...

 

BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Knapp, Heinz

* 1.12.1929

Geb. in Mannheim in einem kommunist. Elternhaus; Vater Arbeiter, Mutter Angestellte; 1936 – 44 Volksschule in Schwetzingen; 1944/ 45 Schüler einer Lehrerbildungsanstalt, dort aktiv im antifasch. Widerstand. 1945 KPD, 1946 SED; 1946 – 49 Stud. an der Vorstudienanstalt der Univ. Berlin, danach journalist. Tätigkeit im Berliner Verlag (Volontär, Red.-Assist.); Red. u. Abt.-Ltr. bei der Ztschr. »Demokratischer Aufbau«, dann bei der »NBI«; 1954 – 56 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knief, Johann

* 23.4.1880 – ✝ 6.4.1919

Geboren am 23. April 1880 in Bremen; wurde nach dem Besuch des Lehrerseminars 1901 Volksschullehrer. Als Mitglied des Vereins junger Lehrer kam er in Kontakt zur Sozialdemokratie, schloß sich aber erst 1906 der SPD an, nachdem er vorher weitgehend unpolitisch war. Bis 1911 Lehrer, dann arbeitete Knief von November 1911 bis Dezember 1916 als Redakteur an der sozialdemokratischen »Bremer Bürgerzeitung« und wurde der führende Kopf der Bremer Linken. Seit Anfang August 1914 Soldat, kam Knief nach den Kämpfen an der Westfront schon im Oktober 1914 mit schwerem Nervenleiden nach Bremen zurück. Nach seiner Gesundung 1915 Führer der Bremer Linksradikalen, der neben dem Spartakusbund wichtigsten Gruppe der radikalen Linken in Deutschland. Im Januar 1916 nahm Knief an der ersten Reichskonferenz der Gruppe Internationale in Berlin teil. Von Juni 1916 bis März 1919 gab er zusammen mit Paul Frölich in Bremen die »Arbeiterpolitik« heraus, das einzige legale Blatt der radikalen Linken im Krieg. Knief stand in enger Verbindung zu Lenin und den Bolschewiki und begrüßte deren Oktoberrevolution. In seiner Parteikonzeption unterschied er sich aber völlig von Lenin und gehörte zu den Anhängern eines radikal-revolutionären Kommunismus. Im Januar 1918 wegen illegaler Arbeit festgenommen, blieb Knief bis zur Novemberrevolution in »Schutzhaft«. Seine »Briefe aus dem Gefängnis« wurden 1920 publiziert. Er trat für die Schaffung einer eigenen linksradikalen Partei ein. Daher stand Knief während des Krieges im Gegensatz zu Rosa Luxemburg und Leo Jogiches, die eine selbständige Partei der äußersten Linken ablehnten und die Spartakusgruppe zum Eintritt in die USPD veranlaßt hatten. Als Wortführer der Bremer Linksradikalen, die sich im November 1918 in Internationale Kommunisten Deutschlands (IKD) umbenannt hatten, wandte sich Knief zunächst gegen die Verschmelzung der IKD mit dem Spartakusbund. Er stimmte unter dem Druck seines Freundes Karl Radek dann doch zu, so daß die KPD Ende 1918 gegründet werden konnte. Obwohl der schwerkranke Knief kaum noch Anteil an den politischen Ereignissen nehmen konnte, wurde er in Abwesenheit im Januar 1919 zum Volksbeauftragten der Bremer Räterepublik gewählt. Johann Knief starb nach einer Blinddarmoperation am 6.April 1919 in Bremen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knittel, Fritz

* 5.6.1905 – ✝ 8.12.1980

Geboren am 5. Juni 1905 in Halle, Sohn eines Transportarbeiters; lernte Bäcker, anschließend Gießereiarbeiter. Er trat im Mai 1921 in die KJD ein, wurde Vorsitzender der KJD in Halle, im Oktober 1925 Sekretär der KJVD-BL Halle-Merseburg. 1925 Mitglied der KPD, im April 1926 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau, danach Sekretär der KJVD-BL Niederrhein. Auf dem Hamburger KJVD-Kongreß 1927 in das ZK des Jugendverbandes gewählt. Bis zum RFB-Verbot im Mai 1929 leiteten er und Emil Paffrath als Nachfolger des im Februar 1929 ausgeschlossenen Werner Jurr die Rote Jungfront, die Jugendorganisation des RFB. Ab 1929 gehörte Knittel dann dem Büro bzw. dem Sekretariat des ZK des KJVD an. Er war gemeinsam mit Rudolf Mießner zunächst unter den KJVD-Vorsitzenden Kurt Müller, dann Artur Becker für das Ressort Agitation und Propaganda zuständig. Als Kandidat des EK der KJI hielt er sich in den Fraktionskämpfen in der KPD bzw. KJVD-Führung zurück. Ab April 1932 in Moskau, in der Abteilung Agitprop des EK der KJI, im April 1934 als KJI-Vertreter in Österreich. Dort im August 1934 verhaftet, kehrte er nach achtmonatiger Polizei- und Gefängnisstrafe im Mai 1935 nach Moskau zurück, lehrte hier an der Internationalen Leninschule, später wirkte er vornehmlich auf dem Gebiet der Presse- und Rundfunkpropaganda. 1936 erhielt Knittel eine Rüge von der IKK »wegen Verletzung der Regeln der Konspiration«, weil er 1934 beim Verhör in Wien seine richtige Wohnung angegeben hatte. Dort fand die Polizei ein Buch mit dem Namen eines illegal lebenden Genossen, der dann verhaftet wurde. Von 1942 bis 1946 war Knittel Angehöriger des Ministeriums des Innern der UdSSR, Instrukteur in deutschen Kriegsgefangenenlagern und 1946/47 an der Zentralen Antifaschule in Taliza. Ende September 1947 Rückkehr nach Deutschland, er wurde Hauptreferent für Schulung in der Deutschen Verwaltung des Innern der SBZ, dann von 1948 bis 1950 Leiter der SED-Landesparteischule Wettin/Sachsen-Anhalt. Nach längerer Krankheit leitete Knittel ab November 1951 bei der Landesregierung Sachsen-Anhalt das Sekretariat des Ministerpräsidenten Werner Bruschke. Von 1952 bis 1954 Stellvertretender Vorsitzender des Rates des Bezirks Halle, dann bis 1962 stellvertretender Direktor des IML. Er erhielt 1980 den Karl-Marx-Orden. Fritz Knittel starb am 8.Dezember 1980 in Ost-Berlin.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knöchel, Johann

* 25.12.1903 – ✝ 14.1.1986

Geboren am 25. Dezember 1903 in Obernsee/ Bayern, Sohn eines Bergarbeiters; wurde Gemeindearbeiter in der Stadtverwaltung Oelsnitz/Erzgebirge. 1920 Mitglied der KPD, ab Januar 1929 Leiter des UB Oelsnitz und dort 1927 Stadtverordneter, im Juni 1929 Delegierter zum XII. Weddinger Parteitag in Berlin. Im September 1930 wurde Johann Knöchel im Wahlkreis Chemnitz-Zwickau als Abgeordneter in den Reichstag gewählt, dem er bis 1932 angehörte. Nach 1933 im KZ Colditz, von 1940 bis 1945 mußte er zur Wehrmacht. 1945 wieder Mitglied der KPD, 1946 der SED. Bürgermeister in Hartenstein, später Landrat des Kreises Zittau. Ab 1951 Leiter der Hauptabteilung Forstwirtschaft im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der Landesregierung Sachsen, später Vorsitzender des Rates des Kreises Dresden bzw. Kaderleiter im VEB »Planeta«, dann Parteiveteran. Johann Knöchel starb am 14. Januar 1986 in Radebeul.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knoll, Josef

* 20.3.1909 – ✝ 24.1.1971

Geboren am 20. März 1909 in Griesbäckerzell/ Oberbayern; Sattler und Polsterer. Nach der Wanderschaft arbeitete er von 1928 bis 1932 in Lörrach als Lokomotivheizer. Knoll trat 1930 der KPD bei, nach »Schutzhaft« im März/April 1933 leitete er von Lörrach und Haltingen aus die Grenz- und Kurierarbeit in Südbaden. Im Frühsommer 1935 absolvierte er in Moskau einen Schulungskurs des AM-Apparates. Er nahm unter dem Parteinamen Erwin Dirks bzw. Boxer am VII. Weltkongreß der Komintern teil und war Delegierter Südbadens auf der »Brüsseler Konferenz« in Moskau, wo er für die Taktik des »Trojanischen Pferdes« eintrat. In Deutschland Anfang Mai 1936 verhaftet, wurde Knoll am 5.November 1936 durch das OLG Karlsruhe zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, saß bis 1939 im Zuchthaus Ludwigsburg und Lager Aschendorfer Moor, danach bis Kriegsende in München Hausmeister und Kraftfahrer. 1945 kehrte er nach Lörrach zurück und war bis 1971 Angestellter der Stadt. Wieder Mitglied der KPD und 1968 der DKP, baute er in Lörrach die Betreuungstelle für die Opfer des Faschismus auf und gehörte zu den Mitbegründern der VVN Südbadens. Als geachtete Persönlichkeit war er u.a. Vorsitzender des Südbadischen Schwerathletikverbandes. Josef Knoll starb am 24. Januar 1971 in der Universitätsklinik Freiburg im Breisgau.

