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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sieg, John

* 3.2.1903 – ✝ 11.10.1942

Geboren am 3. Februar 1903 in Detroit/USA, Sohn eines Mechanikers. Aufgewachsen in einem katholischen Elternhaus, seit dem Tod des Vaters 1912 lebte er in Schlochau/Westpreußen beim Großvater. Er mußte nach dessen Tod die Lehrerausbildung abbrechen, ging im Juni 1923 wieder in die USA und wohnte seit 1924 mit seiner späteren Frau Sophie in Detroit als Werkstudent. Im Februar 1928 Rückkehr nach Deutschland, freier Autor, veröffentlichte 1928/29 erste Artikel, bald auch in der »Roten Fahne«. Er trat 1929 in die KPD ein und wurde Feuilletonredakteur der »Roten Fahne«. Von März bis Juni 1933 inhaftiert, danach aktiv gegen das NS-Regime, ab 1936 im Kontakt mit dem ZK-Instrukteur Heinrich Schmeer. Seit 1937 bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt, konnte Sieg Dienstreisen und Freifahrten nutzen, um neue Verbindungen zum illegalen Widerstand herzustellen, u. a. zur Hamburger Gruppe um Bernhard Bästlein. Mit dem aus der Haft entlassenen Wilhelm Guddorf u. a. verfaßte er nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 eine Analyse zur politischen Situation und initiierte die Herausgabe der illegalen Zeitung »Die innere Front«. Am 11. Oktober 1942 festgenommen und in der Berliner Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße grausamen mißhandelt. Um keine Mitkämpfer zu verraten, beging John Sieg am 15. Oktober 1942 Selbstmord. Seine Frau Sophie Sieg (Heirat 1928), geborene Wloszczynski (* 14. 5. 1893 – † 13. 5. 1987), Stenotypistin, seit 1930 in der KPD, gehörte wie er dem Widerstand an, am 12. Oktober 1942 verhaftet, konnte sie im April 1945 beim Evakuierungsmarsch von Ravensbrück nach Bergen-Belsen flüchten. In der SBZ in der Zentralverwaltung für Verkehr, später im Ministerium für Verkehrswesen der DDR beschäftigt, zuletzt Leiterin der dortigen Bibliothek.

Wer war wer in der DDR

Siegl, Sigrun

* 29.10.1954

Geb. in Apolda; 1970 Spartakiadesiegerin im Weitsprung; ab 1970 SC Turbine Erfurt (Trainer: Siegfried Meißner); 1975 DDR-Mstr.; 19.5.1976 WR im Weitsprung mit 6,99 m; 1976 Olymp. Spiele: Siegerin (Fünfkampf); VVO; 1976 Ende der sportl. Laufbahn; seit 1990 Inhaberin eines Fotofachgeschäfts in Erfurt.Olaf W. Reimann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sievers, Max

* 11.7.1887 – ✝ 17.1.1944

Geboren am 11. Juli 1887 in Berlin-Tempelhof, aufgewachsen in einem proletarisch-kleinbürgerlichen Milieu; bis 1907 Bürojunge, holte in Abendkursen die Mittlere Reife nach, war kaufmännischer Angestellter und stieg kurz vor Kriegsbeginn zum Prokuristen auf. 1915 zum Militär eingezogen, nach einer schweren Verletzung im Sanitätswesen tätig. 1918 wurde Sievers Mitglied der USPD und Redakteur an den USPD-Zeitungen »Freiheit« und »Klassenkampf«. Er gehörte 1918/19 dem Neuköllner Arbeiterrat an, nahm am 2. Reichsrätekongreß der Arbeiter- und Soldatenräte teil und wurde im Frühjahr 1919 Abgeordneter in der noch selbständigen Stadtgemeinde Neukölln, hauptamtlich im Rathaus Neukölln beschäftigt. Ende 1920 trat er in die VKPD ein, wurde Redakteur des Zentralorgans »Rote Fahne« und für die Abendnummern dieser Zeitung verantwortlich. Als am Ende der 2. Tagung des ZA am 24. Februar 1921 Paul Levi mit weiteren Mitgliedern der Zentrale zurücktrat, wurden Ergänzungswahlen notwendig. Dadurch kam Max Sievers für wenige Wochen neben Paul Frölich, Ernst Meyer und Paul Böttcher als Sekretär in die Zentrale. Er hat sich dann kritisch über die März-Aktion geäußert und sich gegen die Unterordnung der KPD unter Moskauer Diktat gewandt. Daraufhin am 8. April 1921 seiner Funktion enthoben, verließ Sievers die KPD, wurde Mitglied der SPD. Zunächst hauptamtlicher Sekretär, später Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, der unter seiner Leitung als sozialdemokratische Nebenorganisation einen starken Aufschwung nahm (zuletzt 600 000 Mitglieder). Ende März 1933 verhaftet, saß Sievers drei Wochen in »Schutzhaft«, floh dann über die ?CSR und die Schweiz in das Saargebiet, ging nach Brüssel und setzte von hier aus seinen Kampf gegen das Nazi-Regime fort. In unregelmäßigen Abständen verbreitete Sievers einen »Informationsbrief« unter dem Titel »SIKO«, der den »sozialistischen Kämpfern in Deutschland als theoretisches Rüstzeug dienen« sollte, und gab ab 1936 die Kampfschrift »Freies Deutschland« heraus. Sievers hatte enge Kontakte zu Angehörigen der SAP, den RSD und zu »Neu Beginnen«. Nach der Besetzung Belgiens 1940 interniert, flüchtete er beim Transport und lebte illegal unter falschem Namen in Nordfrankreich. Er versuchte vergeblich, in die Schweiz zu kommen und fiel am 3.Juni 1943 durch Denunziation in die Hände der Gestapo. Unter Vorsitz des berüchtigten Präsidenten des VGH Freisler am 17. November 1943 zum Tode verurteilt, wurde Max Sievers am 17.Januar 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Sillge, Ursula

* 7.1.1946

Geb. in Untermaßfeld (Thür.), Vater Angest., Mutter Sekr.; 1963 Facharb. für Rinderzucht; 1966 staatl. gepr. Landwirtin; 1967 Lehrausbilderin; 1968 Red.; 1967 – 81 DBD; 1968 – 72 Studium der Tierprod. an der HU Berlin; 1972 Dipl.-Agrar-Ing.; 1972 – 77 wiss. Mitarb. an der HU Berlin; ab 1978 Wohnungswirtschaftlerin; Org. der ersten DDR-weiten Lesbentreffen; 1979/80 Protokollantin am Gericht; 1980 – 83 schriftst. u. publ. Tätigkeit; Engagement für Lesben u. Schwule, psychosoziale Beratung; 1983/84…

Wer war wer in der DDR

Simon, Günther

* 11.5.1925 – ✝ 25.6.1972

Geb. in Berlin; Vater Bankkfm.; Volksschule u. Gymnasium in Berlin; 1933 erster Bühnenauftritt als Kinderdarsteller; 1942 priv. Schauspielunterricht; RAD, Wehrmacht (Fallschirmjäger); Kriegsgefangenschaft in USA u. Großbritannien; dort Auftritte in Lagertheatern. Nach Rückkehr 1947 Abschl. an der Schaupielschule des Hebbel-Theaters Berlin; Engagements in Köthen, Schwerin, Leipzig u. 1950 Berlin; zunächst Bühnengastspiele, dann, gefördert von  Martin Hellberg (Film »Das verurteilte Dorf«, 1952,…

Wer war wer in der DDR

Sindermann, Horst

* 5.9.1915 – ✝ 20.4.1990

Geb. in Dresden; Vater Buchdrucker, MdR; 1921 – 33 Volksschule u. Realgymnasium; 1929 KJVD; 1932/33 UB-Ltr. in Dresden; 1932-März 1933 Angest. der Dt. Vertriebsgesell. für russ. Ölprodukte (DEROP), Niederlassung Dresden; Juni 1933 Verhaftung wegen illeg. Tätigkeit, acht Mon. Haft; ab Sept. 1934 Pol.-Ltr. des KJVD in Dresden; März 1935 erneute Verhaftung (schwere Folterungen), verurteilt zu sechs Jahren Gefängnis, 1935 – 41 Zuchthaus Waldheim (Einzelhaft), ab 1941 »Schutzhaft« im KZ…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Singvogel, Karl

* 3.9.1888 – ✝ 10.12.1937

Geboren am 3. September 1888 in Tannenhausen/Provinz Hannover; lernte Dreher. Ab 1901 in Berlin Mitglied und Funktionär der SPD, 1918 in der Spartakusgruppe, seit Gründung 1919 in der KPD aktiv. Singvogel kam 1922 als technischer Mitarbeiter in den Apparat der Zentrale und war dann im ZK zeitweise im AM-Apparat eingesetzt, später in der Roten Hilfe. 1933 zunächst illegal für die RHD tätig, emigrierte er im November 1933 in die Sowjetunion, dort Mitarbeiter bei der MOPR (Pseudonym Karl Hellwig), später als Dreher beschäftigt. Karl Singvogel wurde am 23.März 1937 vom NKWD verhaftet und am 10. Dezember 1937 in Butowo erschossen. Seine Frau Anna (* 9. 9. 1890) wurde (wie ihre Schwiegertochter) im September 1937 in Moskau festgenommen und im Dezember 1939 an NS-Deutschland ausgeliefert. Der Sohn Kurt Singvogel (*8. 12. 1912 in Berlin), Werkzeugmacher, dann Kraftfahrer, 1929 im KJVD und ab 1930 in der KPD, war 1932 einer der Chauffeure des ZK der KPD. 1933 einige Monate in Berlin inhaftiert, flüchtete er im Dezember 1933 mit seiner Familie nach Moskau. Dort wurde er am gleichen Tag wie sein Vater, am 23. März 1937, wegen »antisowjetischer Propaganda« vom NKWD verhaftet und wie sein Vater am 10. Dezember 1937 erschossen.

