...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Barwich, Heinz

* 22.7.1911 – ✝ 10.4.1966

Geb. in Berlin-Lankwitz; Vater Buchhalter; bis 1927 Oberrealschule, Abitur; Praktikant bei AEG Berlin; 1929 – 32 Studium der Elektrotechnik u. Physik an der TH Berlin-Charlottenburg, Dipl.; 1932 – 34 Assistent bei  Gustav Hertz; 1934 Prom. mit einer Arbeit zur Isotopentrennung mittels Kaskade; 1934 – 45 wiss. Mitarb. im Forschungslabor der Fa. Siemens & Halske; ab 1939 Arbeiten für die Marine zur Verbesserung von Torpedozündern; 1945 – 55 als Atomphysiker u. Spezialist für Isotopentrennung in…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bassüner, Albert

* 25.1.1891 – ✝ 23.3.1946

Geboren am 25. Januar 1891 in Wittenberg. Arbeiter in den Stickstoffwerken Piesteritz, wo er Mitte der zwanziger Jahre Betriebsratsvorsitzender wurde. 1920 Übertritt von der USPD zur KPD. Mitglied des Provinziallandtages Merseburg. Auf dem XI. Parteitag (1927) Schriftführer, wurde als Kandidat ins ZK gewählt. 1928 stand Bassüner gemeinsam mit Erich Hausen und Heinrich Galm auf dem rechten Flügel im ZK der KPD und trat in der Wittorf-Affäre aktiv gegen Ernst Thälmann auf. Weil er sich weigerte, die Forderungen des ZK zu akzeptieren, wurde er am 29. Dezember 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Die Komintern stimmte (da er im ZK saß, war dies formell notwendig) seinem Ausschluß zu. Bassüner war dann ein führendes Mitglied der KPO. Gegen den Widerstand der KPD im Februar 1929 wieder zum Vorsitzenden des ADGB in Wittenberg gewählt, eine Funktion, die er schon längere Zeit inne hatte. 1932 trat er zur SAP über. Im Juli 1935 wurde er im KZ Prettin inhaftiert. Albert Bassüner starb am 23. März 1946 in Piesteritz.

Wer war wer in der DDR

Bathke, Karl

* 9.1.1901 – ✝ 14.3.1970

Geb. in Berlin; Vater Metallarb.; Mutter Dienstmädchen; 1907 – 15 Volksschule, ab 1913 Laufbursche; 1915 – 19 Ausbildung zum Schriftsetzer; 1919 – 33 im Beruf in Köln u. Berlin tätig; ab 1919 Freie Soz. Jugend, dann KJD; 1919 Buchdruckerverb.; 1920 in Köln; USPD/VKPD; 1920/21 Mitgl. der KJVD-Ltg. Köln; 1921 Abenduniv. in Berlin; 1921/22 Mitgl. der KJVD-Ltg. u. 1922/23 1. Sekr. (Pol.-Ltr.) des KJVD Berlin-Kreuzberg; 1921 – 23 Mitgl. des Bildungsaussch. der KJVD-Zentr.; 1923/24 Pol.-Ltr. der…

Wer war wer in der DDR

Bauer, Konrad (Conny)

* 4.7.1943

Geb. in Halle; 1964 – 68 Studium an der HS für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden (Abt. Tanzmusik, Posaune); 1968 – 70 Sänger u. Gitarrist im Manfred-Ludwig-Sextett; 1968 – 71 Unterricht beim Soloposaunisten der Dt. Staatsoper Berlin; 1970 – 73 Modern Soul Band (erstmalig Posaune als Hauptinstrument); 1971 – 74 eigene Band Exis; 1972 Absolvent der Musikschule Berlin-Friedrichshain (Tanzmusik); Mitarb. im Jazz-Werkstatt-Orchester (Ltg.  Ulrich Gumpert); 1974 – 77 FEZ (LP 1975); 1973 – 75…

Wer war wer in der DDR

Baumann, Edith (verh. Honecker-Baumann)

* 1.8.1909 – ✝ 7.4.1973

Geb. in Berlin; Vater Maurer; Mutter Arbeiterin; Grund-, Mittel- u. 1924 – 30 Städt. Höhere Handelsschule, Ausbildung zur Stenotypistin; 1926 – 33 Mitgl. der Gewerkschaft ZdA; 1925 – 29 Stenotypistin im Apotheken-Bedarfs-Contor Berlin; 1926 – 31 SAJ, Vors. einer Jugendgr., Mitgl. des KV Berlin-Prenzlauer Berg, dann des BV Berlin; 1927 – 31 SPD, 1930 Mitgl. des SAJ-HV; 1929 – 33 Stenotypistin in der Reichsforschungsstelle für landw. Marktwesen; Okt. 1931 SPD-Ausschluss; 1931 – 33 SAP u. deren…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bäumer, Ludwig

* 1.9.1888 – ✝ 28.8.1928

Geboren am 1. September 1888 in Melle bei Hannover; 1911 brach er das Jura-Studium in Göttingen ab und kam in die Künstlerkolonie nach Worpswede bei Bremen. Hier mit Heinrich und Martha Vogeler befreundet, begann er ein Liebesverhältnis mit Martha Vogeler, die ihren Mann und das Haus in Worpswede verließ. Bäumer war ein enger Mitarbeiter Franz Pfemferts und der von ihm herausgegebenen Zeitschrift »Aktion«. Im Ersten Weltkrieg Unteroffizier, dann Kriegsgegner, gehörte er während der Novemberrevolution zu den aktivsten Bremer Kommunisten. Ende 1918 nahm er als Worpsweder Delegierter am Gründungsparteitag der KPD in Berlin teil. Er wurde im Januar 1919 Mitglied des Rates der Volksbeauftragten der Bremer Räterepublik und war nach deren Niederwerfung inhaftiert. Bäumer tendierte zum Syndikalismus und trat im Juni 1919 aus der KPD aus, war seitdem parteilos. 1919 erschien seine Schrift »Das Wesen des Kommunismus«. Der zum Bremer Künstlerkreis gehörende Bäumer wohnte bis 1922 in Worpswede, war zuletzt Geschäftsführer eines Lokals. Später heiratete er eine vermögende Frau und zog nach Süddeutschland, er lebte als freier Schriftsteller in München und Berlin. Ludwig Bäumer starb am 28. August 1928.

Wer war wer in der DDR

Baumgarten, Klaus-Dieter

* 1.3.1931 – ✝ 17.2.2008

Geb. in Werna (b. Ellrich, Thür.); Vater Gärtner; Mittelschule. 1945 – 49 Ausbildung zum u. Arbeit als Zimmermann in Ellrich; 1946 FDJ; 1948 – 2001 SED/PDS; 1949 Eintritt in die VP, zunächst in Nordhausen, dann bis 1953 beim Wachbat. der Reg., Posten-, Gruppen-, Zugführer bzw. Sachbearb. für Ausbildung, VP-Kommissar; 1953/ 54 HS für Offz. der KVP, Major; 1954/ 55 Ltr. Abt. Ausbildung im Kdo. der Bereitschaftspolizei; 1955/56 Ltr. Ausbildung beim Stellv. des Staatssekr. für Staatssicherheit;…

Wer war wer in der DDR

Bäuml, Luise

* 22.11.1919 – ✝ 14.6.2004

Geb. in Plauen (Vogtland); Vater Schneider; Volks- u. Berufsschule; nach 1933 antifasch. Arbeit; 1934 – 40 Textilarb.; 1940 – 45 Bürohilfe u. Karteiführerin. 1945 KPD, 1946 FDJ, SED; 1945/46 Angest. in der Stadtverw. Plauen; 1946 Besuch der Landesjugendschule in Sachsen; 1946 – 50 MdL Sachsen; 1946 – 49 Stadtverordn. in Plauen; 1946/47 Mitgl. u. Org.-Ltr. in der FDJ-KL Plauen; 1948/49 Ltr. des Jugendamtes Plauen; 1949 – 54 Abg. der Volkskammer; 1949 – 50 Abt.-Ltr. im FDJ-LV Sachsen; 1950/51…

