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In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schehr, John

* 9.2.1896 – ✝ 1.2.1934

Geboren am 9. Februar 1896 in Altona, Sohn einer Arbeiterfamilie; Schlosser. Ende 1912 Mitglied der SPD, während des Krieges Übertritt zur USPD. Schehr war einer der eifrigsten Hamburger Anhänger von Ernst Thälmann in der USPD, ging mit diesem 1920 zur KPD. 1924 wurde er Polleiter von Altona, dort auch Stadtverordneter, Schlosser im Hafen, 1925 in den hauptamtlichen Apparat aufgenommen. Von Thälmann protegiert, wählte ihn der X. Parteitag 1925 in die Beschwerdekommission und als Kandidat ins ZK. Zunächst UB-Leiter von Harburg-Wilhelmsburg, 1927 Orgleiter des KPD-Bezirks Wasserkante (unter dem Polleiter John Wittorf), Delegierter des XI. Parteitags in Essen und erneut als ZK-Kandidat berufen. Schehr hat als Mitglied der Kontrollkommission des Bezirks Wasserkante Thäl- mann bei der Vertuschung der Wittorf-Unterschlagung 1928 maßgeblich geholfen. Deswegen enthob ihn das ZK im Oktober 1928 aller Funktionen, sogar sein Parteiausschluß wurde gefordert. Doch nach Thälmanns Rehabilitierung wurde Schehr wieder als Orgleiter eingesetzt und auf dem XII. Parteitag 1929 abermals zum Kandidaten des ZK gewählt. Bis März 1930 Orgleiter der BL Wasserkante, dann Polleiter der BL Niedersachsen in Hannover. Im April 1932 rückte er als Abgeordneter in den Preußischen Landtag ein, wurde außerdem in den Reichstag gewählt, dem er von Juli 1932 bis 1933 angehörte. Mitte 1932 ging Schehrs steile Karriere weiter: Zum Vollmitglied des ZK kooptiert, kam er als Sekretär des ZK und als Polbüromitglied nach Berlin, er wurde damit praktisch Stellvertreter Thälmanns (nachdem Heinz Neumann ausgeschaltet war). Bei seiner Verhaftung am 20. November 1932 fand die Polizei wichtiges Material über den illegalen Apparat der KPD, er wurde dennoch als Reichstagsabgeordneter bereits nach acht Tagen wieder freigelassen. Nach Thälmanns Festnahme im März 1933 übertrug die Komintern den Parteivorsitz an Schehr. Zwischen ihm, Walter Ulbricht und Hermann Schubert kam es jedoch zu Auseinandersetzungen um die Leitung der KPD. Aber am 13. November 1933 wurde Schehr verhaftet. Da die Gestapo wußte, daß Schehr ein sehr hoher Parteifunktionär war, versuchte sie, Aussagen zu erpressen und folterte ihn auf schlimmste Weise; dabei erlitt er schwere Verbrennungen, auch das linke Auge soll ihm ausgeschlagen worden sein. Von ihm erfuhr die Gestapo aber nichts, Schehr blieb standhaft: »Ich erkläre, daß ich über die Tätigkeit der Organisation der Kommunistischen Partei Deutschlands, über meine politische Arbeit, über die meiner Mitarbeiter keine Aussagen zu machen habe.« Am 1.Februar 1934 wurde der frühere KPD-Funktionär Alfred Kattner, der beschuldigt wurde, Thälmann verraten zu haben, im Auftrag des KPD-Apparates ermordet. Dafür rächten sich die Nazis sofort, sie verschleppten John Schehr und mit ihm die KPD-Funktionäre Erich Steinfurth, Eugen Schönhaar und Rudolf Schwarz aus der berüchtigten Gestapozentrale Columbiahaus in Berlin nach Wannsee. Auf dem Weg dahin wurden alle vier am 1. Februar 1934 erschossen. Über den Mord gab es widersprüchliche Meldungen: Einerseits hieß es, Schehr und Genossen seien »auf der Flucht erschossen« worden, andererseits wurde nachdrücklich auf den »Fall Kattner« hingewie- sen, das Motiv der »Vergeltung« war offensichtlich.

Wer war wer in der DDR

Scheinpflug, Heinz

* 20.4.1924

Geb. in Weißensee (Krs Sömmerda); Vater Arbeiter; Grund- u. Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Werkzeugmacher; 1942 – 45 Wehrmacht (Kriegsmarine); April / Mai 1945 brit. Kriegsgef. 1945 / 46 Transportarb. in Kiel; 1946 – 49 Werkzeugmacher im VEB Büromaschinenwerk Sömmerda; 1949 SED; ab 1950 hauptamtl. Sekr. der FDJ-GO im VEB Büromaschinenwerk Sömmerda; 1950 – 52 Bürgermeister der Stadt Weißensee; 1952 – 55 Sekr., 1955 –57 Vors. des Rats des Krs. Sömmerda; 1957 / 58 Stud. an der PHS beim ZK der…

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Schelew, Schelju

* 1935 – ✝ 2015

Schelju Schelew wurde 1935 in dem Dorf Wesselinowo im Bezirk Schumen in eine arme Bauernfamilie geboren. 1958 schloss er sein Philosophiestudium an der Universität Sofia ab 1960 wurde er Mitglied der Bulgarischen Kommunistischen Partei. 1961 begann er eine Aspirantur am Lehrstuhl für Philosophie der Universität Sofia. Schon früh äußerte er sich negativ zu den dogmatischen Beschränkungen des Marxismus-Leninismus, so in seiner Abhandlung „Filozofskoto opredelenie na materijata i săvremennoto…

Wer war wer in der DDR

Schenk, Christina (Christian)

* 8.7.1952

Geb. in Ilmenau; 1971 Abitur; 1972 – 76 Physikstudium an der HU Berlin; 1973 SED, 1981 Austritt nach Konflikten im Zusammenhang mit der pol. Entw. in Polen; 1976 – 88 wiss. Mitarb. an der AdW; bekennende Lesbe, seit 1985 Mitarbeit in der Lesbengr. Berlin, Forschungsarbeit zur »psychosozialen Situation von Lesben in der DDR«; Okt. 1989 Gründungsinitiatorin der Frauengr. »lila offensive«; Aufn. einer Aspirantur in der soziolog. Frauenforschung an der HU Berlin; Dez. 1989 Mitbegr. des UFV, Dez.…

Wer war wer in der DDR

Scheringer, Johann

* 12.7.1936

Geb. in Kösching (Krs. Ingolstadt); Vater Offizier; Volksschule in Kösching, Oberrealschule in Ingolstadt; landw. Lehre, landw. Winterschule in Ingolstadt; anschl. Arbeit als landw. Gehilfe auf dem elterl. Hof in Dürnhof; 1961 Übersiedl. in die DDR; 1961 – 64 Studium an der LPG-HS in Meißen; 1963 SED; 1964 – 72 Ltr. der Schweineprod. in der LPG »Recknitztal« in Semlow (Krs. Ribnitz-Damgarten); 1972 – 90 LPG-Vors. in Semlow, Trinwillershagen u. Eixen (alle Krs. Ribnitz-Damgarten); März – Okt.…

Wer war wer in der DDR

Scheweleit, Emil

* 30.1.1912 – ✝ 23.5.2004

Geb. in Berlin; Vater Tischler; Volks-, Abendreal- u. kfm. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als kfm. Angest.; 1930 KPD; nach 1933 illeg. Arbeit; 1936 inhaftiert, 1937 Verurteilung wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu einem Jahr u. neun Mon. Gefängnis, Haft im Strafgefängnis Tegel; anschl. Polizeiaufsicht, »wehrunwürdig«; 1943 Wehrmacht; 1943 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule u. Parteischule bei Moskau. 1945 Rückkehr nach Dtl.; 1945 – 47 Ref. des ZK der KPD bzw. im SED-PV; 1946 SED; 1947 – 50…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schieck, Otto

