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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Drummer, Kurt

* 20.3.1928 – ✝ 8.6.2000

Geb. in Gornsdorf (Erzgeb.); Vater Strumpfwirker, Mutter Strumpfkettlerin; 1942 – 44 Ausbildung zum Koch im Hotel Chemnitzer Hof (Chemnitz); Nov. 1944 – Mai 1945 RAD; Mai – Juni 1945 brit. Kriegsgefangenschaft. Bis Ende 1945 Helfer in der Landw.; 1946 – 48 Koch in Auerbach, 1948 Küchenltr. im Hotel auf der Wartburg (Eisenach), 1948 – 55 stellv. Küchenchef u. Lehrmstr. im Chemnitzer Hof; 1955 Studium am Inst. für Ernährung in Potsdam-Rehbrücke; Berufung als Küchenchef des Hotels Elephant…

Wer war wer in der DDR

Duchac, Josef

* 19.2.1938

Geb. in Bad Schlag (b. Gablonz, ČSR/Joblonecké Paseky, Tschechien); 1957 CDU; 1964 Chem.-Ing.; 1973 Dipl.-Ing.-Ökonom.; 1964 – 86 Schichtltr., Abt.-Ltr. Prod. im Gummiwerk Waltershausen (Krs. Gotha); Mitarb. beim Rat des Krs. Gotha; seit 1990 Mitgl. des CDU-Landesvorst. Thür.; Juni 1990 – Nov. 1990 Regierungsbevollm. des Bez. Erfurt; 1990 Vors. des CDU-KV Gotha. Okt. 1990 – 94 MdL Thür.; Nov. 1990 – Jan. 1992 Ministerpräs. des Freitaats Thür., Rücktritt nach öff. Vorwürfen angebl. Verstrickung…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Duddins, Walter

* 20.5.1903 – ✝ 1945

Geboren am 20. Mai 1903 in Königsberg, Sohn eines Lehrers, der 1909 starb. Bei Pflegeltern aufgewachsen, lernte Maschinenschlosser und arbeitete in Königsberg und später in Dortmund. 1917 Mitglied der Arbeiterjugend, 1918 des Spartakusbundes, 1919 der KPD. Von 1918 bis 1922 Jugendfunktionär in Ostpreußen, 1921/22 Mitglied der BL Ostpreußen, kam 1922 als Jugendsekretär der Partei ins Ruhrgebiet. Da 1923 gegen Duddins ein Ausschlußverfahren wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten lief, schied er aus dem hauptamtlichen Apparat aus, wurde später aber rehabilitiert. Im Januar 1926 Parteisekretär, zunächst im UB Duisburg, dann von 1927 bis 1929 in Bochum. Obwohl er zur linken Opposition tendierte, vertrat er die Parteilinie. 1927 wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, wegen Zersetzung der Schutzpolizei im März 1928 zu eineinhalb Jahren Festung. Im Mai 1928 im Wahlkreis Westfalen-Süd, im Juli 1932 im Wahlkreis Erfurt in den Preußischen Landtag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Anfang 1930 leitete er als Sekretär den UB Dortmund, ein Mordanschlag der SA auf ihn mißlang. Von Mitte 1930 bis 1933 Polleiter des Bezirks Thüringen. 1933 zur illegalen Arbeit als Leiter des Bezirks Wasserkante eingesetzt, wurde Duddins im Juli 1933 verhaftet und am 10. August 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch seine frühere Frau stand wegen Hochverrats vor Gericht und wurde 1935 zum Tode verurteilt, ihre Strafe aber in 15 Jahre Zuchthaus umgewandelt. Walter Duddins kam nach der Strafverbüßung im November 1936 ins KZ Sachsenhausen. Dort wandte er sich von der KPD ab und wurde im August 1939 freigelassen. Hanna Melzer, die von 1925 bis 1932 mit Walter Duddins zusammenlebte, berichtete der SED-Führung 1949, ihre politische Entwicklung sei zu einem großen Teil ihm zu verdanken. Aber sechs Wochen nach Ausbruch des Krieges gegen die Sowjetunion habe sie von Duddins einen Brief aus Königsberg erhalten, »in dem er die nach seiner Auffassung vorhandenen Ursachen über die Niederlage der Sowjetunion aufzeigte und mit Begeisterung über die Taten der Hitler-Armee und über seinen Wunsch, seine Kräfte in der Industrie einzusetzen« geschrieben habe. Daraufhin habe sie jede Verbindung mit Duddins abgebrochen. Demgegenüber gibt es aber auch die Aussage des früheren Königsberger KPD-Funktionärs und späteren VVN-Spitzenfunktionärs Georg Spielmann aus dem Jahre 1950. Danach hatte Duddins ihn im März 1945 vor der Verhaftung durch die Gestapo und die Feldgendarmerie sowie dem drohenden Kriegsgericht bewahrt, indem dieser wissentlich falsche Angaben gemacht und »bestätigt« habe, Spielmann arbeite in seiner Abteilung als Maschinenbauer. Duddins soll laut Hanna Melzer nach dem Einmarsch der Roten Armee 1945 in einem Lager bei Königsberg an Ruhr gestorben sein.

Wer war wer in der DDR

Dunger, Rolf

* 1.8.1946

Geb. in Bösenbrunn (Vogtl.); Vater Sattlermeister; Grund- u. OS; 1960 FDJ; Lehre als Landmaschinenschlosser mit Abitur; 1965 / 66 Instrukteur der FDJ-BL Karl-Marx-Stadt; 1966 SED; 1966 / 67 Studium an der FDJ-HS in Bogensee; 1967 – 1970 2. Sekr. der FDJ-KL Plauen; 1970 – 78 Bereichsltr., 1978 / 79 Ltr. der Abt. Stadtplankomm., 1979 / 80 Stadtrat für Jugendfragen, Körperkultur u. Sport beim Rat der Stadt Plauen; 1980 – 85 Stellv. des Vors. des Rats des Kreises u. Vors. der Kreisplankomm. Plauen;…

Wer war wer in der DDR

Durand-Wever, Anne-Marie

* 30.10.1889 – ✝ 14.9.1970

Geb. in Paris; bis 1899 Privatunterricht, danach dt.-amerik. Schule in Chicago (USA), University School u. University of Chicago; 1910 – 15 Studium an den Univ. in Marburg, Straßburg u. München, 1915 St.-Ex.; 1917 Prom. zum Dr. med.; Gynäkologin; 1920 aktiv in dt. Frauenvereinen; Mitbegr. des Bundes dt. Ärztinnen in Bayern; gründete 1928 die erste Eheberatungsstelle in Berlin; Leiterin der Vertrauensstelle für Verlobte u. Eheleute. 1945 Vors. des Zentr. Frauenaussch.; Vors. des vorbereitenden…

Wer war wer in der DDR

Durstewitz, Heinz-Josef

* 26.3.1945

Geb. in Birkenfelde (Eichsf.); 1970 Priesterweihe in Erfurt; 1970/71 Kaplan in Niederorschel, 1972 in Eisenach, 1973 – 75 in Apolda; 1975 – 81 Studentenpfarrer in Jena; vom MfS in der OPK »Wanderer« erf.; 1982 – 90 Sekr. der Pastoralkonferenz in Berlin; Hrsg. des »Theolog. Bulletin« für den innerkirchl. Gebrauch (Artikel aus westdt. Ztschr.), kirchl. Auseinandersetzungen um die Auswahl der westl. Autoren; Autor in Samizdat-Ztg. der Berliner Opp.-Szene; Mitgl. der Berliner Initiativgr. »Absage an…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Duwendag, Wilhelm

* 11.9.1895

Geboren am 11. September 1895 in Wanne; arbeitete nach der Lehre als Klempner. Mit der linken USPD kam er 1920 zur KPD und vertrat diese von 1921 bis 1924 in der Hamburger Bürgerschaft. Danach trat Duwendag politisch nicht mehr hervor, weitere Daten seines Lebens waren nicht zu ermitteln.