Wer war wer in der DDR

Becher, Johannes R.(obert)

* 22.5.1891 – ✝ 11.10.1958

Geb. in München; Vater Amtsrichter; 1897 – 1911 Volksschule u. Gymnasium in München, Öttingen u. Ingolstadt; 1911 – 18 Studium der Philol., Philos. u. Med. an den Univ. in München, Berlin u. Jena; 1911 erste liter. Veröff.; wegen der Folgen eines Suizidversuches (1910) kein Militärdienst; 1914 – 18 Aufenthalte in psychiatr. Kliniken wegen Morphiumabhängigkeit; 1917 USPD; ab 1918 freier Schriftst. in Berlin; 1919/20 u. ab 1923 KPD; 1920 – 22 starke religiöse Orientierung; 1925 – 28 wegen »liter.…

Wer war wer in der DDR

Bechert, Helmut

* 1.1.1933

Geb. in Allenstein (Ostpr./Olsztyn, Polen); Vater Automechaniker; 1952 Abitur; 1952 – 56 Studium an der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1956 SED u. Einstellung beim MfS, Abt. Agit.; 1971 stellv. Ltr., 1975 Ltr. der Abt. Agit.; 1976 Prom. zum Dr. jur. an der JHS Potsdam-Eiche; 1977 Oberst; 1985 – 89 als MfS-OibE stellv. Ltr. der Abt. Presse des Min. für Ausw. Angelegenh.Jens Gieseke

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Anton

* 19.4.1883 – ✝ 12.4.1965

Geboren am 19. April 1883 in Stoßdorf/Krs. Siegburg als Sohn eines Landarbeiters (»Äckerers«). Zunächst selbst Landarbeiter, dann Lehre und Tätigkeit als Dreher. Vor dem Weltkrieg Übersiedlung nach Hamburg, Mitglied der SPD. Nach dem Krieg Übertritt zur USPD, 1920 mit der linken USPD zur KPD. In den zwanziger Jahren lange erwerblos, wurde Becker einer der Führer der Hamburger Arbeitslosen; 1925 Mitglied der BL Wasserkante, von 1926 bis 1931 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. 1931 schied er wegen Differenzen aus der BL aus und zog sich von der aktiven Politik zurück. 1943 verzog er von Hamburg nach Düsseldorf. Nach 1945 lebte er als Rentner in Geesthacht, war politisch aber nicht mehr aktiv. Anton Becker starb am 12. April 1965 in Geesthacht.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Gesine

* 16.4.1888 – ✝ 9.12.1968

Gesine Bolle wurde am 16. April 1888 in Meinershausen/Krs. Osterholz bei Bremen als Tochter eines Kleinbauern geboren. Sie arbeitete als Laden- und Haushaltshilfe, von 1911 bis 1925 als Hausmeisterin, später als Kontoristin. 1910 wurde sie Mitglied der SPD und kam über die Bremer Linksradikalen 1919 zur KPD. Ihr Mann, Gottfried Becker (*1.2.1884 – †22.10.1956) war 1921 Leiter der Bremer KPD. Von 1919 bis 1929 vertrat Gesine Becker die KPD in der Bremer Bürgerschaft. 1923/24 arbeitete sie aktiv in der Mittelgruppe. Von 1925 bis 1927 Kontoristin, half sie später ihrem Ehemann, der ein Werbebüro für die Reichsbahn unterhielt. 1929 war Gesine Becker einige Monate Orgleiter des KPD-Bezirks Nordwest. Im Dezember 1930 verzog sie mit ihrem Mann (er war bis zum Machtantritt der Nazis als Akquisiteur für die gesamte KPD-Presse zuständig) aus Bremen nach Berlin-Lichtenberg. Von 1934 bis 1936 war Gesine Becker hier Inhaberin des Cafés »Derby« in der Schlesischen Straße. Von 1939 bis 1944 als Kontoristin dienstverpflichtet. Nach 1945 zunächst Hausfrau, wurde Gesine Becker 1946 Mitglied der SED, ohne wichtige Funktionen auszuüben. Bis 1955 Büroangestellte im VEB Schrott Berlin-Lichtenberg, danach Sachbearbeiterin in der Kaderabteilung der Humboldt-Universität Berlin. Gesine Becker starb am 9. Dezember 1968 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Bärwinkel, Oswald

* 29.7.1920 – ✝ 3.11.2006

Geb. in Leipzig; Vater Kaufm.; Volksschule; Hilfsmechaniker, Materialversorger u. Expedient; 1940 – 45 Wehrmacht, 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft; 1947/48 Antifaschule in Rostow. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949/50 Transportarb.; 1950 – 53 Expedient; hauptamtl. FDGB-Funktionär, stellv. Abt.-Ltr. u. Abt.-Ltr. für Technik, begründete Arbeitsnorm (TAN) u. zuletzt Arbeitsdir. im VEB Elektrokombinat Bitterfeld; 1952 SED; 1953/54 Sachbearb. in den Leuna-Werken »Walter Ulbricht«; 1954 Gleisarb. bzw.…

Wer war wer in der DDR

Bastian, Horst

* 5.12.1939 – ✝ 13.4.1986

Geb. in Exin (b. Posen) (Kcynia, Polen); Vater Gärtner, Mutter Hausfrau; 1946 – 54 Schulausbildung in Damelang; schweres Asthmaleiden; 1954 landwirtschaftl. Berufsschule in Golzow; 1955 – 57 Maurerlehre in Potsdam, Möbelträger; 1957 / 58 ABF; ab 1958 Arbeit als Requisiteur am Dt. Theater Berlin, körperl. Zusammenbruch, danach freischaff. Publizist; ab 1960 erste Erzählungen, Hörspiele u. Drehbücher; Filmszenarien zus. mit  Manfred Krug: 1961 »Gestorbene Angst« (nicht realisiert), 1962 »Der…

Wer war wer in der DDR

Batt, Kurt

* 11.7.1931 – ✝ 20.2.1975

Geb. in Hamburg; Vater Buchdrucker; 1938 – 42 Volksschule in Teterow; 1942 – 51 OS mit kriegsbedingten Unterbrechungen, Abitur; 1951 – 55 Germanistikstudium in Leipzig; 1955 – 59 Doz. für Dt. u. Lit.-Geschichte am Konservatorium Rostock; 1958 Prom. zum Dr. phil. an der Philosoph. Fak. der KMU Leipzig mit einer Diss. über niederdt. Lit. des 19. Jh.; ab 1959 Lektor im Hinstorff Verlag Rostock, 1960 stellv. Verlagsltr.; 1961 Cheflektor; Förderung u. Entw. junger Autoren, langjähriger engagierter…

Wer war wer in der DDR

Bauer, Leo

* 18.12.1912 – ✝ 18.9.1972

Geb. in Skalat (b. Tarnopol, Ostgalizien, Österr.-Ungarn/Ukraine) in einer jüd. Familie; Vater Uhrmacher u. Goldwarenhändler (alle Angehörigen wurden später in dt. Vernichtungslagern ermordet); 1914 nach Pogromen Flucht der Fam. nach Sachsen; aufgew. in Chemnitz, dort 1919-30 Realschule u. Gymnasium; 1925 dt. Staatsangehörigkeit; 1927 SAJ, 1928 SPD, 1930 Übersiedl. nach Berlin, dort 1930/31 Privatunterricht, 1932 Abitur; 1931 SAP u. ab 1932 KPD; als Werkstudent 1932/33 Studium der Rechtswiss. u.…

Wer war wer in der DDR

Baumann, Rudolf

* 19.8.1911 – ✝ 19.6.1988

Geb. in Düsseldorf; Vater Versicherungsdir.; Gymnasium; 1930 – 36 Med.-Studium in Bonn, München, Berlin u. Rostock, hier 1937 Prom.; 1936 – 41 Facharztausbildung an der II. Internist. Klinik des Städt. Krankenhauses Neukölln; 1940 NSDAP; 1941 – 44 Lazarettarzt. 1945 Chefarzt des Städt. Ost-Krankenhauses, 1948 – 51 2. Ärztl. Dir., 1951 – 57 Chefarzt u. Ärztl. Dir. des Städt. Krankenhauses Berlin-Buch; 1951 SED; 1957 Prof. für Innere Med.; 1958 – 78 Dir. des Inst. für kortiko-viszerale Pathol. u.…

