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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Adolph

* 22.3.1858 – ✝ 1.12.1930

Geboren am 22. März 1858 in Berlin, aufgewachsen als Pflegesohn in einer Tuchmacherfamilie; er konnte nur drei Jahre die Volks- bzw. Armenschule besuchen. Hoffmann, der sich autodidaktisch weiterbildete, arbeitete in den siebziger Jahren bei Binnenschiffern, Holzfällern und Korbmachern, anschließend nahm er eine Lehre als Graveur auf und war dann Vergolder, Buchhändlergehilfe und Maler. Über die Freireligiöse Gemeinde kam Hoffmann mit der Sozialdemokratie in Berührung und wurde 1876 ihr Mitglied. In den folgenden Jahren war er der populärste und anerkannteste Berliner SPD-Funktionär. Er nahm am Gründungskongreß der II. Internationale sowie an fast allen SPD-Parteitagen bis zum Ausbruch des Weltkrieges teil. Er erhielt mehrmals Gefängnisstrafen, war von 1890 bis 1893 Redakteur am »Volksboten« in Zeitz bzw. am »Volksblatt« in Halle. In seiner (1891 gedruckten) Rede »Die zehn Gebote und die besitzende Klasse«, die ihm den Beinamen »Zehn-Gebote-Hoffmann« einbrachte, attackierte er die bürgerliche Gesellschaft. Seine 1892 veröffentlichte Broschüre »Vorsicht! Hütet Euch! Die Sozialdemokraten kommen!«, die bis Mitte 1893 in über 100 000 Exemplaren verbreitet wurde, half der deutschen Sozialdemokratie wesentlich bei der Landagitation. Schließlich gab er später biographische Skizzen heraus (»Adolph Hoffmanns Erzählungen« und »Episoden und Zwischenrufe aus der Parlaments- und Ministerzeit«). 1893 kehrte Hoffmann nach Berlin zurück, lebte und arbeitete fortan als Buchhändler und Verleger. Von 1900 bis 1921 und erneut ab 1925 war Hoffmann Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung, von Januar 1904 bis Januar 1907 Abgeordneter des Reichstages (Wahlkreis: Sachsen 22) und von 1908 bis 1918 mit kurzer Unterbrechung des Preußischen Abgeordnetenhauses. In den Parlamenten war Hoffmann wegen seiner scharfen Zwischenrufe und seines Mutterwitzes berühmt. Er kritisierte 1914 die Burgfriedenspolitik des Parteivorstandes und nahm an den internationalen Konferenzen in Zimmerwald und Kienthal in der Schweiz teil. Von Juni 1916 bis Ende 1918 war er Vorsitzender des Zentralvorstandes des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlin und Umgegend. Wegen seiner antimilitaristischen Haltung und seiner Kritik an der SPD-Führung schloß ihn die Mehrheit der SPD-Abgeordnetenhausfraktion (zusammen mit Adolf Hofer, Paul Hoffmann und Heinrich Ströbel) im Januar 1917 aus der Fraktion aus. Adolph Hoffmann gehörte zu den Begründern der USPD, war Delegierter ihrer Parteitage und wurde im April 1919 in Leipzig in das ZK der USPD gewählt. Vom 12. November 1918 bis Anfang Januar 1919 leitete er gemeinsam mit Konrad Haenisch das Preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, kam im Januar 1919 in die Preußische Landesversammlung, in der er bis April 1921 als USPD bzw. VKPD-Abgeordneter blieb. Im Juni 1920 wurde er im Wahlkreis Berlin in den Reichstag gewählt, dem er bis Mai 1924 angehörte. Hoffmann setzte sich 1920 entschieden für den Anschluß an die Kommunistische Internationale und die Vereinigung mit der KPD ein und wurde auf dem Spaltungsparteitag in Halle im Oktober 1920 neben Ernst Däumig Vorsitzender der USPD (Linke). Der Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 berief ihn zum Beisitzer der Zentrale in die Führung der VKPD. Im Februar 1921 gehörte Hoffmann zu der Gruppe von Zentralausschußmitgliedern, die den Kurs Paul Levis unterstützten. Berühmt wurde sein Ausspruch bei einer Berliner Funktionärskonferenz der KPD, wo ihn in der Diskussion Ruth Fischer, leicht bekleidet, temperamentvoll angriff und ihr dabei ein Träger des Kleides verrutschte. Dagegen »berlinerte« Hoffman (wie immer): »Jenossen, gegen so viel nackte Tatsachen komme ick nicht an, ick verzichte aufs Schlußwort.« Hoffmann trat mit Ernst Däumig, Clara Zetkin und Otto Brass aus der Zentrale aus und verließ im September 1921 die KPD-Fraktion. Er bildete mit anderen ausgeschlossenen und ausgetretenen ZA-Mitgliedern die KAG. Da er sich weigerte, sein Reichstagsmandat zurückzugeben, wurde er im Januar 1922 aus der KPD ausgeschlossen. Daraufhin ging er im Februar 1922 wieder zur USPD und kehrte mit ihr im September 1922 zur SPD zurück. Hoffmann stand auf dem linken Flügel der SPD, setzte sich 1926 für die Fürstenenteignung ein und wurde im Mai 1928 für die SPD wieder in den Preußischen Landtag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Adolph Hoffmann starb am 1. Dezember 1930 in Berlin.

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Hoffmann, Otto Karl

* 14.10.1882 – ✝ 14.9.1955

Geboren am 14. Oktober 1882 in Hamburg, trat vor dem Weltkrieg der SPD bei. Im Krieg Mitglied der Hamburger Linksradikalen, mit denen er bei Gründung der KPD in die neue Partei kam. Auf dem Jenaer Parteitag 1921 in die Statutenkommission gewählt. Von 1926 bis 1932 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und in den Jahren 1926/27 auch Mitglied der KPD-BL. Otto Hoffmann galt als Spezialist für Landwirtschaftsfragen. 1926 hauptamtlicher Sekretär für Kommunales in der BL Wasserkante und in den folgenden Jahren Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Nach 1933 mehrmals inhaftiert, trat er nach 1945 politisch nicht mehr hervor. Otto Hoffmann starb am 14. September 1955 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Höflich, Karl (Höft)

* 1896 – ✝ 1.11.1937

Geboren 1896 in Budapest; Mechaniker. Während der Revolution 1919 in Ungarn Vorsitzender des Revolutionären Militärtribunals, nach der Niederschlagung der Räterepublik Ausreise nach Deutschland. Zunächst Mitglied und Funktionär der KPD in Solingen, später Mitarbeiter in der Juristischen Zentralstelle der KPD-Reichs- und Landtagsfraktion in Berlin. Im März 1933 in die Sowjetunion emigriert, Technologieingenieur im Werk »KIM« im Moskauer Gebiet. Dort im Frühjahr 1937 vom NKWD verhaftet und am 1. November 1937 zum Tode verurteilt, Karl Höflich wurde am 3. November 1937 in Butowo erschossen. Seine 1911 in Berlin geborene Frau Gertrud arbeitete bis zu ihrer Festnahme in der Sowjetunion als Lehrerin. Am 20. Juni 1937 ebenfalls verhaftet und der »Spionage« beschuldigt, wurde Gertrud Höflich am 1.November 1937 zum Tode verurteilt und wie ihr Mann am 3. November 1937 erschossen. Beide wurden als Opfer des stalinistischen Terrors am 15. September 1989 juristisch rehabilitiert.