Wer war wer in der DDR

Knoppe, Reinhold

* 6.4.1908 – ✝ 30.5.1983

Geb. in Bernstein (Bayern); Vater Schmied; Volksschule; 1922 – 24 Ausbildung zum Glaser; 1924 – 27 Gelegenheitsarb.; 1927 Redaktionsbote, dann Zeitungsfahrer; 1929 KPD; 1932 arbeitslos; 1933 Emigr. in die ČSR; 1937 – 39 Interbrigadist im span. Bürgerkrieg; 1939 – 41 Internierung in Frankreich; 1941 Übergabe an die Gestapo, dann KZ Sachsenhausen. 1945 Ltr. des OdF-Heims in Lehnitz; dann VP; 1950 Einstellung beim MfS, ltd. Mitarb. beim personellen Aufbau des MfS, Ltr. der HA III (Sicherung der…

Wer war wer in der DDR

Knye, Otto

* 13.1.1920 – ✝ 18.12.1993

Geb. in Steinach (Krs. Sonneberg); Vater Arbeiter; Volksschule; 1934 – 39 Lehre u. Arbeit als Fleischer; 1939 – 45 Wehrmacht, Fw.; 1945 – 49 sowj. Gefangenschaft, Antifa-Schüler. 1949 SED; Instrukteur bei der SED-KL Sonneberg; Einstellung bei der VP; Lehrer an der VP-Schule Prora; 1950 Einstellung beim MfS; kommissar. Ltr. der Krs.-Dienststelle Grevesmühlen, dann stellv. Ltr. der Abt. V (Untergrund) der LV Mecklenb.; 1951 stellv. Ltr. der Abt. V (Untergrund) des MfS Berlin; 1953 Abt.-Ltr. in der…

Wer war wer in der DDR

Koch, Helmut

* 5.4.1908 – ✝ 26.1.1975

Geb. in Barmen; Vater Schriftsetzer; Mutter Seidenwicklerin; Volksschule u. bis 1925 Realgymnasium in Barmen u. Essen; 1926 Studium an der Rhein. Musikschule Köln u. an der Folkwangschule Essen; 1928 Staatl. Prüfung als Privatmusiklehrer in Düsseldorf; Teiln. an Dirigierkursen bei Hermann Scherchen; Tonmstr. u. Assistent mit Dirigierverpflichtung beim Ostmarken-Rundfunk Königsberg; 1931 – 38 Dirigent von Arbeiterchören in Berlin; 1938 – 45 Aufnahmeltr. bei der Schallplatten AG Carl Lindström;…

Wer war wer in der DDR

Koch, Waldemar

* 25.9.1880 – ✝ 15.5.1963

Geb. in Harzburg; Vater Schiffsing.; 1897 Primareife am Realgymnasium Bremerhaven; 1897 – 1900 Praktikant; 1900 – 03 Abitur (extern); Militärdienst in der kaiserl. Marine; 1903/04 Studium des industriellen Verw.-Wesens an der TH Berlin, Dipl.-Ing.; 1905 – 07 Mitarb. der AEG u. Studium der Volkswirtschaft, Philos. u. Geschichte an der Univ. Berlin; Diss. zur Konzentration in der dt. Elektroindustrie, 1907 Dr. phil.; 1907 – 09 Studienreisen, u. a. USA, China, Rußland; 1910 – 14 Dir. eines…

Wer war wer in der DDR

Kochs, Heinz

* 11.8.1929

Geb. in Röbel / Müritz; Vater selbst. Handwerker; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Elektriker; 1948 SED, 1951 – 54 Stud. an den Ingenieurschulen Wismar u. Mittweida, Elektroing.; 1954 – 58 Mitarb. bzw. Techn. Dir. des VEB Starkstromanlagenbau Rostock; 1959 – 62 Sekr. für Wirtschaft der SED-KL Rostock-Stadt; 1962 – 65 Stud. an der PHS der KPdSU in Moskau, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1965 – 68 Abt.-Ltr. Wirtschaftspolitik der SED-BL Rostock; 1968 – 75 OB von Rostock (Nachf. von  Rudi Fleck); 1975 –…

Wer war wer in der DDR

Koelle, Fritz

* 10.3.1895 – ✝ 4.8.1953

Geb. in Augsburg; Vater Schlossermstr.; ab 1906 Staatl. Realschule; 1909 – 12 Lehre als Spengler, Schulen in Augsburg, Schwäbisch Gmünd u. Berlin; 1913 – 14 Studium an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Friedrich Wanderé; 1914 – 18 Kriegsfreiw.; danach bis 1924 Studium der Bildhauerei bei Hermann Hahn an der Münchner Akad. der bildenden Künste; 1923 Mitgl. der Münchner Neuen Sezession; mehrere Reisen ins Saargeb., der dortige Kontakt zu Arbeitern wird zur Grundlage für das spätere Sujet des…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Koenen, Wilhelm