Wer war wer in der DDR

Ebeling, Werner

* 15.9.1936

Geb. in Bad Suderode (Harz); Vater Geflügelzüchter; 1954 Abitur an der Guts-Muths-OS Quedlinburg, anschl. Physikstudium an der Univ. Rostock, dort 1959 Dipl., 1963 Prom. zur kinet. Theorie schwach ionisierter Plasmen u. elektrolyt. Lösungen, 1968 Habil. zur statist. Theorie der Bindungszustände in Plasmen u. Elektrolyten; Schüler von  Hans Falkenhagen; 1959 – 69 Ass. am Physikal. Inst. der Univ. Rostock, 1969 dort Doz., 1970 Prof. für theoret. Physik; 1960 / 61 Zusatzstudium an der…

Wer war wer in der DDR

Eberhardt, Wolfgang

* 12.5.1928 – ✝ 30.6.2020

Geb. in Neuhaus; Vater Glasbläser; Volksschule; 1943/44 Ausbildung zum Werk- zeugmacher; 1944/45 RAD; März/April 1945 Wehrmacht (Luftwaffe); Mai – Sept. 1945 amerik. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 47 Forts. der Ausbildung, dann im Beruf tätig; 1949 SED; 1951 Ausbildungsltr.; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Sonneberg, dann Krs.-Dienststelle Neuhaus; 1953 Abt. Personenschutz, BV Suhl; 1954 kommissar. stellv. Abt.-Ltr.; 1954/55 Lehrgang an der FS des MfS Eberswalde; 1955 Lehrer an der…

Wer war wer in der DDR

Ebert, Frank

* 18.3.1970

Geb. in Halle (Saale); POS in Halle u. Berlin; FDJ; ab 1987 Lehre als Facharb. für Werkzeug- u. Maschinenbau in Berlin; 1988 Austritt aus der FDJ u. Engagement in der Umweltbibliothek (UB) Berlin; beteiligt an der Herstellung der illeg. Ztschr. »Umweltblätter«, »Arche Nova« u. anderer Samizdat-Schriften wie diverser Flugblätter; Mai 1989 beteiligt an der von opp. Gruppen org. unabh. Kontrolle der Auszählung der Wählerstimmen zu den Kommunalwahlen u. an anschl. Protesten gegen die staatl.…

Wer war wer in der DDR

Ebert, Manfred

* 24.4.1930 – ✝ 14.12.2016

Geb. in Lauterbach (Vogtl.); Volksschule; 1944 – 47 Handelsschule; 1947 – 52 kfm. Gehilfe, dann Krs.-Sekr. der Gewerkschaft Land u. Forst in Oelsnitz; 1948 SED; 1952 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Oelsnitz, dann Krs.-Dienststelle Berlin-Pankow; 1954 Abt. IV (Westarbeit) der Verw. Groß-Berlin; 1956/57 Einjahreslehrgang an der BPS Berlin; 1957 Abt. XV, Verw. Groß-Berlin, 1965 stellv. Abt.-Ltr.; 1968 – 74 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1980 Ltr. der HV A-AG XV (BVen);…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eckardt, Carl

* 2.4.1882 – ✝ 29.1.1958

Geboren am 2. April 1882 in Salzungen/Thüringen; Schlosserlehre und Wanderschaft. Bis Juli 1912 Werkmeister in Berlin, dann Werkmeister, schließlich Betriebsleiter eines Vertriebsunternehmens für Tabake in Braunschweig. Mitglied der SPD, 1917 der USPD. Eckardt wurde während der Novemberrevolution Volkskommissar für Arbeit, später für revolutionäre Verteidigung im Rat der Volksbeauftragten in Braunschweig. 1919/20 war er Vorsitzender des USPD-Bezirks Braunschweig. Von 1918 bis 1920 Abgeordneter im Braunschweigischen Landtag, wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Süd-Hannover-Braunschweig für die USPD in den Reichstag gewählt. Eckardt gehörte zu den Befürwortern einer Vereinigung mit der KPD und schloß sich den Linken an. Obwohl der USPD-Bezirksparteitag Braunschweig ihn mit Mehrheit aufforderte, sein Mandat zurückzugeben, behielt er es und wurde am 29. September 1920 aus der USPD ausgeschlossen. Er verließ mit den linken USPD-Abgeordneten (u. a. Otto Brass, Ernst Däumig, Hermann Remmele, Walter Stoecker) am 9. Oktober 1920 die USPD-Fraktion und bildete zunächst die USPD-Fraktion (Linke) und Anfang Dezember 1920 mit den beiden KPD-Abgeordneten Clara Zetkin und Paul Levi die VKPD-Reichstagsfraktion, der er bis 1924 angehörte. Danach nicht mehr aktiv. Im Zuge der Gestapo-Verhaftungsaktion »Gewitter« im August 1944 für einige Zeit inhaftiert, lebte nach 1945 in Thüringen. Politisch trat er nicht mehr hervor. Carl Eckardt starb am 29. Januar 1958 in Bad Liebenstein.

dissidenten.eu

Dschemilew, Reschat

* 1931 – ✝ 2002

Reschat Dschemilew (Reşat Cemilev) wurde 1931 in dem Dorf Ulu-Usen (Ulu Özen, seit 1945 Generalskoje / Generalske) unweit von Aluschta (Aluşta) auf der Krim geboren und 1944 mit seiner Familie nach Wrewsk in der Oblast Taschkent in Usbekistan deportiert. Nach seiner Ausbildung an der Berufsschule für Melioration in Samarkand war er 1957 als Vorarbeiter beim Bau einer Ziegelei beschäftigt und später beim Bau einer Stahlbetonfabrik eingesetzt. Schon in den Jahren 1956 und 1957 sammelte er…

Wer war wer in der DDR

Ducke, Karl-Heinz

* 6.11.1941 – ✝ 12.7.2011

Geb. in Langenau (Krs Böhmich-Leipa, ČSR/ Skalice, Tschechien); 1960 Abitur; 1961 – 67 Studium der Philos. u. Theol. in Erfurt u. Neuzelle; 1967 Priesterweihe in Erfurt, Vikar in Jena; 1970 Assistent für Moraltheol. u. Ethik sowie Präfekt am Regionalpriesterseminar Erfurt; 1975 Dr. theol. mit der Arbeit »Handeln zum Heil. Eine Untersuchung zur Morallehre Hadrians VI.« (Leipzig 1976); 1972 – 88 versch. Lehraufträge für Ethik am Regionalpriesterseminar/Studium Erfurt; 1975 Regens des…

Wer war wer in der DDR

Dudow, Slátan

* 30.1.1903 – ✝ 12.7.1963

Geb. in Zaribrod (Bulgarien); Vater Eisenbahnarb., Mutter Bäuerin; Volksschule; Gymnasium in Sofia; ab 1922 in Berlin; 1923 Reichersche HS für Dramatische Kunst, 1925 – 29 Studium am Theaterwiss. Inst. bei Prof. Max Herrmann (Univ. Berlin); Praktikum bei Leopold Jessner u. Jürgen Fehling, Regieassistent bei Fritz Lang u. Georg Wilhelm Pabst; 1926 Anschl. an Agit.-Prop.-Gruppenbew. der IAH; 1929 Studienaufenthalt in der Sowjetunion, Begegnung mit S. Eisenstein u. W. Majakowski; Mitbegr. »Theater…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dünninghaus, Georg Karl

* 28.6.1893 – ✝ 9.4.1953

(* 1893 – † 1953) Geboren am 28. Juni 1893 in Hamburg. Gelernter Modelltischler, trat 1919 der KPD bei. Teilnahme am Hamburger Aufstand 1923 als Leiter des Nachrichtendienstes. 1926 Generalsekretär der IAH und auf deren 2. Kongreß im April 1927 einstimmig wiedergewahlt. Dünninghaus hatte diese Funktion bis 1931 inne. 1931 zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, die er von Januar bis April 1931 verbüßte. Im März 1933 noch Kandidat zu den Preußischen Landtagswahlen. 1933 zunächst Instrukteur der KPD-BL Wasserkante in Hamburg, dann verhaftet, kam Dünninghaus sechs Monate in »Schutzhaft«. Im November 1938 erneut inhaftiert und zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Freilassung Arbeit als Exportleiter einer Tuchhandlung, ab 1941 war er Mitglied der Widerstandsgruppe um Anton Saefkow. Am 28.Januar 1945 von der Gestapo in Guben verhaftet, gelang Dünninghaus die Flucht aus dem Gefängnis in Frankfurt/O. 1945/46 Geschäftsführer der »Berliner Zeitung«, dann 1947 Vorstandsmitglied der Berliner Konsumgenossenschaften. Später zog er nach Chemnitz, wo er 1952 als Direktor der Deutschen Handelszentrale Textil arbeitete. Dünninghaus starb am 9. April 1953 in Chemnitz. Seine Frau Luise Dünninghaus (*27. 5. 1896 – † 1. 5. 1973), Tochter eines Schlossers, arbeitete als Stenotypistin in der IAH. 1914 Mitglied der SPD, 1919 der KPD. Nach 1933 illegale Arbeit in Hamburg, von März bis Mai 1934 U-Haft. 1938 Übersiedlung nach Berlin. 1945 Gründerin des Antifaschistischen Frauenausschusses in Berlin-Lichtenberg, später Referentin im DFD-Bundesvorstand.

dissidenten.eu

Duray, Miklós

* 1945 – ✝ 2022

Miklós Duray wurde 1945 in Lučenec (Ungarisch Losonc) als Mitglied der ungarischen Minderheit in der Slowakei geboren. 1978 schloss er ein Geologiestudium an der Comenius-Universität in Bratislava ab. Ab 1966 engagierte er sich im Kulturverein der ungarischen Minderheit in der Slowakei (CSEMADOK). Mit Alexandr Varga gründete er zusammen den Attila-József-Jugendklub in Bratislava, dessen Vorsitzender er 1965–69 war. Ab 1965 sprach er jedes Jahr anlässlich der Revolution von 1848 bei der…

Wer war wer in der DDR

Dusiska, Emil

* 27.4.1914 – ✝ 24.12.2002

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volks- u. Mittelschule; 1930 – 34 Lehre u. Arbeit als Stein- u. Offsetdrucker; 1927 Mitgl. der Kinderfreunde; 1929 SAJ, Bildungsobmann u. Mitgl. des SAJ-KV Berlin-Lichtenberg; ab 1933 illeg. Arbeit; 1934 – 39 Hilfsarbeiter, Kalkulator, Sekretär, Einkäufer u. Abt.-Ltr., 1939 – 45 Chefdisponent u. Betriebsltr. in einer Berliner Großdruckerei. 1945 / 46 KPD / SED; Juni – Nov. 1945 Bezirksrat für Wirtschaft in Berlin-Friedrichshain; Dez. 1945 – Nov. 1948 Stellv. des…