Wer war wer in der DDR

Baumgärtel, Gerhard

* 25.11.1931 – ✝ 27.7.1997

Geb. in Reumtengrün (Krs. Auerbach, Vogtland); Vater Landwirt; Mittelschule. 1946 – 49 Ausbildung zum Tischler; 1949 – 54 Studium an der FS für angewandte Kunst Erfurt, Innenarchitekt; 1954 – 60 Studium an der HAB Weimar, Dipl.-Ing.; 1960 – 62 Architekt u. Projektbearb. im VEB Projektierung Polygraph Leipzig; 1962 – 69 wiss. Assistent, 1969 – 74 wiss. Oberassistent an der HAB Weimar, 1965 Prom. zum Dr.-Ing., 1970 Dr.-Ing. habil.; 1969 CDU; 1973/74 Zusatzstu-dium an der TU Budapest; 1975 – 82…

Wer war wer in der DDR

Baumgarten, Oskar

* 25.10.1907 – ✝ 1.12.2008

Geb. in Halle; Vater Bautechniker; Volks- u. Oberrealschule; 1926 – 28 Ausbildung zum Landwirt; 1928 – 31 Studium an der Univ. Halle, Dipl.-Landw.; 1931 – 33 hier Studium der Staatswiss., anschl. Assistent bei Ernst Grünfeld, 1933 Prom. zum Dr. rer. pol. mit einer Diss. zur Freihandels- u. Schutzzollpol. als Mittel der Agrarpol.; 1931 – 35 Buchhalter; 1935 NSDAP; 1935 – 43 Sachbearb. bzw. Abt.-Ltr. u. Ltr. der Außenstelle Salzwedel der Landesbauernschaft Sachsen-Anh., Landw.-Rat; 1943 – 45…

Wer war wer in der DDR

Bause, Arndt

* 30.11.1936 – ✝ 11.2.2003

Geb. in Leipzig; Vater Buchhalter; 1951 – 54 Ausbildung zum Apparateglasbläser; ab 1948 Klavierunterricht, ab 1955 in versch. Bands, 1960 – 63 Posaunenunterricht; 1962 erste Rundfunkprod. eines eigenen Titels, 1969 – 74 externes Studium von Komposition u. Tonsatz an der HS für Musik Leipzig (St.-Ex.); 1983 NP. Kompositionen u. a. für  Frank Schöbel (1968 – 76 »Gold in deinen Augen«, »Ich geh vom Nordpol zum Südpol«, Texte: Dieter Schneider), Jürgen Walter (1976 – 82 »Schallali Schallala«,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becher, Johannes R.(obert)

* 22.5.1891 – ✝ 11.10.1958

Geboren am 22. Mai 1891 in München als Sohn des Amtsrichters Heinrich Becher. Schon früh erwachte in Johannes Becher das Interesse an der Literatur, zunächst schlug er aber auf Drängen des Vaters eine militärische Laufbahn ein. Nach dem Abitur veröffentlichte er die Kleist-Hymne »Der Ringende« sowie den Lyrikband »Verfall und Vernunft«, in dem er die Gesellschaftsordnung des Kaiserreichs angriff. Im April 1910 wollte er mit seiner Freundin Selbstmord begehen, sie starb, Becher kam mit schweren Schußverletzungen sechs Monate ins Krankenhaus. Er studierte von 1911 bis 1918 in München und Jena Philosophie und Medizin, allerdings ohne Abschluß. Als Mitarbeiter an der Zeitschrift »Aktion« von Franz Pfemfert sowie »Die neue Kunst« gehörte er zu den Wortführern des Expressionismus. Von 1914 bis 1918 wegen Morphiumabhängigkeit in einer psychiatrischen Klinik. 1917 trat er in die USPD ein und wurde 1918 Mitglied des Spartakusbundes, 1919 der KPD. Damals erschien seine bekenntnishafte Gedichtsammlung »An Alle«. Enttäuscht über die fehlgeschlagene Novemberrevolution, verließ er die KPD und wandte sich der Religion zu. Ab 1923 engagierte er sich wieder in der KPD, publizierte 1926 den Antikriegsroman »Levisite oder Der einzig gerechte Krieg«, wurde deswegen angeklagt (»Vorbereitung zum Hochverrat«), das Verfahren aber nach nationalen und internationalen Protesten eingestellt. 1928 Mitbegründer und Erster Vorsitzender des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller (BPRS), gab er ab 1929 dessen Organ »Die Linkskurve« heraus. Becher emigrierte 1933 zuerst nach Prag, dann nach Paris und 1935 nach Moskau, dort Chefredakteur der Exilzeitschrift »Internationale Literatur – Deutsche Blätter«. Hier wurde Lilly Korpus ab 1936 seine ständige Mitarbeiterin und Lebensgefährtin, sie kam im Juni 1945 als Frau Johannes R. Bechers nach Deutschland zurück. Im Moskauer Exil unternahm er Selbstmordversuche, weil ihn die KPD-Führung für politisch unzuverlässig hielt. Durch die Freundschaft mit dem Philosophen Georg Lukács (*1885 – †1971) wandte sich Becher »dem klassischen Erbe« zu und entdeckte die Form des Sonetts für sich. 1940 erschien sein autobiographischer Roman »Abschied«. Becher gehörte 1943 zu den Mitbegründern des NKFD. Bereits im Juni 1945 nach Berlin zurückgekehrt, hat er hier den »Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands« mitbegründet und wurde dessen erster Präsident. Durch seine Initiative entstand der Aufbau-Verlag, die Monatszeitschrift »Aufbau« und die Wochenzeitung »Sonntag«. Becher gehörte dem Parteivorstand der SED (ab 1950 ZK) an, 1953 wurde er Präsident der DDR-Akademie der Künste und war seit 1954 Kulturminister der DDR, verlor aber ab 1957 seinen politischen Einfluß. Mehrfach mit dem Nationalpreis ausgezeichnet (u. a. als Verfasser des Textes der DDR-National-Hymne). Er gilt zwar als wichtiger Vertreter des »sozialistischen Realismus« in Deutschland, doch sein Lebensweg vom wortgewaltigen Expressionisten zum Verkünder des »sozialistischen Realismus« machte ihn zu einem der umstrittensten deutschen Schriftsteller. Johannes R. Becher starb am 11.Oktober 1958 in Ost-Berlin. Bechers Gesammelte Werke in 18 Bänden wurden zwischen 1966 und 1981 publiziert, Briefe von ihm im Jahre 1993. Eine neue Biographie veröffentlichte 1998 Jens-Fietje Dwars, 2003 erschien eine politische Biographie Bechers von Alexander Behrens.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Bechler, Bernhard Max

* 9.2.1911 – ✝ 30.11.2002

Geb. in Lengenfeld-Grün (Vogtl.); Vater Fabrikdir.; Volks- u. Privatschule, bis 1930 Gymnasium; 1931 – 43 Wehrmacht, 1932/33 Offz.-Ausbildung u. Regt.-Kdr. an der Infanterie-Schule Dresden; 1934 Ltn., 1936 Oblt., Regt.-Adjudant; 1940 – 42 beim Gen. z. b. V. im OKH Zossen u. Ostpr., Teiln. an den Lagebesprechungen beim Chef des Gen.-Stabs des Heeres, Kontakte u. a. zu Friedrich Olbricht; Jan. 1943 bei Stalingrad als Major u. Bat.-Kdr. in sowj. Kriegsgefangenschaft, Lager Frolow u. Jelabuga; 1943…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Artur

