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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Roscher, Paul

* 17.9.1913 – ✝ 24.8.1993

Geb. in Pockau (Krs. Marienberg); Vater KPD-Funktionär Max R.; Volksschule; Ausb. zum Maschinenschlosser; 1928 KJVD u. DMV; 1932 KPD; 1933 illeg. Arbeit, verhaftet u. verurteilt zu 30 Mon. Zuchthaus; Haft im KZ-Moorlager in Emsland; Wehrmacht, Strafbat. 999; franz. Kriegsgefangenschaft. 1947 in die SBZ; SED; Sekr. der SED-KL Marienberg; 1949 – 52 Abt.-Ltr. in der SED-Landesltg. Sachsen; 1952 – 54 Sekr. der SED-BL Leipzig; 1954/55 Studium an der PHS; 1955 Sekr., 1958/59 2. Sekr. der SED-BL…

Wer war wer in der DDR

Rösel, Fritz

* 25.3.1926 – ✝ 9.7.2003

Geb. in Heidenau (b. Dresden); Vater Arbeiter; Volksschule; 1940 – 42 Ausbildung zum Schuhfacharbeiter, bis 1947 in diesem Beruf tätig; 1945/46 KPD/SED u. FDGB; 1945 – 47 Jugendbetriebsrat, 1947/48 Jugendsekr. beim Landesvorst. Sachsen der IG Leder; 1949 – 51 Mitarb. u. Sekr. beim Zentralvorst. der IG Textil-Bekleidung-Leder; 1952 – 56 Studium am IfG, Dipl.-Ges.-Wiss.; 1960 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1956 – 59 Mitarb. im Bundesvorst. des FDGB u. Ltr. der Abt. Schulung bzw. Agit. u. Prop.; 1959 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rosenberg, Arthur

* 19.12.1889 – ✝ 7.2.1943

(* 1889 – † 1943) Geboren am 19. Dezember 1889 in Berlin, Sohn des Kaufmanns Georg Henry Rosenberg. Seine kulturell sehr interessierten Eltern, die aus österreichischen Kaufmannsfamilien stammten, sind schon früh verstorben. Sie ließen als assimilierte Juden Arthur und seine Schwester Jenny protestantisch taufen. Arthur Rosenberg besuchte bis 1907 das Askanische Gymnasium in Berlin, er ließ bald seine Neigung zur Geschichte erkennen und bekam als glänzender Schüler zeitweise eine Freistelle an der Schule. Von 1907 bis 1911 studierte er an der Universität Berlin Geschichte und klassische Philologie und kam mit einem Stipendium für einige Zeit nach Italien. Er hörte u. a. bei Eduard Meyer, der Rosenberg gut kannte und ihn sehr schätzte. Rosenberg promovierte 1911 bei Otto Hirschfeld mit Untersuchungen zur »römischen Zenturienverfassung« und arbeitete an der Redaktion von Ullsteins Weltgeschichte mit sowie bei der »Frankfurter Zeitung«. Im Januar 1914 habilitierte sich der 25jährige mit »Der Staat der alten Italiker« und wurde Privatdozent für alte Geschichte an der Berliner Universität. Obwohl seine Forschungen bereits marxistische Ansätze zeigten, stand er politisch der Arbeiterbewegung fern, noch 1914 zollte er Kaiser Wilhelm II. übermäßiges Lob und meldete sich als Kriegsfreiwilliger, wurde aber zurückgestellt. 1915 zum Militär eingezogen, zunächst im Kriegspresseamt, später als Landsturmmann in Frankreich, wo er vor den Soldaten kulturgeschichtliche Vorträge hielt, ab 1917 wieder im Kriegspresseamt. Politisch entwickelte er sich 1918 rasch nach links, trat bei Ausbruch der Revolution der USPD bei. Hier aktiv tätig, ging als Anhänger Lenins mit dem linken USPD-Flügel im Dezember 1920 zur KPD. Auf dem Vereinigungsparteitag hielt er eine ultraradikale Rede. Rosenberg machte sich 1918 bereits durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen einen Namen. Er exponierte sich nun vor allem politisch, wurde 1921 Stadtverordneter in Berlin und Delegierter des VII. Jenaer Parteitages. 1922/23 im kommunistischen Pressedienst, Rosenberg gehörte in Berlin zur linken Opposition um Ruth Fischer, er war Mitglied der BL. Als die Linken 1924 die Parteiführung übernahmen, wurde er auf dem IX. Frankfurter Parteitag in die Zentrale der KPD gewählt. Im Mai 1924 zog er im Wahlkreis Berlin auch als Abgeordneter in den Reichstag ein. Als Mitglied des Polbüros der Ruth-Fischer-Ära spielte er ideologisch-politisch sowie als Verantwortlicher für außenpolitische Fragen eine bedeutende Rolle. Auf dem V. Weltkongreß der Komintern 1924 wurde er zum Mitglied des EKKI und auch ins Präsidium des EKKI gewählt. Seit Frühjahr 1925 leitete er zusammen mit Werner Scholem und Iwan Katz die ultralinke Opposition gegen die Ruth-Fischer-Führung. Trotzdem wurde er auf dem X. Parteitag im Juli 1925 in Berlin ins ZK gewählt, aber nach dem »Offenen Brief« schrittweise zurückgedrängt. Er distanzierte sich zusammen mit Scholem bereits im Februar 1926 von Katz. Auf der EKKI-Tagung trennte er sich im März 1926 von der ultralinken Gruppe und ging bald zur Thälmann-Fraktion über. Rosenberg war auch im Dezember 1924 wieder in den Reichstag gewählt worden, dort aktiv im außenpolitischen Ausschuß und an den Untersuchungen über die Kriegsschuldfrage beteiligt. Zugleich für die KPD-Presse tätig sowie im März 1927 Delegierter des XI. Parteitags in Essen, wo er bereits die Rechten und Heinrich Brandler verteidigte. Er stand in der KPD nun rechts und kritisierte z. B. als Hauptfeind der Partei die »scheinradikale Phrase«. Am 26. April 1927 erklärte Rosenberg »wegen des Versagens der Komintern in der China-Frage« seinen Austritt aus der KPD. In einem »Offenen Brief« schrieb er, die Politik Rußlands führe nach rechts, so daß die Komintern nur ein Hemmschuh für Moskau werde und aufgelöst gehöre. Daraufhin beschimpfte ihn die KPD als Hauptträger antikommunistischer Auffassungen in der Partei, der noch »1917 überzeugter Imperialist und Monarchist« und ohne jede marxistische Bildung gewesen sei. Am 2. November 1927 soll Rosenberg angeblich zur SPD übergetreten sein, das ist umstritten, denn nach eigener Aussage blieb er parteilos. Er behielt sein Reichstagsmandat bis 1928. In der Folgezeit arbeitete er vor allem wissenschaftlich, war (seit 1930 außerpl. Professor) wieder Dozent an der Berliner Universität. Um seine Frau Elly und die Kinder Liselotte und Wolfgang ernähren zu können, ging er als Lehrer ans Köllnische Gymnasium. Er veröffentlichte eine Reihe von Büchern, die ihn als Historiker bekannt machten, in erster Linie seine hervorragende Geschichte der Entstehung der Weimarer Republik (1928) sowie »Geschichte des Bolschewismus« (mit Druckvermerk »Berlin 1933«). Einige dieser Werke sind nach 1945 von seinem Schulfreund Kurt Kersten neu herausgegeben worden. Vor 1933 gehörte Rosenberg der Deutschen Liga für Menschenrechte an, in der auch Albert Einstein u. a. wirkten. Bereits im März 1933 von der Berliner Universität entlassen, wurde ihm die Lehrbefugnis im September 1933 auch offiziell entzogen. Rosenberg flüchtete zunächst in die Schweiz und emigrierte dann nach England, wo er von 1934 bis 1937 als Gastprofessor an der Universität Liverpool lehrte. Seine Schrift »Faschismus als Massenbewegung« wurde 1934 in Karlsbad publiziert. Als ihm NS-Behörden die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen, wurde in Liverpool gerade sein drittes Kind geboren, deshalb schrieb er an die Deutsche Botschaft in London: »Soweit Sie überhaupt imstande sind, mir die deutsche Staatsangehörigkeit abzusprechen, möchte ich Sie bitten, damit dies in meiner Familie einheitlich geschieht, auch meinem jüngsten, in England geborenen Sohn die deutsche Staatsangehörigkeit abzusprechen.« Rosenbergs Hauptwerk, die »Geschichte der deutschen Republik«, erschien 1935 in Karlsbad, wurde später in zahlreiche Sprachen übersetzt und ist bis heute ein Standardwerk. Sein Buch »Demokratie und Sozialismus« kam 1938 in Amsterdam heraus. Rosenberg galt zwar als Historiker der Weimarer Republik, seine Räte-Theorien und seine Thesen zum Faschismus hatten aber vor allem in den sechziger und siebziger Jahren beachtliche Nachwirkungen. Im Oktober 1938 übersiedelte Rosenberg mit seiner Familie in die USA, lehrte in Brooklyn als Professor für Geschichte und lebte dort zeitweise unter bedrückenden Umständen. Arthur Rosenberg starb, zuletzt krebskrank, am 7. Februar 1943 in Brooklyn. Mario Keßler veröffentlichte 2003 eine Biographie Arthur Rosenbergs.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rosenke, Walter