Wer war wer in der DDR

Dymschitz, Alexander Lwowitsch

* 12.7.1910 – ✝ 6.1.1975

Geb. in Reval (Tallin); Vater Ing.; 1930 Absolvent der literaturwiss. Fak. des Leningrader Inst. für Kunstgeschichte, 1933 – 36 Aspirantur; 1934 Mitgl. des Schriftstellerverb. der UdSSR, Ltr. der Abt. Kritik in der Ztschr. »Swesda«, Mitgl. des Red.-Kolleg. der Ztschr. »Resez« (später »Leningrad«), 1938 Publ. »Lit. u. Folklore«; 1939 KPdSU(B); bis 1941 am Inst. für Russ. Lit. der AdW der UdSSR, Hochschullehrer an der Leningrader Staatl. Univ. u. am Pädagog. Inst. »Alexander Herzen«; Juni 1941…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ebeling, Karl

* 16.12.1894 – ✝ 28.10.1960

Geboren am 16. Dezember 1894 in Bevern bei Holzminden; lernte Schmied und trat 1911 der SPD, 1919 der USPD bei. Nach dem Krieg in der Continental-Fabrik in Hannover beschäftigt, in der er auch Betriebsrat wurde. Seit 1920 KPD-Mitglied, gehörte dem Vorstand des DMV in Hannover an, wurde dort 1924 wegen kommunistischer Tätigkeit ausgeschlossen. 1925 hauptamtlicher Funktionär der KPD, auf dem X. Parteitag Vertreter des Bezirks Niedersachsen in der Politischen Kommission, 1927 Orgleiter des Bezirks Niedersachsen. Als Versöhnler im November 1928 seiner Funktion enthoben, übersiedelte Ebeling nach Berlin, wo er bis 1933 Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus für Berlin war. Bis 1936 in Berlin illegal für die KPD tätig, wurde verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg-Görden verbüßte. 1945 schloß sich Ebeling der KPD an. Im Berliner FDGB aktiv, auch Mitglied der Berliner SED-BL und Sekretär für Sozialhilfe, wohnte bis 1959 noch in West-Berlin, danach als Parteiveteran in Ost-Berlin, wo Karl Ebeling am 28. Oktober 1960 starb.

Wer war wer in der DDR

Eberle, Dieter

* 19.5.1927 – ✝ 1.4.1994

Geb. in Freiburg (Krs. Schweidnitz, Niederschles./Świebodzice, Polen); Vater Zahnarzt; OS, Abitur; 1944 NSDAP; 1945 Wehrmacht. 1946 CDU; 1946 – 50 Studium der Germanistik u. Geschichte an den Univ. Rostock u. Leipzig, St.-Ex., 1951 Prom. zum Dr. phil. in Leipzig mit der Diss. »Publizist. Situation im Sturm u. Drang nach Klopstocks ?Dt. Gelehrtenrep.?«; 1951/52 Red.-Assistent, 1952 – 60 Ltr. der Bez.-Red. der CDU-Ztg. »Union« Leipzig; 1960 – 62 Ltr. der Abt. Parteipol., bis 1964 Red.-Sekr., bis…

Wer war wer in der DDR

Ebert, Friedrich

* 12.9.1894 – ✝ 4.12.1979

Geb. in Bremen; Vater führender Sozialdemokrat u. Reichspräs. Friedrich E.; Mutter Arbeiterin; Volks- u. Mittelschule, ab 1904 in Berlin; 1909 – 13 Ausbildung zum Buchdrucker in Berlin; 1910 SAJ, 1913 SPD u. im Verb. Dt. Buchdrucker; 1913 – 15 Buchdrucker in Berlin u. Nürnberg; 1915 – 18 Militärdienst, Infanterist; 1918 – 33 Red. sozialdemokrat. Ztg., u. a. 1918 – 23 beim »Vorwärts«, 1923 – 25 beim »Sozialdemokrat. Pressedienst«, 1925 – 33 Chefred. der »Brandenb. Ztg.« u. des »Potsdamer…

Wer war wer in der DDR

Ebert, Margot Elisabeth

* 8.6.1926 – ✝ 26.6.2009

Geb. in Magdeburg; aufgew. in Hamburg; Ausbildung zur Tänzerin, Schauspielerin u. Sängerin; seit 1952 (erste) Sprecherin u. Schauspielerin beim DFF in Berlin, Rollen v. a. in Fernsehlustspielen, u. a. in »Der eingebildete Kranke« (1954), »Guten Tag, lieber Tag« (1961), »Der Pantoffelheld« (1963) »Ein Hahn im Korb« (1978), »Mein Vater Alfons« (1981), »Max bleibt am Ball« (1982), »Alles Theater!« (1986), »Ferienheim Bergkristall« (1987) u. der Serie »Tierparkgeschichten« (1989); 1956 – 91…

Wer war wer in der DDR

Eckart, Gabriele

* 23.3.1954

Geb. in Falkenstein (Vogtl.), aufgew. in Auerbach; Vater ökon. Dir., Mutter kfm. Angest.; Abitur; beim MfS als IM »Hölderlin« erf., dekonspiriert; 1972 – 76 Studium der Philos. in Berlin; danach versch. Tätigkeiten (u. a. im Kombinat Tiefbau Berlin); Lyrikveröff., freischaff. Autorin; Abwendung von der Staatsideologie; vom MfS in der OPK »Kontra« u. im OV »Ecke« erf.; versch. Arbeiten; 1979 Sonderkurs am Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig; 1980 Kulturarbeit im Kooperationsverb.…

dissidenten.eu

Dschemilew, Mustafa

* 1943

Mustafa Dschemilew (Mustafa Abdülcemil oğlu Cemilev / Qırımoğlu) wurde 1943 in dem Dorf Aj-Seres (Ay Serez, seit 1945 Meschduretsche / Mischritschtschja) unweit von Sudak (Sudaq) auf der Krim geboren. Am 18. Mai 1944 wurde seine Familie nach Usbekistan in die Oblast Andischan (Andijon) deportiert. Später siedelte die Familie zunächst nach Angren dann nach Mirsatschul (Mirzachoʻl) über, wo Dschemilew 1959 die Oberschule abschloss. Seine Bewerbung um einen Studienplatz an der Fakultät für…

Wer war wer in der DDR

Ducke, Peter

* 14.10.1941

Geb. in Bensen (Nordböhmen / Benešov nad Ploučnicí, Tschechien); 1945 Aussiedl. der achtköpfigen Familie nach Schönebeck (Elbe); begann als Fußballer bei Motor Schönebeck; folgt 1959 seinem älteren Bruder Roland D. (1970 DDR-Fußballer des Jahres) zum SC Motor Jena (später FC Carl Zeiss, Trainer:  Georg Buschner); 1959 – 77 Oberligaspieler (Stürmer, 352 Spiele, 153 Tore); 1963, 1968 u. 1970 DDR-Mstr.; 1962/63 Oberliga-Torschützenkönig (19 Treffer); 1960, 1972 u. 1974 FDGB-Pokalsieger; 43…