Wer war wer in der DDR

Höfner, Ernst

* 1.10.1929 – ✝ 24.11.2009

Geb. in Liebenstein (Thür.); Vater Dreher; Grundschule; Lehre u. Arbeit als Glas- bläser, kaufm. Lehre, Industriekaufm.; 1948 SED; 1948 / 49 Finanzbuchhalter; 1949 / 50 Fachschulstudium; 1950 / 51 Hauptbuchhalter, 1951 / 52 Hauptreferent im Min. der Finanzen; 1952 – 55 Studium an HS für Finanzwirtschaft, Dipl.-Wirtschaftler; 1955 – 62 Fachgebiets- bzw. Abt.-Ltr. im Min. der Finanzen; 1962 – 65 Studium an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1965 – 70 Arbeitsgruppenltr.…

Wer war wer in der DDR

Hohn, Uwe

* 16.7.1962

Geb. in Neuruppin; begann 1971 in Rheinsberg mit der Leichtathletik; 1975 KJS Brandenburg; 1981 Wechsel zum ASK Vorwärts Potsdam (Trainer Wolfgang Skibba); 1977 u. 1979 Spartakiadesieger im Speerwerfen; 1980 DDR-Juniorenmstr.; 1981 Junioren-EM; 1982 – 85 sieben Länderkämpfe; 1982 Europamstr. (91,34 m); 1984 u. 1985 DDR-Mstr.; 1985 Sieger beim Europa- u. Weltpokal; 25.5.1984 ER in Potsdam (99,52 m); 20.7.1984 spektakulärer WR in Berlin (104,80 m) (daraufhin Einführung eines neuen Speers mit…

Wer war wer in der DDR

Höhne, Gerd

* 13.8.1929

Geb. in Dautzschen (Krs. Torgau); Vater Arbeiter; Volks- u. Handelsschule, 1949 – 52 ABF; 1952 – 55 Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; ab 1955 Angeh. des MfAA; 1961 – 63 Botschaftssekr. in Prag; 1963 – 65 Sektionschef, 1965/66 u. 1968 – 76 stellv. Ltr. der Abt. Internat. Organisationen des MfAA; 1966 – 68 Studium an der ASR Potsdam, Prom. zum Dr. rer. pol.; 1976 – 79 Botschafter u. Ständiger Vertreter der DDR bei den Vereinten Nationen u. anderen internat. Organisationen in Genf,…

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Höllerzeder, Michael

* 15.8.1898 – ✝ 28.9.1938

Geboren am 15. August 1898 in Untergrießbach/Bayern. Maschinenarbeiter in Deggendorf, 1921 Mitglied der KPD und aktiver Funktionär in Bayern. Im November 1932 wurde Höllerzeder im Wahlkreis Oberbayern-Schwaben in den Reichstag gewählt. Von Februar 1933 bis April 1934 war er in »Schutzhaft« im KZ Dachau. Danach lebte er als Arbeiter in Deggendorf. Höllerzeder starb am 28. September 1938 in Deggendorf.

Wer war wer in der DDR

Holm, Andreas

* 22.10.1942

Geb. in Berlin; Vater Friseur; Lehre u. Meisterabschluß als Friseur u. bis 1967 Mitarb. im väterl. Geschäft; mit 12 Jahren Aufnahme in den Kinderchor der Staatsoper Berlin, später Mitgl. der Laiengr. »Akadia Combo«, anschl. im Manfred-Lindenberg-Sextett; 1962 Bekanntschaft mit  Thomas Lück bei einem Talentewettbewerb, 1964 erfolgr. Mikrophonprobe beim Rundfunk, erste Rundfunkprod. »Mein Herz ist ein Kompaß der Liebe« u. »Ein kleines Bild von Dir«; 1964 – 67 Gesangsausb. an der Musikschule…

Wer war wer in der DDR

Holter, Helmut

* 22.5.1953

Geb. in Ludwigslust; 1971 Abitur an der ABF der MLU Halle (Saale), 1971 – 76 Studium an der Bauingenieur-HS Moskau, Dipl.-Ing. für Betontechnologie; 1973 SED; 1976 – 79 Technologe, 1979 – 81 Prod.-Ltr. u. 1981 – 85 Sekr. der SED-BPL im VEB Beton Nord Milmersdorf; 1985 – 87 Studium an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; anschl. bis 1989 Mitarb. in der Abt. Bau-Verkehr-Energie der SED-BL Neubrandenb.; 1990 Ref. des PDS-LV Mecklenb.-Vorpomm. 1991 – 2001 Landesvors. der PDS…

Wer war wer in der DDR

Holweger, Erhardt

* 14.9.1911 – ✝ 3.2.1976

Geb. in Herrnstadt (Krs. Guhrau (Schles. / Wasosz, Polen); Vater Bergarbeiter; 1918 – 25 / 26 Volks- u. Fortbildungsschule in Recklinghausen; 1926 – 30 Gewerbe- u. Handelsschule u. Lehre, anschl. Arbeit als Werkzeug- u. Maschinenschlosser in Recklinghausen; 1928 SAJ; 1930 – 36 arbeitslos, anschl. Bauschlosser im Heinkel-Werk in Rostock bzw. bei den Norddt. Dornierwerken in Wismar, zuletzt als Kalkulator tätig. 1945 Angest. im Rat der Gemeinde, 1945 / 46 Bürgermstr. der Gemeinde Bad Kleinen; 1945…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hommes, Edith

* 10.2.1891 – ✝ 2.12.1935

Geboren am 10. Februar 1891 in Breslau als Edith Stillmann; besuchte die Mädchen-Mittelschule, dann die Handelsschule. Das Studium an der Handelshochschule in Berlin schloß sie mit der Diplom-Handelslehrerinnen-Prüfung ab und machte nach einem eineinhalbjährigen Studienaufenthalt in Amerika das Sprachlehrerinnen-Examen. Nach dem Weltkrieg ging sie nach Hamburg, heiratete dort Gerhard Hommes. Seit 1919 leitete sie die weibliche Abteilung der Berufsberatung des Hamburgischen Arbeitsamtes. Edith Hommes trat 1918 der USPD bei und kam mit deren linkem Flügel 1920 in die KPD. 1921 Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft, der sie bis 1927 angehörte. Bis 1927 auch Mitglied der KPD-BL Wasserkante. Da sie zum oppositionellen linken Flügel der Partei zählte, wurde sie 1927 nicht mehr als Kandidatin für die Bürgerschaft aufgestellt. Sie zog sich aus der aktiven Politik zurück. Von Gerhard Hommes geschieden, heiratete sie 1928 Andreas Knack (*12.9. 1886 – †3.5. 1956), der von 1919 bis 1933 als SPD-Abgeordneter in der Hamburger Bürgerschaft war. Das Ehepaar wohnte in Hamburg-Barmbek. Beide wurden 1933 aus dem Staatsdienst entlassen und emigrierten nach China. Dort wurde Andreas Knack durch Vermittlung des Völkerbundes stellvertretender Direktor des Zentralkrankenhauses in Nanking und 1935 Leiter des belgischen Missionshospitals in Kweisu (südliche Mongolei). Hier soll Edith Hommes am 2.Dezember 1935 verstorben sein. Laut anderen Quellen kehrte das Ehepaar Knack 1948 nach Deutschland zurück. Andreas Knack wurde (bis 1952) Präsident der Hamburgischen Gesundheitsbehörde.