* 11.9.1902 – ✝ 3.3.1966

Geboren am 11. September 1902 in Rüdersdorf bei Berlin, Sohn eines Fabrikschmieds; wurde Schlosser. 1922 Mitglied der KPD, ehrenamtliche Arbeit im UB- und Bezirksmaßstab, u. a. AM-Leiter im UB Neukölln. Bis 1930 in verschiedenen Berliner Metallbetrieben beschäftigt. Ab 1. März 1931 Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin; von 1930 bis 1933 Ressortleiter im zentralen AM-Apparat der KPD. Am 18. März 1933 verhaftet, bis Ende Mai in »Schutzhaft«, nach Intervention der Handelsvertretung freigelassen. Rosenke emigrierte in die Sowjetunion. Er war in Moskau Kontrolltechniker beim Neubau des Volkskommissariats für Leichtindustrie, dann Ende 1934 Kursant der KUNMS sowie Leiter des »Ernst-Thälmann-Klubs« in Moskau. 1937 durch das NKWD verhaftet, bezichtigte er sich nach brutalen Mißhandlungen schwerster Verbrechen, die wie üblich erlogen waren. Er wurde zu acht Jahren Lager verurteilt. Angeblich gehörte er einer Anti-Komintern-Gruppe unter Leitung Bela Kuns an, in einem Lebenslauf von 1956 nannte Rosenke auch Hugo Eberlein, Werner Hirsch, Fritz Schulte, Walter Dittbender u. a. als Mitbeschuldigte der angeblich »konterrevolutionären deutschen Gruppe«. Auf einer Liste von 16 verhafteten deutschen Politemigranten, für deren Freilassung sich Wilhelm Pieck im April 1938 in einem Brief an Dimitroff einsetzte, befand sich Rosenkes Name. Bis 1945 in den hohen Norden verbannt, war er anschließend Werkmeister und Mechaniker. Rosenke kam im Februar 1956 in die DDR und wurde am 11.April 1956 nichtöffentlich »rehabilitiert«. Er studierte von 1956 bis 1959 am Industrie-Institut der Hochschule für Verkehrswesen und arbeitete dann als Diplom-Ingenieur-Ökonom bei der Reichsbahndirektion in Ost-Berlin. Walter Rosenke starb am 3. März 1966 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rosenthal, Frieda

* 9.6.1891 – ✝ 19.8.1936

Geboren am 9. Juni 1891 in Berlin als Frieda Schrinner; lernte Näherin und war bis 1919 in einer Kleiderfabrik beschäftigt. Nach der Heirat mit dem Angestellten Rosenthal wurde sie ins Amt für Sozialfürsorge übernommen und arbeitete als Fürsorgerin in Berlin-Lichtenberg. 1919 Mitglied der USPD, 1920 mit der linken USPD zur KPD. Sie stand in der KPD auf dem linken Parteiflügel. Seit 1924 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg, zunächst Sekretärin für Agitprop, dann für Frauenarbeit. Delegierte des X. Parteitages 1925 in Berlin. Sie schloß sich nach dem »Offenen Brief« im September 1925 der linken Opposition an, ging aber bereits im November 1925 zur Parteimehrheit über. Seit 1924 Stadtverordnete in Berlin, arbeitete Frieda Rosenthal wieder als Fürsorgerin und war ab 1929 hauptamtliche Stadträtin in Berlin. Im Februar 1930 unterschrieb sie den oppositionellen »Brief der 60«, zusammen mit Erich Raddatz u. a. und wurde aus der KPD ausgeschlossen. Frieda Rosenthal gehörte einige Zeit zur »Gruppe 60«, war dann Mitglied der SPD und vor 1933 der SAP. Nach 1933 illegal in Berlin-Friedrichshain tätig. Sie wurde am 19. August 1936 verhaftet, endlosen Verhören ausgesetzt und schwer mißhandelt. Um Mitkämpfer nicht zu belasten, beging Frieda Rosenthal am 15. Oktober 1936 im Gefängnis Selbstmord.

Wer war wer in der DDR

Rösler, Klaus

* 21.9.1926 – ✝ 12.5.1999

Geb. in Pethau (Krs. Zittau), Vater Buchhalter; OS (ohne Abschl.); 1944 RAD, dann Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schüler. 1949 Rückkehr; FDGB-Funktionär; 1950 SED; 1951 Red. bei der »Lausitzer Rundschau«; 1952 Einstellung beim APN (ab 1953 HA XV, ab 1956 HV A des MfS); Kursant der APN-Schule; Okt. 1952 HA I (politische Spionage); 1955 HA II (Westalliierte, dritte Länder); 1958 Abt. 3 (dritte Länder), 1962 dort stellv. Abt.-Ltr.; 1966 – 69 Teilstudium Pädagogik / Psychol.…

Wer war wer in der DDR

Roßner, Petra

* 14.11.1966

Geb. in Leipzig; begann als Leichtathletin (Mittelstrecke) beim SC DHfK Leipzig; 1985 Wechsel zum Radsport (Trainer: Wolfgang Patitz); zwölfmal DDR-Mstr. Einzelverfolgung, Punktefahren u. Straßenrennen; 1987: Siegerin Thüringen-Rundfahrt, erstmals WM-Teilnahme (49. Pl. Straße); 1988: Giro d’Italia (3. Pl.), Olymp. Spiele Straße (gestürzt); 1989: Vize-WM Einzelverfolgung, 1. Platz Zürich Grand Prix; Jan. 1990 Wechsel zur SG Köln-Wörringen; 1991 WM Einzelverfolgung; 1992 Olympiasiegerin…

Wer war wer in der DDR

Rossmeisl, Rudolf

* 5.8.1923 – ✝ 16.3.1986

Geb. in Rothau (Krs. Elbogen, ČSR / Rotava, Tschechien); Vater Arbeiter; Volks-, Bürger- u. Gewerbeschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser; 1929 Jungpioniere, 1937 KJV der ČSR; 1942 Wehrmacht, 1945 Desertion, 1945/46 »provisor. tschech. Staatsbürgerschaft wegen antifasch. Tätigkeit«. 1946 Übersiedl. nach Dtl.; KPD/SED; bis 1947 Arbeit als Schlosser, Sachbearb. für Betriebsgruppen in der SED-Stadtltg. Reichenbach; 1948 Lehrgang an der Landesparteischule, anschl. Referatsltr. in der SED-Landesltg.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rost, Karl