* 5.10.1898 – ✝ 4.3.1980

Geboren am 5. Oktober 1898 in Großenlupnitz/Krs. Eisenach, Sohn der ledigen Arbeiterin Dorothea Schieck; lernte Schlosser, wurde 1916 Mitglied des DMV und gehörte seit 1922 der KPD an. Von 1926 bis 1933 Mitglied des Betriebsrates, ab 1931 Mitglied der BL Thüringen, Ende 1932 Polleiter des UB Eisenach. Im Juli 1932 als Abgeordneter im Wahlkreis Thüringen in den Reichstag gewählt, dem er ab November 1932 erneut angehörte. Auch im März 1933 gewählt, befand er sich aber bereits seit Ende Februar 1933 in der Illegalität und wirkte als Instrukteur in den UB Gera, Greiz und Altenburg. Ab Januar 1934 Polleiter für den Bezirk Halle-Merseburg, wurde Schieck am 26. März 1934 in Merseburg festgenommen, zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und kam anschließend noch zwei Jahre ins KZ Sachsenhausen. Im Mai 1939 entlassen, arbeitete er als Monteur in Eisenach, hatte Verbindung zu Theodor Neubauer und Magnus Poser. Am 24. August 1944 erneut verhaftet und bis April 1945 Häftling im KZ Buchenwald. Nach der Befreiung zunächst Leiter des Weimarer »Anti-Nazi-Komitees«, von Juli 1945 bis Januar 1949 Landrat von Eisenach, später Kulturdirektor der SAG Carl Zeiss Jena, dort im August 1952 wegen »Nichtdurchführung seiner Aufgaben als Kulturdirektor« abgelöst. Schieck erhielt eine Parteistrafe und mußte sich für einige Monate als einfacher Angestellter »bewähren«, dann bis 1963 Werkleiter, bzw. Direktor eines VEB. 1973 erhielt er die Ehrenspange zum VVO in Gold. Otto Schieck starb am 4. März 1980 in Weimar.

Wer war wer in der DDR

Schiffer, Eugen

* 14.2.1860 – ✝ 5.9.1954

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); dort Gymnasium; Jurastudium in Breslau, Leipzig u. Tübingen; 1880 Eintritt in den Justizdienst; 1885 – 87 Gerichtsassessor; bis 1900 Amtsrichter in Hoyerswerda; ab 1900 LG-Rat in Magdeburg; ab 1906 Mitgl. des Preuß. Kammergerichts u. ab 1910 des Oberverw.-Gerichts; als Nationalliberaler ab 1903 Mitgl. des Preuß. Abgeordnetenhauses u. ab 1911 des Dt. Reichstags; 1917 Unterstaatssekr. im Reichsschatzamt; 1919 Mitbegr. u. Fraktionsvors. der DDP in der Nationalvers.…

Wer war wer in der DDR

Schill, Gerhard Paul

* 23.3.1925 – ✝ 6.4.2000

Geb. in Chemnitz; Vater Schlosser; Volksschule; Lehre als Kaufmannsgehilfe, abgebrochen; 1930 HJ; Kriegsdienst, Panzergrenadier an der Ostfront; 1943 NSDAP; 1945 bei Prag verwundet, gegen Kriegsende desertiert. 1945 Polizist in Dresden; 1946 SPD / SED; 1950 – 52 Stud. an der DVA Forst-Zinna; 1952 / 53 persönl. Referent des sächs. Ministerpräs.  Max Seydewitz; 1953 – 58 Ltr. der Plankommission beim Rat des Bez. Dresden; 1958 – 86 Mitgl. der SED-BL Dresden; Juni 1961 – Jan. 1986 OB von Dresden…

Wer war wer in der DDR

Schilling, Günther

* 16.8.1930 – ✝ 8.8.2018

Geb. in Leipzig; Vater Jurist; 1937 – 45 Schulbesuch in Dresden, anschl. Landwirtschaftslehrling in Rochlitz; 1949 – 51 Fachschule für Landwirtschaft in Eisenach, dort Abitur; 1951 – 54 Studium der Landwirtschaftswiss. an der FSU Jena, Dipl.-Landw.; 1954 – 56 Ergänzungsstudium Chemie an der FSU, dort 1957 –60 wiss. Ass. an der Landw. Fak., 1957 Prom. bei Gerhard Michael mit der Arbeit »Über den Gehalt mitteldt. Böden an Magnesium u. dessen Bindungszustand«; 1958 Zusatzstudium der Radiochemie an…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schilsky, Karl

* 28.11.1884 – ✝ 10.9.1937

Geboren am 28. November 1884 in Berlin, Sohn eines Zimmermanns. Er lernte Schlosser und arbeitete in seinem Beruf. 1908 Mitglied der SPD, ging 1918 zur USPD und kam mit deren linkem Flügel Ende 1920 zur KPD. Zunächst Nachrichtenleiter in einem Berliner Bezirk, vom März 1923 bis Oktober 1924 Berliner Nachrichtenleiter und im AM-Apparat. Danach bis Juli 1927 im Gefängnis Cottbus inhaftiert, anschließend wurde er in der sowjetischen Botschaft in Berlin angestellt, gehörte u. a. zu den vertrauenswürdigen Pförtnern und war insgeheim weiter für den AM-Apparat des ZK tätig. Im März 1933 wurde Schilsky verhaftet, bereits im Mai wieder freigelassen, er flüchtete im Juli 1933 in die Sowjetunion. In Moskau Schlosser in einem Werk für Maschinenbau, er soll damals Aufträge für die Komintern durchgeführt haben. Er wurde am 10.September 1937 vom NKWD wegen angeblicher Verbindung zu »Agenten der Gestapo« verhaftet. Karl Schilsky wurde am 30.November 1937 zum Tode verurteilt und am 9. Dezember 1937 in Moskau erschossen, 1957 rehabilitiert.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schinkel, Helmut

* 14.10.1902 – ✝ 31.5.1946

Geboren am 14. Oktober 1902 in Kosten/Posen, Sohn eines Eisenbahners; wuchs in Brandenburg auf, besuchte bis 1918 die Mittelschule, anschließend die Präparandenanstalt und von 1919 bis 1922 das Volksschullehrerseminar in Kyritz. Da er sich gegen die Prügelstrafe wandte und für reformpädagogische Ideen eintrat, verlor er bereits im September 1923 seine Stelle als Lehrer in Brandenburg. Seit 1920 Mitglied der KJD, 1922 der KPD, engagierte sich Schinkel besonders in dem 1924 auf der Reichskonferenz der Kommunistischen Kindergruppen gegründeten JSB. Im August 1924 kam er zunächst nach Berlin und fuhr anschließend nach Worpswede auf den Barkenhoff und arbeitete hier mit Heinrich Vogeler zusammen. Bis Dezember 1925 Lehrer und Erzieher, verfaßte Kinder- und Jugendlieder sowie Bücher. Seit Januar 1926 wieder in Berlin tätig, Lehrer an Reformschulen. Im April 1929 Delegierung zur Arbeit in das Internationale Kinderbüro, einer Organisation der Kommunistischen Jugendinternationale nach Moskau. Schinkel organisierte im Juli 1930 das Internationale Kindertreffen in Berlin, schied aber im selben Jahr aus dem Apparat der KJI aus und wurde Lehrer an einer deutschsprachigen Schule im Nordkaukasus. Von 1932 bis 1934 Direktor der deutschen Karl-Liebknecht-Schule in Moskau. Im September 1934 abgelöst, begann er 1934 an der KUNMS zu studieren. Zuletzt war er in der ASSR der Wolgadeutschen u. a. als Lehrer tätig. Er wurde am 5. Juli 1937 unter dem Vorwurf »Mitglied einer konterrevolutionären faschistischen Gruppe« zu sein, vom NKWD verhaftet, am 10. Januar 1938 zu acht Jahren Lager verurteilt, Helmut Schinkel starb am 31.Mai 1946 in einem NKWD-Lager im Nordosten des europäischen Teils der Sowjetunion. Ulla Plener veröffentlichte 1996 eine Biographie Schinkels.

