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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Göttling, Willi

* 14.4.1918 – ✝ 18.6.1953

Geb. in einer Berliner Arbeiterfamilie; Vater nach 1946 Mitgl. der SED in West-Berlin; Militärdienst im 2. Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft. Rückkehr nach Berlin, Arbeit als Chauffeur in West-Berlin; seit 1952 arbeitslos; am 16.6. 1953 auf dem Weg zum Arbeitsamt Neukölln in Ost-Berlin verhaftet u. wieder entlassen, am frühen Nachmittag des 17.6.1953 erneut verhaftet u. an die sowjet. Besatzungsmacht übergeben; kein Nachweis über Aktivitäten; am 18.6.1953 standrechtl. erschossen, Hinrichtungsort…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Graaf, Jonny de

* 11.5.1894 – ✝ 2.12.1980

Geboren am 11. Mai 1894 in Nordenham als Johann de Graaf, Sohn eines Musikers. Verließ das Elternhaus und wurde Schiffsjunge bei der Handelsmarine, später Matrose. Wegen antimilitaristischer Propaganda im Oktober 1914 in Rotterdam verhaftet und als »lästiger Ausländer« nach Deutschland abgeschoben. Zur Kriegsmarine eingezogen, wegen Meuterei 1917 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Durch die Revolution befreit, kam er von Bremen ins Ruhrgebiet. Er war Hilfsarbeiter in Ahlen und gehörte der KPD seit ihrer Gründung an. Jonny de Graaf, von kräftiger Gestalt, war ein Draufgänger und entwickelte sich zu einem unter der Arbeiterschaft bekannten KPD-Funktionär. Er war lange Jahre Vorsitzender der KPD-Ortsgruppe Ahlen, ab 1926 zunächst RFB-Führer in Hamm und ab 1928 Führer des RFB Gau Ruhrgebiet und Sekretär des KPD-UB Hamm. Er war auch Mitarbeiter des AM-Apparats und wurde 1930 in den Provinziallandtag Westfalen gewählt. Da gegen ihn in einem Hochverratsverfahren ermittelt wurde, verließ er im Sommer 1930 Deutschland und fungierte in Moskau als Leiter eines Transports von Ruhrarbeitern, die sich als »Arbeitsemigranten« in die Sowjetunion gemeldet hatten. Jonny de Graaf besuchte die M-Schule der Komintern in Moskau, wirkte einige Zeit als Politinstrukteur für die deutschen Arbeitsemigranten im Donbass und wurde dann als Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der Komintern eingesetzt. Er war u. a. für die Komintern und die GRU in der Mandschurei, in Shanghai und später auch in Brasilien. Hier unterstützte er unter dem Decknamen Franz Gruber gemeinsam mit dem Komintern-Emissär Arthur Ewert die brasilianischen Kommunisten um Luis Carlos Prestes beim bewaffneten Aufstand Ende 1935. Der Aufstand scheiterte, de Graaf gelangte über Argentinien wieder zurück nach Moskau. Um seinen weiteren Lebensweg ranken sich Gerüchte. So soll Jonny de Graaf bereits Anfang der dreißiger Jahre vom britischen Geheimdienst MI6 angeworben worden sein und über den Komintern-Apparat berichtet haben. Während des Krieges Angehöriger der britischen Armee, er kehrte 1945 als Offizier nach Deutschland zurück, eine Zeitlang Verbindungsoffizier der britischen Armee zum Entnazifizierungsausschuß in Bad Oeynhausen. Später ging er nach Kanada, er nannte sich fortan de Graff. Er brachte es zu Reichtum, war Besitzer u. a. einer Ferienhaussiedlung mit über 30 Holzhäusern. Zusätzlich galt er als »Rußlandexperte«, er starb am 2.Dezember 1980 in Brockville, Ontario. Einer seiner Söhne, Jonny de Graaf jun. (*28.11. 1919), reiste mit der Mutter und den anderen Geschwistern in die Sowjetunion. Bereits im Frühjahr 1931 kehrte Maria de Graaf mit den Kindern wieder nach Deutschland zurück. Auf Druck des Vaters reiste de Graaf jun. erneut in die Sowjetunion, besuchte die Karl-Liebknecht-Schule in Moskau und die Berufsschule des Stalin-Autowerks. Am 11. Januar 1938 wurde de Graaf jun. verhaftet und beschuldigt, zum Kreis jener deutschen Kommunistenkinder zu gehören, die in Moskau eine »Hitler-Jugend-Organisation« gebildet hätten. Er wurde am 14.Mai 1938 aus der Haft entlassen, später jedoch erneut festgenommen und kam vermutlich im Gulag um.

Wer war wer in der DDR

Graefrath, Bernhard

* 12.2.1928 – ✝ 3.1.2006

Geb. in Berlin; 1946 SED; 1947 Volksrichterlehrgang, anschl. Jurastudium u. 1951 Prom. an der HU Berlin; 1953/54 als Hauptref. u. Abt.-Ltr. im Staatssekr. für HFS-Wesen verantw. für die Jurist. Fak.; dann Doz. an der HU Berlin; zugl. Mitgl. des Präs. der Dt. Liga für die Vereinten Nationen; 1958 »Revisionismus«-Vorwürfe u. Maßregelung im Kontext der »Babelsberger Konferenz« zur Rechtspol., anschl. bis 1960 »Bewährung« als Bürgermstr. der Stadt Zossen; 1963 Habil.; Prof. für Völkerrecht an der HU…

Wer war wer in der DDR

Graf, Günter

* 17.9.1934

Geb. in Suhl; Vater Brauer u. Mälzer; Grund- u. Oberschule; 1949 FDJ; 1953 / 54 Praktikant im VEB Mansfeld-Kombinat Eisleben u. im VEB Berliner Metallhütten- u. Halbzeugwerke; 1954 – 59 Studium an der Bergakad. Freiberg, Dipl.-Ing.; 1958 SED; 1959 – 64 Ass. an der Bergakad., Prom. zum Dr.-Ing.; 1964 – 69 Ltr. der Hüttentechnol. u. Chefmetallurge im VEB Mansfeld-Kombinat Eisleben; 1969 / 70 Sekr. für Wirtschaftspolitik der SED-KL VEB Mansfeld-Kombinat; 1970 – 78 stellv. Minister für Erzbergbau,…

Wer war wer in der DDR

Gräf, Roland

* 13.10.1934 – ✝ 11.5.2017

Geb. in Meuselbach (Thür.); Vater Holzarb.; Grundschule bis 1949; 1949 – 52 Ausbildung zum Industriekfm.; ABF bis 1954; 1954 – 60 Studium an der Dt. HS für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg, Fachrichtung Kamera; 1961 Kameramann im DEFA-Studio für Dok.-Filme; 1961 – 76 Kameramann u. Regisseur; Kameramann u. a. bei  Jürgen Böttcher,  Rainer Simon,  Lothar Warneke, Herrmann Zschoche; 1976 – 90 nur noch als Regisseur im DEFA-Studio für Spielfilme tätig; 1985 – 90 Vors. des Künstler. Rats im…

Wer war wer in der DDR

Gramlich, Horst

* 31.3.1938

Geb. in Antonufka (UdSSR); aufgew. in Potsdam; Grundschule; Lehre als Bankkaufm.; Stud. an der Wirtschaftsfachschule u. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Finanzwirt, 1972 Prom. zum Dr. rer. oec.; wiss. Mitarb., ab 1969 Doz. für Wirtschaftsplanung u. Planerfüllung an der ASR Potsdam; Herbst 1989 SDP, dann SPD; Mai 1990 – 98 OB von Potsdam (Nachf. von  Manfred Bille); in einem von CDU u. Bündnis 90 / Die Grünen initiierten Abwahlbegehren am 17. Mai 1998 mit 87,5 % der Stimmen als OB abgewählt.Andreas…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Granz, Bruno Richard

