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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

König, Wilhelm

* 4.6.1884 – ✝ 1945

Geboren am 4. Juni 1884 in Hetlingen/Krs. Pinneberg, kam als Kind nach Berlin; lernte Maschinenbauer. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD. 1918 Vorsitzender des Arbeiterrates bei der AEG, 1920 Übertritt zur KPD. Bis 1923 im Betriebsrat der AEG Turbine Berlin, dann Betriebsratsvorsitzender. Jahrelang kandidierte er im Deutschen Metallarbeiterverband auf der Liste der Kommunisten. 1928 zog Wilhelm König für die KPD in den Preußischen Landtag ein. 1929 gewann er als Spitzenkandidat der »roten Liste« die Mehrheit bei der Betriebsratswahl der AEG Turbine in Berlin-Moabit. Da er sich gegen den ultralinken Kurs wandte, geriet er bald in Widerspruch zur Parteilinie. Er protestierte in einem Brief an das ZK gegen die Aufstellung »roter«, d. h. eigener kommunistischer Betriebsratskandidaten. 1930 kandidierte er schließlich zusammen mit Sozialdemokraten auf einer gemeinsamen Liste erfolgreich für die Betriebsratswahl im selben Betrieb. Es gelang ihnen dabei, die Mehrheitsverhältnisse völlig umzudrehen. Daraufhin wurde er aus der KPD ausgeschlossen, er blieb als Fraktionsloser im Parlament, ging später wieder zur SPD. Es deutet vieles darauf hin, daß Wilhelm König unter dem Decknamen Heinrich mindestens von 1935 bis 1937 als V-Mann der Gestapo über die illegale SPD und deren Betriebszellenarbeit berichtete. Er wohnte 1945 in der Fehmarner Straße 21 in Berlin-Wedding und wurde 1945 vom NKWD festgenommen und ist seitdem spurlos verschwunden.

Wer war wer in der DDR

Konzok, Willi-Peter

* 29.6.1902 – ✝ 26.7.1984

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Bildhauer; Volksschule in Berlin; 1920 Abitur in Breslau; 1920 – 22 Ausbildung zum Buchhändler in Leipzig; 1924 Bibliothekarsprüfung; 1924 – 32 DDP, Austritt nach Umbildung zur Dt. Staatspartei; 1924 – 26 als Setzer u. Drukker tätig; 1924 – 32 Mitgl. des Gewerkschaftsbunds der Angest.; 1930 – 32 Abg. des Schles. Provinziallandtags; 1931 – 37 Buchhändler in Bunzlau; 1937 – 39 kfm. Angest. der Fabrik »Greve & Täschner« in Dresden; in der NS-Zeit…

Wer war wer in der DDR

Koplowitz, Jan

* 1.12.1909 – ✝ 19.9.2001

Geb. in Bad Kudowa (Krs. Glatz, Niederschles./ Kudowa Zdrój, Polen) in einer jüd. Fam.; Vater Hausdiener, Stiefvater Kurhotelbesitzer; Mutter Hotelbesitzerin (im KZ Auschwitz ermordet); priv. höhere Knaben- u. Mädchenschule in Sackisch, ab 1923 Eichendorf-Oberrealschule in Breslau; 1925 KJV; 1926 Abitur; Lehrerprüfung; danach vorwiegend als Journalist tätig; 1928 BPRS; 1929 KPD; 1930 – 32 Red. der »Schles. Arbeiterztg.«; Arbeit für Agit.-Prop.-Gruppen; mehrmals verhaftet; 1933 Emigration in die…

Wer war wer in der DDR

Köppe, Walter

* 21.6.1891 – ✝ 25.9.1970

Geb. in Berlin; Vater Former; Volksschule, Fortbildungsschule; 1905 – 08 Lehre als Schlosser; bis 1926 Arbeit in Berliner Metallbetrieben, Betriebsobmann; 1909 DMV; 1912 SPD; 1915/16 Heeresdienst; 1918 Teiln. an der Novemberrev.; 1919 USPD; 1920 KPD; 1923 – 29 organisator. bzw. Pol.-Ltr. der KPD in Berlin-Pankow; 1926 – 29 Büroangest. in der landw. Genossenschaftsvertr. in der sowj. Handelsvertr. in Berlin; 1929 – 32 Büroangest. in der Handelsvertr.; 1929 – 32 Hauptkassierer des UB Nord-Ost der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kops, Erich

* 20.1.1905 – ✝ 58 bis 196

Geboren am 20. Januar 1905 in Jena, Sohn eines Metallarbeiters; lernte Schlosser. 1922 Mitglied der SPD, Vorsitzender der Jenaer Arbeiterjugend und deren Orgsekretär für den Bezirk Thüringen. Im August 1923 Austritt aus der SAJ und der SPD, als Mitglied der KJD und der KPD hauptamtlicher Funktionär der BL der KJD Thüringen. Im Oktober 1924 verhaftet, wurde er Ende 1925 vom Staatsgerichtshof in Leipzig wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, kam aber wegen einer Amnestie kurz danach frei. Von Ende 1925 bis Ende 1928 war Kops Gauführer und Sekretär der Roten Jungfront in Thüringen. 1928/29 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, danach 1929/30 Lokalredakteur der »Neuen Zeitung« und Organisator des KPD-Literaturvertriebs in Thüringen. Ab August 1930 Mitarbeiter der Agitpropabteilung des ZK der KPD, von April 1931 bis Anfang 1933 Agitpropleiter der BL Halle-Merseburg. Bis Sommer 1933 illegaler Orgleiter an der Seite von Polleiter Adolf Rembte im Bezirk Halle-Merseburg, im Februar 1934 emigrierte Kops in die Tschechoslowakei. Kops leistete zunächst Grenzarbeit im Gebiet Reichenberg, dann im Büro der IRH in Prag tätig, ab Dezember 1935 in der Sowjetunion Maschinenschlosser in Jegorowsk. Ab Mai 1937 in Spanien Offizier des »Thälmann-Bataillons« der Internationalen Brigaden, von 1939 bis 1943 in Frankreich interniert. Im April 1943 nach Deutschland ausgeliefert, Häftling im KZ Sachsenhausen. Nach der Befreiung 1945 kurzzeitig Landrat im Kreis Ludwigslust in Mecklenburg, ab August 1945 Orgsekretär der KPD Thüringen. Kops war von 1946 bis 1950 Mitglied des SED-PV, ab September 1947 Vorsitzender der SED Thüringen (paritätisch mit Heinrich Hoffmann). Obwohl er bedingungslos die Weisungen aus Berlin in Thüringen durchführte, wurden seine Tätigkeit und seine Personalentscheidungen kritisiert, und er wurde im Oktober 1949 abgelöst. Zunächst außerordentlicher Gesandter der DDR in Ungarn. Im Sommer 1950 gab es Vorwürfe der ZPKK, er sei 1938 in Spanien aus der Partei ausgeschlossen worden, und es gab auch Beschwerden an seinem Führungsstil als Botschafter. Daher im November 1950 abberufen, bekam untergeordnete Funktionen im Bereich Handel und Versorgung. Von 1958 bis 1961 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Bezirks Dresden, 1959 erhielt er den VVO in Bronze. Erich Kops starb am 28. Mai 1961 in Dresden. Kurt Menzel veröffentlichte im Jahre 2000 eine biographische Skizze über Erich Kops.