Wer war wer in der DDR

Scheibe, Herbert

* 28.11.1914 – ✝ 7.2.1991

Geb. in Hohenmölsen (Weißenfels); Vater Arbeiter, Mutter Köchin; Volksschule; Ausbildung u. Arbeit als Schriftsetzer in Leipzig-Gohlis; 1929 Gewerkschaft; 1930 KJVD; 1933 illeg. pol. Tätigkeit für den KJVD; Aug. 1933 verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu acht Mon. Gefängnis verurteilt, bis Juni 1934 Haft in Bautzen; anschl. weiter illeg. tätig; Juni 1935 erneut verhaftet u. wegen »Vorber. zum Hochverrat« zu zwei Jahren, drei Mon. Zuchthaus verurteilt, 1935 – 45 Zuchthaus u. ab 1937 KZ…

Wer war wer in der DDR

Scheler, Manfred

* 20.3.1929 – ✝ 2.6.2014

Geb. in Gablenz (Krs. Weißwasser); Vater Bergmann; Volks- u. Mittelschule; 1944 – 46 Ausbildung zum Maschinenschlosser. 1945 Mitgl. der Antifa-Jugend; 1946 SPD/ SED; 1946 – 49 Instrukteur u. Sekr. der FDJ-KL Weißwasser bzw. Niesky; 1949/50 Instrukteur der SED-KL Niesky; 1950 – 52 1. Sekr. der FDJ-KL Dresden; 1953/54 Studium an der Komsomol-HS in Moskau; 1952 2. Sekr., 1954 – 59 1. Sekr. der FDJ-BL Dresden; 1951 – 59 Mitgl. des ZR der FDJ; 1954 – 82 Abg. des Bez.-Tags Dresden; 1959 – 62 1. Sekr.…

Wer war wer in der DDR

Scheller, Fritz

* 15.9.1909 – ✝ 28.1.1992

Geb. in Lößnitz (Krs. Aue); Vater Fabrikarb.; Volks- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Schlosser u. Strumpfwirker; 1923 KJD, 1928 KPD; Politltr. des KJVD in Lößnitz u. Stadtverordn.; ab 1933 illeg. Arbeit, März 1933 verhaftet, wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt; 1942 Wehrmacht, Strafbat. 999; 1943 – 46 amerikan. Kriegsgef. 1946 SED, Parteisekr. in Lößnitz; 1947 / 48 Lehrer an der KPS der SED in Lößnitz; 1948 / 49 2. Vors. u. Sekr. für Wirtschaft im FDGB-KV…

Wer war wer in der DDR

Schenk, Heinz

* 15.10.1910 – ✝ 1.6.1971

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; 1916 – 28 Waisenhaus der Jüd. Gemeinde zu Berlin; Volksschule in Berlin; 1925 – 29 Lehre als Klavierbauer, anschl. Tischler u. Eiskonditor in Berlin; 1934 – 37 Tischler in der Jüd. Gemeinde Berlin; 1938 – 40 Zwangsarbeiter; 1940 – 44 Haft im KZ Buchenwald, 1944 / 45 Haft im KZ-Außenlager Magdeburg. Juni 1945 KPD; Aug. – Nov. 1945 KPD-Funktionär in Belzig; 1946 SED; 1946 – 48 Verwaltungstätigkeit in Belzig; 1949 / 50 Referent der DWK in Berlin; 1950 – 57 Mitarb.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schettkat, Albert

* 2.8.1902 – ✝ 26.2.1945

Geboren am 2. August 1902 in Bartscheiten/ Ostpreußen, Sohn einer Landarbeiterfamilie; Landarbeiter in Rohaiten. 1923 in die KJD eingetreten, im Juli 1924 Mitglied der KPD. Schettkat übte zunächst ehrenamtliche Funktionen aus, war Literatur-Obmann bzw. Org- und Polleiter der Ortsgruppe in Rohaiten. 1928 in die BL Ostpreußen berufen und im Juni 1929 auf dem XII. Parteitag als Kandidat ins ZK gewählt. Schettkat wurde hauptamtlicher RGO-Funktionär für die Landarbeiterbewegung und im November 1929 Abgeordneter des Provinziallandtages in Ostpreußen. 1930 fuhr er nach Moskau, nahm dort am V. RGI-Kongreß teil. Von Juni bis August 1931 besuchte er einen Lehrgang an der Reichsparteischule »Rosa Luxemburg« in Berlin-Fichtenau. Das ZK setzte ihn 1932 als Orgleiter des Bezirks Ostpreußen ein und im gleichen Jahr wurde Schettkat auch in den Preußischen Landtag gewählt. Im Mai 1933 in die Tschechoslowakei emigriert, kehrte er Anfang 1935 als Instrukteur des ZK nach Deutschland zurück. Hier am 18. Januar 1935 verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend kam er in das KZ Börgermoor, dann in das KZ Sachsenhausen, später ins KZ Bergen-Belsen. Dort ist Albert Schettkat am 26. Februar 1945 ums Leben gekommen.

Wer war wer in der DDR

Schick, Rudolf

* 9.4.1905 – ✝ 13.9.1969

Geb. in Berlin-Schöneberg; Vater Dipl.-Ing.; Realgymnasium; landw. Lehre; 1924 – 28 Studium an den Landw. HS Berlin u. Weihenstephan, Dipl.-Landwirt; 1929 Prom. bei Erwin Baur mit einer Diss. zu Koppelungen bei Antirrhinum majus; 1929 – 36 Assistent bzw. Abt.-Ltr. im Kaiser-Wilhelm-Inst. für Züchtungsforschung Müncheberg (Mark), dort insbes. Forschung zur Kartoffelresistenzzüchtung; 1935 NSDAP; Studienreisen nach Südamerika u. in die UdSSR; 1936 Maßregelung u. Entlassung aus dem o. g. Inst.;…

Wer war wer in der DDR

Schieck, Hans

* 7.4.1928 – ✝ 1.1.2018

Geb. in Suhl; Vater Arbeiter, Mutter Hausfrau; Volks- u. Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Werkzeugmacher u. Feinmechaniker; 1944 / 45 RAD u. Wehrmacht, 1945 – 47 brit. Kriegsgef. in den Niederlanden u. Belgien. 1947 / 48 Feinmechaniker in der SAG Pribor (vormals Fabrik Kober) in Suhl; 1948 – 52 Gruppenltr., Produktionsltr. u. Ass. des Werkdir. des VEB Elektrogerätewerk Suhl; 1949 SED; 1952 – 57 Werkltr. im Werk II Brotterode des VEB Fahrzeugausrüstungen; 1957 / 58 Lehrgang an SED-BPS Erfurt;…