* 6.12.1880 – ✝ 3.11.1937

(* 1880 – † 1937) Geboren am 6. Dezember 1880 in Callenberg in Sachsen, Sohn eines Kleinbauern und Zimmermanns; Lehre als Bäcker. Bis 1906 Bäckermeister in Callenberg und Limbach, von 1906 bis 1910 Hilfsarbeiter in Chemnitz. 1910 zog er nach Limbach und arbeitete im Vorstand des dortigen Konsumvereins. Seit 1906 in der SPD, wurde er 1912 Vorsitzender der SPD-Ortsgruppe Limbach. Während des Weltkrieges entschieden gegen die Burgfriedenspolitik, nahm 1916 Verbindung zu Fritz Heckert und der Spartakusgruppe auf. 1916/17 Soldat, er setzte an der Front seine antimilitaristische Arbeit fort. Im Mai 1917 beschloß die Kreiskonferenz der SPD (Limbach-Flöha) mit 150 zu 33 Stimmen den Übertritt zur USPD und wählte Granz zum Kreisvorsitzenden. Im November 1918 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Limbach, am Jahresende Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD. Von 1919 bis 1933 war Granz Fraktionsvorsitzender der KPD in der Stadtverordnetenversammlung Limbach sowie von 1920 bis 1926 Landtagsabgeordneter in Sachsen. Er arbeitete von 1924 bis 1933 als Geschäftsführer des Limbacher Konsumvereins und war von 1919 bis 1930 Mitglied der BL Erzgebirge-Vogtland. Granz war Anhänger von Heinrich Brandler, mit dem er auch nach dessen Absetzung 1923 freundschaftlich verbunden blieb. Ein Briefwechsel mit Brandler (bis 1928 im Moskauer »Exil«) wurde bekannt und brachte Granz Ärger ein, er blieb aber in der KPD. Im März 1933 Emigration in die âSR und 1934 in die Sowjetunion, wo er in einer großen Moskauer Bäckerei unter dem Namen Otto Stoll arbeitete. Seinen jüngsten Sohn ermordeten die Nazis am 9. März 1933. Bruno Granz und sein Sohn Kurt, der bereits seit 1930 in der Sowjetunion als Maurer lebte, wurden 1937 vom NKWD verhaftet. Kurt Granz wurde am 28. Februar 1938 ermordet. Bruno Granz wurde am 3. November 1937 in Butowo erschossen. Sein Schicksal blieb in der DDR ein Geheimnis. Das ZK der KPD erklärte dem dritten Sohn, Walter, auf Anfrage nach dem Verbleib seines Vaters und seines Bruders, nichts Genaues zu wissen. Als sich dann Mitte der fünfziger Jahre auch die SED-Kreisleitung Karl-Marx-Stadt-Land nach Bruno Granz erkundigte, weil eine Straße in Limbach nach ihm benannt werden sollte, vermerkte Walter Ulbricht am 21. Juli 1958 quer über eine Hausmitteilung der Abteilung Kaderfragen an die Allgemeine Abteilung: »Man kann die Straße mit seinem [Bruno Granz] Namen benennen.« Später war – wie ein Band über Gedenkstätten berichtete – auf einer Gedenktafel in Limbach sogar die Lüge zu lesen, Bruno Granz sei in der UdSSR »1937 nach langer Krankheit« verstorben.

Wer war wer in der DDR

Graßhoff, Helmut

* 7.11.1925 – ✝ 18.7.1983

Geb. in Hamersleben (Krs. Oschersleben); Vater Kfm.; OS; 1943 RAD, 1943 – 45 Wehrmacht, Uffz.; 1945 – 47 Kriegsgefangenschaft. 1948 Abitur; SED; Ausbildung zum Landwirt u. Bankkfm.; Tätigkeit im landw. Genossenschaftswesen; 1950 Studium der Wirtschaftswiss., 1951 – 54 der Slawistik an der HU Berlin; 1954 – 56 wiss. Assistent u. Lehrbeauftr. für russ. Lit. am Slaw. Inst. der HU Berlin; 1956 – 59 wiss. Aspirant am Inst. für Slawistik der DAW, 1959 Prom. zum Dr. phil. an der HU Berlin; ab 1958…

Wer war wer in der DDR

Gratzik, Paul

* 30.11.1935 – ✝ 18.6.2018

Geb. in Lindenhof (Krs. Lötzen, Ostpr./Lipowy Dwor, Polen); Vater Landarb.; Volksschule; 1952 – 54 Ausbildung zum Tischler; arbeitete als Bauarb. im Ruhrgeb., in Berlin u. Weimar; danach im Braunkohletagebau in Schlabendorf; 1962 Funktionär der FDJ-KL Weimar, Sektorenltr. im Jugenklubhaus »Walter Ulbricht«; 1962 – 81 als IM »Peter« für das MfS erf., Beendigung der IM-Tätigkeit durch Verweigerung weiterer Zusammenarbeit; 1963 – 68 Studium am IfL in Weimar; 1968 Aufn. zum Studium am Lit.-Inst.…

Wer war wer in der DDR

Graul, Walter

* 11.11.1913 – ✝ 1992

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1928 SAJ, 1931 KJVD; 1928 – 1931 Laufbursche u. Lehrling im Rechtsanwaltsbüro Landau in Berlin; 1931 – 34 kaufm. Angest. bei der Verwertungsgesell. für Urheberrechte Gema bzw. Stagma in Berlin, 1935 – 39 bei der Rhein.-Westfäl. Versicherungsgesell. in Berlin, 1939 – 43 bei Benzolvertrieb Berlin; 1939 – 41 illeg. Arbeit in Berlin-Neukölln; 1943 – 45 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgef. 1949 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1949 – 54 Red., Mitgl. des…

Wer war wer in der DDR

Greifzu, Paul

* 7.4.1902 – ✝ 10.5.1952

Geb. in Suhl; 1908 – 16 Volksschule; 1916 – 19 Lehre als Werkzeugmacher u. Mechaniker; ab 1919 in der väterl. Kfz-Reparaturwerkstatt Leonhard Greifzu, Eigenbau eines Sechssitzer-Bobs (Teiln. an Bob-Rennen in Oberhof); 1920 Volontariat in der Motorradfirma »Krieger & Gnädig« in Suhl (Umbau einer »KG« als erste Rennmaschine); 1921 erstmals Teiln. an einer Langstreckenfahrt; 1923 3. Pl. beim 1. Adlerbergrennen; 1924 Sieger der Bergprüfungsfahrt Saalfeld-Arnsgereuth; 1925 Sieg beim 2.…

Wer war wer in der DDR

Greiner-Pol, André

* 12.5.1952 – ✝ 15.12.2008

Geb. in Berlin; Mutter Tänzerin, Vater Komponist u. Ltr. des Erich-Weinert-Ensembles, aufgewachsen bei den Großeltern in Berlin; ab 1961 klass. Violinenunterricht; Lehre als Elektronikschlosser bei der DR, anschl. Arbeiter im Gleisbau; Wehrdienst bei der Volksmarine, dort Gründung der Band »WAF-Expression«; Rückkehr nach Berlin, Gelegenheitsarb. als Bote, Verkäufer, Pförtner, Schwarztaxifahrer; Gitarrenausb. an der Musikschule Berlin-Friedrichshain; 1975 Geiger in der Rockgruppe »Elephant«; 1976…

