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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Trottner, Anni

* 12.8.1902 – ✝ 7.7.1968

Geboren am 12. August 1902 in Berlin-Britz, Tochter einer Arbeiterfamilie; Arbeiterin in einer Bäckerei, später Stenotypistin. 1919 Mitglied der KJD, 1923 der KPD. 1924 einige Monate in der Zentrale der KPD beschäftigt, wurde sie im Herbst 1924 nach Moskau an die deutsche Sektion der Komintern delegiert. Dann von 1925 bis 1928 Stenotypistin und Sekretärin bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin. Sie lebte mit Nathan Landesmann (* 24. 5. 1905 – †?) zusammen, der für den AM-Apparat, für die Komintern und die GRU arbeitete. Beide übersiedelten Ende 1928 in die Sowjetunion, da gegen Landesmann in Deutschland ermittelt wurde. Sie arbeitete am Marx-Engels-Institut, anschließend im Büro der KJI in Moskau, während Landesmann in Moskau Mitarbeiter der OGPU wurde, beide wohnten zeitweise im Hotel »Lux«. 1931 Rückkehr nach Deutschland, Sekretärin im Westeuropäischen Büro der KJI in Berlin. Im April 1933 emigrierte sie in die Sowjetunion, kam unter dem Parteinamen Maria Schwab ins Sekretariat der KJI bzw. als Sekretärin von Arthur Pieck ins Büro des Internationalen Revolutionären Theaterbundes (IRTB) in Moskau. Ende 1935 wegen Kontakten zu Nathan Landesmann, der inzwischen als Verräter verdächtigt wurde, aus der Partei ausgeschlossen. Landesmann soll sich zunächst dem britischen Geheimdienst in Palästina angeboten haben und später in Berlin für die Gestapo als »Auskunftsperson« tätig geworden sein. Anni Trottner, in Moskau in der 2. Staatlichen Uhrenfabrik beschäftigt, wurde Anfang September 1937 vom NKWD festgenommen und im Februar 1938 wegen »konterrevolutionärer Gruppenbildung« vom Obersten Gerichtshof der UdSSR zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nach ihrer Freilassung bis 1949 Kolchosarbeiterin in Kasachstan, durfte sie im Juni 1956 in die DDR ausreisen, wurde Sekretärin beim Dietz Verlag. Anni Trottner starb am 7. Juli 1968 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Tschesno-Hell, Michael

* 17.02.1902 – ✝ 24.02.1980

Geb. in Wilna (Rußland / Vilnius, Litauen) in einer jüd.-lit. Fam.; Vater Kfm.; 1914 Evakuierung der Fam. nach Nischni Nowgorod, 1921 Rückkehr nach Wilna; 1922 Trennung von der Fam., Übersiedl. nach Leipzig; 1922 KPD; 1923 – 25 Studium der Rechtswiss. u. Politökon. in Jena (ohne Abschluß), Mitarb. der Kostufra; 1925 – 29 in Leipzig, dort Markthelfer u. Werkstudent; verf. Diss. »Über das Erbbaurecht in der Sowjetunion«; Mitarb. in der kommunist. Presse; ferner tätig als Übersetzer (1929 – 33…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tugend, Otto

* 7.4.1882

Geboren am 7. April 1882 in Berlin-Reinickendorf, Sohn einer Arbeiterfamilie; wurde Filmvorführer. Er trat 1901 der SPD bei und war in Berlin Funktionär. Im Weltkrieg für die Spartakusgruppe aktiv, seit 1920 in der KPD. Ab 1925 war Tugend hauptamtlich im RFB tätig, sowohl in der Berliner BL aktiv als auch Mitglied der Reichsführung. Nach dem Verbot des RFB 1929 führend im Kampfbund gegen den Faschismus. Mit Frau und Tochter emigrierte er im September 1933 in die UdSSR. Dort wurde die ganze Familie im September 1937 vom NKWD verhaftet, das weitere Schicksal ist unbekannt.

Wer war wer in der DDR

Turek, Ludwig (Andreas)

* 28.8.1898 – ✝ 9.11.1975

Geb. in Stendal (Altmark); Vater Schlosser; Volksschule; Arbeit als Kleinknecht; Schriftsetzerlehre; dann Arbeit als Buchdrucker, Konditor, Landarb., Zigarrenhändler, Bergmann, Seemann; SAJ; 1916 Soldat im 1. Weltkrieg, Desertion u. anschl. bis Nov. 1918 Festungshaft in Spandau; USPD; 1918 KPD; 1920 Freiw. in der Roten Ruhr-Armee, Beteiligung an der Niederschlagung des Kapp-Putsches; Gewerkschaftsfunktionär u. a. im Bergbau; 1928 BPRS; 1930 – 32 Aufenthalt in der Sowjetunion auf Einladung des…

Wer war wer in der DDR

Tutzke, Dietrich

* 11.5.1920 – ✝ 26.12.1999

Geb. in Altdöbern (Niederlausitz); Vater Lehrer; Gymnasium; 1940 – 47 Studium der Medizin in Leipzig, Halle, Greifswald u. Berlin, unterbrochen von Kriegsdienst u. Einsatz als Unterarzt der Wehrmacht. 1947 – 52 Assistenzarzt am Patholog. Inst. des Stadtkrankenhauses Dresden-Friedrichstadt, Referent für Seuchenbekämpfung im Hauptgesundheitsamt Dresden, Abt.-Ltr. Hygiene u. Seuchenbekämpfung im Sächs. Min. für Gesundheitswesen; 1951 Diss. zur Seuchenbekämpfung in Sachsen; 1953 – 65 am Inst. für…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ueberbrück, Klaus (Nikolaus)

* 13.1.1893 – ✝ 24.4.1957

(* 1893 – † 1957) Geboren am 13. Januar 1893 in Harburg, Sohn eines Eisenbahnschlossers. Werftarbeiter, ab 1911 Seemann und Heizer, 1911 Mitglied der SPD. 1914 zur Kriegsmarine, eingesetzt beim Marinekorps in Flandern. Im Juli 1918 Flug-Obermaat und Ausbildung als Jagdflieger in Celle. Hier im November 1918 Mitglied des Soldatenrates. 1919 Mitglied der USPD, 1921 der KPD, Mitarbeiter im AM-Apparat, u. a. AM-Leiter der BL Berlin-Brandenburg. Seit Mai 1923 Bote bei der sowjetischen Botschaft in Berlin, kam im Oktober 1924 in die Sowjetunion, wurde offiziell Arbeiter in einer Moskauer Radiofabrik, nahm aber am zweiten Lehrgang der M-Schule der Komintern teil. Nach Rückkehr Mitarbeiter im zentralen AM-Apparat, wurde am 23. Oktober 1931 in Berlin verhaftet, da er von einem AM-Mitarbeiter aus Breslau Sprengstoff entgegengenommen hatte. Zunächst befürchtete die KPD offenbar einen »zweiten Fall« Felix Neumann, sie nannte Ueberbrück in einem Artikel der »Roten Fahne« einen Provokateur, schickte ihm dann aber einen Anwalt. Nach achtmonatiger U-Haft wurde er vom Reichsgericht in Leipzig im Prozeß »Rabenmüller und Genossen« am 9.Juli 1932 zu acht Jahren Zuchthaus wegen »Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz und Vorbereitung zum Hochverrat« verurteilt. Bis 1938 im Zuchthaus Luckau inhaftiert, ab November 1939 im KZ Sachsenhausen, aus dem er Ende Januar 1940 entlassen wurde, Lagerarbeiter in Berlin. 1945/46 Mitglied der KPD/SED, beschäftigt bei der sowjetischen Zentralkommandantur von Groß-Berlin, später bei der Polizei. Klaus Ueberbrück starb am 24. April 1957 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Uhlich, Erich

