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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Michaelis, Paul

* 13.12.1914 – ✝ 1.1.2005

Geb. in Weimar; mittl. Reife; 1931 – 34 Gebrauchswerberlehre; 1934 – 40 Studium an der HS für bildende Kunst Weimar, seit 1938 Meisterschüler von Alfred Hierl u. Walter Klemm; 1940 – 45 Soldat. 1946 – 48 freischaffend in Weimar; 1949 KB; 1948 – 50 Fachlehrer an der Meisterschule für Handwerk u. angew. Kunst in Weimar; 1950 – 52 Künstlervertrag mit dem Kunstfaserwerk in Schwarza; 1952 VBKD; 1952 Oberassistent u. Doz. für Malerei an der HS für Bildende Künste (HfBK) Dresden, 1953 – 59 dort…

Wer war wer in der DDR

Michel, Peter

* 14.10.1938

Geb. in Freyburg (Unstrut); Vater Schuhmacher (1942 bei Kursk gefallen), Mutter Lehrerin; Volksschule in Freyburg u. Berlin, 1956 Abitur an der Kant-OS Berlin-Lichtenberg; 1956 – 59 Studium am Pädagog. Inst. Erfurt, 1959 St.-Ex. als Oberstufenlehrer für Dt. u. Kunsterziehung; 1959 – 64 Lehrer an der OS Neudorf (Erzgeb.); Mitgl. der Krs.-Fachkommission Kunsterziehung in Annaberg; 1963 SED; 1964 – 70 Vors. der Krs.-Pionierorg.; 1. Sekr. der FDJ-KL Annaberg; Abt.-Ltr. der FDJ-BL Karl-Marx-Stadt;…

Wer war wer in der DDR

Mielatz, Arno

* 26.6.1916

Geb. in Berlin; Vater Schmied; Volks- u. Werkschule, Ausbildung zum Werkzeugmacher; Studium an einer Ingenieurschule; 1930 KJVD; 1933 antifasch. Arbeit, u. a. im Kabelwerk der Siemens-Schuckert-Werke in Berlin-Spandau; Nov. 1934 Festnahme, drei Wochen U-Haft, vom Jugendrichter »aus Mangel an Beweisen« freigesprochen; später Wehrmacht. 1945 Werkzeugmacher; 1946 SED; 1946 – 48 Lehrer an der SED-LPS Brandenburg in Schmerwitz; 1949 – 54 Chefred. der »Märkischen Volksstimme« (ab 1952 Organ der…

Wer war wer in der DDR

Mierdel, Georg

* 5.3.1899 – ✝ 29.6.1987

Geb. in Rathenow; dort 1917 Abitur am Realgymnasium; danach Studium der Math., Physik u. Biologie in Marburg u. Greifswald; 1920 Prom. bei  Rudolf Seeliger an der EMAU Greifswald mit einer Arbeit zur Gasentladungsphysik; 1920 – 30 dort Ass. am Physikal. Inst., 1928 Habil.; 1930 zunächst wiss. Mitarb. der Siemens-Schuckert-Werke, später Ltr. des Laboratoriums des Stromrichterwerks; 1944 kriegsbedingte Verlagerung des Laboratoriums nach Rokytnice (ČSR), anschl. mehrjähriger Arbeitsaufenthalt als…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mieves, Peter

* 11.1.1897 – ✝ 16.7.1939

Geboren am 11. Januar 1897 in Köln, Sohn eines Tagelöhners; Maschinenarbeiter bei der Reichsbahn. Seit 1919 Mitglied der KPD, 1921/22 leitete Mieves den Bezirk Mittelrhein. Anfang 1921 war er auch Vorsitzender der Kölner Ortsleitung des Deutschen Eisenbahnerverbandes, wurde aber wegen Agitation für die VKPD aus dem Verband ausgeschlossen. Als Delegierter des Bezirks Mittelrhein nahm er am VII. Parteitag in Jena teil und wurde zum Mitglied des ZA gewählt. Der VIII. Leipziger Parteitag 1923 bestätigte diese Wahl. Mieves, der auf dem linken Flügel stand, nahm im Sommer 1921 als Delegierter am III. Weltkongreß der Komintern teil. Später Mitarbeiter der Roten Hilfe. Im Oktober 1926 wurde er aller seiner Funktionen enthoben und aus der KPD ausgeschlossen. Ihm wurde vorgeworfen, ein Polizeispitzel zu sein. Ob dies zutrifft oder ob persönliche Differenzen in der BL dadurch verdeckt werden sollten, ließ sich nicht ermitteln. 1932 stellte er einen Wiederaufnahmeantrag. Die Bezirksleitung entschied, daß sich Mieves in der Unterorganisation »bewähren« solle. Tatsächlich wurde er im Kampfbund gegen den Faschismus in Köln-Nippes aktiv und befand sich von Mai 1933 bis Januar 1934 in Köln in »Schutzhaft«. Peter Mieves starb am 16. Juli 1939 an Magenkrebs.