Wer war wer in der DDR

Gottschaldt, Kurt

* 25.4.1902 – ✝ 24.3.1991

Geb. in Dresden; Vater Fabrikbesitzer; Studium der Psychol., Philos. u. Naturwiss. in Berlin; 1926 Prom. bei Wolfgang Köhler mit einer wahrnehmungspsycholog. Arbeit; 1926 – 29 Assistent am Berliner Psycholog. Inst.; 1929 – 33 Assistent bzw. Oberassistent am Pathopsycholog. Inst. der Univ. Bonn, 1932 dort Habil.; zugl. Mitarb. in der Rhein. Anstalt für schwererziehbare Kinder; 1935 – 45 Ltr. der neugegr. »Erbpsycholog. Abt.« des Kaiser-Wilhelm-Inst. für Anthropol., menschl. Erblehre u. Eugenik in…

Wer war wer in der DDR

Grabner, Hasso

* 21.10.1911 – ✝ 3.4.1976

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter, Mutter Arbeiterin; aufgew. bei Großmutter u. Tante; Volks- u. Mittelschule; Lehre als Buchhändler; 1929 KJVD; 1930 KPD; Besuch der Reichsparteischule; nach 1933 illeg. Widerstandsarb.; 1934 verhaftet, 14.5.1935 Verurteilung zu vier Jahren Zuchthaus, bis 1938 im Zuchthaus Waldheim, anschl. bis 1940 im KZ Buchenwald inhaftiert; 1942 zum Strafbataillon 999 eingezogen. Nach Kriegsende Mitbegr. der FDJ; 1946 Ltr. der Kulturabt. des Jugendaussch. bzw. Stadtdir. beim…

Wer war wer in der DDR

Graetz, René

* 2.8.1908 – ✝ 17.9.1974

Geb. in Berlin, aufgew. in Genf; 1923 – 29 Ausbildung zum Tiefdrucker; 1929 – 38 in Kapstadt (Südafrika) Monteur einer Großdruckerei im Auftrag der Londoner »Times«; 1932 Aufn. in die Bildhauerkl. der Primavera-Kunstschule Kapstadt; 1934 Aufgabe der Tätigkeit als Drucker; 1935 Arbeit als Bildhauer; 1938 Abreise aus Südafrika, Verfolgung wegen Teiln. an antifa. Flugblattaktionen im Hafen von Kapstadt; 1939 über die Schweiz u. Paris ins Exil nach London; Arbeit als Drucker u. Heizer; nach 1939…

Wer war wer in der DDR

Gräf, Hugo

* 10.10.1892 – ✝ 23.10.1958

Geb. in Rehestädt (Krs. Arnstadt/Thür.); Vater Maurer; Mutter Dienstmagd u. Landarbeiterin; ab 1902 als Knecht bei einem Bauern; Volksschule; Ausb. zum Schlosser; im Beruf tätig, Wanderschaft; 1907 DMV; 1910 SPD; 1912 – 16 Militärdienst, schwer verwundet, 1916/17 zwangsverpflichtet in der Gewehrfabrik Erfurt; 1917 Mitbegr. des Reichsbunds der Kriegsbeschädigten in Thür.; 1917 USPD u. Spartakusbund in Erfurt; 1919 KPD, Mitbegr. der KPD-Ortsgr. Erfurt; 1919 Mitbegr. des Bundes der Kriegsopfer;…

Wer war wer in der DDR

Graffi, Arnold

* 19.6.1910 – ✝ 30.1.2006

Geb. in Bistritz (Rumänien/Bistrita); Vater Volksschullehrer; 1930 – 36 Med.-Studium in Marburg u. Leipzig; 1936 – 39 Tätigkeit an der Berliner Charité, dort 1940 Prom.; 1939/40 wiss. Mitarb. am Paul-Ehrlich-Inst. für Experiment. Therapie in Frankfurt (Main); 1940 – 42 wiss. Assistent am Patholog. Inst. der Univ. Prag, 1942/43 am Histolog. Inst. der Univ. Budapest; 1943 – 47 Mitarb. der Schering-AG Berlin. 1947/48 Abt.-Ltr. am Bakteriolog.-Serolog. Inst. in Perleberg; 1947 – 50 SED; 1948 Habil.,…

Wer war wer in der DDR

Grande, Dieter

* 24.2.1930

Geb. in Waldenburg (Niederschles./Wałbrzych, Polen); 1949 Abitur in Nordenham (Weser); 1950 – 53 Studium der Theol. in Münster; 1953 Übersiedl. in die DDR u. Studium der Theol. in Erfurt; 1955 Priesterweihe in Neuzelle; 1956 Kaplan in Karl-Marx-Stadt, 1957 – 61 Kaplan in Leipzig, 1961 – 63 Pfarrvikar in Dresden-Pillnitz; 1963 – 69 Diözesanjugendseelsorger des Bistums Meißen; 1969 – 71 Sekr. der Diözesansynode des Bistums Meißen; 1972 – 75 Sekr. der Dresdner Pastoralsynode der kath.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Granzow, Kurt

* 7.5.1909 – ✝ 19.8.1943

Geboren am 7. Mai 1909 in Berlin, Sohn eines Werkzeugmachers; lernte Goldschmied. Er trat 1925 dem KJVD und 1929 der KPD bei und wurde im November 1932 zur militärpolitischen Ausbildung nach Moskau geschickt. Ab Juli 1933 war er als Eugen für die illegale KPD in Berlin tätig. Er erhielt von Rudolf Schwarz Ende 1933 den Auftrag, den V-Mann der Gestapo Alfred Kattner zu »liquidieren«. Gemeinsam mit Hans Schwarz führte er am 1. Februar 1934 den »kommunistischen Fememord« aus. Granzow floh über Prag nach Paris, wirkte hier für die Rote Hilfe und wurde später »Abwehrleiter« in Zürich. Von 1936 bis 1938 Leiter des Nachrichtendienstes in Kopenhagen, verhandelte in Schweden und Norwegen über Asylmöglichkeiten für KPD-Flüchtlinge. Ab 1937 kämpfte Granzow bei den Internationalen Brigaden in Spanien und war danach 1939 in Frankreich interniert. Ende 1941 nach Algerien verschleppt, von dort wurde er nach der Landung der Alliierten Ende 1942 nach Südfrankreich zurückgebracht und nach Deutschland überführt. Kurt Granzow wurde am 19. August 1943 vom VGH zum Tode verurteilt und am 10. September 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Grasnick, Georg

* 25.4.1927

Geb. in Berlin; Vater Autoschlosser; Volks- u. OS, Notabitur; 1943 – 45 Wehrmacht (Luftwaffenoberhelfer). 1945 KPD u. Antifa-Jugend; Kurier, Angest., stellv. Unterbürgermeister in Berlin-Reinickendorf; Straßenobmann beim Antifa-Komitee u. Magistrat von Groß-Berlin; 1946 SED; 1946 – 52 Volontär bzw. Hilfsred. beim Berliner Rundfunk; Juli – Sept. 1946 Lehrgang an der Rundfunkschule; 1953 – 58 stellv. Gruppenltr., Chefred. u. 1958 kommissar. Intendant des Berliner Rundfunks; 1958 Fernstudium an der…