Wer war wer in der DDR

Sitte, Willi

* 28.2.1921 – ✝ 8.6.2013

Geb. in Kratzau (Krs. Reichenberg, ČSR/Chrastava, Tschechien); Vater Bauzimmermann u. Landarb., Mutter Bäuerin; 1927 – 35 Volks- u. Bürgerschule Kratzau; 1935 – 40 Kunstschule des nordböhm. Gewerbemuseums Reichenberg; anschl. bis 1940/41 Mstr.-Schule für monument. Malerei »Hermann Göring« in Kronenburg (Eifel), Lehrer Werner Peiner; 1941 –44 Wehrmacht, OGfr.; 1944/45 bei italien. Partisanen in Montecchio Maggiore; 1945/46 in Mailand freischaff. Maler; Gaststud. der Brera-Akad. Mailand, erste…

Wer war wer in der DDR

Sklenar, Volker

* 6.11.1944

Geb. in Mittweida; 1961 – 64 landw. Ausbildung als Feldwirt u. Abitur; 1964 / 65 Betriebspraktikant als Pferdezüchter in Neustadt /Dosse (Krs. Kyritz); 1965 – 70 Studium in Jena, Dipl.-Landw.; 1969 – 90 DBD; 1969 – 72 Forschungsstudent in Leipzig, 1973 Dr. agr.; 1972 – 84 Abt.-Ltr. in der LPG Tierproduktion Großobringen (Krs. Weimar); 1984 – 89 Abt.-Ltr. für Tierprod. in der Agrarindustrievereinigung Berlstedt (Krs. Weimar); Nov. 1989 / 90 Dir. des Schweinemastgutes Neumark (Krs. Weimar); 1990…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Skrentny, Konrad

* 23.4.1894 – ✝ 20.4.1955

Geboren am 23. April 1894 in Usch/Westpreußen, Sohn eines Zimmermanns; lebte bis 1905 in Danzig, dann in Düsseldorf-Gerresheim, lernte dort Glasmacher. Er trat 1913 der SPD und dem DMV bei. Im Weltkrieg Soldat, Unteroffizier, nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft bis 1930 Walzer und Betriebsrat im Stahlwerk Düsseldorf. 1918 Mitglied der USPD, 1920 Übertritt zur KPD. Ab 1927 ehrenamtliches Mitglied der BL Niederrhein, 1929 wurde er dort Sekretär für Gewerkschaftsfragen, dann im gleichen Bezirk führend in der RGO. Im September 1930 als Abgeordneter im Wahlkreis Düsseldorf-Ost in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Skrentny war 1931/32 Orgleiter im Reichskomitee der RGO in Berlin. Ab Februar 1933 für die illegale RGO tätig, am 9. Juni 1933 wurde er verhaftet, nach längerer »Schutzhaft« in Düsseldorf und im KZ Börgermoor am 3. Februar 1934 vom OLG Hamm zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, die er in Wuppertal und im Strafgefangenenlager III Brual-Rhede-Ems verbüßte. Nach der Freilassung am 5. August 1935 als Arbeiter beschäftigt, wurde er noch öfter für mehrere Monate inhaftiert, u.a. von April bis September 1937 im KZ Sachsenhausen. Von 1939 bis 1943 Schweißer, 1944 Soldat, dann bis 1945 dienstverpflichtet als Fabrikarbeiter. Ab 1945 betätigte sich Skrentny wieder als Funktionär in der KPD, Mitglied der Landesleitung Nordrhein-Westfalen. Er gehörte vom 2. Juni 1946 bis 19. April 1947 dem ernannten Landtag von Nordrhein-Westfalen an, war dort zeitweise 2. Vizepräsident. Am 29. Februar 1948 trennte er sich von der KPD, da er mit der Parteilinie nicht einverstanden war, Übertritt zur SPD. Zeitweise in der Gewerkschaft aktiv, enger Mitarbeiter von Hans Böckler, ab 1947 war er Arbeitsdirektor in Duisburg. Konrad Skrentny starb am 20. April 1955 in Düsseldorf. In Duisburg-Ruhrort wurde eine Straße nach ihm benannt. Peter Rütters veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Konrad Skrentny.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Smolka, Joseph

* 8.8.1897

Geboren am 8. August 1897 in Sersno/Gleiwitz; lernte Glasbläser. 1916 Soldat, wurde während des Krieges Mitglied der Spartakusgruppe, trat bei Gründung der KPD bei, für die er ab 1919 als Sekretär in Oberschlesien wirkte. Von 1921 bis 1923 Sekretär für Gewerkschaftsfragen in der BL Oberschlesien bzw. Schlesien. Auf dem VII. Jenaer Parteitag 1921 als Kandidat in den ZA gewählt, war er auch Delegierter des VIII. Leipziger Parteitags 1923. 1924 kam Smolka nach Jena, dort bis 1928 in der BL Thüringen Sekretär für Gewerkschaftsfragen. Er gehörte zum rechten Parteiflügel, war Anhänger Hans Tittels und wurde Ende 1928 wieder nach Oberschlesien zurückgeschickt. Im Februar 1929 aus der KPD ausgeschlossen, ging Smolka zur KPO und war für sie in Thüringen aktiv. Später arbeitete er in der Gemeindeverwaltung von Ruhla, einem starken KPO-Stützpunkt. Nach 1933 mehrfach verhaftet, übersiedelte Smolka 1943 von Thüringen nach Breslau, wohnte bei der Liberalen Wilhelmine Schirmer-Pröscher und schloß sich einer antifaschistischen Gruppe an. Über Kontakte zu Otto Engert, mit dem er sich im April 1944 in Leipzig traf, kam er auch in Gespräche mit Georg Schumann, Theodor Neubauer und 4 Anton Saefkow. Letztem übergab er einen größeren Geldbetrag und sie begegneten sich noch einmal im Mai 1944 in Berlin. Smolka entging der Verhaftungswelle und lebte bis Kriegsende unbehelligt in Breslau. 1945 trat er wieder der KPD, 1946 der SED bei, übernahm wichtige Verwaltungsfunktionen im Land Brandenburg, wurde Geschäftsführer der Zentralen Kommission für Sequestrierung und Beschlagnahme, anschließend 1946/47 kaufmännischer Direktor der Hauptverwaltung der landeseigenen Betriebe in Brandenburg. Bereits im Sommer 1949 in den Westen geflüchtet, nannte Smolka Anfang August 1949, bei einer Pressekonferenz in Hamburg, schwere politische Differenzen mit Heinrich Rau und Walter Ulbricht als Grund seiner Flucht. In West-Berlin gehörte er 1949 zu einer Gruppe »Unabhängige KPD«. Über Joseph Smolkas weiteres Schicksal konnte nichts in Erfahrung gebracht werden.

Wer war wer in der DDR

Sobetzko, Werner

* 11.2.1939

Geb. in Hindenburg (Oberschles. / Zabrze, Polen); 1946 – 58 Grundschule in Rieder (Harz) u. Abitur in Quedlinburg; 1958 – 60 Ausbildung zum Chemielaboranten in den Leuna-Werken; 1960 – 65 Studium der Chemie an der TH für Chemie Leuna-Merseburg, 1965 Dipl.; 1966 / 67 tätig in der Feuerlöschmittelanalytik Neuruppin (Bez. Potsdam); 1967 – 90 Forsch. u. Entwicklung Orbitaplast Weißandt-Gölzau (Krs. Köthen); 1968 CDU, 1969 – 90 Vors. der Ortsgr. Weißandt-Gölzau; 1978 Prom.; 1990 / 91 Vors. des…

Wer war wer in der DDR

Siegel, Horst

* 4.5.1934

Geb. in Lampersdorf (Riesengeb., ČSR / Lampertice, Tschechien); 1951 – 53 Studium an der ABF in Weimar, 1953 – 59 Studium an der HAB Weimar, Dipl.-Ing.; 1959 – 64 wiss. Mitarb. am Lehrstuhl Industriebau u. Entwerfen; 1963 Prom. zum Dr.-Ing.; 1964/65 u. bis 1967 als Hauptarchitekt bzw. Stellv. des Chefarchitekten für den Aufbau der Chemiearbeiterstadt Halle-Neustadt (Chefarchitekt  Richard Paulick), dort Planungen für die Wohnkomplexe III u. IV, Zentrum u. Gewerbestättengebiete; 1964/65 Mitw. an…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Siegmund, Kurt