* 13.12.1915 – ✝ 13.3.2007

Geb. in Rabenstein (Krs. Chemnitz); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Buchdrucker, 1930 SAJ; Wehrmacht. 1945 Buchdrucker in Chemnitz; 1945 SPD, 1946 SED; 1945 – 47 Angest. der Gemeinde Rabenstein; 1948 – 51 1. Sekr. der SED-KL Chemnitz, 1948 – 52 Mitgl. der SED-LL Sachsen; 1950 Stadtverordn. in Chemnitz; 1951 – 59 OB von Leipzig (Nachf. von  Max Opitz); Stud. an der PHS des ZK der KPdSU in Moskau; 1952 – 60 Mitgl. der SED-BL Leipzig, ab 1954 auch zeitw. Mitgl. des Büros…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Uhlmann, Richard

* 12.1.1884 – ✝ 29.12.1962

Geboren am 12. Januar 1884 in Zschopau, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Eisendreher. 1908 Mitglied der SPD, aus der er 1914 austrat und sich 1917 der Spartakusgruppe anschloß. Seit 1919 Mitglied der KPD, 1921 als Betriebsrat der sächsischen Maschinenfabrik »Hartmann« in Chemnitz gemaßregelt. 1922 Besuch der KPD-Parteischule in Berlin. Uhlmann war Stadtverordneter in Chemnitz, im Frühjahr 1923 als Polleiter der BL Hessen nach Frankfurt/M. geschickt. Nach Aufhebung des KPD-Verbots im Frühjahr 1924 Rückkehr nach Chemnitz, dort bis 1928 Buchhändler verschiedener linker Verlage und Literaturobmann der BL Erzgebirge-Vogtland. Von 1929 bis 1932 Geschäftsführer des Verlages »Der Kämpfer« Chemnitz, 1932/33 Verlagsgeschäftsführer beim »Ruhr-Echo« in Essen. Ab Februar 1933 für die illegale BL Rheinland-Westfalen tätig, Ende März 1933 in Berlin verhaftet und schwer mißhandelt. Nach kurzzeitiger Entlassung erneut festgenommen und bis August 1934 im KZ Sachsenburg. Uhlmann arbeitete bis 1945 als Dreher in Leipzig und hatte hier Kontakt zur Widerstandsgruppe um Otto Engert. Von 1945 bis 1948 in der Stadtverwaltung Leipzig, ab Juni 1948 Leiter der Gemeindeabteilung des Innenministeriums der Landesregierung Sachsen. Seit 1949 Rentner in Dresden, er erhielt 1959 den VVO in Silber. Richard Uhlmann starb am 29. Dezember 1962 in Dresden.

Wer war wer in der DDR

Uhse, Bodo

* 12.3.1904 – ✝ 2.7.1963

Geb. in Rastatt (Baden); Vater Berufsoffz.; aufgew. in Glogau, bei den Großeltern in Braunschweig u. Berlin; Volks- u. Oberrealschule in Berlin; im März 1920 Zeitfreiwilliger, Teiln. am Kapp-Putsch als Meldegänger; 1921 Volontär beim »Bamberger Tagblatt« u. Angeh. des nat.-soz. Bunds »Oberland e. V.«; 1927 – 29 NSDAP (Strasser-Flügel); 1927/28 Red. einer nat.-soz. Ztg. in Ingolstadt; ab 1928 (durch Protektion Gregor Strassers) Hauptschriftltr. der nat.-soz. »Schlesw.-Holstein. Tagesztg.«…

Wer war wer in der DDR

Ulbricht, Walter Ernst Paul

* 30.6.1893 – ✝ 1.8.1973

Geb. in Leipzig; Vater Ernst U. (1869 – 1943) Schneider, Mutter Pauline U. (1868 – 1926) Hausangest. / Schneiderin; 1899 – 1907 Volksschule; 1907 – 11 Tischlerlehre; 1908 SAJ; seit 1910 Dt. Holzarbeiterverb.; 1912 SPD; Okt. 1913 – März 1914 Besuch der SPD-BPS in Leipzig; seit Dez. 1914 Mitgl. der Karl-Liebknecht-Gruppe; 1915 – 18 Kriegsdienst in Mazedonien, Serbien, Belgien; Nov. 1918 Mitgl. des Soldatenrats des XIX. Armeekorps; 1917 – 20 USPD; Jan. 1919 Mitbegr. der KPD in Leipzig u. Mitgl. der…

Wer war wer in der DDR

Ullmann, Hans

* 28.7.1913 – ✝ 1.1.1989

Geb. in Kostenthal (Krs. Cosel, Oberschles./ Gościęcin, Polen); Vater Maurer; Volksschule; 1928 – 39 Lehre u. Arbeit als Fleischer; dazw. 1934/35 Wehrdienst; 1939 – 43 Wehrmacht; 1943 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, NKFD, Antifa-Schüler. 1949 SED; Einstellung bei der VP, Ltr. Politkultur im Krs.-Amt Perleberg; dann Einstellung bei der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Brandenb. (ab Febr. 1950 Länderverw. Brandenb. des MfS), stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle Wittenberge; 1950 Ltr. der…

Wer war wer in der DDR

Ullrich, Jan

* 2.12.1973

Geb. in Rostock; begann 1983 mit Radsport, 1987 SG Dynamo Rostock-West, DDR-Schülermstr. Bahnvierer; danach KJS Berlin, SC Dynamo bzw. SC Berlin (Trainer: Peter Becker); 1988 DDR-Jugendmstr. Straße; 1990 DDR-Jugendmstr. Punktefahren; 1991 Dt. Juniorenmstr. Punktefahren; 1992 Wechsel zur RG Hamburg; 1993 Amateur-WM Straße, Sieger Gesamt-Weltcup; 1994 WM-Einzelzeitfahren (3. Pl.); 1995 – 2002 Profi Team Telekom; Tour de France: 1997 Sieger, fünfmal Zweiter (1996, 1998, 2000, 2001, 2003), einmal…

Wer war wer in der DDR

Trumpold, Harry

* 23.7.1928 – ✝ 18.11.2012

Geb. in Chemnitz; Vater Arbeiter; OS in Dresden, Abitur; 1948 LDPD; 1948 – 52 Studium an der TH Dresden (Feinmeßtechnik), Dipl.-Ing.; 1952 – 57 wiss. Assistent bzw. Oberassistent am Inst. für Meßtechnik der TH Dresden; 1957 Prom. zum Dr.-Ing.; seit 1957 Lehrtätigkeit an der HS für Maschinenbau bzw. der TH Karl-Marx-Stadt; seit 1957 Mitgl. der KdT; 1964 Habil.; seit 1964 ord. Prof. mit Lehrstuhl für Meßtechnik u. Austauschbau; Ltr. des Wissenschaftsber. Fertigungsmeßtechnik an der TH…

Wer war wer in der DDR

Tschiche, Hans-Jochen

* 10.11.1929 – ✝ 25.6.2015

Geb. in Kossa (Krs. Bitterfeld); Vater Bäckermstr.; 1946 – 48 FDJ; 1948 Abitur in Wittenberg; 1948/49 Studium der Theol. in Berlin (West); ab 1949 Neulehrerkurs, 1950 Ausschl. nach Weigerung, einer pol. Org. beizutreten; 1950 – 55 Forts. des Theol.-Studiums in Berlin (West u. Ost); 1956 – 58 Vikar in Hilmsen; 1958 Ordination; 1958 – 60 Hilfsprediger; 1958 – 75 Pfarrer in Meßdorf (Altmark, Kirchenkrs. Osterburg); 1968 öffentl. Stellungnahme gegen die Intervention der Warschauer-Vertrags-Staaten…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tunkel, Rudolf

* 18.4.1898

Geboren am 18. April 1898 in Zülz/Oberschlesien; Landarbeiter, später Bergmann. 1922 Mitglied der KPD, für die er verschiedene Funktionen ausübte. 1927 Sekretär des »Bundes schaffender Landwirte« in Schlesien. 1929 in der zentralen Leitung dieses kommunistischen Bauernbundes in Berlin. Im Mai 1928 wurde Tunkel als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt. Er wurde Anfang 1932 aus der KPD ausgeschlossen, war deshalb seit dem 16. März 1932 im Preußischen Landtag fraktionslos und im April 1932 nicht wieder gewählt. Weitere Daten seines Lebenslaufs ließen sich nicht ermitteln.