Wer war wer in der DDR

Grau, Günter

* 10.3.1940

Geb. in Quedlinburg (Harz); Vater Angest.; 1958 – 62 Studium der Volkswirtschaft; 1961 – 71 Red. der Wiss. Ztschr. der KMU Leipzig; 1968 – 70 externes Teilstudium der Psychol., 1971 Dr. phil.; nach Weigerung, der SED beizutreten, keine Zulassung zur Habil.; »Bewährung in der Praxis«: 1971 – 83 Arbeit im Verlag Edition Leipzig, 1983 – 86 in der Ev. Verlagsanstalt; seit 1973 nebenberufl. Studien zur Sexualität u. Weiterbildung in Psychotherapie u. Sexualberatung; 1985 – 90 Teilbeschäftigung als…

Wer war wer in der DDR

Gregor, Kurt

* 21.8.1907 – ✝ 5.5.1990

Geb. in Dresden; Vater Arbeiter; Volksschule in Dresden; 1923 – 26 Ausbildung zum Maschinenbauer, bis 1927 im Beruf tätig; 1926 – 31 Weiterbildung in Abendkursen zum Maschinenbau-Ing.; 1927 – 32 Techniker bzw. Ing. in Arbeitsvorbereitungsbüros Dresdener Maschinenfabriken; 1931 KPD u. RH; 1932 – 38 Techniker bzw. Techn. Dir. in Maschinenfabriken der UdSSR; 1938 Rückkehr nach Dtl.; 1938 – 45 Ltr. der Normabt. bzw. Techn. Ltr. in dt. Maschinenfabriken, zumeist in Dresden; 1938 – 45 illeg. pol.…

Wer war wer in der DDR

Greiner, Johann (Hans)

* 12.10.1923 – ✝ 9.5.2003

Geb. in Wien; Vater Dreher; 1930 – 33 wg. der berufl. Tätigkeit des Vaters in Singapur u. Malaysia; 1933 – 35 Volksschule in Wien; 1935 – 38 Bundesrealschule Wien; 1938 / 39 Lehre als Gärtner an der priv. Lehranstalt Wien-Kagran; 1939 – 42 Höhere Versuchs- u. Lehranstalt für Gartenbau Wien-Klosterneuburg, Abitur; 1942 Wehrmacht, Verwundung in der UdSSR; 1943 – 45 Studium am Inst. für Landschafts- u. Gartengestaltung an der HU Berlin. 1946 – 49 Tätigkeit beim Landschaftsarchitekten Walter Rossow…

Wer war wer in der DDR

Grell, Günter

* 11.1.1926 – ✝ 28.4.1997

Geb. in Lichterfelde (Krs. Oberbarnim); Vater Arbeiter; Grundschule; Lehre u. Arbeit als Verwaltungsangest.; 1943 RAD; 1943 / 44 Wehrmacht; 1944 – 47 in brit. u. amerikan. Kriegsgef. 1947 Landarb.; 1947 – 51 Angest. der Sozialversicherungskasse Oberbarnim; 1951/52 Sachbearb. im VEB Rohrleitungs- u. Apparatebau Finow; 1952 – 54 Sekr. der SED-BPO im VEB Walzwerk Finow; 1954 / 55 Lehrgang an der SED-BPS in Beeskow; 1955 – 60 Ass., Lehrer u. Lehrstuhlltr. an der SED-BPS in Eberswalde; 1955 – 64…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Götz, Joseph

* 15.11.1895 – ✝ 9.5.1933

Geboren als Sohn einer ledigen Mutter am 15.November 1895 in München, verlebte eine schwere Kindheit; lernte Schlosser. 1914 zum Militär eingezogen, Heizer bei der Marine. Hier spielte Götz als Oberheizer auf der »Nassau« bei der Matrosen-Meuterei 1917 eine führende Rolle. Er wurde deswegen am 6. Dezember 1917 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt und erst durch die Novemberrevolution 1918 befreit. Götz kehrte nach München zurück, schloß sich dem Spartakusbund und dann der KPD an und gehörte zur Matrosenkompanie, die sich für die Räterepublik einsetzte. Im Mai 1919 in Nürnberg verhaftet, weil er eine Demonstration gegen die Erschießung von Kommunisten organisiert hatte. Nach der Freilassung arbeitete Götz bis 1922 als Schlosser, dann erwerbslos, im Februar 1923 wurde er von der KPD als Sekretär für Gewerkschaftsfragen bei der BL Südbayern hauptamtlich angestellt. Götz saß von Oktober 1923 bis April 1924 in »Schutzhaft«, im Juli 1924 erneut zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Mitte 1924 Orgleiter der KPD Südbayern, als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag gewählt. Am 16. Februar 1925 auf der Süddeutschen Konferenz der KPD zusammen mit vielen anderen kommunistischen Funktionären verhaftet. Wegen Betätigung in der in Bayern noch immer illegalen KPD in Untersuchungshaft (zusammen mit dem Polleiter Joseph Schlaffer) und trotz seiner Immunität bis Dezember 1925 in Stadelheim festgehalten. Vom 18. bis 21. Januar 1926 Prozeß vor dem Reichsgericht in Leipzig, das ihn wegen Tätigkeit für die verbotene KPD zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilte. Da der Landtag im Juni 1926 seine Immunität aufhob, flüchtete Götz für einige Zeit nach Moskau und legte von dort aus im Januar 1927 sein Mandat nieder. Nach der Amnestie 1928 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde Götz erneut in den Bayerischen Landtag gewählt und wieder Orgleiter der KPD in Südbayern. Im März 1933 verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Dort wurde Joseph Götz von der SS unmenschlich gefoltert und sofort nach der Flucht von Hans Beimler am 9. Mai 1933 erschossen.

Wer war wer in der DDR

Gräbner, Walter

* 18.5.1935

Geb. in Dresden; Vater Angest.; 1941 – 49 Grundschule in Dresden, 1953 Abitur an der OS Radebeul; anschl. Praktikant bei der DR; 1954 – 59 Studium der Eisenbahnmaschinentechnik an der HS für Verkehrswesen (HfV) Dresden, Dipl.-Ing.; 1959 – 70 Ass. am Lehrstuhl für Fördertechnik, 1963 Prom. mit einer Studie zur Berechnung von Aufzugstreibscheiben mit Keilrillen, 1969 Habil. mit einer Arbeit über die Planung von Personenaufzügen in Hochhäusern; 1970 Praxisjahr am Inst. für Verkehrsforsch. Berlin;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gräf, Paul