* 12.5.1905 – ✝ 13.4.1938

Geboren am 12. Mai 1905 in Remscheid, Sohn eines Feilenhauers, der nach dem Kriege der USPD angehörte; Schlosserlehre. 1920 Mitglied der FSJ. 1923 Eintritt in die KPD; Orgleiter und ab Januar 1925 Polleiter des UB Remscheid des KJVD. Von 1926 bis 1928 Leiter des Bezirks Niederrhein der kommunistischen Jugend, ab August 1928 Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Jugendinternationale in Moskau. Auf dem 11. KJVD-Kongreß in Berlin im September 1929 in das ZK des Jugendverbandes gewählt, wurde er im April 1930 2. Vorsitzender des KJVD. 1930 jüngster Reichstagsabgeordneter, ab Juni 1931 Vorsitzender des KJVD. Im Frühjahr 1932 für die Fehlschläge der KJVD-Arbeit verantwortlich gemacht, aus dem ZK des KJVD entfernt und zur Jugendarbeit in der RGO abgestellt. Becker wurde im November 1932 »rehabilitiert« und seine Absetzung als Intrige der Neumann-Gruppe bezeichnet. Er übersiedelte nach Moskau und arbeitete im EKKI der Jugendinternationale. Ab Ende August 1937 Angehöriger, später Kommissar der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg. Am 13.April 1938 geriet Artur Becker verwundet in die Gefangenschaft der Franco-Truppen, die ihn am 16. Mai 1938, vier Tage nach seinem 33. Geburtstag, in Burgos erschossen. 2005 veröffentlichte Karl-Heinz Jahnke eine Broschüre über Artur Becker.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Karl Albin

* 19.11.1894 – ✝ 1.12.1942

Geboren am 19. November 1894 in Hannover als Kind einer sozialistischen Familie; von Beruf Schriftsetzer. Auch seine Geschwister waren später Kommunisten ( Ernst Becker, Lina Becker). Mit 15 Jahren 1909 Mitglied der sozialistischen Jugendorganisation, 1912 der SPD. Während des Weltkrieges gehörte er zunächst in Dresden, dann in Bremen zu den führenden Köpfen der Bremer Linksradikalen. Deswegen 1917 verhaftet, erst durch den Ausbruch der Novemberrevolution wieder frei. Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates Dresden, Delegierter der Internationalen Kommunisten Deutschlands auf dem Gründungsparteitag der KPD. 1919 Funktionär der KPD, Mitglied des »Bremer 21er Ausschusses«. Bei der Spaltung 1919 zunächst beim linken Flügel, Anhänger der Allgemeinen-Arbeiter-Union. Im März 1920 Abkehr von der Opposition, wurde er 1921 führend in der Hamburger KPD und Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Auf dem VIII. Parteitag im Januar 1923 als einer der Jüngsten zum Mitglied der Zentrale gewählt, sogar ins Polbüro berufen, mußte nach dem Parteiverbot 1923 – steckbrieflich gesucht – untertauchen. Vorübergehend in Schlesien und bis zum IX. Parteitag (1924) wieder Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«. In den Auseinandersetzungen nach 1923 gehörte er zu den Rechten ( Heinrich Brandler, August Thalheimer, Jacob Walcher). Er lebte einige Zeit in Moskau, schloß sich nach seiner Rückkehr im Jahre 1925 eng an die Gruppe um Ernst Meyer an und gelangte mit dieser Gruppe 1926 wieder in leitende Positionen. Becker arbeitete in der Gewerkschaftsabteilung des ZK, war von 1927 bis Anfang 1928 Chefredakteur der KPD-Gewerkschaftszeitung »Kampf«. Vom XI. Parteitag 1927 wieder als Mitglied ins ZK gewählt, 1928 zum KPD-Abgeordneten des Preußischen Landtags. Bei den innerparteilichen Auseinandersetzungen 1928 einer der Wortführer der Versöhnler und mit diesen aus allen wichtigen Funktionen verdrängt, 1929 kam er nicht mehr ins ZK. Becker kapitulierte und betätigte sich in Nebenorganisationen der KPD (Rote Hilfe, Kampfbund gegen den Faschismus). Von 1931 bis 1933 in Berlin Landessekretär des Bundes der Freunde der Sowjetunion. 1933 ging Becker in die Illegalität, emigrierte im Oktober 1934 zunächst nach Prag, dann nach Amsterdam. Er arbeitete später für die KPD in Frankreich, übernahm 1937 beim Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion in Paris eine führende Funktion. Am 18. Juni 1941 wurde Becker gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin seit 1932, Elsa Arnold, in Paris verhaftet, das Vichy-Regime hat beide an Deutschland ausgeliefert. Am 4. September 1942 wurde Karl Albin Becker vom VGH zum Tode verurteilt und am 1. Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet. Im letzten Brief an Elsa Arnold schrieb er: »Ich sterbe aufrecht, wie ich gelebt habe, wie ein Soldat für mein Ideal.« Elsa Arnold, geborene Sens (* 9. 10. 1903 in Hamburg), arbeitete als Stenotypistin und Übersetzerin. Seit 1919 Mitglied der SAJ, gehörte sie 1924 der Monistischen Jugend und ab 1925 der KPD an. Mit ihrem ersten Mann, Dr. jur. Arthur Arnold, einem Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung, lebte sie von 1926 bis 1930 in Paris, war dort bei der französischen Gewerkschaft C.G.T.U. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland Angestellte der RGO, der IAH und beim Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion, wo sie zuletzt der Reichsleitung angehörte. 1933 emigrierte sie nach Amsterdam, Zusammenarbeit mit August Creutzburg, ab 1936 in Paris enge Mitarbeiterin von Paul Bertz. Mit Karl Albin Becker im Weltkomitee der Freunde der Sowjetunion tätig. Elsa Arnold wurde gemeinsam mit Becker angeklagt und im Prozeß vor dem VGH im September 1942 zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Mai 1945 aus dem Zuchthaus Waldheim befreit, wurde sie 1946 Sekretärin der KPD/SED-KL Berlin-Spandau, ab 1950 Instrukteurin im ZK der SED. 1953 wegen »kleinbürgerlichen Verhaltens« in die Filmfabrik nach Wolfen versetzt, wurde sie 1954 Abteilungsleiterin der SED-BL Halle, war zuletzt bei der Deutschen Notenbank. Elsa Arnold starb am 16. Mai 1986 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Bassarak, Gerhard

* 3.2.1918 – ✝ 22.9.2008

Geb. in Willenberg (Krs. Braunsberg, Ostpr./ Garbina, Polen); Vater Diakon; 1934 Mitgl. der Bekennenden Kirche; 1937 – 45 RAD u. Wehrmacht. 1945 – 50 Studium der Theol. an der MLU Halle; 1951/52 Vikar in Halle, 1953 Ordination; 1953 – 57 Reisesekr. der ESG der DDR u. Studentenpfarrer in Berlin; 1957 – 66 Studienltr. der Ev. Akad. Berlin-Brandenb.; 1958 Mitbegr. u. Ltg.-Mitgl. des »Weißenseer Arbeitskrs.«, einer Berlin-Brandenburger Bruderschaft, Befürworter der Abtrennung der ev. Kirchen der DDR…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bästlein, Bernhard