Wer war wer in der DDR

Türkowsky, Frank

* 14.4.1959

Geb. in Görlitz; Vater Musiker; POS, EOS, 1977 Abitur; 1973 FDJ; 1977 – 80 NVA; 1978 SED; 1980/81 Instrukteur der FDJ-KL Görlitz; 1981/82 Lehrgang an der SED-BPS Dresden; 1982 – 85 1. Sekr. der FDJ-KL Görlitz; 1985 – 88 Studium an der PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1988 2. Sekr., Aug. – Nov. 1989 1. Sekr. der FDJ-BL Dresden (Nachf. von Christine Feiks); Nov. 1989/90 1. Sekr. des ZR der FDJ (Nachf. von  Eberhard Aurich). Lebt in Görlitz u. arbeitet dort in der Versicherungs- u.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tygör, Walter

* 11.3.1901 – ✝ 17.10.1981

Geboren am 11. März 1901 in Berlin, Sohn eines Ofensetzers. Schlosser, Fotograf und Chemiegraph. Seit 1919 Mitglied der KPD, gehörte 1926 zu den Mitbegründern des Arbeiter-Fotografen-Bundes, war zeitweise deren technischer Leiter. Ab 1928 arbeitete Tygör unter dem Parteinamen Ludwig Berger hauptamtlich in der von Richard Großkopf geleiteten Paßfälscher-Werkstatt des ZK der KPD. Er emigrierte 1933 ins Saargebiet, später nach Paris und Prag, im Frühjahr 1939 nach Großbritannien. Bis 1947 Maschinenbauer und Werkmeister, er gehörte der KPD-Gruppe an. 1947 Rückkehr nach Deutschland, Instrukteur im ZS der SED, von 1950 bis 1967 zunächst Fotograf in der Geschäftsabteilung, später in der Abteilung Verkehr des ZK der SED. Walter Tygör starb am 17.Oktober 1981 in Ost-Berlin. Seine erste Frau Elfriede Tygör, geborene Pilz (*10. 10. 1903 in Berlin), war Stenotypistin, Mitglied der KPD und arbeitete bis 1935 in der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, ab 1935 bei der Preußischen Landespfandbriefanstalt. Sie gehörte der von Robert Uhrig geleiteten Widerstandsgruppe an. Am 4. Februar 1942 festgenommen und vom VGH am 6. Juli 1944 im Prozeß gegen Robert Uhrig u. a. zum Tode verurteilt. Elfriede Tygör wurde am 25.August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Ufholz, Christiane

* 1.9.1947

Geb. in Leipzig; Mutter Sekretärin des Leipziger OB, Vater Musiker; 1954 – 64 OS, daneben im Rundfunkkinderchor Leipzig; 1964 – 66 Berufsausb., danach Arbeit als Friseuse, 1970 Meisterabschluß; ab den frühen 1960er Jahren Sängerin in versch. Leipziger Amateurbands, zunächst vorwiegend Interpretationen internat. Beat- u. Soulgrößen; im März 1965 von  Klaus Renft entdeckt u. engagiert für »The Butlers« (verboten im Okt. 1965), 1969 – 71 bei »Studio-Team Leipzig« um Gerd Kolbe; 1972 Einstieg bei…

Wer war wer in der DDR

Uhlitzsch, Joachim

* 3.4.1919 – ✝ 11.2.1989

Geb. in Hoyerswerda; 1938 Abitur in Cottbus; 1938 – 41 Kaufmannslehre; ein Semester Philos. u. Kunstgesch. an der Univ. Würzburg; 1941 – 43 Kriegsdienst, Sommer 1943 Studienurlaub; 1945 Mitgl. der KPÖ. Nov. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1946 Agitprop-Sekr. der KPD-KL Hoyerswerda; Stadtverordn.; Delegierter zum Vereinigungsparteitag von KPD u. SPD; 1946 / 47 Lehrer an einer OS in Hoyerswerda; 1948 in der SED-LL Sachsen, Referent für Kunst-, Intellektuellen- u. Kirchenfragen; 1949 Ltr. der Abt. Kultur…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Uhlmann, Walter

* 14.6.1904 – ✝ 11.6.1991

Geboren am 14. Juni 1904 in Leipzig, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Feinmechaniker. Er trat 1919 der FSJ bei und war seit 1923 Funktionär der KJD, zunächst Mitglied der BL Westsachsen. Uhlmann übersiedelte 1925 nach Köln und war Bezirksleiter des KJVD Mittelrhein. Danach kurze Zeit Mitarbeiter des ZK in Berlin, auch im AM-Apparat der KPD tätig, er kehrte 1928 nach Leipzig zurück. Als führender rechter Oppositioneller wurde er im Dezember 1928 aus der KPD ausgeschlossen und gehörte zu den Mitbegründern der KPO. In Berlin kam er in die Reichsleitung der Kommunistischen Jugend-Opposition und war deren Redakteur. Nach 1933 lebte Uhlmann illegal, war von 1934 bis 1937 Mitglied des Berliner Komitees der KPO. Am 22. Februar 1937 verhaftet, am 24. November 1937 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg/Havel verbüßte. Darüber veröffentlichte er 1983 das Buch »Leben um zu sterben« und hat in dieser Sammlung von Erinnerungsberichten einige Legenden der SED-Geschichtsschreibung enthüllt. Nach 1945 lebte Uhlmann in Ost-Berlin, war Mitglied der SED und im FDGB aktiv. Wegen drohender Verhaftung flüchtete er 1953 in die Bundesrepublik, wurde später Redakteur bei der IG Metall, u. a. für die Zeitschrift »Der Gewerkschafter«. Walter Uhlmann starb am 11. Juni 1991 in Frankfurt/M. Seine Frau Margarete (Grete) Uhlmann, geb. Müller (* 1905 – † 1990), eine Schwester von Kurt Müller, war ebenfalls Mitglied der KPD und dann der KPO. Sie stammte aus der bekannten kommunistischen Familie Müller in Berlin, deren legendäre »Mutter Müller« wegen ihrer großen Hilfsbereitschaft damals in der revolutionären Berliner Arbeiterbewegung beliebt war.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Uhse, Bodo