* 7.4.1886 – ✝ 19.10.1963

Als Sohn des Tischlers und aktiven Sozialisten Heinrich Koenen am 7. April 1886 in Hamburg geboren; Bruder von Bernard Koenen; kaufmännische Lehre, 1904 Angesteller der SPD-Buchhandlung in Kiel. Im gleichen Jahr Mitglied der SPD, im Februar 1907 hauptamtlicher Funktionär, zunächst Zeitungsberichterstatter in Kiel, 1909 in Königsberg. 1910 Kursant an der SPD-Parteischule in Berlin, anschließend Redakteur. Von April 1911 bis 1919 am »Volksblatt« in Halle, dort 1913 Mitglied der SPD-Bezirksleitung. Da die Hallesche SPD 1917 fast geschlossen zur USPD ging und das »Volksblatt« zum USPD-Organ wurde, war Wilhelm Koenen einer der führenden Köpfe der USPD (die in Halle eine ihrer wichtigsten Ortsgruppen hatte). Nach der Revolution 1918 Kommissar der Arbeiter- und Soldatenräte im Bezirk Halle-Merseburg, im August 1919 wurde er Vorsitzender der provisorischen Reichszentrale der Betriebsräte Deutschlands, 1919/20 Stadtverordneter in Halle. Koenen zog im Januar 1919 (Wahlkreis Merseburg) als Abgeordneter der USPD in die Nationalversammlung ein, im Juni 1920 in den Reichstag, dem er bis 1932 angehörte. Im August 1919 Vorstandsmitglied der USPD, in deren ZK gewählt. Vorsitzender des USPD-Bezirks Halle, war Anhänger des linken Flügels der Partei. Gemeinsam mit Walter Stoecker trat er auf dem II. Weltkongreß der Komintern 1920 für den Anschluß der USPD an die Komintern ein und warb auf dem Spaltungsparteitag der USPD in Halle 1920 aktiv für die Linke. Nach der Spaltung im ZK der linken USPD war Koenen einer der Hauptorganisatoren des Zusammenschlusses von linker USPD und KPD, im Dezember 1920 in die Zentrale der VKPD aufgenommen. Koenen leitete als Vorsitzender den III. Weltkongreß der Komintern 1921. Auf dem Jenaer Parteitag 1921 nicht in die Zentrale berufen, jedoch 1922 in die Zentrale kooptiert und seit dem VIII. Parteitag 1923 wieder Zentrale-Mitglied. Beim Auseinanderfallen der Brandler-Führung (November 1923) gehörte Koenen zu den Führern der Mittelgruppe. Als Zentrale-Mitglied polizeilich gesucht, war er laut seinem Steckbrief »1,68 groß, linkes Bein etwas nachziehend (etwas gelähmt)«. Seit der Übernahme der Führung durch die Linken 1924 nicht mehr in der Zentrale, nur noch parlamentarische Tätigkeit und erst nach dem »Offenen Brief« 1925 wieder in wichtigen Funktionen. Von 1926 bis 1932 war er auch Mitglied des Preußischen Staatsrates und gehörte der Berliner Stadtverordnetenversammlung an. Koenen war 1929 am Rande in den Sklarek-Skandal (eine Bestechungsaffäre in der Berliner Stadtverwaltung, in die damals viele Politiker verwickelt waren, vgl. Gustav Degner und Otto Gäbel) verstrickt, da er von Sklarek Geld geliehen hatte. Bei den Auseinandersetzungen mit den Rechten und Versöhnlern schloß er sich aktiv der Parteimehrheit an, löste im April 1929 den Versöhnler Johannes Schröter als Polleiter in Halle-Merseburg ab. Schon zuvor war er als »Kommissar« des ZK gegen die KPO und die Versöhnler in der BL Thüringen eingesetzt. Auf dem XII. Weddinger Parteitag im Juni 1929 wurde er als Mitglied ins ZK gewählt, aber 1931 seiner Funktion in Halle enthoben. In den Hintergrund gedrängt und 1932 nicht mehr in den Reichstag gewählt, blieb er jedoch von April 1932 an Abgeordneter des Preußischen Landtages. Anfang Juni 1933 emigrierte er unter dem Parteinamen Bernhard Schulz über das Saargebiet nach Frankreich, dann in die Tschechoslowakei, dort ab Januar 1935 Leiter der kommunistischen Emigration. Teilnehmer des VII. Weltkongresses und der »Brüsseler Parteikonferenz« 1935 in Moskau, wurde Kandidat der IKK und Mitglied der Kontrollkommission des ZK der KPD. Koenen unterzeichnete im Dezember 1936 den »Aufruf für eine deutsche Volksfront«. Seit November 1938 in Großbritannien, war dort nach Kriegsausbruch Leiter der KPD-Landesgruppe. Von 1940 bis 1942 auf der Isle of Man bzw. in Kanada interniert. Er führte mit Vertretern des SPD-Emigrationsvorstandes Verhandlungen und war in der »Freien deutschen Bewegung« in Großbritannien aktiv. 1944 Mitarbeit an Sefton Delmers englischem Soldatensender in Calais. Im Dezember 1945 über Prag Rückkehr nach Deutschland, zunächst Redakteur der Halleschen KPD-Zeitung »Freiheit«, dann von 1946 bis 1949 1. Landesvorsitzender der SED in Sachsen. Von 1946 bis 1958 und dann wieder von Januar 1963 bis zu seinem Tode gehörte er dem PV bzw. dem ZK der SED an. Im Januar 1949 wählte der PV Koenen in das ZS, wegen seiner Westemigration aber bald aus dem Sekretariat entfernt. Ab Mai 1949 Sekretär des Deutschen Volksrates bzw. ab Oktober 1949 Leiter des Sekretariats der Volks- und Länderkammer, danach Vorsitzender der »Interparlamentarischen Gruppe der DDR«. Wegen »mangelnder Wachsamkeit« bekam Koenen im Mai 1953 eine Rüge, weil er 1952 nicht verhindert hatte, daß eine in der Zeitschrift des Nationalrats »Deutschlands Simme« abgedruckte Losung in albanischer Sprache in Wirklichkeit eine »amerikanische Provokation« darstellte. Er spielte keine politisch wichtige Rolle mehr, erhielt 1956 den Karl-Marx-Orden. Wilhelm Koenen starb am 19. Oktober 1963 in Ost-Berlin. Sein Sohn Heinrich Koenen (* 12. 5. 1910 in Königsberg) emigrierte 1933 in die Sowjetunion und absolvierte verschiedene militärische und nachrichtendienstliche Ausbildungen. Am 23.Oktober 1942 sprang er mit dem Fallschirm über Ostpreußen ab, gelangte auch nach Berlin und wurde dort in der Wohnung der bereits verhafteten Ilse Stöbe von der Gestapo »empfangen«. Ohne Prozeß in das KZ Sachsenhausen eingeliefert, wo er wahrscheinlich im Februar 1945 erschossen wurde. Wilhelm Koenens zweite Ehefrau war Emmy Damerius-Koenen.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Kneifel, Josef

* 15.11.1942

Geb. in Weißig (Niederschl.); Eltern Gewerbetreibende; aufgew. bei Pflegeeltern in Sachsen; Pflegevater KPD-Funktionär; Lehre als Fleischer, später als Dreher; 1957 – 63 FDJ; freiw. Helfer der VP; Kand. des MfS-Wachregt.; 1968 Protestflugblätter gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR; ab 1972 mehrere Ausreiseanträge; 1975 erste Verurteilung wegen »Staatsverleumdung« zu zehn Mon. Freiheitsentzug, anschl. Schikanen durch staatl. Behörden; nach dem Einmarsch der Roten Armee in…

Wer war wer in der DDR

Kniepert, Andreas

* 11.4.1950

Geb. in Löbau; Grund- u. EOS in Löbau, 1968 Abitur u. Abschluß als Mechaniker, im Beruf tätig; 1970 – 74 Studium der Verfahrenstechnik an der TU Dresden, Dipl.-Ing.; 1974 – 91 u. 1995 wiss. Ass. an der HAB in Weimar, Prom. zum Dr.-Ing., 1985 Habil.; NDPD; Eintritt in die FDP; Juli 1990 – 94 Landesvors. der FDP Thür., Mitgl. im FDP-Bundesvorst. 1990 – 94 MdL u. Vors. der FDP-Fraktion im Thür. Landtag; 1995 wiss. Ass. an der HAB in Weimar; 1999 – 2002 Landesvors. der FDP Thür.; akad. Mitarb. in…

Wer war wer in der DDR

Knoblich, Herbert

* 11.6.1939

Geb. in Alt Jauer (Krs. Jauer, Niederschles./ Stary Jawor, Polen); OS in Cottbus, 1957 Abitur; 1957 – 61 Studium der Math. u. Physik an der TH Dresden; Fernstudium an der PH Dresden, Dipl.-Lehrer; 1961 – 70 Lehrer; 1970 – 90 Assistent, Oberassistent u. Doz. für Festkörperphysik. an der PH Potsdam; 1985 Prom., 1986 Habil. mit einer Arbeit über Generation u. Transport elektr. Ladungsträger; Aufenthalt an der Univ. Riga (Lett. SSR); Ltr. des Bereichs Techn. Systeme der Sektion Polytechnik an der PH…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knöchel, Wilhelm