* 3.12.1894 – ✝ 18.9.1944

Am 3. Dezember 1894 in Hamburg geboren, entstammte einem sozialistischen Elternhaus. Nach der Lehre Feinmechaniker. 1911 Eintritt in die Arbeiterjugend. Kurz vor dem Weltkrieg, den er als Soldat an der Westfront mitmachte, trat er der SPD bei. 1918 schloß er sich der USPD an und kam mit deren linkem Flügel im Dezember 1920 zur KPD. 1921 wurde er Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft. Wegen seiner Teilnahme an den Märzkämpfen 1921 von der Polizei gesucht, flüchtete Bästlein an Bord eines Schiffes, das russische Kriegsgefangene von Stettin nach Petrograd brachte, nach Sowjetrußland, wo er in der Autonomen Republik der Wolgadeutschen die »Deutsche Bauernzeitung« redigierte. Nach einer Amnestie Anfang 1923 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er Redakteur der »Westfälischen Arbeiterzeitung« in Dortmund. 1924 gehörte Bästlein zur Mittelgruppe und wurde deshalb nach Hagen und später nach Barmen versetzt. Ab 1926 Redakteur der »Bergischen Volksstimme« in Remscheid und Vorsitzender des Remscheider RFB, 1929 Chefredakteur der »Solinger Bergischen Arbeiterstimme«. Im Oktober 1929 UB-Leiter der KPD in Düsseldorf, von Februar 1931 bis Mai 1933 Polleiter des Bezirks Mittelrhein, seit April 1932 auch MdL Preußen und am 5. März 1933 noch in den Reichstag gewählt. Im Mai 1933 wurde Bästlein – mit dem Aufbau der illegalen KPD im Großraum Frankfurt/M. beauftragt – verhaftet und im Dezember 1934 zu 20 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach der Strafzeit im Zuchthaus Siegburg war er fünf Jahre im KZ, Anfang 1940 entlassen, arbeitete er als Wagenwäscher, dann als Chauffeur in Hamburg. Dort organisierte er mit den ehemaligen KPD-Funktionären Robert Abshagen und Franz Jacob eine Widerstandsgruppe. Er wurde am 17. Oktober 1942 erneut verhaftet und von einem Gestapobeamten beim Fluchtversuch durch einen Steckschuß verletzt. Einen anschließenden Selbstmordversuch im Stadthaus, dem Hamburger Gestapo-Hauptquartier, überlebte er. Im Sommer 1943 wurde Bästlein zur Aburteilung nach Berlin gebracht, wo es ihm während eines Luftangriffes am 30. Januar 1944 gelang, aus dem Gefängnis Plötzensee zu entfliehen. Er fand Anschluß an die KP-Widerstandsgruppe Anton Saefkow. Am 30. Mai 1944 abermals verhaftet und am 5. September 1944 zum Tode verurteilt, wurde Bernhard Bästlein am 18. September 1944 zusammen mit Saefkow im Zuchthaus Brandenburg/Havel hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Bauch, Siegfried

* 3.10.1934

Geb. in Crimmitschau (Sachsen); Vater Tuchmacher; Volksschule; 1949 – 51 Ausbildung zum Wollstoffmacher im VEB Crimmitschauer Volltuchfabriken u. Weber, Meister der VE-Industrie; 1951 – 54 Studium an der Ing.-Schule für Textilind. Forst, Textil-Ing.; 1954 – 56 Referent / Oberreferent in der VVB Industriezweigltg. Cottbus; 1956 / 57 Ass. an der Ingenieurschule für Textilind.; 1956 SED; 1957 – 59 Abt.-Ltr. im VEB Ostdt. Tuchfabrik Forst; 1959 – 63 Stellv. des Vors. des Rats des Krs. Forst u. Vors.…

Wer war wer in der DDR

Bauer, Roland

* 19.3.1928

Geb. in Eibenberg (Krs. Graslitz, ČSR / Tisová, Tschechien); Eltern Arbeiter, Mitgl. der KPČ; aufgew. in Grünberg (Krs. Kraslice); Volksschule, Gymnasium; 1934 – 38 Mitgl. der Pionierorg. des KJVČ; 1942 – 45 Ausbildung zum Uhrmacher; 1944/45 RAD. April 1946 Übersiedl. in die SBZ (Krs. Weimar); Mitgl. der FDJ u. der SED; FDJ-Funktionär in Apolda (Thür.); 1946/47 Uhrmacher in Apolda; 1947 LPS in Bad Berka; 1948/49 Jugendsekr. der SED-KL Weimar; 1949/50 PHS, dort 1950 – 54 Assistent, dann Doz.;…

Wer war wer in der DDR

Baumbach, Fritz

* 8.9.1935

Geb. in Weimar; begann 1949 im Schachklub Gera-Untermhaus; 1951 bei Lichtenberg 47 DDR-Jugendmstr.; danach bei ADW Berlin (nach 1990 mit Friesen Berlin-Lichtenberg fusioniert); 1960 erstmals im Finale der DDR-Meisterschaften (4. Platz); 1961 Abschluß des Studiums als Dipl.-Chemiker, 1966 Prom., danach Mitarb. der Patentabt. der AdW; 1967 Internat. Mstr.; 1968 DDR-Vizemstr.; 1970 DDR-Mstr., 9. Platz bei der (Nah-)Schach-Olympiade; ab 1971 Patenting. bei der DAW (ab 1972 AdW) in Berlin-Buch; 1972…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Baumgärtel, Karl

* 24.12.1899 – ✝ 19.1.1968

Geboren am 24. Dezember 1899 in Delitzsch als Sohn eines Buchbindermeisters. Kaufmännischer Angestellter. Nach der Revolution 1918 schloß er sich der KPD an und übte verschiedene Funktionen aus. Wegen seiner Tätigkeit bei den Aufstandsvorbereitungen vom Oktober 1923 am 24.Juli 1924 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die KPD-Presse feierte ihn, weil er noch im Gerichtssaal ausrief: »Es lebe die KPD, es lebe die Weltrevolution!« Baumgärtel kam zur Strafverbüßung ins Zentralgefängnis Cottbus, im März 1926 wurde er amnestiert. 1927 gegen den Protest der Linken zum Agitpropsekretär des Bezirks Halle-Merseburg gewählt, am 23. April 1927 wurde er Orgleiter der BL Westsachsen unter Polleiter Georg Schumann. Mit der Mehrheit dieser BL gehörte Baumgärtel zu den Versöhnlern und wurde deshalb Anfang 1929 seiner Funktion enthoben. Er näherte sich den Rechten, woraufhin ihn die KPD-Führung als »Adjutanten Brandlers« bezeichnete und am 25. Februar 1930 aus der Partei ausschloß. Danach aktiv in der KPO, 1932 ging er zur SAP, arbeitete als Lagerarbeiter in Delitzsch. 1945 schloß sich Baumgärtel weder der KPD noch 1946 der SED an. Er lebte in seinem Geburtsort Delitzsch und war Lagerhalter der Deutschen Saatgutzentrale. Da er keine herausragenden Funktionen ausübte, lediglich der DBD beitrat, wurde er wegen seiner früheren KPO-Zugehörigkeit auch nicht gemaßregelt. Karl Baumgärtel starb am 19. Januar 1968 in Delitzsch.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Baumgarten, Hans