Wer war wer in der DDR

Schiffner, Werner

* 16.12.1914 – ✝ 2.8.1999

Geb. in Leipzig; Lehre als Retuscheur; bis 1933 Mitgl. im Arbeitersportverein Vorwärts Leipzig (Fußball), nach 1933 bei Fortuna Leipzig (Fußball, Leichtathletik); mit 19 Jahren als Radsportler erstes Männerrennen; Mitgl. der Leipziger Rennfahrer-Vereinigung (LRV); 1939 Sieger der Erzgebirgsfahrt Chemnitz-Karlsbad-Chemnitz (B-Klasse), Qualifikation für die A-Klasse; Sieger »Rund um die Hainleite« (B-Klasse); 1939 – 45 Soldat. 1945 – 49 Profi, reamateurisiert; ab 1950 Trainer; 1950 – 64 Trainer…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schiller, Hans

* 18.6.1905 – ✝ 5.4.1962

Geboren am 18. Juni 1905 in Hof/Bayern, Sohn einer Arbeiterfamilie. Der Fabrikarbeiter wurde Mitglied des Textilarbeiterverbandes, aus dem er 1931 wegen seiner kommunistischen Tätigkeit ausgeschlossen wurde. 1923 Mitglied der KJD, 1926 der KPD, Ende der zwanziger Jahre gehörte Schiller zu den bekanntesten Kommunisten in Hof. Von 1928 bis 1930 Polleiter der Ortsgruppe, stieg 1930 zum Orgleiter des KPD-UB auf und wurde nach einem Lehrgang an der Reichsparteischule in Fichtenau bei Berlin 1932 Polleiter des UB Hof. Im April 1932 wurde Schiller in den Bayerischen Landtag gewählt. Am 23. November 1933 vom Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr und einem Monat Gefängnis verurteilt, später wurde er in das KZ Dachau überführt. 1945 zunächst Mitglied und Funktionär der KPD in Hof, übernahm er 1947 die Leitung der Rechtsstelle des dortigen DGB. Am 26. Mai 1948 noch als KPD-Vertreter in den Stadtrat gewählt, verließ Schiller diese Partei und wurde im Dezember 1949 Mitglied der SPD. Ab 1949 Geschäftsführer des DGB-Kreisausschusses Hof, Anfang Mai 1960 zum Stellvertreter des Oberbürgermeisters und zum Fürsorgereferenten gewählt. Wegen eines schweren Herzleidens zur Erholung in Meran; Hans Schiller starb am 5. April 1962 in Bozen.

Wer war wer in der DDR

Schilling, Tom

* 23.1.1928

Geb. in Esperstedt (Kyffhäuser); Volksschule, zwei Jahre Handelsschule in Dessau; 1941 – 44 Theaterballettschule in Dessau, 1944 Dreherlehrling im Rüstungsbetrieb Junkers; 1945 RAD u. Wehrmacht. 1945/46 Solotänzer an der Staatsoper Dresden; Unterricht bei Dore Hoyer, 1946 – 52 am Opernhaus in Leipzig; Unterricht bei Mary Wigman (Ltr. der Ballettschule u. erste Choreographin); 1952/53 am Friedrichstadtpalast Berlin; 1953 – 56 Tanzmstr. u. Choreograph in Weimar; 1956 – 64 Ballettdir. der Dresdener…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schimanski, Fritz

* 1.7.1889 – ✝ 22.11.1938

Geboren am 1. Juli 1889 in Tilsit; lernte Ziseleur und übersiedelte in jungen Jahren nach Berlin, ging dann 1919 als Schlosser nach Danzig und arbeitete in der Artillerie- und Munitionsfabrik. Im November 1918 gehörte er dem Danziger Arbeiter- und Soldatenrat an, kehrte 1919 nach Berlin zurück. Seit 1911 Mitglied der SPD, 1917 der USPD, kam 1920 mit der linken USPD zur KPD, wurde Org-, dann Polleiter der KPD in Berlin-Neukölln und auch unbesoldeter Stadtrat. Seit 1920 gehörte Schimanski der BL Berlin an, aktiver Anhänger der Linken unter Ruth Fischer und Arkadi Maslow. Der X. Parteitag wählte Schimanski 1925 als Kandidat ins ZK. Nach dem »Offenen Brief« vom September 1925 vertrat er als Polleiter des Berliner Bezirks Neukölln im ZK den Standpunkt der linken Opposition. Im August 1926 stimmte er im ZK gegen den Ausschluß von Ruth Fischer und Maslow und unterschrieb im September 1926 den »Brief der 700«, wandte sich im November 1926 auch gegen den Ausschluß von Hugo Urbahns. Da er nicht kapitulierte, wurde er Anfang 1927 aus der KPD ausgeschlossen. Danach einer der Mitbegründer des Leninbundes, in dieser Organisation für Verlags- und Zeitungsfragen verantwortlich. Er verließ den Leninbund noch vor den Wahlen vom Mai 1928 mit Ruth Fischer und Maslow. Nach einer Reueerklärung wurde Schimanski 1929 wieder in die KPD aufgenommen und war später hauptamtlich für die RGO tätig. Dann Magistratsangestellter und zeitweilig Vorsitzender des Arbeiter- und Betriebsrates auf dem Vieh- und Schlachthof Berlin, auch 1. Vorsitzender der Freien Turnerschaft in Berlin-Neukölln. Über Prag emigrierte er 1934 nach Moskau, arbeitete dort als Schlosser und geriet schon 1936 in die stalinistischen Säuberungen. Vom NKWD wegen früherer Zugehörigkeit zum Leninbund am 17. August 1936 verhaftet und am 1. Juni 1937 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts zu zehn Jahren verurteilt. Er wurde wahnsinnig und starb 1938. Frieda Dörfling (*20. 8. 1893 – † 1. 12. 1980), Schneiderin, ab 1914 mit Fritz Schimanski verheiratet. 1919 Mitglied der USPD, Ende 1920 der KPD, 1933 illegale Arbeit als Grenzkurier, emigrierte im Dezember 1934 ebenfalls in die Sowjetunion. Dort Lehrerin für Deutsche Sprache an Moskauer Schulen. Im Dezember 1936 verhaftet, zu acht Jahren Lager verurteilt, aber erst im Januar 1947 freigelassen. Sie mußte als Schneiderin im Altai-Gebiet bleiben, wurde 1950 erneut inhaftiert und in das Krasnojarsker Gebiet verbannt. Dort bis 1954 Waldarbeiterin und Köchin, dann in der Kasachischen SSR in einem Kolchos. Im August 1957 durfte sie in die DDR ausreisen, war von Juni 1958 bis Februar 1964 Archivgehilfin der Abteilung Agitation des ZK der SED und erhielt 1963 den VVO in Bronze. Ihr Sohn Hans Schimanski (*13. 8. 1917 – †19. 2. 1976) lernte Maler, trat 1926 in den Jungspartakusbund und 1933 in den KJVD ein, kam mit der Familie im Dezember 1934 über Prag in die Sowjetunion, war dort Maler und Maschinist. Im August 1937 verhaftet und zu zehn Jahren Lagerhaft in der ASSR der Komi verurteilt, nach seiner Freilassung in Kasachstan zwangsangesiedelt, dann als Maschinist ebenfalls in einem Kolchos. 1952 erneut festgenommen, zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt, aber im Februar 1955 wegen schwerer Tbc arbeitsunfähig entlassen. Im Mai 1957 vom Obersten Militärtribunal der UdSSR rehabilitiert, kam Hans Schimanski im September 1957 in die DDR.