* 21.12.1910 – ✝ 63 bis 198

Geboren am 21. Dezember 1910 in Schönnewitz/Saalekrs., Sohn eines Steinsetzers. Von Beruf Linierer, im Oktober 1927 Mitglied des KJVD, 1931 der KPD. Seit 1929 hauptamtlicher Funktionär des KJVD und der Roten Jungfront in Halle und Berlin. Ende 1932 kam er nach Moskau, dort Praktikant, dann Referent in der Orgabteilung des EK der KJI. Nach einem militärtheoretischen Kurs bei Wilhelm Zaisser reiste er im Spätsommer 1933 über Skandinavien illegal nach Deutschland, hier Oberinstrukteur für den KJVD in Sachsen. Von Mitte bis Ende 1934 Leiter des KJVD in Berlin. Auf der Moskauer Reichskonferenz Ende 1934 in das ZK des KJVD gewählt, gehörte Siegmund bis Mai 1935 dem in Berlin illegal wirkenden Sekretariat des ZK des KJVD an. Anschließend in der ?CSR im Auslandssekretariat, 1935/36 deutscher Vertreter in der KJI, Delegierter zum VII. Weltkongreß der Komintern. Unter dem Parteinamen Friedel Stein von November 1936 bis September 1937 Vertreter des KJVD beim Sekretariat des ZK der KPD in Paris. Danach erneut zur illegalen Arbeit in Deutschland und im Mai 1939 nach Schweden zur AL Mitte. Er sollte Anfang 1941 in Deutschland die Jugendarbeit übernehmen, reiste aber in die Niederlande, hielt Kontakte zu deutschen Kommunisten. Im August 1945 nach Deutschland zurückgekehrt, war Siegmund zunächst Redakteur in Halle. Ende 1948 Leiter der MAS-Landesverwaltung Sachsen-Anhalt, Ende 1950 DDR-Staatssekretär und Vizeminister für Land- und Forstwirtschaft. Ab 1958 Stellvertretender Vorsitzender des Rates des Bezirks Neubrandenburg, 1962 entbunden, später Direktor des Instituts der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR. Von 1963 bis 1988 Mitglied der ZRK der SED, er erhielt 1985 den Karl-Marx-Orden. Kurt Siegmund starb am 17.November 1988 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sievers, Hans

* 25.2.1893 – ✝ 16.2.1965

Geboren am 25. Februar 1893 in Hamburg, Sohn eines Kaufmanns. Nach dem Gymnasium bis 1914 im Lehrerseminar in Braunschweig, von 1914 bis April 1916 Soldat im Weltkrieg, dann Volksschullehrer in kleinen Orten, ab 1919 in Braunschweig. Sievers trat 1917 in die USPD ein, wurde im Mai 1920 als USPD-Abgeordneter in die Landesversammlung von Braunschweig gewählt. Von Juni bis Oktober 1920 war er in Braunschweig Minister für Volksbildung, mit 27 Jahren der jüngste Minister im Reich. Da er die 21 Bedingungen zum Beitritt zur Kommunistischen Internationale befürwortete, wurde er aus der USPD-Fraktion ausgeschlossen und trat am 23. Oktober 1920 als Volksbildungsminister zurück. Daraufhin bildete er mit den Abgeordneten Arno Krosse und Heinrich Röhrs die USPD-Fraktion (Linke) im Landtag, Ende 1920 VKPD. Im Januar 1922 zog Sievers mit Krosse für die KPD in den Landtag ein, verließ die Partei aber schon bald und ging zur SPD zurück. Er war von Dezember 1927 bis September 1930 Minister für Justiz und Volksbildung im Braunschweiger Kabinett Jasper. Einige Zeit im Vorstand der SPD-Landtagsfraktion, ab März 1933 illegal, emigrierte im Oktober 1933 nach Dänemark, wo Sievers als Übersetzer und Reiseführer arbeitete. Im Mai 1940 Flucht nach Schweden, lebte als Journalist und Sprachlehrer in Stockholm, war außerdem in der Stockholmer SPD-Gruppe aktiv. Seit 1945 Berater der dänischen Flüchtlingsverwaltung, 1948 kehrte Sievers nach Deutschland zurück. Als Mitglied der SPD war er von August 1948 bis Mai 1957 Regierungsdirektor in der schleswig-holsteinischen Ministerialverwaltung in Kiel und zuletzt Leiter des Landesentschädigungsamtes. Hans Sievers starb am 16. Februar 1965 in Kiel.

dissidenten.eu

Šimečka, Milan

* 1930 – ✝ 1990

Milan Šimečka wurde 1930 in Nový Bohumín in der Nähe von Ostrava (Ostrau) geboren. Von 1943 bis 1953 studierte er russische und tschechische Literaturwissenschaft an der Masaryk-Universität in Brünn (Brno). 1953–54 lehrte er am Gymnasium im tschechischen Kroměřiž. Ab 1954 lebte er in Bratislava, wo er als Dozent für marxistische Philosophie zunächst an der Medizinischen und Pharmazeutischen Fakultät der Comenius-Universität unterrichtete und anschließend an der Musikhochschule. Dort…

Wer war wer in der DDR

Simon, Hans-Heinrich

* 27.3.1931 – ✝ 6.2.2010

Geb. in Quedlinburg; Vater Handwerker; OS; 1945 – 48 Ausbildung zum Tischler; 1948 – 58 im Beruf tätig; 1949 FDGB; 1951/52 Besuch der FS für angewandte Kunst u. der Mstr.-Schule Magdeburg, Werkmstr.; 1955 – 59 Fernstudium an der Ing.-Schule für Bauwesen Magdeburg, Bauing.; 1958 – 63 Abt.-Ltr., techn. Ltr. u. 1963 – 72 Vors. der PGH Holzverarbeitung Quedlinburg; 1972 – 79 Dir. des VEB Möbelwerk Quedlinburg; seit 1979 Stellv. des GD u. Dir. für Absatz im VEB Möbelkombinat Dessau; 1951 NDPD; 1959 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Sindermann, Kurt Alfred

* 13.4.1904 – ✝ 3.11.1945

(* 1904 – † 1945) Geboren am 13. April 1904 in Dresden, Sohn des Buchdruckers und (seit 1892) sozialdemokratischen Funktionärs Karl Sindermann (* 1869 – † 1922), der von 1899 bis 1904 an der Spitze der Landesorganisation Sachsen stand, von 1903 bis 1907 SPD-Reichstagsabgeordneter und von 1909 bis 1922 sächsischer Landtagsabgeordneter war. Kurt Sindermann lernte Eisenschiffbauer, arbeitete dann als Schlosser und Elbschiffssteuermann. Er schloß sich 1920 zunächst der SAJ und später der SPD an. 1923 Mitglied der KJD und der KPD, 1925 wurde er Leiter des KJVD Ostsachsens, Anfang 1927 dort Leiter des RFB. Von November 1927 bis März 1929 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau. Im Mai 1929 als Abgeordneter in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Im August 1929 Polleiter des Bezirks Ostsachsen. Nach der Zusammenlegung der sächsischen Bezirke von 1930 bis 1933 UB-Leiter in Chemnitz und hier wesentlich an der Ausschaltung der KPO-Gruppe beteiligt. Sindermann leitete ab März 1933 die illegale KPD in Dresden, dann im Bezirk Niederrhein. Bereits am 23. Juni 1933 in Wuppertal festgenommen, am 31. Oktober 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, dann im KZ Sachsenhausen, zuletzt in Buchenwald eingesperrt. Anläßlich der Amnestie zu Hitlers 50. Geburtstag am 20. April 1939 freigelassen, aber am 1. September 1939 wieder verhaftet und erneut nach Buchenwald überführt. Dort am 16. Januar 1940 entlassen, aber in Dresden wiederholt festgenommen und verhört. Über das weitere Schicksal Kurt Sindermanns liegen widersprüchliche Informationen vor. Im März 1964 berichtete beispielsweise Wilhelm Grothaus (* 1893 – †1966), Mitglied der Widerstandsgruppe von Georg Schumann für Dresden: »Infolge Verrates durch den früheren Kommunisten Brüderlein in Leipzig und den Kommunisten Kurt Sindermann in Dresden wurde die aktive Leitung der Widerstandsgruppe Schumann, der ich selbst angehört habe, und auch viele andere Mitglieder dieser Widerstandsgruppe Mitte des Jahres 1944 verhaftet ... Etwa Anfang des Jahres 1943 sprach in meiner Wohnung in Dresden ein Mann vor, der sich als Kurt Sindermann vorstellte und vorgab, sich im Auftrag von Schumann-Leipzig bei mir zu melden, um für illegale Arbeit im Bezirk Dresden eingesetzt zu werden. Ich kannte Sindermann nicht ... Ich bin am folgenden Tag nach Leipzig gefahren, um festzustellen, ob Schumann über diesen angeblichen Sindermann unterrichtet war. Schumann erklärte mir folgendes: Es handele sich tatsächlich um Kurt Sindermann. In der Annahme, daß Sindermann mir bekannt sei, habe er ihm das vereinbarte Erkennungszeichen nicht ausgehändigt. Sindermann sei aus einer seit langem sozialistischen Familie hervorgegangen und auf der Leninschule in Moskau ausgebildet. Er sei auch Abgeordneter des Sächsischen Landtags gewesen ... Auf meine Frage, aus welchen Gründen Sindermann als Kommunist aus dem Konzentrationslager entlassen worden sei ... erklärte Schumann: Seine Frau habe ein Entlassungsgesuch eingereicht und sich dafür verbürgt, daß er sich in Zukunft nicht mehr in staatsfeindlicher Weise betätigen würde. Restlos überzeugt war ich zwar nicht, aber auf Anweisung Schumanns habe ich Sindermann für die illegale Arbeit in Dresden eingesetzt. In der Folgezeit kam es zu einzelnen Verhaftungen von Kommunisten in den Bezirken Dresden, Leipzig und Chemnitz. Auf meine Rückfrage bei Schumann erklärte dieser, daß es ausgeschlossen sei, daß Sindermann mit diesen Verhaftungen in Verbindung gebracht werden könne ... Kurz darauf setzte die Verhaftungswelle gegen die Widerstandsgruppe Schumann ein. Daß Sindermann aber der Verräter und Agent der Gestapo war, stellte ich selbst im Polizeigefängnis in Dresden-Schießgasse fest, wo Sindermann, der zum Schein auch verhaftet worden war, seine Spitzelarbeit unter den politischen Gefangenen fortsetzte ... Sindermann tauchte in den Tagen des Zusammenbruches in einem Flüchtlingslager in Radebeul unter. Er wurde erkannt und hat vor seinem Tode folgendes erklärt: Die Leitung des Konzentrationslagers Dachau sei an ihn herangetreten und habe ihm unter der Zusage sofortiger Entlassung und der Zusicherung materieller Vorteile angetragen, Spitzeldienste für die Gestapo zu leisten. Er habe das zunächst abgelehnt, sei aber dann doch auf das Angebot eingegangen, in der Annahme, daß er die Gestapo hinhalten und hinters Licht führen könne ... Er [habe] zunächst einzelne kleinere Fälle verraten, sei dann aber immer tiefer in die Netze der Gestapo verstrickt worden ... Sindermann wurde im Flüchtlingslager Radeberg erschlagen.« Grothaus verwies darauf, daß Kurts jüngerer Bruder Horst Sindermann (* 1915 – †1990) einer der Führer der SED war. Im Zusammenhang mit der nach der Befreiung einsetzenden Untersuchung gegen Kurt Sindermann liegt eine ganz andere Mitteilung der KPD-Kreisleitung Großenhain vom 3. November 1945 an die Abteilung Kader der KPD-BL Sachsen über den Tod von Kurt Sindermann vor. In ihr heißt es: »Der ehemalige Landtagsabgeordnete Kurt Sindermann war in Radeberg im KZ. Er wurde dort am 17. März 1945 von seinem Arbeitsplatz von 2 Gestapoleuten abgeholt. Er wurde auf der Chaussee abtransportiert und ungefähr 500 m weit vom Lager von der Gestapo erschossen.« Kurt Sindermanns Frau Anni Sindermann, geborene Nietsche (* 17. Februar 1912 – † 4. 2. 1990), Textilarbeiterin, war seit 1925 im KJVD und 1929 in der KPD. Am 14. März 1933 wurde sie als Geisel für ihren Lebensgefährten, den sie dann 1934 heiratete, verhaftet und neun Monate in »Schutzhaft« festgehalten. Am 27.April 1935 erneut festgenommen und am 6.August 1936 vom OLG Dresden zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Von 1939 bis 1943 Kartonagenarbeiterin. Am 26. Juni 1944 mit ihrem Mann verhaftet, saß sie bis 1945 im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Sehr um die Aufklärung des Schicksals ihres Mannes bemüht, mußte Anni Sindermann im Sommer 1945 der KPD-Untersuchungskommission unter Max Opitz Auskunft geben. Sie widersprach der Behauptung, daß Kurt Sindermann ein Verräter gewesen sei, bestätigte aber, daß er dem Druck der Gestapo nicht gewachsen war. 1956 teilte Anni Sindermann dann schriftlich mit: »Im Frühjahr 1944 kam nach Dresden der Genosse Saefkow, um auch Dresden mit in die zentrale Arbeit der Partei einzubeziehen. Bei dieser Zusammenkunft hat mein Mann dem Genossen Saefkow alles berichtet, in welcher mißlichen Lage mein Mann gegenüber der Gestapo war. Der Genosse Saefkow hatte aber Vertrauen zu meinem Mann und hat ihn mit in die illegale Arbeit der zentralen Leitung einbezogen. Die Gestapo konnte hier meinem Mann viel Konkretes nachweisen, weil auch hier mein Mann mit einem Genossen zusammengearbeitet hat, der zum Spitzel geworden war. Es handelt sich hier um einen jungen Genossen aus Leipzig, der mit meinem Mann in Buchenwald war. Der Name ist mir leider entfallen. Zu einem Prozeß ist es nicht gekommen, aber am letzten Freitag im März 1945 hat die Gestapo meinen Mann in Radeberg bei Dresden erschossen. Ich möchte hier sagen, daß das Verhalten meines Mannes vor der Gestapo vielleicht nicht immer eines Genossen würdig war. Wichtig ist aber, er ist nicht zum Verräter geworden.« In einem überlieferten Bericht der Gestapoleitstelle Dresden vom Sommer 1944 ist schließlich vermerkt: »Die Stapoleitstelle Dresden nahm den ehemaligen kommunistischen Landtagsabgeordneten Kurt Alfred Sindermann (geb. am 13. 3. 04 zu Dresden) und dessen Ehefrau fest. Sindermann war für das Referat IV H tätig gewesen. Er hatte über diese Tätigkeit mit anlaufenden KPD-Funktionären gesprochen, seiner auftraggebenden Dienststelle diese Funktionäre jedoch verheimlicht.« Anni Sindermann wurde im August 1946 Sekretärin des Landesvorstandes der IG Druck und Papier Sachsens, 1949 Leiterin der Abteilung Kader und bis 1961 Sekretariatsmitglied bzw. bis 1972 des Präsidiums des Zentralvorstandes der IG Druck und Papier. Ab 1962 politische Mitarbeiterin für internationale Arbeit im ZV der IG Druck und Papier. Sie erhielt 1987 den Karl-Marx-Orden.

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Sinjawski, Andrei

* 1925 – ✝ 1997

Andrei Sinjawski wurde 1925 in Moskau geboren. Sein Vater war Berufsrevolutionär, der vor 1918 den Sozialrevolutionären angehört hatte. 1943–45 diente Sinjawski in der Armee. Nach seiner Entlassung studierte und promovierte er an der Philologischen Fakultät der Moskauer Universität. Zwischen Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre versuchte das Ministerium für Staatssicherheit, ihn als „Agent Provocateur“ gegen die Französin Hélène Pelletier, eine Kommilitonin aus seinem Studienjahr,…

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Skamira, Willi

* 7.3.1897 – ✝ 22.1.1945

Geboren am 7. März 1897 in Landsberg/Warthe, Sohn eines Holzarbeiters; lernte Zimmermann, ab 1913 im Deutschen Holzarbeiterverband. Von 1914 bis 1918 Soldat an der Westfront, mehrmals schwer verwundet. Der Kriegsbeschädigte Skamira wirkte politisch unter den Landarbeitern und Bauern, ab 1928 in der KPD. Im Juli 1932 im Wahlkreis Potsdam II als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, dem er bis November angehörte. Skamira wurde im März 1933 verhaftet, saß bis Sommer 1934 im KZ Sonnenburg. Dannach Lagerarbeiter in der Landsberger Jutefabrik; er setzte die illegale Tätigkeit gegen das NS-Regime fort und bekam ab 1944 auch Verbindungen zu Bernhard Bästlein und Franz Jacob. Von Jacob erhielt er am 1. Juli 1944 illegale Druckschriften. Skamira bemühte sich, in Landsberg eine illegale Gruppe aus KPD und SPD-Mitgliedern aufzubauen, verfaßte ein 15-Punkte-Programm für die Bauernschaft mit Forderungen für die Zeit nach Hitler. Er wurde im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« am 2.August 1944 erneut verhaftet, am 15. Dezember desselben Jahres vom 2.Senat des VGH wegen »Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung und Wehrkraftzersetzung« zum Tode verurteilt. Willi Skamira wurde am 22. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Seine Ehefrau Frieda Skamira, geborene Schippschak (* 29. 11. 1899 – †7. 10. 1983), war damals ebenfalls inhaftiert.

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Skoblewski (Rose), Peter

* 16.6.1890 – ✝ 1939

(* 1890 – † 1939) Geboren am 16. Juni 1890 in Tambow/Ruß- land, in einer Arbeiterfamilie als Woldemar Rudolfowitsch Rose. Als Fähnrich diente er im Weltkrieg in der zaristischen Armee, gehörte seit Oktober 1917 der Roten Armee an, wo er verschiedene Kommandeursposten innehatte, z. B. war er 1919 Divisionskommandeur und erhielt für seine Tapferkeit den Rotbanner-Orden. Ab 1918 Mitglied der Partei der Bolschewiki. Er absolvierte die Generalstabsakademie, war im März 1921 Anführer einer Sturmkolonne bei der Liquidierung des Aufstandes der Kronstädter Matrosen. Ab Dezember 1922 hielt er sich – nun unter dem Pseudonym Skoblewski – als Beauftragter der Komintern zur Anleitung der illegalen Arbeit in Deutschland auf und wurde im August oder September 1923 als Nachfolger von Karl Retzlaw (Gröhl) Leiter der AM-Abteilung in der KPD. Hier war er unter dem Decknamen Hellmuth Verfasser der Mobilisierungs- und Bewaffnungspläne für die Vorbereitung des »deutschen Oktober« und maßgeblich an der Gründung und Anleitung der Tscheka-Gruppe von Felix Neumann beteiligt. Er wurde im März 1924 in Berlin verhaftet und im berüchtigten »Tscheka-Prozeß« 1925 als Peter Skoblewski (und gleichzeitig Goreff) wegen »Anstiftung zum Mord und Hochverrats« angeklagt und zum Tode verurteilt, wurde dann aber 1927 gegen drei in die Sowjetunion gelockte und verhaftetete Deutsche ausgetauscht. Nach seiner Rückkehr erhielt er in Moskau den zweiten Rotbanner-Orden und übernahm wieder hohe Kommandeursstellungen in der Roten Armee. Peter Skoblewski-Rose wurde 1938 vom NKWD verhaftet und 1939 erschossen, später »posthum rehabilitiert«.