* 8.11.1899 – ✝ 12.6.1944

Geboren am 8. November 1899 in Offenbach/Main; Dreher, Grubenschlosser, 1919 Mitglied der SPD, 1923 der KPD, Funktionär der KPD in Dortmund-Brunninghausen, Von 1924 bis 1930 Mitglied der Leitung des UB Dortmund, ab 1930 Funktionär in Offenbach. Von 1932 bis 1934 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, danach ab 1934 Oberberater für den illegalen KPD-Bezirk Wasserkante in Hamburg. Auf der »Brüsseler Konferenz« im Oktober 1935 wurde Knöchel zum Kandidaten des ZK gewählt und 1936 zum Aufbau der Abschnittsleitung West nach Amsterdam geschickt. Er war Mitbegründer und Sekretär des kommunistischen Ausschusses freigewerkschaftlicher Bergarbeiter Deutschlands, 1938 Wahl zum Mitglied der Exekutive der Bergarbeiterinternationale. Knöchel nahm im Januar 1939 an der »Berner Konferenz« teil und wurde Vollmitglied des ZK der KPD. Infolge des Hitler-Stalin-Paktes und der Auflösung aller Abschnittsleitungen Beauftragter der KPD für die Niederlande, Belgien und die Schweiz. Im Januar 1942 reiste er illegal über das Ruhrgebiet nach Berlin und bemühte sich, die sogenannte operative Leitung der KPD aufzubauen. Knöchel hatte, wenn auch eingeschränkt, Verbindungen zum in Moskau sitzenden ZK der KPD, stand aber dessen Direktiven immer kritischer und zuletzt ablehnend gegenüber. An seine Lebensgefährtin Cilly Hansmann (* 15 6. 1908 – † 1. 10. 1984), die für ihn Kurierdienste leistete, schrieb er: »Sitzen die in Moskau auf dem Mond?« Am 30. Januar 1943 wurde Knöchel in Berlin verhaftet. Damit gelang der Gestapo ein entscheidender Schlag gegen den kommunistischen Widerstand. Der Gruppe um Knöchel war es als einziger gelungen (entsprechend einem Beschluß der KPD-Führung vom Ende 1939), aus der Emigration zurückzukehren und in Deutschland ein Widerstandszentrum, gewissermaßen eine »Reichsleitung« unter Anleitung des ZK in Moskau, zu organisieren. Deswegen wurde Knöchel später von der DDR-Geschichtsschreibung lange Zeit besonders positiv hervorgehoben und gewürdigt, um die erfolgreiche Anleitung des Widerstandes durch die Moskauer Exilführung zu »beweisen«. Seit den achtziger Jahren wurde sein Name verschwiegen, und zwar wegen seines (auch vorher bekannten!) Anteils an der Zerschlagung der Gruppe, die die Tragödie kommunistischer Widerstandskämpfer im Nazi-Deutschland während des Krieges zeigt. Aufgrund von Hinweisen des Gruppeninstrukteurs Alfons Kaps, der Anfang 1943 festgenommen worden war, konnte die Gestapo am 20. Januar 1943 den wichtigen Funktionär Willi Seng verhaften. Nach »verschärfter Vernehmung« – also fürchterlicher Mißhandlung – gab Seng nicht nur seine Kenntnisse preis, sondern war bereit, die Gestapo zu einem Treffen mit Knöchel in Berlin zu führen. Dies mißlang, weil der schwerkrank im Bett lag und nicht zu dem Termin kam. Als Knöchel schließlich am 30. Januar festgenommen wurde und wohl ähnlichen Torturen unterworfen war, bot auch er am 17. Februar der Gestapo die Zusammenarbeit als V-Mann an. Er ging diesen Schritt, obwohl er an schwerer Tbc litt, also ohnehin nur noch eine geringe Lebenserwartung hatte. Was ihn zum Verräter machte, ist kaum zu beurteilen. Waren es die Torturen oder der inzwischen gebrochene Glaube an Moskau oder ein verzweifelter Versuch, Zeit zu gewinnen, um freizukommen und zu fliehen? Der Fall Knöchel beweist, daß die einzigen Funktionäre, die den Widerstandsgruppen im Krieg »Weisungen« des ZK hätten überbringen sollen, das gar nicht konnten. Es war eine SED-Legende, die ab 1961 verbreitet wurde und Walter Ulbricht zum Führer des Widerstandes gegen Hitler machen sollte. Knöchel wurde zunächst im KZ Scheveningen festgehalten, dann nach Berlin überführt und am 12. Juni 1944 vom VGH zum Tode verurteilt. Auch die übrigen Mitglieder der Gruppe (Seng, Kaps, Alfred Kowalke und Wilhelm Beuttel) erhielten die Todesstrafe. Die Verteidigung der Angeklagten, sie hätten mitgeholfen, einen Spionagering unschädlich zu machen, wies der Vorsitzende des VGH, Roland Freisler, zynisch zurück: Das »wissen wir nicht«. Auch ein Gnadengesuch Sengs wurde abgelehnt, dieser hatte darin nochmals betont, seine Aussagen seien »der Schlüssel« zur Aushebung der Gruppe gewesen. Wilhelm Knöchel wurde am 24. Juli 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Knöll, Hans

* 7.1.1913 – ✝ 26.6.1978

Geb. in Wiesbaden; Vater Telegraphenoberinstrukteur; 1931 – 35 Med.-Studium in Frankfurt (Main); 1932 NSDAP; 1932 – 35 SA; 1935 – 38 wiss. Assistent am Paul-Ehrlich-Inst. für Experiment. Therapie in Frankfurt (Main), 1938 Prom.; 1938 – 50 am Bakteriolog. Laboratorium (1944 Inst. für Mikrobiol. u. experiment. Therapie) des Jenaer Glaswerks Schott & Gen. 1950 Habil.; Prof. für Bakteriol. an der FSU Jena; 1950 – 53 zugl. Werkltr. des VEB Jenapharm; 1949 u. 1952 NP; 1955 Ord. Mitgl. der DAW; 1956 –…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knorr, Friedrich

* 17.9.1904 – ✝ 6.5.1995

Geboren am 17. September 1904 in Fürth/Bayern als Sohn eines Schuhmachers; Metalldrücker, Bauarbeiter und in der Möbelbranche beschäftigt. 1921 Mitglied der KJD und der KPD, Leiter des KJD-UB Nürnberg/Fürth, Angehöriger des Ordner-Dienstes (OD – d. i. der Parteiselbstschutz). Von Ende 1923 bis Mitte August 1924 Untersuchungshaft auf der Festung Niederschönenfeld, nach Entlassung erneut Leiter des KJD-UB Nürnberg/Fürth. Flucht und illegaler Aufenthalt bis März 1925 in Berlin. Zeitungsverkäufer, Arbeiter bei Siemens und anderen Firmen. Bis 1927 KJVD-Funktionär in Berlin-Spandau, anschließend Geschäftsführer der Arbeiter-Buchhandlung und Herausgeber der »Spandauer Volkszeitung«. Von Januar bis März 1931 Lehrgang an der Reichsparteischule Berlin-Fichtenau, danach Orgsekretär des UB Berlin Nord-West. 1932 Propagandasekretär der BL Berlin-Brandenburg, ab August 1932 Kursant der Internationalen Leninschule in Moskau, danach kehrte er illegal nach Deutschland zurück und wurde Instrukteur des ZK in Frankfurt/M. Im März 1934 zeitweise festgenommen, arbeitete Knorr dann als Angestellter in einem von seiner Frau geführten Lebensmittelgeschäft. Er war im November 1939 und von Juli bis September 1944 im KZ Sachsenhausen eingesperrt. Seit Mai 1945 war Knorr Leiter der Polizei-Inspektion in Berlin-Spandau, anschließend Angehöriger der Kriminalpolizei in der Provinz Brandenburg, später Dozent an der Verwaltungsschule in Beelitz bzw. Bürgermeister von Beelitz. Ab 1949 Mitarbeiter beim SNB, dann beim Staatlichen Rundfunkkomitee der DDR. Er erhielt 1964 den VVO in Bronze. Friedrich Knorr starb am 6.Mai 1995 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Kober, Karl Max

* 26.12.1930 – ✝ 14.12.1987

Geb. in Prag; 1945 Umsiedl. nach Thüringen; Abitur in Erfurt; 1949 – 52 Studium der Kunsterziehung u. Psychol. an der EMAU Greifswald; 1950 NDPD; ab 1953 Ass., dann Oberass. am Inst. für Kunsterziehung u. Kunstgesch. der KMU Leipzig; 1962 Prom.; 1966 Habil. über »Die Wandmalerei des späten Mittelalters in Sachsen«; 1967 – 81 Abg. des Bezirkstags Leipzig; seit 1967 Mitgl. des Hauptaussch. der NDPD u. Mitgl. des VBK; ab 1974 Mitgl. der AICA; 1969 – 76 Doz. am Inst. für Kunstgesch., 1976 Prof. für…

Wer war wer in der DDR

Koch, Helmut

* 30.4.1922

Geb. in Gera; Vater Former; Volks- u. Höhere Handelsschule, Verhinderung des Oberschulbesuchs durch die HJ; 1936 – 39 kfm. Ausbildung; 1940 kfm. Angest.; 1941 – 45 Wehrmacht, Ltn. der Reserve. 1945/46 SPD/SED; 1945 – 49 Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. in der Krs.-Verw. Gera; 1949 – 51 Org.- bzw. Kontorltr. des Landeskontors Thür. der VVEAB; 1951/52 SED-LPS in Bad Blankenburg; 1952 HA-Ltr. im Staatssekr. für Erfassung u. Aufkauf landw. Erzeugnisse, 1958 – 63 Staatssekr. (Nachf. von  Hermann Streit); 1949…