Wer war wer in der DDR

Kormes, Karl

* 23.3.1915 – ✝ 9.4.1995

Geb. in Berlin in einer jüd. Fam.; Vater Uhrmacher u. Juwelier, Mutter Putzmacherin; Jüd. Knabenschule in Berlin, Oberrealschule; während der Schulzeit Mitgl. der zionist. Org. »Brit. Trumpeldor«; 1927/28 über den Jung-Jüd. Wanderbund (IIWB), die Borochow-Jugend u. den Jüd. Arbeiterkulturverein 1928 zum KJVD; 1928 – 30 Ausbildung zum Schlosser; 1930 RH; RGO; 1930 – 33 Gelegenheitsarb., Angest. beim Zentralverein Dt. Staatsbürger Jüd. Glaubens; illeg. pol. Arbeit; März 1933 verhaftet u. wegen…

Wer war wer in der DDR

Kornagel, Rudolf

* 11.1.1921 – ✝ 2.3.1981

Geb. in Crimmitschau (Krs. Zwickau); Vater Arbeiter; Volksschule; Lehre u. Arbeit als Betonbauer. 1945 / 46 KPD / SED; Studium an der SED-PHS; 1954 – 60 2. Sekr. der SED-BL Magdeburg; anschl. Vors. des Rats des Krs. Gotha; 1964 – 66 Vors. des Rats des Krs. Worbis; anschl. Vors. des Bezirksaussch. der NF Erfurt u. polit. Mitarb. der SED-BL Erfurt.Mario Niemann

Handbuch Deutsche Kommunisten

Korsch, Karl

* 15.8.1886 – ✝ 21.10.1961

Am 15. August 1886 in Tostedt/Hamburg geboren, stammte aus einer Familie, die seit Generationen ein Bauerngut in Friedland/Ostpreußen bewirtschaftete. Korschs ehrgeiziger Vater übersiedelte nach Tostedt und später nach Meiningen/Thüringen, wo er Bankbeamter und zuletzt auch Bankdirektor war. Karl Korsch besuchte das Gymnasium in Meiningen und studierte an den Universitäten München, Berlin, Genf und Jena. 1909 Referendar, 1910 in Jena Promotion zum Dr. jur., von 1909 bis 1911 juristischer Vorbereitungsdienst in Meiningen. 1910/11 Soldat beim Infanterie-Regiment 32 in Meiningen. Im Januar 1912 siedelte Korsch auf Empfehlung der Universität Jena nach London über und absolvierte dort juristische, ökonomische und politische Studien. In dieser Zeit Mitglied der Sozialistischen Fabian Society. Bei Kriegsausbruch Rückkehr nach Deutschland. Wegen kriegsgegnerischer Äußerungen im August 1914 vom Leutnant der Reserve zum Vizefeldwebel degradiert, dann Fronteinsatz und wieder Offizier, 1918 Oberleutnant. Zweimal schwer verwundet, mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Korsch trat der USPD bei und war nach dem Krieg Mitglied der Sozialisierungskommission in Berlin (wissenschaftlicher Hilfsarbeiter). Er ging mit dem linken Flügel der USPD zur KPD, obwohl er vor der Vereinigung schwere Bedenken gegen die 21 Bedingungen der Komintern hatte. Ständiger Mitarbeiter der KPD-Presse und Delegierter des VIII. Parteitags 1923. Im Oktober 1919 habilitiert, Privatdozent der juristischen Fakultät in Jena. Im Oktober 1923 zum ordentlichen Professor ernannt und Übertragung eines Extraordinariats in Jena. Ebenfalls im Oktober 1923 Justizminister in der sozialdemokratisch-kommunistischen Regierung in Thüringen, ab Februar 1924 Abgeordneter im Thüringer Landtag. Korsch schloß sich dem linken Flügel der KPD an und wurde im Mai 1924 Chefredakteur des theoretischen KPD-Organs »Die Internationale«. Im Juli 1924 rückte er in den Reichstag nach und wurde im Dezember erneut ins Parlament gewählt. Er gewann im August 1925 in zweiter Instanz einen Prozeß gegen das Land Thüringen, das ihm 1924 seine Professur entzogen hatte und mußte wieder in seine Rechte eingesetzt werden. Inzwischen gehörte Korsch dem ultralinken Flügel der Partei an und war dessen theoretischer Kopf. Die zunächst einheitliche ultralinke Opposition, Scholem-Katz-Rosenberg-Korsch-Schwarz, fiel jedoch auseinander, und die Gruppe um Korsch und Ernst Schwarz stand bald in striktem Gegensatz zur Komintern. Am 30. April 1926 wurde Korsch aus der KPD ausgeschlossen. Er gab gemeinsam mit Schwarz die Zeitschrift »Kommunistische Politik« heraus und organisierte eine eigene linke Gruppe gleichen Namens. In Berlin entstand um ihn ein Zirkel, der über die kommunistische Theorie diskutierte (daran beteiligten sich u. a. Bert Brecht, Alfred Döblin, Susanne Leonhard). Korsch hatte auch Verbindung zu der Oppositionsgruppe Sapronow-Smirnow in der KPdSU. 1926 kam es zum Bruch zwischen Korsch und Schwarz; während Schwarz und seine Anhänger die Gruppe Entschiedene Linke bildeten, blieben Korsch und Heinrich Schlagewerth, der die Organisation leitete, weiterhin Herausgeber der »Kommunistischen Politik«. 1927/28 verschwand die Korsch-Gruppe von der politischen Bühne, nachdem sie die stalinistische Entwicklung der Sowjetunion scharf kritisiert hatte. Korsch hatte am 24. Juni 1927 als einziger Redner im Reichstag gegen den Abschluß des deutsch-sowjetischen Handelsvertrages gesprochen. Er blieb bis 1928 Reichstagsabgeordneter, widmete sich in der Folgezeit ausschließlich theoretischen Problemen und veröffentlichte eine große Anzahl von Arbeiten über theoretische Fragen des Marxismus. Seit 1930 relativierte er dabei den Marxismus, ohne ihn jedoch völlig abzulehnen. Ende 1933 floh Korsch nach Dänemark, nach England und schließlich 1936 in die USA. 1950 hatte er in seinen »Thesen über den heutigen Marxismus« erklärt, alle Versuche, »die marxistische Doktrin als Ganzes und ihrer ursprünglichen Funktion als Theorie der sozialen Revolution der Arbeiterklassen wiederherstellen zu wollen«, sei eine »reaktionäre Utopie«. Korsch, der auch in den USA eine Reihe von Arbeiten publizierte und 1950 und 1956 nochmals kurz Europa besuchte, war in seinen letzten Lebensjahren sehr krank, er kam in ein Sanatorium. Karl Korsch starb am 21. Oktober 1961. Seine Frau, die als Pädagogin hervorgetretene Dr. Hedda Korsch, lebte mit ihm in den USA. Von den zahlreichen Veröffentlichungen Korschs hier einige: »Was ist Sozialisierung« (Hannover 1919), »Die materialistische Geschichtsauffassung – Auseinandersetzung mit K. Kautsky« (Leipzig 1922), »Quintessenz des Marxismus« (Berlin 1922), »Kernpunkte der materialistischen Geschichtsaufassung« (Berlin 1922), »Marxismus und Philosophie« (Leipzig 1923), »Why I am Marxist« (1935). Inzwischen liegen Karl Korschs Gesammelte Werke (Hrsg. Michael Buckmiller) vor.

Wer war wer in der DDR

Kosel, Gerhard

* 18.2.1909 – ✝ 21.9.2003

Geb. in Schreiberhau (Krs. Hirschberg, Niederschl./Szklarska Poręba, Polen); Vater Klempnermstr.; Volks-u. Oberrealschule; Lehre als Klempner u. Maurer; 1927 – 31 Studium an der TH München u. Berlin-Charlottenburg bei Bruno Taut u. Hans Poelzig; 1929 Konstrukteur in Sevilla in Spanien; 1931 KPD; 1932 als Spezialist in die Sowjetunion, Architekt u. Projektant auf der Großbaustelle in Nowokusnezk; 1936 Übersiedl. nach Moskau; dort Ltr. einer Projektierungsgr. im Projektierungsbüro…

Wer war wer in der DDR

Kossok, Manfred

* 18.5.1930 – ✝ 27.2.1993

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Hilfsmaschinist; 1945 Lehre als Schuhmacher; 1945 – Jan. 1947 Internierungslager in Schles.; 1947 Umsiedl. in die Lausitz; 1949 SED; 1950 Abitur in Hoyerswerda; 1950 – 54 Studium der Geschichte, Lit. u. Philos. an der Univ. Leipzig; 1954 – 58 Assistent; 1955 Ergänzungsstudium an der Univ. Köln; 1957 Prom. mit einer Studie über die »sozialökon. Struktur des Vizekönigreiches Río de la Plata«; 1958 – 62 Oberassistent; seit 1961 Ltr. der Abt. Lateinamerika am…