* 3.8.1902 – ✝ 26.7.1950

Geboren am 3. August 1902 in Hanau, Sohn eines Schuhmachers; Lehre und Arbeit als Werkzeugmacher und Mechaniker. 1919 Mitglied der KPD, ab 1928 bis Ende 1931 hauptamtlicher Sekretär der UBL Hanau. 1929 wegen Auseinandersetzungen mit den Nationalsozialisten wegen »Landfriedensbruchs« vom Schöffengericht Darmstadt zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Rost wurde im November 1931 in den Landtag des Hessischen Volksstaats gewählt, doch infolge eines Formfehlers wurde sein Mandat am 19. Juni 1932 wieder aufgehoben. Anschließend Leiter der KPD in Mainz und Vertriebschef der KPD-Wochenzeitung »Volksruf«. Ab 1933 illegale Arbeit, Ende 1933 inhaftiert, schwere Mißhandlungen durch die Gestapo in Hanau und Offenbach, bis März 1934 in Haft, u. a. im KZ Osthofen. Im Zusammenhang mit der Aktion »Gewitter« am 2.September 1944 erneut festgenommen und bis 27. Januar 1945 im KZ Dachau. Vom 1. Juni bis 31. Oktober 1945 war Rost Leiter der Betreuungsstelle für rassisch, religiös und politisch Verfolgte beim Oberbürgermeister von Offenbach/ Main. Er gehörte auch der Gewerkschaftsleitung in Offenbach an. Im November 1945 wurde er als Vertreter der KPD zum Ministerialdirektor ernannt und arbeitete bei Innenminister Hans Venedey in der Landesregierung Groß-Hessen. Wegen politischer Differenzen mit seiner Partei schied Rost bereits im Mai 1946 aus der Regierung aus und arbeitete anschließend als freier Journalist. Er bewarb sich im März 1947 als Vorsitzender der Spruchkammer für die Entnazifizierung in Offenbach, doch als er am 1. April 1947 den Vorsitz antrat, liefen die KPD-Vertreter Sturm und boykottierten die Sitzungen. Daraufhin legte Rost den Vorsitz am 31. Mai 1947 wieder nieder. Er wurde dennoch aus der KPD ausgeschlossen. Karl Rost starb am 26. Juli 1950 in Offenbach.

Wer war wer in der DDR

Roth, Heinz

* 13.7.1931

Geb. in Mittelschmalkalden (Thür.); Vater Kernmacher; Volksschule; 1945 – 49 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1949 VP; 1952 Schule der KVP; 1952 SED; 1953 Adj. bei der Politverw. der KVP; dann Politstellv. der II. Komp. der II. Abt. Strausberg II der KVP; Politstellv. der Wachabt. in Strausberg II; 1955/ 56 Politoffiziersschule der NVA; 1956 Einstellung beim MfS Berlin, HA I (NVA); 1961 – 64 Dreijahreslehrgang an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1964 Versetzung in die HA VII (MdI/VP); 1969…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Roth, Paul

* 19.7.1892 – ✝ 24.9.1967

Geboren am 19. Juli 1892 in Rudolstadt, Sohn eines Porzellanmalers; Tischler, trat 1909 in die SPD ein. Nach dem Ersten Weltkrieg Mitglied der KPD. 1924 sprach er auf einer Versammlung von den »Reichswehrbanditen« und wurde vom Schöffengericht Berlin zu einer Geldstrafe von 100 Goldmark verurteilt. Von 1925 bis 1929 war er KPD-Abgeordneter der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin. Roth gehörte 1930 zu jenen Funktionären und Mandatsträgern, die die ultralinke Politik der KPD-Führung kritisierten und deshalb mit der oppositionellen »Gruppe der 60« aus der KPD ausgeschlossen wurden. Am 26. Februar 1931 erklärte er gemeinsam mit Hermann Letz, Otto Moldmann, Erich Raddatz und Frieda Rosenthal seinen Übertritt zur SPD. Bekannt ist, daß er nach 1933 unter Beobachtung der Gestapo stand. Paul Roth starb am 24. September 1967 in West-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rothkegel, Rudolf

* 10.12.1889 – ✝ 13.10.1964

Geboren am 10. Dezember 1889 in Winnweiler/Krs. Kaiserslautern, Sohn eines Formermeisters; lernte Former. Die Eltern gehörten der Zentrumspartei an, zwei seiner vier Geschwister engagierten sich in konservativen Parteien. Er war 1910 in Freising der SPD beigetreten, übersiedelte 1912 nach Hamburg, dort bis 1915 Former. Im August 1915 Soldat, geriet er am 9.November 1915 in russische Kriegsgefangenschaft. Rothkegel setzte sich 1917 als Agitator im Kriegsgefangenenkomitee »Internationalisten« ein, wurde Ende Januar 1918 nach Moskau gerufen, wo er den Auftrag erhielt, Gefangenenlager aufzusuchen, um dort deutsche Kriegsgefangene für den Eintritt in die Rote Garde zu gewinnen. Rothkegel reiste im Januar 1919 zu Besprechungen nach Berlin, wo er als Vertreter des Zentralrates Deutscher Revolutionärer Arbeiter mit Philipp Scheidemann Gespräche über die Rückführung der Kriegsgefangenen nach Deutschland führte. Er nahm noch am Begräbnis von Karl Liebknecht teil und ging Ende Januar 1919 wieder nach Rußland, wurde Mitglied der Bolschewiki und half in Moskau beim Aufbau der IAH. Auf einer Fahrt nach Deutschland wurde Rothkegel durch litauische Offiziere verhaftet und von Oktober 1919 bis März 1920 in Kowno als bolschewistischer Agent gefangengehalten. Von 1921 bis 1924 war er Leiter der IAH in Leningrad. 1924 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete ab Mai 1925 wieder als Former in Hamburg, Mitglied der erweiterten KPD-BL Wasserkante. 1927 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, gehörte er dem AM-Apparat der KPD an. Am 1. April 1933 wurde Rothkegel verhaftet, am 9. Juni 1934 vom OLG Hamburg zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend im KZ Esterwegen, von August 1936 bis November 1942 im KZ Sachsenhausen, von dort dann in das KZ Flossenbürg gebracht, er wog nur noch 91 Pfund. Noch im April 1945 mit anderen Häftlingen zur Wehrmacht eingezogen, geriet Rothkegel am 24. April 1945 bei Schwalendorf/Bayern in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im Juli 1945 entlassen, zog er zu seiner Schwester nach Forst/Lausitz und wurde wieder Mitglied der KPD, im Juli 2. Vorsitzender der Gewerkschaft in Forst. Am 24. Oktober 1946 zum Bürgermeister von Forst gewählt, erhielt er 1951 eine »strenge Rüge« wegen »versöhnlerischen Verhaltens« und war nur noch ehrenamtlich Vorsitzender der DSF im Bezirk Cottbus, er bekam 1957 den VVO in Silber. Rudolf Rothkegel starb am 13. Oktober 1964 in Forst.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Roscher, Max

* 22.7.1888 – ✝ 28.8.1940

Geboren am 22. Juli 1888 in Pockau/Erzgebirge, Sohn eines Kleinbauern; lernte Maurer. Von 1904 bis 1908 Wandergeselle, arbeitete in Ziegeleien und Baubetrieben, 1911 Mitglied der SPD. Bei Kriegsausbruch Soldat, kam an die Front und unterhielt Verbindung zur Spartakusgruppe. Im Dezember 1918 kehrte er nach Sachsen zurück und wurde Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Marienberg. Er trat Ende März 1919 zur KPD über, 1920 Polleiter des UB Pockau. Bis 1922 arbeitete er als Maurer, wurde 1923 hauptamtlicher Orgleiter in Thüringen, kam 1924 nach Pockau zurück. Er wurde im Mai 1924 Reichstagsabgeordneter im Wahlkreis Chemnitz-Zwickau, im Dezember jedoch nicht wiedergewählt. Agitpropsekretär der BL Chemnitz-Erzgebirge; war von Februar bis November 1925 inhaftiert. Von 1926 bis 1929 Abgeordneter des Sächsischen Landtags, UB-Leiter in Flöha, später in Freiberg in Sachsen. Während der Auseinandersetzungen mit den Rechten 1928/29 vertrat Roscher die Linie des ZK. Anfang 1931 verhaftet und im September 1931 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« vom Reichsgericht zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt, aber nach einiger Zeit freigelassen, da er sehr krank war. Roscher blieb als Sekretär der KPD in Freiberg, emigrierte im Februar 1933 in die âSR. Er kehrte im August zur illegalen Arbeit nach Dresden und dann schließlich Ende des Jahres wegen seiner völlig zerrütteten Gesundheit nach Prag zurück. Von dort wurde er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in die Sowjetunion geschickt. Nach einem längeren Kuraufenthalt und einer Tätigkeit als Instrukteur in Charkow ging er bei Ausbruch des Bürgerkriegs nach Spanien und kämpfte im »Edgar-André-Bataillon« der Internationalen Brigaden. Vor Madrid wurde er im November 1936 schwer verwundet. Die hinter der Front und dann nach seinem Transport in die Sowjetunion vorgenommenen Operationen konnten ihn nicht mehr retten. Max Roscher starb am 28. August 1940 in einem Erholungsheim für versehrte Spanienkämpfer in Peredelkino bei Moskau. Sein Sohn Paul Roscher (* 17. 9. 1913 – † 24.8. 1993) trat 1932 in die KPD ein, wurde 1935 vom OLG Dresden zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, 1942 zum Strafbataillon 999 gezogen, geriet in französische Kriegsgefangenschaft. 1947 zurück, wurde er hauptamtlicher SED-Funktionär. Ab 1959 1. Sekretär im Bezirk Gera und von 1963 bis 1976 im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Von 1963 bis zum Herbst 1989 gehörte Paul Roscher dem ZK der SED an.