Wer war wer in der DDR

Schipanski, Dagmar

* 3.9.1943 – ✝ 7.9.2022

Geb. in Sättelstädt (b. Eisenach); Mutter Lehrerin, Vater Pfarrer; 1962 Abitur in Ilmenau; 1962 – 67 Studium der angew. Physik an der TH Magdeburg, Dipl.-Ing.; 1967 – 85 Assistentin u. Oberassistentin. an der TH Ilmenau; 1972 Zusatzstudium am Inst. für Halbleiter der AdW der UdSSR in Nowosibirsk; 1976 Prom. u. 1985 Habil. auf dem Gebiet der Festkörperelektronik; 1985 Doz., 1990 Prof. für Festkörperelektronik an der TH Ilmenau. 1990 – 93 Dekanin der Fak. für Elektrotechnik u. Informationstechnik…

Wer war wer in der DDR

Scheiblich, Christine

* 31.12.1954

Geb. in Wilsdruff; begann in Kesseldorf (b. Dresden) mit Schulsport u. Crossläufen; ab 1968 Ruderin beim SC Einheit Dresden (Trainer: Rolf Tiller, Dieter Schubert); Spartakiade: 1970 Gold im Einer, Silber im Doppelzweier mit Renate Brendel, 1972 Gold im Einer u. Doppelzweier mit Renate Brendel; 1972 3. Platz bei DDR-Seniorenmeisterschaften im Einer; WM im Einer 1974, 1975, 1977 u. 1978); 1976 Olympiasiegerin; DDR-Mstr. im Einer 1974, 1975, 1977 u. 1978, 1974 im Doppelzweier mit Sybille Tietze u.…

Wer war wer in der DDR

Scheler, Walter

* 18.4.1923 – ✝ 19.8.2008

Geb. in Sonneberg; ab 1938 kaufm. Lehre bei einem Rechtsanwalt, HJ; 1940 Kriegsmarine; 1945 engl. Kriegsgef. Anfang 1946 Entlassung, arbeitslos in Sonneberg; SPD, dann SED; Volkspolizist; 1949 Austritt aus der SED, deshalb Ablehnung eines Studiums der Wirtschaftswiss., quittiert daraufhin den Polizeidienst; 6.6.1952 im Rahmen der »Aktion Ungeziefer« Zwangsumsiedl. mit Frau u. Sohn nach Jena; dort Buchhalter bei der DHZ Kohle; am 17. Juni 1953 gewählter Sprecher der Jenaer Kohlearbeiter,…

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Schellhorn, Fritz

* 23.11.1919 – ✝ 23.4.2007

Geb. in Sonneberg; Vater Ang.; Volks- u. Berufsschule; Ausb. zum Kfm.; Exportkfm.; 1940 – 45 Wehrmacht; amerikan. Kriegsgefangenschaft. 1945/46 KPD/SED; 1945 – 50 Ltr. der Abt. Handel u. Versorgung beim Rat des Krs. Sonneberg; 1950 Personalltr. in der Konsumgenossensch. Sonneberg; 1950 – 53 Instrukteur, Abt.-Ltr. in der SED-Landesltg. Thür., ab 1952 bei der SED-BL Erfurt; 1953 – 58 zunächst stellv. Ltr., dann Ltr. der Abt. Gewerkschaften, Sozial- u. Gesundheitswesen des ZK der SED; 1958 – 72…

Wer war wer in der DDR

Schenker, Friedrich

* 23.12.1942 – ✝ 8.2.2013

Geb. in Zeulenroda; 1961 Abitur; 1961 – 64 Studium Posaune u. Komposition an der HS für Musik Berlin; 1964 – 82 Soloposaunist am Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig; 1966 – 68 Abendstudium Komposition an der HS für Musik Leipzig; 1970 Mitbegr. der Gruppe Neue Musik »Hanns Eisler« Leipzig; 1973 – 75 Mstr.-Schüler an der DAK bei  Paul Dessau; 1983 – 90 Lehrauftrag an der HS für Musik Leipzig; 1986 AdK; 1989 NP; komponierte bisher über 100 Werke, u. a. die Sinfonie »In memoriam Martin Luther King«…

Wer war wer in der DDR

Scheumann, Gerhard

* 25.12.1930 – ✝ 30.5.1998

Geb. in Ortelsburg (Ostpr./Szczytno, Polen); Vater Beamter; Volksschule, 1941 – 45 Nationalpol. Erziehungsanstalt (Napola) in Stuhm (Westpr.). 1945 – 49 OS in Nordhausen, Abitur; 1949 SED; Praktikum bei der Ztg. »Thüringer Volk«; 1949/50 Ausbildung; 1950 – 53 Reporter bzw. Red. im Berliner Rundfunk; 1950 – 83 Mitgl. des VDP bzw. VDJ; 1953 – 55 Doz. an der FS für Rundfunkwesen Weimar; 1956 – 61 Ltr. der Red. Kultur u. Wiss. im Dtl.-Sender, Kommentator; 1962 – 65 Mitarb. des DFF, Begr., Red.-Ltr.…

Wer war wer in der DDR

Schickart, Helmut

* 17.4.1931

Geb. in Dresden; Vater Bäcker; Volksschule; 1945/46 Ausbildung zum Maler; 1946 – 52 Arbeiter bzw. Maler in versch. Betrieben; 1950 SED; 1952 Betriebsschutzmann, VP-Krs.-Amt Hoyerswerda; 1954 Einstellung beim MfS, Krs.-Dienststelle Hoyerswerda; 1956 stellv. Ltr. der Krs.-Dienststelle; 1962 Ltr. der Krs.-Dienststelle Weißwasser; 1964 Ltr. der Abt. XVIII (Sicherung der Volkswirtschaft) der BV Cottbus des MfS; 1964 – 69 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1975 stellv. Operativ des Ltr.…

Wer war wer in der DDR

Schiedewitz, Gerhard

* 15.3.1925

Geb. in Köthen; Vater Zimmermann; Volksschule; 1940 – 43 Reichsbahn-Gehilfe; 1943 –45 Wehrmacht; Mai / Juni 1945 brit. Kriegsgef. 1945 Landarbeiter; 1946 Arbeiter in Köthen; 1946 SED; 1946 – 52 Volontär bei den Lokal-Red. der Ztg. »Freiheit« in Eisleben, Köthen, Dessau u. Halle; 1952 Studium an der SED-LPS; 1953 – 62 Red., Mitgl. des Red.-Kolleg. u. stellv. Chefred. der SED-Ztg. »Volksstimme« in Magdeburg; 1962 – 64 Sektorenltr. in der Ideolog. Kommission der SED-BL Magdeburg; 1964 – 89 Chefred.…

Wer war wer in der DDR

Schilfert, Gerhard

* 23.9.1917 – ✝ 25.11.2001

Geb. in Königsberg (Ostpr./Kaliningrad, Rußland); Vater Lehrer; 1937 Abitur; 1937 – 39 Studium der Fächer Geschichte, Dt. u. Latein an der Univ. Königsberg; 1939 – 45 Soldat in der Wehrmacht; 1945 brit. Gefangenschaft. 1945 KPD; 1946 SED; 1946 – 48 Studium der Geschichte, Soziol. u. Philos. an der Univ. Halle; 1948 Prom. mit einer Arbeit über Friedrich Engels’ Studie zum dt. Bauernkrieg; 1948 – 51 wiss. Assistent an der Univ. Halle; 1951 Habil. mit einer Arbeit über die Rev. von 1848/49; 1951/52…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schilling, Ernst