Wer war wer in der DDR

Duncker, Hermann

* 24.5.1874 – ✝ 22.6.1960

Geb. in Hamburg; Vater Kfm.; 1883 – 91 Gymnasium in Göttingen, 1896 Abitur in Gos- lar; 1891 – 95 Konservatorium in Leipzig; 1896 – 1900 Studium der Philos., Nationalökon. u. Geschichte an der Univ. Leipzig, 1903 Prom. zum Dr. phil. mit einer Arbeit über das mittelalterl. Dorfgewerbe; 1893 SPD; Red.-Volontär bei der »Leipziger Volksztg.; 1904 – 06 Ltr. des Arbeitssekr. zunächst in Leipzig, dann in Dresden; Lehrtätigkeit in SPD u. Gewerkschaft, 1912 – 14 Lehrer an der zentr. Parteischule; 1915 –… (* 1874 – † 1960) Geboren am 24. Mai 1874 in Hamburg, Sohn des Kaufmanns Hermann Duncker. Von 1883 bis 1891 Gymnasium in Göttingen, studierte zunächst in Leipzig Musikwissenschaft. Am 1.Mai 1893 trat er der SPD bei. Von 1896 bis 1903 Studium der Geschichte, Philosophie und Ökonomie, vor allem bei Wilhelm Wundt und Karl Lambrecht, 1903 zum Doktor der Philosophie promoviert über »Das mittelalterliche Dorfgewerbe« (1903 im Druck erschienen). Inzwischen hatte er seine Frau (Heirat 1898) Käte Duncker kennengelernt. Hermann Duncker sagte später: »Was ich für die Arbeiterbewegung habe leisten können, verdanke ich wesentlich der kameradschaftlichen Unterstützung meiner Frau.« 1903 wurde Duncker hauptamtlicher Funktionär der SPD, zunächst Redakteur der »Leipziger Volkszeitung«. Mit der Einrichtung marxistischer Schulungskurse durch die SPD wurde er 1906 der erste Wanderlehrer der Partei. Ihm kam seine große pädagogische Begabung zustatten, auch an der Zentralschule der SPD in Berlin (ab 1911), wo er eng mit Rosa Luxemburg und Franz Mehring verbunden war. 1914 gehörte Duncker zu dem kleinen Kreis der Internationalisten, die in Berlin den späteren Spartakusbund begründeten und leiteten. Er und seine Frau waren enge Mitarbeiter von Leo Jogiches bei der Organisierung der Spartakusgruppe und bei der Herausgabe illegaler Materialien. Duncker war der Verfasser der illegal vertriebenen Broschüre »Der Annexionswahnsinn«. Nach Ausbruch der Revolution besetzte er mit einer Gruppe von Anhängern des Spartakusbundes Redaktion und Druckerei des »Berliner Lokalanzeigers« und gab die erste Nummer der »Roten Fahne« heraus. Auf dem Gründungsparteitag der KPD wurden Hermann und Käte Duncker in die Zentrale der Partei gewählt. Während er 1919 einige Monate inhaftiert war, floh seine Frau nach Dänemark. Wegen Differenzen mit der Partei wurde Duncker (ebenso wie seine Frau) auf dem II. Parteitag nicht wiedergewählt, sie übersiedelten nach Gotha, wo er 1919/20 Sekretär der (von der USPD geführten) Landesregierung von Gotha war. Dieser Funktion nach dem Kapp-Putsch enthoben, arbeitete er als Wanderlehrer für die KPD. 1923 wurde Duncker Sekretär der Thüringer KPD-Landtagsfraktion und nahm an allen KPD-Parteitagen von 1920 bis 1923 teil. Unter chronischer Bronchitis und Asthmaanfällen leidend, lebten sie, wie Käte Duncker an Frau Kautsky schrieb, mit ihren drei inzwischen fast erwachsenen Kindern in schwierigen Verhältnissen. 1923 übernahm Duncker die Schulungsabteilung der Zentrale, die er auch unter der Ruth-Fischer-Führung behielt, obwohl er zum rechten Parteiflügel tendierte und 1923/24 aktives Mitglied der Mittelgruppe war. In den zwanziger Jahren ist er auch als Herausgeber einiger Schriftenreihen in kommunistischen Verlagen bekannt geworden (u. a. »Elementarbücher des Kommunismus« und »Kleine Lenin-Bibliothek«). Zugleich war er Gründer und Leiter der MASCH, der Berliner Marxistischen Arbeiterschule. Bis 1933 betätigte er sich vor allem auf dem Gebiet der Schulungsarbeit der KPD. 1927/28 Leiter der Bildungsabteilung des ZK, verlor der immer dem rechten Flügel nahestehende Duncker in der ultralinken Periode nach 1929 seinen politischen Einfluß. Nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 verhaftet und im Gefängnis Spandau und im KZ Brandenburg festgehalten, lebte er nach seiner Freilassung von November 1933 bis November 1936 unter Polizeiaufsicht in Friedrichroda. 1936 gelang ihm die Flucht nach Dänemark, 1937 nach Großbritannien, wo ihn die Nachricht ereilte, daß sein Sohn Wolfgang Duncker (* 1909 – † 1942) in der UdSSR verhaftet und zu acht Jahren verurteilt worden war. Über die Verfolgung seines Sohnes wie auch über die seines alten Freundes Nikolai Bucharin war Duncker völlig verzweifelt, wie Jürgen Kuczynski 1983 in seinen Erinnerungen berichtete. 1938 emigrierte Duncker nach Frankreich, über ein Internierungslager in Marokko kam er im September 1941 in die USA. Seine Frau Käte hatte eine Reise zum Sohn Karl (Dozent an einer USA-Universität, 1940 Selbstmord) bereits benutzt, um in den USA zu bleiben. Wegen seiner Ablehnung des Stalin-Hitler-Paktes bekam Duncker Schwierigkeiten mit der KPD. Im Mai 1947 konnten die Dunckers nach Deutschland zurückkehren, hier schloß er sich der SED an und wurde Professor und Dekan der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. 1948 zum Direktor der Bundeshochschule des FDGB in Bernau berufen, war Duncker, obwohl fast erblindet, noch ein vielgefragter Referent. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1953 den Karl-Marx-Orden. Eine zweibändige Auswahl seiner Schriften »Einführung in den Marxismus« erschien 1958 in Ost-Berlin. (Bereits 1908 war seine Schrift: »Volkswirtschaftliche Grundbegriffe« gedruckt worden.) Nach längerer Krankheit starb Hermann Duncker am 22. Juni 1960 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Dünow, Hermann (August Richard)

* 6.3.1898 – ✝ 28.9.1973

Geb. in Berlin; Vater Metallarb., Mutter Wäscherin; 1904 – 12 Volksschule; 1912 – 16 Ausbildung zum u. Arbeit als Klempner in Berlin; 1916 DMV; 1917/18 Militärdienst, 1918 in Frankreich verwundet; Lazarettaufenthalt in Schlettstadt (Elsaß); Jan. 1919 nach Berlin, arbeitslos; 1919/20 USPD, 1920 VKPD bzw. KPD; 1920 – 22 Klempner bei Siemens-Ber- lin, dort Mitgl. des Betriebsrates; 1922 – 26 Klempner in Berlin; 1922 Ltr. des M-Apparats in Berlin-Neukölln; 1923 Mitgl. der KPD-UBL Berlin-Neukölln,… Geboren am 6. März 1898 in Berlin, Sohn eines Metallarbeiters; gelernter Klempner. 1917/18 Soldat im Weltkrieg, nach einem Lazarettaufenthalt im Elsaß 1919 zurück nach Berlin und Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Bis 1922 in den Siemenswerken, von 1924 bis 1927 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Ende 1924 baute er den Nachrichtendienst für den Bezirk Berlin-Brandenburg auf, war ab Sommer 1927 hauptamtlicher Mitarbeiter des ZK. Zunächst Leiter des Ressorts Abwehr im von Hans Kippenberger geleiteten AM-Apparat. Im August 1928 wurde er beim Versuch, Rudolf Margies aus dem Zuchthaus zu befreien, festgenommen und saß sechs Monate in Bochum in Haft. 1930 absolvierte er einen halbjährigen Lehrgang an der M-Schule der Komintern bei Moskau, danach wieder Mitarbeiter des AM-Apparates, u. a. Leiter der Quartierbeschaffungsabteilung. Dünow war mitverantwortlich für die Absicherung der Tagung der KPD-Führung in Ziegenhals bei Berlin im Februar 1933. Nach der Emigration Kippenbergers wurde Dünow im Juli 1933 Leiter des gesamten Nachrichtendienstes der KPD. Am 18. Dezember 1933 durch den Verrat von Alfred Kattner verhaftet und am 30. September 1935 vom VGH zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt, er war zuletzt im Zuchthaus Brandenburg-Görden. Im Juli 1945 wurde Dünow Pressereferent im Polizeipräsidium Berlin, ab September 1946 Leiter der Presseabteilung in der Deutschen Verwaltung des Innern und im September 1955 Leiter der Adjudantur des Ministers des Innern, schied als Oberst der DVP aus dem aktiven Dienst aus, er erhielt 1958 den Karl-Marx-Orden. Hermann Dünow starb am 28.September 1973.Bernd-Rainer Barth /

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Düren, Fred

* 2.12.1928 – ✝ 2.3.2015

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; 1945 – 47 Besuch der Schauspielschule des Dt. Theaters (DT) in Berlin; erstes Engagement in Potsdam, danach in Ludwigslust, Wismar u. Schwerin; ab 1953 am Berliner Ensemble, Zusammen-arb. mit  Bertolt Brecht,  Peter Palitzsch,  Benno Besson u.  Manfred Wekwerth; 1958 – 88 Mitgl. des Ensembles des DT, spielte zahlr. trag. wie auch kom. Helden der Weltdramatik mit der ihm eigenen »Musikalität der Bewegung«; herausragende Rolleninterpretationen: Don Juan, Woyzeck,…

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Dutschmann, Heinz

* 23.9.1927 – ✝ 5.7.1992

Geb. in Doberschau (Krs. Bautzen); Vater Steinbrucharb.; 1934 – 42 Volksschule; 1942 – 44 Lehre als Werkzeugmacher u. Besuch der FS (techn. Mittelschule) für Maschinenbau u. Elektrotechnik in Bautzen; 1944 / 45 RAD u. Wehrmacht; kurzzeitig sowj. Kriegsgef. 1945 – 47 erneut FS für Maschinenbau u. Elektrotechnik in Bautzen; 1946 Gesellenprüfung als Schlosser; 1946 KPD / SED; 1947 – 49 Werkzeugmacher; 1949 / 50 Instrukteur der SED-KL Bautzen; 1951 Lehrgang an der SED-LPS Sachsen; 1952 / 53 2. Sekr.…

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Dziuba, Helmut

* 2.2.1933 – ✝ 19.4.2012

Geb. in Dresden; Vater Busfahrer, Mutter Verkäuferin; Volksschule; Ausbildung zum Starkstrommonteur; Mitbegr. des pol. Kabaretts »Die Funken« beim Mitteldt. Rundfunk, Sender Dresden; 1951 ABF Leipzig, 1953 Abitur; danach Regiestudium an der Moskauer Film-HS WGIK bei Sergej Gerassimow u. Michail Romm; Reporter u. Sprecher bei der dt.-spr. Red. des Moskauer Rundfunks; 1962 Regie-Diplom; 1967 – 90 Regisseur beim DEFA-Studio für Spielfilme; Debüt: 1969 »Mohr u. die Raben von London«, ein Kinderfilm…