Wer war wer in der DDR

Kotowski, Henry

* 24.9.1944

Geb. in Alt-Grottkau, aufgewachsen in einer Musikerfamilie in Berlin; 1960 – 62 Lehre als Lokomotivschlosser, anschl. Ausbildung u. Arbeit als Fachverkäufer für Musikinstrumente; als Kind autodidakt. Ausbildung an Schlagzeug u. Gitarre; mit 15 Jahren erstes Engagement als Schlagzeuger in »Papa Rüdigers Dixiland Band«; 1960 Wechsel zum »Franke-Echo-Qintett«, lernt dort die späteren »Sputniks« Bernd Emich (Baß) u. Achim Döring (Gitarre) kennen; 1962 Gründung der nach einem amerikan. Satelliten…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kowalke, Alfred

* 11.4.1907 – ✝ 6.3.1944

Geboren am 11. April 1907 in Berlin; lernte Tischler und arbeitete anschließend in Berlin und Hamburg. 1925 trat Kowalke in die KPD ein, zählte zu den Linken und unterschrieb 1926 den »Brief der 700«. Er gehörte seit Ende 1931 dem illegalen AM-Apparat des ZK der KPD an. Er war für Waffen- und Munitionsbeschaffung verantwortlich und reiste Ende 1932 zu einer militärischen Ausbildung nach Moskau. Nach Beendigung des Kurses kehrte er über Prag im Mai 1935 nach Deutschland zur illegalen Arbeit zurück. Ende 1935 emigrierte Kowalke nach Prag und war dort im AM-Apparat der Auslandsleitung der KPD eingesetzt. Er kam dann als Instrukteur unter dem Namen Arthur Janda nach Danzig und arbeitete mit den zwei kommunistischen Volkstagsabgeordneten Otto Langnau und Paul Serotzki zusammen. Als diese verhaftet wurden, ging Kowalke erneut nach Prag und wurde zur illegalen Arbeit nach Mitteldeutschland geschickt. Im Februar 1937 reiste er über Amsterdam nach Paris, in den folgenden Monaten Instrukteur des ZK der KPD in Bremen und im Ruhrgebiet. Bei Kriegsausbruch in den Niederlanden, ging Kowalke im Spätherbst 1941 nach Westdeutschland, um Verbindungen zu suchen und aufzubauen sowie für illegal einreisende Instrukteure Quartiere zu beschaffen, was erst in der Folgezeit in Berlin gelang. Kowalke wurde ein enger Mitarbeiter des illegalen ZK-Instrukteurs Wilhelm Knöchel. Mit dem ZK-Instrukteur Wilhelm Beuttel schrieb er Artikel für die Zeitungen »Ruhr-Echo«, »Freiheit« und die von Knöchel redigierte Zeitung »Der Friedenskämpfer«. Während eines illegalen Treffs am 2. Februar 1943 verhaftet, am 5.November 1943 vom 2. Senat des VGH zum Tode verurteilt, wurde Alfred Kowalke am 6.März 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet

Wer war wer in der DDR

Königsdorf, Helga (verh. Bunke)

* 13.7.1938 – ✝ 4.5.2014

Geb. in Gera; Vater Fabrikbesitzer; 1955 Abitur; 1955 – 61 Physikstudium in Jena u. Berlin; 1961 Heirat mit  Olaf Bunke; 1961 – 90 am Mathemat. Inst. der DAW/AdW, wiss. Mitarb., Abt.-Ltr.; 1963 Dr. rer. nat. an der HU Berlin; 1970 SED; 1972 Habil.; 1974 Prof. an der AdW; seit 1978 Veröff. von Kurzgeschichten u. Erzählungen; 1987 Mitgl. des PEN-Zentrums DDR; 1985 Heinrich-Heine-Preis; 1989 NP; 1990 aus gesundheitl. Gründen em.; seither freischaff. Schriftst.; 1989 – 91 Mitgl. des Präs. des…

Wer war wer in der DDR

Kopietz, Herbert

* 17.9.1916 – ✝ 9.3.1997

Geb. in Dittersbach (Krs. Löbau); Vater Monteur; Volks- u. Berufsschule, Realgymn.; Ausbildung zum Buchdrucker; 1937 RAD; 1937 – 45 Wehrmacht; 1945 brit. Kriegsgef. 1945 / 46 Angest. der Bezirksverw. Halle; 1945 SPD, 1946 SED; 1946 – 52 Red. bei den Ztgn. »Volksblatt« u. »Freiheit« in Halle u. Weißenfels; 1952 stellv. Ltr. der Abt. Studien im Amt für Information; 1953 – 56 Abt.-Ltr. im Presseamt des Min.-Rats. bzw. Instrukteur im ZK der SED, zeitw. Redaktionssekr. des SED-Pressedienstes; 1955 –…

Wer war wer in der DDR

Koppatsch, Bernhard

* 23.1.1915 – ✝ 10.3.1994

Geb. in Bautzen; Vater Steindrucker; Grund- u. Berufsschule, Ausbildung zum Elektromechaniker; 1933 – 37 Stud. an der Maschinenbauschule Bautzen; 1936 / 37 Konstrukteur in der Waggonfabrik Bautzen; 1938 Werfttechniker im Marinearsenal Kiel; 1938 – 43 RAD u. Wehrmacht; 1943 – 46 Konstrukteur bei der Fa. Dunkel in Berlin. 1945 SPD, 1946 SED; 1946 – 49 Stud. an der FSU Jena, Dipl.-Volkswirt; 1946 Lehrgang an der SED-LPS Thür. u. 1948 / 49 Sonderlehrgang an der PHS der SED in Kleinmachnow; 1949 – 51…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Köppe, Walter

* 21.6.1891 – ✝ 25.9.1970

Geboren am 21. Juni 1891 in Berlin; Schlosser, Soldat im Weltkrieg. Seit 1912 SPD-Mitglied, 1919 der USPD und 1920 der KPD. 1924 zum Bezirksverordneten in Berlin-Pankow gewählt, 1926 Angestellter bei der sowjetischen Handelsvertretung, im gleichen Jahr Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. Im Januar/Februar 1933 gehörte er für einige Wochen der KPD-Fraktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung an. Vom 27. Februar 1933 bis 17. März 1933 inhaftiert. Emigration nach Prag, später in die Sowjetunion, nahm ab 1937 als Politkommissar am Spanischen Bürgerkrieg teil. 1939/40 in Frankreich interniert, gelangte er später in die Sowjetunion und wurde Angehöriger der Roten Armee. Im Mai 1945 mit der Gruppe Ulbricht nach Berlin zurückgekehrt, wurde Köppe auf der ersten Funktionärskonferenz der KPD im Juni 1945 zum zweiten Vorsitzenden der Berliner Partei gewählt. Er war bis 1952 Verwaltungsdirektor der SED-Parteihochschule »Karl Marx« in Liebenwalde bzw. Kleinmachnow, dann bis 1955 Verwaltungsdirektor der Bauakademie Berlin und schließlich bis zu seiner Pensionierung 1965 Mitarbeiter im Ministerium für Schwermaschinenbau. Walter Köppe starb am 25. September 1970 in Ost-Berlin.Peter Erler

Wer war wer in der DDR

Korb, Robert

* 25.9.1900 – ✝ 31.12.1972

Geb. in Bodenbach (b. Tetschen, Nordböhmen/ Dečin-Podmokly, Tschechien); Vater Lokführer; 1906 – 17 Volks- u. Mittelschule; 1918 Militärdienst; dann Angest. der Waggonfabrik Böhmisch Leipa; 1918 SPČ; 1919 Tätigkeit als Gewerkschafts- u. soz. Jugendfunktionär; 1921 KPČ; 1921 – 23 Militärdienst, wegen »Hochverrats u. Meuterei« sechs Mon. Festungshaft; 1923 Bez.-Sekr. der KPČ in Böhmisch Leipa; 1924 – 30 Partei- u. Jugendfunktionär, später Red.; 1930 Chefred. der dt. Parteipresse der KPČ; 1931…

Wer war wer in der DDR

Korn, Klaus

* 23.8.1930

Geb. in Königsberg (Ostpr. / Kaliningrad, Rußland); Eltern KPD u. im antifasch. Widerstand, Vater Zimmermann (inhaftiert im KZ Börgermoor), Mutter Bernsteindreherin; 1936 – 40 Volksschule, 1940 – 44 Mittelschule; Einsatz im Luftschutz u. bei Räumarbeiten in Königsberg; 1944 Flucht mit der Mutter nach Dänemark, Internierung im Flüchtlingslager Aalborg / Ost; 1946 zeitw. Besuch einer Lagerschule. Mai 1947 Rückkehr in die SBZ, zunächst nach Blankenfelde (b. Berlin), dann Abiturausbildung in Zossen…