Wer war wer in der DDR

Rosenbaum, Andrea Natalie (»AnNa R.«)

* 25.12.1969

Geb. in Berlin-Friedrichshain; nach Schulabschluß Lehre als Chemielaborantin, dann Arbeit im Musikhandel, daneben Gesangsausbildung; 1991 Gründung des Pop-Duos »Rosenstolz« mit Peter Plate (Gesang, Keyboard, Komposition), 1991 erstes Konzert in der Berliner Galerie Bellevue, 1992 Debütalbum »Soubrette werd’ ich nie« mit den späteren Kultsongs »Schlampenfieber« u. »Königin«; 1994 mit dem Titelsong der CD »Nur einmal noch« 1. Platz in den Hitparaden versch. Berliner Rundfunksender; 1995 Konzerte…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rosenfeld, Rubin

* 23.6.1908 – ✝ 2.5.1960

Geboren am 23. Juni 1908 in Glynany/Österreich (heute Polen). Der Sohn eines jüdischen Kleinhändlers kam 1910 mit den Eltern nach Berlin; ungelernter Arbeiter, später Schneider. Seit 1924 in der KJD, ab 1929 der KPD. Er war von April 1932 bis Januar 1933 Geschäftsführer des Trommel-Verlages und Mitglied der Reichspionierleitung des KJVD. 1933 leistete er illegale Arbeit als Instrukteur, im September 1933 von der SA festgenommen und schwer mißhandelt. Um seine Genossen nicht verraten zu müssen, unternahm Rosenfeld einen Selbstmordversuch: Er warf sich vor ein Auto und erlitt schwere Verletzungen. Er emigrierte im März 1934 in die Sowjetunion, studierte bis 1936 an der KUNMS in Moskau. Dort wurde er im März 1938 vom NKWD verhaftet und zu acht Jahren Lager verurteilt, ab 1946 Arbeit in einer Schneiderwerkstatt in Schepetowka/Ukraine. Seit 1955 Vollinvalide, kam er im Februar 1957 in die DDR. Rubin Rosenfeld starb am 2. Mai 1960 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Rosenkranz, Otto

* 3.2.1911 – ✝ 22.11.2007

Geb. in Bromberg (Westpr. / Bydgoszcz, Polen); Vater Mechanikermstr.; Gymnasium; 1929 – 31 landw. Lehre; 1931/32 Dienst im poln. Heer; 1932 – 35 Studium der Landw. an der TH Danzig, Dipl.-Landwirt; anschl. Assistent bei Georg Blohm an der TH Danzig bzw. Posen; 1937 Prom. zum Dr. rer. techn. mit einer Arbeit zur Entw. der Landw. u. der Versorgungslage in Danzig; 1941 Habil. auf dem Gebiet der Wirtschafts- u. Arbeitslehre des Landbaus; 1941 – 45 Doz. an der Univ. Posen; 1941 – 44 zeitw. Wehrmacht,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rosenthal, Leo

* 2.2.1908 – ✝ 23.3.1938

Geboren am 2. Februar 1908 in Hamm/Westfalen. Der Sohn eines jüdischen Kaufmanns lernte Buchhändler. Er gehörte 1925/26 zur sozial-revolutionären Gruppe »Schwarzer Haufen« innerhalb des Jüdischen Wanderbundes und wurde 1927 Mitglied des KJVD und 1928 der KPD. Als Mitarbeiter des Reichsliteraturvertriebs Leiter der KPD-Buchhandlungen in Stuttgart und später der Buchhandlung im Berliner Karl-Liebknecht-Haus, dem Sitz des ZK. 1933 illegal für die KPD aktiv, 1934 im Auftrag des ZK in Essen, reiste Rosenthal im Oktober 1935 mit dem Reisebüro Intourist in die Sowjetunion. Dort arbeitete er als Korrektor in der 7. Druckerei in Moskau, wurde dann am 23. März 1938 wegen angeblicher Spionage vom NKWD verhaftet. Am 2. August 1938 zum Tode verurteilt, wurde Leo Rosenthal im Rahmen der Stalinschen Säuberungen am 16. August 1938 erschossen. Das Oberste Gericht der UdSSR rehabilitierte ihn posthum am 29. August 1960. Seine Frau Margaritha Rosenthal, geborene Franck (* 20. 12. 1911 – † 16. 9. 1983), war Tochter einer jüdischen Familie, die 1915 aus Italien ausgewiesen nach Deutschland zog. Die Röntgenlaborantin und Krankenschwester heiratete 1931 Leo Rosenthal, war aktiv in der KPD. 1935 folgte sie ihrem Mann in die Sowjetunion. Nach seiner Verhaftung 1938 drohte man ihr, sie samt den Kindern Ruth (* 1933) und Dolores (*1937) nach Nazi-Deutschland auszuweisen. Sie mußte 1941 nach Kirgisien und arbeitete in Osch in einem Spezialsanatorium für Spanienkämpfer. Im Oktober 1946 Rückkehr mit den Töchtern nach Deutschland. Mitglied der SED, Dolmetscherin, zuletzt im DDR-Ministerium des Innern tätig. Wilhelm Mensing veröffentlichte 2001 eine biographische Skizze über Leo Rosenthal.

Wer war wer in der DDR

Rößler, Matthias

* 14.1.1955

Geb. in Dresden; Vater Gärtnermeister; 1973 Abitur; 1973 – 75 NVA; 1975 – 79 Studium des Maschinenbaus an der TU Dresden, Dipl.-Ing.; 1983 Prom.; 1979 – 85 Forschungsstud. u. Assistent an der HS für Verkehrswesen in Dresden; danach Entwicklungsing. für Schienenfahrzeugbau in den Elektrotechn. Werken Hennigsdorf, daneben Lehre an der TU Dresden, 1990 Facultas docendi; Nov. 1989 Eintritt in den DA; Jan. 1990 Mitgl. des zentralen Parteivorst. des DA u. dessen wissenschaftspolit. Sprecher; Vertreter…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ross, Karl

* 17.8.1882 – ✝ 13.1.1945

Geboren am 17. August 1882 in Neubukow/Mecklenburg; Schlosser. Lebte seit 1900 in Lübeck, wo er Mitglied der SPD und 1917 der USPD wurde. Im April 1919 Delegierter des 2. Reichsrätekongresses in Berlin. Ende 1920 ging er zur KPD und gehörte von 1921 bis 1929 der Lübecker Bürgerschaft an. Ab 1923 stand Ross an der Spitze der KPD-Ortsgruppe Lübeck, war auch Betriebsratsvorsitzender einer Werft und kurze Zeit Mitglied der BL Wasserkante. Von 1925 bis 1944 Inhaber einer Bootsvermietung und Reparaturwerkstatt. Er wurde 1944 verhaftet und in das KZ Neuengamme eingeliefert, wo Karl Ross am 13. Januar 1945 an den unmenschlichen Haftbedingungen starb.