* 25.10.1901 – ✝ 25.11.1954

Geboren am 25. Oktober 1901 in Berlin, Sohn einer alleinerziehenden Pelznäherin; wurde Bäcker. Seit 1923 Mitglied der KPD. 1925/26 Betriebsratsvorsitzender einer Brotfabrik in Berlin-Weißensee, 1927 UB-Instrukteur der KPD-BL Berlin-Brandenburg, dann ab 1931 Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung. Schilling gehörte dem AM-Apparat an, absolvierte 1932/33 unter dem Decknamen Moritz einen Lehrgang an der M-Schule der Komintern in Moskau. Er kam 1933 zur illegalen Arbeit nach Deutschland, war ab Januar 1934 in der ?CSR KPD-Grenzabschnittsleiter. Im November 1938 emigrierte er nach Großbritannien, dort von September 1939 bis Mai 1940 Mitarbeit im »Czech Refugee Trust« (verantwortlich für Arbeitsbeschaffung). Schiller lebte ab 1940 als Farm- und Forstarbeiter in Cumberland, war von Juli bis Dezember 1940 auf der Isle of Man als »feindlicher Ausländer« interniert, anschließend bis 1947 Bäcker in London. Hier 1943 in der KPD-Parteileitung und Mitglied der Bewegung Freies Deutschland. Im August 1947 kehrte er nach Berlin zurück, Mitglied der SED, zeitweise Sekretär, von 1949 bis 1953 1. Vorsitzender des ZV der IG Nahrung-Genuß-Gaststätten und Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes. Ernst Schilling starb am 25. November 1954 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Schilling, Viktor

* 28.8.1883 – ✝ 30.5.1960

Geb. in Torgau; Vater Militärarzt; Med.-Studium an der Berliner militärärztl. Kaiser-Wilhelm-Akad., Prom. 1909; 1910 – 14 Mitarb. am Tropeninst. in Hamburg, Studien über Infektionskrankheiten u. Hämatol.; 1914 – 17 Kriegsdienst als Lazarettchef u. Hygieniker; 1917 – 21 Assistenzarzt an der I. Med. Klinik der Charité in Berlin (b. Wilhelm His jun.); 1921 hier Habil.; 1922 a. o. Prof.; 1926 wiss. Vortragsreisen nach Moskau u. Leningrad; 1933 NSDAP; 1934 – 41 ord. Prof. für Innere Med. in Münster;…

Wer war wer in der DDR

Schimansky, Hanns

* 26.5.1949

Geb. in Bitterfeld; Vater Elektroing. u. Volkswirt, Mutter Buchhändlerin; aufgew. in Stralsund u. Rostock; Abitur; 1968 – 72 Landw.-Studium an der Univ. Rostock; 1972 – 77 Berufspraxis als Agraring.; autodidakt. zeichnend, ab 1974 gefördert durch  Gerhard Kettner; 1977 – 80 Mstr.-Schüler an der AdK; Umzug nach Berlin; 1985 Wilhelm-Höpfner-Preis der Winckelmann-Ges. Stendal. 1991 Stipendiat des Kunstrings Folkwang, Essen; 1993 Stipendiat der Stiftung Kulturfonds Berlin; 1994 Mitgl. im Dt.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schirdewan, Karl

* 14.5.1907 – ✝ 14.7.1998

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); aufgew. bei Pflegeltern u. in einem kath. Waisenhaus; 1914 von der Familie Schirdewan adoptiert; Adoptivvater Heizer; kath. Mittelschule; 1922 – 24 Ausbildung zum Kfm. in Breslau; 1922 ZdA, dann Verkehrsbund; 1923 KJVD; 1925 KPD in Breslau; 1925 – 27 KJVD-Funktionär; 1927/28 Sekr., ab 1928 Mitgl. des ZK des KJVD u. Vors. im Bez. Schles.; 1926 – 29 Laufbursche u. Bürobote in Breslau; 1929 – 31 arbeitslos; Frühjahr 1931/32 Ltr. u. 2. Red. des KJVD-Verlags »Junge… Geboren am 14. Mai 1907 in Stettin, Sohn von Josefine Aretz. Er wuchs zunächst als Pflegekind der Familie Barteck, dann im katholischen Waisenhaus in Neurode auf und wurde 1914 von der Familie Robert und Martha Schirdewan adoptiert; war dann Laufbursche, Bürogehilfe und Transportarbeiter. Ab 1923 Mitglied der KJD, 1925 der KPD, 1927 wurde er Sekretär des KJVD in Schlesien und im September 1929 auf dem 11. Kongreß in Berlin-Neukölln in das ZK des KJVD gewählt. Im Frühjahr 1931 Leiter des Verlages Junge Garde in Berlin, er gehörte zum Sekretariat des ZK des KJVD. Während der Auseinandersetzungen innerhalb dessen Führung wurden Schirdewan und Friedrich Schlotterbeck im Herbst 1931 aus ihren Funktionen abgelöst und Schirdewan als KJVD-Sekretär nach Ostpreußen versetzt. Ende 1932 wieder in Berlin, leitete er den AM-Apparat im ZK des KJVD. Er ging im Februar 1933 nach Sachsen, dann als Oberberater nach Hamburg und gehörte zuletzt dem illegalen »Dreierkopf« der KJVD-Inlandsleitung an. Am 19. Februar 1934 in Hamburg festgenommen und schwer gefoltert, am 12. Mai 1934 vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Coswig verbüßte. Anschließend »Schutzhaft«, er saß bis 1945 ununterbrochen in verschiedenen KZs. 1945 Mitarbeiter im ZK der KPD bzw. ab April 1946 im SED-PV, hier zählte Schirdewan zu den wichtigsten Spitzenfunktionären der Westabteilung, später Leiter des Arbeitsbüros des ZK der SED. Im März 1952 löste er den 1. Sekretär der SED-Landesleitung Sachsen Ernst Lohagen ab, seit Ende 1952 wieder im Apparat des ZK. Nach den Auseinandersetzungen mit Wilhelm Zaisser und Rudolf Herrnstadt 1953 in das ZK kooptiert, wurde Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, dort bald »zweiter Mann« hinter Walter Ulbricht. Nach dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 forderte Schirdewan Reformen in der DDR und dachte, diese als Nachfolger Ulbrichts umzusetzen. Er fand im Politbüro und im Sekretariat Unterstützung, doch nach der Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn und den polnischen Ereignissen vom Sommer und Herbst 1956 erlangte Ulbricht wieder die Oberhand, Schirdewan wurde am 6. Februar 1958 auf dem 35. Plenum des ZK der SED gemeinsam mit Ernst Wollweber der »Fraktionstätigkeit« bezichtigt. Schirdewan erhielt eine strenge Rüge, wurde aus dem ZK der SED ausgeschlossen und als Leiter der Staatlichen Archivverwaltung nach Potsdam abgeschoben. Im April 1959 zur öffentlichen Selbstkritik genötigt, ging er 1965 in den Ruhestand. Er bekam 1977 die Ehrenspange zum VVO in Gold, wurde aber erst im Januar 1990 durch die SED/PDS rehabilitiert. Danach gehörte er zum »Rat der Alten« beim PDS-PV, veröffentlichte 1994 den Bericht »Aufstand gegen Ulbricht« und 1998 seine Erinnerungen unter dem Titel: »Ein Jahrhundert Leben«. Karl Schirdewan starb am 14. Juli 1998 in Potsdam. Bernd-Rainer Barth /