Wer war wer in der DDR

Honecker, Margot

* 17.4.1927 – ✝ 6.5.2016

Geb. in Halle, Vater Gotthard F., Schuhmacher, Mutter Helene F., Arbeiterin, 1940 gest.; Volksschule in Halle; 1938 – 45 JM/BDM; kfm. Lehre, danach 1943 – 45 Telefonistin im Fernsprechamt Hirschberg. 1945/46 KPD/SED, FDGB, DSF, DFD, 1945/ 46 Mitbegr. u. Mitgl. des antifa. Jugendaussch. in Halle u. der FDJ; 1945/46 Stenotypistin beim FDGB-Landesvorst. Sachsen-Anh. in Halle; 1945/46 Lehrgang zum Studium der marxist.-leninist. Pädagogik u. Psychologie bei der KPD/SED-KL Halle-Süd; 1946 – 48 Mitgl.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Erich

* 13.2.1906 – ✝ 14.2.1959

Geboren am 13. Februar 1906 in Zerbst, Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Kernmacher in Kiel, ab 1927 in Hamburg. 1922 Mitglied der kommunistischen Jugend, 1927/28 UB-Leiter des KJVD in Hamburg, dann Gausekretär (»Gauführer«) der Roten Jungfront im RFB, zunächst ehrenamtlich, dann als Parteiangestellter. 1929 bis 1932 Volontär bzw. Redakteur an der »Hamburger Volkszeitung«, 1930 »Sitzredakteur« der HVZ, Verurteilung durch das Reichsgericht zu Festungshaft, die er von Januar bis November 1931 auf der Festung Gollnow verbüßte. Von 1931 bis 1933 gehörte Erich Hoffmann der Hamburger Bürgerschaft an. Er wurde 1933 in Lübeck verhaftet und im KZ Fuhlsbüttel schwer mißhandelt. Nach der Freilassung im Juni 1933 zunächst Leiter des illegalen RFB in Hamburg, flüchtete dann nach Dänemark. Dort als Instrukteur der Roten Hilfe im März 1934 ausgewiesen, ging er ins Saargebiet, Ende Februar 1935 nach Paris, im Mai 1937 nach Spanien und kämpfte als Angehöriger der Internationalen Brigaden (Panzerfahrer). Im Juli 1937 bei der Brunete-Offensive schwere Kopfverwundung, danach Politkommissar im Service Sanitär. Ab Mai 1939 Internierung in französischen Lagern, im Sommer 1942 mit der Gruppe jüdischer Kommunisten (u. a. Kurt Goldstein und Hermann Axen) nach Auschwitz deportiert. Bis Anfang 1945 Haft im KZ Auschwitz, von Januar bis April 1945 im KZ Buchenwald. Im Mai 1945 Rückkehr nach Hamburg, Hoffmann wurde dort einer der führenden KPD-Funktionäre. Zunächst Agitpropleiter, im Mai 1946 Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«, im Februar 1950 Orgleiter der KPD-Landesleitung Hamburg. Von 1951 bis 1953 gehörte er der Hamburger Bürgerschaft an, Vorsitzender der KPD-Fraktion. Nach dem KPD-Verbot 1956 freier Journalist. Wegen einer schweren Erkrankung übersiedelte er 1958 in die DDR. Erich Hoffmann starb am 14.Februar 1959.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Paul

* 4.11.1867 – ✝ 17.6.1945

Geboren am 4. November 1867 in Borschen/ Krs. Steinau/Oder; lernte Maurer, kam in jungen Jahren nach Berlin und arbeitete später als Krankenkassenangestellter. Hier schloß er sich der SPD an, als aktiver Funktionär mehrmals gemaßregelt, eröffnete Paul Hoffmann 1911 eine Gastwirtschaft. 1913 wurde er für die SPD ins Preußische Abgeordnetenhaus gewählt. Im Krieg trat er zur USPD über. Von November 1918 bis Januar 1919 war Paul Hoffmann Beigeordneter für öffentliche Arbeiten in der Preußischen Regierung und wurde für die USPD 1919 in die Preußische Landesversammlung gewählt. Delegierter des USPD-Parteitages im März 1919, Anhänger der linken Strömung in der USPD. Mit der linken USPD kam er Ende 1920 zur KPD. Er vertrat die KPD ununterbrochen von 1921 bis 1933 im Preußischen Landtag. Ungeachtet seines hohen Alters war er während der NS-Diktatur längere Zeit inhaftiert. Paul Hoffmann starb am 17. Juni 1945 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Hofmann, Artur

* 24.6.1907 – ✝ 4.5.1987

Geb. in Plauen; Vater Bauschlosser; Mutter Fabrikarb., 1918 gest.; Volksschule; 1920 Markthelfer in Plauen; 1921 – 27 Ausbildung u. Arbeit als Maschinen- bzw. Reparaturschlosser in Thür., Bayern u. im Ruhrgeb.; 1927 – 29 Wanderschaft in die Niederlande, dann über Österr., die Slowakei, Ungarn u. Jugosl. nach Bulgarien; 1928 Arbeiter-Esperantobund; 1929/30 Schlosser bei Blohm & Voß in Hamburg, dann arbeitslos; 1931 KPD; März 1931 als Deleg. zum Kongreß der opp. Esperantisten, Faltbootfahrt von…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Höft, Otto

* 31.3.1907 – ✝ 23.3.1973

Geboren am 31. März 1907 in Plagow/Neumark als Sohn eines Schneidermeisters. Nach dem Abitur von 1927 bis 1930 kaufmännische Lehre, trat der KPD bei und war in der Berliner Opposition, der Gruppe 60 ( Erich Raddatz), aktiv. Von Willi Münzenberg in der IHA als Sekretär für Ostdeutschland angestellt, emigrierte Höft 1933. Die KPD-Führung schickte ihn 1934 als Chef der illegalen Reichsleitung der Roten Hilfe nach Berlin zurück. Nach erneuter Emigration 1935 arbeitete er in verschiedenen Organen des »Münzenberg-Konzerns«. Höft war 1938 Redakteur der von Münzenberg publizierten Zeitschrift »Die Zukunft« und wurde deswegen aus der KPD ausgeschlossen. 1939 interniert, floh Höft 1941 ins unbesetzte Frankreich und kam in den französischen Alpen zum Maquis, wurde verantwortlich für den Grenzverkehr in die Schweiz. Zusammen mit Hans Schulz u. a. Mitgliedern der Münzenberg-Gruppe in Frankreich fand er Anschluß an die SPD. Nach 1945 versuchte Höft zunächst noch, oppositionelle Kommunisten zu organisieren, war dann in der SPD aktiv. Ab 1948 arbeitete er als freier Journalist, wurde 1950 Redakteur im Hauptvorstand der Gewerkschaft ÖTV in Stuttgart. Otto Höft starb am 23. März 1973 in Stuttgart.

Wer war wer in der DDR

Höhn, Kurt

* 21.5.1907 – ✝ 26.9.1991

Geb. in Wiesbaden; Vater Steuersekretär; Volksschule u. Realreformgymnasium, 1926 Abitur; 1926 – 33 Studium der Gesch., Germanistik u. Anglistik an den Univ. Marburg, Wien u. Halle; Tätigkeit als Journalist; 1933 NSDAP; 1934 – 39 Red. u. a. bei der »Saale-Zeitung« in Halle; 1939 – 45 Wehrmacht, sowj. Kriegsgef. Nach 1945 Haft im sowj. Internierungslager in Sachsenhausen; 1947 – 51 Angest. bei der Landesreg. Sachsen-Anh. in Halle; 1948 CDU, 1951 / 52 Red. u. stellv. Chefred. der CDU-Ztg. »Der…

Wer war wer in der DDR

Hölder, Ernst Otto

* 2.4.1901 – ✝ 30.6.1990

Geb. in Leipzig als Sohn des Mathematikers Otto Hölder; Schulbesuch in Leipzig, dort 1920 Abitur; anschl. Studium der Math. u. Physik an der Univ. Leipzig, 1926 dort Prom. mit der Arbeit »Gleichgewichtsfiguren rotierender Flüssigkeiten mit Oberflächenspannung« bei Leon Lichtenstein; 1926 – 39 an der Univ. Leipzig, zunächst Ass., 1929 Habil. mit »Mathematischen Untersuchungen zur Himmelsmechanik«, anschl. Privatdoz. bzw. Doz.; 1939 – 45 Mitarb. der Luftfahrt-Forschungsanstalt Braunschweig. 1945…