Wer war wer in der DDR

Körner, Theo

* 24.3.1932

Geb. in Giesensdorf (Prignitz); Vater Arbeiter; Volksschule in Zempin u. Karlshagen (Krs. Wolgast); 1946 – 49 Ausbildung zum Bäcker in Karlshagen, 1949/50 im Beruf tätig; 1950/ 51 Ltr. des Berufsschulaktivs in Heringsdorf; 1951 – 54 Sportstudium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; 1953 SED; 1954 – 57 Oberref. beim Staatl. Komitee für Körperkultur u. Sport in Berlin; 1957 – 59 Aspirantur, 1959/60 Wiss. Assistent an der HU Berlin; 1962 – 72 Verb.-Trainer; 1972 – 80 u. 1983 – 86 Verb.-Trainer…

Wer war wer in der DDR

Korth, Werner

* 17.8.1929 – ✝ 19.1.1998

Geb. in Stettin (Szczecin, Polen); Vater Schlosser; Mittelschule; 1944/45 kfm. Lehre; 1945/46 Landarb. 1946 – 48 Lehre u. Arbeit als Verw.-Gehilfe bei der Stadt Rostock; 1948 SED; 1948 zuerst Org.-Ltr., dann 1. Sekr. der FDJ-KL Rostock; 1950 Einstellung beim MfS, Abt. Kader u. Schulung der LV Mecklenb.; 1952 stellv. Personalltr. der LV Mecklenb., dann Ltr. der Abt. Personal der BV Schwerin; 1957 1. Sekr. der SED-PO der BV Schwerin; 1961 – 63 wegen Unfalls dienstunfähig; 1965 stellv. Operativ des…

Wer war wer in der DDR

Kosing, Alfred

* 15.12.1928

Geb. in Wolfsdorf (Krs. Samland, Ostpr.); Vater Schuhmacher; Volksschule; 1944/45 Kriegsteiln. als Soldat in der Wehrmacht. 1945 – 47 Maurerlehre; 1946 SED; 1947/48 Abiturlehrgang an der Vorstudienanstalt Halle, der späteren ABF; 1948 – 51 Studium der Geschichte u. Philos. an der MLU Halle u. der HU Berlin; 1950 – 53 Assistent u. Lehrbeauftr. am Inst. für Philos. der HUB; 1953 – 64 Doz. bzw. Prof. am IfG (spätere AfG) beim ZK der SED; 1956 – 70 stellv. Chefred. u. bis 1989 Mitgl. des…

Wer war wer in der DDR

Köste, Klaus

* 27.2.1943 – ✝ 14.12.2012

Geb. in Frankfurt (Oder); Vater Gärtner; OS, 1961 Abitur; 1949 – 74 aktiver Turner, anfangs in Frankfurt (Oder), 1958 – 62 bei Lok Leipzig, dann DHfK Leipzig; 1961/62 Praktikum bei der DR; 1961 – 74 34maliger DDR-Mstr.; 1962 – 75 Studium an der DHfK Leipzig, Dipl.-Sportlehrer; dreimal Teiln. an Europameisterschaften: 1971 Sieger (Reck), 2. Platz (Barren), 3. Platz (Sprung) u. 4. Platz (Mehrkampf), 1973 Sieger (Reck), 3. Platz (Mehrkampf u. Boden); Weltmeisterschaft 1970: 3. Platz (Mannschaft u.…

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Kötter, Wilhelm

* 29.3.1902 – ✝ 3.11.1957

Geboren am 29. März 1902 in Senne bei Bielefeld; lernte Kaufmann und arbeitete als kaufmännischer Angestellter in verschiedenen Firmen. 1920 Eintritt in die KPD, aktiver Funktionär in Bielefeld, 1923 dort UB-Leiter und hauptamtlicher Sekretär. Ende 1923 in »Schutzhaft«, entfloh er, wurde im Mai 1924 erneut verhaftet und zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Anschließend von der KPD als Wanderredner eingesetzt. 1925 leitete er wieder den UB Bielefeld und gehörte mit diesem 1925 zur ultralinken Opposition. Als Vertreter der Ultralinken wählte ihn der X. Parteitag 1925 in die Kommunalkommission. Um die Ultralinken zu schwächen und Kötter zu isolieren, wurde er Anfang 1926 als Mitarbeiter des ZK nach Berlin versetzt, doch hier bald einer der Führer der Weddinger Opposition. Auf dem XI. Essener Parteitag 1927 sprach er für diese Oppositionsgruppe. Nach der Spaltung der Weddinger Opposition gehörte er zur gemäßigten Richtung, die nach ihm Kötter-Gruppe genannt wurde. Im August 1927 nach Bielefeld zurückgekehrt und wieder Polleiter des oppositionellen UB. Am 19. Juni 1930 legte er sein Stadtverordnetenmandat nieder, wurde am 24.Juni 1930 wegen »groben Disziplinbruchs und Parteischädigung« mit 24 gegen 22 Stimmen aus der KPD ausgeschlossen. Dazu vermerkte die KPD-Zeitung: »Parteifeind über Bord«. Kötter hatte schon vorher einen Zigarrenladen eröffnet, den er in der Folgezeit in Bielefeld betrieb. Politisch trat er nicht mehr hervor. Trotzdem am 4.März 1933 sofort verhaftet und bis 1934 in »Schutzhaft«, später noch einige Male inhaftiert. Nach 1945 führte Kötter wieder seinen Zigarrenladen in Bielefeld. Politisch war er nicht mehr organisiert, hatte aber seinen kommunistisch-oppositionellen Standpunkt beibehalten. Wilhelm Kötter starb am 3. November 1957 in Bielefeld.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Kowalski (Dobler), Werner

* 28.12.1901 – ✝ 1.7.1943

(* 1901 – † 1943) Geboren am 28. Dezember 1901 in Lüdenscheid; Buchbinderlehre, später auch Metallarbeiter in einem Aluminiumwerk. 1919 gehörte er in Lüdenscheid zu den Mitbegründern der FSJ und trat der USPD bei. Im März 1920 nahm er an den Kämpfen während des Kapp-Putsches teil und wurde Ende 1920 Mitglied der KPD. 1923 UB-Leiter für die Jugendarbeit und für den OD in Lüdenscheid zuständig. Von Oktober 1923 bis April 1924 in Untersuchungshaft, wurde er wegen seiner Mitgliedschaft in der Proletarischen Hundertschaft des »Landfriedensbruchs« angeklagt, aber freigesprochen. Kowalski leitete in Lüdenscheid den Erwerbslosenausschuß, war dort von November 1929 bis Juli 1931 Stadtverordneter. 1930 Orgleiter des UB, absolvierte er von Juni bis Oktober 1931 einen Lehrgang an der M-Schule der Komintern in Moskau. Das ZK setzte ihn 1932 als Instrukteur in Offenbach, Mainz und im UB Friedberg ein. Als UB-Sekretär in Worms tat er sich, wie er selbst später schrieb, im Kampf gegen die KPO hervor. Ende 1932 ging Kowalski nach Südbayern, im Januar 1933 RGO-Instrukteur in Augsburg. Ab Februar 1933 illegaler UB-Leiter im Bezirk Niederrhein, wurde dort am 23. April 1933 verhaftet und in das KZ eingeliefert. Ostern 1934 entlassen, setzte er die illegale Arbeit für die KPD fort, ab Januar 1935 Polleiter des KPD-UB Lüdenscheid. Kowalski mußte aber bereits Anfang Mai 1935 aus Deutschland fliehen. Über die Niederlande, Belgien und die Tschechoslowakei traf er am 22.Juli 1935 in Moskau ein. Dort war er zunächst unter seinem Pseudonym Franz Bromejn, später unter Erich Klose an der Internationalen Leninschule und gehörte zur deutschen Delegation zum VII. Weltkongreß der Komintern. Im Oktober 1935 nahm er unter seinem Pseudonym Erich Dobler an der »Brüsseler Konferenz« teil. Kowalski-Dobler hielt auf der Parteikonferenz eine kritische Rede, in der er die Revision des bisherigen Kurses der KPD forderte und für eine Einheitsfront mit der Sozialdemokratie als Kern einer Volksfront mit allen Nazigegnern eintrat. Am Ende der Konferenz wurde Erich Dobler zum Kandidaten des ZK gewählt, ab 1936 war er bei der KPD-AL West in Amsterdam tätig. Anschließend kam Kowalski als Instrukteur der Roten Hilfe nach Brüssel, wohin auch seine Frau und seine Tochter emigrierten. Er verhandelte mit anderen deutschen Emigranten (Vertreter der bürgerlichen, katholischen und sozialdemokratischen Jugend) und war im Juli 1937 an der Gründungskonferenz der »Deutschen Jugendfront« beteiligt. Den Führungsgremien der Komintern und der KPD in Moskau mißfielen diese Aktivitäten, zumal Kowalski Kritik am Personenkult um Stalin äußerte und Sympathien für den aus der KPD ausgeschlossenen Willi Münzenberg zeigte. Auf der »Berner Konferenz« im Januar 1939 wurde Doblers Parteiausschluß offiziell bekanntgegeben, der aber bereits im Mai 1938 wegen »fraktioneller Treibereien und unkommunistischen Verhaltens« erfolgt war. Am 10. Mai 1940 verhaftete ihn die belgische Polizei und schob ihn nach Frankreich ab, wo er in den Lagern St. Cyprien, Gurs und Annecy interniert wurde. Nachdem deutsche Truppen im Dezember 1942 in den unbesetzten Teil Frankreichs einmarschierten, flüchtete er aus dem Internierungslager Annecy in ein Dorf nahe der Stadt Frangy. Hier wurde er von Bauern mehrere Monate lang versteckt, bis ihn der deutsche NS-Sicherheitsdienst aufspürte. Werner Kowalski (Dobler) wurde am 1. Juli 1943 von einem SD-Offizier erschossen. Dietmar Simon veröffentlichte 2004 eine Biographie über Werner Kowalski.