* 18.12.1895 – ✝ 9.2.1979

Geboren am 18. Dezember 1895 in Wallendorf/ Kreis Saalfeld, Sohn eines Porzellanformers. Arbeit als Maler und Emailleur in Pforzheim/ Baden. Im August 1914 Kriegsfreiwilliger, Ende 1916 schwer verwundet (Verlust des rechten Auges), danach Garnisionsdienst in Marienburg/Westpreußen, im November 1918 im Arbeiter- und Soldatenrat. Von 1920 bis 1923 Arbeiter in der Majolika-Manufaktur in Karlsruhe. 1922 Mitglied der KPD. Mitte 1923 gesucht wegen »Zersetzungsarbeit« unter der Polizei, floh er, lebte illegal in Mannheim und Frankfurt am Main, war bis zur Amnestie 1928 Redakteur. 1929 Kursant der M-Schule in Moskau (2. Militärpolitischer Lehrgang), nach seiner Rückkehr 1930 Mitarbeiter des zentralen AM-Apparates, redigierte u. a. die Zeitschrift »Oktober«. 1931 Leiter der AM-Arbeit im Bezirk Niederrhein. Gräf kam im Oktober 1932 erneut zur M-Schule nach Moskau, dort Hilfslektor. Im April 1933 kehrte er illegal über die âSR nach Deutschland zurück und leitete die AM-Arbeit in Berlin-Brandenburg. Am 24. Oktober 1933 mit Alexander Starck (Leiter AM-Arbeit–Reich des KJVD) festgenommen und am 25. Januar 1934 vom Kammergericht Berlin zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, die er in Berlin-Tegel verbüßte. Im Sommer 1936, noch während der Haft, wurde Gräf mehrmals zu Gestapo-Verhören in die Prinz-Albrecht-Straße gebracht. Nach Aufdeckung seiner AM-Tätigkeit durch Verrat eines Mitkursanten der M-Schule, drohte ihm die Gestapo mit einem neuen Verfahren, nutzte ihn als Auskunftsperson und versuchte ihn als V-Mann zu rekrutieren. Ende 1936 nach Thüringen freigelassen, arbeitete Gräf als Porzellanmaler und Zeichner. Von 1940 bis 1945 Soldat und im Mai 1945 kurzzeitig in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Danach Leiter der KPD-Kreisschule in Probstzella, später Leiter der SED-Landesparteischule in Camburg, bis 1951 Leiter der Abteilung Presse und Information des SED-LV Thüringen. Im Zuge der Parteiüberprüfungen 1951 von der Funktion entbunden, noch Redakteur bei der Zeitung »Das Volk« in Erfurt. Im Herbst 1952 schloß die BPKK Erfurt Gräf wegen »Feigheit« und als »Verräter der Arbeiterklasse« aus der SED aus. Als Chemiegraph in der Druckerei »Fortschritt« beschäftigt, war er von 1954 bis 1963 Mitarbeiter bei der Zeitung »Das Volk« und wurde am 30. Januar 1959 wieder in die SED aufgenommen. Paul Gräf starb am 9.Februar 1979 in Gräfenthal.

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Gräf, Hugo

* 10.10.1892 – ✝ 23.10.1958

Geboren am 10. Oktober 1892 in Rehestädt bei Arnstadt, Sohn eines Maurers; lernte Schlosser und ging auf Wanderschaft. 1910 Mitglied der SPD. Nach der Militärzeit wieder Schlosser, kam 1914 an die Front, von der er schwerverwundet heimkehrte, er hatte das linke Bein verloren. Ab 1917 aktiv im Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Er arbeitete als stellvertretender Meister in Erfurt. Gräf schloß sich 1917 der USPD an, wurde 1919 Mitglied der KPD. Nach Spaltung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten führte Gräf den neuen radikalen Internationalen Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit. Von April 1919 bis Juli 1920 angestellter Sekretär des Thüringer Verbandes des Bundes. Im Juni 1920 wegen Anti-Parlamentarismus aus der KPD ausgeschlossen, 1923 wieder aufgenommen. Ab Juni 1920 war Gräf Mitarbeiter des Bundesvorstandes und leitete die Org- und Rechtsabteilung des Internationalen Bundes in Berlin. Ende 1924 Bezirksvorsitzender des Bundes Nordwestdeutschland in Hamburg. Von April 1927 bis 1933 als Nachfolger Karl Tiedts Vorsitzender dieser Organisation. 1928 wurde er im Wahlkreis Dresden-Bautzen in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Gräf wurde am 13. März 1933 verhaftet und war bis 24. Juni 1935 in »Schutzhaft« in den KZs Colditz und Sachsenburg, leitete die Buchbinderei im Lager. Dort wurde er von der SS besonders schikaniert, durfte weder seinen Stock benutzen noch wurde er von Appellen oder Marschübungen freigestellt. Eine dramatische Begebenheit während einer Visite Himmlers im KZ Sachsenburg im Februar 1935 schildert Walter Janka in seinen Erinnerungen »Spuren eines Lebens«. Als Himmler die Buchbinderei betrat, »richtete er seinen Stock auf Gräf, den ehemaligen Kollegen im Reichstag. Lächelnd, beinahe freundlich fragte er: ?Wie geht es denn, Häftling Gräf?? Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Hugo zeigte sich gefaßt und erwiderte: ?Ganz gut Herr Reichsführer.? Nach kurzer Überlegung fügte er hinzu: ?Ich mache halt auf einem Bein, was andere mit Mühe auf zwei Beinen schaffen.? Himmler senkte den Blick, sah auf die Prothese und antwortete: ?Sie haben in Frankreich gekämpft, wenn man mich richtig informiert hat.? ?So ist es, Herr Reichsführer. Und da ist auch das linke Bein geblieben.? Himmler, etwas verlegen, erwiderte: ?Das ehrt Sie.?« Später aus dem KZ entlassen, emigrierte Gräf in die âSR, im Dezember 1938 über Frankreich nach Großbritannien, wo er in Glasgow als Werkzeugmacher arbeitete. 1940/41 Internierung auf der Isle of Man. Er gehörte der KPD-Landesleitung in Großbritannien an und leitete 1945 das Scottish Refugee Centre (Schottisches Emigrantenzentrum) in Glasgow. Im August 1946 kehrte Gräf nach Deutschland zurück, war von 1946 bis 1949 in der Abteilung Arbeit und Sozialfürsorge des ZS der SED, zuletzt Leiter dieser Abteilung. Von 1949 bis 1951 Vorsitzender der FDGB-Gewerkschaft Gesundheitswesen. Er wurde im November 1951 Landrat bzw. Vorsitzender des Rates des Kreises Gotha. 1957 erhielt er den VVO in Silber. Hugo Gräf starb am 22.Oktober 1958 in Gotha. Gräfs erste Frau Herta, geborene Klaue (*28. 2. 1903 - † 4. 8. 2007), war Stenotypistin und Kontoristin. Seit 1918 Mitglied der SAJ, ab 1923 der KPD, arbeitete sie beim Internationalen Bund der Kriegsopfer, 1925 bei der KPD-BL Wasserkante in Hamburg, ab 1928 beim ZK der KPD in Berlin. Im Sommer 1928 Sekretärin in der deutschen Vertretung bei der Komintern, sie nahm im Februar 1933 an der KPD-Tagung in Ziegenhals bei Berlin teil. Im September 1933 unter Polizeiaufsicht Heirat mit Hugo Gräf. Bis 1936 illegale Arbeit, dann Emigration mit ihrem Sohn Arno (*1932) in die âSR. Ende 1938 nach Großbritannien, wo sie den Emigrantenklub in Glasgow leitete. Im September 1947 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, bis 1958 in verschiedenen staatlichen und gesellschaftlichen Verwaltungen in der SBZ/DDR.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

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Graffunder, Heinz

* 23.12.1926 – ✝ 9.12.1994

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Ausbildung zum Maurer; 1949 – 52 Vereinigte Ing.-Schulen Berlin-Neukölln; SED; 1952 – 67 Architekt u. Abt.-Ltr. im VEB Bauprojektierung u. Nachfolgebetrieb; Wohnungsbauten in Berlin-Steglitz, -Friedrichshain, -Lichtenberg; seit 1954 Bauten des Tierparks Berlin-Friedrichsfelde einschließl. Alfred-Brehm-Haus; 1957 – 60 Freibad in Berlin-Pankow; 1963 – 65 Botschaft der DDR in Budapest; Gesamt- u. Einzelplanungen für Zoolog. Gärten u. a. in Rostock, Cottbus,…