Wer war wer in der DDR

Hollitscher, Walter

* 16.5.1911 – ✝ 6.7.1986

Geb. in Wien, Vater Baumwollgroßhändler, später verarmt; Oberschule in Arnau (Hostinné, Tschechien), 1929 Abitur; Jugendgruppe der KPČ, später KPÖ; 1929 – 38 Studium der Med. u. Philos. in Wien, Schüler von Otto Neurath u. Moritz Schlick; 1934 philosoph. Prom. bei Schlick u. Robert Reininger mit der Diss. »Gründe u. Ursachen des Streites um das Kausalprinzip in der Quantenphysik«; Ausbildung in Psychoanalyse; 1938 nach der Annexion Österreichs Emigr. über die Schweiz nach Engl., Arbeit als…

Wer war wer in der DDR

Holm, Johannes (Hans)

* 3.1.1895 – ✝ 31.10.1981

Geb. in Hamburg; Vater Arbeiter (SPD); Dekorationsmaler; 1911 SAJ; 1914 SPD in Hamburg-Altona; Weltkriegsteilnehmer/Westfront; Arbeiter- u. Soldatenrat (Presseabt. unter  Rudolf Lindau); 1918/19 Spartakusbund; KPD; KPD-Org.-Ltr. in Hamburg; ab 1919 für die KPD im Buchwesen; April 1921 Ltr. des Verlags Carl Hoym Nachf. Hamburg (Außenstelle Berlin); 1923 Auftrag zur Org. einer illeg. Druckerei; April 1924 wegen Differenzen in der Gewerkschaftsfrage mit Ruth Fischer Parteiausschl.; April 1926…

Wer war wer in der DDR

Holtz, Jürgen

* 10.8.1932

Geb. in Berlin; Vater Kaufm. u. Kunsthandwerker; 1939 – 47 Volks- u. OS in Berlin bzw. 1943 – 45 in Coburg (Evakuierung); 1948 – 52 Schulfarm Scharfenberg zunächst in Berlin-Tegel, dann in Dölln u. Himmelpfort, Abitur; 1952 / 53 Schauspielstudium am Theaterinst. in Weimar, 1953 – 55 an der Theaterhochschule in Leipzig; 1955 – 57 Engagements am Theater in Erfurt, 1957 – 60 in Brandenburg (Havel), 1960 – 64 in Greifswald, 1964 – 66 an der Berliner Volksbühne, 1966 – 74 am Dt. Theater Berlin u.…

Wer war wer in der DDR

Holz, Otto

* 25.7.1902 – ✝ 30.8.1963

Geb. in Roßlau (Krs. Zerbst); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Maler; 1919 SAJ; 1921 KJVD u. KPD; 1923 – 28 Ltr. des KJVD-UB Dessau; 1928/29 Techn. Ltr. u. Kassierer des RFB-Gau Magdeburg-Anh.; 1929 Pol.-Ltr. des KPD-UB Dessau; 1930/31 Kursant an der Internat. Lenin-Schule; nach Rückkehr erneut Pol.-Ltr. des KPD-UB Dessau, 1931 – 33 Abg. des Dessauer Gemeinderats; ab Febr. 1933 illeg. Arbeit, 7.3.1933 inhaftiert, bis April »Schutzhaft«; Nov. 1934 erneut inhaftiert, Verurteilung…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hommes, Gerhard Rudolf

* 28.3.1894 – ✝ 6.10.1955

(* 1894 – † 1955) Am 28. März 1894 in Hannover geboren; besuchte das Gymnasium und studierte Germanistik und Geschichte. Er machte das Examen für das Lehramt an höheren Schulen und war nach dem Weltkrieg drei Jahre im Schuldienst tätig. 1917 Mitglied der USPD, Delegierter auf dem Spaltungsparteitag der USPD und auf dem Vereinigungsparteitag mit der KPD im Dezember 1920. Von 1921 bis 1926 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, er vertrat die KPD auch im Bürgerausschuß und war 1923 während des Hamburger Aufstandes in der Militärleitung der KPD. Delegierter des VIII. Parteitags 1923, als Kandidat in den ZA der KPD gewählt. Von 1921 bis 1926 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, dann an die »Sächsische Arbeiterzeitung« nach Leipzig versetzt. Da er zur linken Opposition zählte, kam er 1927 nicht mehr in die Bürgerschaft. Ende der zwanziger Jahre trat Hommes der SPD bei, zog sich aber in der Folgezeit von der Politik zurück. Nach 1933 emigriert, kam während des Krieges nach Südamerika. Gerhard Hommes starb am 6.Oktober 1955 in Bogota/Kolumbien.

Wer war wer in der DDR

Honigmann, Georg Friedrich Wolfgang

* 6.10.1903 – ✝ 4.11.1984

Geb. in Wiesbaden in einer jüd. Familie; Vater Internist u. Medizinhistoriker; Gymnasium, 1923 Abitur; 1923 – 27 Studium der Philos. u. Germanistik an den Univ. Berlin, Breslau, Prag u. Gießen, 1929 Prom. mit der Arbeit »Die sozialen u. polit. Ideen im Weltbild Georg Büchners«; Journalist in Frankfurt (Main) u. Düsseldorf, Ende der 20er Jahre bis 1933 Korrespondent der »Vossischen Ztg.« (Außenpol. u. Wirtschaft) in Berlin; nach 1933 Emigr. nach Großbritannien; Journalist u. Red. für die…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann, Gotthard

* 26.4.1905 – ✝ 2.8.1941

Geboren am 26. April 1905 in Warnsdorf/Böhmen; Arbeiter. Seit 1920 in der KJD, Orgleiter im Bezirk Schlesien, 1922/23 Mitglied des Erwerbslosenausschusses Breslau. Im Herbst 1923 verhaftet. Seit 1925 in der KPD, zog er 1928 nach Berlin, war dort später Polleiter im UB Prenzlauer Berg bzw. Nordost. Im März 1933 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, sein Mandat konnte er jedoch nicht mehr wahrnehmen. Bereits in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet, blieb Hoffmann bis zum 9. März 1933 in »Schutzhaft«. Bis zu seiner erneuten Festnahme am 30. Januar 1934 organisierte er als Polleiter für Neukölln bzw. Kreuzberg unter dem Decknamen Walter die illegale Arbeit gegen das NS-Regime. Im Juni 1934 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, wurde er schon nach wenigen Wochen in Freiheit, am 24. März 1937, erneut festgenommen und in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Gotthard Hoffmann kam dort am 2. August 1941 durch einen Unfall beim Entschärfen von Munition ums Leben.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoffmann-Gwinner, Margarete

* 27.3.1888 – ✝ 30.9.1980

(* 1888 – † 1980) Geboren am 27. März 1888 in Polnisch Neukirch als Tochter des Güterdirektors Max Gwinner. Sie besuchte das Lyzeum und wollte Lehrerin werden, was ihr jedoch von der Familie verwehrt wurde, sie arbeitete als Hausgehilfin und Erzieherin. 1909 heiratete sie den Postobersekretär Wilhelm Hoffmann und war wie ihr Ehemann nach dem Weltkrieg in der USPD aktiv. Während sich ihr Mann jedoch 1922 der SPD anschloß, ging sie mit dem linken Flügel der USPD zur KPD, war 1920/21 und von 1923 bis 1925 Bezirksverordnete in Wilmersdorf. Von 1925 bis 1929 war sie KPD-Stadtverordnete in Berlin und führend in der ARSO aktiv. 1930 trat sie aus der KPD aus. Sie hatte sich 1929 scheiden lassen und heiratete im Mai 1931 den Stadtsyndikus im Magistrat und Bürgermeister von Berlin, Friedrich Lange. Zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, der 1933 entlassen wurde, zog sie aufs Land. 1936/37 stand sie unter Beobachtung der Gestapo. Nach 1945 nicht mehr politisch aktiv, sie lebte in Westdeutschland. Margarete Hoffmann-Gwinner starb am 30. September 1980 in Murrhardt/Württemberg.

