; 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 / 46 Kriegsgef. in Italien, England u. Westdtl. 1946 – 49 Berufsfeuerwehrmann, kommissar. Politkultur-Ltr. der Berufsfeuerwehr in Wittenberg u. Brandmeister der VP; 1947 SED; 1950 Lehrgang an der SED-LPS Sachsen-Anh., 1950 – 53 Fernstudium an der SED-PHS; 1950 / 51 Sekr. der SED-BPO Stickstoffwerke Piesteritz; 1951…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fuchs, Gerhard

* 5.8.1899 – ✝ 19.2.1995

Geboren am 5. August 1899 in Essen, Sohn eines Maschinenschlossers; Maschinenschlosser bei der Firma Krupp in Essen. 1910 Mitglied der Arbeiterjugend, 1915 der Gruppe Internationale Sozialisten, 1917 der USPD. Im August 1918 Kriegsdienst, Heizer bei der Marine. 1919 schloß er sich der KPD an und nahm an den Kämpfen der Bremer Räterepublik teil. Danach in Essen Betriebsratsvorsitzender bei Krupp und Funktionär der KPD-Kreisleitung Essen, von 1924 bis 1927 Kraftfahrer bei der KPD-Zeitung, ab 1928 Lokalredakteur in Dortmund und Hamm. 1930 nach Moskau delegiert, war er Organisationspraktikant bei der Komintern, 1931 Kursant an der Leninschule. Im Dezember 1931 wurde Fuchs Reichsleiter der deutschen Sektion der IAH und verantwortlicher Redakteur der IAH-Zeitung »Mahnruf«. 1933 arbeitete er für die IAH illegal, zeitweise in Paris und Brüssel. Am 19. September 1934 in Berlin verhaftet und am 25. Januar 1935 wegen »Weiterführung der Tätigkeit der IAH« zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Freilassung 1938 Schlosser, hatte Kontakte zu Widerstandsgruppen. 1944 Einberufung zur Organisation Todt. Im Mai 1945 wurde er von der sowjetischen Kommandantur in Berlin-Wilmersdorf zum Stellvertreter des Bürgermeisters ernannt. Von 1949 bis 1956 arbeitete er in der Zentrale der DDR-Konsumgenossenschaften, von 1957 bis 1961 DDR-Botschaftsrat und Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung in Moskau, danach von 1962 bis 1967 Abteilungsleiter im ZV der DSF. Er erhielt 1984 den Karl-Marx-Orden. Gerhard Fuchs starb am 19.Februar 1995 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Jürgen

* 19.12.1950 – ✝ 9.5.1999

Geb. in Reichenbach (Vogtl.); Vater Elektriker, Mutter Angest.; 1969 Abitur u. Facharbeiterabschl. bei der Reichsbahn; 1969 – 71 NVA; ab 1971 Studium der Sozialpsychol. an der FSU Jena; 1973 SED; 1974 erste Veröff. von Prosa u. Gedichten, öff. u. private Lesungen mit krit. Texten zur Militarisierung der DDR-Ges. (»Fassonschnitt«, 1984); April 1975 Ausschl. aus der SED wegen »feindl. Angriffe gegen die Grundlagen der soz. Ges. in der DDR«; Juni 1975 Ablehnung der zuvor mit »Sehr gut« bewerteten…

Wer war wer in der DDR

Fuchs, Otto Hartmut

* 4.9.1919 – ✝ 7.4.1987

Geb. in Schwäbisch Gmünd; Vater Gymnasialprof.; 1930 – 37 Gymnasium in Schwäbisch Gmünd; 1937 Krs.-Führer der kath. Pfadfinder im Bund »Neudtl.«; Weiterarbeit trotz Auflösung, Aug. 1937 zehn Tage »Schutzhaft«; Aufenthaltsverbot für den Krs. Schwäbisch Gmünd; 1938 Abitur in Augsburg; 1938 – 44 Studium der kath. Theol. für das Priesteramt in Tübingen u. Wien; 1944 Wehrmacht (Ltn.); 1944 Verhaftung durch die Gestapo in Wien u. Vorber. einer Anklage; bis 1945 Haft; spätere Konstruktion seiner Vita…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Fugger, Karl