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Eberhard, Rudolf

* 10.7.1891 – ✝ 12.7.1965

Geb. in Magdeburg-Buckau; Vater Gelbgießer; Volksschule in Buckau; Bürgerschule in Magdeburg; Ausbildung zum Kfm. in Elberfeld, anschl. im Beruf tätig; 1912 u. 1914 – 18 Militärdienst; ab Juni 1919 Industriekfm. bei den Junkers-Werken Dessau in ltd. Position; SPD u. Gewerkschaft; 1920 hauptamtl. Vors. der BL des Zentralverb. der Angest. in Anhalt; Ltr. des Bez.-Kartells des Allg. Freien Angest.-Bundes; beeinflußt vom Baugenossenschaftler Heinrich Peus leistete E. als Geschäftsf. des Anhaltin.…

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Eberlein, Werner

* 9.11.1919 – ✝ 11.10.2002

Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Hugo E. Mitbegr. der KPD u. Funktionär; Mutter Näherin; Stiefbruder Klaus Huhn; Volksschule in Berlin-Mariendorf, 1928/29 in Berlin-Zehlendorf, 1929 – 34 Gymnasium (Karl-Marx-Schule) in Berlin-Neukölln; 1928 Mitgl. der KPD-Kinderorg.; 1934 Emigr. in die UdSSR; 1934 – 37 Besuch der Karl-Liebknecht-Schule in Moskau; 1935 Ausbürg. aus Dtl.; 1940 – 48 wegen der Inhaftierung u. Verurteilung seines Vaters nach Sibirien verbannt; dort Ausbildung zum Elektriker, in einem…

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Ebert, Günter

* 19.4.1937

Geb. in Magdeburg; Stiefmutter Arbeiterin; bis 1952 Volksschule; 1952/53 Bergbauschule Eisleben; 1953 – 55 Ausbildung zum u. Arbeit als Metallhüttenwerker; 1955 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Hettstedt; SED; 1956/57 Schule der HV A; 1957 HV A-HA V (Auswertung), MfS Berlin; 1962 – 66 Studium an der HU, Dipl.-Kriminalist; 1971 HV A-Abt. XV (Wehrtechnik; Luft- u. Raumfahrt), 1980 stellv. Abt.-Ltr., 1981 Abt.-Ltr. (Nachf. von  Gerhard Franke); 1985 Oberst; 1989/90 Entlassung.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ebert, Albert

* 24.4.1874 – ✝ 29.12.1935

Geboren am 24. April 1874 in Rodewisch/Vogtland, Sohn eines Eisenbahnbeamten; lernte Dreher. Anschließend auf Wanderschaft, übersiedelte 1904 nach Dresden und war bis 1918 Metallarbeiter. 1890 trat er in die SPD ein, 1917 in die USPD. Trotz einer Augenverletzung wurde Ebert noch im September 1918 als Soldat eingezogen und kam nach Frankreich an die Front. Nach der Rückkehr nach Dresden auf dem linken Flügel der USPD aktiv, er setzte sich 1920 für die Vereinigung mit der KPD ein. Im Dezember 1920 als Abgeordneter der USPD in den Sächsischen Landtag gewählt, gehörte bis 1922 dem Landtag als KPD-Abgeordneter an. Mitglied der BL Ostsachsen, vor allem in der Jugendarbeit tätig. Während des März-Aufstandes 1921 Kurier zwischen Dresden und dem Mansfelder Gebiet. Bis 1923 Betriebsratsvorsitzender in einer großen Dresdener Metallfabrik, ab 1923 hauptamtliche Tätigkeit. Als Mitarbeiter der Zentrale, später des ZK der KPD war Ebert für die illegale Grenzarbeit und den Literaturvertrieb zuständig. Er organisierte Parteitage ausländischer kommunistischer Parteien in Deutschland, u. a. die Balkankonferenz der KP Jugoslawiens im Herbst 1928 in Dresden. Im Auftrag der Komintern schleuste Ebert gefährdete KP-Funktionäre über die Grenze. 1928/29 übernahm er die Verwaltung der Reichsparteischule der KPD auf dem Weißen Hirsch in Dresden. Von 1931 bis 1933 gehörte Ebert der UB-Leitung Dresden an und wurde Referent unter der Landbevölkerung. Ab 1933 erwerbslos, mehrmals für kurze Zeit inhaftiert. Nach einer erneuten Hausdurchsuchung starb Albert Ebert am 29. Dezember 1935 in Dresden.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eckert, Paul

* 10.11.1883 – ✝ 29.2.1964

Geboren am 10. November 1883 in Crossen/ Oder als Sohn eines Mühlenbauers; Lehre und Arbeit als Maschinenschlosser und Mechaniker. Er kam 1903 nach Berlin. Von 1904 bis 1907 leistete er seinen Militärdienst, zeitweilig bei der kaiserlichen Flotte in Kiautschou/China. 1914 trat er der SPD, 1917 der USPD bei. Während des Januarstreiks 1918 war er Mitglied der Streikleitung in Berlin, Ende 1918 gehörte er dem Vollzugsrat des Berliner Arbeiter- und Soldatenrates an. Während der Januarkämpfe 1919 »politischer Kommissar« des Nachschubtrupps in der Bötzow-Brauerei Berlin, nach der Niederschlagung des Aufstandes flüchtete er nach Braunschweig zu August Merges. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde er mehrere Wochen in Haft genommen. Eckert, der als Gast am Gründungsparteitag der KPD teilgenommen hatte, blieb bis 1923 Mitglied der KPD. Wegen Meinungsverschiedenheiten in der Gewerkschaftsfrage trat er 1923 aus der KPD aus und erneut bis 1933 in die SPD ein. Bis 1926 Maschinenschlosser, arbeitete er von 1926 bis 1928 als selbständiger Facharbeitsvermittler beim Bezirksamt Berlin-Mitte, von 1928 bis 1933 Bevollmächtigter in der DMV-Verwaltungsstelle Berlin. Ab 1933 erwerbslos, von 1936 bis 1943 Werkzeugschlosser und Mechaniker und dann von 1943 bis 1945 Invalide. Im Juni 1945 gründete Eckert die KPD-Ortsgruppe Berlin-Blankenburg, nach Gründung der SED war er bis 1947 deren Vorsitzender in Blankenburg und leitete dort die Arbeitsamts-Nebenstelle. Von 1947 bis 1951 Orgsekretär des FDGB Berlin-Pankow, zuletzt 2. Vorsitzender. 1958 erhielt er den VVO in Silber. Paul Eckert starb am 29. Februar 1964 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dubber, Bruno

* 11.11.1910 – ✝ 6.5.1944

Geboren am 11. November 1910 in Kirchwerder bei Hamburg als Sohn eines Schiffers; Dreher. 1925 Mitglied im DMV und KJVD. Nach der Gesellenprüfung 1928 entlassen, wurde Dubber Gelegenheitsarbeiter, dann hauptamtlich für den KJVD in Hamburg tätig. Im Februar 1929 nahm er am ersten Lehrgang der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau teil und wurde danach Orgleiter des KJVD Hamburg. Im August 1929 wegen Organisierung einer Demonstration gegen einen Stahlhelmaufmarsch festgenommen, saß er drei Monate in Untersuchungshaft. Deswegen im September 1930 angeklagt und zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, er entzog sich dem Strafantritt durch Flucht. Dubber wurde unter dem Namen Walter Kardolin im Oktober 1930 Orgleiter des KJVD in Schlesien. Im Januar 1932 wurde er Orgleiter in der Berliner Verbandsführung des ZK des KJVD. Hier arbeitete er eng mit Kurt Müller und Alfred Hiller zusammen. Obwohl Dubber in den Auseinandersetzungen zwischen Ernst Thälmann und der Neumann-Remmele-Gruppe letzterer nahestand, blieb er auch ab November 1932 unter Fritz Grosse, dem neuen KJVD-Vorsitzenden, Orgleiter des ZK. Im Frühjahr 1933 emigrierte Dubber nach Moskau, dort Praktikant im EK der KJI. Auf der Amsterdamer Tagung des KJVD im August 1933 aus dem ZK ausgeschlossen, weil er weiterhin an den Positionen von Heinz Neumann und Kurt Müller festhielt. »Bewährungseinsatz« in einem Swerdlowsker Großbetrieb. Er konnte im April 1934 nach Moskau zurück und wurde Instrukteur der KJI. Von September 1934 an lebte er (Parteiname Walter) als Berater des KJVÖ illegal in Österreich. Am 14.November 1938 wurde Dubber in Wien von der Gestapo verhaftet, schwer mißhandelt und zwei Jahre später nach Berlin-Moabit überführt. Am 13.Mai 1941 verurteilte ihn der VGH zu lebenslanger Zuchthausstrafe. Im Zuchthaus Bremen starb Bruno Dubber am 6. Mai 1944 an Tuberkulose. 1990 veröffentlichte Karl-Heinz Jahnke die Biographie: »Ein ungewöhnliches Leben: Bruno Dubber«.