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Hofmann, Ulrich

* 26.6.1931

Geb. in Dolsthaida/Lauchhammer; 1945 – 48 Schlosserlehre; 1951 Abitur an der ABF in Halle; anschl. Beginn des Physikstudiums in Dresden; 1953 – 58 Forts. an der Lomonossow-Univ. Moskau, Dipl.; 1966 Prom. an der TU Dresden; dort 1969 Honorarprof. für Festkörperphysik; 1958 – 65 Assistent am Inst. für metall. Spezialwerkstoffe der AdW in Dresden, dort 1965 – 67 Bereichsltr., 1967 – 69 stellv. Dir., 1968 – 70 Ltr. des Forschungsbereichs Werkstoffwiss. der AdW; 1970 – 82 Vizepräs. für Forschung;…

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Hohmann, Charlotte

* 19.5.1900 – ✝ 8.12.1971

Geb. in Gera; Vater Maler, Mutter Näherin; 1906 – 14 Mittelschule in Gera; 1914 – 16 Schneiderlehre; 1917 – 19 Hilfsbeamtin im Rathaus Gera; 1919 – 21 Haushaltshilfe; 1921 – 23 Kontoristin im Kalksyndikat Gera (Entlassung wg. kommunist. Betätigung); 1922 KJV, KPD; 1924 / 25 Sekretärin bei der Sozialen Bauhüttengenossenschaft; 1925 – 30 Chefsekretärin Architekturbüro Schraps bzw. Bauhüttenbetrieb Ostthüringen in Gera; 1926 Heirat mit dem KPD-Fkt.  Paul Hohmann; nebenberufl. Arbeiterkorresp.; 1931…

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Höhn, Wilhelm

* 10.9.1892 – ✝ 8.6.1938

Geboren am 10. September 1892 in Enzheim bei Alzey, Sohn einer kinderreichen Tagelöhnerfamilie. Er lernte Schuhmacher und wurde später Funktionär im Ortsverband der Schuhmacher in Frankfurt am Main. 1920 Mitglied der USPD, seit 1921 der KPD, gehörte er früh der BL Hessen-Frankfurt an, arbeitete im Ressort Landwirtschaft und war führend im AM-Apparat der BL tätig. Im März 1933 festgenommen und durch SA-Leute schwer mißhandelt, kam er in das KZ Osthofen bei Worms, aus dem er im Juli 1933 flüchten konnte. Zunächst lebte er in Frankreich, konnte im Oktober 1935 in die Sowjetunion reisen. Im März 1938 verhaftet und am 8. Juni 1938 von der Sonderberatung des NKWD zu acht Jahren Lager verurteilt. Wilhelm Höhn wurde am 15. November 1938 im Gulag ermordet, am 12. Februar 1959 juristisch rehabilitiert. Verheiratet war er von 1915 bis 1932 mit Eva Höhn, geborene Grösch (* 15. 2. 1893 in Gichenbach/Rhön), Tochter eines Holzarbeiters, Hausangestellte und Weberin. Seit 1923 in der KPD, Mitbegründerin und Gauleiterin des RFMB in Hessen-Frankfurt, dort ab Juni 1928 Stadtverordnete. Mitglied der BL Hessen-Frankfurt, ab März 1933 in der »Emigranten-Kommission« der illegalen BL, wurde sie am 15. März 1935 festgenommen. Aus »Mangel an Beweisen« entlassen, erneut am 1. September 1939 verhaftet und am 12. Oktober 1940 vom OLG Kassel zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach 1945 wieder Mitglied und Funktionärin der KPD Hessen. Eva Höhn starb am 14. Oktober 1966 in Frankfurt am Main. Der Sohn Willi Höhn (* 3. 4. 1915 – † 4. 7. 1980) gehörte seit 1929 dem KJVD und seit 1933 der KPD an. Er emigrierte Ende 1933 nach Frankreich. Dort war er im Juni 1936 Mitbegründer der Freien Deutschen Jugend in Paris. Interbrigadist im Spanischen Bürgerkrieg, Betreuer und Übersetzer von Hans Beimler. 1939 in Paris interniert, 1941 der Gestapo übergeben und vom Sondergericht zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach 1945 hauptamtlicher Funktionär der KPD, ab 1969 der DKP, Sprecher der Gemeinschaft der Spanienkämpfer in der Bundesrepublik. Sein Bruder Erich (* 25. 8. 1921 – † 15. 3. 2000) übersiedelte im November 1931 in die Sowjetunion, war später Sportlehrer. Ab März 1949 in Berlin Redakteur der »Täglichen Rundschau«, kehrte er 1950 zurück in die UdSSR. Lehrer an einer Mittelschule. Ab 1959 lebte er mit seiner Familie in Schwerin. Michael Bermejo veröffentlichte 2006 eine biographische Skizze über Eva Höhn.

Wer war wer in der DDR

Holland-Moritz, Renate

* 29.3.1935 – ✝ 14.6.2017

Geb. in Berlin; Vater selbst. Kaufm., Mutter Artistin, später Buchhalterin; Ober- u. Handelsschule; ab 1952 Volontariat in versch. Ztschr. des Verlags Kultur & Fortschritt; Redaktionsass. der »BZ am Abend«, Red. der »National-Zeitung«, freiberufl. Gerichtsreporterin; seit 1956 ständige Mitarb. der Satireztschr. »Eulenspiegel«, seit 1960 dort Filmkritikerin; 1972 Kunstpreis des FDGB; 1973 Heinrich-Greif-Preis; 1978 Goethe-Preis der Stadt Berlin; 1984 Heinrich-Heine-Preis. Seit 1998 auch…

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Hollmann, Oskar

* 13.9.1897 – ✝ 2.5.1956

Geboren am 13. September 1897 in Gevelsberg/ Schwelm, zehntes Kind eines österreichischen Porzellan- und Glasmalers; Lehre als Schriftenmaler, bis 1917 in der Rüstungsindustrie beschäftigt, dann Kriegsdienst in der österreichisch-ungarischen Armee. 1918 Kohlenarbeiter bei der Reichsbahn, 1919 in den Betriebsrat gewählt, USPD-Mitglied. Er trat 1923 in die KPD ein, war zunächst Zellenleiter, später Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Er gehörte zeitweise der Berliner und der Reichsleitung der RGO an. Im November 1929 erstmals zum Berliner Stadtverordneten gewählt, im März 1933 wiedergewählt. Anfang März 1933 festgenommen, kam aber nach vier Monaten wieder frei. Als Hollmanns Einbürgerung, die 1924 erfolgt war, widerrufen wurde, hatte er als Staatenloser Schwierigkeiten, eine Aufenthaltserlaubnis zu erlangen. Da seine Frau Margarete (* 14. 8. 1902 – † 5. 5. 1987) 1937 eine Stelle als Buchhalterin bekam, konnte er deren Heimarbeit übernehmen. Ab 1941 war Hollmann Angestellter bei einer Ersatzkasse, im Zuge der Aktion »Gewitter« wurde er im August 1944 noch einmal kurz verhaftet, Ende 1944 zur Wehrmacht einberufen. Ende April 1945 vom sowjetischen Kommandanten als stellvertretender Bezirksbürgermeister von Neukölln eingesetzt, er trat wieder in die KPD ein. Später arbeitete er im FDGB-Bundesvorstand, war Mitglied des Sekretariats des ZV der IG Eisenbahn bzw. stellvertretender Leiter der Abteilung Finanzen. Dann im Ministerium für Arbeit und Berufsausbildung der DDR beschäftigt. Oskar Hollmann starb am 2.Mai 1956 in Ost-Berlin.