* 12.3.1904 – ✝ 2.7.1963

Geboren am 12. März 1904 in Rastatt, Sohn eines Offiziers. Nach Abschluß der Oberrealschule 1920 Zeitfreiwilliger bei der Reichswehr, beteiligte sich am Kapp-Putsch gegen die Republik. 1921 Angehöriger des militaristisch-nationalistischen Bundes »Oberland e.V.« und von 1927 bis 1930 Mitglied der NSDAP, bis 1928 Redakteur von NS-Zeitungen, 1928/29 deren Ortsgruppenleiter und Stadtverordneter in Itzehoe. Uhse war 1930 mit dem Führer der Landvolkbewegung Claus Heim verbunden, 1930 trat er zur KPD über und war Sekretär zur Vorbereitung des kommunistischen Reichsbauernkongresses vom Januar 1932, auf dem er referierte. 1933 emigrierte er nach Frankreich, 1935 erschien sein autobiographisches Buch »Söldner und Soldat«. Von 1936 bis 1938 war Uhse Offizier bei den Internationalen Brigaden in Spanien, flüchtete 1940 nach Mexiko, war dort u. a. Mitarbeiter der Zeitschrift »Freies Deutschland«. Er kehrte 1948 nach Berlin zurück, trat in die SED ein und war von 1949 bis 1963 im Präsidialrat des Kulturbundes, von 1949 bis 1958 Chefredakteur der kulturpolitischen Zeitschrift »Aufbau«. Im Vorstand des DDR-Schriftstellerverbandes aktiv, von 1959 an Vizepräsident der Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland, 1963 wurde er noch Chefredakteur der Zeitschrift »Sinn und Form«. Bodo Uhse starb am 2. Juli 1963 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ulbricht, Walter Ernst Paul

* 30.6.1893 – ✝ 1.8.1973

Geboren am 30. Juni 1893 in Leipzig, Sohn eines Schneiders und sozialdemokratischen Funktionärs. Der damals zurückhaltende, fast scheue Walter Ernst Paul Ulbricht trat mit 15 Jahren der sozialistischen Jugend bei. Nach Abschluß der Tischlerlehre im Mai 1911 auf Wanderschaft, zunächst durch Sachsen, dann über Böhmen, Österreich nach Italien und in die Schweiz. Ein Jahr später kehrte er über Belgien, Holland und Norddeutschland nach Leipzig zurück. Hier 1912 Mitglied der SPD. Nach Kriegsausbruch Anhänger der Gruppe Internationale in Leipzig, die dort von Georg Schumann geleitet wurde. 1915 zur Infanterie eingezogen, kam Ulbricht nach Galizien und auf den Balkan, diente als Tischler in der Stellmacherei der Truppe. Im Frühjahr 1918 desertierte er bei der Fahrt vom Balkan an die Westfront. Er wurde in Sachsen gefaßt und zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, aber zur Bewährung nach Belgien versetzt. Im November 1918 wieder in Leipzig, schloß er sich nach ihrer Gründung der KPD an. Er arbeitete als Markthelfer, war aber die meiste Zeit für die Partei aktiv, bis er schließlich 1920 hauptamtlicher Funktionär wurde, Redakteur an der Parteizeitung in Halle. 1921 dann mit der Waffenbeschaffung für die März-Aktion beauftragt. Im April 1921 von der Zentrale als Parteisekretär nach Thüringen geschickt, im Juni 1921 zum Polleiter der BL Thüringen gewählt. Auf dem VII. Jenaer Parteitag der KPD 1921 erstmals Parteitagsdelegierter. Als Polleiter eines KPD-Bezirks war Ulbricht in die zweite Reihe der Funktionäre aufgerückt. Doch er gehörte im ersten Jahrzehnt des Bestehens der KPD noch keineswegs zur engeren Spitzenführung dieser Partei. Ulbricht war ein Funktionär des Apparats ohne Rednergabe und versuchte deshalb, auf organisatorischem Gebiet, seiner eigentlichen Stärke, voranzukommen. Er orientierte sich an der jeweils herrschenden Parteirichtung, zählte 1923 zu den Anhängern Heinrich Brandlers und wurde auf dem VIII. Parteitag 1923 erstmals in die Zentrale der KPD gewählt. Bei den Aufstandsvorbereitungen 1923 erhielt Ulbricht seine erste bedeutende Funktion, er wurde Orgleiter des »Revko«, des Revolutionskomitees, dort u. a. erneut mit der Waffenbeschaffung betraut. Nach dem Mißerfolg des »deutschen Oktober«, schwenkte Ulbricht zur Mittelgruppe über. Da er polizeilich gesucht wurde, mußte er illegal leben. Mit dem Umbau der Partei auf »Betriebszellen« beauftragt, wurde dies sein Hauptanliegen und trug ihm den Spitznamen »Genosse Zelle« ein. Inzwischen fest in der Mittelgruppe integriert, wurde er vom Sieg der Linken Ruth Fischer, Arkadi Maslow und Ernst Thälmann auf dem IX. Frankfurter Parteitag 1924 überrascht, dort nicht mehr in die Zentrale gewählt. Obwohl noch polizeilich gesucht, verweigerte ihm der Parteitag einen Platz auf der Liste der Reichstagskandidaten. Von der neuen Zentrale nach Moskau abgeschoben, dann nach einem kurzen Besuch der Komintern-Schule als Instrukteur der Komintern im September 1924 nach Wien geschickt. Mit einem falschen Paß (auf den Namen Stephan Subkowiak) am 24. September 1924 von der Fremdenpolizei festgenommen. Ein österreichisches Gericht verurteilte ihn am 4.November 1924 zu vier Wochen Kerker. Nach einer Revisionsverhandlung am 8. Dezember erhielt er sogar zwei Monate Kerker und wurde anschließend des Landes verwiesen. Von der Komintern dann als Instrukteur nach Prag entsandt. Nach dem »Offenen Brief« kam Ulbricht im Oktober 1925 zurück nach Berlin, übernahm hier Funktionen in der Gewerkschaftsabteilung, später in der Agitprop- und schließlich in der Orgabteilung des ZK. 1926 zog er als Abgeordneter in den Sächsischen Landtag ein. Der XI. Parteitag 1927 wählte ihn zum Mitglied des ZK und der VI. Weltkongreß der Komintern 1928 als Kandidat ins EKKI-Präsidium. Während der Wittorf-Affäre im September 1928 befand sich Ulbricht als Vertreter der KPD beim EKKI in Moskau, er war einer der ersten, der die einmütige Absetzung Ernst Thälmanns durch das ZK kritisierte und sich hinter den Parteivorsitzenden stellte. Ab Februar 1929 wieder in Deutschland, wurde Ulbricht als Nachfolger des gemaßregelten Wilhelm Pieck Polleiter des Bezirks Berlin-Brandenburg. Von 1928 bis 1933 ununterbrochen Reichstagsabgeordneter. Der XII. Weddinger Parteitag 1929 berief Ulbricht wieder ins ZK und auch ins Polbüro. Er wurde zunächst Kandidat des Sekretariats und 1932 dann Mitglied dieses engsten Führungszirkels. Nach der Verhaftung Thälmanns 1933 zählte Ulbricht neben John Schehr und Hermann Schubert zu den Anwärtern auf den Parteivorsitz. Die Zerschlagung der KPD-Zentrale durch Hitler und dann durch Stalin begünstigte seinen Aufstieg. Im Politbüro trat er seit 1934 für eine Revision der ultralinken Politik ein (zusammen mit Pieck). Nach der Schwenkung der Komintern und der Änderung der Parteilinie gelang es ihm 1935, an die oberste Parteispitze zu kommen. Pieck fungierte zwar als Parteivorsitzender, doch der mächtigste Mann in der Emigrations-KPD war Ulbricht. Er lebte ab 1933 in Frankreich und übersiedelte 1937 in die Sowjetunion. Die stalinistischen Säuberungen der dreißiger Jahre überstand er persönlich und politisch unbeschadet in Moskau und organisierte während des Krieges die Schaffung des »Nationalkomitees Freies Deutschland«. Am 5. Mai 1945 traf er mit seiner »Initiativ-Gruppe Ulbricht« als erster deutscher Polit-Emigrant aus Moskau in Berlin ein und leitete den Wiederaufbau der KPD. Er gehörte nun ständig zur Spitzenführung der KPD bzw. der SED, war zunächst Generalsekretär, ab 1953 Erster Sekretär der SED und nach Piecks Tod im September 1960 zugleich Staatsratsvorsitzender der DDR. Bis zu seiner Absetzung im Frühjahr 1971 blieb er der bestimmende Politiker und Staatschef der DDR, mit sämtlichen Orden und Ehrenzeichen ausgezeichnet. Ulbricht wurde am 3. Mai 1971 im Politbüro durch den von ihm protegierten Erich Honecker offiziell als Erster Sekretär abgelöst und vom ZK zum einflußlosen Vorsitzenden der SED gewählt. Er hat sich bis zuletzt seiner Entmachtung, ja sogar der »Tilgung« aus der Partei- und DDR-Geschichte durch seinen Nachfolger widersetzt. Walter Ulbricht starb nach kurzer Krankheit am 1. August 1973 in Ost-Berlin. Über Ulbricht liegen inzwischen zahlreiche Biographien vor, u. a. von Carola Stern (1963), Norbert Podewin (1995), Mario Frank (2001). Seine zweite Frau Lotte Ulbricht, geborene Kühn (* 19. 4. 1903 in Berlin), Kontoristin, trat 1919 in die FSJ ein. 1921 Mitglied der KPD, Stenotypistin in der Parteizentrale in Berlin, von 1924 bis 1926 bei der KPD-Reichstagsfraktion. Zeitweilig Mitglied des ZK des KJVD. Von 1927 bis 1931 Angestellte bei der sowjetischen Handelsvertretung, übersiedelte 1931 mit ihrem Lebensgefährten Erich Wendt in die Sowjetunion. Dort bei der Komintern tätig, traf sie Walter Ulbricht, mit dem sie in einer Partnerschaft lebte, offiziell aber erst im Mai 1953 heiratete. Lotte Kühn wurde nach der Verhaftung Erich Wendts 1937 ebenfalls zu Verhören bei der IKK der Komintern vorgeladen. Von 1941 bis 1945 Hauptreferentin beim EKKI bzw. am Institut Nr. 99. 1945 wieder in Deutschland, Leiterin der Allgemeinen Abteilung des ZK der KPD. 1946/47 Redakteurin, anschließend bis 1954 persönliche Mitarbeiterin ihres Mannes, dann bis 1972 als Leiterin der Arbeitsgruppe »Walter Ulbricht« am IML. Obwohl ohne Partei- und Staatsfunktionen – sie gehörte lediglich der Frauenkommission beim Politbüro an – nahm sie als Ehefrau Ulbrichts Einfluß auf die Politik. Nach Ulbrichts Sturz wurde sie – wie dieser auf Anweisung Honeckers – in der Öffentlichkeit verdrängt. Sie erhielt zweimal den Karl-Marx-Orden. Lotte Ulbricht starb am 27. März 2002 in Berlin. 2003 erschienen ihre autobiographischen Erinnerungen unter dem Titel: »Lotte Ulbricht. Mein Leben«.Monika Kaiser / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Ullmann, Hermann