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Duda, Fritz

* 30.1.1904 – ✝ 13.7.1991

Geb. in Horst-Emscher (b. Gelsenkirchen); 1922 – 24 Studium an der Folkwangschule Essen, 1924 – 33 Studium an der Kunst-HS in Berlin-Charlottenburg; 1928 Eintritt in die ASSO, 1929 KPD-Opp. (KPO); 1930 Mitbegr. des Roten Studentenbundes an der HS, 1933 Ausschl. aus der HS; bis 1939 freischaff. in Berlin; 1936 Ausstellungsverbot; ab 1939 als Zeichner u. Modellbauer in einem Architekturbüro tätig; ab 1939 illeg. pol. Arbeit, Verbindung zur KPO, KPD u. zur »Roten Kapelle«; Vorladung zur Gestapo;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Duncker, Käte

* 23.5.1871 – ✝ 2.5.1953

Geboren am 23. Mai 1871 als Käte (oder Käthe, ursprünglich Paula Kathinka) Döll in Lörrach in Baden als Tochter eines Kaufmanns, aufgewachsen in Friedrichroda in Thüringen, wohin sie mit der Mutter nach dem Tode des Vaters 1877 zog. Käte besuchte die Höhere Mädchenschule in Friedrichroda sowie die Handelsschule in Gotha. Von 1888 bis 1890 Lehrerinnenseminar in Eisenach, anschließend bis 1895 Lehrerin in Friedrichroda und Leipzig. Ab 1894 Vortragstätigkeit beim Arbeiterbildungsverein Leipzig. Wegen ihrer politischen Tätigkeit als Lehrerin in Leipzig gemaßregelt, ging sie 1895 nach Hamburg, wurde dort aber 1897 als Lehrerin erneut entlassen und heiratete Ende 1898 den damaligen Studenten der Volkswirtschaftslehre Hermann Duncker. Als Mitglied der SPD zunächst Mitarbeiterin, später Vorsitzende des sozialdemokratischen Frauen- und Mädchenvereins in Leipzig, dann bis Ende 1908 Redakteurin der Zeitschrift »Gleichheit« und enge Vertraute von Clara Zetkin. Käte Dunckers Schrift: »Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung« wurde 1906 veröffentlicht. Sie nahm an allen SPD-Frauenkonferenzen vor 1914 teil und war als Delegierte auf dem Internationalen Sozialistenkongreß 1910 in Kopenhagen. Von 1908 bis 1912 Mitglied des Zentralen SPD-Bildungsausschusses, nach Ausbruch des Weltkrieges stand sie in Opposition zum SPD-Parteivorstand. Ab 1915 Mitglied der Gruppe Internationale, war sie im September 1917 Delegierte der Spartakusgruppe auf der 3. Zimmerwalder Konferenz in Stockholm. Seit 1918 in der Zentrale des Spartakusbundes für Frauenarbeit verantwortlich. Auf dem Gründungsparteitag wurde Käte Duncker in die Zentrale der KPD gewählt. Nach der Ermordung von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches flüchtete sie aus Berlin, hielt sich in Dänemark und Schweden auf und kehrte erst Ende 1919 nach Deutschland zurück. Dann war sie Referentin an der Arbeiterbildungsschule in Berlin, von 1921 bis 1923 Abgeordnete der KPD im Thüringer Landtag. Von März bis Juli 1924 Aufenthalt in der UdSSR, seit 1925 publizistische und pädagogische Tätigkeit an der Seite ihres Mannes. Von 1933 an lebte sie wieder in Friedrichroda, emigrierte 1938 in die USA, war dort Hausgehilfin und Sprachlehrerin. Zusammen mit ihrem Mann kam sie 1947 nach Deutschland, wohnte zunächst bei ihrer Tochter Hedwig, die eine Arztpraxis in Berlin-Charlottenburg hatte. Später übersiedelte sie nach Bernau bei Berlin, wo ihr Mann als Direktor an der FDGB-Bundesschule lehrte. Käte Duncker war durch den Verlust ihrer Söhne Karl (Selbstmord in den USA) und Wolfgang (der als Anhänger Bucharins in Moskau 1937 verhaftet wurde und 1942 in einem Lager in Workuta ums Leben kam) so zermürbt, daß sie nach ihrer Rückkehr in die SBZ politisch nicht mehr aktiv wurde und auch nicht um die formale Aufnahme in die SED nachsuchte. Sie bat am 2. Juni 1948 ihren Weggefährten Wilhelm Pieck um Hilfe bei der Aufklärung des Schicksals ihres Sohnes Wolfgang und schrieb: »Bitte, hilf uns mit der Einsetzung Deines persönlichen Einflusses, Nachricht über das Schicksal des Jüngsten zu erhalten. Eine letzte Bitte einer alten Genossin und Freundin! Auch wenn es sich herausstellen sollte, daß Wolfgang längst tot ist, so ist diese Gewißheit unter Angabe von Ort, Zeit und näheren Umständen noch besser als die quälende Ungewißheit.« Am 10. November 1948 erhielten die Dunckers eine Nachricht des Roten Kreuzes, daß ihr Sohn Wolfgang am 20. November 1942 in Workuta verstorben sei. Im Juni 1952, wenige Tage nach ihrem 81.Geburtstag, hat sich Käte Duncker noch an Walter Ulbricht mit der Bitte um Hilfe für den aus der Partei ausgeschlossenen Jacob Walcher gewandt. Nach jahrelanger schwerer Krankheit starb Käte Duncker am 2. Mai 1953 in Bernau bei Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Dünow, Kurt

* 27.9.1894 – ✝ 28.8.1978

Geboren am 27. September 1894 als Isaak Meier Szpiro (Spiro) in Pjotrkow/Bezirk Lodz, Sohn eines Rabbiners. Uhrmacher, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Ungarns, Teilnehmer an den Kämpfen der ungarischen Räterepublik. 1919 Flucht nach Deutschland, Mitglied der KPD. Er war 1923/24 Sekretär des KJD Bezirk Mittelrhein in Köln, lebte ab 1925 in Berlin unter dem Namen Max Kodzidlok und arbeitete für den AM-Apparat der KPD sowie für den Nachrichtendienst der Komintern (OMS). Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, flüchtete 1931 in die Sowjetunion, wurde KPdSU-Mitglied und war bis 1941 als Instrukteur des Moskauer Sowjet bzw. des ZK der KPdSU in Saratow. Dünow studierte bis 1936 an der Kommunistischen Universität der Völker des Westens, war dann von 1942 bis 1946 Politinstrukteur der Roten Armee. 1946 demobilisiert, kam er in die SBZ, Kontrolloffizier der SMA beim Rundfunk. 1948 Abteilungsleiter im FDGB-Bundesvorstand, 1949 1. Sekretär des Landesverbandes der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft Berlin. Ab Mitte Juni 1951 gehörte Dünow zu einer Expertengruppe, die die Bildung des Museums für Deutsche Geschichte vorbereitete, dort bis 1954 Leiter der »Lenin-Stalin-Abteilung«, danach stellvertretender Leiter der Bibliothek am IML, zuletzt Archivar beim ADN. Kurt Dünow starb am 28. August 1978.

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Düren, Irmgard

* 28.10.1930 – ✝ 24.8.2004

Geb. in Meiningen; Vater Polizeibeamter; 1947/48 Schauspielschule Schwerin; 1948 Debüt in Ludwigslust; 1949 – 52 in erster Ehe verh. mit  Fred D.; Bühnenrollen in Wismar u. Schwerin, ab 1952 in Berlin an der Kom. Oper, der Volksbühne, der »Distel« u. im Friedrichstadtpalast; ab 1953 Mitarb. des DFF, versch. Fernsehrollen, u. a. in »Bianka Maria u. der triefende Dolch« (1953), »La Bohème« (1955), »Der Hexer« (1963); DEFA-Rollen u. a. in »Die Liebe u. der Co-Pilot« (1961); Moderation der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Düwell, Bernhard

* 29.4.1891 – ✝ 1.7.1944

Geboren am 29. April 1891 in Bochum, Sohn eines Drehers; Oberrealschule in Essen und Berlin, von 1907 bis 1909 kaufmännische Lehre, von 1911 bis 1913 Studium der Nationalökonomie ohne Abitur an der Handelshochschule in Berlin. 1908 Leiter der SP-Jugendorganisation in Berlin-Lichtenberg. Er war von 1910 bis 1918 Schriftsteller und Redakteur in Berlin, hilfsdienstverpflichteter Buchhalter bei der Reichshauptbank Berlin von 1915 bis 1918. 1917 Mitglied der USPD, von Oktober 1918 bis September 1919 war Düwell Redakteur am Zeitzer »Volksboten« und im November 1918 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats Zeitz. Als »Volkskommissar« leitete er die Zentralstelle der Arbeiter- und Soldatenräte im Regierungsbezirk Merseburg. Im Dezember 1918 Delegierter zum 1. Reichsrätekongreß, USPD-Fraktion. Dann im Januar 1919 im Wahlkreis Merseburg in die Deutsche Nationalversammlung gewählt, war er von Juni 1920 bis 1924 Abgeordneter des Reichstages. Düwell arbeitete von Ende 1919 bis 1920 als Redakteur des Unabhängigen Sozialdemokratischen Zeitungsdienstes in Berlin, dann von Oktober bis Dezember 1920 als Redakteur des Zentralorgans der USPD-Linke »Die Internationale«. Ab Dezember 1920 Mitglied der VKPD, gehörte Düwell im März 1921 zu den Unterstützern von Paul Levi und wurde im September 1921 Mitglied der KAG, ab April 1922 erneut in der USPD und schließlich ab Oktober 1922 in der SPD. Ab 1924 führte er gemeinsam mit Otto Brass den Zentralvertrieb zeitgeschichtlicher Bücher und die E. Laubsche Verlagsbuchhandlung. 1931 wurde er Chefredakteur des »Sächsischen Volksblattes« in Zwickau und zugleich Mitarbeiter an der Zeitschrift »Marxistische Tribüne«. 1934 flüchte er aus Deutschland nach den Niederlanden, von dort wanderte er nach Batavia/Indonesien aus. 1940 als Deutscher durch holländische Behörden im Gefangenlager Sumatra interniert, nach fünf Monaten entlassen. Nach der Besetzung durch japanischen Truppen erneute Verfolgung und Verhaftung. 1943 Überführung in das japanische Internierungslager Tjimchi 6/Bandung auf Java, dort verstorben.