Wer war wer in der DDR

Scheidel, Wolfgang

* 1.3.1943

Geb. in Ilmenau (Thür.); 1955 mit dem Rennschlittensport bei der BSG Empor Ilmenau begonnen; Ausbildung zum Maschinenbauschlosser; 1965 Mitgl. des ASK Vorwärts Oberhof (Trainer: Gottfried Legler); 1965 – 89 SED; 1965 WM (Herren-Doppelsitzer); bei den Weltmeisterschaften 1969 u. 1970 jeweils 3. Platz (Herren-Einsitzer); 1972 Olymp. Spiele: Sieger (Herren-Einsitzer); NVA, Unterltn.; Sportstudium an der DHfK, Dipl.-Sportlehrer; Ltr. eines Ferienheims in Frauenwald (Thür.); bis 2003 Praxis für…

Wer war wer in der DDR

Scheler, Werner

* 12.9.1923 – ✝ 9.10.2018

Geb. in Coburg; Vater Schlossermstr.; 1930 – 42 Volksschule u. Realgymnasium in Steinach u. Sonnenburg; 1941 NSDAP; Kriegsteiln. als Flaksoldat. 1945/46 Werkzeugmacher u. Kassierer bei der Sozialversicherung in Steinach; 1945/46 KPD/ SED; ab 1946 Abiturlehrgang an der ABF u. anschl. Studium der Med. an der FSU Jena; 1949 LPS in Camburg; 1951 Prom. (Die biol. Wirkungen des Cholins unter bes. Berücksichtigung des Neurotropans) an der FSU Jena; anschl. Assistent am Pharmakolog. Inst. der HU Berlin;…

Wer war wer in der DDR

Schenk, Christian

* 9.2.1965

Geb. in Rostock; Vater Mediziner Eberhard S. (1955 DDR-Mstr. 100 m Hürden); POS, ab 1977 KJS, Abitur; 1970 – 73 Turner in Kühlungsborn (Trainer: Küpke); 1973 – 77 Leichtathlet (Zehnkampf, Hochsprung) bei der BSG Motor Stralsund (Trainer: Werner Winke); anschl. beim SC Empor Rostock (Trainer: Horst Hübner u. bis 1982 Klaus Dieter Mirow, danach Dr. Klaus Schlottke); SED; bei den DDR-Juniorenmeisterschaften 1983: Sieger; 1983 bei den Junioren-Europameisterschaften: 2. Platz; 1986 – 90 Studium der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Scheringer, Richard

* 13.9.1904 – ✝ 9.5.1986

Geboren am 13. September 1904 in Aachen, Sohn eines preußischen Offiziers; er besuchte das Gymnasium in Koblenz und in Berlin-Zehlendorf. 1923 in Koblenz gegen Separatisten und die französische Besatzungsmacht aktiv, flüchtete er nach Berlin. Hier in rechtsradikalen Kreisen tätig, im September 1923 nahm er am Küstriner Aufstand der »Schwarzen Reichswehr« teil. Im März 1924 Abitur, am 1. April 1924 Offiziersanwärter bei der Reichswehr in Ulm, dort 1928 Beförderung zum Leutnant. Zusammen mit Hanns Ludin und dem Oberleutnant Hans Friedrich Wendt wurde Scheringer am 19. März 1930 wegen nationalsozialistischer Umtriebe im Offizierskorps verhaftet. Vom 23. September bis 4.Oktober 1930 im »Ulmer Reichswehrprozeß« zu 18 Monaten Festungshaft verurteilt und aus der Reichswehr ausgeschlossen. Als NSDAP-Mann saß er von Oktober 1930 bis Sommer 1931 in der Festung Gollnow. Unter dem Einfluß von KPD-Häftlingen wandte er sich vom Nationalsozialismus ab, gab am 18. März 1931 eine Erklärung gegen Adolf Hitler ab und bekannte sich zu den Zielen der KPD. Im April 1932 wurde Scheringer, nun wegen seiner KPD-Tätigkeit, vom Reichsgericht zu zweieinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Vom Reichspräsidenten begnadigt und freigelassen, zog er sich auf den Dürrnhof in Kösching bei Ingolstadt zurück, den seine Mutter 1929 gekauft hatte. Seit Mai 1934 mit Marianne Heisch verheiratet, mit der er neun Kinder hatte. Während des »Röhm-Putsches« im Juni 1934 kurzzeitige Haft in Landsberg/Lech, jedoch von 1939 bis 1945 Offizier in der Wehrmacht, u. a. ab 1940 Einsatz in Frankreich und in der Sowjetunion. Anfang September 1945 schwerkrank aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Frankreich entlassen, Mitglied der KPD, zwei Monate Staatssekretär im Bayerischen Landwirtschaftsministerium. Von 1945 bis 1956 Mitglied der Landesleitung der KPD Bayern und bis 1956 Abgeordneter des Landtags. Im Juli 1956 vom BGH in Karlsruhe zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt (wegen Krankheit jedoch kein Haftantritt). 1959 erschien sein Buch »Das große Los – Unter Soldaten. Bauern und Rebellen«. Seit 1968 Mitglied der DKP. Anläßlich seines 70. Geburtstages verlieh ihm seine Heimatgemeinde die Bürgermedaille für besondere Verdienste, die DDR überreichte ihm den Karl-Marx-Orden. Richard Scheringer starb am 9. Mai 1986 in Hamburg. Einige seiner Söhne haben in der DDR Landwirtschaft studiert und leiteten LPGs. Johannes (* 1936) gehörte von 1990 bis 2001 für die PDS dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern an, Konrad (* 1938) war von 1994 bis 2002 PDS-Abgeordneter im Landtag von Thüringen.

Wer war wer in der DDR

Scheuner, Carl Arthur

* 7.6.1879 – ✝ 11.1.1957

Geb. in Dresden; Vater Gutsbesitzer; nach frühem Tod der Mutter aufgew. bei einer Tante; Realgymnasium in Dresden, 1899 Matura; 1899 – 1902 Chemiestudium an der TH Dresden, den Univ. Leipzig u. Göttingen, 1902 Prom. bei Otto Wallach über ungesättigte Ketone (Phorone); Okt. 1903 – Okt. 1904 Militärdienst, 1906 Ltn. d. R.; 1904 – 14 Assistent bei Wilhelm Ellenberger; ab Okt. 1906 Doz. u. ab 1910 planm. a. o. Prof. für physiolog. Chemie an der Tierärztl. HS Dresden, Forschungen bes. zur…

Wer war wer in der DDR

Schiebold, Ernst

* 9.6.1894 – ✝ 4.6.1963

Geb. in Leipzig; Vater Polizeibeamter; Gymnasium, Abitur; 1913 – 19 Studium der Mathematik, Physik, Chemie, Mineral. u. Geol. an der Univ. Leipzig; 1918 – 22 Assistent im Mineralog. Inst. der Univ.; 1919 Prom. zum Dr. phil.; 1920 St.-Ex. für das höhere Lehramt; 1922 Aufbau u. Ltg. des Röntgenlabors in der Abt. für angewandte Physik des Kaiser-Wilhelm-Inst. für Metallforschung in Neubabelsberg; 1926 – 41 a. o. Prof. für physikal.-chem. Mineral., Petrogr. u. Feinbaulehre an der Univ. Leipzig; 1928…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schiff, Hans