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Konitzer, Paul

* 1.2.1894 – ✝ 22.4.1947

Geb. in Preußisch-Friedland (Krs. Schlochau, Westpr./Debrzno, Polen); Vater Zimmermann u. selbst. Handwerksmstr.; Gymnasium in Kolm an der Weichsel, 1913 Abitur; 1914 ein Semester Jurastudium; Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, Sanitäter, kommandiert zum Med.-Studium in Berlin u. Greifswald; 17.4.1920 ärztl. Approbation; 1920 Prom. am Greifswalder Hygiene-Inst. bei Ernst Friedberger; bis Ende 1920 dort Assistent; Jan. – Juli 1921 Bez.-Fürsorgearzt in Stollberg (Erzgeb.); Stadtmedizinalrat in…

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Köpke, Karl Friedrich

* 31.1.1927

Geb. in Warin (Krs. Sternberg); Vater Arbeiter; Volksschule; 1941 – 44 Lehre als Elektriker; 1944 RAD; 1944/45 Wehrmacht. 1945 Arbeit als Elektriker; 1946 SED; Ltr. einer FDJ-Laienspielgr.; 1947 – 50 Umschulung u. Arbeit als Rundfunkmechaniker; 1950 Einstellung beim MfS, Abt. VIII (Observation/ Festnahmen) der LV Mecklenb.; 1951 Delegierung zur Ausbildung als Fernsprechtechniker/ Fernschreiber bei der Post; 1952 BV Rostock; 1953 Versetzung zum MfS Berlin, Abt. Nachrichten u. Waffen (NuW); 1954…

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Koppe, Johannes

* 15.7.1932

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Journalist; 1943 – 51 OS in Breslau u. Sonneberg (Thür.), Abitur; 1952/53 Studium der Geogr. an der HU Berlin; 1953 – 89 als IM »Tesser« zunächst für den DDR-Nachrichtendienst »Inst. für Wirtschaftswiss. Forschung«, dann für die HVA erf.; 1953 Übersiedl. in die Bundesrep. Dtl.; 1954 – 59 Studium der Physik an der Univ. Hamburg; 1958 – 79 FDP; 1961 – 79 Referent für Planung Kernenergie bzw. techn. Sicherheitsbeauftragter bei den Hamburger…

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Köppen, Karl

* 9.4.1888 – ✝ 4.2.1936

Geboren am 9. April 1888 als Sohn eines kinderreichen sozialdemokratischen Funktionärs in Hamburg. Bis 1914 Transportarbeiter, dann längere Zeit als Getreidekontrolleur im Hamburger Hafen. 1905 einer der Mitbegründer der Sozialistischen Jugend Hamburgs, 1906 Mitglied der SPD. Von 1914 bis 1918 als Soldat an der Front, mehrmals verwundet. 1918 Vizefeldwebel an der Ostfront, seine Gruppe wurde der Meuterei angeklagt und er bis Kriegsende in Hamburg inhaftiert. Nach der Revolution Mitglied des Hamburger Soldatenrates und des Ausschusses des Arbeiter- und Soldatenrates. 1919 Übertritt zur USPD, 1920 zur KPD, Delegierter des Spaltungsparteitags der USPD und des Vereinigungsparteitages im Dezember 1920. Köppen war in Hamburg ein aktiver Funktionär der KPD und wurde 1921 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Wegen einer Schlägerei mit Polizeispitzeln zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, floh er aus Hamburg, wurde in Suhl gefaßt, aber von 5000 Arbeitern aus dem Gefängnis befreit. Seit 1922 betrieb er in Hamburg eine Gastwirtschaft. Als Spitzelverdacht gegen ihn laut wurde, beantragte er gegen sich selbst ein Parteiverfahren. Inzwischen kam es zum Hamburger Aufstand vom Oktober 1923, bei dem Köppen eine führende Rolle spielte. Er wurde deswegen Ende 1923 verhaftet und im Urbahns-Prozeß 1925 zu fünf Jahren Festung verurteilt (der Staatsanwalt hatte zwölf Jahre beantragt), im Frühjahr 1926 amnestiert. Auf dem I. Weltkongreß der IRH 1926 wurde Köppen noch in die Exekutive gewählt. Wegen seiner ultralinken Haltung bekam er Differenzen mit der KPD. Köppen, ein enger Freund Ernst Thälmanns, wurde auch verdächtigt, damals in einige Hamburger Korruptionsaffären verwickelt zu sein. Er verließ 1926 die KPD und schied aus der Hamburger Bürgerschaft aus. Er pflegte auch nach seinem Austritt weiterhin die Verbindung zur KPD und zur linken Opposition, war aber politisch nicht mehr aktiv. Karl Köppen starb am 4. Februar 1936 in Hamburg.

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Korbmacher, Willy

* 23.11.1897 – ✝ 28.4.1977

Geboren am 23. November 1897 in Krefeld; Arbeiter. Mitglied der SPD, der USPD und 1920 der KPD. Korbmacher war von 1922 bis 1929 Sekretär des Zentralvorstandes der Roten Hilfe. Er gehörte zu den Rechten in der RHD-Führung und wurde aus der KPD ausgeschlossen, trat 1929 der KPO und der IHV bei. Von 1929 bis 1931 studierte er an der Hochschule für Politik in Berlin. Mit der Minderheit der KPO ging er 1931 zur SAP und arbeitete ab 1933 bis Ende 1934 für sie illegal. Anfang 1935 emigrierte er in die Tschechoslowakei, 1938 nach Schweden, dort gehörte Korbmacher der SAP und der Landesgruppe deutscher Gewerkschaften an. Er arbeitete in der Textilindustrie, war dann Archivar und später Fürsorger. Korbmacher kehrte nach 1945 nicht nach Deutschland zurück, lebte in Göteborg und wurde Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens. Willy Korbmacher starb am 28. April 1977 auf einer Urlaubsreise in der marokkanischen Hafenstadt Tanger.