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Ebeling, Hans-Wilhelm

* 15.1.1934 – ✝ 11.11.2021

Geb. in Parchim (Mecklenb.); Vater Offz. beim Oberkdo. des Heeres; ein Vorfahr ist Ernst Moritz Arndt; Kindheit in Greifswald; Grund- u. Oberschule, 1952 Abitur in Forst (Lausitz); kurzz. Schmelzer im Eisenhüttenkombinat Ost; 1952 – 54 Ausbildung zum Schlosser im RAW Cottbus; 1954 – 57 Maschinenbaustudium an der TU Dresden; 1957 – 62 Studium der ev. Theol. an der KMU Leipzig, Dipl.-Theol.; 1962 – 64 Vikar in Vetschau (Spreewald), danach bis 1976 Pfarrer in Lieberose (Spreewald), ab 1976 an der…

Wer war wer in der DDR

Eberhardt, Werner

* 21.4.1925 – ✝ 18.12.2012

Geb. in Altenburg (Thür.), aufgewachsen in Falkenstein (Vogtl.); Umzug nach Bischofswerda; 1935 – 43 Oberschule; Fußballspieler bei 08 Bischofswerda; 19.9.1942 erfolgreiche Eignungsprüfung im Berliner »Haus des Rundfunks« als Sportreporter bei Rolf Wernicke u. Hanne Sobek; Aug. 1943 Wehrmacht; 19.2. 1944 schwere Verwundung nahe Rom; Nov. 1944 Einsatz in Kurland u. erneute Verwundung; am 28.3.1945 mit dem letzten Lazarettschiff aus dem Kessel ausgebrochen. 1945 Rückkehr nach Bischofswerda; KPD;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eberlein, Hugo

* 4.5.1887 – ✝ 16.10.1941

Geboren am 4. Mai 1887 in Saalfeld, Sohn eines Fabrikarbeiters; lernte Zeichner. 1905 Mitglied der Gewerkschaft und 1906 der SPD. Eberlein – ein gewandter, schlagfertiger und belesener Mann – stand in den Parteidiskussionen auf dem linken Flügel. Er war ein treuer Anhänger Rosa Luxemburgs, die nach Kriegsausbruch seine weniger bekannte Adresse für wichtige Korrespondenz benutzte, und von Anfang an führend in der Gruppe der Linken, der späteren Spartakusgruppe. Als ausgezeichneter Organisator spielte er im Krieg neben Leo Jogiches für den Spartakusbund eine wichtige Rolle. Mehrmals verhaftet und zum Heer eingezogen, konnte er sich wegen eines Asthmaleidens immer wieder dem Militärdienst entziehen. Er war Teilnehmer der ersten Reichskonferenz der Spartakusgruppe im Januar 1916. Seit 1917 gehörte er mit der Spartakusgruppe zur USPD. Kurz vor Ausbruch der Novemberrevolution in Ostpreußen desertiert, gründete Eberlein in Danzig eine Gruppe des Spartakusbundes und wurde dort nach Ausrufung der Revolution 2.Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates. Nach Berlin zurückgekehrt, wurde er Mitglied des Vorstandes des Spartakusbundes, verantwortlich für die Geschäftsleitung. Auf dem Gründungsparteitag der KPD hielt er am 31.Dezember 1918 das Referat über die Organisation. Am 11. Januar 1919 mit Jogiches verhaftet, konnte Eberlein entkommen und lebte in der folgenden Zeit illegal. Delegierter auf allen Parteitagen der KPD, wurde er vom I. bis zum XI. Parteitag immer in die Zentrale bzw. in das ZK gewählt, gehörte fast immer dem Orgbüro und zeitweise auch dem Polbüro an. Im März 1919 gelangte Eberlein als einziger deutscher Vertreter zum Gründungskongreß der Komintern nach Moskau (Pseudonym Max Albert). Dort hat er sich, entsprechend einem Beschluß der KPD und dem Wunsch der inzwischen in Deutschland ermordeten Rosa Luxemburg, gegen die sofortige Gründung der Komintern gewandt und sich bei der Gründung der Kommunistischen Internationale der Stimme enthalten. Nach Deutschland zurückgekehrt, plädierte er für den Anschluß an die Komintern, den die KPD dann beschloß. Während der März-Aktion 1921 und bei den Vorbereitungen des Aufstandes 1923 auch im AM-Apparat der KPD aktiv. Von 1921 bis 1933 war er Abgeordneter des Preußischen Landtags. Ende 1923 wandte er sich von Heinrich Brandler ab und ging zur Mittelgruppe, die bis zum IX. Parteitag im April 1924 die Partei leitete. Eberlein gehörte zu den Organisatoren dieses illegal abgehaltenen Parteitags und wurde dort als einer der vier Vertreter der Mittelgruppe in die linke Zentrale gewählt, in der er loyal mitarbeitete. Allerdings verlor er seine Funktion als Sekretär des Polbüros und die Leitung der Agitproparbeit, er lenkte die geschäftlichen Unternehmungen, Druckerei- und Zeitungsverlage, später die gesamte Finanztätigkeit der KPD. Eberlein war in der Folgezeit einer der Vertrauensleute der Komintern-Führer in Deutschland und als Leiter der Geschäftsabteilung kontrollierte er zugleich die finanzielle Unterstützung der KPD durch Moskau. Auf dem X. Parteitag 1925 kam er wieder ins ZK, sein Einfluß stieg in der Partei nach dem »Offenen Brief« beträchtlich. Auf dem Xl. Parteitag 1927 als ZK-Mitglied ins Polbüro aufgenommen, 1928 wählte ihn der VI. Weltkongreß der Komintern in die Internationale Kontrollkommission, der VII. Weltkongreß 1935 in Moskau, an dem er teilnahm, bestätigte später dieses Mandat. Eberlein gehörte zur Versöhnler-Gruppe. Er hatte maßgebenden Anteil an der Aufdeckung der Wittorf-Affäre und war neben Gerhart Eisler Hauptinitiator der Absetzung Ernst Thälmanns im September 1928. Nach dem Eingreifen Stalins wurde er »kaltgestellt«, kapitulierte später mit der Mehrheit der Versöhnler und wurde auf weniger wichtige Posten abgeschoben. Eberlein hatte 1913 in Berlin Anna Harms (*15.7. 1889 – † 11. 1. 1964), die ebenso wie er ab 1919 der KPD angehörte, geheiratet. Er war in zweiter Ehe dann mit Inna Armand, einer Tochter der berühmten aus Frankreich stammenden russischen Bolschewikin Inessa Armand, einer Freundin Lenins, verheiratet. Beider Tochter Ines wurde 1923 in Berlin geboren. Eberlein stand in enger Freundschaft zu Wilhelm Pieck. Nach 1929 im Komintern-Apparat tätig, wozu ihn Bela Kun herangezogen hatte, blieb er dies auch nach 1933 und beteiligte sich in Frankreich maßgeblich an der Organisierung der Volksfrontbewegung. Er wurde im September 1935 in Straßburg wegen »Spionage« verhaftet und im März 1936 in die Schweiz abgeschoben. Seit 1933 lebte Eberlein – inzwischen von Inna Armand getrennt – mit seiner Sekretärin Charlotte Scheckenreuter zusammen. Beide flüchteten im August 1936 von Antwerpen über Leningrad nach Moskau und wohnten dort im Hotel »Lux«. Auf Eberleins 50.Geburtstag im Mai 1937 verkündete Pieck, Hugo Eberlein werde rehabilitiert und wieder zur KPD-Arbeit herangezogen. Tatsächlich aber hat ihn das NKWD in der Nacht vom 27. zum 28. Juli 1937 verhaftet, in die Lubjanka gesperrt und von ihm unter fürchterlicher Folter »Geständnisse« erzwungen. In einem Brief an Charlotte Scheckenreuter vom November 1939 (erstmals vollständig veröffentlicht 2008), der sie aber nicht mehr erreichte, berichtete Eberlein: »Nach der Verhaftung saß ich bis zum 19. 1. 1938 ohne jegliches Verhör in Haft. Am 19.Januar 1938 begann das Verhör, das ununterbrochen zehn Tage und Nächte dauerte. Ich mußte ohne Schlaf und fast ohne Nahrung die ganze Zeit stehen. Das Verhör bestand in der Erhebung der sinnlosesten Anschuldigungen und wurde durch solche Faust- und Fußschläge begleitet, daß ich nur unter schrecklichsten Schmerzen stehen konnte. Die Haut platzte, in den Schuhen sammelte sich Blut ... Im April 1938 transportierte man mich ins Lefortowo-Gefängnis. Hier wurden alle Verhöre mit den schrecklichsten Verprügelungen begleitet, man prügelte mich wochenlang Tag und Nacht. Auf dem Rücken gab es kein Stück Haut, nur das nackte Fleisch. Auf einem Ohr konnte ich wochenlang nichts hören, und auf einem Auge konnte ich wochenlang nichts sehen, weil die Blutgefäße im Auge verletzt wurden. Oft fiel ich in Ohnmacht.« Am 5. Mai 1939 wurde Hugo Eberlein in einer geschlossenen Sitzung des Militärkollegiums des Obersten Gerichts der UdSSR zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt und am 1. Juni 1939 nach Workuta transportiert. 1941 kam er in ein Lager 100 km nördlich von Syktywkar in der ASSR der Komi, dann zurück nach Moskau und erneut angeklagt. Am 30. Juli 1941 lautete das Urteil Tod durch Erschießen. Hugo Eberlein wurde am 16. Oktober 1941 erschossen. Charlotte Scheckenreuter (* 30. 10. 1909 – †11. 8. 1982), seine Lebensgefährtin, war Tochter eines Essener Bergarbeiters, 1927 Mitglied der KPD, Kontoristin und Stenotypistin bzw. ab 1930 in der Abteilung Kasse der BL Ruhrgebiet. Im Juli 1933 ins Saargebiet emigriert. Ab Oktober 1936 arbeitete sie unter dem Parteinamen Lotte Reuter an der Leninschule in Moskau. Dort am 18. Juni 1938 verhaftet und der »Beihilfe zur Spionage« angeklagt. Im Januar 1939 zwar entlassen, aber mittellos und ohne jegliche Unterstützung, blieb ihr nur die Rückreise nach Deutschland. Hier wurde sie am 3.November 1939 verhaftet. Charlotte Scheckenreuter überlebte die Nazidiktatur, heiratete nach 1945 den Essener Altkommunisten und Spanienkämpfer Heinrich Schürmann. 2008 veröffentlichten Ruth Stoljarowa und Wladislaw Hedeler im »JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung« eine biographische Skizze über Charlotte Scheckenreuter. Hugo Eberlein wurde am 31. Oktober 1956 durch das Militärkollegium des Obersten Gericht der UdSSR juristisch rehabilitiert. Seine Tochter Ines erhielt 1956 eine offizielle Sterbeurkunde, angeblich war ihr Vater am 12. Januar 1944 »verstorben«. Sein Sohn aus erster Ehe, Werner Eberlein (*9.11. 1919 – † 11. 10. 2002) emigrierte im April 1934 zum Vater in die Sowjetunion, er besuchte die Karl-Liebknecht-Schule in Moskau. Nach der Verhaftung seines Vaters mußte er bis 1940 in Moskau arbeiten und wurde anschließend für acht Jahre nach Sibirien verbannt. Im April 1948 nach Deutschland zurückgekehrt, trat er in die SED ein und wurde Übersetzer beim FDGB und im ZK der SED. Von 1951 bis 1954 Kursant an der Parteihochschule in Moskau, arbeitete anschließend bis 1959 beim »Neuen Deutschland«, dann Mitarbeiter des ZK der SED, Chefdolmetscher sowohl Walter Ulbrichts als auch Erich Honeckers bei Gesprächen mit der sowjetischen Führung. Seit 1971 Mitglied der ZRK, gehörte er ab 1981 dem ZK an, 1983 1. Sekretär der BL Magdeburg. Werner Eberlein wurde 1985 Kandidat, und 1986 Mitglied des Politbüros der SED, später war er in der PDS.