Wer war wer in der DDR

Rost, Christina

* 14.8.1952

Geb. in Chemnitz; ab 1968 beim SC Leipzig (Trainer: Peter Kretzschmar, Günter Stahn, später Klaus Franke); Ausb. zur Industriekffr. bei der DR; sechsmal DDR-Mstr. 1972, 1973, 1975, 1976, 1978 u. 1984; 1974 – 85 Mitgl. der Nationalmannschaft (170 Länderspiele/161 Tore); 1976 Olympia-Silber, 1980 Olympia-Bronze; 1975 u. 1978 WM, 1982 WM-Vierte, 1983 1. Platz B-WM; 1984 3. Platz beim Turnier der Freundschaft; 1974 Europapokal der Landesmstr.; 1976 – 79 Ausb. zur Kosmetikerin. Seit 1990 Mitinh.…

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Rosteck, Karl

* 10.2.1894 – ✝ 18.6.1944

Geboren am 10. Februar 1894 in Bochum; Arbeiter, Soldat im Ersten Weltkrieg. Ab 1919 Mitglied und Funktionär der KPD, bis 1929 Orgleiter des Unterbezirks Bochum. Er nahm 1930 unter dem Decknamen Otto Hoppe an einem militärpolitischen Lehrgang der Komintern in Moskau teil. Nach seiner Rückkehr Mitarbeiter des AM-Apparates, offiziell Leiter der Beschwerdekommission des Unterbezirks Bochum. 1933 Aufbau der illegalen KPD in Hamm sowie der RGO in Dortmund, konnte im Mai 1933 vor einer drohenden Festnahme noch fliehen, wurde dann jedoch am 25. Juli 1934 verhaftet und am 22. Dezember 1934 vom OLG Hamm zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er u. a. im Zuchthaus Waldheim verbüßte. Karl Rosteck kam am 18. Juni 1944 beim Einsatz zur Bombenentschärfung in Gelsenkirchen-Buer ums Leben.

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Roth, Herbert

* 14.12.1926 – ✝ 17.10.1983

Geb. in Suhl; Vater Friseurmstr.; Klavier- u. Akkordeonunterricht; Friseurmstr.; 1950 erste Liedprod. beim Sender Weimar; 1951 Gründer des Ensembles Suhler Volksmusik; ab Mitte der 50er Jahre Herbert Roth u. sein Ensemble (mit Sängerin u. Jodlerin Waltraud Schulz, später auch mit Tochter Karin R. u. Ehefrau Edelgard R.); in 32 Jahren fast 10.000 Veranstaltungen überall in der DDR, Tourneen in der ČSSR, der Bundesrep. Dtl. u. Frankreich; über 300 Kompositionen, darunter ca. 200 Lieder, u. a.…

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Roth, Philipp

* 12.12.1899 – ✝ 21.4.1971

Geboren am 12. Dezember 1899 in Weibersbrunn/Krs. Aschaffenburg; Maschinenarbeiter. 1917/18 Soldat im Weltkrieg, trat 1919 in den DMV ein und besuchte 1920 die Maschinenbauschule in Duisburg. Maschinist in Duisburg, 1923 Mitglied der KPD, 1928 Arbeiter in der Berzelius-Metallhütte in Duisburg, wo er auch Betriebsratsvorsitzender war. Ab Februar 1928 gehörte er der UBL Duisburg an, nahm im Juni 1929 am XII. Parteitag in Berlin-Wedding teil. Im April 1932 wurde Roth im Wahlkreis Düsseldorf-West in den Preußischen Landtag gewählt. Ab Mitte 1932 war er KPD-Sekretär in Bielefeld, im April 1933 illegaler UB-Sekretär in Hamm. Dort wurde er in der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1933 festgenommen. Nach der Untersuchungshaft in Recklinghausen, Essen und Leipzig, verurteilte ihn das Reichsgericht am 1. Juni 1934 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis, anschließend kam er im April 1939 in die KZs Esterwegen und Sachsenhausen. Roth wurde wegen »schwerer Krankheitserscheinungen« anläßlich der Amnestie zum 50. Geburtstag von Hitler freigelassen und arbeitete dann als Maschinist in München. 1945 wieder Mitglied der KPD, war er von Februar 1946 bis Ende 1947 Parteiangestellter der KPD-Kreisleitung in Bielefeld. Ende 1947 aus gesundheitlichen Gründen pensioniert, betätigte sich Roth aber weiter für die KPD. 1959 erhielt er eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten wegen »Verdachts der aktiven Betätigung in der verbotenen KPD«. Philipp Roth starb am 21. April 1971.

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Rothmaler, Werner

* 20.8.1908 – ✝ 13.4.1962

Geb. in Sangerhausen in einer Landwirtsfamilie; Herzog-Ernst-Gymnasium in Weimar; Gärtnerlehre; 1923 Veröff. der ersten botan. Arbeit; Botanikstudium an der Univ. Jena; 1928 Gewerkschaft; 1930 Bund der Freunde der Sowjetunion; 1933 Emigr. nach Spanien; freier Wissenschaftler am Botan. Inst. Madrid, am Naturhist. u. Botan. Inst. in Barcelona; Forschungsreisen nach Portugal, Schweden, in die Schweiz, nach Italien u. Frankreich; nach Denunziation in das Dt. Reich abgeschoben, Internierung in einem…

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Rose, Berthold

* 4.12.1904 – ✝ 6.6.1965

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1920 – 24 Landarb. u. Besuch der Landw.-FS in Luisenhof (b. Oranienburg); 1925 Freie Dt. Gewerkschaft; als Arbeiter u. Angest. in Industriebetrieben tätig; Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, Lehrer an einer Antifa-Schule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; KB; DBD; Ltr. der Abt. Org. des PV, 1949 – 63 Mitgl. des PV der DBD u. seines Sekr., 1955 – 60 auch des Präs.; 12.2.1951 – 1960 Gen.-Sekr. (Nachf. von  Paul Scholz), 1960 Abschaffung der Funktion des…

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Rosenbaum, Kurt

* 30.3.1896

Geboren am 30. März 1896 in Lippstadt, Sohn eines Bankiers; lernte Kaufmann und wurde Büroangestellter. Im Krieg kurze Zeit Soldat, nach der Revolution 1918 Übersiedlung ins Ruhrgebiet, Angestellter der Konsumgenossenschaft. Seit 1918 Mitglied der USPD, mit dem linken Flügel 1920 zur KPD. Delegierter des VII. Jenaer Parteitages 1921. 1922 von der Konsumgenossenschaft entlassen, wurde er hauptamtlicher Mitarbeiter der KPD. Zunächst Redakteur in Essen, ab 1923 Orgleiter des Bezirks Rheinland-Westfalen-Nord (später Ruhr). Ende 1923 schloß sich Rosenbaum dem linken Parteiflügel an. Einige alte Linke (wie etwa Eugen Eppstein) betrachteten ihn mißtrauisch als einen Opportunisten. Auf dem Bezirksparteitag Ruhr am 9.März 1924 wurde Rosenbaum von der linken Mehrheit zum Polleiter bestimmt und im Mai 1924 im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag gewählt. Die Ruth-Fischer-Führung sandte ihn im Juni 1924 als Polleiter in den Bezirk Halle-Merseburg, früher von der Mittelgruppe dominiert, jetzt von den Linken. Von November 1924 bis Januar 1925 inhaftiert, im Dezember 1924, diesmal im Wahlkreis Merseburg, in den Reichstag gewählt, dem er bis 1928 angehörte. Bis zum »Offenen Brief« im August 1925 blieb er Polleiter in Halle-Merseburg, doch obwohl er sich für den »Offenen Brief« aussprach, setzte ihn die neue Thälmann-Führung ab. Das ZK schickte ihn im September 1925 als Chefredakteur nach Stuttgart, dort im Oktober verhaftet, kam aber als Abgeordneter schon bald frei. Rosenbaum war anschließend wieder in Berlin, in der Folge vor allem für Reichstagsarbeiten freigestellt sowie in verschiedene Redaktionen entsandt. 1927 arbeitete er einige Zeit an der »Sozialistischen Republik«, dem KPD-Organ in Köln, löste im August 1928 Paul Langner als Chefredakteur an der Mannheimer »Arbeiter-Zeitung« ab, im Mai 1929 wieder in untergeordneter Funktion in Berlin. Ende 1929 wurde er in Königsberg Chefredakteur des KPD-Organs »Echo des Ostens«, Ende 1931 vom Reichsgericht in Leipzig wegen Vergehens gegen das Pressegesetz zu einer Geldstrafe verurteilt. Über Kurt Rosenbaums weiteren Lebensweg ließ sich nichts in Erfahrung bringen, 1937 soll er in Leipzig arbeitslos gemeldet gewesen sein. Es ist zu vermuten, daß er als Jude emigrierte oder aber im KZ ermordet wurde.