Wer war wer in der DDR

Korn, Roland

* 11.5.1930

Geb. in Saalfeld; Vater Klempner u. Installateur, 1940 – 44 Hauptschule; 1945 HJ; Wehrmacht (Panzerabwehr in Ruhla, Thür.), 1945 fahnenflüchtig, Versteck im Elternhaus. 1945 Lehre als Maurer u. Bauzeichner, Gesellenprüfung; 1946 SED; 1948 – 51 Studium an der FS für Bauwesen in Gotha, Bauing.; 1951 – 54 Studium an der HAB Weimar (gleichz. Abitur nachgeholt), Dipl.-Ing.; 1951 – 55 »Generalprojekt für die erste sozialist. Stadt« Stalinstadt / Eisenhüttenstadt (mit  Hans-Erich Bogatzky, unter der…

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Körner, Olga

* 3.6.1887 – ✝ 22.12.1969

Geboren am 3. Juni 1887 in Rübenau/Krs. Marienberg (Erzgebirge) als Olga Schubert. Die Tochter einer Arbeiterfamilie verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Dienstmädchen, Packerin und Heimarbeiterin, später Ausbildung als Näherin und Köchin, von 1920 bis 1930 Küchenhilfe in der Volksküche Dresden. Sie trat 1911 in die SPD ein, 1917 ging sie zur USPD und Ende 1920 zur KPD. Von 1929 bis 1933 gehörte sie der BL Ostsachsen an und war nach Bildung des einheitlichen Bezirks Sachsen von 1930 bis 1933 Frauensekretärin der BL. Im September 1930 wurde sie im Wahlkreis Dresden-Bautzen in den Reichstag gewählt, dem sie bis März 1933 angehörte. Seit Juni 1930 auch Abgeordnete des Sächsischen Landtages. Olga Körner flüchtete Ende April 1933 in die Tschechoslowakei, kehrte im Juli nach Deutschland zurück und arbeitete illegal in Dresden-Radeberg. Am 23.August 1933 wurde sie in Chemnitz verhaftet und im März 1934 vom OLG Dresden zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie in Waldheim verbüßte. Nach Freilassung im September 1935 Hausfrau, stand bis zu ihrer erneuten Festnahme im November 1939 unter Polizeiaufsicht. Bis zur Befreiung im Mai 1945 im KZ Ravensbrück gefangengehalten, sie kehrte nach Sachsen zurück und wurde Sekretärin der KPD Dresden bzw. der BL Sachsen. Von 1946 bis 1952 Mitglied des Sekretariats, u. a. für Arbeit und Soziales verantwortlich. Olga Körner gehörte von 1946 bis 1950 dem PV der SED an und bis 1952 auch dem Sächsischen Landtag. Sie erhielt 1953 den Karl-Marx-Orden. Olga Körner starb am 22.Dezember 1969.

Wer war wer in der DDR

Körzendörfer, Marinka

* 23.12.1953

Geb. in Berlin; 1973 – 77 Studium der Journalistik an der KMU Leipzig; danach Journalistin u. Dokumentaristin bei versch. Ztgn. u. Verlagen; 1983 lesb. Coming-out, Kontakt zu den Gründerinnen der ersten Lesben-Gruppe in der DDR; 1984 Arbeitskrs. Homosexuelle Selbsthilfe – Lesben in der Kirche (»Gethsemane-Lesben«); seitdem aktiv in der Homosexuellenbew., Beteiligung an DDR-weiten Lesbentreffen; 1989 Mitinitiatorin der Tagung Lesben im Umfeld der Kirche; Mitbegr. des Unabhängigen Frauenverb.…

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Koska, Willi

* 9.1.1902 – ✝ 4.5.1943

Geboren am 9. Januar 1902 in Berlin, Sohn eines Schlossers; lernte Dreher. 1918 Mitglied der Gewerkschaft, 1917 schloß er sich der sozialistischen Jugendbewegung an und stieß 1921 zur KPD. In der Partei übernahm er verschiedene ehrenamtliche Funktionen wie Straßengruppen- und Betriebszellenleiter. 1928 Mitglied der BL Berlin-Brandenburg, auf dem XII. Weddinger Parteitag im Juni 1929 wurde Koska als Betriebsarbeiter zum Kandidaten in das ZK gewählt, er übernahm im August 1929 die politische Leitung der Roten Hilfe im Bezirk Berlin-Brandenburg und wurde hauptamtlicher Sekretär. Ende 1931 Nachfolger Joseph Millers als Polleiter der Reichsorganisation der RHD. 1932 berief der Weltkongreß der IRH Koska in das Exekutivkomitee. Seit 1929 Berliner Bezirksverordneter, wurde er im Juli 1932 im Wahlkreis Westfalen-Süd in den Reichstag gewählt, dem er bis März 1933 angehörte. Er stand bis Mitte 1933 der illegalen Reichsleitung der RHD vor, und koordinierte zeitweise vom Ausland her die Arbeit der Roten Hilfe. Am 20. Juli 1933 in Berlin verhaftet, kam er zunächst in die Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße. Als Koska zu fliehen versuchte, wurde er angeschossen und in das Staatskrankenhaus gebracht. Bei der Überführung zur Gestapo konnte er am 9. August 1933 flüchten, hielt sich zwei Wochen illegal in Berlin auf und emigrierte nach Rücksprache mit Walter Ulbricht zunächst über die Schweiz nach Frankreich. In Paris war er Mitarbeiter im Internationalen Befreiungskomitee für die Angeklagten im Reichstagsbrandprozeß, Anfang 1934 Leiter der Auslandsvertretung der RHD und Mitglied des Europäischen Büros der MOPR. Im Oktober 1934 wurde Koska aus dieser Funktion abberufen, da ihn Hans Kippenberger schwer belastete, die IKK leitete ein Untersuchungsverfahren ein, das aber nach seiner Ankunft im Juni 1935 in Moskau niedergeschlagen wurde. Koska lebte und arbeitete in der Sowjetunion unter dem Parteinamen Rudolf Rischauk. Im März 1937 erhielt er eine schwere Rüge von der IKK wegen »Nachlassens der Parteiwachsamkeit«. Er war nämlich mit Hans Stauer (Konon Berman-Jurin) befreundet, der 1936 im ersten Moskauer Schauprozeß zum Tode verurteilt worden war. Von Februar 1940 bis Juli 1941 Arbeit als Dreher in Moskau. Am 5. Juli 1941 wurde Willi Koska vom NKWD verhaftet. Seine Lebensgefährtin Gertrud Pfister erhielt erst Jahre später lediglich die Mitteilung, daß Willi Koska am 4. Mai 1943 verstorben sei. Gertrud Pfister (* 10. 9. 1908) aus Berlin, Kontoristin, trat 1924 in die KJD, 1927 in die KPD ein. Von 1927 bis 1929 Sekretärin in der Reichsleitung des RFB, ab 1929 Mitarbeiterin im ZK der RHD. Ab August 1935 in Moskau, arbeitete bis Oktober 1936 bei der Komintern. Von Ende 1936 bis Juli 1941 im deutschen Sektor beim Radiokomitee in Moskau Sekretärin. Sie erhielt 1937 eine Rüge durch die IKK wegen »mangelnder Wachsamkeit«. Im August 1941 entlassen, mit ihrem vierjährigen Sohn Willi zunächst nach Swerdlowsk, dann nach Kamischlow evakuiert und von Juli 1947 bis März 1955 in einer Filzstiefelfabrik beschäftigt. Nach der Befreiung 1945 bat die Mutter Willi Koskas, Minna Koska, geborene Görsch (* 3. 4. 1873 – † 21. 2. 1947), sofort um Auskunft über das Schicksal ihres Sohnes. Die KPD-Straßengruppe fünf im Verwaltungsbezirk Berlin-Tiergarten richtete deshalb am 13. September 1945 einen Brief an das ZK, in dem sie um Nachforschungen bat: »Der Gen. Willi Koska geb. am 9.1. 02 in Berlin war MdR und zuletzt Generalsekretär der RHD. Er wurde im Sommer 1933 bei seiner Festnahme durch die Gestapo verwundet. Aus dem Staatskrankenhaus konnte er mit Hilfe einer Genossin fliehen und emigrierte nach Frankreich. Von dort kam er später nach Rußland und hat zum letzten mal am 30. 3. 1937 aus Moskau Nachricht gegeben. Seine Mutter ist 72 Jahre alt und lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen in Bln. NW 87 Siemensstr. 7 Stfl IV. ... Sie sorgt sich sehr um ihren einzigen Sohn und möchte gerne Gewißheit über sein Schicksal haben. Der Vater des Gen. Koska ist im Nov. 1935 gestorben. Um recht baldige Nachricht bitten die Genossen der KPD.« Gertrud Pfister bemühte sich um rasche Rückkehr nach Deutschland, durfte aber erst im April 1955 mit ihrem inzwischen 17jährigen Sohn in die DDR ausreisen. Arbeit als Referentin beim Staatlichen Rundfunkkomitee, 1978 erhielt sie die Ehrenspange zum VVO in Gold. Gertrud Pfister starb am 21. Juni 1979 in Ost-Berlin. Ermutigt durch Glasnost und Perestroika in der Sowjetunion wandte sich der Sohn Koskas, Willi Rischauk, dann im Mai 1988 an Staats- und Parteichef Honecker mit der Bitte um vollständige Rehabilitierung seines Vaters. Zwei Beauftragte der Kaderabteilung des ZK der SED informierten Willi Rischauk, daß seiner Mutter schon 1957 die Wiederherstellung der Parteimitgliedschaft des Vaters mündlich mitgeteilt worden sei. Erst auf Nachfrage erfuhr er, daß sein Vater in der Sowjetunion umgebracht wurde. Die Vertreter der SED-Kaderabteilung verlangten von ihm aber »Verständnis, daß keine schriftliche Mitteilung darüber durch den Genossen E. Honecker erfolgen kann«.