* 8.12.1897 – ✝ 24.12.1966

Geboren am 8. Dezember 1897 in Hannover, Sohn eines Malers; Klempnerlehre. Mitglied der Arbeiterjugend, 1916 des DMV. Von 1916 bis 1918 Soldat an der Westfront, November 1918 Lazarettaufenthalt. 1919 Mitglied der KPD, nach der März-Aktion 1921 Orgleiter der KPD in Königsberg, Anfang 1922 zunächst Orgleiter, ab März 1923 Polleiter des KPD-Bezirks Niederrhein in Düsseldorf. Auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 als Kandidat in den ZA gewählt. Nach der Oktoberniederlage 1923 übernahmen die Linken auf dem Bezirksparteitag im März 1924 die Führung der Partei im Bezirk Niederrhein. Hier wurde Fugger von Philipp Dengel abgelöst. Er kam Mitte 1924 als Redakteur an die Parteizeitung nach Magdeburg, wegen seiner Zugehörigkeit zur Mittelgruppe Ende 1925 auch als Redakteur entlassen. Er ging nach Düsseldorf, wo er ein Jahr als Klempner arbeitete. Nach dem »Offenen Brief« 1925 wurde Fugger wieder zur hauptamtlichen Arbeit herangezogen. 1926 Instrukteur im Bezirk Nordwest in Bremen, hier löste er Eugen Eppstein als Polleiter ab und war danach u. a. in Halle und Mannheim. Er kam 1927 zunächst als »Kommissar« des ZK nach Stuttgart und blieb dann als Polleiter. Da Fugger zu den Versöhnlern gehörte, wurde er Ende 1928 als Polleiter abgesetzt, er kam 1929 zum Pressedienst der KPD nach Berlin. Nach seiner Selbstkritik 1931 Sekretär der Roten Hilfe Württembergs in Stuttgart, dann bis zu seiner Verhaftung am 3. April 1934 Orgsekretär der RHD in Berlin. Fugger wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, danach im KZ Sachsenhausen, ab Frühjahr 1940 im KZ Flossenbürg, wo er am 23.April 1945 durch amerikanische Truppen befreit wurde. Ab August 1945 Leiter der Schulungsarbeit des FDGB Groß-Berlin, 1946 wurde Fugger Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes, ab Januar 1949 Leiter der Schulungsabteilung. Im Mai 1949 in das kleine Sekretariat des FDGB-Bundesvorstandes berufen, war Fugger von August 1951 bis 1955 Direktor der FDGB-Hochschule »Fritz Heckert« in Bernau bei Berlin. Zuletzt Parteiveteran, er erhielt 1962 den VVO in Gold. Karl Fugger starb am 24. Dezember 1966 in Ost-Berlin. Er war seit 1929 mit Else Vierling (* 9. 2. 1903 – † 13. 5. 1982) verheiratet. Buchhalterin, 1924 Mitglied der KPD, ab Mai 1925 Stenotypistin beim Orgleiter Arthur Vogt in der BL Westsachsen. Sie gehörte zeitweilig der Weddinger Opposition an. Von 1927 bis 1932 Redaktionssekretärin bei der »Süddeutschen Arbeiterzeitung« in Stuttgart. 1933 illegale Arbeit in Berlin, August 1934 Emigration nach Frankreich. Zunächst bei der RHD-Zentrale in Paris, ab 1939 im Auslandssekretariat der KPD in Paris, betreute sie vor allem in Frankreich internierte KPD-Emigranten. Im November 1943 verhaftet und im August 1944 ins KZ Ravensbrück gebracht, gelangte sie Ende April 1945 mit einem Transport des IRK (Bernadotte-Aktion) nach Schweden. Nach einem Sanatoriumsaufenthalt kehrte sie im Februar 1946 nach Deutschland zurück und arbeitete von März 1946 bis April 1947 als Sekretärin von Walter Ulbricht, war ab 1950 Mitarbeiterin im FDGB-Bundesvorstand, danach an der FDGB-Hochschule. Sie erhielt für ihre Mitarbeit in der Résistance 1954 die Französische Befreiungsmedaille und 1975 den französischen Orden für zivile und militärische Verdienste im antifaschistischen Widerstandskampf; 1978 den VVO in Gold.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs