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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Lietz, Heiko

* 4.10.1943

Geb. in Schwerin; Vater Pastor, Mutter 1945 gest.; 1961 Abitur in Rostock; 1961 – 66 Studium der Theol. an der WPU Rostock, Dipl.-Theol.; 1966/67 Student. Mitarb. in der Geschäftsstelle der Ev. Studentengemeinde Berlin; 1967 – 70 Vikariat in Rostock; dazw. Bausoldat in der NVA u. nach Korrektur seiner Entscheidung Haft wegen Totalverweigerung; ab 1970 Pastor in der Domgemeinde zu Güstrow u. nebenamtl. Studentenpfarrer; ab 1979 Mitarb. in der unabh. Friedensbew. in Güstrow, Kessin u. Rostock;…

Wer war wer in der DDR

Lindau, Rudolf

* 28.3.1888 – ✝ 18.10.1977

Geb. in Riddagshausen (Krs. Braunschweig) in einer Arbeiterfamilie; Transportarb.; 1906 – 19 SPD; 1916 Teiln. der Reichskonferenz der Spartakusgr.; 1919 – 46 KPD; seit 1920 ltd. KPD-Funktionär; 1923 Mitarb. der Zentr. der KPD; nach 1925 Mitarb. der Abt. Agit. u. Prop.; ab 1926 Pol.-Ltr. des KPD-Bez. Wasserkante; 1921 – 24 u. 1927/28 Abg. der Hamburger Bürgerschaft; 1927 – 33 Chefred. versch. KPD-Ztg.; während der Weimarer Rep. publizist. Tätigkeit zur Geschichte der dt. Arbeiterbew., Mitautor…

Wer war wer in der DDR

Lindner, Gerhard

* 28.4.1929

Geb. in Leipzig; Vater Handelsvertreter; Volks- u. Oberschule in Leipzig, 1947 Abitur; 1946 LDPD; 1947 – 49 Praktikant in einem Rechtsanwaltsbüro in Leipzig; 1948 FDJ; 1949 – 54 Studium der Rechtswiss. an der KMU Leipzig, Dipl.-Jur.; 1954 FDGB; 1954 – 58 Abt.-Ltr. im ZV, ab 1959 Mitgl. des Pol. Aussch., 1966 – 82 Sekr. des ZV der LDPD, ab 1982 stellv. Vors. der LDPD; 1957/ 58 für die HV A Mitarb. einer Residentur in der Bundesrep. Dtl., 1958 – 59 beim MfS als GI bzw. IMS »Hans Reichert« erf.;…

Wer war wer in der DDR

Lingner, Max

* 17.11.1888 – ✝ 14.3.1959

Geb. in Leipzig; Vater Xylograph; Abitur; 1908 – 13 Studium der Malerei an der Kunstakad. Dresden bei Carl Bantzer; 1914 – 18 Militärdienst; 1918 Mitgl. des Soldatenrats, beteiligt am Kieler Matrosenaufstand; 1919 – 22 Bewirtschaftung eines Gehöfts in Born (Darß); als Landschaftsmaler tätig; 1922 – 28 in Weißenfels (Saale) ansässig; Aufn. sozialkrit. u. proletar. Themen: Hinkemann (um 1924/25), Heimkehrende Fabrikarb. (1926), Arbeiterliebe (1928); Ende 1928 Übersiedl. nach Paris; dort vorwiegend…

Wer war wer in der DDR

Linke, Karl

* 10.1.1900 – ✝ 16.5.1961

Geb. in Görsdorf (Krs. Reichenberg, Nordböhmen/Loučna, Tschechien); Vater Arbeiter; 1906 – 14 Volks- u. Bürgerschule; 1914 – 18 Ausbildung u. Arbeit als Bandweber; 1915 SAJ Österreich; 1918 österr. Militärdienst, kurzz. ital. Gefangenschaft; USPD; 1924 – 30 KPČ; 1919 – 21 Abraumarb. in Senftenberg; 1921 – 29 Arbeit in versch. Betrieben der ČSR; 1924 – 30 als Weber in Grottau; 1927/28 führend am Streik beteiligt, dann gemaßregelt; Schleuser der KPD; Arbeit für die »AIZ« in Berlin, Chemnitz u. der…

Wer war wer in der DDR

Linser, Karl

* 10.9.1895 – ✝ 27.4.1976

Geb. in Pforzheim; Vater Lehrer; Gymna- sium in Karlsruhe; 1914 – 18 Kriegsdienst im 1. Weltkrieg; 1918 – 22 Med.-Studium in Würzburg u. Heidelberg, hier 1922 Prom.; 1922 – 24 Assistenzarzt an der Univ.-Hautklinik in Tübingen u. 1924 in Breslau; 1925 an der Univ.-Hautklinik in Wien; 1925/26 am St.-Louis-Hospital in Paris; 1926 – 33 hautärztl. Praxis in Dresden (gem. mit Eugen Galewsky); 1933 – 45 Ltr. der Hautabt. am Waldparkkrankenhaus u. an der Kinderpoliklinik des Johannstädter Krankenhauses…

Wer war wer in der DDR

Lips, Julius

* 8.9.1895 – ✝ 21.1.1950

Geb. in Saarbrücken; Vater Rechnungsrat; 1914 – 16 Soldat; Studium der Rechtswiss., Philos., Psychologie u. Ethnologie an der Univ. Leipzig, dort 1919 Prom.; ab 1925 Reisen durch Europa u. Amerika; Angest. im Museum für Ethnologie in Köln; 1926 Habil. u. anschl. Privatdoz. für Völkerkunde u. Soziologie an der Univ. Köln, dort ab 1929 außerord. Prof. für Völkerkunde u. Soziologie; Dir. des Rautenstrauch-Joest-Museums für Völkerkunde in Köln; 1933 Beurlaubung auf eigenen Wunsch, wg. jüd.…

Wer war wer in der DDR

Litfin, Günter

* 19.1.1937 – ✝ 24.8.1961

Geb. in Berlin; Vater Fleischermeister; Besuch der kath. St.-Joseph-Schule in Berlin-Weißensee; Schneiderlehre u. Anstellung in West-Berlin, wohnhaft in Ostberlin; 1957 Beitritt zur West-Berliner CDU; Mai 1961 Tod des Vaters, die Betreuung der Mutter verzögert den geplanten Umzug nach West-Berlin; nach dem Mauerbau vom 13.8.1961 intensive Suche nach einer Möglichkeit zur Überwindung der Sperranlagen, am 24.8.1961 Fluchtversuch am Spreeufer in der Nähe des Lehrter Bahnhofs, Transportpolizisten…

Wer war wer in der DDR

Lochthofen, Lorenz

* 21.10.1907 – ✝ 14.9.1989

Geb. in Altenderne bei Dortmund; Vater Bergmann; 1914 – 21 Volksschule in Scholven; 1921 – 25 Lehrling auf der Zentralkokerei der Zeche Scholven, Facharbeiterabschl. als Schlosser; 1921 KJVD u. Gewerkschaft; Ltr. einer KJVD-Ortsgr.; ab 1925 Schlosser auf Schacht- u. Kokereimontagen im Ruhrgeb.; Aug. 1930 als Spezialist in die UdSSR; bis 1931 in Schächten im Donezbecken als Schlosser u. Schweißer; 1930/31 Komsomol; 1931 – 35 Besuch der KUNMS; 1931 KPdSU; 1935 Doz. für Pol. Ökon., hist. u. dial.…

Wer war wer in der DDR

Loest, Erich

* 24.2.1926 – ✝ 12.9.2013

Geb. in Mittweida (Sachsen); Vater Kfm.; nach dem Abitur 1944 Soldat, danach Gelegenheitsarb. 1947 – 50 Volontär u. Red. an der »Leipziger Volksztg.«; SED; seit 1950 freischaff. Schriftst.; 1955/56 Studium am Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« Leipzig; stand 1956/57 mit  Gerhard Zwerenz u. a. in Opp. zur SED, insbes. zur Kulturpol.; Mitarb. auch am Programm des Leipziger Kabaretts »Die Pfeffermühle«; Nov. 1957 Ausschl. aus der SED; dann wegen seiner Ansichten zu demokrat. Erneuerungen…

Wer war wer in der DDR

Lohagen, Ernst

* 12.5.1897 – ✝ 2.11.1971

Geb. in Elberfeld; Volksschule; Vater Weber, Mutter Lederarb.; 1911 SAJ; 1911 – 16 Hilfsarb. bzw. Packer in Elberfeld; 1915 Mitgl. der »Gruppe Internationale«; 1916 Mitbegr. der Spartakusgr. Elberfeld-Barmen; 1916 – 18 Militärdienst; Mitgl. des Soldatenrats in Straßburg; 1918 Mitgl. der Gewerkschaft; 1919/20 Org.-Ltr. des KJV Rheinl./Westf.; 1919 Mitgl. der KPD; 1920 Ltg.-Mitgl. der Roten Ruhrarmee; Jan. – März 1921 deshalb verhaftet (zus. mit  Wilhelm Zaisser) im Zuchthaus Welheiden (Kassel);…

Wer war wer in der DDR

Lohmar, Heinz

* 21.7.1900 – ✝ 14.9.1976

Geb. in Troisdorf / Sieg; Vater Bauunternehmer; Volksschule in Troisdorf u. Köln; 1914 – 16 Dekorationsmalerlehre in Köln; 1916 / 17 Stud. der Werkschule (Kunstgewerbeschule) in Köln; 1918 Soldat, Teiln. an einer Meuterei; 1919 – 21 Weiterführung der Studien an der Kunstgewerbeschule Köln; 1922 – 27 Atelierchef der Künstlerwerkstätten für angewandte Künste »Jeku« in Köln, Chefmaler u. Mitarb. bekannter Architekten; ab 1927 freischaff. Künstler; 1931 KPD (betätigte sich als Werber unter…

Wer war wer in der DDR

Lieutenant, Arthur

* 9.9.1884 – ✝ 10.10.1968

Geb. in Jauer (Niederschles. / Jawor, Polen); Ökonom; nach 1918 zunächst Gründungsmitgl. der DVP in Glauchau, danach ab 1919 Mitgl. der DDP; 1919 Stadtrat u. 1931 – 33 Bürgermstr. von Glogau; 1933 kurzz. Inhaftierung. 1945 Mitbegr. u. 1945 – 48 Geschäftsf. Zentralvorst. der LDPD, 1946 – 49 stellv. Vors.; 1945 – 48 Mitgl. des Zentr. Blockaussch.; 1947/48 Geschäftsf. der Demokrat. Partei Dtl.s; 1948/49 Abg. der Prov. Volkskammer (Präs.-Sekr.); Apr.-Okt. 1948 kommissar. Vors. der LDPD (Nachf. von …

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lindau, Rudolf

* 28.3.1888 – ✝ 18.10.1977

Geboren am 28. März 1888 in Riddagshausen/ Braunschweig, Sohn eines Sattlers; zunächst Arbeiter in einer Bäckerei in Braunschweig, dann Gießereiarbeiter. 1907 siedelte er nach Hamburg über, Transportarbeiter. 1904 trat er der Gewerkschaft bei, 1907 der SPD. 1910/11 arbeitete Lindau als Privatsekretär von Heinrich Laufenberg, der dem historisch Interessierten in seiner »Geschichte der Hamburger Arbeiterbewegung« für die geleistete Hilfe dankte. Im Juli 1911 begann Lindau hauptamtlich als Jungredakteur am »Hamburger Echo«. Mit Kriegsausbruch im August 1914 opponierte er gegen die Politik des PV und zählte in Hamburg zur Richtung der Bremer Linksradikalen. Er leitete die illegale Jugendarbeit der Linksradikalen und war Vertreter Hamburgs auf der I. Reichskonferenz der Spartakusgruppe am 1. Januar 1916. Von September 1916 bis November 1918 Armierungssoldat. Dann von Februar 1919 bis Sommer 1919 Chefredakteur der »Kommunistischen Arbeiterzeitung« in Hamburg, anschließend bis zur Abspaltung von der Richtung um Laufenberg und Fritz Wolffheim im März 1920 Sekretär der Hamburger KPD-Organisation. Lindau gehörte zu den wenigen Hamburger Funktionären, die auch nach der Abspaltung der KAPD bei der KPD verblieben und war für sie bis Dezember 1920 Wanderredner. 1921 Sekretär des VKPD-Bezirks Wasserkante und bis Mai 1923 Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Er kam 1921 (bis 1924) als Abgeordneter in die Hamburger Bürgerschaft. Auf dem VIII. Parteitag 1923 wurde Lindau, der auf dem linken Flügel der Partei stand, aber kein fanatischer Anhänger von Fischer-Maslow-Thälmann war, in die Zentrale der Partei gewählt. Dort erhielt er, da er von der Brandler-Führung und auch von der linken Opposition unterstützt wurde, die meisten Stimmen. Ab Mai 1923 war er Mitglied des Orgbüros der KPD in Berlin und Redakteur der Zeitschrift »Parteiarbeiter« sowie Herausgeber der »Kommunistischen Parteikorrespondenz«. Nachdem er zur Mittelgruppe übergeschwenkt war, blieb er bis Mai 1924 Polleiter des Bezirks Nordwest (Bremen). Im Mai 1924 mußte Wilhelm Deisen, der als Reichtagsabgeordneter gewählt worden war, zurücktreten, und Lindau erhielt dessen Mandat. Doch noch vor dem Zusammentritt des Reichstags wurde Lindau im Mai 1924 als Mitglied der Zentrale von 1923 verhaftet und verbrachte fast zwei Jahre in Untersuchungshaft. Im Dezember 1924 kein Reichstagsabgeordneter mehr, saß er länger im Gefängnis als alle anderen damals festgenommenen Führer der KPD. Da der vorgesehene Prozeß gegen die KPD-Zentrale von 1923 nie eröffnet wurde, kam er Ende 1925 wieder frei. Ab März 1926 Polleiter des Bezirks Wasserkante, trat energisch gegen Korruption und Mißwirtschaft auf, die schon seinerzeit Ernst Thälmanns Freunde in diesem Bezirk betrieben. Deshalb wurde er im Februar 1927 abgesetzt und John Wittorf zum Nachfolger ernannt. Lindau war 1927/28 nochmals Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Zunächst in der Agitpropabteilung des ZK, zeitweise auch Chefredakteur der »Bergischen Arbeiterstimme« in Remscheid. 1929/30 Mitarbeiter an der »Illustrierten Geschichte der deutschen Revolution«, im August 1930 Chefredakteur des »Kämpfers« in Chemnitz, im Dezember 1931 des »Illustrierten Volksechos« für Sachsen in Leipzig. Anfang 1933 Sekretär der BL Sachsen, hielt Lindau sich bis Januar 1934 in Ostsachsen auf. Ende Februar 1934 emigrierte er in die âSR, von dort in die Sowjetunion, wo er anfangs Lehrer an der Leninschule und später an Antifa-Schulen war. Sein Sohn Rudolf Lindau (*18.5. 1911) wurde am 10. Januar 1934 in Hamburg hingerichtet. Das Gericht beschuldigte ihn, als Funktionär des KJVD am »Altonaer Blutsonntag« im Juli 1932 SA-Leute erschossen zu haben. Lindau lehrte in der Sowjetunion und arbeitete im Nationalkomitee Freies Deutschland mit. 1945 zurückgekehrt, bis Oktober 1947 Hauptreferent in der Abteilung Parteischulung des ZK der KPD bzw. ab April 1946 des ZS der SED. Da er seine bedeutenden Funktionen schon Ende der zwanziger Jahre schrittweise verloren hatte, rückte er auch in der SED nicht mehr in den Vordergrund. Im Oktober 1947 wurde der wortkarge Altrevolutionär Direktor der Parteihochschule »Karl Marx«. Dort im Oktober 1950 abgelöst, Mitarbeiter am IML. Ein ZK-Beschluß beauftragte Lindau mit der Erarbeitung einer Thälmann-Biographie, die er nie fertigstellte. Zur Geschichte des Kommunismus publizierte er einige Broschüren (»Probleme der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung«, Berlin 1947 und »Revolutionäre Kämpfe 1918/19«, Berlin 1960). Die letztere Arbeit wurde von Walter Ulbricht und dessen Anhängern angegriffen und Lindau als »Dogmatiker« verdammt. Er hatte – im Gegensatz zu den damaligen SED-Thesen – die Novemberrevolution 1918 in Deutschland noch immer als sozialistische und nicht als bürgerliche Revolution bezeichnete. Der starrköpfige Lindau hat allerdings (als einziger der angegriffenen Historiker) jede »Selbstkritik« verweigert. Dennoch bekam er von der SED zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1958 den Karl-Marx-Orden. Rudolf Lindau starb am 18.Oktober 1977 in Ost-Berlin.Ilko-Sascha Kowalczuk

Wer war wer in der DDR

Lindner, Gerhard

* 26.2.1930

Geb. in Thalheim (Krs. Stollberg); Vater Bauarb.; Volks- u. Mittelschule; 1945/46 Wald- u. Landarb.; 1946 FDJ; 1946/47 Arbeiter beim Betriebsschutz des VEB Feinpappwerke Thalheim; 1947 – 49 Abitur an der ABF Leipzig; 1948 SED; Studium der Rechtswiss. 1949 – 51 an der Univ. Leipzig, 1951 – 56 an der Leningrader Staatl. Univ., Dipl.-Jurist; ab 1956 Mitarb. des MfAA, 1956/57 Referent, 1958 – 61 pers. Referent, 1961 – 64 kommissar. Abt.-Ltr. 1962/63 Ltr. der 4. Europa-Abt. (Nordeuropa) im Min. für…

Wer war wer in der DDR

Lingner, Reinhold

* 27.6.1902 – ✝ 1.1.1968

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Architekt; Gymn. in Berlin-Charlottenburg; 1919 – 21 Ausb. zum Gärtner in den Spätschen Baumschulen Treptow; 1923 – 25 Gasthörer an der TH Stuttgart bei Paul Schmitthenner, Mitarb. in dessen Architekturbüro; 1927 Staatl. Geprüfter Gartenbautechniker; 1927 Entwurf für Soldatenfriedhöfe bei der Amtl. Dt. Kriegsgräberfürsorge in Belgien; 1932 Staatl. Dipl. als Gartenbauinspektor; 1933 mit seiner Frau Alice L. nach Belgien, Mitarb. im Gartenbaubüro von Frank…

Wer war wer in der DDR

Links, Roland

* 1.3.1931 – ✝ 31.3.2015

Geb. in Kotzman (Krs. Czernowitz, Rumänien); Vater Rechtsanwalt; 1940 Umsiedl. nach Dtl.; OS, 1950 Abitur in Wittenberge. 1950 – 54 Studium der Germanistik, Geschichte u. Kunstgeschichte an der Landes-HS Brandenb./PH Potsdam; 1948 – 90 Kulturbund, 1954 – 78 zunächst Lektor, dann ltd. Lektor im Verlag Volk u. Welt Berlin; 1968 – 91 SED/ PDS; 1972 – 90 Mitgl. der Zentr. Kommission für Literatur beim Bundesvorstand des Kulturbundes; 1978/79 freiberufl.; 1979 – 90 Ltr. der Verlagsgr. Kiepenheuer…

Wer war wer in der DDR

Lippert, Wolfgang

* 16.2.1952

Geb. in Berlin; Vater Kapellmeister (Walter-Lippert-Tanzorchester); Ausbildung zum Kfz-Mechaniker u. Arbeit als Fotograf, Tontechniker beim Gerd-Michaelis-Chor; 1978 – 80 Klavier- u. Gesangsausb. an der Musikschule Berlin-Friedrichshain, danach Tournee mit eigner Band, Auftritte als Gesangsinterpret u. Studiochorsänger bei Rundfunk- u. Schallplattenaufnahmen; 1982 Durchbruch als Schlagersänger mit dem Titel »Erna kommt« (im Westen von Hugo Egon Balder gecovert), weitere Erfolgstitel: »Aufstehn«,…

Wer war wer in der DDR

Lisewski, Stefan

* 6.7.1933 – ✝ 26.2.2016

Geb. in Tczew (Polen, ehem. Dirschau / Westpreußen); Vater Beamter; Mutter Stenotypistin; Volksschule in Thorn (Torún, Polen), 1945 Flucht. Nach 1945 Goethe-OS in Schwerin, daneben Statist am Mecklenburg. Staatstheater Schwerin; 1954 Abitur; 1954 Bewerbung zum Studium an der Bergakad. Freiberg, Pro-Praktikum als Stahlkocher im Ernst-Thälmann-Werk Magdeburg; 1955 – 57 Schauspielstudium an der Staatl. Schauspielschule Berlin-Schöneweide; 1957 – 99 festes Engagement am Berliner Ensemble durch …

Wer war wer in der DDR

Litke, Karl (Carl)

* 22.7.1893 – ✝ 20.2.1962

Geb. in Berlin; Vater Steindrucker; Volksschule; 1907 – 10 Ausbildung zum Steindrucker u. bis 1922 im Beruf tätig; 1907 Mitgl. der Vereinigung der Freien Jugendorg.; 1910 Verb. der Lithographen u. Steindrucker; 1912 SPD; 1914 – 18 Militärdienst; 1919 – 22 Vorstandsmitgl. u. 1922 – 26 Angest. der Ortskrankenkasse der Lithographen u. Steindrucker; 1921 – 33 Abg. der Bez.-Verordnetenvers. Berlin-Kreuzberg; 1923 – 33 2. Vors. des Bez.-Verb. Groß-Berlin u. 1931 Mitgl. des PV der SPD; 1927 – 33 Sekr.…

Wer war wer in der DDR

Lochthofen, Sergej

* 24.8.1953

Geb. in Workuta (Sowjetunion); Vater der in Workuta inhaftierte dt. Kommunist  Lorenz Lochthofen; 1958 Übersiedl. in die DDR, 1970 Schulabschluß; anschl. Kunstschule u. Kunststudium auf der Krim; verweigert dort mit Hinweis auf seine dt. Wurzeln den Militärdienst; zurück in der DDR verweigert er als Halbrusse mit sowj. Paß den NVA-Dienst u. die Mitgliedschaft in der SED; 1971 – 73 Volontariat bei der SED-Bezirksztg. »Das Volk« Erfurt; 1973 – 77 Journalistikstudium an der KMU Leipzig,…

Wer war wer in der DDR

Loewig, Roger

* 5.9.1930 – ✝ 4.11.1997

Geb. in Striegau (Niederschles./Strzegom, Polen); Volksschule u. Gymnasium in Oels (b. Breslau) u. Jarotschin (b. Posen). Nach 1945 Holzfäller u. Landarb. in der Lausitz; ab 1951 in Berlin; Beginn der künstler. Arbeit als Autodidakt; 1951 – 53 Studium am Inst. für russ. Sprache; 1953 – 63 Lehrer für Geschichte, Dt. u. Russ. in Berlin, entlassen; zeichner. u. schriftst. Arbeiten; 1962 wurde eine zur 5. Dt. Kunstausstellung eingereichte Lithografien-Folge zurückgewiesen; 1963 erste Ausstellung im…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lohagen, Ernst

* 12.5.1897 – ✝ 2.11.1971

Geboren am 12. Mai 1897 in Elberfeld; Laufbursche, dann Hilfsarbeiter. 1912 Mitglied der Arbeiterjugend, während des Krieges Anhänger der Spartakusgruppe in Elberfeld. 1918 als Soldat eingezogen, nach der Revolution in den Straßburger Soldatenrat gewählt. Seit Gründung der KPD Mitglied der Partei, Orgleiter der FSJ von Rheinland und Westfalen. 1920 Mitglied im Stab der Roten Ruhrarmee, Januar 1921 verhaftet, aber im März 1921 vom Sonderkriegsgericht in Kassel freigesprochen. Ostern 1921 gehörte er zur Leitung des Aufstandes (März-Aktion) in Wuppertal. Nach der Niederschlagung flüchtete er nach Berlin und lebte dort bis 1922 unter dem Namen Peter Paulsen. Anschließend in Kassel Redakteur der »Arbeiterzeitung« von Hessen-Kassel. Im Januar 1924 erneut festgenommen und wegen »Verstoßes gegen das KPD-Verbot« bis September 1924 im Zuchthaus. Danach Polleiter von Hessen-Kassel, 1926 Mitglied des Provinziallandtages von Hessen-Waldeck, 1927 der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Lohagen schloß sich der ultralinken Opposition an, die er auf dem X. Parteitag 1925 vertrat. Da er sich Ende 1925 von der Opposition löste, im Februar 1928 erneut Polleiter des Bezirks Hessen-Kassel. Im September 1930 (im Wahlkreis Hessen-Nassau) in den Reichstag gewählt, dem er bis Juli 1932 angehörte. Mitte 1931 in Kassel abgesetzt, ohne daß die anderen Funktionäre den Grund erfuhren, er wurde 1932 Instrukteur der Reichsleitung des illegalen RFB in Berlin. Im April 1933 verhaftet, er kam in das KZ Neu-Sustrum und ab Januar 1934 in das Lager Börgermoor. Nach seiner Freilassung im April 1934 (er hatte die übliche Erklärung unterschrieben, sich »nicht mehr staatsfeindlich zu betätigen«) wieder Polleiter der illegalen KPD Bezirk Hessen-Kassel. Im Juni 1935 wurde er gemeinsam mit seiner Frau Paula Lohagen, geborene Niewöhner (* 17. 1. 1897 in Bielefeld), festgenommen. Sie war seit 1919 Mitglied der KPD, gehörte seit 1926 ebenfalls der BL Hessen-Kassel an und blieb bis 1933 als Redaktionssekretärin an der »Volkswacht« in Bielefeld. Paula Lohagen wurde 1935 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und 1942 im KZ Auschwitz ermordet. Ernst Lohagen saß bis 1938 in U-Haft, wurde im Januar 1938 vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt und im April 1945 von Einheiten der US-Armee aus dem KZ Lengefeld befreit. Er ging nach Zwickau und baute bis August 1945 die KPD in Zwickau und im Vogtland wieder mit auf. Im August 1945 Vorsitzender der KPD Leipzig, im April 1946 dann der SED. Von 1948 bis Anfang 1952 war er Landesvorsitzender bzw. 1.Sekretär der SED in Sachsen. Lohagen wurde imFebruar 1949 im Westen wegen seiner Haltung während der Nazizeit angegriffen. Das SED-Zentralorgan »Neues Deutschland« verteidigte ihn am 24. Februar 1949 unter der Überschrift: »Gegen eine politische Verleumdung«. Von der Personalpolitischen Abteilung des PV der SED wurde die illegale Arbeit und das untadlige Verhalten Lohagens gelobt. 1950 Mitglied des ZK der SED, tat er sich auffallend bei der Stalinisierung der sächsischen SED hervor. Besonders heftig griff er den rechten Altkommunisten Arthur Lieberasch an. Doch am 21. Dezember 1951 wurde er überraschend in der sowjetischen Zeitung »Tägliche Rundschau« beschuldigt, »Kritik und Selbstkritik« zu unterbinden. Einen kritischen Artikel des Volkskorrespondenten Müller an seiner Arbeitsweise hatte Lohagen damit beantwortet, daß er Müller entließ. Daraufhin schlug der »Fall Lohagen« große Wellen, er war als Sündenbock für eine Kampagne ausersehen. Obwohl er »die Kritik der ?Täglichen Rundschau? eine Lehre und Hilfe für mich«, nannte, in einem Artikel alle vorgebrachten Vergehen bestätigte, ging die Aktion gegen ihn weiter. Am 25. Januar 1952 richtete die »Leipziger Volkszeitung« »Ein Wort an den Gen. Lohagen!« Nunmehr bekannte er am 21.Februar 1952, seine Selbstkritik sei »falsch und unzulänglich« gewesen, er habe wegen seiner »Selbstherrlichkeit« eine »Kette von Fehlern« begangen. Ungeachtet dieser erneuten Unterwerfung schloß ihn die SED-Führung am 23.Februar 1952 aus dem ZK aus. Allerdings meinte Walter Ulbricht am 11.März 1952: »Die Sache mit dem Verhalten des Genossen Lohagen ist nicht abgeschlossen.« Da Lohagen früher einmal bei der ultralinken Opposition stand, drohten ihm härtere Maßnahmen; im Mai 1952 erhielt er eine Rüge wegen »parteischädigenden und eines führenden Funktionärs unwürdigen Verhaltens«, wurde im Juni auch aus der SED-Landesleitung Sachsen ausgeschlossen und mußte sofort sein Mandat in der Volkskammer niederlegen. Lohagen wurde zum Leiter der Bezirksfinanzkommission Potsdam degradiert, ab September 1955 Vorsitzender des Rates des Kreises Pritzwalk. Seit 1958 hatte er keine Funktion mehr. Mit dem VVO in Gold ausgezeichnet, Parteiveteran in Belzig. Ernst Lohagen starb am 2.November 1971 in Bad Saarow.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Lohmeyer, Ernst

* 8.7.1890 – ✝ 19.9.1946

Geb. in Dorsten (Westfalen); Vater Pfarrer; Schulbesuch in Vlotho u. Herford, dort 1908 Abitur; anschl. Studium der Theol., Philos. u. oriental. Sprachen in Tübingen, Leipzig, u. Berlin; 1914 Prom. in Berlin; 1912 Hauslehrer b. Graf Bethusy-Huc in Gaffron (Schles.); 1912 Lizentiat der Theol. in Berlin; 1914 – 18 Soldat; 1918 Habil. mit der Schrift »Vom göttl. Wohlgeruch« bei Martin Dibelius in Heidelberg, dort anschl. Privatdoz.; 1920 außerord. Prof. für Neues Testament in Breslau; 1923 u. 1929…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ligendza, Roman

* 4.8.1891 – ✝ 18.6.1946

Geboren am 4. August 1891 in Zaborze/Krs. Hindenburg in Oberschlesien, Sohn eines Bergmanns; lernte Kaufmann und arbeitete als Häuer. Von 1912 bis 1914 Militärdienst, dann Weltkriegsteilnehmer, zuletzt Unteroffizier. Im April 1920 trat er in die KPD und den Bergarbeiterverband ein, aus letzterem im März 1929 ausgeschlossen, zählte anschließend zu den führenden RGO-Funktionären in Oberschlesien. Delegierter des XII. Parteitages der KPD im Juni 1929 in Berlin. Bis 1931 als Bergarbeiter tätig, war er Mitglied der BL Oberschlesien und gehörte von 1927 bis 1933 der Stadtverordnetenversammlung in Hindenburg an. Im April 1932 wurde er im Wahlkreis Oppeln in den Preußischen Landtag gewählt. Ligendza flüchtete im März 1933 nach Polen, kehrte aber Ende des Jahres nach Deutschland zurück und war Instrukteur der KPD in Berlin und im Ruhrgebiet (unter dem Decknamen Rudolf Schneuder). Dann Obergebietsleiter, Ligendza war verantwortlich für den Wiederaufbau der RGO und der KPD im Ruhrgebiet, Mittel- und Niederrhein. Am 24. April 1934 in Düsseldorf festgenommen, wurde er am 12. April 1935 vom 2.Senat des VGH in Berlin zu zwei Jahren und acht Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach der Strafverbüßung im Zuchthaus Brieg kam er in »Schutzhaft« in die KZs Sachsenhausen und Buchenwald, aus letzterem wurde er im Sommer 1941 nach Oberschlesien entlassen. Den Erinnerungen des im Frühjahr 1943 über Oberschlesien abgesprungenen deutschen Kommunisten und Angehörigen der Roten Armee Vinzent Porombka (* 1910 – † 1975) zufolge, organisierte er gemeinsam mit Roman Ligendza und anderen oberschlesischen Kommunisten Anfang Januar 1945 Widerstandaktionen gegen das NS-Regime. Ligendza hat sich dann der Roten Armee zur Verfügung gestellt und sprang gemeinsam mit Porombka im März 1945 mit dem Fallschirm bei Chemnitz ab, er kam im Sommer 1945 nach Berlin und begann im Büro von Ottomar Geschke beim Hauptamt für Sozialwesen des Berliner Magistrats zu arbeiten. Roman Ligendza starb unter bis heute nicht geklärten Ursachen am 18.Juni 1946 im Eggersdorfer Forst bei Berlin.

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Lindemann, Bruno

* 3.4.1927

Geb. in Mönchhagen (Krs. Rostock-Land); Vater Landarb.; 1933 – 41 Volksschule; 1941 – 43 Musikschule; 1943 / 44 Musiker in der Organisation Todt; 1945 Transport- u. Sägereiarb. 1945 SPD, 1946 SED, FDJ; 1945 / 46 Briefbote; 1946 / 47 Student an der Musikhochschule Rostock; 1947 – 50 Instrukteur der FDJ-KL Rostock; 1950 / 51 Instrukteur der SED-KL Rostock; 1952 Ltr. der Abt. Agit. u. Prop. der SED-KL Rostock u. Rostock-Land; 1952 – 54 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-KL Bad Doberan; 1954 / 55…

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Lindner, Lothar

* 13.1.1928

Geb. in Chemnitz, Vater Maurer; Volksschule, 1942 – 44 Ausbildung zum Maurer; 1944/45 Luftwaffenhelfer u. RAD. 1945/46 Beendigung der Ausbildung u. tätig als Maurer in Baugeschäften in Limbach u. Chemnitz; 1945/46 FDGB; 1947 SED; 1947 Jugendsekr. im Landesvorst. Sachsen der IG Bau-Holz; 1947/48 Jugendsekr. im Bundesvorst. des FDGB; 1948/49 Sekr. für Schulung im Zentralvorst. der IG Bau-Holz; 1950/51 Vors. des Landesvorst. der IG Bau-Holz in Sachsen-Anh.; Jan. 1951 – Okt. 1953 stellv. Vors. u.…

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Linke, Dietmar

* 12.8.1944

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Konzertmstr.; 1963 Abitur in Senftenberg; anschl. bis 1968 Studium der Theol. an der HU Berlin; 1964 Wehrdienstverweigerung; 1969/70 Vikar in Luckenwalde; 1970/71 Predigerseminar in Wittenberg; anschl. Pfarrer in Meinsdorf (Krs. Jüterbog); Mitgl. der Synode Berlin-Brandenb.; 1978 – 83 Pfarrer in Neuenhagen (b. Berlin); 1982 Mitbegr. der »Friedenswerkstatt« Berlin; 1983 Mitinitiator der Aktion kirchl. u. opp. Friedensgr. »Fasten für das Leben« in der…

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Linnemann, Gerhard

* 13.4.1930 – ✝ 11.12.2001

Geb. in Oschersleben; Volks- u. Oberschule, Lehre als Industrie-Elektromechaniker; 1950 – 53 Studium an der Ing.-Schule für Schwermaschinenbau Magdeburg; SED; 1955 Studium der theoret. Elektrotechnik an der HS für Elektrotechnik in Ilmenau, anschl. dort Assistent, Oberassistent u. Doz.; 1963 Prom. zum Dr.-Ing.; 1970 Honorarprof., 1971 Prof. für Informationstechnik an der TH Ilmenau; 1967 – 71 Techn. Dir. des VEB Transformatorenwerk »Karl Liebknecht« in Berlin; 1971 NP (im Koll.); 1972 – 85…

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Lippmann, Frieder

* 3.9.1936

Geb. in Dorfchemnitz (Krs. Brand-Erbisdorf); 1943 – 1955 Grund- u. OS, Abitur; Hauer im sächs. Steinkohlen- u. Erzbergbau; Studium an der Bergingenieurschule Zwickau, 1960 Dipl.-Ing.; 1960 – 65 Steigerdienst bei der VEB Maxhütte in Schmiedefeld (Krs. Neuhaus); Fernstudium an der Bergakad. Freiberg; 1965 – 90 wiss. Mitarb., Projektant u. Gruppenltr. Projektierung im Forschungsinst. für Roheisenerzeugung bzw. wiss.-techn. Inst. Bau in Unterwellenborn (Krs. Saalfeld); 1989 SDP, Vors. der Ortsgr.…

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Lisiecki, Dietrich

* 23.11.1937

Geb. in Merseburg; Vater Maschinist, Mutter Anlagenfahrerin; Grundschule; 1951 FDJ; 1952 – 55 Ausbildung zum Junghauer im Lehrkombinat Mücheln; 1955 Arbeiter im VEB Chem. Werke Buna; 1955 – 57 NVA; 1957 – 62 Kraftfahrer bei der NF u. der FDJ-KL Merseburg; 1959 SED; 1962 – 70 Ofenbrigadier bzw. Meister in den Buna-Werken (Abstichmann, später Jugendbrigadier); 1969 Meisterabschluß; 1970 – 72 Studium am Industrie-Inst. der TH für Chemie Leuna-Merseburg (THC), Dipl.-Ing.-Ökonom; 1972 – 76 wiss.…

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Lobedanz, Reinhold

* 29.8.1880 – ✝ 5.3.1955

Geb. in Schwerin; Vater Oberlehrer; 1887 – 90 Vorbereitungsschule, 1890 – 99 Gymnasium in Schwerin, Abitur; 1899 – 1903 Studium der Rechts- u. Verw.-Wiss. in Heidelberg, Leipzig u. Rostock; Mitgl. der schlagenden Verbindung Corps Lusatia; 1903 Prom. zum Dr. jur.; 1903 – 07 Ausbildung an Gerichten, Staatsanwaltschaften u. in Rechtsanwaltspraxen in Ostendorf (b. Schwerin u. Rostock); 1903 Erste jur. Prüfung; 1907 Zweite jur. Prüfung; 1907 Gerichtsassessor am LG in Schwerin; 1907 – 11 Amtsassessor…

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Loebinger, Lotte

* 10.10.1905 – ✝ 9.2.1999

Geb. in Kattowitz (Katowice, Polen); Vater Arzt; 1915 Vollwaise, Umzug nach Kiel als Mündel der ältesten Schwester Friederike L.; Besuch des Mädchen-Lyzeums, 1920 mittlere Reife; Arbeit im Kontor des Kaufhauses Karstadt u. als Verkäuferin; Komparsin an der Städt. Oper Kiel; Privatunterricht in Sprechtechnik; 1922 Umzug nach Breslau zur Schwester Waltraut (Lehrerin), um eine Theaterlaufbahn beginnen zu können; 1924 Verkäuferin; erstes Engagement in Breslau; durch die Schwester in die pol.…

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Löffler, Fritz

* 12.9.1899 – ✝ 15.5.1988

Geb. in Dresden; Vater Apotheker; nach zweijährigem Wehrdienst 1919 Abitur; Studium der Germanistik, Romanistik, Kunst- u. Theatergeschichte sowie Archäol. in Jena, Berlin, Greifswald u. München, Studienaufenthalte in Florenz u. Rom, 1927 Prom. an der Ludwig-Maximilians-Univ. München mit einer Arbeit über Eduard v. Keyserling; anschl. Tätigkeit bei den Städt. Kunstsamml. Dresden, 1937 dort wegen seiner Arbeit für die »Dresdner Sezession« u. Förderung »entarteter Kunst« (u. a. Freundschaft mit…

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Lohberger, Kurt

* 2.6.1914 – ✝ 29.5.2008

Geb. in Lugau (Erzgeb.); Vater Bergarb., Mutter Fabrikarb.; 1920 – 28 Volksschule; 1928 – 31 Ausbildung zum Maurer; 1930 KJVD, RFB u. KPD; 1930 – 33 erwerbslos; März 1933 kurzztg. verhaftet; Mai 1933 Emigr. in die ČSR, ab 1934 Arbeit für den M-Apparat in Prag; Dez. 1936 – Jan. 1937 in Haft, anschl. unter Polizeiaufsicht; Nov. 1937 – Febr. 1939 Teiln. am span. Bürgerkrieg; 1938 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1939 – 41 in Frankreich (Lager St. Cyprien, Gurs u. Le Vernet) interniert; Mai…

Wer war wer in der DDR

Löhr, Jonny

* 20.2.1899 – ✝ 15.7.1967

Geb. in Hamburg; Vater Arbeiter, Mutter Waschfrau; Volks- u. Gewerbeschule in Hamburg; 1913 – 16 Ausbildung zum Schlosser u. 1916/17 Heizungsmonteur in Hamburg; 1913/ 14 SAJ; Militärdienst; 1921 u. 1923 Ltr. des Nachrichtendienstes der KJV Wasserkante; 1922 KPD; 1922 – 25 Abendschule in Hamburg; 1925 – 28 Studium an der Höheren Maschinenbauschule in Leipzig, Maschinenbauing.; ab 1928 Mitarb. der KI; sowj. Staatsbürgerschaft; 1928 – 30 nachrichtendienstl. Arbeit (als Verbindungsagent) in Rumänien…

Wer war wer in der DDR

Lilie, Helmut

* 11.3.1923

Geb. in Erfurt; 1945/46 KPD/SED; Besuch der Vorstudienanstalt Jena, Abitur; Studium der Chemie an der FSU Jena; 1953 Prom. über die Chemie der Reineck-Salze zum Dr. rer. nat.; 1957 Habil.; Mitarb. des Dt. Amts für Material- u. Warenprüfung (DAMW); Ltr. eines chem. Prüflabors; Prüfdienststellenltr.; später Fachabt.-Ltr. für techn. Chemie u. Vizepräs.; 1961 – 65 Präs. des DAMW (Nachf. von Max Rüffle); 1963 Prof. für Warenkunde an der HS für Binnenhandel Leipzig; 1965 – 72 stellv. Vors. der SPK;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lindemann, Rosa

* 21.2.1876 – ✝ 13.6.1958

Geboren am 21. Februar 1876 in Spandau als Rosa Liesegang. Mit acht Jahren kam sie mit den Eltern nach Berlin-Moabit, wo ihr Vater eine Stelle als Wächter gefunden hatte. Verkäuferin in einem Textilwarengeschäft, seit 1895 verheiratet mit Karl Lindemann, gemeinsam traten sie am 1.Mai 1909 in die SPD ein. Mit der linken USPD kam sie 1920 in die KPD, aktiv in der IAH, der RHD und der ARSO. Von 1920 bis 1933 Abgeordnete der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin. Nach 1933 leitete sie eine Widerstandsgruppe im Bezirk Tiergarten, in der vor allem Frauen aktiv waren. Im November 1944 starb ihr Mann, ihr Sohn Erich fiel vermutlich beim Einmarsch der Roten Armee in Nauen. 1945 Sachbearbeiterin im »Amt für soziale Fürsorge« in Finkenkrug, 1946 als Rentnerin in Berlin-Moabit in der Kommunalpolitik der KPD/SED aktiv. 1953 übersiedelte sie zu ihrer Tochter nach Falkensee. Rosa Lindemann starb am 13. Juni 1958 in einem Pflegeheim in Staaken.

Wer war wer in der DDR

Lindner, Wolfram

* 26.2.1941 – ✝ 17.2.2010

Geb. in Lauenhain; 1959 Abitur mit Berufsausbildung zum Feinmechaniker; 1959 – 65 Mitarb. bzw. Ltr. des Ref. Körperkultur u. Sport beim Rat der Stadt Hainichen; 1965 – 69 Radsporttrainer in Karl-Marx-Stadt; Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Trainer für Radsport; 1970 – 90 Verb.-Trainer Straßenradsport im Dt. Radsportverb.; die von ihm betreuten Sportler gewannen bei Olymp. Spielen 1980 die Silbermedaille im 100-km-Mannschaftsfahren, 1988 die Goldmedaille im 100-km-Mannschaftsfahren u. beim…

Wer war wer in der DDR

Linke, Helmut

* 6.10.1928

Geb. in Greiz; Vater Klempner; Volks- u. kaufm. Berufsschule; 1944 / 45 Wehrmacht; 1945 amerikan. Kriegsgef. 1945 / 46 kaufm. Lehrling in Greiz; 1946 / 47 Textilfachschule (Abendkurs); 1946 – 48 kaufmännischer Angest. in Greiz; 1948 SED; 1948 –50 Redaktionsvolontär bei der Ztg. »Das Volk« in Greiz, 1950 / 51 Red. ders. Ztg. in Bad Salzungen; 1951 / 52 Studium an der PHS der SED; 1953 – 59 Red. u. Abt.-Ltr. bei der Ztg. »Freies Wort« in Suhl; 1953 – 60 Fernstudium an der Fak. für Journalistik…

Wer war wer in der DDR

Linse, Walter

* 23.8.1903 – ✝ 15.12.1953

Geb. in Chemnitz; Vater Postsekretär; 1910 – 24 Schulbesuch in Chemnitz, Abitur; 1924 – 32 Studium der Rechtswiss., Philos. u. Geschichte an der Univ. Leipzig, 1927 Erste jur. Staatsprüfung; 1927 – 31 Referendar in Chemnitz u. Stollberg; 1931 Große jur. Staatsprüfung; 1931 – 33 Assessor in Stollberg u. Leipzig;, Hilfsrichter in Leipzig 1933 – 38 Rechtsanwalt in Chemnitz; 1938 Prom. zum Dr. jur. an der Univ. Leipzig; 1938 – 45 Referent bei der IHK Chemnitz, ab Sept. 1938 zuständig für die »Bearb.…