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Holm, Johannes (Hans)

* 3.1.1895 – ✝ 31.10.1981

Geboren am 3. Januar 1895 in Hamburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Dekorationsmaler, trat 1911 der Arbeiterjugend, 1914 der SPD bei. Weltkriegsteilnehmer, während der Novemberrevolution gehörte er dem Hamburger Arbeiter- und Soldatenrat an und arbeitete mit Rudolf Lindau in der Presseabteilung. 1918/19 Mitglied des Spartakusbundes und der KPD, zeitweise Orgleiter der KPD in Hamburg, wechselte aber dann in das Verlagswesen der jungen Partei. Seit April 1921 Leiter der Berliner Außenstelle des Verlages Carl Hoym Nachf. Hamburg, baute 1923 eine illegale Druckerei auf. Nach Differenzen mit Ruth Fischer in der Gewerkschaftsfrage im April 1924 aus der KPD ausgeschlossen. Im April 1926 wurde der Beschluß aufgehoben, Holm wurde in Berlin als Nachfolger von Robert Siewert Leiter der VIVA (Vereinigung Internationaler Verlagsanstalten). Er gehörte auch der ZK-Abteilung für Agitation und Propaganda an. Im Juni 1929 als Versöhnler von allen Funktionen entbunden, begann er bei Willi Münzenberg als Leiter der Buchabteilung des Neuen Deutschen Verlags, der späteren »Universumbücherei für alle«. Als erfahrener Verlagsspezialist unterstützte Holm auf Empfehlung von Hugo Eberlein für die Komintern ausländische, kommunistische Verlage, u. a. ab April 1933 in Dänemark. Im März 1939 flüchtete er gemeinsam mit Sepp Miller und Willi Langrock nach Norwegen, sie beteiligten sich nach der deutschen Besetzung am illegalen Kampf der KP Norwegens. Im Januar 1943 in Oslo verhaftet, kam Holm in das KZ Sachsenhausen, von dort im April 1945 als »Norweger« im Zusammenhang mit der Rot-Kreuz-Aktion des schwedischen Gesandten Bernadotte nach Schweden evakuiert. Im August 1945 Übersiedlung nach Norwegen, Leiter des Parteiverlages der KP Norwegens. Im Februar 1948 Rückkehr nach Berlin, Holm begann als Hauptreferent für Buchwesen im PV der SED und wurde Anfang 1952 noch Abteilungsleiter in der Zentrag. Bereits im April 1952 wegen seiner Westemigration aus der SED ausgeschlossen und als Leiter der Presseabteilung in den Mitteldeutschen Verlag nach Leipzig abgeschoben. Im Oktober 1956 »rehabilitiert«, arbeitete er von 1957 bis 1960 in der Leitung des URANIA-Verlages. Da sich Holm nach 1956 ablehnend zur dogmatischen Politik Walter Ulbrichts äußerte, im Sommer 1960 offen die Verhaftung des einstigen VVN-Generalsekretärs Karl Raddatz kritisierte, wurde gegen ihn durch das MfS ein operativer Vorgang »Verschwörer« angelegt. Hans Holm starb am 31.Oktober 1981 in Berlin.Michael F. Scholz

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Holtz-Baumert, Gerhard

* 25.12.1927 – ✝ 17.10.1996

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; aufgew. bei Pflegeeltern; Volksschule, ab 1938 Realgymnasium in Berlin; 1943/44 Flakhelfer, 1944 RAD, 1945 Soldat, April 1945 Desertion; amerik. Kriegsgefangenschaft bis Juli 1945, Flucht. 1947 Abitur in Berlin; Org.-Sekr. im Jugendaussch. Berlin-Friedrichshain; 1947 – 49 Funktionär im FDJ-Stadtvorst. Berlin; 1947 SED; KB; 1948 Ltr. der FDJ-Schule Berlin-Rahnsdorf; 1948 – 51 stellv. Dir. im Haus der Kinder, dem späteren Zentralhaus der Jungen Pioniere; 1951 – 58…

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Holzfäller, Karl

* 5.2.1884 – ✝ 29.1.1945

Geboren am 5. Februar 1884 in Köslin; Steinmetz, Soldat im Ersten Weltkrieg. Gegen Ende des Krieges fand er Anschluß an den Spartakusbund, gehörte einem Arbeiter- und Soldatenrat an und war seit Anfang 1919 in der KPD. Von 1921 bis 1929 Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung, 1931 zog er nach Woltersdorf bei Berlin, arbeitete dort in seinem Beruf und bildete Lehrlinge aus. Mit einem ehemaligen Steinmetz, der als Soldat in der Sowjetunion war, führte er einen Briefwechsel über dortige Zustände und die Schwierigkeiten der deutschen Soldaten. Einer seiner Söhne war bereits in der Sowjetunion gefallen. Als ein Freund dieses Sohnes ihn 1943 besuchte, begrüßte er diesen: »Schämst du dich nicht, hier in Uniform hinzukommen, wo wir doch unseren Sohn verloren haben?« Er beklagte auch, der Sohn sei gefallen, weil »ein Wahnsinniger sich gegen das wehrt, was kommt«. Um den jungen Mann zu überzeugen, schaltete er den Radiosender Moskau ein und lud weitere Bekannte dazu. Daraufhin wurde Holzfäller denunziert, am 11. November 1943 festgenommen und am 5. Januar 1945 vom VGH in Potsdam wegen »Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat« zum Tode verurteilt. Karl Holzfäller wurde am 29. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg-Görden durch das Fallbeil ermordet.

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Homuth, Willi

* 30.12.1922 – ✝ 19.2.1988

Geb. in Nebelin (Krs. Perleberg); Vater Landarb.; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schmied u. Maschinenbauer; 1941 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, 1949 Antifa-Schule Ogre (b. Riga). 1950 Rückkehr in die DDR; SED; Ltr. der Abt. Prop. der SED-KL Perleberg; Okt. 1950 Kaderinstrukteur der SED-LL Brandenb.; 1951/52 Studium an der PHS; 1953 – 56 Instrukteur in der Abt. Prop.; 1956 – 58 Instrukteur im Arbeitsbüro, 1958 – 62 Instrukteur in der Abt. Org. bzw. Parteiorgane des…

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Hönisch, Erich

* 26.1.1921 – ✝ 3.9.1971

Geb. in Röllingshain (b. Chemnitz); Vater Tischler; Volksschule; 1935 – 38 Berufsschule u. Lehre als Zimmerer; 1938 – 40 Zimmerer; 1940 RAD; 1941/42 Wehrmacht; 1942 – 46 sowj. Kriegsgef., Besuch von Antifaschulen. 1946 Rückkehr nach Dtl.; SED, FDJ; 1947 Jugendsekr. im SED-KV Rochlitz; 1948 / 49 Jugendsekr. im SED-LV Sachsen; 1949 / 50 Jugendsekr. im SED-PV, zeitw. Ltr. der Abt. Jugend des ZS des SED-PV; 1949 / 50 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1950 / 51 Politoffizier u. Kommandeur in der HV…

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Hoffmann, Martin

* 18.10.1901 – ✝ 1945

Geboren als Sohn eines Volksschullehrers am 18.Oktober 1901 in Hohensalza; besuchte die Realschule und dann ein Realgymnasium bis zur Reifeprüfung und war anderthalb Jahre kaufmännischer Lehrling. 1918 wegen seiner Antikriegshaltung zu einem Jahr Festung verurteilt. Martin Hoffmann wurde Mitbegründer des Spartakusbundes und 1919 der KPD in Königsberg, er arbeitete zunächst als Volontär dann bis 1926 als Redakteur an der »Roten Fahne des Ostens«. 1923 Chefredakteur des »Echos des Ostens«, als Anhänger der Rechten vom ZK 1924 wieder abgelöst. Für einige Zeit Bezirkssekretär in Danzig, dort von Frühjahr bis Herbst 1925 in »Schutzhaft«. Anfang 1926 bis Ende 1928 ging er nach Jena an die »Neue Zeitung«, anschließend bis April 1929 Redakteur beim Pressedienst in Berlin. Bei den Auseinandersetzungen 1928/29 aktiver Anhänger der Versöhnler, deshalb als Redakteur entlassen, Hoffmann kehrte nach Ostpreußen zurück. Da er zunächst nicht kapitulierte, zusammen mit anderen führenden Versöhnlern Ostpreußens (Glagau u. a.) am 23.August 1929 aus der Partei ausgeschlossen. Nach einer Reueerklärung 1930 wieder in die KPD aufgenommen, war zunächst in der Erwerbslosenbewegung im Rheinland tätig, danach Redakteur am »Ruhr-Echo« in Essen. Bis 1933 Gewerkschaftsredakteur dieser Zeitung, zeitweise (unter Alexander Abusch) stellvertretender Chefredakteur. Am 13. April 1933 in Duisburg verhaftet, kam Hoffmann in das KZ Brauweiler, im Oktober nach Essen in Untersuchungshaft. Am 17. Mai 1934 entlassen, er flüchtete nach Holland, kehrte aber im gleichen Jahr nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit Wilhelm Firl leitete Hoffmann in Berlin die illegale Reichsarbeit der KPD und wurde am 19. Februar 1936 in Berlin erneut festgenommen. Im Mai 1937 stand er mit Firl vor dem VGH, der ihn am 22. Mai 1937 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte (Firl erhielt die Todesstrafe). In der Komintern-Zeitschrift »Rundschau« Nr. 28/1938 machte Ernst Weber ( Albert Norden) auf Martin Hoffmanns Schicksal aufmerksam. Zunächst war er im Zuchthaus Münster, vom Februar bis Dezember 1941 in der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden inhaftiert. Am 1. Dezember 1942 wurde Hoffmann auf Anordnung des Reichsjustizministers der Gestapo übergeben. Hier verliert sich seine Spur. Martin Hoffmann ist vermutlich noch vor Kriegsende umgekommen oder ermordet worden.

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Hoffmeister, Cuno

* 2.2.1892 – ✝ 2.1.1968

Geb. in Sonneberg (Thür.); Vater Lederpuppenfabrikant; mittlere Reife; Handelsschule u. Lehre im väterl. Betrieb; autodidakt. Bildung in Astronomie; 1911/12 Geschäftspraktikum in den USA; 1915 – 18 Hilfsassistent an der Sternwarte Bamberg; 1920 Reifeprüfung; danach Student u. Hilfsassistent an der Univ.-Sternwarte Jena; 1925 Dir. der neugegr. Sternwarte Sonneberg, seit 1937 Abt. der Univ.-Sternwarte Berlin in Babelsberg. Seit 1947 Einrichtung der Sternwarte der DAW/AdW; betrieb bes. nach 1950…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hofmann, Theodor Lothar

* 16.2.1903 – ✝ 2.4.1989

(* 1903 – † 1989) Geboren am 16. Februar 1903 in Leipzig, Sohn eines Oberlehrers. Nach dem Gymnasium Banklehre, ab 1925 Angestellter, kam 1929 zur sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg. 1929 Mitglied der KPD, Lehrer an der MASCH und bereits 1930 im AM-Apparat der KPD tätig. 1931/32 wegen versuchten Verrats von militärischen Geheimnissen inhaftiert und zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, im Dezember 1932 amnestiert. Er floh 1933 nach Dänemark, dort in der Grenzarbeit eingesetzt, dann Instrukteur im Saargebiet. Von November 1934 bis August 1935 war Hofmann Kursant an der M-Schule in Moskau, dort anschließend Betriebsarbeiter. Er ging 1938 als Soldat der Internationalen Brigaden nach Spanien. Im Mai 1939 schickte ihn das ZK wieder nach Kopenhagen, er wurde zunächst Instrukteur, dann ab November 1939 »zweiter Mann« der Emigrationsleitung hinter Heinrich Wiatrek in der AL Nord. Im Mai 1941 verhaftet, verurteilte ihn der VGH am 5.Januar 1943 zum Tode. Als sogenannte Auskunftsperson beantragte die Hamburger Gestapo mehrmals den Aufschub der Vollstreckung des Todesurteils. Trotz einer am 13.Februar 1945 ausgesprochenen Vollstreckungsanordnung überlebte Hofmann und meldete sich nach der Befreiung bei der KPD Hamburg, die ihn als »Verräter« zurückwies. Er übersiedelte später nach Dänemark und war dort Mitarbeiter in einem Reisebüro. Theodor Hofmann starb am 2.April 1989 in Kopenhagen.

Hohmann, Ruth

* 19.8.1931

Geb. in Eisenach; 1949 Schauspielausbildung am Landeskonservatorium Erfurt; 1951 Heirat und Umzug nach Berlin; 1961 erster Auftritt als Jazz-Sängerin mit den Jazz-Optimisten Berlin; bis 1966 ständig Konzerte mit den Jazz-Optimisten und den Dresdner Tanzsinfonikern (mit beiden Ensembles Amiga-Aufnahmen), dem Harry-Seeger-Trio, dem Weißensee-Sextett, dem Bernd-Wefelmeyer-Quartett, dem Sextett und der Big Band von  [linkintern=?ID=2073]Klaus Lenz[/linkintern]; 1964 und 1965 mehrfache Mitwirkung in…

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Höhne, Christoph

* 12.2.1941

Geb. in Borsdorf (b. Leipzig); seit 1956 Leichtathlet zunächst in Machern, dann bei der SG Dynamo Leipzig, beim ASK Berlin u. beim SC Dynamo Berlin (Trainer: Max Weber); Spezialdisz.: Gehen; 1965, 1967 u. 1970 Sieger beim Lugano-Cup (Weltcup der Geher), 1968 Olympiasieger, 1969 EM, 1971 Vize-EM, 1974 EM; zwischen 1965 u. 1971 drei WR; nach dem Schulabschl. Ausbildung zum Werkzeugmacher; Tätigkeit als Sportinstrukteur; arbeitet als Fotograf.Klaus Gallinat