Wer war wer in der DDR

Koch, Marita

* 18.2.1957

Geb. in Wismar; dort 1964 – 76 EOS; 1976 – 89 Studium der Med. an der WPU Rostock, abgebrochen; 1972 – 87 Leichtathletin, Spezialdisz.: 400-m- u. 200-m-Lauf; anfangs in der Turn- u. Sportgemeinschaft Wismar, ab 1975 beim SC Empor Rostock (Trainer u. Ehemann: Wolfgang Meier); 1978, 1982 u. 1986 EM (400 m u. in der 4 x 400-m-Staffel); 1980 Olympiasiegerin (400 m u. 4 x 400-m-Staffel); 1983 dreifache WM (200 m, 4 x 100-m- u. 4 x 400-m-Staffel); 16 WR; fünfmal populärste Sportlerin der DDR…

Wer war wer in der DDR

Köckert, Christian

* 13.10.1957

Geb. in Dölzig (Krs. Leipzig); 1965 – 74 POS; 1976 kirchl. Abitur in Moritzburg; 1976 – 81 Studium der ev. Theol. an der MLU Halle-Wittenberg; 1971 – 87 Assistent für systemat. Theol.; 1987 – 91 Pfarrer in Stedtfeld (Krs. Eisenach) u. Doz. am Predigerseminar der Ev.-Luth. Kirche Thür. in Eisenach. 1991 – 94 Bürgermeister in Stedtfeld (b. Eisenach); 1994 – 2009 Mitgl. u. Vors. der CDU-Frakt. im Stadtrat Eisenach; stellv. Vors., dann Vors. des CDU-KV Wartburgkreis; seit 1994 MdL u. 1995 – 99 Vors.…

Wer war wer in der DDR

Koenen, Bernard (Johann Heinrich)

* 17.2.1889 – ✝ 30.4.1964

Geb. in Hamburg; Vater Tischler, Mutter Köchin, Bruder  Wilhelm K.; 1895 – 1903 Volksschule, 1903 – 07 Ausbildung zum Maschinenschlosser u. Dreher; 1906 Mitgl. der Gewerkschaft (DMV); 1907 SPD; auf Wanderschaft in Lausanne, Brüssel, Lille u. Tunis; Mitbegr. der Soz. Partei Frankreichs in Bizerta; 1910 – 12 Militärdienst, danach Elektromonteur im Ausland; 1914 – 16 Militärdienst, wegen »antimilitär. Tätigkeit« entlassen; anschl. Elektriker in Leuna; 1917 USPD, 1920 KPD; Mitarb. im Leunaer…

Wer war wer in der DDR

Koenen-Damerius, Emmi (auch: Damerius-Koenen)

* 15.3.1903 – ✝ 21.5.1987

Geb. in Berlin-Rosenthal; Vater Arbeiter; Volksschule; 1918 – 20 kfm. Handelsschule; 1918 Freie Gewerkschaft; Werkstattschreiberin in einer Kunstdruckerei; Abendhandelsschule; arbeitslos; 1928 – 33 Angest. bei der Berliner Abendztg. »Die Welt am Abend«; 1923 Naturfreunde u. KJVD; 1924 KPD; 1924 – 33 Ltr. der Frauenabt. der KPD Berlin-Brandenb.; 1932/33 KPD-Reichsschule; 1933 Mitgl. des Preuß. Landtags (KPD); 1933/34 illeg. Arbeit als pol. Instrukteurin der KPD; 1934 Emigr. in die UdSSR; 1934/35…

Wer war wer in der DDR

Knepler, Georg

* 21.12.1906 – ✝ 14.1.2003

Geb. in Wien in einer jüd. Fam.; Vater Komponist Paul K.; Volksschule u. Gymnasium in Wien; seit 1926 Studium des Klavierspiels u. der Musikwiss. in Wien; ab 1929 Korrepetitor u. Kapellmstr. der Wiener Volksoper, des Wiener Stadttheaters sowie an Theatern in Mannheim u. Wiesbaden; 1928 – 31 pianist. Begleiter von Karl Kraus; 1931 Prom. zum Dr. phil. an der Univ. Wien mit einer Arbeit über Johannes Brahms; Kapellmeister u. Dirigent der Wiener Volksoper, Dirigent versch. Arbeiterchöre in Wien;…

Wer war wer in der DDR

Knigge, Wilhelm

* 16.12.1906 – ✝ 20.12.1995

Geb. in Bremen; Vater Hafenarb.; Volksschule; Ausbildung zum Maurer; 1921 Mitgl. des Dt. Baugewerksbunds; 1924 RFB; 1927 KPD u. RHD; Ltr. der RJ im RFB; 1928 Besuch der Reichsführer-Schule in Einsiedel (b. Chemnitz); 1928 – 32 Maurer u. Hafenarb. in Bremen; ab 1930 Ltr. der wehrpol. Ausbildung im Kampfbund gegen den Fasch.; Mitgl. der Baugewerkschaft, 1931 Ausschl.; 1932 Pol.-Ltr. der IAH-LL Gau Nord-West; 1932/33 arbeitslos; 1933 Mitgl. der Bremer Bürgerschaft; 1933 illeg. Arbeit in Bremen…

Wer war wer in der DDR

Knobloch, Günther

* 10.5.1926 – ✝ 27.1.2014

Geb. in Ebersbach (Sachsen); Vater Lokführer; 1944 Abitur; Luftwaffenhelfer, RAD, Kriegsteiln. als Panzergrenadier, zul. Uffz. 1945/46 SPD/SED; Reichsbahn-Inspektorenanwärter; 1947 Reichsbahninspektor; 1948 – 50 Sachbearb. im Reichsbahnamt (RBA) Bautzen; 1950 – 52 Abt.-Ltr. im RBA Riesa; 1952 – 55 Dezernent u. Abt.-Ltr. in der Reichsbahndirektion (RBD) Cottbus u. in der RBD Halle; dann Amtsvorstand des RBA Cottbus u. 1955/ 56 Vizepräs. der RBD Cottbus; 1956 – 63 Präs. der RBD Dresden; anschl.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knodt, Hans

* 21.3.1900 – ✝ 7.4.1941

Geboren am 21. März 1900 in Essen, stammte aus einem bürgerlich-katholischen Elternhaus, der Vater war Gewerbetreibender und Inhaber eines Restaurants. Knodt besuchte das katholische Lehrerseminar. 1918 legte er das Abitur ab und wurde noch im selben Jahr zum Kriegsdienst einberufen. Er hatte sich 1918 der »Entschiedenen bürgerlichen Jugendbewegung« angeschlossen, wurde 1919 Mitglied der USPD und ein Jahr später der KPD. Seit 1921 als Redakteur für die KPD tätig, zunächst bei der Frankfurter »Arbeiter-Zeitung«, wechselte er Ende 1921 zur »Hamburger Volkszeitung«, 1922/23 nach Thüringen. Während der Ruhrbesetzung war Knodt Redakteur in Duisburg und Parteisekretär in Münster. Ende 1923 für kurze Zeit aus der hauptamtlichen Funktion entlassen, führte er während des Parteiverbots Anfang 1924 die KPD in Hamborn/Oberhausen. 1924 Chefredakteur der Frankfurter »Arbeiter-Zeitung«, dann in gleicher Funktion bei der »Sächsischen Arbeiterzeitung« in Leipzig. Da in Sachsen ein Haftbefehl gegen ihn lief, tauchte er 1925 unter, bis das Verfahren wegen Landesverrats 1926 eingestellt wurde. Anfang 1927 übernahm Knodt zunächst die Chefredaktion der »Niederrheinischen Arbeiterzeitung« in Duisburg, als diese ein Kopfblatt wurde, kam er im Mai 1927 als politischer Redakteur ans »Ruhr-Echo« nach Essen, zusätzlich war er Agitpropleiter des UB Essen. Wegen seiner Verbindung zu den Versöhnlern im Ruhrgebiet im Dezember 1928 nach Köln versetzt, Chefredakteur der »Sozialistischen Republik«. Knodt, der seit langem mit Ernst Thälmann befreundet war, wurde Ende Mai 1932 (anläßlich der Auseinandersetzung mit der Neumann-Gruppe) nach Berlin geholt, anstelle von Alexander Abusch Chefredakteur der »Roten Fahne«. Mitte 1933 ging er ins Saargebiet und war dort bis 1934 Chefredakteur der illegalen »Roten Fahne«. Zusammen mit seiner Frau, Elisabeth Gill (*10.5. 1905), lebte er in Paris. 1935 in die Sowjetunion abkommandiert, wurde Knodt unter dem Pseudonym Horn Mitarbeiter bei der Abteilung Massenorganisationen der Komintern. Vom NKWD 1937 verhaftet, wurde er am 7.April 1941 durch ein Sondertribunal beim NKWD zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Hans Knodt kam im Gulag ums Leben. Das Militärtribunal des Moskauer Militärbezirks rehabilitierte ihn posthum am 26. März 1956. Elisabeth Gill heiratete nach der Verhaftung ihres Mannes einen amerikanischen Staatsbürger und entkam so der drohenden Verhaftung. Sie lebte Anfang der neunziger Jahre in den Vereinigten Staaten.