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Lippmann, Heinz

* 24.10.1921 – ✝ 11.8.1974

Geb. in Berlin; Vater Fabrikant; Realgymnasium, Ausschl. wegen jüd. Herkunft; versch. Hilfsarbeiten; 1942 – 45 KZ Großbeeren, Auschwitz-Monowitz u. Buchenwald. 1945 KPD; 1945/46 Mitarb. der Volksbildungsverw. Thür.; Mitbegr. des antifa. Jugendaussch. u. der FDJ in Thür.; Mitgl. des ZR der FDJ; 1946 – 53 FDJ u. SED; 1946 – 48 Sekr. für Kultur u. Erziehung der FDJ-LL Thür.; 1948/49 Org.-Sekr.; 1949 – 52 Sekr. des ZR der FDJ, hier Aufbau der West-Abt. u. verantw. für die Arbeit der FDJ in der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

List, Alfred

* 21.2.1904 – ✝ 30.12.1976

Geboren am 21. Februar 1904 in Frankfurt/M.; Bürodiener, kaufmännische Lehre und Arbeit als Versicherungsangestellter. Seit 1925 Mitglied der KPD, Funktionär der RGO und der IAH, zuletzt Bezirksleiter im Bezirk Hessen-Frankfurt. 1931/32 Teilnahme an einem Komintern-Kursus in Moskau (Deckname Heinrich Franz). Ab 1933 illegale Arbeit für die IAH, vom 12. bis 24. Oktober 1933 inhaftiert, aus »Mangel an Beweisen« wieder freigelassen. Emigration in das Saargebiet, hier Einsatz als Reichsleiter der illegalen IAH, er organisierte von Saarbrücken, Paris, Prag und Moskau aus die Anleitung der IAH-Instrukteure im Reich. Am 24. Juni 1935 wurde List festgenommen und in das Zuchthaus Kassel-Wehlheiden verbracht. Im Mai 1937 vom VGH zusammen mit Walter Kassner angeklagt und zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, inhaftiert im Zuchthaus Freiendiez, zuletzt im Zuchthaus Ludwigsburg. Im September 1945 zurück nach Frankfurt/M., im Oktober 1945 nach Stuttgart, Mitglied der KPD und zeitweise Vorsitzender der VVN Ludwigsburg. Später Austritt aus der KPD. Er leitete zeitweise die Strafvollzugsanstalt Ludwigsburg und von 1952 bis 1969 die Strafvollzugsanstalt in Ulm. Als Oberregierungsrat war er wegen seiner fortschrittlichen Reformen im Strafvollzug weithin bekannt. 1969 lehnte er die Annahme des Bundesverdienstkreuzes aus politischen Gründen ab. Alfred List starb am 30.Dezember 1976 in Ludwigsburg.

Wer war wer in der DDR

Loch, Hans

* 2.11.1898 – ✝ 13.7.1960

Geb. in Köln; Vater Schlosser; Gymnasium, 1916 Abitur; 1917/18 Militärdienst; 1918 – 23 Studium der Rechtswissensch. an den Univ. Bonn u. Köln, 1923 Dr. jur.; 1919 – 24 DDP; bis 1925 tätig an versch. Gerichten; danach Justitiar u. Steuersyndikus; 1933 zeitw. in den Niederlanden wohnhaft; danach erneut Justitiar u. Syndikus; 1936 – 38 Emigr. in die Niederl.; anschl. wieder Syndikus versch. Wirtschaftsunternehmen in Dtl.; 1939 – 45 Wehrdienst. 1945 Mitbegr. der LDPD im Krs. Gotha; 1946 – 48 OB von…

Wer war wer in der DDR

Loeser, Franz Georg

* 20.12.1924 – ✝ 21.1.1990

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen) in einer dt.-jüd. Fam., Vater Rechtsanwalt, beide Eltern wurden Opfer der Shoa; Volksschule u. Zwingergymn. in Breslau; 1938 mit einem jüd. Kindertransport Emigr. nach Großbrit.; Schulabschluß in London; 1940 Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; Kontakte zur FDJ in London, u. a. mit  Horst Brasch, Hinwendung zum Marxismus; 1943 / 47 als Angeh. der brit. Armee Teiln. am 2. Weltkrieg, 1945 – 47 Stationierung in Japan, dort als Angeh. einer med. Einheit mit den…

Wer war wer in der DDR

Löffler, Kurt

* 24.8.1932

Geb. in Leipzig; Vater Angest.; OS, 1951 Abitur; 1951 – 55 Studium der Wirtschaftswiss. an der KMU Leipzig u. HU Berlin, Dipl. Wirtsch.; 1952 SED u. 1952 – 54 der zentr. SED-HS-Gruppe; 1953/54 PK- u. Hundertschaftsltr. der GST; 1955 Assistent an der FSU Jena; 1955 – 61 Assistent, Wahrnehmungsdoz., Prorektor für Ges.-Wiss. an der Musik-HS »Franz Liszt« in Weimar; 1959 Mitgl. der SED-KL Weimar-Stadt; 1961 – 67 Ltr. der Abt. Kultur beim Rat des Bez. Erfurt; 1966 Johannes-R.-Becher-Medaille; 1967 –…

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Lohmann, Karl

* 10.4.1898 – ✝ 22.4.1978

Geb. in Bielefeld; Realgymnasium; 1916 – 18 Kriegsdienst; 1919 – 23 Chemiestudium in Münster u. Göttingen, 1923 Rockefeller-Stipendiat; 1924 – 37 Assistent von Otto Meyerhof am Kaiser-Wilhelm-Inst. für Biol. in Berlin-Dahlem sowie an dem für med. Forschung in Heidelberg; 1931 – 35 Med.-Studium in Heidelberg; 1937 ord. Prof. u. Dir. des Physiolog.-Chem. Inst. der Berliner Univ. 1945 Prodekan der Med. Fak., ab 1946 kommissar. Ltr. des Physiolog. Inst. der HU Berlin; 1949 Ord. Mitgl. der DAW; prov.…

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Lohs, Karlheinz

* 23.8.1929 – ✝ 26.6.1996

Geb. in Annaberg (Erzgeb.); Lehre als Chemielaborant; tätig im Krs.-Krankenhaus Annaberg; 1948 Abitur an der Vorstudienanstalt Chemnitz; 1948 – 52 Chemiestudium an der Univ. Leipzig, Dipl.; danach wiss. Mitarb. in der Farbenfabrik Wolfen; ab 1954 beim MfS als IM "Gerd", ab 1982 als IM "Engelmann" erf.; 1955 Prom.; 1962 Habil.; 1958 – 65 Dir. des VEB Chem.-techn. Laboratorien; seit 1962 Vorlesungen über chem. Toxikol. an den Univ. Leipzig, Halle u. Berlin; 1965 Prof. der DAW; 1965 – 70 Dir. des…