Wer war wer in der DDR

Koszycki, Gerhard

* 29.6.1928

Geb. in Frauensee (Krs. Bad Salzungen); Vater Bergmann; Volksschule; 1944 forstw. Lehre; 1944 / 45 RAD; 1945 amerikan. Kriegsgef. 1945 / 46 Waldarb.; 1946 – 49 Bergmann; 1948 SED; 1949 Praktikant im Bergbau; 1949 / 50 Student an der ABF Freiberg; 1950 – 52 Hauer u. Steiger im Kaliwerk Heiligenroda; 1952 Abschluß der Ausbildung zum Meister der Volkseigenen Industrie; 1953 Lehrgang an der Zentralschule der SED in Ballenstedt; 1954 / 55 Instrukteur der SED-BL Suhl; 1955 – 61 Sekr. der SED-BPO im…

Wer war wer in der DDR

Kouba, Josef

* 5.9.1908 – ✝ 30.4.1983

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volksschule; 1923 – 27 Ausbildung zum Schlosser, anschl. bei zwischenzeitl. Arbeitslosigkeit (1930 – 34) bis 1945 Schlosser in Leipzig; 1927 KPD. 1945 – 48 hauptamtl. Betriebsratsvors., dann bis 1952 Werkltr. der Eisengießerei Becker in Leipzig; 1949/50 Mitgl. der SED-Stadtltg. Leipzig; 1952/53 pol. Mitarb., 1953 – 55 Sektorenltr., 1955 – 58 stellv. Abt.-Ltr. im ZK der SED; 1958 – 74 Ltr. des Sektors NVA der Abt. Sicherheitsfragen des ZK der SED; 1964 Kampforden…

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Kox, Wilhelm

* 8.11.1900 – ✝ 20.3.1940

Geboren am 8. November 1900 in Aachen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Er lernte Metzger bei einem seiner Brüder. Wegen eines Diebstahlversuches kam er für einige Zeit in eine Fürsorgeeinrichtung, noch 1918 zum Kriegsdienst einberufen. Danach Metallarbeiter in Hürth, 1924 Vertrauensmann des DMV, 1920 Mitglied der KPD, lange erwerbslos, dann Metzger in einer Groß-Schlächterei. Ende 1930 wurde Kox besoldeter Sekretär der KPD im UB Koblenz. Von Mai 1931 bis Oktober 1933 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau, nach seiner Rückkehr Zusammenarbeit in Berlin mit Herbert Wehner bei der Auflösung des Sekretariats des ZK der KPD und der Bildung der illegalen Landesleitung, der er selbst von Mitte November 1933 bis Mai 1934 angehörte. Kox war für die Verbindung zu den Oberbezirken Mitte, Südwest und Süd verantwortlich und übertrug diese Aufgaben im Juni 1934 seinem Nachfolger Adolf Rembte. Ab Juli 1934 war er einer der sogenannten Reichstechniker mit Sitz in Saarbrücken. Im März 1935 nach Paris gerufen, wo gegen ihn mehrere Parteiuntersuchungen durch die Internationale Kontrollkommission der Komintern wegen »Sabotage der Parteiarbeit« durchgeführt wurden. Im Januar 1936 in Prag vorübergehend verhaftet, teilte ihm das ZK im Mai 1936 mit, daß er aus der KPD ausgeschlossen sei. Als Grund wurden Meinungsverschiedenheiten mit dem ZK, ungenügende Selbstkritik, fahrlässiges Verhalten bei der Aushebung der illegalen Druckerei in Saarbrücken genannt. Kox lehnte Bewährungsaufträge in Amsterdam bzw. eine Rückkehr nach Moskau oder einen Einsatz in Spanien ab. Er kehrte nach Deutschland zurück, wurde mehrmals verhaftet, zuletzt am 16. September 1939 in Berlin wegen angeblicher Mitarbeit für den Nachrichtendienst der Tschechoslowakei. Wilhelm Kox wurde am 20. März 1940 vom 2. Senat des VGH zum Tode verurteilt und am 10. August 1940 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Wer war wer in der DDR

Konwitschny, Franz

* 14.8.1901 – ✝ 28.7.1962

Geb. in Fulneck (Krs. Neu-Titschein, Nordmähren / Fulnek, Tschechien); Vater Musikdir. u. Chordirigent; 1920 – 23 Studium an der Dt. Musikvereinsschule in Brünn sowie 1923 – 25 am Konservatorium Leipzig; Bratscher u. Geiger im Gewandhausorchester Leipzig unter Wilhelm Furtwängler; 1925 – 27 Bratscher im Wiener Fitzner-Quartett; Lehrer für Musiktheorie u. Violine am Volkskonservatorium Wien; Prof.; 1927 Korrepetitor, 1930 1. Kapellmstr. in Stuttgart; 1933 – 38 Gen.-Musikdir. in Freiburg i. Br.;…

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Koplanski, Michael

* 25.9.1934 – ✝ 24.2.2010

Geb. in Naußlitz (Krs. Kamenz), Vater Bauer; Volksschule; landw. Ausbildung, Landwirt; 1950 FDJ; 1951 DBD; 1951 Mitarb. des Rats des Krs. Kamenz; 1952 – 59 Krs.-Instrukteur der DBD in Kamenz; dann Mitarb. im Bez.-Vorst. Dresden bzw. beim PV der DBD; 1953 FDGB; 1955 – 63 Mitgl. des Büros des ZR der FDJ; 1957/58 Studium am Inst. des ZK der SED zur Ausbildung von Funktionären für die soz. Landw. in Schwerin; 1961 – 64 Fernstudium an der FS für Landw. Cottbus, staatl. geprüfter Landwirt; 1959 – 68…

Wer war wer in der DDR

Köppe, Ingrid

* 6.3.1958

Geb. in Berlin; Mutter Übersetzerin; 1976 Abitur; Studienbeginn an der PH Güstrow, 1977 nach Weigerung, eine Resolution gegen  Wolf Biermann zu unterschreiben, Abbruch des Studiums; anschl. kurzz. arbeitslos, dann Bibliothekar-Helferin; 1978 – 81 Studium an der FS für Bibliothekare in Leipzig; anschl. Bibliothekarin in Berlin; 1983/84 Flugblattaktion gegen die nukleare Nachrüstung des Warschauer Pakts; 1985 Postzustellerin; 1986 – 88 Mitarb. am ZI für Bibliothekswesen; 1988 – 90 Fleurop-Botin;…

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Kopprasch, Eberhard

* 6.8.1935

Geb. in Struppen (Krs. Pirna); Vater Kesselschmied; Volksschule; 1949 – 52 Lehre u. Arbeit als Elektriker in Pirna; 1952 FDJ-Sekr. im Betrieb; SED; März 1953 1. Sekr. der FDJ-Stadtltg. Pirna; Aug. 1953 Einstellung beim MfS, Abt. KuSch der BV Dresden; 1954 Versetzung zur Abt. KuSch der BV Neubrandenb.; 1956 Abt. XV (Auslandsspionage); 1961 HVA-Abt. III (legal abgedeckte Residenturen), MfS Berlin; 1966 – 69 Studium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.; 1971 HVA-Abt. XI (Nordamerika); 1978 HVA-Abt.…