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Skuodis, Vytautas

* 1929 – ✝ 2016

Vytautas Skuodis wurde 1929 in Chicago geboren. Seine Eltern kehrten mit ihm in den 30er Jahren nach Litauen zurück. 1953 schloss er sein Geologiestudium an der Universität Wilna ab. 1963–67 absolvierte er ein Doktorandenstudium und trat nach der Verteidigung seiner Doktorarbeit 1969 eine Stelle als Dozent an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Wilna an, wo er bis zu seiner Verhaftung 1980 beschäftigt war. 1975–79 arbeitete er an der Studie „Dvasinis genocidas Lietuvoje“ (Der…

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Snehyrjow, Helij

* 1927 – ✝ 1978

Helij Snehyrjow wurde 1927 in Charkiw (Charkow) geboren und wuchs in einer Literatenfamilie auf. Er studierte am Theaterinstitut Charkiw und arbeitete dann am Akademischen Dramatheater der Stadt. 1951–56 lehrte er am Theaterinstitut Literatur- und Theatergeschichte. Er gab einige Bände mit Erzählungen heraus, die ersten Texte erschienen 1954. 1956–57 leitete er die Abteilung Publizistik und Belletristik der Zeitung „Literaturna Ukrajina“. Snehyrjow war Mitglied der Kommunistischen Partei. Als…

Wer war wer in der DDR

Sobottka, Gustav

* 12.7.1886 – ✝ 6.3.1953

Geb. in Turowen (Ostpr. / Turowo, Polen); Vater Dachdecker, Tagelöhner; 1895 Übersiedl. ins Ruhrgeb.; Volksschule in Röhlingshausen; ab 1901 Bergmann in Wanne-Eickel; 1905 – Herbst 1908 Militärdienst in Düsseldorf, Artillerist; 1909 Mitgl. im freien Bergarbeiterverb.; Heirat mit Henriette Schantowski; Jan. 1910 SPD; 1912 – 14 Gewerkschaftsvertrauensmann; 1913 Ortsltr. Eickel der SPD; Aug. 1914 – Nov. 1918 Teiln. am 1. Weltkrieg; 1918 USPD; Mitgl. eines Arbeiter- u. Soldatenrats, 1920 KPD; 1920… Geboren am 12. Juli 1886 in Turowen/Ostpreußen, Sohn eines Dachdeckers und späteren Bergmanns. Seine Eltern gehörten zur religiösen Sekte der Mucker und übersiedelten 1895 ins Ruhrgebiet. Ab 1901 arbeitete Gustav Sobottka auf der Grube in Wanne-Eickel und leistete von 1905 bis 1908 seinen Militärdienst in Düsseldorf. Im Oktober 1909 trat er in den Bergarbeiterverband ein und heiratete Henriette Schantowski (* 9. 3. 1888 – † 15. 9. 1971). Seit Januar 1910 Mitglied der SPD und 1913 Leiter der Partei in Eickel. Im August 1914 zum Militär eingezogen und als Artillerist bis November 1918 im Weltkrieg. Dann Mitglied der USPD, deren Leiter im Kreis Bochum-Gelsenkirchen, er war Delegierter des Vereinigungsparteitags mit der KPD im Dezember 1920. Sobottka gehörte zu den Mitbegründern der linksradikalen Union der Hand- und Kopfarbeiter, die einen großen Teil der gewerkschaftlich organisierten Bergleute in ihren Reihen vereinigte. Im Februar 1921 wurde er in den Preußischen Landtag gewählt, dem er ununterbrochen bis 1932 angehörte, und war bis 1925 Vorsitzender der Gruppe Bergbau der Union der Hand- und Kopfarbeiter. Als die KPD 1924/25 die Auflösung dieser Sondergewerkschaft und ihre Überführung in den Bergarbeiterverband beschloß, sträubte sich Sobottka zunächst dagegen und ging zu den Ultralinken. Er blieb aber in der KPD und beugte sich Ende 1925 der Parteilinie. Schließlich liquidierte er im Auftrag der Zentrale und der Komintern die ultralinke Bergarbeiter-Union, war Delegierter des X. KPD-Parteitags 1925 und des XI. 1927, Mitglied der erweiterten BL Ruhr. Im April 1928 aus dem Bergarbeiterverband ausgeschlossen, wurde er einer der Mitbegründer der RGO und Mitglied deren Reichsleitung. Im Oktober 1928 übernahm Sobottka die Funktion des Generalsekretärs des Internationalen Komitees der Bergarbeiter bei der RGI und war zugleich enger Mitarbeiter Georgi Dimitroffs im Mitteleuropäischen Büro der Komintern. Ende 1932 in den Apparat der RHD abgeschoben, nicht mehr als Kandidat für den Preußischen Landtag nominiert, emigrierte er im April 1933 zunächst nach Saarbrücken, war Vorsitzender der Internationalen Konferenz der Bergarbeiter und ging 1935 nach Paris. Im November 1935 kam Sobottka nach Moskau, bis Sommer 1936 Stellvertretender Generalsekretär des Internationalen Komitees der Bergarbeiter, anschließend Referent im Zentralrat der sowjetischen Gewerkschaften. Im April 1937 wurden er, seine Frau Henriette und seine beiden Söhne Bernhard (* 30. 6. 1911) und Gustav (* 10. 4. 1915) von den Nazi-Behörden ausgebürgert. Bernhard Sobottka arbeitete nach 1933 illegal für die KPD, saß von August bis Dezember 1933 im KZ. Am 30. März 1943 erneut verhaftet und vom VGH zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Von britischen Truppen aus dem Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel befreit, sofort in ein Lazarett gebracht, starb Bernhard Sobottka am 20. Juli 1945 in Hamburg. Gustav Sobottka jun., der in Deutschland das Gymnasium besucht hatte, 1929 in den KJVD eintrat, arbeitete nach dem Reichstagsbrand illegal. Am 11. August 1933 festgenommen, saß er bis Ende 1933 in den KZs Oranienburg und Sonnenburg. Dann zu seinem Vater nach Paris emigriert, ging er mit den Eltern 1935 in die Sowjetunion und arbeitete als Schlosser. In der Nacht vom 4. zum 5. Februar 1938 wurde er vom NKWD als Mitglied einer angeblichen Hitler-Jugend verhaftet. Die Eltern wandten sich verzweifelt um Hilfe an Dimitroff und Wyschinski. Doch der Sohn blieb in Haft und kam im September 1940 in einem Moskauer Gefängnis als Opfer der Stalinschen Säuberungen ums Leben. Henriette Sobottka wurde wegen des Schicksals ihres Sohnes krank und schwermütig. Gustav Sobottka selbst mußte aus dem Zentralrat der Gewerkschaften ausscheiden und wurde einer Parteiüberprüfung unterzogen. 1938/39 Mitarbeiter und Redakteur der »Deutschen Zentral-Zeitung« und von Radio Moskau, Oktober 1941 nach Kuibyschew evakuiert, später als Instrukteur in Kriegsgefangenenlagern eingesetzt und ab Juli 1943 Mitglied des NKFD. Am 6. Mai 1945 kehrte Sobottka als Leiter der 3.»Initiativ-Gruppe« (neben der Gruppe Ulbricht in Berlin und der Gruppe Ackermann in Dresden) nach Deutschland zurück. In Stettin stationiert, war er Mitunterzeichner des Aufrufs des ZK der KPD vom 11. Juni 1945, kam Ende November 1945 nach Berlin, wurde in der SBZ zunächst Vizepräsident und im August 1947 Präsident der Deutschen Zentralverwaltung für Brennstoffindustrie. Mit Bildung der DWK 1948 Leiter der Hauptverwaltung Energie und Brennstoffversorgung. Anschließend bis 1951 Leiter der Hauptverwaltung Kohle im DDR-Ministerium für Schwerindustrie, dann nur noch in untergeordneten Funktionen, z. B. für die Schulung im Bergbau verantwortlich. Gustav Sobottka starb am 6. März 1953. Bedrückt wegen der Ermordung seines Sohnes Gustav in der Sowjetunion und auch der folgenden Krankheit seiner Frau soll er Stalin insgeheim so sehr gehaßt haben, daß er über dessen Tod am 5.März 1953 noch jubelte, aber vor Aufregung einen Tag später selbst starb.Peter Erler /