Wer war wer in der DDR

Knolle, Rainer

* 3.10.1918 – ✝ 6.8.1986

Geb. in Reichardtsdorf (Krs. Stadtroda); Vater Maurer; Volksschule; 1933 – 38 Lehre u. Arbeit als Maschinenschlosser; 1938 / 39 RAD; 1939 – 41 Schlosser; 1941 – 45 Wehrmacht; 1945 – 48 sowj. Kriegsgef., Besuch von Antifa-Schulen. 1948 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1948 – 50 Instrukteur, 1950 / 51 Abt.-Ltr., 1951 / 52 2. Sekr. der SED-KL Gera-Stadt; 1952 – 56 1. Sekr. der SED-KL Gera-Land; 1956 / 57 Lehrgang an der SED-PHS; 1957 Instrukteur der SED-BL Gera; 1957 – 59 1. Sekr. der SED-KL Jena-Land;…

Wer war wer in der DDR

Knorr, Erich

* 24.10.1912 – ✝ 23.9.2012

Geb. in Claußnitz (Sachsen); Vater Arbeiter; Volksschule; 1927 – 31 Schlosserlehre; 1927 SAJ; 1928 SPD; 1931 KJVD u. KPD; 1931 fünf Mon. Lehrgang an der Heim-VHS Leipzig; 1934/35 Pol.-Ltr. des illeg. KPD-UB Burgstädt-Rochlitz; 1935 Verhaftung u. Verurteilung, bis 1940 Zuchthaushaft in Zwickau u. Waldheim; 1943 – 45 Strafbat. 999 (ab April 1944 Mitgl. der Widerstandsgr. Karl König), nach Lazarettaufenthalt in eine Wehrmachtseinheit an der Neißefront, Ende April 1945 Flucht. Mai 1945 Heimkehr…

Wer war wer in der DDR

Kober, Rudolf

* 22.11.1928

Geb. in Prag; Vater ltd. Angestellter in der Industrie, Mutter Schneiderin; aufgewachsen in Prag bis 1944; Wehrdienst u. Kriegsgefangenschaft. 1946 Ankunft als Vertriebener in Rörshain (Hessen); 1947 nach Neudietendorf (b. Erfurt); 1948 Abitur in Erfurt; Tätigkeit als Hilfsarb.; 1949 Kurzlehrgang als Neulehrer, bis 1954 Lehrer in Großbreitenbach (Thür.), 1. u. 2. Lehrerprüfung sowie externes Fachlehrerstudium für Mathematik; 1954 Examen; 1954 – 57 Studium an der KMU Leipzig als…

Wer war wer in der DDR

Koch, Helmut

* 5.10.1932

Geb. in Potsdam; 1952 – 57 Mathematikstudium an der HU Berlin; danach als Mathematiker im Halbleiterwerk Teltow; 1959 – 91 Angeh. des Inst. für reine Mathematik bzw. ZI für Mathematik der DAW/AdW; Schüler bzw. Mitarb. von  Hans Reichardt, zunächst Assistent, später Forschungsgr.-Ltr.; 1964 Prom. mit einer Diss. zur Galois-Theorie p-adischer Zahlkörper u. 1965 Habil. mit einer Arbeit zu p-Erweiterungen mit vorgegebenen Verzweigungsstellen, jeweils an der HU; Prof. der DAW u. Lehrtätigkeit an der…

Wer war wer in der DDR

Koch-Gotha, Fritz

* 5.1.1877 – ✝ 16.6.1956

Geb. in Eberstädt (b. Gotha); Vater Offz. u. Landwirt, später Versicherungsbeamter; 1880 – 84 mit der Familie in Breslau; Gymnasium in Gotha; Abschluß einer kfm. Berufsschule; Studium an den Kunstakad. in Leipzig (1895 – 97 bei den Prof. Mohn u. Dietrich) u. Karlsruhe (1897 – 99 bei Prof. Schnurth); anschl. bis 1902 freiberufl. in Leipzig; ab 1902 in Berlin; intensives Studium der Handzeichnungen Adolph v. Menzels; erste humorist. Pressezeichnungen, Mitarbeit an den »Lustigen Blättern«; ab 1904…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Koegler, Theodor

* 29.1.1901 – ✝ 23.9.1968

Als Sohn eines bayerischen Gemeindebeamten am 29. Januar 1901 in Aichach bei Augsburg geboren. Bis 1920 absolvierte er die katholische Lehrerbildungsanstalt in Pasing, gründete 1919 einen »Revolutionären Schülerrat« und trat 1920 der KPD bei. Nach einem Presseduell zwischen dem nationalistischen »Miesbacher Anzeiger« und dem »Tegernseer Landboten« um die Person Koeglers wurde er im Februar 1921 vom Schuldienst suspendiert. Er kam als hauptamtlicher Funktionär der KPD nach Berlin-Brandenburg, dort bis Ende 1923 Sekretär des BL-Orgleiters Hans Pfeiffer. 1924 wurde Koegler Orgleiter der BL Berlin-Brandenburg, Anfang 1925 Sekretär im Orgbüro der Zentrale und schließlich Polleiter des KPD-Bezirks Berlin-Brandenburg. Er gehörte nach dem »Offenen Brief« zur linken Opposition, wurde deshalb im November 1925 als Polleiter des wichtigsten KPD-Bezirks abgelöst und 1926 als einer der Organisatoren der Opposition zunächst nach Halle und dann nach Jena abgeschoben. Koegler unterzeichnete 1926 den »Brief der 700«, deswegen am 14. Dezember 1926 aus der KPD ausgeschlossen, er war Mitbegründer des Leninbundes, für den er auch nach dem Austritt seines Vorbilds Ruth Fischer tätig blieb. 1931 verließ er den Leninbund und ging zur SAP, Kandidat bei den Preußischen Landtagswahlen 1932. Koegler entfernte sich von der aktiven sozialistischen Politik und beantwortete eine Umfrage, wie man sich die tiefe Krise der Arbeiterbewegung erklären könne, mit dem Stichwort »Untergangskrise«. Nach 1933 wurde er nicht verfolgt, im Gegenteil, die NSDAP versuchte, ihn zu gewinnen. Als die Gauleitung des NS-Studentenbundes Berlin ihn im Sommer 1933 zum Leiter der Fortbildungsschulen von Berlin machen wollte, lehnte er ab und tauchte im Herbst 1933 als kleiner Angestellter im Unilever-Konzern unter. 1945 mit 90 Prozent der Stimmen in den Betriebsrat gewählt, er übersiedelte jedoch nach Hamburg. Dort erhob Koegler seit 1946 die Forderung nach einer deutschen Neutralität und verbreitete 1949 einen »Neutralitätsausweis«, womit er in der deutschen Presse ziemlich großes Aufsehen hervorrief. Als kritischer Anhänger des Kreises um die »Neue Politik« in Hamburg veröffentlichte Koegler 1963 eine Broschüre: »Das neue Weltbild« und vertrat die Ansicht, die moderne Industriegesellschaft werde mehr und mehr in eine ständische, dem Mittelalter strukturell verwandte Gesellschaft hinüberwachsen. Theodor Koegler starb am 23. September 1968 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Koenen, Bernard (Johann Heinrich)