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Rosenhainer, Helene

* 12.6.1899 – ✝ 19.3.1983

Geboren am 12. Juni 1899 in Leumnitz bei Gera, Tochter einer kinderreichen Arbeiterfamilie, arbeitete nach dem Besuch der Volksschule in einer Strickerei. 1924 trat sie die KPD ein und engagierte sich gewerkschaftlich ab 1927 im Betriebsrat und wurde 1928 Betriebsratsvorsitzende. Sie gehörte der KPD-Unterbezirksleitung Gera und von 1928 bis 1930 der KPD-BL Thüringen an. Im Juni 1929 wurde sie Mitglied des ZK der KPD. Von 1929 bis 1932 Abgeordnete des Thüringischen Landtages und der Stadtverordnetenversammlung Gera, wo sie auch dem Stadtrat angehört. Im Frühjahr 1932 legte sie infolge „persönlicher Zwistigkeiten“ alle ihre Funktionen nieder. Dazu hieß es in der Polbürositzung vom 24. Mai 1932: »Da die Genossin Rosenhainer sich weigert, ihre Mandate zum Thüringer Landtag und zur Stadtverordnetenfraktion Gera niederzulegen, sowie Parteiarbeit durchzuführen, wird dem ZK empfohlen, beim EKKI um Bestätigung des Ausschlusses aus der Partei nachzusehen.« Sie trat jedoch während des Wahlkampfes zu den Reichstagswahlen im März 1933 für die KPD öffentlich auf. Im März 1933 kam sie für einige Tage in „Schutzhaft“, am 15. August 1934 in Erfurt festgenommen, in das Gerichtsgefängnis nach Kassel gebracht und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ angeklagt, jedoch am 12. Oktober 1934 durch den Strafsenat des Oberlandesgerichts Kassel aus „Mangel an Beweisen“ freigesprochen und aus der Haft entlassen. Später heiratete sie und hieß fortan Helene Keiling. 1943 für sechs Wochen in das Arbeitslager Hallendorf bei Braunschweig verschleppt, wurde sie nach dem 20. Juli 1944 erneut verhaftet und in das KZ Ravensbrück, anschließend in die KZ- bzw. Arbeitslager Uckermark, Rechlin und Salzwedel verschleppt. Nach der Befreiung trat sie wieder der KPD, 1946 der SED bei, ohne jedoch nennenswerte politische Funktionen zu übernehmen. Helene Keiling starb am 19. März 1983 in Gera.

Wer war wer in der DDR

Rosenthal, Sinaida

* 22.2.1932 – ✝ 21.11.1988

Geb. in Berlin; nach dem Abitur 1950 – 55 Studium an der Med. Fak. der HU Berlin; 1960 Prom. mit der Arbeit »Eiweißfreisetzung aus Rattenlebermitochondrien« u. 1969 Habil. mit der Arbeit »Über den Mechanismus des Ribosomenabbaus von Kaninchenretikulozyten« an der Med. Fak. der HU Berlin; Schülerin von  Mitja S. Rapoport; 1969 Doz., dann Prof. für Physiol. u. Biol. an der HU Berlin; 1972 – 88 Ltr. des Bereichs Genetik am ZI für Molekularbiol. der AdW der DDR in Berlin-Buch; verh. mit dem…

Wer war wer in der DDR

Rösler, Hans Jürgen

* 14.5.1920 – ✝ 12.1.2009

Geb. in Braschen (Krs. Crossen, Niederlausitz/ Brzozka, Polen); Vater Lehrer; 1930 – 33 Realgymnasium in Crossen, 1933 – 38 OS in Frankfurt (Oder), Abitur; 1939 Praktikum als Bergbaubeflissener in schles. Gruben; 1940 – 44 Kriegsdienst in Frankreich u. UdSSR, 1944 – 47 Kriegsgefangenschaft mit Arbeit im Bergbau in Marokko. 1947 – 51 Studium der Mineral. u. Geol. an der Bergakad. Freiberg; ab 1951 Assistent am Mineralog. Inst. der Bergakad., 1954 Prom. mit einer Diss. zur Geochemie der…

Wer war wer in der DDR

Rösner, Hansjürgen

* 6.12.1914 – ✝ 25.10.1964

Geb. in Schwerin; Vater Tapezierer; Volksschule u. Gymnasium in Schwerin, 1933 Abitur; 1933 – 35 Studium der Theol. (nach vier Semestern Abbruch); 1936 – 45 Hilfsarb. bzw. techn. Angest. bei den Arado-Flugzeugwerken Warnemünde. 1945 Landarb.; CDU; 1945 – 48 Angest. bei der IHK u. im Amt für Wirtschaftsplanung der Landesreg. Mecklenb.; 1948/49 Krs.-Sekr. der CDU in Schwerin; Mitgl. des Landesvorst. Mecklenb. der CDU; 1950 – 52 Landessekr. Mecklenb. der CDU; 1954 Mitgl. des KB; 1952 – 58 Vors. des…

Wer war wer in der DDR

Rösser, Wolfgang

* 16.3.1914 – ✝ 14.5.2007

Geb. in Berlin; Vater Klavierlehrer; Reformrealgymnasium; 1934 – 37 Ausbildung zum Versicherungskfm.; 1937 Wehrmacht, zul. Major; 1944 sowj. Gefangenschaft, Besuch von Antifa-Schulen u. Lehrtätigkeit. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1950 NDPD; seitdem hauptamtl. beim PV; 1950 – 52 Rektor der HS für nat. Pol. (Zentr. Parteischule der NDPD) in Waldsieversdorf (Krs. Strausberg) (Nachf. von Max Schneider); 1951 – 54 Fernstudium an der DASR Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; 1950 – Jan. 1990 Mitgl. des…

Wer war wer in der DDR

Rost, Peter

* 29.6.1951

Geb. in Leipzig; Handballer beim SC Leipzig (Trainer: Heiner Kothe), gelernter Triebfahrzeugschlosser; danach Erwerb der Hochschulreife u. Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1966 Spartakiadesieger mit der Leipziger Bezirksauswahl; 1970 DDR-Jugendmstr.; DDR-Mstr. 1972, 1976 u. 1979; 1974 Vize-WM; 1980 Olympiasieger, Kapitän der DDR-Auswahl; 1984 Finalsieg über die UdSSR bei den Wettkämpfen der Freundschaft, danach Rücktritt vom Leistungssport; 216 Länderspiele (339 Tore), 1984 – 89…

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Röstel, Gunda

* 13.1.1962

Geb. in Hohenstein-Ernstthal; 1981 – 85 Studium der Sonderpädagogik in Rostock; 1985 Lehrerin an der Sonderschule in Flöha (Sachsen), 1989 wegen Ausreiseantrags Entlassung aus dem Schuldienst, danach Mitarb. der Volkssolidarität; Herbst 1989 Mitbegr. des Neuen Forums in Flöha; 1990 Wiedereinstellung u. Ernennung zur Dir. der Sonderschule Flöha; 1990 – 94 Mitgl. des Kreistags Flöha. 1991 – 96 Mitgl. des Landessprecherrats von Bündnis 90 / Die Grünen Sachsen, 1993/94 Landessprecherin; 1996 – 2000…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Roth, Katharina

* 26.6.1882 – ✝ 3.6.1967

Geboren am 26. Juni 1882 in Schaafheim/Hessen; Katharina Sehnert war bis zu ihrer Verheiratung Dienstmagd. 1907 Mitglied der SPD, während des Krieges trat sie zur USPD über und kam mit der linken USPD 1920 zur KPD. Für die KPD übte Katharina Roth in Hessen verschiedene ehrenamtliche Funktionen aus, sie war auch Frauenleiterin. 1922 rückte sie als Abgeordnete für Aloys Rink in den Hessischen Landtag nach, wurde 1924 erneut in das Landesparlament gewählt. Katharina Roth gehörte dem linken Flügel der KPD an und war nach dem »Offenen Brief« aktiv für die linke Opposition tätig. Am 25. Mai 1927 aus der KPD ausgeschlossen, behielt sie ihr Mandat bis zum Ablauf der Legislaturperiode im November 1927. Sie unterschrieb einen Aufruf der linken Kommunisten im März 1928 und schloß sich dem Leninbund an. Später trat sie politisch nicht mehr hervor, wohnte nach 1945 in Langen, Kreis Offenbach. Katharina Roth starb am 3.Juni 1967 in Darmstadt.