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Siegel, Bruno

* 10.9.1890 – ✝ 12.8.1948

Geboren am 10. September 1890 in Hilbersdorf/Freiberg, stammte aus einer armen Familie mit zehn Geschwistern. Als Schulkind mußte er Botenarbeit verrichten, lernte Klempner. Siegel durchwanderte Deutschland, trat 1909 der SPD bei. Er wurde 1911 in Hamburg zur Marine gezogen, Obermaat in Kiel, im Weltkrieg bei der Marine Maschinist auf der »Goeben«. Verwundet kam er 1917 nach Wilhelmshaven, heiratete und zog 1919 nach Dresden, Klempner bei der Reichsbahn. 1919 trat Siegel der USPD bei und kam mit der linken USPD 1920 zur KPD, wurde 1924 Mitglied der BL Ostsachsen und des Hauptbetriebsrats der Deutschen Reichsbahn. 1926 wurde Siegel als Abgeordneter in den Sächsischen Landtag gewählt, blieb aber weiterhin bei der Reichsbahn beschäftigt. Der XI. Parteitag 1927 berief ihn in die Gewerkschaftskommission, 1928 Delegierter des VI. Weltkongresses der Komintern. Bis 1930 Landtagsabgeordneter und bis 1933 2. Vorsitzender der RGO-Gruppe Eisenbahn, war Siegel außerdem im illegalen AM-Apparat tätig. Im März 1933 schwerkrank, stellte er sich selbst der Polizei und saß bis 1934 in »Schutzhaft« im KZ, dann Seifenhändler und ab 1935 wieder Klempner. Bei Kriegsausbruch erneut verhaftet, kam bis 1940 ins KZ Buchenwald. Er sollte für die Gestapo geworben werden, als er ablehnte, nochmals zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. 1945 in Waldheim befreit, wieder KPD-Funktionär, er gab zunächst eine Zeitung für Döbeln heraus, ging nach Dresden, dort Bezirks-Personal-Vertreter der Reichsbahn und im Juli 1945 Staatssekretär für Verkehrswesen bei der Sächsischen Landesregierung. Seit 1946 schwerkrank ans Bett gefesselt, starb Bruno Siegel am 12. August 1948 in Dresden.

Wer war wer in der DDR

Sielaff, Frithjof

* 23.3.1918 – ✝ 15.3.1996

Geb. in Kassieck (Altmark); Vater Pfarrer; Gymnasium; als Mitgl. des Ev. Jugendwerks 1933/34 in die HJ übernommen, Ausschl. 1935; Studium der Geschichte, Roman. u. Skandinav. Philol. in Greifswald, Berlin u. München; 1943 bei Adolf Hofmeister Prom. mit einer Arbeit über Knut den Großen. 1954 ebenfalls bei Adolf Hofmeister Habil. mit einer Arbeit über das Bewußtsein vom Fränk. Reich nach dem Untergang der Karolinger u. die Anfänge der otton. Italienpol., auf Betreiben von SED-Historikern wurde…

Wer war wer in der DDR

Siewert, Robert

* 30.12.1887 – ✝ 2.11.1973

Geb. in Schwersenz (b. Posen / Swarzędz, Polen); Vater Zimmermann; Volksschule; 1902 – 05 Ausbildung zum Maurer; 1905 Lokalverb. der Maurer Berlins; 1906 SPD; 1906 – 09 Wanderschaft; 1908 – 15 Maurer in der Schweiz, Vorst.-Mitgl. des Internat. Arbeitervereins »Eintracht« in Zürich; 1913/14 Sekr. des schweizer. Bauarbeiterverb.; 1915 – 18 Kriegsdienst, Ostfront; 1918/19 Spartakusbund; KPD; Mitgl. des Soldatenrats der X. Armee; 1919 Sekr. im KPD-Bez. Erzgeb.-Vogtl.; 1920 – 24 Mitgl. des ZA der… Geboren am 30. Dezember 1887 in Schwersenz/ Posen, Sohn eines Zimmermanns; lernte Maurer und ging dann auf Wanderschaft, 1906 in Berlin Mitglied der SPD. Von 1908 bis 1915 Maurer in der Schweiz, lernte dort auch Lenin kennen und arbeitete mit Heinrich Brandler und Fritz Heckert zusammen, war hier zugleich Mitglied des Internationalen Arbeitervereins »Eintracht« und 1913/14 Sekretär des schweizerischen Bauarbeiterverbandes in Genf. Im April 1915 verhaftet, nach Deutschland ausgewiesen, mußte er im Weltkrieg als Soldat an die Ostfront. Illegal für die Spartakusgruppe tätig, wurde Siewert 1918 in den Soldatenrat der X. Armee gewählt, dann bis Januar 1919 beim Soldatenrat in Minsk und in Wilna aktiv. Zurück in Deutschland, Mitglied der KPD, 1919 Polleiter des Bezirks Erzgebirge und Delegierter der Parteitage 1919 und 1920. Auf dem Vereinigungsparteitag mit der USPD 1920 Schriftführer, dann auf dem VII. Jenaer Parteitag 1921 ebenso wie auf dem VIII. Leipziger Parteitag 1923 in den ZA der KPD berufen. 1921 als Abgeordneter in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1929 angehörte. Delegierter des IV. Weltkongresses der Komintern 1922 und Leiter der Parteiverlage der KPD in Berlin. Siewert kam 1923 wieder als Polleiter nach Chemnitz, war Anhänger von Brandler und wechselte dann zur Mittelgruppe. Unter seiner Leitung trat der Bezirk Erzgebirge auf dem IX. Parteitag 1924 noch für die Mittelgruppe ein, deshalb wurde er im Mai 1924 von der linken Zentrale abgelöst. Als Instrukteur nach Kassel und Essen versetzt, wurde er 1924/25 Leiter der Vereinigung Internationaler Verlagsanstalten (VIVA). Er organisierte 1926 die Arbeiterdelegationen in die Sowjetunion, kam als Redakteur zur Zeitschrift »Einheit«, die sich vor allem an SPD-Arbeiter richtete. Dort vertrat er zusammen mit Jacob Walcher und Hans Beck 1928 eine gegen die ultralinke Parteilinie gerichtete Politik. Als aktiver Anhänger der Rechten Ende 1928 seiner Funktion enthoben und am 14. Januar 1929 aus der KPD ausgeschlossen. Siewert ging zur KPO, war als Mitglied der KPO-BL Westsachsen führender Funktionär dieser Organisation, die er bis 1929 auch im Landtag vertrat. 1929/30 Maurer und Fliesenleger, 1931 Geschäftsführer des Leipziger Verlages Arbeiterpolitik, anschließend wieder in seinem Beruf in Berlin tätig. Aktiv in der illegalen Reichsleitung der KPO nach 1933, wurde er am 8. April 1935 verhaftet und im Dezember 1935 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend ab September 1938 im KZ Buchenwald. In der Haft näherte er sich wieder der KPD und gehörte in Buchenwald zur illegalen KPD-Gruppe. Dort wurde er kurz vor der beabsichtigten Erschießung 1945 von den Amerikanern befreit. Siewert trat wieder der KPD bei, wurde 1. Vizepräsident der Provinzialverwaltung Sachsen-Anhalt, dann Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt. Er war Mitglied der KPD-BL bzw. des SED-Landesvorstands und ab 1949 im sogenannten Kleinen Sekretariat der Landesleitung Sachsen-Anhalt. Wegen seiner früheren KPO-Zugehörigkeit wurde er im April 1950 degradiert, nur noch Leiter des Sekretariats für örtliche Wirtschaft im Ministerium für Aufbau (Bauwesen). Sein selbstkritischer Artikel über die »parteifeindliche Rolle« der KPO, den »Neues Deutschland« am 25. Januar 1951 druckte, wurde jedoch am 15. März 1951 als unbefriedigend angegriffen. Nun verlor er in der SED jeden politischen Einfluß, wurde erst im Rahmen der »Entstalinisierung« wieder genannt, blieb bis 1967 im Ministerium für Bauwesen und erhielt 1965 den Karl-Marx-Orden. Robert Siewert starb am 2. November 1973 in Ost-Berlin. / Andreas Herbst

Wer war wer in der DDR

Simkowski, Heinz

* 13.3.1931 – ✝ 2.7.2008

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Arbeiter, Mutter Hausfrau; Volksschule in Stettin-Bredow; Anfang 1945 Evakuierung nach Ueckermünde. 1945 / 46 Bote beim SPD-Kreisvorst. Ueckermünde; 1946 – 48 Telefonist in der SED-KL Ueckermünde; 1948 – 50 Lehre als Gärtner im Kinderheim Vogelsang, 1950 / 51 dort als Gärtnergehilfe tätig; 1952 SED; Besuch der KPS, anschl. bis 1953 Ass. an der KPS Ueckermünde; 1953 / 54 Parteierzieher an der KPS Mirow; 1954 – 56 Schulltr. an der KPS Waren; 1956 – 58 Ltr.…

Wer war wer in der DDR

Simon, Horst

* 24.7.1930

Geb. in Halle (Saale); 1946 – 56 FDJ; 1950 DSF; KB; 1953 FDGB; 1954 SED; 1953 – 62 Abitur an der ABF u. Stud. der Germanistik an der TU Dresden; 1962 – 64 wiss. Mitarb. u. Abt.-Ltr. für Information u. Dokumentation des VEB Mineralölwerks Lutzkendorf; 1964 – 74 FSU Jena, 1971 Prom. mit der Arbeit »Zeitgeschichtsdarstellung im Roman um 1930«; 1974 – 76 Literaturred. des SED-Zentralorgans »Neues Deutschland«; 1976 – 90 Cheflektor des Rostocker Hinstorff Verlags (Nachf. von  Kurt Batt); 1976 – 89…