* 17.2.1889 – ✝ 30.4.1964

Am 17. Februar 1889 in Hamburg als Sohn des Tischlers Heinrich Koenen geboren. Der Vater war Sozialist und Teilnehmer des Gründungskongresses der II. Internationale in Paris. Wie sein Bruder Wilhelm Koenen kam Bernard früh zur sozialistischen Bewegung. Noch als Mechanikerlehrling trat er 1906 der Gewerkschaft, 1907 der SPD bei und ging 1907 auf Wanderschaft. Nach längerem Aufenthalt in Lausanne kam er bis nach Afrika, wo er in einer Ziegelei in Biserta und danach in Ägypten arbeitete. 1914 lebte er in Plauen, bei Kriegsausbruch in Hamburg, er wurde als Soldat eingezogen und 1916 zum Bau der Leuna-Werke nach Mitteldeutschland abkommandiert. Der Kriegsgegner Koenen trat 1917 zur USPD über. Er war in den Leuna-Werken politisch aktiv, ging 1920 mit der linken USPD zur KPD. 1921/22 war er für die Komintern in Belgien und Frankreich. Auf dem VIII. KPD-Parteitag 1923 in die Orgkommission und für Halle-Merseburg in den ZA gewählt. Redakteur der Halleschen KPD-Zeitung »Klassenkampf«, Mitglied der KPD-BL Halle-Merseburg. Ende 1927 Chefredakteur des »Klassenkampfes«. Koenen gehörte von 1922 dem Provinziallandtag und von 1924 bis 1932 dem Preußischen Staatsrat an. Er war ein Vertreter der Mittelgruppe und später ein führender Versöhnler in Halle-Merseburg. Nach der Wittorf-Affäre leitete er zusammen mit Johannes Schröter u. a. die BL Halle-Merseburg, in der die Versöhnler die überwältigende Mehrheit besaßen. 1929 kapitulierte er vor der Parteimehrheit, wurde trotzdem seiner Funktionen enthoben und in die Genossenschaftsarbeit abgeschoben. Von 1931 bis 1933 Leiter des UB Mansfeld der KPD. Beim sogenannten Blutsonntag in Eisleben am 13. Februar 1933 von der SA zusammengeschlagen, verlor er ein Auge, wurde für tot gehalten und konnte entkommen. Danach emigrierte er im Mai 1933 in das Saargebiet und anschließend in die Sowjetunion. Dort arbeitete er unter seinem Parteinamen Heinrich Stafford als Orgsekretär in der Leitung der MOPR. Koenen wurde 1937 vom NKWD verhaftet. Wilhelm Pieck setzte sich im April 1938 bei Dimitroff für Koenen und andere Häftlinge ein, bezweifelte aber zwei Jahre später selbst, daß seine Initative dazu geführt hätte, daß Koenen und Paul Schwenk Anfang 1939 freigelassen wurden. Dies war vielmehr dem Engagement zweier sowjetischer Staatsanwälte zuzuschreiben. Koenen erhob konkrete Beschuldigungen gegen das NKWD und seine Torturverhöre, was ihm abermals einige Monate Inhaftierung einbrachte. Ab 1940 wieder zur KPD-Arbeit herangezogen und 1942 noch ins ZK kooptiert. 1945 nach Deutschland zurückgekehrt, einer der Unterzeichner des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945. Er wurde Vorsitzender bzw. 1. Sekretär der KPD- bzw. SED Sachsen-Anhalt, gehörte ununterbrochen dem PV bzw. dem ZK der SED an, war von 1952 bis 1958 Botschafter der DDR in Prag, danach wieder 1. Sekretär des SED-Bezirks Halle. Nach dem Tode Piecks im September 1960 in den neugeschaffenen Staatsrat der DDR unter Walter Ulbricht aufgenommen. Er erhielt 1959 den Karl-Marx-Orden. Bernard Koenen starb am 30. April 1964 in Ost-Berlin. Seine Frau Frieda Koenen, geborene Bockentien (* 18. 4. 1890 in Flensburg), die er während des Ersten Weltkrieges geheiratet hatte, von Beruf Schneiderin, schloß sich 1913 der SPD an, ging 1917 zur USPD und Ende 1920 zur KPD. In der zwanziger Jahren war sie Funktionärin der Roten Hilfe, emigrierte ebenfalls in die Sowjetunion, war u. a. Lehrerin an der Komintern-Schule in Kuschnarenkowo und Mitarbeiterin des NKFD. 1945 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde sie Frauensekretärin der KPD-Landesleitung Sachsen-Anhalt. Bis 1952 Hauptabteilungsleiterin für Schulung im Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt, ab 1952 beim Rat des Bezirks Halle. Frieda Koenen starb am 17.November 1968.Bernd-Rainer Barth / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Koennecke, Günther

* 3.6.1924 – ✝ 13.11.2003

Geb. in Magdeburg; Kriegsdienst, frz. Gefangenschaft. Ausbildung zum Maurermstr., Dipl.-Wirtsch. u. Ing.; 1959 Übernahme der seit 1887 im Besitz der Familie befindl. Baufirma u. Entw. des Unternehmens zum größten privaten Baubetrieb im Bez. Magdeburg (ca. 300 Beschäftigte); nach der Enteignung 1972 – 76 Ltr. des nunmehr staatl. Betriebs; danach Baultr. eines städt. Projekts; 1990 Sprecher der »72er« (der 1972 enteigneten Unternehmer). Seit der Reprivatisierung 1990 Inhaber der W. Liebscher…

Wer war wer in der DDR

Kneschke, Karl

* 28.1.1898 – ✝ 16.2.1959

Geb. in Kratzau (Krs. Reichenberg, Nordböhmen / Chrastava, Tschechien); Vater Arbeiter; Volks- u. Bürgerschule; Former, Gießer, Tuchweber; 1915 Sozialdemokrat. Arbeiterpartei Österreichs; 1916 – 18 k. u. k. Armee; 1920 Mitbegr. des KJV; 1921 der KP der ČSR; 1921 – 29 Krs.-Sekr. der KPČ in Tetschen-Bodenbach, dann in Reichenberg; 1929 – 33 dort Bez.-Sekr.; 1929/30 inhaftiert wegen »Geheimbündelei«; 1930 Verb.-Sekr. des Arbeitersport- u. Kulturverb.; 1938 Emigr. nach England; Red. der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knippschild, Heinrich

* 1.9.1894 – ✝ 6.5.1953

Geboren am 1. September 1894 in Elberfeld, Sohn eines Tischlers; Ausbildung an der Fachschule für Textilzeichner, Arbeit als Musterzeichner. Von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. 1921 Mitglied der KPD, ab 1921 Angestellter im Verlag der KPD in Berlin, 1928 im KPD-Verlag in Essen, dann in Köln. Von Februar 1931 bis Januar 1932 Leiter des Zeitschriftenverlages der KPD in Berlin, anschließend des Verlags Beck & Co, einem Tarnverlag für den Zentralen Literaturvertrieb der KPD. Ab März 1933 organisierte Knippschild die Einlagerung und den Versand von illegalen Parteimaterialien, anschließend technischer Instrukteur der illegalen Landesleitung in Berlin. Anfang 1934 emigrierte er nach Prag, im Oktober 1934 in die Sowjetunion. Er lebte von September 1935 bis September 1936 in Zürich und Paris, war in den Befreiungskomitees für Ernst Thälmann und Edgar André aktiv. Ab 1937 wieder in der Sowjetunion, wurde er im Oktober 1941 aus Moskau evakuiert. Von Juli 1942 bis 1948 Politinstrukteur unter deutschen Kriegsgefangenen. Nach einer schweren Tbc-Erkrankung kam er im Oktober 1950 in die DDR, arbeitete beim Verband der Journalisten. Heinrich Knippschild starb am 6. Mai 1953 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Knobloch, Heinz

* 3.3.1926 – ✝ 24.7.2003

Geb. in Dresden; Vater Fotograf; 1937 – 42 OS, 1942 Lehre als Verlagskfm.; 1935 Umzug der Fam. nach Berlin; 1943 Soldat, Einsatz in Frankreich; 1944 Desertion; 1944 – 48 Kriegsgef. in den USA u. in Schottland. 1948 Rückkehr nach Dtl.; seit 1948 Volontär der »Berliner Ztg.«, Bild- u. Textred. der Bildagentur »Illus« im Berliner Verlag; 1949 SED; ab 1953 bei der Ztschr. »Wochenpost«; dort 1957 – 65 Kulturred. (Feuilletonchef) u. 1968 – 88 wöchentl. Feuilletonrubrik »Mit beiden Augen«; 1954 – 60…