* 26.3.1892 – ✝ 16.10.1979

Geboren am 26. März 1892 in Eisleben als Sohn eines Tischlers. Metalldreher, seit 1908 Mitglied des DMV, seit 1910 der SPD. Nach Wanderschaft 1914 in Berlin, von 1915 bis 1917 Soldat im Ersten Weltkrieg, dann als Metallarbeiter reklamiert. Er gehörte zu den Mitorganisatoren des Berliner Aprilstreiks (»Brotstreik«). Seit 1917 in der USPD und im Spartakusbund, seit 1919 KPD-Mitglied. Er war Betriebsratsvorsitzender der Optischen Werke in Teltow, wurde während des Kapp-Putsches verwundet und kam 1921 in die KPD-Buchhandlung. 1925 RFB-Funktionär in Berlin, arbeitete er ab 1926 für den Nachrichtendienst der Komintern (OMS). 1933 illegale Tätigkeit in Deutschland, emigrierte Ende 1933 mit seiner Lebensgefährtin Charlotte Ruge, geborene Schwarz in die Sowjetunion. Charlotte Schwarz (* 7. 10. 1895 in Berlin) hatte 1914 den Lehrer und Studienrat Edwin Ruge geheiratet, 1929 geschieden. Seit 1927 KPD-Mitglied, arbeitete sie für die sowjetische Handelsvertretung und war ebenfalls für OMS tätig. Von Ende 1933 bis 1938 arbeitete sie in Moskau als Dolmetscherin bei der OMS, zwischenzeitlich erledigte sie Auslandseinsätze für die Komintern. 1937 konnten sie gemeinsam nach Frankreich ausreisen, waren dort von 1939 bis 1941 interniert, Ende 1941 gelangten sie nach Mexiko. Beide arbeiteten in der Bewegung Freies Deutschland, Charlotte Baumgarten war von 1943 bis 1952 Chefredakteurin einer deutschsprachigen Zeitschrift. Im Sommer 1952 kamen Hans und Charlotte Baumgarten in die DDR, er arbeitete bis 1953 an der Akademie für Staat und Recht in Potsdam-Babelsberg. Hans Baumgarten starb am 16. Oktober 1979 in Potsdam. Bis 1960 leitete seine Frau das Institut für Literatur und Sprachen an der Akademie für Staat und Recht, anschließend journalistische Arbeit. Charlotte Baumgarten starb am 27.Dezember 1986 in Potsdam. Ihre beiden Söhne aus erster Ehe (Walter * 7. 6. 1915 und Wolfgang * 1. 11. 1917) emigrierten 1933 als Jungkommunisten in die Sowjetunion. Walter Ruge wurde 1941 verhaftet und zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Sein Bruder Wolfgang wurde im September 1941 nach Kasachstan verbannt, arbeitete u. a. als Holzfäller. Er konnte 1948 in Swerdlowsk sein Geschichtsstudium abschließen. 1955 bzw. 1958 kamen beide in die DDR, Walter Ruge begann als Fotograf bei der DEFA, Wolfgang arbeitete am Zentralinstitut für Geschichte der AdW, promovierte und habilitierte sich. Wolfgang Ruge, der am 26.Dezember 2006 starb, veröffentlichte 2003 seine Lebenserinnerungen »Berlin – Moskau – Sosswa. Stationen eines Lebens«. 2006 schuf Stefan Mehlhorn das biographische Filmporträt »Über die Schwelle«, das dem Leben Walter Ruges nachgeht.

Wer war wer in der DDR

Bautsch, Hans-Joachim

* 20.9.1929 – ✝ 22.6.2005

Geb. in Samswegen (b. Wolmirstedt); Vater Kaufm., Mutter Schneidermeisterin; 1936 – 49 Schulbesuch, Abitur an der OS Haldesleben; anschl. Stahlschmelzer; 1946 SED; ab 1951 Studium der Mineralogie an der HU Berlin, dort 1956 Dipl., 1960 Prom. mit »Mineralog.-petrograph. Untersuchungen an Chrommagnesit- u. Forsteritsteinen«, 1966 Habil. mit »Kristallograph.-mineralog. u. petrograph. Untersuchungen zu Metabasiten u. ihren leukophyrischen Einschaltungen«; 1955 – 68 wiss. Ass. bzw. Oberass. am Inst.…

Wer war wer in der DDR

Becher, Lilly

* 27.1.1901 – ✝ 20.9.1978

Geb. in Nürnberg in einer jüd. Fam.; Vater Ing., Mutter 1942 im KZ Auschwitz ermordert; 1906 – 15 Volks- u. Mittelschule, 1915 – 18 Gymnasium in München; 1918/19 Sprachstudium Frz., Russ. u. Engl. an der Univ. Heidelberg; 1919 Spartakusbund/KPD München-Schwabing, daraufhin Verweigerung der Studienfinanzierung durch die Fam., Abbruch des Studiums; 1919 Red.-Volontär bei der »Vossischen Ztg.«; 1920 Angest. der Telegrafen-Agentur München, dann der Megola Werke; ab 1921 Stenotypistin im…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Beck, Hans

* 4.1.1894 – ✝ 25.8.1937

Geboren am 4. Januar 1894 in Erfurt. Feinmechanikerlehre, Eintritt in die Gewerkschaft, 1913 Mitglied der SPD. 1914 zum Militär eingezogen. Später Mechaniker im Reichsbahnausbesserungswerk Erfurt. Beck trat 1917 der USPD bei, gehörte im Januar 1919 zu den Mitbegründern der KPD in Thüringen. Später in den Zeiss-Werken tätig, dort 1923 Arbeiterratsvorsitzender. 1924 zum Abgeordneten des Thüringer Landtags gewählt. Von Juli bis August 1925 leitete er die erste deutsche Arbeiterdelegation in die Sowjetunion und hielt sich seit Mitte 1926 erneut in der Sowjetunion auf. Hier lernte er seine Frau, eine Russin, kennen. Mit seiner Frau Tatjana Beck (*30. 12 1900 – † 23. 2. 1983) kehrte er Ende 1926 nach Deutschland zurück und wurde zunächst Mitarbeiter in der Gewerkschaftsabteilung des ZK, dann Mitglied der KPD-BL Thüringen und Redakteur der »Neuen Zeitung« in Jena. Er zeichnete mitverantwortlich für die Zeitschrift »Einheit«, die Sozialdemokraten unter den Arbeiterdelegationen in Sowjetrußland für die KPD gewinnen sollte. Wie die ganze Gruppe um die »Einheit« war auch Beck Anhänger des rechten Flügels der KPD. Auf dem XI.Parteitag 1927 wandte er sich gegen die Schaffung eigener kommunistischer Gewerkschaftsorganisationen. Im Oktober 1928 aus der KPD ausgeschlossen, wurde Beck Mitglied der KPO, deren Reichsleitung er von 1929 bis 1932 angehörte. Wegen eines Hochverratsverfahrens flüchtete er im September 1932 nach Norwegen. Hier arbeitete er mit seiner Frau, die Mitglied der KPD blieb, an der sowjetischen Handelsvertretung in Oslo. 1933 begann in norwegischen Zeitungen eine Kampagne gegen die Becks. Der Vorwurf lautete, sie wären Kom-intern-Agenten. Daraufhin emigrierten sie im Oktober 1933 von Norwegen in die UdSSR, nach Kusnezk/Stalinsk. Er arbeitete bis 1935 im Metallurgischen Kombinat Nowokusnezk, danach im Moskauer Werk für Präzisionsmeßgeräte Tispribor. Hans Beck, der noch regelmäßigen Briefkontakt zu Heinrich Brandler hielt, wurde am 9. August 1936 verhaftet und vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR am 25.August 1937 wegen »Teilnahme an konterrevolutionärer Tätigkeit« zum Tode durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wurde am gleichen Tag vollstreckt. Becks Frau, Tatjana Beck, wurde am 11. Dezember 1937 verhaftet und am 16. April 1938 zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt. Sie überlebte Lager und Verbannung und kam mit ihren beiden Kindern im Februar 1959 in die DDR. Im August 1956 wurde sie und im April 1958 Hans Beck posthum durch das Oberste Gericht der UdSSR »rehabilitiert«. Tatjana Beck arbeitete von 1959 bis 1968 als Übersetzerin am Deutschen Institut für Zeitgeschichte bzw. ab 1968 freischaffend für das IPW. Sie erhielt 1965 den VVO in Silber.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Ernst

* 1900 – ✝ 1.7.1932

Als Kind einer proletarischen Sozialistenfamilie ( Karl Albin Becker war sein Bruder, Lina Becker seine Schwester) 1900 geboren. Schon als Schüler Mitglied der revolutionären Jugendorganisation. Nach dem Krieg in KPD-Organisationen in Hamburg (u. a. in der IAH) tätig. Später Redakteur in Breslau. 1922 wurde Becker zu einem Jahr Festung verurteilt, anschließend arbeitete er im Pressedienst der KPD in Berlin. Ab 1925 Redakteur der KPD-Zeitung in Gotha, Anfang 1927 Chefredakteur der Solinger »Bergischen Arbeiterstimme«. Becker stand auf dem rechten Flügel der Partei und setzte sich schon im Februar 1927, auf dem Bezirksparteitag Niederrhein, für die rechte Gruppe um Paul Herbert Böttcher ein. Nach der Wittorf-Affäre 1928 als Rechter entlassen und im Dezember 1928 aus der KPD ausgeschlossen. Becker trat der KPO bei und gab seit April 1929 deren Organ »Klassenkampf« in Düsseldorf heraus, später war er Gewerkschaftsredakteur des KPO-Organs »Arbeiterpolitik«. Ernst Becker starb am 1. Juli 1932 an einem Herzleiden. Becker war mit der kommunistischen Funktionärin Martha Moritz verheiratet.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Karl