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Grandetzka, Willi

* 10.3.1927 – ✝ 14.4.1979

Geb. in Mühlrätlitz (Krs. Lüben, Niederschles./Miloradzice, Polen); Vater Landarb.; Volksschule; Landarb.; 1944 NSDAP; Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft; Umsiedl. 1946/47 Mitarb. in der elterl. Landw.; 1947 – 51 Neubauer; 1949 Mitgl. der DBD; 1951 – 57 pol. Mitarb. der DBD im Krs. Merseburg u. beim PV in Berlin; 1956/57 Studium am Inst. zur Ausbildung von Funktionären für die soz. Landw. in Schwerin, staatl. geprüfter Landwirt; 1957 – 65 Mitgl. u. Sekr., 1965 – 79 1. Vors. des Bez.-Verb. Erfurt…

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Grapow, Hermann

* 1.9.1885 – ✝ 24.8.1967

Geb. in Rostock; Vater kfm. Angest.; Gymnasium, Abitur; 1906 – 10 Studium der Ägyptol. an den Univ. Berlin u. Göttingen; 1907 – 22 wiss. Hilfsarb. beim Wörterbuch der ägypt. Sprache an der Preuß. AdW; 1912 Prom. an der Univ. Berlin; 1922 – 37 wiss. Beamter der Preuß. AdW; 1937 NSDAP; 1938 Ord. Mitgl. der Preuß. AdW, 1939 – 45 Sekr. der Philosoph.-hist. Kl. u. 1943 – 45 Vizepräs. der Preuß. AdW; 1938 – 45 Honorarprof. bzw. ord. Prof. für Ägyptol. an der Univ. Berlin, 1940 – 45 Dekan, 1943 – 45…

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Grasse, Paul

* 23.12.1883 – ✝ 24.1.1946

Geboren am 23. Dezember 1883 in Dahme bei Jüterbog. Nach der Lehre als Schlosser auf Wanderschaft. Ließ sich in Berlin nieder, wo er der SPD beitrat. Lange Jahre als Kaufmann beschäftigt, nach dem Krieg wieder als Schlosser. 1917 Mitglied der USPD, ging mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Seit 1925 gehörte Grasse der KPD-BL Berlin-Brandenburg an. Auf dem XI. Parteitag 1927 als Kandidat ins ZK gewählt, war er auch in der Politischen Kommission dieses Parteitags. 1928 Abgeordneter des Preußischen Landtags, gleichzeitig hauptamtlicher Sekretär, er leitete dann in der Berliner BL bis 1932 die Kommunalabteilung. 1932 nicht mehr in den Landtag gewählt, in die RGO versetzt. Im Februar 1933 in Berlin festgenommen und im Columbiahaus schwer mißhandelt. 1934 irrtümlich aus dem KZ entlassen, lebte Grasse mehrere Monate illegal in Berlin. Dann Emigration, zunächst in Prag Generalagent für die »Deutsche Volkszeitung«, 1937 in Paris. Er gehörte ab 1942 der neuen Westleitung der KPD an. Im November 1943 von der französischen Geheimpolizei verhaftet und an die Gestapo übergeben, kam er ins KZ Buchenwald. Dort 1945 befreit, kehrte im Juni 1945 krank nach Berlin zurück. Franz Dahlem bat im Oktober 1945 in einem Schreiben an Karl Raddatz vom OdF-Hauptausschuß, sich besonders um Paul Grasse zu kümmern, der nach einem Schlaganfall schwer behindert war. Paul Grasse starb am 24. Januar 1946 in Berlin an den Folgen der KZ-Haft.

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Graubner, Wolfgang

* 24.9.1933

Geb. in Wünschendorf (Krs. Marienberg); Vater Arbeiter; Grundschule; 1948 – 51 Lehre als Elektromonteur; 1950 FDJ; 1951 – 53 Elektromonteur im VEB Kombinat Espenhain; 1953 – 56 Abiturausbildung an der ABF »Wilhelm Pieck« in Freiberg; 1956 – 61 Studium an der TH Ilmenau, Dipl.-Ing.; 1957 SED; 1961 – 68 Ass. am Inst. für theoret. Elektrotechnik der TH Ilmenau; 1968 Prom. zum Dr.-Ing; 1968/ 69 Zusatzstudium an der Polytechn. Hochschule in Kiew; 1969 – 71 wiss. Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. in der VVB…

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Gregori, Theo

* 31.7.1929

Geb. in Rochlitz (Krs. Mittweida); Vater Maurer; Volksschule; 1944/45 Montagearb.; 1945 Landarb. 1945 – 48 Ausbildung zum Zimmermann; 1947 SED; 1948/49 Angest. beim Rat des Krs. Rochlitz; 1949/50 Offz.-Schüler an der VP-Schule Döbeln (Bez. Leipzig); 1950/51 Abt.-Ltr. bei der VP Leipzig; 1951/52 Offz.-Hörer an der VP-Schule Kochstedt (b. Dessau); 1952/53 stellv. Ltr. der Abt. Militärfragen des FDJ-ZR; 1954 Offz.-Hörer an der HS für Offz.; 1954/55 Red. der Abt. Vorschriften im KVP-Stab; 1955 – 59…

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Greiner, Daniel

* 27.10.1872 – ✝ 8.6.1943

Geboren am 27. Oktober 1872 in Pforzheim, Sohn eines Schuhmachers; studierte nach Abschluß des Gymnasiums in Worms Theologie und Philosophie an der Universität Gießen. Nach dem Studium und der Promotion über Immanuel Kant 1897 Rektor und Hilfsgeistlicher (Assistent) in Schotten/Oberhessen, 1899 Heirat mit Emilie Suppes. Zuletzt als Pfarrer tätig, schied 1902 nach Bruch mit der Kirche aus seinem Amt aus, blieb aber Christ. Ab 1903 arbeitete Greiner als Bildhauer und Maler, wurde dann zum Mitglied der berühmten Künstlerkolonie Darmstadt berufen und lebte ab 1908 in Jugenheim/Bergstraße. Vor dem Weltkrieg in der SPD, 1917 Übertritt zur USPD. Greiner stand auf dem linken Flügel der Partei und kam 1920 zur KPD. Delegierter auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 für den Bezirk Hessen. Er rückte im Juni 1924 für Adam Ebner, der in den Reichstag einzog, in den Hessischen Landtag nach. Im Dezember 1924 in den Landtag gewählt, spielte Greiner dort bis 1927 eine achtunggebietende Rolle. 1926 wurde ein Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochverrat, das seit 1923/24 gegen ihn lief, durch eine Amnestie eingestellt. Greiner gehörte in der KPD zur Linken und war 1925 sehr aktiv. Sein Versuch, Christentum und Kommunismus zu verbinden, isolierte ihn, er zog sich nach 1926 von der direkten Politik zurück. Als Künstler war er eine bekannte Persönlichkeit, schuf zwischen 1924 und 1932 mit Holz- und Linolschnitten die »Greiner-Bilderbibel«, aber zugleich zahlreiche kämpferische, radikale, politische Arbeiten. Nach 1933 politisch verfemt, blieb er künstlerisch aktiv. Daniel Greiner starb am 8. Juni 1943 in Jugenheim/Bergstraße. 1948 stellte der Evangelische Preßverband Darmstadt die erste Gedächtnisausstellung »Daniel Greiner« zusammen, dann folgte zum 100. Geburtstag 1972 »Der Bildhauer und Maler Daniel Greiner«. Im September 2003 fand schließlich in Wetzlar zu Ehren des Künstlers eine Ausstellung seines vielfältigen Schaffens statt. Greiners Tochter Waltraud heiratete 1925 den KPD-Funktionär Johannes Fladung. Greiners Schwiegersohn Heinrich Bersch (*15. 9. 1901 in Jugenheim), verheiratet mit Tochter Helga, seit 1927 in der KPD, ging 1932 als Ingenieur in die UdSSR, wurde dort im Juli 1937 vom NKWD verhaftet und am 9. Oktober 1937 erschossen.