Wer war wer in der DDR

Knoener, Rudolf

* 4.1.1929 – ✝ 25.2.1990

Geb. in Leipe (Krs. Lübbenau); Volksschule; nach 1945 Traktorist; ab 1950 Abiturlehrgang an der ABF; 1953 – 58 Studium der Physik an der TH Dresden, Dipl.-Physiker; SED; 1963 Prom. zum Dr. rer. nat., 1963 – 70 Oberassistent an der TU Dresden, 1969 Habil., 1970 ord. Prof. für Ökon., Org. u. Planung der Bauindustrie an der TU Dresden; 1971 – 86 Kand. bzw. Mitgl. der SED-BL Dresden; 1973 – 79 Dir. der Sektion Physik, 1980 – 86 Rektor der TU Dresden (Nachf. von  Fritz Liebscher). K. baute dort die…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knöpfel, Walter

* 30.9.1903 – ✝ 15.3.1945

Geboren am 30. September 1903 in Hamburg; Maschinenbauer, trat 1919 in die SAJ ein, ging 1920 zur KJD, im Februar 1921 Mitglied der KPD. Wegen Beteiligung am Hamburger Aufstand wurde Knöpfel am 20. Februar 1925 vom Landgericht Hamburg zu einem Jahr und neun Monaten Festungshaft verurteilt, durch Amnestie vorzeitig entlassen. Übersiedlung nach Berlin, zunächst Redakteur der Zeitung »Junge Garde«, dann bei der KPD-Zeitung »Klassenkampf« in Halle. Ab Oktober 1926 Mitarbeiter in der Agitpropabteilung des ZK, im Juli 1927 Sekretär für Gewerkschaftsfragen der BL Halle-Merseburg. Er kam Anfang 1928 als Kursant an die Internationale Leninschule in Moskau, während dieser Zeit zur Unterstützung der kommunistischen Gewerkschaftsbewegung nach Großbritannien geschickt. Er wurde nach seiner Rückkehr Volontär im MEB der RGI. Im Februar 1932 zeitweise RGI-Instrukteur in der âSR, anschließend Mitarbeiter im Reichserwerbslosenausschuß und Mitglied der RGO-Reichsleitung. Im April 1933 kam er als RGO-Instrukteur nach Hamburg und Kiel und gehörte zuletzt der illegalen Hamburger BL an. Knöpfel wurde am 12. Dezember 1933 festgenommen und vom Hanseatischen OLG am 16. November 1934 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 9.November 1939 bedingt begnadigt, er zog nach Warschau, dann nach Lemberg und war ab Juli 1944 wieder in Hamburg. Walter Knöpfel starb am 15.März 1945 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Knoth, Johannes

* 20.11.1891 – ✝ 27.6.1930

Geboren am 20. November 1891 in Solz/Krs. Rotenburg an der Fulda. Eisenbahnschaffner in Frankfurt/M., 1917 Mitglied der USPD, Ende 1920 der KPD. Knoth wurde am 20. Februar 1921 im Wahlkreis Hessen-Nassau als Abgeordneter für die KPD in den Preußischen Landtag gewählt. Bei den Wahlen zum Preußischen Landtag am 7. Dezember 1924 wurde Knoth nicht mehr aufgestellt, in der KPD spielte er keine Rolle mehr. Über sein weiteres politisches Leben ist nichts bekannt. Johannes Knoth starb am 27. Juni 1930 in Frankfurt/M.

Wer war wer in der DDR

Koch, Hans

* 17.5.1927 – ✝ 18.11.1986

Geb. in Liebschwitz (Krs. Gera); Vater Schlosser u. Polizeioberwachtmstr., Mutter Spinnereiarb.; Volks- u. Aufbauschule, 1944 Notabitur; 1944/45 Dreher; März – April 1945 RAD. 1945/46 KPD/SED; Mitgl. der KPD-Stadtteilltg. Gera; Sekr. des Antifa-Jugendaussch. Gera; 1946 FDJ; Sommer 1946 LPS in Bad Berka; 1946 – 50 Sekr. der FDJ-KL Gera bzw. Sekr. für Kultur u. Erziehung der FDJ-LL Thür., Zusammenarbeit mit  Heinz Lippmann; 1950 Erster Einjahreslehrgang der PHS; 1951 Instrukteur für kulturelle…

Wer war wer in der DDR

Koch, Peter

* 19.7.1929 – ✝ 3.5.1990

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Lehrer, Mutter Bankangest.; 1944 Mittlere Reife; 1945 Landarb.; 1945 – 48 Ausbildung zum Schlosser; 1946 SED; 1949/50 Schlosserbrigadier u. Kulturltr. in einer MTS; 1950 Studium an der DVA; 1950 wegen Verfehlung »Bewährung in der Prod.«; 1951 Wiederaufn. des Studiums, Dipl.-Wirtsch.; 1952 Hauptref. beim Rat des Bez. Neubrandenb.; 1952 Ltr. der Pol.-Abt. der MTS-BV Neubrandenb.; 1953 Lehrer an der Pol.-HS der KVP in Potsdam; 1953 Eintritt in das MfS, BV…

Wer war wer in der DDR

Kochan, Günter

* 2.10.1930 – ✝ 22.2.2009

Geb. in Luckau; OS; 1946 – 50 Studium an der HS für Musik Berlin-Charlottenburg; 1948 – 51 freier Mitarb. des Berliner Rundfunks; 1950 Übersiedl. nach Berlin (Ost); 1950 – 53 Mstr.-Schüler bei  Hanns Eisler; seit 1950 Doz. für Musiktheorie an der HS für Musik »Hanns Eisler«; 1953 SED; 1955 – 63 Kand. des ZR der FDJ; ab 1962 Mitgl. des »Freundschaftskomitees DDR – Japan«; 1965 Mitgl. der AdK; 1967 Prof.; 1971/72 Sekretär der Sekt. Musik der AdK; 1972 Ltr. der Mstr.-Kl. für Komposition an der HS…

Wer war wer in der DDR

Koehler, Günther

* 31.8.1923

Geb. in Wildfurt/Loben; Vater Angest.; nach dem Abitur 1942 – 45 Wehrdienst, Ltn. der Reserve; bis 1946 brit. Kriegsgefangenschaft. 1946 – 48 gärtner. u. landw. Lehre; anschl. bis 1951 Studium der Landw. an der HU Berlin, Dipl.-Landwirt; 1949 SED; 1951/52 Ltr. eines Saatzuchtguts; dann bis 1955 Agronom bzw. Abt.-Ltr. in der Vereinigung volkseigener Güter (VVG) Halle u. Unterabt.-Ltr. beim Rat des Bez. Halle; 1955 – 58 Abt.-Ltr. im Min. für Land- u. Forstw.; 1958 – 88 Hauptdir. bzw. GD der VVB…

Wer war wer in der DDR

Koenen, Wilhelm

* 7.4.1886 – ✝ 19.10.1963

Geb. in Hamburg; Vater Tischler, Mutter Köchin, Bruder  Bernhard K.; 1892 – 1900 Volksschule; 1900 – 04 Ausbildung zum Kfm. u. zum Buchhändler; 1903 SPD; 1907 Berichterstatter für die »Volksztg.« in Kiel u. 1908 – 10 in Königsberg; 1907 – 17 Kartellvorst. u. Jugendbez.-Ltr. in Kiel, Königsberg u. Halle; 1910/11 Besuch der Parteischule in Berlin; 1911 – 19 Red. beim »Volksblatt« (Halle); 1913 Mitgl. der SPD-BL Halle; 1917 USPD, Vors. des Bez. Halle; Landsturm; in der Novemberrev. 1918 Kommissar…

Wer war wer in der DDR

Koepp, Volker

* 22.6.1944

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); POS bis 1958, 1962 Abitur u. Facharbeiterabschl. als Maschinenschlosser; Studium an der TU Dresden, 1966 – 69 an der Dt. HS für Filmkunst Potsdam-Babelsberg in der Kl. von  Claus Küchenmeister u. Ralf Kirsten, Dipl. als Regisseur u. Szenarist; SED; 1969 – 90 festangest. als Regisseur im DEFA-Studio für Dok.-Filme in der Gruppe »dokument«, in der u. a.  Jürgen Böttcher,  Winfried Junge u. Karlheinz Mund arbeiten. Seit 1990 freier Regisseur; 2005…