* 19.1.1902 – ✝ 15.12.1981

Geb. in Raschwitz; Vater Zollbeamter; Volksschule; Schriftsetzerlehre; Tierpfleger beim Zirkus Straßburger, Reiter, Dresseur; nach Übernahme des jüd. Unternehmens durch Zirkus Busch Berlin dort bis 1940; dann bei Zirkus Jacob Busch. Ab 1960 Staatszirkus der DDR; 1970 Manegenabschied; danach noch Haustierdressuren für die DEFA; Altmstr. der Pferdedressur in der DDR, zahlr. Gruppen, u. a. Berberhengste, Brauereipferde, Pinzgauer, aber auch Dressur von Exoten, Elefanten; Hohe Schule gem. mit…

Wer war wer in der DDR

Ullrich, Klaus

* 24.2.1928 – ✝ 20.1.2017

Geb. in Berlin; Vater Angest.; Gymnasium in Berlin u. Saalfeld bis 10. Kl.; dann Luftwaffenhelfer; Juni 1945 Beginn der journalist. Tätigkeit als Volontär bei der »Dt. Volksztg.« in Berlin; 1945/46 KPD/SED; 1946 – 90 in der Red. »Neues Dtl.« zunächst Lokalreporter, dann Sportred.; ab 1946 Mitgl. des VDP bzw. VDJ; ab Konstituierung 1948 Mitgl. des DS; ab Gründung 1957 Mitgl. des DTSB u. bis 1989 des Bundesvorst.; ab 1952 Ltr. der Sportabt. des »Neuen Dtl.«; 1953 Mitgl. des Red.-Kolleg.; ab 1954…

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Tschapek, Gustav

* 7.9.1898 – ✝ 4.4.1968

Geb. in Wiese (Krs. Friedland, Böhmen/Lonka u Litvínova, Tschechien); Vater Arbeiter; Volksschule; 1912 – 14 Landarb.; 1915/16 Arbeiter; 1916 – 18 Soldat in der österr.-ungar. Armee; 1918 – 21 Landarb.; 1919 SPČ; 1921 KPČ; 1921 – 26 Farbkoch; 1926 – 28 Bauarb.; 1928 Sekr., 1930 Geschäftsf. im Roten Textilarbeiterverb.; 1931 vier Wochen Haft; 1938 Militärdienst; 1939 Emigr. in die UdSSR; Arbeit im Traktorenwerk in Stalingrad, ab 1941 Kasachstan; 1943 Pol.-Instrukteur in Kriegsgefangenenlagern.…

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Tschuikow, Wassili Iwanowitsch

* 12.2.1900 – ✝ 8.3.1982

Geb. in Serebrjanyje Prudy (b. Moskau); Schlosser; 1917 Matrose; 1919 Mitgl. der KPR(B) bzw. KPdSU; 1919 Regt.-Kdr.; bis 1925 Militärakad. Frunse; 1927 Militärberater in China; danach versch. Kdo.-Stellungen in Infanterie- u. Panzerregt., Oberst; ab 1941 Oberbefehlshaber der 64. bzw. der 62. Armee, führend an der Stalingrad-Schlacht u. nach deren Umbildung zur 4. Gardearmee entscheidend an der Einnahme Berlins beteiligt; 1944 u. 1948 Held der Sowjetunion. 1945/46 Chef der SMA in Thür.; 1946 – 49…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tünnermann, August

* 18.8.1896 – ✝ 23.12.1982

Geboren am 18. August 1896 in Rolfshagen bei Obernkirchen/Krs. Rintelen, Sohn eines Korbmachers; lernte Schlosser, war anschließend Maschinist und Büromaschinenmechaniker. Von 1915 bis 1918 Soldat im Weltkrieg, schwer verwundet, er verlor das rechte Bein. Erst 1920 aus dem Lazarett entlassen, dann Arbeiter auf dem Kalibergwerk Friedrichshall in Sehnde in Niedersachsen. 1921 trat er in die KPD ein, leitete die KPD-Ortsgruppe in Sehnde und wurde Mitglied der BL Niedersachsen, zeitweise Leiter der Abteilung Land und ab 1932 Mitglied des Sekretariats. Von 1925 bis 1933 Kreistagsabgeordneter und 1931/32 Abgeordneter des Provinziallandtags von Hannover. Tünnermann wurde im April 1932 in den Preußischen Landtag gewählt. Am 27. April 1933 festgenommen, saß er bis April 1934 in »Schutzhaft«. Danach in der Landwirtschaft tätig, im September 1939 erneut inhaftiert, 1940 aus dem KZ Sachsenhausen entlassen, Arbeiter. Von Mai bis November 1945 Landrat in Burgdorf, anschließend Sekretär der KPD Burgdorf, er gehörte von 1946 bis 1950 dem Sekretariat des KPD Niedersachsen an, bis zum Parteiverbot Mitarbeiter für Org. und Kader. Er war 1946 Abgeordneter und Vizepräsident des ernannten Hannoverschen Landtages, 1968 Mitglied der DKP. August Tünnermann starb am 23. Dezember 1982 in Sehnde.