* 30.4.1896 – ✝ 30.8.1937

Geboren am 30. April 1896 in Karlsruhe, Sohn eines jüdischen Patentanwalts. Mitglied der Wandervogelbewegung, begann 1913 eine Tischlerlehre, ein Jahr später meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Bis August 1918 Flugzeugführer und Offizier, nach einem Nervenzusammenbruch kam er in ein Sanatorium. Schiff wurde im Dezember 1918 Mitglied des Spartakusbundes, der FSJ und 1919 der KPD. Ab Frühjahr 1919 Studium an der Münchner Universität, hörte Vorlesungen bei Max Weber und engagierte sich im »Revolutionären Hochschulrat«. Wegen Beteiligung an der März-Aktion 1921 verhaftet, saß Schiff von 1921 bis 1924 auf der Festung Niederschönenfeld. Nach seiner Freilassung Automechaniker in Berlin, 1926 wurde er Redakteur an KPD-Zeitungen, u. a. Feuilletonredakteur der »Roten Fahne«. Im August 1930 reiste er nach einer dreimonatigen Haft in die Sowjetunion, war dann bis 1933 Mitarbeiter im Apparat der Komintern. Zunächst Referent der Genossenschaftsabteilung des EKKI, nach deren Auflösung Referent für Genossenschaftsfragen beim Mitteleuropäischen Ländersekretariat. Schiff wurde 1932 Mitglied der KPdSU(B), brach sein Studium an der Leninschule ab, erhielt wegen »unmoralischen Verhaltens« eine Rüge, deshalb 1932 aus dem Komintern-Apparat entfernt. 1935 besuchte er die KUNMS und unterrichtete nebenbei Deutsch am Institut der Roten Professur. Dort noch 1935 entlassen, aber Redakteur bei der deutschsprachigen Zeitung »Das neue Dorf« beim Parteikomitee in Charkow. Seit 1935 Informant des NKWD, lieferte Schiff auch Hunderte von Meldungen über »von ihm aufgedeckte Verschwörungen« und über »verdächtige Elemente«. 1936 beim Parteikomitee in Simferopol tätig, wurde er Ende Juli 1937 Redakteur bei der in Moskau erscheinenden »Deutschen Zentral-Zeitung«. Doch Schiff geriet selbst in die stalinistischen Säuberungen, wurde am 30. August 1937 vom NKWD verhaftet und der Zugehörigkeit zur »trotzkistisch-terroristischen Gruppe Wollenberg« verdächtigt. Nach schwerer Folter am 8. Dezember 1937 zum Tode verurteilt, wurde Hans Schiff noch am gleichen Tag in Butowo erschossen, erst 1964 in der UdSSR »posthum rehabilitiert«.

Wer war wer in der DDR

Schilkin, Sergej Apollonowitsch

* 27.12.1915 – ✝ 18.7.2007

Geb. in Petrograd (Rußland); Vater Spirituosenfabrikant u. Hoflieferant des Zaren; 1921 Emigr. der Familie nach Dtl.; 1936 Abschl. des Gymnasiums in Berlin; 1938 – 42 Studium des Maschinenbaus an der TH Berlin; anschl. dort Assistent; 1944 Mitgl. des Reichsforschungsrats u. Ltr. des Inst. für Schweißtechnik der TH Berlin. 1945 Übernahme der von den Eltern seit 1932 in Berlin-Kaulsdorf betriebenen Branntwein-Firma; 1948 Gründung der Schilkin KG Berlin als Familienbetrieb, Ausbau der Firma zum…

dissidenten.eu

Schilling, Walter

* 1930

Walter Schilling wurde am 28. Februar 1930 in Sonneberg im Süden Thüringens als Sohn eines Pfarrers geboren und wuchs im benachbarten Oberlind auf. Seine Eltern gehörten im Nationalsozialismus der Bekennenden Kirche an, weshalb sein Vater erst nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur 1945 Superintendent werden konnte. Bestand Walter Schillings Jugendtraum noch darin, Jagdflieger zu werden, entschloss er sich mit 17 Jahren, Pfarrer zu werden. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. in der…

Wer war wer in der DDR

Schilling, Walter

* 28.2.1930 – ✝ 29.1.2013

Geb. in Sonneberg, aufgew. in Oberlind (Thür.); Vater Superintendent; 1948 Abitur; anschl. landw. Gehilfe in Wersen (Westf.); 1949 Ev. Studentenwerk Villigst, Werkstudium im Bergbau; 1950 – 55 Studium der Theol. in Münster, Heidelberg u. Jena; nach dem Ersten Theolog. Examen 1955 Vikar in Königsee u. Braunsdorf (Krs. Rudolstadt); nach dem Zweiten Theolog. Examen 1957 Ernennung zum Krs.-Jugendpfarrer; ab 1959 Aufbau u. Ltg. eines kirchl. Jugendheims; seit 1968 maßgebl. Beteiligung an der…

Wer war wer in der DDR

Schimmer, Rudi

* 25.4.1929 – ✝ 25.9.1985

Geb. in Lauterbach (Schles.); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule, Lehre u. Arbeit als Tischler; Febr. – Mai 1945 Wehrmacht, 1945 / 46 amerikan. Kriegsgef. 1946 / 47 Arbeit als Tischler; 1947 SED; 1948 Instrukteur bzw. Sekr. der SED-KL Görlitz; 1950 Besuch der SED-LPS Sachsen; 1951 – 55 Sekr. der SED-KL Dresden u. Dresden-Land bzw. der SED-Stadtltg. Dresden; 1955 – 58 Studium an der SED-PHS, Dipl.-Gesellschaftswiss.; 1958 – 60 Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-BL Dresden; 1960 – 62 2. Sekr.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schirmer, Hermann

* 2.12.1897 – ✝ 12.2.1981

Geboren am 2. Dezember 1897 in Stockheim bei Kronach/Oberfranken, Sohn eines Glasarbeiters; selbst Glasarbeiter, später Metallarbeiter in Nürnberg. 1916 trat er in die SPD ein und war von 1917 bis 1918 Soldat an der Ostfront. Er nahm 1919 als Mitglied des Soldatenrates an den bewaffneten Kämpfen der Bayerischen Räterepublik teil. 1919 Mitglied der USPD, 1924 der KPD. Von 1925 bis 1927 erwerbslos, 1927 Geschäftsführer der Zeitung der KPD Nordbayern und Mitglied der BL, kam Schirmer 1929 in den Stadtrat von Nürnberg und war von 1929 bis 1933 Orgleiter der BL Nordbayern. Am 29. Mai 1933 verhaftet und bis März 1935 in »Schutzhaft« gehalten, dann zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, zuletzt bis November 1936 im KZ Dachau. Nach der Freilassung Dreher, im September 1939 und im Juli 1944 erneut inhaftiert. 1945 aktiv beim Aufbau der Gewerkschaften und der KPD in Nürnberg und Nordbayern. Ab November 1945 1. Sekretär der KPD Nordbayern, im Juni 1946 kam er in die Bayerische Verfassunggebende Landesversammlung, dort Vorsitzender der KPD-Fraktion. Im August 1948 Vorsitzender der KPD in Bayern, ab 1951 Mitglied des KPD-PV, von 1954 bis zum Verbot der KPD im August 1956 Sekretär für Organisationsfragen, danach illegal tätig. Schirmer gehörte 1968 zu den Mitbegründern der DKP in Nordbayern. Er veröffentlichte 1974 sein Buch »Das andere Nürnberg«, bekam 1975 von der DDR den Karl-Marx-Orden verliehen. Hermann Schirmer starb am 12. Februar 1981 in Ost-Berlin. Sein Sohn Gregor Schirmer übersiedelte 1950 in die DDR, promovierte 1959 zum Dr. jur. und war ab 1965 Professor für Völkerrecht an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, von 1963 bis März 1990 Volkskammerabgeordneter, ab 1977 stellvertretender Leiter der Abteilung Wissenschaften des ZK der SED.