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Grell, Heinrich

* 3.2.1903 – ✝ 21.8.1974

Geb. in Lüdenscheid (Westf.); Vater Metzgermstr.; Gymnasium; 1922 – 27 Studium der Mathematik u. Naturwiss. an der Univ. Göttingen, 1926 Prom. bei Emmy Noether zur Idealtheorie; 1928 – 34 an der Univ. Jena, 1930 Habil. u. Doz.; 1934 Umhabilitierung an die Univ. Halle, dort im April 1935 verhaftet u. amtsenthoben; 1935 – 39 arbeitslos, Gelegenheitsarbeiten; 1939 – 44 Arbeitsgr.-Ltr. im Entw.-Büro der Messerschmitt-AG in Augsburg; 1944/45 Mathematiker beim Reichsforschungsrat Erlangen. 1947/48…

Wer war wer in der DDR

Götzl, Eduard

* 18.2.1921 – ✝ 16.1.1986

Geb. in Petschau (Krs. Teplitz/ČSR/Bečov nad Teplou, Tschechien); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule in Petschau u. Karlsbad; Ausb. zum Mechaniker; 1936 SAJ in der ČSR; 1943 Wehrmacht; 1943 – 45 im Flugzeugbau dienstverpflichtet. 1945/46 KPD/SED; 1946 Dt. Volkspolizei; Instrukteur der SED-Landesltg. Thür.; 1949/50 Studium an der PHS; 1950/51 Sekr. der SED-BPO Maxhütte-Unterwellenborn; 1951 – 54 Dir. des Stahl- u. Walzwerks Brandenb.; 1952 Mitgl. der SED-BL Potsdam; 1954/55 Studium in der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Grade, Alfred

* 25.12.1899 – ✝ 25.8.1984

Geboren am 25. Dezember 1899 in Halle, Sohn eines Ingenieurs. Besuch des Gymnasiums. 1917 zum Militär eingezogen, bis Kriegsende Flieger. Grade, der sich bereits 1916 an Demonstrationen gegen den Krieg beteiligt hatte, schloß sich bei Kriegsende der sozialistischen Proletarierjugend an. Er trat als Volontär in den Volksbuchhandel Halle ein. Mitglied der USPD, ging mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis 1925 Leiter der Filialen des Volksbuchhandels Halle im Bezirk Halle-Merseburg. Am 1. April 1925 verurteilte ihn der Gerichtshof zum Schutz der Republik wegen eines Zeitungsaufsatzes gegen Hjalmar Schacht zu zehn Monaten Festungshaft. 1926 amnestiert, berief ihn die KPD in die Redaktion des »Klassenkampfes« in Halle. 1928 übernahm Grade die Chefredaktion des »Klassenkampfes«. Er zählte zu den Versöhnlern, trennte sich aber Anfang 1929 von ihnen. Anfang 1930 zum stellvertretenden Chefredakteur der »Roten Fahne« nach Berlin beordert, aber Ende 1930 wegen Eintretens für die »Einheitsfront um jeden Preis« in die Provinz verschickt. Von 1931 bis Herbst 1932 Chefredakteur der »Süddeutschen Arbeiterzeitung« in Stuttgart. 1933 einer der Leiter der illegalen Widerstandsorganisation in Mitteldeutschland, zu der auch SAP- und SPD-Mitglieder gehörten. Am 25.November 1933 verhaftet, wurde Grade nach längerer Einzelhaft ins KZ überführt. 1938 kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der illegalen kommunistischen Lagerleitung im KZ Buchenwald, damals erfolgte sein Bruch mit der KPD. 1939 aus dem KZ entlassen, blieb Grade unter Gestapoaufsicht und arbeitete bis Kriegsende in einer Fabrik. 1945 schloß er sich der SPD an, ließ sich als selbständiger Buchhändler nieder und wohnte dann bei Frankfurt/M. Alfred Grade starb am 25. August 1984.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Graf, Otto

* 8.3.1892 – ✝ 1.9.1971

Geboren am 8. März 1892 in Zamdorf/Bayern, Sohn eines Ziegeleibesitzers. Nach dem Realgymnasium 1911 bis 1913 Lehrerseminar in Pasing. Von 1914 bis 1917 Soldat im Weltkrieg. 1917/18 Studium in Leipzig. Zunächst Mitglied des Alldeutschen Verbandes, schloß sich Graf, der als Lehrer in München arbeitete, 1919 der KPD an. Von 1919 bis 1921 war er Redakteur an der »Neuen Zeitung« und gehörte ab 1920 als Abgeordneter der KPD-Fraktion dem Bayerischen Landtag an. Auf dem IV. Parteitag im April sowie auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in Berlin wurde er als Vertreter Südbayerns in den ZA gewählt. Graf wurde 1921 als »Nationalkommunist« aus der KPD ausgeschlossen. Er trat zunächst der USPD, dann der SPD bei und blieb bis 1923 im Landtag, überließ aber sein bis 1924 gehendes Mandat Karl Grönsfelder. Graf war von 1922 bis 1929 Mitarbeiter des Arbeiter-Bildungskartells in München und von 1925 bis 1929 Schriftsteller und außenpolitischer Mitarbeiter der »Vossischen Zeitung« und der »Münchner Post«. Nach 1933 Berufsverbot und mehrmals für einige Wochen in Stadelheim inhaftiert. Von 1946 bis 1948 war Graf Leiter der Abteilung Volksbildung des Bayerischen Kulturministeriums und 1946/47 Staatskommissar der Universität München für die Entnazifizierung und die Wiederaufnahme des Lehrbetriebs. Graf war ab 1945 in der SPD aktiv und ab 1953 ständiger Referent u. a. der IG Druck und Papier. Er gehörte als SPD-Abgeordneter von 1949 bis 1953 dem ersten Deutschen Bundestag an. Otto Graf starb am 1. September 1971 in München.