Wer war wer in der DDR

Turra, Mario

* 27.9.1920 – ✝ 16.6.2003

Geb. in Falkenstein (Vogtl.); Vater Deutsch-Italiener; aufgew. in Pulsnitz; Lehre als Dekorateur; danach Schauspielunterricht; 1969 Abschl. als Dipl.-Theaterwiss. an der Theater-HS Leipzig; erste Rollen in Zwickau u. Heidelberg; 1943 zwangsverpflichtet zur Arbeit bei der Reichsbahn. Ab 1945 wieder Schauspieler, 1948 Übersiedl. nach Wien, Rollen am Burgtheater u. an der Scala, polit. Kabarett; KPÖ; 1957 Übersiedl. in die DDR, ab 1960 DDR-Staatsbürgerschaft; SED; Schauspieler in Wittenberg, dann…

Wer war wer in der DDR

Tzschoppe, Herbert

* 2.7.1927

Geb. in Teuplitz (Krs. Sorau, Prov. Brandenb. / Tuplice, Polen); Vater Tafelglasmachermstr., Mutter Arbeiterin; Volksschule in Neupetershain (Krs. Calau, Niederlausitz); 1942 – 44 Lehre als Verwaltungsangest. beim Rat der Gemeinde Neupetershain; 1944 / 45 RAD. 1945 KPD, 1946 SED; April – Juni 1945 Gemeindearb., 1945 – 50 Angest. beim Rat der Gemeinde Neupetershain; 1949 / 50 Landesverwaltungsschule in Königs Wusterhausen; 1950 Org.-Instrukteur im Min. für Gesundheit u. Arbeit der brandenburg.…

Wer war wer in der DDR

Uhlendahl, Heinrich

* 4.3.1886 – ✝ 28.12.1954

Geb. in Essen-Borbeck; Vater Eisenbahnbeamter; 1905 – 12 Studium der Germanistik, Gesch. u. Philos. an den Univ. Berlin u. Münster, 1912 Prom. zum Dr. phil.; 1914 – 18 Sold. im Ersten Weltkrieg; 1919 Bibliotheksass., 1921 Bibliothekar, 1923 in der Generalverw. der Preuß. Staatsbibliothek in Berlin; 1924 Berufung zum Dir., 1938 GD der Dt. Bücherei in Leipzig; setzte sich vor allem für internat. Beziehungen zwischen den Bibliotheken, die Erwerbung auch von Exilliteratur u. den Ausbau als zentrale…

Wer war wer in der DDR

Uhlmann, Armin

* 19.2.1930

Geb. in Chemnitz; Vater Angestellter; 1936 / 45 Volksschule in Neukirchen / Erzgeb., ab 1945 OS Chemnitz, dort 1948 Abitur; 1948 SED; 1948 / 49 Instrukteur der FDJ-KL Chemnitz; 1949 – 54 Studium der Math. u. Physik an der Univ. Leipzig, Dipl.-Mathematiker; anschl. Aspirantur, 1957 Prom. (Normierte Divisorfunktionen) bei Erich Kähler; 1958 – 60 Ass. am Theoret.-Physikal. Inst. der FSU Jena; 1960 Habil. »Über den Begriff der Energie bei gekrümmter Raum-Zeit-Mannigfaltigkeit« an der KMU Leipzig,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Uhrig, Pius

* 3.7.1896 – ✝ 10.1.1973

Geboren am 3. Juli 1896 in Plittersdorf/Rastatt, Sohn eines Landwirts. Bis 1915 auf dem väterlichen Hof tätig, dann bis 1918 Soldat im Weltkrieg. 1919 Mitglied der SPD, 1922 der KPD. Er blieb bis 1922 als Landwirt in Plittersdorf, danach in der Rastatter Waggonfabrik beschäftigt, ab 1923 Betriebsrat. Seit 1922 für die KPD im Gemeinderat, übernahm Uhrig 1931 den Vorsitz des kommunistischen »Reichsbauern- und Pächterbundes«. Im Juli 1932 wurde er als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Herausgeber der »Roten Sturmfahne«, des Parteiblattes der Rastatter KPD. Am 1. März 1933 festgenommen, war er bis Ende 1933 im KZ Heuberg in »Schutzhaft«. Anschließend lebte er zurückgezogen in Plittersdorf als Landwirt. 1943 und 1944 erneut verhaftet, zuletzt kam er in das KZ Dachau. Zurückgekehrt, wurde Uhrig von den französischen Besatzungsbehörden am 1. Juni 1945 als Landrat des Kreises Rastatt eingesetzt. Nach der Wahl des Kreistages im Herbst 1946, die eine Mehrheit für die CDU brachte, lehnten deren Vertreter die Bestätigung Uhrigs auf diesem Posten ab. Offiziell blieb er noch bis März 1947 in Rastatt, ging dann für ein Jahr als Landrat nach Lahr. Danach wieder in Plittersdorf, ab 1949 betrieb er einen Großhandel von Landesprodukten, 1950 Handel mit Holz und Kohlen. Politisch zurückgezogen, starb Pius Uhrig am 10.Januar 1973 in Plittersdorf. An das Wirken Pius Uhrigs, des ersten Landrats des Kreises Rastatt nach dem Ende des Nationalsozialismus, erinnert eine dort im Jahre 2001 angebrachte Gedenktafel.

Wer war wer in der DDR

Ukenings, Dieter

* 2.9.1943

Geb. in Memel (Ostpr. / Klaipeda, Litauen); Vater Schweißer; 1949 – 57 Grundschule; 1957 – 60 Lehre, 1960 – 65 Arbeit als Metallgewebemacher in Neustadt (Orla); 1965 / 66 Dreher im VEB Wema Saalfeld, 1966 – 69 dort FDJ-Sekr. u. Besuch der Volksschule, Abschluß der 10. Klasse; 1967 SED; 1969 / 70 Studium an der SED-BPS Bad Blankenburg; 1970 – 72 polit. Mitarb. der SED-KL Saalfeld; 1972 / 73 polit. Mitarb. der SED-BL Gera; 1973 – 1976 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1976 – 78…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ulbricht, Richard

* 8.5.1873 – ✝ 20.9.1937

Geboren am 8. Mai 1873 in Altenburg; lernte Schlosser und Dreher, arbeitete später in München, von 1909 bis 1917 bei Zeiss in Jena und später bis 1930 bei verschiedenen Firmen in Berlin. 1913 trat er in die SPD, 1917 in die USPD ein. Als Spezialist in einem kriegswichtigen Betrieb vom Militärdienst befreit, gehörte er 1916 zu den Mitorganisatoren der Osterkonferenz der sozialistischen Arbeiterjugend in Jena. Seit 1919 Mitglied der KPD, Anfang der zwanziger Jahre übersiedelte Ulbricht nach Berlin. Er war 1920/21 Angehöriger der Wachmannschaft der KPD-Zentrale in der Rosenthaler Straße, er soll für den AM-Apparat tätig gewesen sein. Anfang 1930 meldete er sich für einen längeren Arbeitsaufenthalt in die Sowjetunion. Gemeinsam mit seiner Frau Marie Ulbricht, geborene Gestribow (* 28. 7. 1885 – † 31. 5. 1958), reiste er im September 1930 nach Moskau und arbeitete dort als Facharbeiter in der Nähe Moskaus im Werk Nr. 3 in Orechowo-Sujewo. Am 20.September 1937 vom NKWD verhaftet, wurde Richard Ulbricht bereits am 3. November 1937 in Butowo erschossen, Marie Ulbricht wurde 1940 nach NS-Deutschland ausgewiesen.