Wer war wer in der DDR

Korfes, Otto

* 23.11.1889 – ✝ 24.8.1964

Geb. in Wenzen (Weserbergl.); Vater Pfarrer; 1901 – 09 Gymnasium in Blankenburg, Abitur; anschl. Offizierslaufbahn, 1910 Ltn.; Teiln. am 1. Weltkrieg, 1918 Hptm. u. Bat.-Kdr., verwundet; 1919 Kriegsgeschichtl. Abt. des Grossen Gen.-Stabs (aus dem das Reichsarchiv in Potsdam entstand); 1919 – 22 Studium der Volkswirtsch., Staatswiss. u. Geschichte an der Univ. Berlin; 1923 Prom. über »Die Anwendbarkeit der Lehren der Bodenreform auf die Landw.«; 1923 Mitarb. in der Kriegsgeschichtl. Abt. des…

Wer war wer in der DDR

Korn, Vilmos

* 3.4.1899 – ✝ 6.11.1970

Geb. in Groß-Kikinda (nördl. Banat, Österreich-Ungarn, heute: Kikinda, Serbien); Vater kaisertreuer dt. Beamter, Publizist, Mutter Köchin; Volksschule; 1914 Kriegsfreiwilliger (vom Vater gezwungen), 1916/17 Leutnant/ Reserve-Offizier; 1918 Mitgl. des Arbeiter- u. Soldatenrates; 1919 – 24 kfm. Angestellter einer Angestelltengewerkschaft in Görlitz, Osnabrück u. Duisburg; Artikel für Betriebs- u. Gewerkschaftsztg.; arbeitslos; nannte sich ab 1920 Vilmos Korn; 1928 – 30 NSDAP, verließ die Partei…

Wer war wer in der DDR

Korotkow, Alexander Michailowitsch

* 22.11.1909 – ✝ 27.6.1961

Geb. in Moskau; Chef der Auslandsaufklärung in der SBZ, Chef der KGB-Vertretung in der DDR 1941 stellv. Resident des NKWD in Berlin, Oberst; 1945/46 Chef der sowj. Auslandsaufklärung in der SBZ; stellv. Pol. Berater des Obersten Chefs der SMAD; Ltr. der Abt. Agenten beim Auslandsnachrichtendienst Komitee für Information beim Min.-Rat der UdSSR bzw. des MGB; 1957 – 61 Chef der KGB-Vertr. in der DDR, Gen.-Major; gest. in Moskau.Bailey, G.; Kondraschow; S. A., Murphy, D. E.: Die unsichtbare Front.…

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Koschnick, Johannes

* 19.9.1902 – ✝ 21.9.1944

Geboren am 19. September 1902 in Kiel, Sohn einer Arbeiterfamilie; Lehre und Arbeit als Dreher auf der Germania-Werft in Kiel. 1919 Mitglied des Jungspartakusbundes, 1920 der KPD. Koschnick war von 1923 bis 1925 Sekretär des KJVD für Nordwestdeutschland. Von 1925 bis Anfang 1931 wirkte er zunächst als Gewerkschaftsredakteur der Bremer »Arbeiterzeitung« und als Sekretär für Gewerkschaften der KPD-BL Nordwest, später RGO-Leiter von Bremen. Da er nach Ansicht der Zentrale auf versöhnlerischen Positionen verharrte und zum Kreis der engen Mitstreiter um Polleiter Paul Taube gehörte, wurde er im März 1931 aus Bremen abgezogen und nach Hamburg versetzt. Als Sekretär der Reichsleitung des Einheitsverbandes der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer der RGO wirkte er bis 1933 in Hamburg. Koschnick bat das ZK im März 1932, die BL Nordwest zu veranlassen, die Bezahlung seiner Gerichtskosten zu übernehmen. Er war 1930 nämlich für ein Flugblatt der KPD-Betriebszelle der Bremer Jutespinnerei verantwortlich gemacht worden, aber die neue BL unter Robert Stamm weigerte sich zunächst, für die Gerichtskosten aufzukommen. Im Februar 1933 ging Koschnick in die Illegalität und organisierte noch am 1. Mai 1933 eine Kundgebung an der Bezirksgrenze zwischen Hamburg und Altona. Er wurde verhaftet und wegen »Landfriedensbruchs« zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, anschließend für die gleiche Aktion durch das Hanseatische OLG zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im KZ Fuhlsbüttel verbüßte. Nach der Entlassung kam er bis Januar 1939 in »Schutzhaft« in das KZ Sachsenhausen. Von 1939 bis 1943 arbeitete er als Dreher in Bremen-Kattenturm. Obwohl nur »bedingt wehrwürdig«, wurde Johannes Koschnick 1943 zur Wehrmacht eingezogen und ist am 21.September 1944 in Finnland gefallen. Sein Sohn Hans (* 2. 4. 1929) wurde später als Bremer Bürgermeister und führender SPD-Politiker sehr bekannt. David Frechenhäuser veröffentlichte 2005 eine biographische Skizze über Johannes Koschnick.

Wer war wer in der DDR

Kossakowski, Adolf

* 11.5.1928

Geb. in Lindenau (Krs. Osterode, Ostpr. / Lipówka, Polen), Vater Bauer; Grundschule in Lindenau; 1942 – 44 Schüler an der Lehrerbildungsanstalt Patschkau; 1944 / 45 Arbeitsdienst. 1945 / 46 Landarbeiter in Heiligenhagen (b. Rostock), 1946 / 47 Neulehrer in Warnow (Krs. Güstrow); 1947 – 49 Pädagogikstudium an der Univ. Rostock; 1949 – 51 Lehrer an der OS Bad Doberan; 1950 SED; 1951 / 52 Oberreferent im Min. für Volksbildung des Landes Mecklenb.; 1952 / 53 Studium an der DASR Potsdam-Babelsberg;…

Wer war wer in der DDR

Kotikow, Alexander Georgewitsch

* 27.8.1902 – ✝ 19.7.1981

Geb. in Bakino (Tulaer Gebiet); Kupferschmied; 1920 KPdSU; Berufsoffz. u. pol. Instrukteur in der Armee; 1930 Absolvent der Militärakad.; ab 1941 Stabsoffz.; Chef der Pol. Abt. der 61. Armee. 1945/46 stellv. Chef der SMA Sachsen-Anh. für Zivilangelegenh.; April 1946 – Juni 1950 Chef der Garnison u. Kommandant des sowj. Sektors in Berlin; 1949/50 Vertreter der SKK in Berlin; Gen.-Major; 1950 – 55 bei der Luftwaffe; zul. Gen.-Ltn.; Ehrenbürgerschaft von Berlin, 1992 aberkannt; gest. in Moskau.Jan…

Wer war wer in der DDR

Koven, Ludolf

* 28.4.1900 – ✝ 20.6.1984

Geb. in Steimke (Altmark); Vater Pastor; Gymnasium; vaterländ. Hilfsdienst, 1918 Kriegsdienst als Kanonier; 1918 – 21 Buchhändlerlehre; 1921 – 41 Buchhändler u. 1. Sortimenter in führenden Buchhandlungen in Koblenz, Marburg, Frankfurt (Main) u. Berlin; 1923/24 in Marburg enge Verbindung zu freien student. Gruppen u. zur Wandervogelbew.; 1931 KPD; 1941 Wehrmacht, Verw.-Dienst; 1945 sowj. Gefangenschaft. 1945/46 Mitarb. der VHS im Krs. Flöha bei der Entnazifizierung der Buchhandlungen u.…

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Koziolek, Helmut

* 5.7.1927 – ✝ 19.5.1997

Geb. in Beuthen (Oberschles. / Bytom, Polen); Vater Lokführer, Stiefvater Tischler, Mutter Schneiderin; 1933 – 44 Volks- u. Oberschule in Zwickau, Gersdorf u. Kattowitz; 1937 – 45 Dt. Jungvolk, HJ, Fähnleinführer; 1944/45 RAD, Untertruppführer; Mai 1945 amerik. Gefangenschaft in Mölln (Neuengamme). 1945 Studium an der Textil-Ing.-Schule in Chemnitz; 1945 – 48 Studium der Rechts- u. Staatswiss. an der MLU Halle; dort 1948 Ref. im Kuratorium; Dipl.-Volkswirt; 1946 SED; 1948/49 Assistent; 1949 – 53…