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Graf, Ingo

* 26.12.1938

Geb. in Gadebusch; Vater Lehrer u. Jungvolkführer, nach dem Krieg in Gefangenschaft verstorben, Mutter Hausfrau; 1956 Abitur; 1956 – 59 Lehrerstudium Math. u. Physik am Päd. Inst. Güstrow; 1959 SED; anschl. Lehrer in Laage u. Güstrow; 1963 – 65 Sekr. für Kultur in der FDL-KL Güstrow; 1964 von  Heinz Quermann u.  Gerd Natschinski in der Sendung »Herzklopfen kostenlos« für AMIGA u. das DDR-Fernsehen entdeckt; Durchbruch als Schlagersänger mit der Eigenkomposition »Versuch’s noch mal mit mir«…

Wer war wer in der DDR

Gramkow, Angelika

* 27.9.1958

Geb. in Grevesmühlen; 1965 – 75 POS in Ludwigslust, Abitur; Ausb. zur Baufacharb. im Wohnungskomb. in Schwerin; 1981 – 86 Studium der Wirtschaftswiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Ökon. u. Dipl.-Lehrerin; 1978 SED; bis 1986 Fachschullehrerin an der FS für Finanzwirtsch. Gotha u. an der Bildungsstätte Schwerin; ab 1981 Mitgl. FDJ-KL Schwerin; 1986 – Jan. 1992 Lehrerin an der Berufsschule für Verw. u. Wirtsch. Juni 1991 – Okt. 2008 MdL Mecklenb.-Vorpomm., Jan. 2000 – 06 Vors. der PDS-Frakt., Nov.…

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Grandy, Theo

* 7.10.1919 – ✝ 31.10.1987

Geb. in Elchingen (Krs. Aalen, Württ.); Vater selbst. Stellmachermstr.; 1925 – 31 Volksschule, 1931 – 33 Gymnasium in Rottenburg a. Neckar, ohne Abschluß; 1932/33 kath. Jugendverb. Neues Dtl.; 1934 – 37 Ausbildung zum Elektroinstallateur, anschl. in Bopfingen tätig; 1938 RAD; 1938 – 41 Wehrmacht, Funker im Luftnachrichtenreg., dann Kampffliegerschule u. Einsatz als Kampfflieger, Uffz.; 1941 – 45 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1942/43 2. Antifa-Schule in Oranki unter  Rudolf Lindau; 1943 NKFD; 1944…

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Grashof, Christian

* 5.8.1943

Geb. in Gablonz (Nordböhmen/Jablonec nad Nisou, Tschechien); Vater Hilfsarb. in einer Schuhfabrik, Mutter Dienstmädchen; Schule in Löbau (Sachsen), Abitur; Kulissenschieber am Theater Frankfurt (Oder); 1964 – 67 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin; 1967 – 70 Engagement am Städt. Theater Karl-Marx-Stadt, 1970 – 90 am Dt. Theater Berlin, zugleich 1988 – 90 Gast am Thalia Theater Hamburg u. in München, Bühnenrollen u. a. in: 1972 »Clavigo« (R:  Adolf Dresen), 1973 »Die Insel« (R: Klaus…

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Grätz, Manfred

* 9.1.1935

Geb. in Altmittweida (b. Chemnitz); Vater Zimmermann; OS in Altmittweida, Abitur; 1952 SED; bis 1954 KVP-Offz.-Schule, Ltn.; bis 1955 Stellv. des Stabschefs eines Panzerbat.; 1955 – 59 sowj. Militärakad.; 1959 Stabschef des Panzerregt. 11 »Otto Buchwitz« in Zeithain, Hptm.; 1961 – 71 in der Verw. Ausbildung des Min. für Nat. Verteidigung, zul. Stellv. des Ltr. der Abt. Gefechtsausbildung, Oberst-Ltn.; 1971 – 73 sowj. Gen.-Stabsakad., Dipl. rer. mil.; 1973 – 76 Stellv. des Kdr. u. Stabschef der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Graul, Ernst

* 10.7.1886 – ✝ 25.2.1958

Geboren am 10. Juli 1886 in Zeitz, Sohn eines Maurers. Lehre bei einem Rechtsanwalt, anschließend kaufmännischer Angestellter in Zeitz. 1906 Mitglied der Gewerkschaft und der SPD, war von 1911 bis 1920 Mitarbeiter der Geschäftsführung des Konsumvereins Eintracht in Essen. Von 1915 bis 1918 Soldat im Weltkrieg und Anschluß an die Gruppe Internationale und den Spartakusbund. Im September 1920 Mitglied der KPD. Von 1921 bis 1923 Sekretär der KPD in Essen. Bereits 1921 von der Polizei als »bekannter Kommunistenführer« bezeichnet. Als Rechter 1924/25 vorübergehend aus der Partei ausgeschlossen. Dann bis 1926 Sekretär der KPD des Bezirks Ruhrgebiet und von 1926 bis 1928 Bezirkssekretär der RHD Bezirk Ruhrgebiet, anschließend Mitglied des ZK der RHD. Graul war von Juni 1928 bis September 1930 2.Geschäftsführer der Konsum- und Spargenossenschaft Merseburg. 1930 wurde Graul, der immer auf dem rechten Flügel der Partei stand, wegen »rechtsopportunistischer Tendenzen« aus der KPD ausgeschlossen. Er trat der KPO bei, deren Vorsitzender er bis 1933 in Merseburg war. Von 1930 bis 1932 erwerbslos, half er ab November 1932 seiner Frau, die ein kleines Tabakgeschäft eröffnet hatte. Im August/September 1933 in Polizeihaft in Halle und von 1939 bis 1945 noch bei der Luftschutzpolizei in Merseburg dienstverpflichtet. Graul war ab Juni 1945 Kassenleiter der AOK in Merseburg und trat der KPD, 1946 der SED bei. Ab August 1945 Bürgermeister und von April 1946 bis Dezember 1950 Oberbürgermeister der Stadt Merseburg, anschließend Rentner. Ernst Graul starb am 25. Februar 1958.

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Grehn, Klaus

* 26.9.1940

Geb. in Grevesmühlen (Mecklenb.); Vater Arbeiter; 1947 – 55 Zentralgrundschule in Grevesmühlen; 1955 FDJ; 1955 – 58 Ausbildung zum Tischler; 1958 – 60 ABF Rostock, Abitur; 1960 – 62 Veterinärmedizinstudium an der HU Berlin, 1962 nach Kritik an Mängeln in der Versorgung wegen »Schädigung des Ansehens« der Univ. Relegation; 1962 Eisenmacher im Kabelwerk Oberspree Berlin; 1962 – 64 NVA, Uffz.; 1964 – 73 Mitarb. der Zollverw. Berlin, zul. Zollkommissar; 1965 – 68 FS der Zollverw.; 1966 – 89 SED;…

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Greiner-Petter, Werner

* 15.11.1927 – ✝ 15.5.1986

Geb. in Lauscha (Thür.); Vater Glasmacher; Volks- u. Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Feinmechaniker u. Werkzeugmacher; 1943 – 45 RAD u. Wehrmacht; 1944 NSDAP; 1945 brit. Kriegsgef. 1946 Arbeiter im Demontagekommando Suhl, 1946 / 47 Werkzeugmacher in Suhl u. Steinach; 1947 – 51 Glasmacher, Meister, Planungsltr., Betriebsass. u. 1951 / 52 Werkltr. im VEB Glaswerke Lauscha; 1950 SED; 1952 – 54 Abt.-Ltr. in der HV Glas u. Keramik im Min. für Leichtind.; 1954 – 62 erneut Werkltr. im VEB Glaswerke…

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Greß, Wolfgang

* 9.5.1929 – ✝ 21.3.2000

Geb. in Berlin; Vater Lehrer, Mutter Schneiderin; Schule; Praktikant in einem Stahlbaubetrieb in Berlin-Reinickendorf; 1947 SED; 1948 – 51 Studium an der HfÖ Berlin u. der HU Berlin, 1951 Dipl.-Wirtsch.; Wirtschaftsfunktionär; 1951 – 58 Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. Planung im Min. für Maschinenbau bzw. Schwermaschinenbau; 1958 – 63 Abt.-Ltr. im VVB Energiemaschinenbau; 1964 GD VVB Rohrleitungen u. Isolierungen in Leipzig; 1965 Ltr. der Abt. Chemieanlagen im Volkswirtschaftsrat; 1966 – 71 stellv. Min.,…