Wer war wer in der DDR

Singer, Rudolf

* 10.7.1915 – ✝ 1.11.1980

Geb. in Hamburg in einer jüd. Fam.; Vater Exportkfm. (1942 in Auschwitz ermordet); Realgymnasium; 1931 – 33 staatl. Handelsschule Hamburg, Ausbildung zum Exportkfm.; 1932 KJVD; Jan. 1933 KPD; 1934 Haft im KZ Fuhlsbüttel; 1935/36 Einkäufer u. Abt.-Ltr. der Fa. Keyaniyan & Co. GmbH Hamburg; Juni 1936 – April 1938 verhaftet, Mai 1937 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, Zuchthaus Fuhlsbüttel; ausgewiesen u. emigriert; April – Aug. 1938 Italien (Genua), 1938/ 39 in die Schweiz (Zürich); März…

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Sissels, Jossyf

* 1946

Jossyf Sissels wurde 1946 in Taschkent geboren, 1948 zog die Familie von Usbekistan in die Westukraine, nach Tscherniwzi. Sissels wuchs im politischen „Tauwetter“ der Chruschtschow-Ära auf. Bereits 1962 kam er in Kontakt mit dem Samisdat. 1969 schloss er sein Studium am Lehrstuhl für Theoretische Physik der Physikalisch-Mathematischen Fakultät der Universität Tscherniwzi ab. 1969–70 diente er als Soldat in der Baltischen Flotte der Sowjetischen Kriegsmarine, ehe er ab April 1971 eine Anstellung…

Wer war wer in der DDR

Skerra, Horst

* 1.9.1930

Geb. in Kulsen (Krs. Angerburg, Ostpr. / Kulsze, Polen); Vater Landarbeiter; Volksschule, Landarbeiter; 1945 Flakhelfer, anschl. Landarbeiter u. Traktorist. 1946 Umsiedl. in die SBZ, Arbeiter im Braunkohlentagebau Geiseltal bei Bitterfeld; FDJ, Besuch der FDJ-Schule; 1949 Eintritt in die DVP, 1949 / 50 Kursant bzw. Gruppenführer an der VP-Schule in Naumburg; 1950 VP-Kommissar, 1950 / 51 Zugführer, Ausbildungs-Ltr. an der VP-Dienststelle Kochstedt; 1951 SED; 1951 / 52 Offiziershörer an der…

Wer war wer in der DDR

Skoda, Rudolf

* 26.9.1931 – ✝ 2.4.2015

Geb. in Leipzig; Vater Maler u. Grafiker; 1938 – 42 Volksschule, 1950 Abitur; 1950 FDGB; 1950 – 52 Maurer; 1952 techn. Hilfskraft; 1952 DSF; 1952 – 57 Studium an der HS für Baukunst u. Bildende Kunst Weimar, Dipl.-Ing.; anschl. wiss. Mitarb. an der HS für Architektur u. Bauwesen Weimar, 1958 – 60 wiss. Ass. an der HS für Bauwesen Cottbus; 1961 Mitgl. des BDA / DDR; seit 1964 versch. Studienaufenthalte in West-Berlin; 1964/65 Projekt Leipziger Messeamt am Markt (m. Rudolf Rohrer); 1964 – 75…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Smektala, Josef

* 11.2.1903 – ✝ 17.2.1982

Geboren am 11. Februar 1903 in Dortmund; Dreher, u. a. bei der Dortmunder Union. 1919 Mitglied des Christlichen Metallarbeiterverbandes, ab 1920 des DMV. Seit 1920 Mitglied der KPD, von 1924 bis 1927 Redakteur, anschließend bis 1933 Mitarbeiter verschiedener linker Zeitungen. 1925/26 hatte er Kontakte zur Gruppe um Ernst Niekisch, wurde 1928 wegen Rechtsabweichung aus der KPD ausgeschlossen. Er trat der KPO bei, leitete deren Dortmunder Gruppe. 1932 kehrte er in die KPD zurück, wurde für diese nach 1933 illegal aktiv, vom 26.März bis Juni 1933 in »Schutzhaft« in Dortmund, Hamborn und Brauweiler. Von 1935 bis 1939 war er Dreher, später technischer Leiter eines Kleinbetriebes. Am 20. November 1937 erneut festgenommen und auf der Dortmunder Steinwache mißhandelt. Im Juli 1938 freigelassen, war er dann nicht mehr für die KPD, sondern nur für den Niekisch-Kreis aktiv. 1945 erneut der KPD beigetreten, verließ er sie schon 1950 und wurde SPD-Mitglied. Er bekleidete zahlreiche Funktionen, war von 1945 bis 1954 Mitglied im Stadtrat von Dortmund, von 1952 bis 1968 dort Kreisvorsitzender des DGB, von Juli 1954 bis Juli 1970 Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen, von März 1956 bis Juli 1958 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Ab August 1960 war er Vorsitzender der Landesversicherungsanstalt Westfalen, seit 1968 Mitglied des DGB-Landesbezirksvorstandes. Josef Smektala starb am 17.Februar 1982 in Dortmund.

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Sobadschijew, Ljubomir

* 1944 – ✝ 2002

Ljubomir Sobadschijew wurde 1944 in der Stadt Russe geboren. Nach seinem Abitur in Russe diente er drei Jahre lang in der Kriegsmarine. Schon in jungen Jahren hatte er eine kritische Haltung zum Totalitarismus und dessen Unterdrückungssystem. So lehnte er es 1962 ab, in einem Prozess gegen einen von der Geheimpolizei verfolgten Offizier der bulgarischen Armee als Zeuge auszusagen. 1969 gründete Sobadschijew gemeinsam mit Stefan Nefedow, Scherminal Tschiwikow, Christo Jordanow und anderen eine…

Wer war wer in der DDR

Sodann, Peter

* 1.6.1936 – ✝ 5.4.2024

Geb. in Meißen; Grundschule Weinböhla (b. Dresden); Lehre als Werkzeugmacher; 1954 –57 ABF; 1957 – 59 Studium der Rechtswiss. an der Univ. Leipzig, 1959 Wechsel zur Theater-HS Leipzig, Ltr. des Studentenkabaretts »Rat der Spötter« an der KMU Leipzig; 1961 Verhaftung, Verbot des anläßl. der Herbstmesse vorbereiteten Kabarettprogramms, Auflösung des Kabaretts, Relegierung, Ausschluß aus der SED, 1961/62 U-Haft in Leipzig, Bewährungsstrafe wegen »staatsgefährdender Hetze«; 1962/63 Arbeit als…

Wer war wer in der DDR

Siegesmund, Peter

* 17.8.1940

Geb. in Eberswalde; Vater Arbeiter, Mutter Putzmacherin; Grundschule; 1954 FDJ; 1954 – 56 Lehre als Betonbauer im VEB Baubetrieb Dresden; 1956 / 57 Mälzereiarb. in der Dresdener Malzfabrik; 1957 – 60 Angest. bei der DR Dresden; 1960 / 61 Betonbauer im Betonwerk Elsterwerda; 1961 Ass. des Bürgermeisters in Hohenleipisch; 1962 SED; 1962 Sekr. für Propaganda der FDJ-KL Bad Liebenwerda; 1962 / 63 Hörer an der Jugendhochschule »Wilhelm Pieck«; 1963 – 73 1. Sekr. der FDJ-KL Cottbus-Stadt; 1965 – 67…

Wer war wer in der DDR

Siemon, Gustav

* 20.6.1918 – ✝ 17.1.2011

Geb. in Lippoldsberg (Krs. Hofgeismar); Vater Arbeiter; Volksschule; 1932 – 36 Lehre u. Arbeit als Buchhändler; Okt. 1936 Eintritt in die Luftwaffe, Einsatz als Flugzeugführer u. Fernaufklärer, 1942 Oberltn.; Dez. 1942 sowj. Kriegsgef., Lager in Krasnogorsk, Oranki, Elabuga, Lunjowo u. a.; NKFD; Sept. 1943 Gründungsmitgl. des BDO; 1944 Zentrale Antifa-Schule in Krasnogorsk. Mai 1945 Rückkehr nach Dtl.; als Mitgl. der Gr. um  Gustav Sobottka im Juli 1945 Berufung in die Landesverw. Mecklenb.,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Silbermann, Max

* 18.1.1896 – ✝ 5.2.1968

Geboren am 18. Januar 1896 in Ehrenberg/ Sachsen, Sohn eines Brauers. Lehre und Arbeit als Gärtner und Kürschner. Von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg, schloß er sich 1919 der USPD und 1921 der KPD an. Er war von 1924 bis 1930 Betriebsratsvorsitzender und stand 1926 an der Spitze des Fabrikarbeiterverbandes in Waldheim. Mitglied der BL Erzgebirge-Vogtland, ab 1929 Sekretär des UB Döbeln-Riesa. Silbermann wurde 1931 als Abgeordneter in den Sächsischen Landtag gewählt. Bereits am 9. März 1933 verhaftet, bis Anfang September 1935 in KZs in »Schutzhaft« festgehalten. Nach der Entlassung unter Polizeiaufsicht, übersiedelte Silbermann 1936 nach Süddeutschland, leistete illegale Arbeit gegen das NS-Regime. 1942 erneut kurzzeitig inhaftiert, bekam er 1944 im Elsaß Kontakt zur Résistance. Silbermann war 1945/46 zunächst KPD-Funktionär in Baden, kehrte 1947 nach Sachsen zurück, war einige Zeit Sekretär des VdgB-Kreisvorstandes Döbeln und wohnte zuletzt in Ehrenberg/Waldheim. Dort starb Max Silbermann am 5. Februar 1968.