Wer war wer in der DDR

Ebert, Karl

* 15.10.1916 – ✝ 12.11.1974

Geb. in Würzburg; 1941 Priesterweihe in Würzburg, Kaplan in Arnstein (Lahn); Wehrmacht. 1948 Kaplan in Hammelburg (Unterfranken); 1950 Kuratus in Wernshausen (Thür.); 1957 Pfarrer in Wernshausen, 1959 in Unterwellenborn; 1968 Dekan des Dekanats Saalfeld; 1971 Bischöfl. Kommissar des Bischofs von Würzburg in Meiningen; seit 20.7.1973 Titularbischof von Drua, 15.9.1973 Weihbischof des Apostol. Administrators in Erfurt u. Meiningen (Nachf. von  Hugo Aufderbeck); gest. in Meiningen.Clemens Brodkorb…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Ebner, Adam

* 4.3.1894 – ✝ 6.7.1973

Geboren am 4. März 1894, entstammte einer alteingesessenen Neu-Isenburger Familie. Der Vater starb früh, die Mutter betrieb eine Gastwirtschaft. Ebner lernte Mechaniker und war längere Zeit in seinem Beruf tätig. Nach dem Besuch der technischen Lehranstalten in Offenbach kam er als Betriebsassistent zur Reichsbahn. Im Weltkrieg verwundet, trat er 1919 der USPD bei und kam mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Von 1921 bis 1924 Abgeordneter des Hessischen Landtags, im Mai (bis Dezember) 1924 im Wahlkreis Hessen-Darmstadt in den Reichstag gewählt. Delegierter des VIII. KPD-Parteitages 1923, als Vertreter des linken Bezirks Hessen in die Gewerkschaftskommission und den ZA berufen. 1925 war Ebner Mitarbeiter der Orgabteilung der Komintern in Moskau und ging zur »Vereinigten Opposition Sinowjews und Trotzkis«. Als Oppositioneller 1927 aus der Partei ausgeschlossen, gehörte er zu den Mitbegründern des Leninbundes und unterschrieb im März 1928 den Aufruf der »Linken Kommunisten«. Bei den Stadtverordnetenwahlen 1929 errang der Leninbund unter Ebners Führung in Neu-Isenburg vier Mandate. Im April 1931 gab es Wiedervereinigungsbestrebungen zwischen der örtlichen Leitung der KPD und dem Leninbund, doch dieser blieb selbständig. Ebner kandidierte damals mit einem großen Wahlerfolg als Beigeordneter in Neu-Isenburg. Von 1933 bis 1945 arbeitete er wieder als Betriebsassistent bei der Reichsbahn bzw. als Buchhalter in einer Uniform-Kleiderfabrik in Neu-Isenburg. Von März bis April 1933 in »Schutzhaft«, anschließend stand der hundert Prozent schwerkriegsbeschädigte Ebner unter Hausarrest. Nach 1945 bei der Hessischen Landesversicherungsanstalt beschäftigt, lebte er später als Pensionär in Neu-Isenburg, er gehörte keiner Partei an. Adam Ebner starb am 6. Juli 1973.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Eckert, Erwin

* 16.6.1893 – ✝ 20.12.1972

Geboren am 16. Juni 1893 in Zaisenhausen/ Baden, Sohn eines Lehrers. Er wuchs in Mannheim auf, wo sein Vater später Leiter eines Waisenhauses war. Eckert studierte in Heidelberg, Göttingen und Basel Theologie und Philosophie. Im Weltkrieg war er Soldat in einem Alpenjäger-Regiment, zuletzt Leutnant. Als Student Mitglied der SPD, als Stadtvikar von Pforzheim (bis 1922) gründete Eckert den Bund religiöser Sozialisten Deutschlands und blieb bis 1931 dessen Vorsitzender. Bis 1927 Pfarrer in Meersburg am Bodensee, dann Stadtpfarrer in Mannheim. Der populäre Eckert sammelte linke SPD-Kreise um sich, schloß sich aber nicht wie erwartet 1931 der SAP an, sondern wurde Mitglied der KPD. Beim Übertritt im Oktober 1931 veröffentlichte die KPD eigens die Broschüre »Die Kirche und die KPD. Stadtpfarrer Eckert kommt zur KPD«, wodurch er deutschlandweit bekannt wurde. Von der evangelischen Kirche aus dem Pfarramt entlassen, war Eckert bis 1933 Redakteur an KPD-Organen (»Rote Post« in Berlin und »Freiheit« in Düsseldorf). Er wurde im März 1933 verhaftet, im Oktober entlassen, dann aber im Juni 1936 erneut festgenommen und zu drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Danach arbeitslos, später als kaufmännischer Angestellter beschäftigt. 1945 wurde Eckert Vorsitzender der KPD in Südbaden (französische Zone), kam als Staatsrat in die erste provisorische Regierung und wurde im zweiten Badischen Kabinett bis Juli 1947 Staatskommissar für Wiederaufbau. Als Abgeordneter war er Vorsitzender der KPD-Fraktion im Badischen Landtag. Bei der Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Mannheim am 31. Juli 1949 konnte der KPD-Kandidat Eckert das erstaunliche Ergebnis von 34,7 Prozent erreichen. Später in KP-nahen Organisationen tätig, starb Erwin Eckert am 20. Dezember 1972 in der Nähe von Mannheim.