Handbuch Deutsche Kommunisten

Höllein, Emil

* 8.2.1880 – ✝ 18.8.1929

Geboren am 8. Februar 1880 in Eisfeld/Thüringen, Sohn eines Textilarbeiters. 1885 wanderten die Eltern nach Löwen in Belgien aus. Er besuchte von 1885 bis 1895 die Mittelschule und das Athenäum in Löwen und bildete sich später selbst weiter. 1895 starben die Eltern; mit vier Geschwistern wurde Höllein nach Deutschland abgeschoben. Von 1895 bis 1898 Schlosserlehre, arbeitete bis 1904 als Werkzeugmacher, dazwischen von 1900 bis 1902 im Militärdienst. Von 1904 bis 1915 war Höllein als Privatsprachlehrer in Jena tätig. 1905 Mitglied der SPD, 1907 Vorsitzender der SPD in Jena, 1912/13 SPD-Gemeinderat. Von 1915 bis 1918 an der Front. 1917 Übertritt zur USPD, Mitbegründer des USPD- (später KPD-)Organs »Neue Zeitung« und deren politischer Redakteur. 1919/20 Abgeordneter des Landtags von Sachsen-Weimar und im Juni 1920 im Wahlkreis Thüringen für die USPD in den Reichstag gewählt. Bei der Spaltung der USPD schwankte Höllein, ehe er sich mit deren linkem Flügel der KPD anschloß. Im Oktober 1921 übersiedelte er – ein populärer Redner – als Redakteur an die »Inprekorr« nach Berlin. Im März 1923 von der KPD nach Paris geschickt, dort verhaftet und bis Juli festgehalten, dann aus Frankreich ausgewiesen, kam er wieder nach Thüringen zurück. Bis 1923 Anhänger Heinrich Brandlers, schloß er sich 1924 der Mittelgruppe an und ging dann – wohl nicht zuletzt unter dem Einfluß seiner Lebensgefährtin Gertrud Morgner, die in der KPD auf dem linken Flügel stand – zu den Linken. Im Mai 1924 im Wahlkreis Thüringen für die KPD in den Reichstag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Seit Mitte 1924 in Haft und erst nach dem Einspruch des Reichstags im Januar 1925 freigelassen. Im ZK war er dann für die Abteilung Sozialpolitik verantwortlich. Höllein veröffentlichte 1927 sein Buch »Gegen den Gebärzwang! Der Kampf um die bewußte Kleinhaltung der Familie«. Nach der Wittorf-Affäre vertrat er als Anhänger Ernst Thälmanns die Linie des ZK im Kampf gegen die Rechten. Emil Höllein starb überraschend am 18. August 1929. Das ZK ehrte ihn durch öffentliche Aufbahrung, die Gedenkrede hielt Ottomar Geschke.

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Hollweg, Günther

* 24.5.1902 – ✝ 7.6.1963

Geb. in Hütte (b. Lanken, Kreis Flatow, Westpr. / Łąkie, Polen); Vater Landwirt; 1911 – 20 Realgymnasium Nordhausen, Abitur; 1920 – 25 Bergbau-Studium an der TH Berlin u. der Bergakad. Clausthal, Dipl.; 1926 – 29 Betriebsltr. im Flußspatbergbau in Schwarzenfeld (Oberpfalz) sowie ab 1928 in Sulzbach an der Donau; 1929 – 45 im Braunkohlenbergbau, zunächst Betriebsing. bei der Fa. Gebrüder Fielitz in Klettwitz (Niederlausitz), ab 1936 Betriebsdir. der Beutersitzer Kohlenwerke GmbH in Wildgrube,…

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Holstein, Ernst

* 14.5.1901 – ✝ 30.8.1985

Geb. in Berlin; Vater Tischlermstr.; Gymnasium u. Med.-Studium in Berlin, 1926 Prom.; 1925 – 28 Assistenzarzt an der klin. Abt. für Gewerbekrankheiten am Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Lichtenberg (b. Ernst W. Baader); 1928 Gewerbemedizinalrat in Frankfurt (Oder); 1940 Habil. an der Med. Akad. Danzig; 1942 hier Doz. für Gewerbehygiene. 1946/47 Stadtarzt u. Ltr. des Gesundheitsamts in Frankfurt (Oder); 1947 – 50 Referats- u. Abt.-Ltr. für Arbeitsmed. in der Dt. ZV für Gesundheitswesen u.…

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Holtzhauer, Helmut

* 2.12.1912 – ✝ 16.12.1973

Geb. in Leipzig; Vater Justizobersekr.; Grundschule, bis 1931 OS in Leipzig, 1932 Abitur; 1928 SAJ; 1930 KJVD; 1933 KPD; 1932 – 34 Ausbildung zum Buchhändler, abgebrochen; Juli 1934 verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt; 1934 – 39 Haft im Zuchthaus Waldheim; 1939 – 41 Arbeit als Verlagsbuchhändler beim Albatroß-Verlag in Leipzig; 1941 erneut verhaftet u. vom VGH zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, 1941 – 43 Haft im Gefängnis Zwickau; 1943 – 45 Angest.…

Wer war wer in der DDR

Homann, Heinrich

* 6.3.1911 – ✝ 4.5.1994

Geb. in Bremerhaven; Vater Reedereidir.; Gymnasium, 1929 Abitur; danach Jurastudium an den Univ. Tübingen, Jena, Göttingen u. Hamburg, ohne Abschl.; Mitgl. eines Studentenkorps; 1933 NSDAP; ab 1934 Berufssoldat, 1934 Fahnenjunker, 1937 Ltn., 1940 Batteriechef an der Westfront, Abt.-Kdr.; gerät 1943 als Major in Stalingrad in sowj. Gefangenschaft; Mitbegr. des NKFD; Mitarb. an dessen Sender »Freies Dtl.« u. der gleichn. Ztg.; Besuch der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk. 1948 Rückkehr nach…

Wer war wer in der DDR

Honecker, Erich

* 25.8.1912 – ✝ 29.5.1994

Geb. in Neunkirchen (Saargeb.); Vater Bergarbeiter (SPD/USPD/KPD); 1918 – 26 Volksschule; 1922 – 26 Mitgl. der kommunist. Kindergr., des Jung-Spartakus bzw. Pionierverb. in Wiebelskirchen; 1926 KJVD; 1926 – 28 Landarb. in Pommern; 1928 – 30 zunächst Dachdeckerhelfer, dann Dachdeckerlehre in Neunkirchen, Abruch der Lehre ohne Abschl., um sich ganz der pol. Arbeit zu widmen; während der Lehrzeit Eintritt in den Holzarbeiterverb. des ADGB; 1929 ehrenamtl. Pol.-Ltr. der KJVD-Ortsgr.; Besuch einer…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Hoop, Martin

* 14.4.1892 – ✝ 6.5.1933

Geboren am 14. April 1892 in Lägersdorf/ Schleswig-Holstein; lernte Schmied und ging auf Wanderschaft. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts bekannt, nach dem Weltkrieg verschlug es ihn nach Sachsen. Als Mitglied der USPD kam er mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Hoop arbeitete als Elektriker in Bautzen und wurde dort 1923 in die UBL gewählt, auch Mitglied des Stadtrats. Ab 1925 Leiter des UB Bautzen. 1925 gehörte Hoop zu den Ultralinken, doch trennte er sich 1926 von ihnen und ging zur Thälmann-Fraktion über. Anfang 1927 als Orgleiter in die BL Ostsachsen nach Dresden berufen, blieb er bis 1929 in dieser Funktion. Nach der Zusammenlegung der drei sächsischen Bezirke wurde Hoop Redakteur an der »Arbeiterstimme« in Dresden, 1932 Leiter des KPD-UB Zwickau. Am 6. Mai 1933 verhaftet und ins KZ Oberstein verschleppt, dort schwer mißhandelt. Im Prozeß gegen seine Mörder im April 1948 in Zwickau sagte ein Zeuge aus: »Ich lag in der 00 (der berüchtigten Vernehmungszelle), mir gegenüber lag der Unterbezirkssekretär der KPD Martin Hoop. Ich habe des öfteren gehört, daß die Wachmannschaften die Zelle von Hoop betraten und denselben schwer mißhandelten...« Und ein anderer Zeuge: »Ich lag neben der Zelle von Martin Hoop und habe im Unterbewußtsein nachts nebenan Geräusche gehört. Als ich am nächsten Morgen zum Austreten geführt wurde, stand die Zellentür von Martin Hoop offen und auf dem Fußboden sah ich eine Lache Blut, auf der Pritsche und an den Wänden Blutspuren. Martin Hoop war verschwunden.« Martin Hoop wurde in der Nacht zum 11. Mai 1933 in der NS-Haft ermordet.