Wer war wer in der DDR

Ullmann, Wolfgang

* 18.8.1929 – ✝ 30.7.2004

Geb. in Bad Gottleuba (Sachsen); Vater Steuerbeamter; 1938 Übersiedl. nach Dresden; 1948 Abitur; 1948 – 50 Theol.-Studium an der Kirchl. HS in Berlin (West), 1950 – 54 Studium der Theol. u. Philos. in Göttingen; kurze Zeit Mitgl. der Gesamtdt. Volkspartei; Prom. zum Dr. theol. mit einer Arbeit über Augustinus; 1954 Rückkehr in die DDR; anschl. bis 1963 Pfarrer in der Landgemeinde Kölpenitz (b. Freiberg, Sachsen); 1963 – 78 Doz. für Kirchengeschichte am Katechet. Oberseminar in Naumburg (Saale);…

Wer war wer in der DDR

Ullrich, Lothar

* 31.3.1932

Geb. in Berlin; 1951 Abitur; 1951 – 56 Studium der Philos. u. Kath. Theol. in Fulda, Erfurt u. Neuzelle; 1956 Priesterweihe in Berlin-Reinickendorf; Kaplan in Prenzlau; 1958 Assistent am Lehrstuhl für Dogmatik des Regional-Priesterseminars / Studium Erfurt; 1962 Subregens am Priesterseminar Huysburg bei Halberstadt; 1965 Regens am Regional-Priesterseminar / Alumnat Erfurt; 1967 Dr. theol. mit der Arbeit »Fragen der Schöpfungslehre nach Jakob von Metz O. P.« (Leipzig 1966); 1967 Lehraufträge für…

Wer war wer in der DDR

Tscheschner, Dorothea

* 27.12.1928

Geb. in Brieg (Schles. / Brzeg, Polen); Vater Architekt; 1935 – 38 Volksschule, 1938 – 44 Oberschule Brieg; 1944 / 45 Panzergräbenbau für die Wehrmacht; 1946 / 47 in poln. u. sowj. Zwangsarbeiterlagern, anschl. bis 1948 im Flüchtlingslager Hoyerswerda u. Chemnitz. 1948 / 49 Ausbildung zur Bau- u. Möbeltischlerin; 1949 – 52 Studium an der Techn. Akad. Chemnitz u. ab 1952 an der FS für Bauwesen Görlitz (erste Frau im Studiengang), Ing. für Architektur; 1952 – 56 Studium an der HAB Weimar,…

Wer war wer in der DDR

Tübke, Werner

* 30.7.1929 – ✝ 27.5.2004

Geb. in Schönebeck (Elbe); in der Schulzeit Zeichenunterricht bei Karl Friedrich in Magdeburg; 1945 – 47 Malerlehre in Schönebeck u. Besuch der Mstr.-Kl. für Handwerk in Magdeburg; 1948 – 50 Studium an der HS für Grafik u. Buchkunst in Leipzig, 1953/54 EMAU Greifswald (Kunsterziehung u. Psychol.); 1953/54 wiss. Mitarb. am Leipziger Zentralhaus für Volkskunst; 1954 freischaff.; 1955 – 57 Assistent an der HS für Grafik u. Buchkunst in Leipzig; seit 1963 dort Lehrtätigkeit; 1967 Doz.; 1972 Prof.;…

Wer war wer in der DDR

Turba, Kurt

* 1.4.1929 – ✝ 3.12.2007

Geb. in Leitmeritz (ČSR / Litoměřice, Tschechien); Vater Buchhalter u. Bankangest., Mutter Verkäuferin; 1935 – 39 Volksschule in Leitmeritz u. Prag; 1939 – 44 OS in Prag; 20.4. 1943 – 45 HJ, Sportwart, Kameradschaftsführer; 1945 HJ-Schanzeinsatz. Juni 1945 – Sept. 1946 Ausbildung zum Landwirt in Břežany (b. Brno, ČSR), ab 1946 in Gaschwitz (b. Gera); 1946 Dolmetscher im Lager für Umsiedler in Rouchnice; 1946 FDJ; 1947/48 OS in Gera, Abitur; 1948 SED; 1948 KPS Luisenthal; 1948 Instrukteur beim…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Tuttas, Karl

* 24.10.1903 – ✝ 18.10.1978

Geboren am 24. Oktober 1903 in Horst-Emscher, Sohn einer Arbeiterfamilie. Landarbeiter, von Anfang 1920 bis April 1931 Bergmann auf verschiedenen Zechen in Deutschland. Seit 1921 in der KJD, seit 1928 Mitglied der KPD. 1931 Stadtteilleiter in Gelsenkirchen, hielt als Angehöriger des AM-Apparates auch Verbindung zu dem von Hans Ebeling (* 2. 9. 1897 – † 17. 5. 1968) geleiteten »Jungnationalen Bund«. 1933/34 Kursant an der M-Schule der Komintern, Schuldeckname Alber. Im August 1934 Rückkehr nach Deutschland, illegale Arbeit unter Heinrich Wiatrek als Leiter des Abwehrapparates (Deckname Ludwig) im Bezirk Niederrhein. Am 27. Mai 1935 in Düsseldorf festgenommen, unternahm Tuttas nach schweren Mißhandlungen im Polizeigefängnis einen Selbstmordversuch, er stürzte sich über das Treppengeländer hinab, erlitt schwere Kopfverletzungen und einen Unterschenkelbeinbruch. Am 7.September 1936 wurde er vom VGH im Verfahren mit Hans Israel u. a. zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, Haft in Lüttringhausen, Wolfenbüttel, Celle und Hameln. Im Juni 1945 Rückkehr nach Gelsenkirchen, später wohnte er in Herne, Mitglied und Funktionär der KPD, ab 1969 der DKP. Karl Tuttas starb am 18. Oktober 1978 in Fulda. 1980 veröffentlichte der Mitteldeutsche Verlag seine Lebenserinnerungen: »Einer von jenen. Erinnerungen.« Autobiographische Aufzeichnungen eines Ruhr-Kumpels an die NS-Zeit.