Wer war wer in der DDR

Simon, Günter

* 6.5.1933

Geb. in Groß Baudiß (Krs. Liegnitz, Schles. / Budziszów Wielki, Polen); Vater Landarbeiter; Volks-, Haupt- u. Oberschule, Abitur; 1950 SED; 1952 – 55 Journalistikstudium an der Univ. bzw. KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1954 / 55 Praktikum bei der Ztg. »Neuer Tag« Frankfurt (Oder); 1956 – 62 Red., Abt.-Ltr. u. 1962 – 67 Mitgl. des Red.-Koll. der FDGB-Ztg. »Tribüne«, ab 1967 stellv. Chefred., 1967 / 68 amt. Chefred., bis 1975 stellv. Chefred; anschl. zeitw. Korresp. der »Tribüne« in der Bundesrep.…

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Simon, Rainer

* 11.1.1941

Geb. in Hainichen (Sachsen); Mutter Sekr.; Grundschule in Hainichen, 1959 Abitur an der EOS Frankenberg; 1959 – 61 NVA; 1961 – 65 Studium an der Dt. HS für Filmkunst Potsdam-Babelsberg, Fachrichtung Regie; 1965 Regieassistent beim DEFA-Studio für Spielfilme, Arbeit mit Ralf Kirsten u.  Konrad Wolf; 1968 – 90 dort Regisseur; SED; galt für das MfS ebenso wie Siegfried Kühn als eine der »kompliziertesten Künstlerpersönlichkeiten des Studios«, die »die skeptischste Position zum Soz. vertritt«;…

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Singhuber, Kurt

* 20.4.1932 – ✝ 15.10.2005

Geb. in Wien; Vater Arbeiter; bis 1950 OS, Abitur; 1945 Mitgl. eines Antifa-Jugendaussch.; 1946 – 60 FDJ; 1949 – 51 Vors. der Ortsgr. Wildau; 1950/51 Praktikant im VEB ABUS Wildau, Facharbeiterabschl. als Maschinenschlosser; 1951 SED; 1951/52 Studium an der TH Dresden u. 1952 – 57 am Metallurg. Inst. in Dnepropetrowsk (UdSSR), Dipl.-Ing.; 1957/58 Konstrukteur; 1958/59 Ltr. des Konstruktionsbüros; 1957 – 61 Techn. Dir. im VEB Schwermaschinenbau »Heinrich Rau« Wildau; ab 1958 Mitgl. des Zentr.…

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Sitte, Petra

* 1.12.1960

Geb. in Dresden; POS; 1977 – 79 EOS, Abitur; 1979 – 83 Studium der Wirtschaftswiss. an der MLU Halle, Dipl.-Volksw.; 1981 SED; 1983 – 85 Forschungsstudium u. 1985 – 88 Assistentin an der MLU, 1987 Prom. zum Dr. oec mit einer Arbeit über die Führung der SED Halle bei der Weiterentw. der sozialist. Produktionsverhältnisse; 1988/89 2. Sekr. der FDJ-KL der MLU; Mai – Dez. 1990 Abg. der Stadtverordnetenvers. Halle u. Vors. der PDS-Frakt. im Stadtrat Halle (Saale). Okt. 1990 – 2005 Mitgl. des Landtags…

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Skjellerup, Johann

* 20.9.1877 – ✝ 5.9.1950

Geboren am 20. September 1877 in Hadersleben/Nordschleswig (heute Dänemark); lernte Gärtner. Er ließ sich später in Bramfeld bei Hamburg nieder und war selbständiger Gärtnereibesitzer. 1896 Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD, aktiv auf dem linken Flügel dieser Partei. Er war 1920 Delegierter des USPD Spaltungs- und des Vereinigungsparteitags mit der KPD, in den Zentralausschuß der VKPD gewählt und auch vom VII. Jenaer Parteitag 1921 als Kandidat wieder in den ZA entsandt. Skjellerup zog 1921 für die KPD im Wahlkreis Schleswig-Holstein in den Preußischen Landtag ein. 1923 aktiver Anhänger der Linken, nach deren Sieg 1924 wurde er erneut in den Landtag gewählt und auch Mitglied der KPD-BL Wasserkante. Nach dem »Offenen Brief« 1925 schloß er sich der linken Opposition unter Ruth Fischer an, unterschrieb im September 1926 den »Brief der 700« und arbeitete eng mit Hugo Urbahns zusammen. Nachdem es Ernst Thälmann gelang, Skjellerup von Urbahns zu lösen, kam er auch 1928 wieder für die KPD in den Preußischen Landtag. Politisch trat er aber nur noch wenig hervor und wurde 1932 nicht mehr als Kandidat zur Landtagswahl aufgestellt. Ende 1932 soll er in die Sowjetunion übergesiedelt sein. Skjellerup überlebte das NS-Regime und verstarb am 5. September 1950 in Hamburg-Bramfeld.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Skorzisko, Theodor

* 9.11.1899 – ✝ 31.12.1941

Geboren am 9. November 1899 in Raschlowitz/ Oberschlesien; besuchte eine landwirtschaftliche Fachschule, war aber später Elektromonteur. Wann Skorzisko Mitglied der KPD wurde, ist unklar, politisch hervorgetreten ist er erst mit der Wahl in die Hamburger Bürgerschaft im September 1931, der er bis zu den Neuwahlen im April 1932 angehörte. Seit Anfang 1933 Leiter der illegalen KPD in Hamburg-Eppendorf, wurde im Herbst 1933 festgenommen und nach längerer Untersuchungshaft 1935 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Freilassung ging Skorzisko zunächst nach Gleiwitz, emigrierte dann über Polen in die ?CSR und floh vermutlich unmittelbar vor der deutschen Besetzung Prags im März 1939 nach Frankreich. Hier ebenfalls in deutschen Emigrantenzirkeln politisch aktiv, Anfang 1940 mußte er mit einer schweren Lungenentzündung in ein Pariser Krankenhaus. Noch kurz vor dem Einmarsch deutscher Truppen in Paris evakuiert, soll Theodor Skorzisko in einem Internierungslager umgekommen sein. Nach dem Krieg für tot erklärt, setzte das Gericht als Todesdatum den 31.Dezember 1941 fest.

Wer war wer in der DDR

Smietana, Heinz

* 4.12.1924

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Angest.; Volks- u. Mittelschule, Abendingenieurschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser, Dreher u. Schweißer beim RAW Gleiwitz; 1942 – 45 Wehrmacht. 1945/46 KPD/SED; Landarb. bzw. Angest. beim Landratsamt Oschatz, 1946 – 49 Angest. der Konsumgenossenschaft (KG) Oschatz, 1949/50 Sachbearb. bzw. Abt.-Ltr. im KG Verband Sachsen; 1950 – 52 Fernstudium u. wiss. Ass. an der DASR Potsdam, Dipl.-Wirtschaftler; 1953 – 57 Doz. für genossenschaftl. Handel an der HS für…

Wer war wer in der DDR

Sobeck, Josef

* 27.2.1926 – ✝ 14.11.1999

Geb. in Riemertsheide (Krs. Neiße, Oberschles./Drogoszów, Polen); Vater Schlosser; Volksschule, 1940 – 43 Handelsschule; 1943/ 44 Arbeit als kfm. Angest.; 1944 Wehrmacht (Marine); 1945 – 49 sowj. Gefangenschaft, Antifa-Schüler. 1949 SED; Angest. der VVEAB Gadebusch; dann Instrukteur bei der SED-KL Schwerin; 1950 Besuch der PHS; 1951 Einstellung beim MfS, Abt. VI (Staatsapparat, Parteien); 1952 Abt. Personal; 1953 Sekr. der SED-PO der BV Gera; 1954 – 62 Fernstudium an der PHS, Dipl.-Ges.-Wiss.;…

Wer war wer in der DDR

Sokolowski, Wassili Danilowitsch (auch: Dawidowitsch)

* 9.7.1897 – ✝ 10.5.1968

Geb. in Kosliki (b. Białystok, heute Polen); ab 1918 Berufssoldat; 1918 – 20 Brigadekdr.; 1920/21 Studium an der Militärakad. Frunse; 1922 – 29 versch. Truppenkdo.; 1930 Gen.-Stabslehrgang; 1931 KPdSU; 1934 – 41 führende Stabsstellungen; Febr. 1941 stellv. Gen.-Stabschef, 1941 – 43 Stabschef u. 1943 Oberbefehlshaber der Westfront; 1944 Oberbefehlshaber der 1. Ukrain. Front; 1945 kurzz. stellv. Oberbefehlshaber der 1. Weißruss. Front, wegen Meinungsverschiedenheiten mit Marschall  Georgi…