Wer war wer in der DDR

Rothe, Karl

* 5.2.1930

Geb. in Aussig (b. Torgau); Vater Landw.; Grund- u. Mittelschule, ab 1945 landw. Lehre; 1947 – 90 SED; 1948 Landw. Gehilfe; 1949 – 52 Abitur an der ABF Halle; 1952 – 57 Studium der Veterinärmed. an der HU Berlin, 1958 tierärztl. Approbation u. Prom. zum Dr. med. vet. mit einer Arbeit zur diagnost. Bedeutung der Komplimentbindungsreaktion mit Vollmilch bei Eutertuberkulose; Assistent bzw. Oberassistent an der Tierklinik für Geburtenhilfe; 1963 Habil. mit einer Arbeit zur künstl. Besamung beim…

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Rothschild, Hans

* 24.4.1895 – ✝ 13.11.1963

Geb. in Teplitz-Schönau (Böhmen/Teplice, Tschechien) in einer jüd. Fam.; Vater Fabrikant; Mutter Hausfrau; Gymnasium in Teplitz-Schönau, 1913 Abitur; 1913 – 15 u. 1918 – 21 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Prag; 1915 – 18 Militärdienst; 1921 Prom. zum Dr. jur.; 1921 – 26 Referendariat, 1925 Rechtsanwaltanwärter; 1927 – 29 Rechtsanwalt in Teplitz-Schönau, 1929 – 38 in Reichenbach; ab 1929 jurist. Vertretung der KPČ u. RH; 1932 – 45 Mitgl. der KPČ; April 1939 Emigration über Polen nach…

Wer war wer in der DDR

Röseberg, Ulrich

* 21.10.1943 – ✝ 24.3.1994

Geb. in Kamenz; Vater im Zweiten Weltkrieg gefallen, Mutter Krankenschwester; 1950 – 61 Schulbesuch in Kamenz; 1961 / 62 ABF Halle (Saale), Abitur; anschl. Rinderpfleger; 1962 SED; ab 1963 – 69 Studium der Physik an der Lomonossow-Univ. Moskau, Dipl. mit einer theoret. Arbeit zur statist. Physik; 1969 – 71 Aspirant (mit einjähriger Teilaspirantur in Moskau) am Lehrstuhl für philosoph. Probleme der Naturwiss. (Ltr.  Hermann Ley) der HU Berlin, dort 1972 Prom. bei  Herbert Hörz zu philosoph.…

Wer war wer in der DDR

Rosenberg, Hans

* 6.1.1906 – ✝ 1.3.1997

Geb. in Berlin als Sohn eines kfm. Angest.; nach frühem Tod des Vaters aufgew. in einem jüd. Waisenhaus in Berlin-Prenzlauer Berg; Volksschule; landw. Berufsschule, Tätigkeit als Landwirt; Arbeitslosigkeit, Gelegenheitsarbeiten; 1926 – 32 Aufenthalt in der UdSSR; 1931 KPD; seit 1933 illeg. Arbeit, »Schutzhaft«; danach Kurier der illeg. Berliner KPD-BL; 1936 erneute Verhaftung, Verurteilung wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus, Haft im Zuchthaus Brandenb. u. im Lager…

Wer war wer in der DDR

Rosenhauer, Theodor

* 8.5.1901 – ✝ 14.6.1996

Geb. in Dresden; Vater Angest.; 1912 – 18 Realschule in Radebeul u. Kunstgewerbeschule in Dresden; 1919/20 Studium an der Akad. für bildende Künste in Dresden (b. Ferdinand Dorsch); 1924 freischaff. in Dresden; 1925 Studienreise nach Rumänien; 1934 Berufung an die Kunstakad. Dresden durch die Nationalsozialisten abgelehnt; 1938 nach Italien; 1940 – 45 Militärdienst (Polen, Krakau); 1945 Vernichtung fast des gesamten Werks beim Bombenangriff auf Dresden; 1963, 1965, 1967, 1969 – 71 Studienreisen…

Wer war wer in der DDR

Rosenthal, Wolfgang

* 8.9.1884 – ✝ 10.6.1971

Geb. in Friedrichshagen (b. Berlin); Vater Schuldir.; Besuch der Thomasschule in Leipzig u. Mitgl. des Thomanerchors; 1902/03 Jurastudium in München; 1904 – 10 Med.-Studium in Leipzig, 1910 hier Prom.; 1911 – 14 Assistenzarzt u. Ausbildung zum Chirurgen am Leipziger Chirurg.-Poliklin. Inst.; 1915 – 18 Militärdienst als Chirurg im Reservelazarett für Kiefer- u. Gesichtsverletzte in Leipzig; hier 1918 Habil. über plast. Chirurgie; 1919 chirurg. Tätigkeit am Leipziger St.-Georg-Krankenhaus; 1928…

Wer war wer in der DDR

Rösler, Hans-Dieter

* 25.3.1927

Geb. in Berlin; Vater Lehrer; 1939 – 44 OS Fürstenwalde (Spree), zum Abschluss 1945 Reifevermerk; 1943 / 45 Flakhelfer (mit Schulunterricht), Arbeitsmann im RAD u. Wehrmacht. Ab 1945 Neulehrer in Falkenhagen (Mark); 1949 Zweite Lehrerprüfung; 1950 – 54 Studium der Psychol. an der HU Berlin, Dipl.; 1954 – 62 wiss. Ass. u. später Oberass. im Inst. für Sozialhygiene der Akad. für Sozialhygiene, Arbeitshygiene u. Ärztl. Fortbildung in Berlin-Lichtenberg; 1957 Prom. zum Dr. rer. nat. im Fach…

Wer war wer in der DDR

Rosner, Kurt

* 15.5.1916 – ✝ 29.11.1984

Geb. in Chemnitz; Vater Arbeiter, Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Maler, Polsterer u. Dekorateur; 1926 Jung-Spartakus-Bund, 1930 KJVD; nach 1933 antifasch. Arbeit, zeitw. inhaftiert; 1938 RAD; Wehrmacht, Sanitätsausbildung. 1945 KPD, Mitarb. der KPD-KL Chemnitz; Eintritt in die DVP, 1945 / 46 Kriminal-Angest., 1946 – 48 Kriminalrat in der Dt. Verw. des Innern; 1946 SED, 1948 / 49 Angest. der DVP-Landesbehörde Mecklenb.; 1949 – 51 Abt.-Ltr. der Regierung der DDR in Schwerin; 1951 – 55…

Wer war wer in der DDR

Rössle, Robert

* 19.8.1876 – ✝ 21.11.1956

Geb. in Augsburg; Vater Fabrikdir.; 1895 Abitur; anschl. Studium der Med. in München, Kiel, Straßburg; 1900 Prom.; 1904 Habil.; 1906 Privatdoz.; 1909 Prof. für Pathol. in München, 1911 Univ. Jena, 1922 Univ. Basel, seit 1929 Univ. Berlin. 1946/47 Sekretar der Math.-Naturwiss. Kl., ab 1947 Kl. Med. der DAW; NP 1949; nach dem 2. Weltkrieg führend an der Wiedereröffnung der AdW u. der Berliner Charité beteiligt; gest. in Berlin. Internat. anerkannte Forschungen zu Fragen der Allergie u. allerg.…