* 3.9.1896 – ✝ 5.12.1961

Geboren am 3. September 1896 in Gülchen/ Schlesien; Schmied. 1913 bis 1918 Militärdienst und Soldat im Weltkrieg. Seit 1919 Mitglied des DMV und Mitglied der KPD, Becker gehörte in den zwanziger Jahren zu den führenden KPD-Funktionären im Waldenburger Bergbaugebiet in Niederschlesien. 1929 Gemeindevertreter in seinem Heimatort Dittersbach, wo er als Schmied arbeitete. Er wurde im September 1930 für den Wahlkreis Breslau in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. 1933 lebte er zehn Monate illegal in Schlesien, floh im Dezember 1933 in die âSR. Im Februar 1939 ausgewiesen, emigrierte er nach Großbritannien, wo er von 1940 bis 1942 insgesamt 20 Monate interniert war. Becker gehörte in Großbritannien dem Vorstand der Landesgruppe deutscher Gewerkschafter an, war von 1941 bis 1945 außerdem Mitglied der Bergarbeiter-Internationale. 1946 im Arbeitsausschuß freigewerkschaftlicher Bergarbeiter Deutschlands in Paris, im gleichen Jahr kehrte er nach Deutschland zurück, zunächst war er von Juni bis November 1946 Sekretär der IG Bergbau Bezirk Gelsenkirchen-Buer, von Dezember 1946 bis Dezember 1948 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der IG Bergbau Bochum und von Januar 1949 bis Dezember 1951 Sekretär in der Hauptverwaltung der IG Bergbau in Bochum, verantwortlich für Schulung und Bildung, er wurde Mitglied der SPD. Karl Becker starb am 5. Dezember 1961 in Gelsenkirchen.

Wer war wer in der DDR

Bassenge, Friedrich

* 12.3.1901 – ✝ 17.2.1970

Geb. in Leipzig; Vater Dir. der Kammgarnspinnerei Leipzig; Volksschule u. Realgymnasium, 1920 Abitur; anschl. Studium der Staats- u. Rechtswiss., 1920 – 21 in Freiburg (Ethik u. Logik bei Edmund Husserl), 1921 in München, 1921 – 23 in Leipzig, dort 1. jurist. Staatsprüfung u. 1924 Prom. zum Dr. jur. mit der Arbeit »Rechtsverhältnis u. Staat«; 1925 Referendar in den Amtsgerichten Wurzen u. Dresden; Philosophiestudium 1926 in Köln, 1927 / 28 in Leipzig; 1930 Prom. zum Dr. phil. mit der Schrift…

Wer war wer in der DDR

Batereau, Gustav

* 23.8.1908 – ✝ 19.4.1974

Geb. in Leipzig; Vater Jurist, Mutter Hausfrau; 1915 – 18 Höhere Bürgerschule Leipzig, 1919 – 28 Petrischule Leipzig, Abitur; 1928 – 31 Bauingenieurstudium an der TH Dresden, Spezialrichtungen Stahlbau u. Schweißen; 1932 Dipl.; 1926 KPD, Mitgl. einer sozialist. Studentengr. u. bis 1933 der RH; 1928 – 32 Gewerkschaft Bund der Techniker, Angest. u. Beamten (Butab), Zellenleiter u. Kassierer in Dresden; 1933 – 45 Konstrukteur u. Statiker bei der Fa. Eisenhochbau Grohmann & Frosch; als Ing. in der…

Wer war wer in der DDR

Bauer, Helmut

* 17.10.1930

Geb. in Judenbach (Krs. Sonneberg); Vater Holzhauer; Volksschule. 1945 – 51 Ausbildung zum u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1949 SED; 1951 Einstellung beim MfS, Abt. IV (Spionageabwehr) der Länderverw. Thür.; 1951 Versetzung zum MfS Berlin, Abt. II (Spionage), später HA II (Spionageabwehr); 1960 Abt. XXI (Innere Sicherheit); 1962/63 BPS Kleinmachnow; 1963 stellv. Ltr., 1970 Ltr. der Abt. XXI; 1975 Oberst; 1978 Entlassung, Rentner.Jens Gieseke

Wer war wer in der DDR

Baum, Bruno

* 3.2.1910 – ✝ 13.12.1971

Geb. in Berlin in einer jüd. Familie; Vater Schneider u. Bügler; 1916 – 24 jüd. Knabenschule in Berlin; 1924 – 28 Ausbildung zum Elektriker, 1929/30 im Beruf tätig; 1926 DMV; KJVD, Rote Jungfront; 1927 KPD; 1928 Austritt aus der Jüd. Gemeinde; KJVD-Verb.-Schule (Rosa-Luxemburg-Schule) in Dresden; 1929 Mitgl. des RFB, UB-Ltr. u. Gauführer der Roten Jungfront Berlin-Brandenb.; kurzz. Inhaftierungen, 1931 ein Mon. Gefängnis wegen Weiterführung des verbotenen RFB; 1933/34 Ltr. des KJVD-UB…

Wer war wer in der DDR

Baumbach, Peter

* 8.3.1940

Geb. in Wenigensömmen (Thür.); Vater Polier; 1950 – 58 OS Sandershausen (Thür.), Abitur; 1958 SED; 1958 / 59 Maurerpraktikum; 1958 – 64 Studium an der TU Dresden (bei Rolf Göpfert u. Helmut Trauzettel), Dipl-Ing; 1964 – 87 Technologe u. Architekt beim Wohnungsbaukombinat Rostock; 1967 Wettbewerb Halle-Neustadt (mit seiner Frau Ute B.), 1971 Großsiedl. Rostock-Evershagen; 2. Preis; 1975 Kunstpreis des FDGB; 1977 Schinkelmed.; 1980 Ausstellungspavillon in Moskau (mit  Ulrich Müther); 1981 – 83…

Wer war wer in der DDR

Baumgarten, Arthur

* 31.3.1884 – ✝ 27.11.1966

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Bakteriologe u. Pathologe, Med.-Prof.; Volksschule; 1893 Umzug der Fam. nach Tübingen; Gymnasium in Tübingen; Studium der Rechtswiss. in Tübingen, Genf, Leipzig u. Berlin, 1907 Jurist. Staatsprüfung in Tübingen; 1909 Prom. bei Franz von Liszt zur Ideal- u. Gesetzeskonkurrenz; 1909 Prof. für Strafrecht an der Univ. Genf, ab 1920 Ordinarius an der Univ. Köln, ab 1923 an der Univ. Basel u. ab 1930 an der Univ. Frankfurt (Main); 1933 Emigr. in die…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Baumgärtner, Friedrich