Wer war wer in der DDR

Ubl, Günter

* 17.11.1936

Geb. in Bad Brambach (Vogtl.); Vater Lagerist, Mutter Hausfrau; Volks- u. OS; 1954 – 59 Studium an der Univ. Rostock, Dipl.-Ing. für Schiffbautechnik; 1958 SED; 1960 Investtechnologe auf der VEB Peenewerft Wolgast; 1960 – 63 Sektorenltr. im Inst. für Hochseefischerei Rostock; 1963 – 69 Fernstudium, Dipl.-Ing.-Ökonom; 1964 – 71 polit. Mitarb. der SED-BL Rostock, 1971 – 78 Sekr. der SED-GO im VEB Fischkombinat Rostock; 1975 / 76 Studium an der PHS; 1978 – 82 Sekr. für Wirtschaftspolitik der SED-KL…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Uhlhorn, Oskar

* 11.11.1907 – ✝ 29.1.1976

Geboren am 11. November 1907 in Uelzen; Packer. Mitglied und Funktionär der KPD in Bremen, 1931 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, nach seiner Rückkehr hauptamtlicher Funktionär der KPD-BL Nordwest. 1932/33 Abgeordneter der Bremer Bürgerschaft, übernahm Uhlhorn im Februar 1933 die Orgleitung der illegalen BL. Am 30. Juni 1933 festgenommen und am 6. Februar 1934 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Später trat er politisch nicht mehr hervor. Oskar Uhlhorn starb am 29. Januar 1976 in Bremen.

Wer war wer in der DDR

Uhlmann, Wolfgang

* 29.3.1935

Geb. in Dresden in einer Bäckersfamilie; nach dem Volksschulabschl. 1949 – 52 Berufsausbildung zum Buchdrucker; danach kfm. Lehre u. bis 1960 tätig als Industriekfm.; seit 1949 aktiver Schachspieler bei Post Dresden; 1956 Internat. Mstr.; 1959 Internat. Großmstr.; ab 1960 hauptberufl. Schachtrainer beim SC Einheit / Post Dresden. Teiln. an zehn Schacholympiaden; elfmaliger DDR-Mstr. u. dreimaliger Sieger des Turniers von Hastings; 1970 Teiln. an den Kand.-Wettkämpfen zur Ermittlung des…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Uhrig, Robert

* 8.3.1903 – ✝ 7.6.1944

Geboren am 8. März 1903 in Leipzig, Sohn eines Schlossers; lernte Dreher, ging auf Wanderschaft und legte in Berlin die Ingenieurprüfung ab. 1920 trat er in die KPD ein. Seit 1929 im Versuchslabor für Radioröhren bei der Osram GmbH in Berlin, übernahm er Anfang 1933 die Leitung einer illegalen Betriebszelle der KPD. Im Juni 1934 festgenommen und am 28.November 1934 zu 21 Monaten Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte. Nach seiner Entlassung erneut im Widerstandskampf gegen die NS-Diktatur, leitete Uhrig ab 1938 verschiedene illegale Gruppen aus über 20 Rüstungsbetrieben in Berlin. Er stand 1938 in Kontakt mit dem in Prag residierenden Auslandssekretariat des ZK der KPD. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges konnte er das Netz der Widerstandsorganisation erweitern, hatte Verbindung zu Kommunisten in mehreren deutschen Großstädten. 1940/41 arbeitete er mit der von Josef (Beppo) Römer geleiteten Gruppe zusammen. Das von Uhrig herausgegebene Untergrundmaterial »Informationsdienst« berichtete über örtliche Mißstände und Verflechtungen betrieblicher Produktionsabläufe mit der Rüstungs- und Kriegswirtschaft des NS-Staates und rief zur Sabotage auf. Im Februar 1942 wurde die Gruppe zerschlagen. Robert Uhrig wurde am 4. Februar festgenommen, am 7. Juni 1944 vom VGH zum Tode verurteilt und am 21.August 1944 im Zuchthaus Brandenburg ermordet. Uhrigs zweite Frau Charlotte, geborene Kirst (*26. 2. 1907 – † 17. 10. 1992), Kontoristin, 1926 Mitglied der SPD, war von 1928 bis 1933 Sekretärin der SPD-Reichstagsfraktion, u. a. für Rudolf Breitscheid. Seit 1940 verheiratet mit Robert Uhrig, beschaffte sie 1941 geheime Unterlagen über die Rüstungsproduktion, die er der sowjetischen Botschaft zustellen ließ. Charlotte Uhrig wurde am 3. September 1943 festgenommen, vom VGH zwar am 17. April 1944 freigesprochen, jedoch bis Ende April 1945 im KZ Ravensbrück festgehalten. 1945/46 Leiterin des Frauenausschusses beim Bezirksamt Berlin-Schöneberg, später in der Deutschen Verwaltung des Innern bzw. bei verschiedenen DDR-Ministerien tätig, sie erhielt 1972 den VVO in Gold.

Wer war wer in der DDR

Ulbricht, Lotte (Charlotte)

* 19.4.1903 – ✝ 27.3.2002

Geb. in Berlin-Rixdorf; Vater Hilfsarb., Hausdiener, Mutter Heimarb., Kleinbäuerin; Volks- u. Mittelschule bis 1919; dann Büroangest.; 1919 – 21 Arbeit als Stenotypistin in einer Berliner Fa.; 1919 – 24 Freie Soz. Jugend / KJD; 1920 ZdA; seit 1921 KPD; 1921/22 Stenotypistin beim ZK der KPD in Berlin u. bei der ZK-Abt. Bergbau in Essen; danach bei der BL der KPD in Essen; 1922/23 als Stenotypistin / Sekretärin bei der KJI in Moskau u. 1923/24 beim ZK der KPD in Berlin; dann von 1924 – 26…

Wer war wer in der DDR

Ullmann, Ernst

* 19.12.1928 – ✝ 7.8.2008

Geb. in Reichenberg-Franzendorf (ČSR / Františkov u Liberce, Tschechien); Vater Bäckermstr., Mutter Schneiderin; nach der Aussiedl. zweijähriger Krankenhausaufenthalt; 1951 Abitur an der ABF Halle; ebd. Studium der Kunstgeschichte, Geschichte u. Archäologie; 1956 Dipl.; 1956 – 60 wiss. Aspirantur an der MLU Halle; 1960 Prom.; 1960 – 64 Oberassistent; 1964 – 68 Wahrnehmungsdoz. u. kommissar. Inst.-Dir.; 1964 – 89 Mitgl. des Beirats für Kunstwiss. beim Min. für HFS-Wesen; 1968 – 71 Doz.; 1968 – 74…

Wer war wer in der DDR

Ullrich, Frank

* 24.1.1958

Geb. in Trusetal (Thür.); Vater Werkzeugmacher; 1964 – 77 POS, KJS, Abitur; 1968 – 84 Biathlet erst beim BSG Stahl, dann beim ASK Vorwärts Oberhof (Trainer: Wido Kühne u. Horst Weisheit); 1972 Spartakiadesieger; bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1975: 3. Platz (10 km), Sieger (mit der Staffel); 1976 Olymp. Spiele: 3. Platz (mit der Staffel); ab 1976 NVA, zul. Major; 1977 bei den Junioren-Weltmeisterschaften: Sieger (15 km); bei den Weltmeisterschaften 1977: 3. Platz (mit der Staffel); bei den…

Wer war wer in der DDR

Ullrich, Werner

* 24.3.1928 – ✝ 12.5.1999

Geb. in Hohenleipisch (Krs. Bad Liebenwerda); Vater Fleischer u. Brennereiarb., Mutter Hausfrau; 1934 – 42 Volksschule; Lehre als Industriekaufm.; 1945 Luftwaffenhelfer. 1945 / 46 zu Reparationsarbeiten herangezogen; 1946 – 48 Arbeit als Heizer bei der sowj. Besatzungsmacht; 1948 – 53 Angeh. der DVP bzw. der KVP, zuletzt als Hptm.; 1949 SED; 1953 – 55 Oberreferent beim Rat des Bez. Gera, 1956 / 57 Sekretär beim Rat der Stadt Gera; 1957 – 64 stellv. Abt.-Ltr. bzw. Abt.-Ltr. beim Rat des Bez.…