Wer war wer in der DDR

Rost, Rudolf

* 2.1.1921 – ✝ 24.2.1981

Geb. in Schmölln (Krs. Altenburg); Vater Arbeiter; Grundschule; Wehrmacht. 1945 KPD, 1946 SED; zeitw. Landrat in Altenburg u. Sonneberg (Thür.); 1950 – 62 Mitarb. bzw. stellv. Ltr. der Abt. Staats- u. Rechtsfragen des ZK der SED; 1962 / 63 Chefred. der Wochenzeitung »Sozialistische Demokratie«; 1963 – 75 Staatssekr. u. Ltr. des Büros des Min.-Rats der DDR (Nachf. von  Anton Plenikowski); Prom. zum Dr. rer. pol.; 1975 Berufung zum Prof. u. Dir. des Inst. für Staats- u. Rechtstheorie an der ASR…

Wer war wer in der DDR

Rosulek, Kurt

* 27.5.1929 – ✝ 26.9.2002

Geb. in Niederwittig (Krs. Reichenberg, ČSR/ Dolny Vitkov, Tschechien); Vater Elektromonteur, Mutter Weberin; mittlere Reife; 1943/44 Handelsschule in Reichenberg; 1944 Kriegshilfsdienst, 1945 Wehrmacht. 1945/46 sowj. Gefangenschaft; 1947 SED; Vermessungsgehilfe u. Landarb.; dann Lehrgänge an der FDJ-Bez.-Schule Friedrichroda u. FDJ-Landesschule Zenisdorf; 1948 ebendort Lehrer; 1949 Ltr. der FDJ-Betriebsjugendschule Maxhütte Unterwellenborn; dann dort Arbeit als Schmelzer; 1949/50 Lehrer an der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Roth, Leo (Viktor)

* 18.3.1911 – ✝ 10.11.1937

Geboren am 18. März 1911 in Rzeszów, Sohn eines jüdischen Textilwarenhändlers. 1913 kam er mit seinen Eltern und Geschwistern nach Berlin und schloß sich als 13jähriger der links-bündisch orientierten Jugendgruppe »Poale Zion« an. Nach der Mittelschule begann er eine Schlosserlehre, da er eine praktische Ausbildung für die geplante Auswanderung nach Palästina anstrebte. 1926 trat Leo Roth in den KJVD ein, ein Jahr später schloß man ihn und Nathan Steinberger als Korsch-Anhänger aus dem KJVD aus. Er wurde dann Mitglied im Leninbund und verkehrte mit den verfemten Ruth Fischer, Arkadi Maslow und Hugo Urbahns. Nach der Linkswendung 1929 wieder Mitglied des KJVD, avancierte Leo Roth im Bezirk Berlin-Brandenburg zum hauptamtlichen Funktionär im illegal operierenden BB-Apparat der KPD. Nach einer nachrichtendienstlichen Ausbildung an der M-Schule in der Sowjetunion Reichsinstrukteur des BB-Apparates und 1932 Sekretär von Hans Kippenberger. Ab 1931 illegal lebend, stieg Roth, Parteiname Viktor, 1933 zu einem der wichtigsten Funktionäre des Geheimapparates der KPD auf. Er organisierte die Verbindung zwischen dem Politbüro und den einzelnen Mitgliedern des Sekretariats, dabei traf er oft mit Herbert Wehner, dem technischen Sekretär des Politbüros, zusammen und unterhielt mit Zustimmung von John Schehr diverse Kontakte zur britischen und französischen Botschaft in Berlin, was ihm später in den Verhören beim NKWD angelastet wurde. Die bei Roth einlaufenden Informationen gelangten über die sowjetische Botschaft nach Moskau. 1934 war er unter dem Namen Ernst Hesse zeitweise Referent an der M-Schule der Komintern in Moskau, anschließend Abwehrleiter der KPD im Saargebiet, später beauftragte ihn das Politbüro mit der Leitung des gesamten Abwehrapparats für Westdeutschland. Als Vertrauter Kippenbergers wurde Roth nach der »Brüsseler Konferenz« 1935 seines Postens enthoben und nach Moskau beordert. Wehner charakterisierte Viktor in seinem »Zeugnis« wie folgt: »Viktor, der damals die Arbeit des Kippenberger-Apparats in diesem Abschnitt leitete, war einer der fähigsten Organisatoren, die ich kennengelernt habe. Er schaffte und unterhielt Verbindungen in einem Ausmaße, wie ich es vorher oder nachher von keinem anderen erreicht gefunden habe ... Seine ganze jugendliche Spannkraft, seinen enormen Drang zu revolutionärer Aktivität, seine außergewöhnliche Auffassungsgabe für politische Nuancen stellte er in den Dienst dieser Arbeit, in der er aufging.« Nach seiner Degradierung arbeitete Roth in einem Forschungsinstitut für Autos und Traktoren. Er geriet als Kippenberger-Mann sowie als Anhänger der ausgeschalteten Politbüromitglieder Hermann Schubert und Fritz Schulte in die erste Säuberungswelle. Bereits am 22. November 1936 vom NKWD in Moskau verhaftet, wurde Leo Roth am 10. November 1937 durch das Militärkollegium des Obersten Gerichts wegen »Spionage« und »Vorbereitung von Terroranschlägen« zum Tode verurteilt und am gleichen Tag erschossen. Roth war mit Helga von Hammerstein, einer Tochter des Generals Kurt von Hammerstein, liiert. Über sie und ihre Schwestern Marie Louise und Marie Therese, die ebenfalls für den Nachrichtendienst der KPD tätig waren, erhielt er geheime Informationen aus der Reichswehrführung. Über Leo Roth veröffentlichte Reinhard Müller 2001 eine Arbeit.

Wer war wer in der DDR

Rothe, Werner

* 9.3.1929

Geb. in Görlitz; Vater Zimmermann; Volksschule; 1943 – 45 Ausbildung u. Arbeit als Eisenbahnfacharb. 1947/48 hauptamtl. Jugendsekr. des FDGB im Reichsbahnamt Weißenfels-Cottbus; 1948 SED; 1948/49 kasernierte Bereitschaftspolizei Wittenberge, VP-Kommissar; 1949/50 Pol.-Lehrer an der VP-Schule Glöwen (b. Havelberg); 1952 – 54 Pol. Stellv. des Kdr. im Jagdfliegergeschwader Cottbus der VP-Luft/Aeroklubs, Major; 1954 – 57 Politstellv. des Kdr. der Jagdfliegerdiv. in Cottbus; 1957 – 62 stellv. bzw.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Rothschild, Recha

* 28.6.1880 – ✝ 12.5.1964

Geboren am 28. Juni 1880 in Frankfurt/Main. Die Tochter eines jüdischen Fabrikanten besuchte das Lyzeum und ein Töchterpensionat, nach einer Lehrerinnenausbildung arbeitete sie als Jugendpflegerin. Dann Studium der Nationalökonomie in Heidelberg und Berlin, ab 1916 am Institut für Seeverkehr und Weltwirtschaft in Kiel tätig. Im März 1918 trat sie in die USPD ein, war seit Mai 1919 KPD-Mitglied, Instrukteurin und Redakteurin der kommunistischen Presse. Ab Sommer 1930 Fraktionssekretärin der KPD-Schriftsteller im BPRS. Nach 1933 illegale Arbeit, im März 1934 festgenommen und vom Sondergericht Berlin zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, die sie bis März 1936 in Jauer verbüßte. Im August 1936 emigrierte sie nach Frankreich, wurde dort 1940 einige Wochen interniert. Danach konnte sie untertauchen und lebte bis Kriegsende illegal. Im August 1948 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED und als Übersetzerin tätig. Recha Rothschild starb am 12. Mai 1964 in Ost-Berlin. Karin Hartewig veröffentlichte 1995 im Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung den biographischen Beitrag »Sehnsucht nach einem dogmatischen Prinzip. Recha Rothschild in Selbstzeugnissen«.