* 14.3.1897 – ✝ 10.4.1957

Geboren am 14. März 1897 in Dielkirchen. Schon in jungen Jahren Arbeiter bei der BASF Ludwigshafen/Rhein. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1923 hauptamtlicher Sekretär des Industrieverbandes der chemischen Arbeiter, der sich von den freien Gewerkschaften abgespaltet hatte. 1924 KPD-Abgeordneter des Bayerischen Landtags. 1925, als der selbständige Chemie-Verband wieder in die freie Gewerkschaft übergeführt wurde, Sekretär der KPD. Mit der Mehrheit des Bezirks Pfalz gehörte Baumgärtner zum linken Flügel der Partei (Weddinger Opposition). Nach dem »Offenen Brief« 1925 Nachfolger von Hans Weber als Polleiter der KPD in der Pfalz. Noch auf dem Bezirksparteitag 1927 – gegen den Willen des ZK – zum Polleiter wiedergewählt. Am 7. Februar 1928 aus der KPD ausgeschlossen, ging er nun zu der von Max Frenzel geleiteten Oppositionsgruppe der Pfalz, die sich aber im Oktober 1929 von ihm trennte. Baumgärtner näherte sich wieder der KPD und wurde 1931 Leiter der RGO in Ludwigshafen. 1933 verhaftet, saß er bis April 1934 im KZ-Dachau, anschließend 18 Monate im Gefängnis. Im Mai 1936 entlassen, bis zur Einberufung zur Wehrmacht Schlosser. Im Juni 1944 kam er erneut in »Schutzhaft«. 1945 Erster Bezirksvorsitzender der pfälzischen KPD, Mitbegründer der KPD Hessen-Pfalz, bis 1948 Mitglied des Sekretariats des Landesvorstandes. Baumgärtner war zunächst Sekretär, dann bis zu seinem Tod Landesvorsitzender der Industriegewerkschaft Metall in Rheinland-Pfalz sowie Betriebsratsvorsitzender der Firma Halberg in Ludwigshafen. 1946/47 Mitglied der Beratenden Landesversammlung Rheinland-Pfalz, von 1947 bis 1951 Abgeordneter im Rheinland-Pfälzischen Landtag. Bei den ersten Bundestagswahlen 1949 noch KPD-Kandidat im Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasens-Bergzabern, geriet Baumgärtner wegen der Gewerkschaftshaltung in Konflikt mit seiner Partei. Er trat am 20.Februar 1951 aus der KPD aus und blieb bis Ende der Legislaturperiode fraktionsloser Landtagsabgeordneter, er war nicht mehr parteipolitisch organisiert. Friedrich Baumgärtner starb am 10. April 1957 in Ludwigshafen/Rh. an Diabetes.

Wer war wer in der DDR

Beater, Bruno

* 5.2.1914 – ✝ 9.4.1982

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule; 1928 – 32 Ausbildung zum Zimmermann, dann arbeitslos; 1933 Brotausfahrer; 1934 RAD; 1935 – 39 Zimmermann bei Rheinmetall-Borsig; 1936 – 38 Wehrdienst; 1939 – 44 Kriegsdienst, Ofw.; Juni 1944 zur Roten Armee übergelaufen, Frontpropagandist des NKFD (Grabensprecher), Aufklärer im Kessel Breslau; bis März 1945 Besuch der Antifa-Schule in Babenkow; Mai – Okt. 1945 Instrukteur u. Ltr. des Antifa-Aktivs im Kriegsgefangenenlager Breslau-Hundsfeld. 1945/46…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becher, Lilly

* 27.1.1901 – ✝ 20.9.1978

Geboren am 27. Januar 1901 in Nürnberg, Tochter des Ingenieurs Emil Korpus (ihre Mutter ist im KZ Auschwitz umgekommen). Gymnasium in München, 1918 Studium an der Universität Heidelberg, mußte das Studium abbrechen, da ihr die Familie die Finanzierung versagte. 1919 Redaktionsvolontärin bei der »Vossischen Zeitung«, 1921 Stenotypistin u. a. in der Münchner Redaktion im Ullsteinhaus. Lilly Korpus, die seit 1919 Mitglied der KPD war, übersiedelte Ende 1921 nach Berlin, wurde hier Redakteurin der »Roten Fahne« und arbeitete auch hauptamtlich für die Partei. 1922/23 zunächst Frauenleiterin in Berlin-Neukölln, anschließend Frauenleiterin der BL Berlin-Brandenburg, 1924 Gründerin und bis 1925 Redakteurin der kommunistischen Zeitschrift »Die Arbeiterin«. Als Anhängerin der Linken wurde sie 1924 2. Polleiter des Bezirks Berlin-Brandenburg. Da Ruth Fischer als nomineller 1. Polleiter zugleich Parteivorsitzende der KPD war, übte Lilly Korpus de facto diese Funktion aus. Ab Frühjahr 1925 Orgleiter der Berliner KPD, stellte sie sich mit der Mehrheit der Berliner Funktionäre nach dem »Offenen Brief« 1925 gegen die neue Führung Ernst Thälmanns und gegen die Parteilinie. Weil sie im Berliner Funktionärorgan »Funke« die Position Ruth Fischers verteidigte, aus dem hauptamtlichen Funktionärsapparat entfernt, aber nach Abkehr von der linken Opposition 1926 und auch durch Fürsprache von Wilhelm Pieck in kommunistischen Massenorganisationen eingesetzt. Zunächst Mitarbeiterin der »Weltbühne«, dann 1926 Lektorin und Redakteurin im Neuen Deutschen Verlag. Von 1926 bis 1933 leitete sie die von Willi Münzenberg herausgegebene AIZ als Chefredakteurin und veröffentlichte einige Novellen. Ihre Ehe mit dem kommunistischen Funktionär Paul war inzwischen geschieden. In der Nacht vom 7. zum 8. März 1933 von SA-Leuten in Berlin überfallen, flüchtete sie mit ihrem Kind Marianne (* 8. 11. 1925) nach Wien und emigrierte Ende 1933 nach Paris. Dort Redakteurin und Lektorin bei der Zeitschrift »Editions du Carrefour« und Mitautorin am antifaschistischen Sammelwerk »Der gelbe Fleck«. Ende 1935 reiste sie nach Moskau. Obwohl sie nach ihrer »ultralinken Periode« 1925 keinerlei Abweichungen mehr gezeigt hatte, mußte sie doch während der Stalinschen Säuberung Schlimmes befürchten. Aber inzwischen eng mit Johannes R. Becher liiert, blieb sie verschont und war ab 1936 ständige Mitarbeiterin an der von Becher herausgegebenen Zeitschrift »lnternationale Literatur – Deutsche Blätter«. Im Juni 1945 kehrte sie als Ehefrau J. R. Bechers nach Deutschland zurück und war ab September 1945 Chefredakteurin der »Neuen Berliner Illustrierten«, ab 1951 freie Mitarbeiterin beim Berliner Verlag. Nach Bechers Tod leitete sie zeitweilig das J. R. Becher-Archiv der Akademie der Künste in Ost-Berlin. 1971 erhielt sie den VVO in Gold, doch ihre führende Rolle in der linken KPD 1924/25 wurde nicht erwähnt. Lilly Korpus-Becher starb am 20. September 1978 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Beck, Volker

* 30.6.1956

Geb. in Nordhausen (Harz); Turner bei der BSG Lok Nordhausen, 1968 Wechsel zur Leichtathletik an die KJS in Erfurt, Mitgl. des SC Turbine Erfurt (Trainer: Hans Hirt, Klaus Fiedler); Spezialisierung zunächst auf 110 m Hürden, ab 1971 400 m Hürden, bei Europa- u. Weltcup-Wettkämpfen auch Starts auf der 400-m-Sprintstrecke; 1976 – 89 SED; 1980 Olympiasieger über 400 m Hürden; Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; Trainer in Erfurt. 1990 Vertreter eines japan. Autokonzerns in Thür.;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Friedrich

* 5.11.1886

Geboren am 5. November 1886 in Schlagbrügge; Arbeiter. Er gehörte vor dem Ersten Weltkrieg der SPD an und ging 1919 in Bremen zur KPD. Er war zeitweise Vorsitzender der KPD in Bremen-Stadt und von 1924 bis 1927 sowie von 1927 bis 1933 Mitglied der Bremer Bürgerschaft. Anfang 1931 wurde seine Immunität vorübergehend aufgehoben. 1933 inhaftiert, später arbeitete er als Vertreter für Elektrowaren. Sein weiteres Schicksal ließ sich nicht ermitteln.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Becker, Lina Maria

* 22.3.1898 – ✝ 1976

Geboren am 22. März 1898 in Hannover als Kind einer sozialistischen Arbeiterfamilie; schloß sie sich wie ihre Brüder Ernst Becker und Karl Albin Becker nach 1918 der KPD an und war in Hamburg aktiv. Von 1924 bis 1927 vertrat sie die KPD in der Hamburger Bürgerschaft. Verheiratet mit Emil Unfried; Übersiedlung nach Berlin. Wie ihre Brüder und ihr Mann stand sie den rechten Kommunisten nahe. Sie zog sich später aus der Politik zurück, starb 1976, wohlhabend durch den Kinobesitz ihres Mannes Emil Unfried, in Bremen.