Wer war wer in der DDR

Miller, Josef (Sepp)

* 27.8.1883 – ✝ 23.3.1964

Geb. in Scheppach (Bayern); Vater Mittelbauer; Volksschule; Ausbildung zum Schlosser; 1901 DMV; Wanderschaft; 1903 – 05 Militärdienst; 1907 Werftarb. in Bremen; Fortbildungsschule, 1912 Mstr.; Mitgl. der Bremer Linksradikalen; während der Novemberrev. Mitgl. eines Arbeiterrats; Teiln. an der Errichtung der Bremer Räterep.; 1919 Gründungsmitgl. der KPD; Mitgl. der Bremer Nat.-Vers.; hauptamtl. DMV-Sekr.; 1920/21 KPD-Sekr. in Bremen; 1920 – 23 Mitgl. der Brem. Bürgerschaft; Mitgl. der KPD-BL…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Minster, Karl

* 25.12.1873 – ✝ 10.2.1943

Geboren am 25. Dezember 1873 in Edenkoben/Pfalz; Kaufmann und Reisevertreter, lernte und arbeitete im Geschäft seines Vaters. 1896 wanderte er in die USA aus und war von 1899 bis 1901 Sekretär der deutschen Gewerkschaften in Philadelphia, von 1901 bis 1906 Redakteur der New Yorker »Volkszeitung«. Während eines vorübergehenden Aufenthaltes in Deutschland – er war 1904 als Korrespondent beim SPD-Parteitag in Bremen – wurde er Nachfolger des bisherigen Berichterstatters des »Vorwärts« in den Vereinigten Staaten von Amerika und zugleich Korrespondent der »Wiener Arbeiterzeitung«, des »Hamburger Echos«, der Leipziger und Dresdener Volkszeitung. 1905 erwarb Minster die amerikanische Staatsbürgerschaft, kehrte aber 1912 nach Deutschland zurück, wurde Mitglied der SPD und Redakteur der »Bergischen Arbeiterstimme« in Solingen, ab Januar 1914 des Duisburger SPD-Organs »Niederrheinische Arbeiterzeitung«. Nach Ausbruch des Krieges organisierte er dort die Opposition gegen die Politik des PV und der Reichstagsfraktions-Mehrheit. Deshalb aus der Redaktion entlassen, er gab das Mitteilungsblatt des sozialdemokratischen Vereins Duisburg und das radikale Blatt »Der Kampf«, Propagandablatt für Rheinland und Westfalen, heraus. Minster schloß sich der Spartakusgruppe an und war Teilnehmer der Reichskonferenz am 1. Januar 1916, wirkte auch in der Gruppe Internationale Sozialisten Deutschlands ( Julian Borchardt). Ab Oktober 1916 Redakteur des braunschweigischen SPD-Organs »Volksfreund«, aber auch hier wegen der Ablehnung der Burgfriedenspolitik entlassen. Im Mai 1917 flüchtete er in die Niederlande, war in Amsterdam Herausgeber der revolutionären Wochenzeitung »Kampf«. Minster wurde im Dezember 1917 von deutschen Agenten entführt, bereits an der Grenze festgenommen und inhaftiert. Durch die Novemberrevolution 1918 aus der Haftanstalt Berlin-Moabit befreit, war er in der Spartakusgruppe Mülheim/Ruhr aktiv, für die er am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teilnahm. Minster war (mit Leo Jogiches) gegen die Gründung der Partei, er plädierte dann in der Diskussion für die Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung. 1919 übersiedelte er nach Frankfurt/M., wo er sich unter den Decknamen Otto Degner, Peter, Schädke und Moosmann politisch betätigte und einige Zeit Orgleiter der KPD war. Auf dem II. Parteitag der KPD im Oktober 1919 trennte er sich von der KPD und ging 1920 zur KAPD. In der Folgezeit von einer politischen Strömung zur anderen schwankend, löste er sich 1921 von der KAP und wechselte zur USPD. 1922 Redakteur des USPD-Organs »Freiheit«, blieb er auch nach 1922 bei der kleinen Rest-USPD. Ab 1923 war er Redakteur am USPD-Organ »Weckruf« in Essen bzw. der USPD-Tageszeitung »Volksfreund« in Hagen. Gegen Minster wurde wegen »Agententätigkeit« ermittelt, deshalb mehrfach inhaftiert. Schließlich in der separatistischen Bewegung aktiv, wurde er im Januar 1924 Staatssekretär der »Autonomen Regierung« der Pfalz. Nach deren Zusammenbruch war Minster einige Jahre Betriebsleiter einer Firma, lebte von 1928 bis 1933 in Essen als freier Schriftsteller und veröffentlichte Artikel und politische Aufsätze in sozialistischen Zeitungen wie der »Welt am Abend« und der »Rhein-Ruhr-Fackel«. Ab 1929 in der KPO, kam er 1931 zur SAP. Minster emigrierte 1933 ins Saargebiet, wo er sich der frankophilen Saarländischen Wirtschaftsvereinigung SWV anschloß. Er arbeitete am SWV-Organ »Freie Saar« sowie an anderen saarländischen Zeitungen und Zeitschriften für die Status-quo-Bewegung gegen den Anschluß an Deutschland. Nach dem Saar-Referendum emigrierte er in das lothringische Metz, wirkte dort in zahlreichen antifaschistischen Organisationen. Nach Kriegsausbruch flüchtete er nach Paris, sein Versuch, 1941 in die USA zu kommen, mißglückte, da er seine frühere US-Staatsbürgerschaft verloren hatte. Er wurde am 10. Dezember 1941 von der Gestapo verhaftet, am 27. Juli 1942 durch den 2.Senat des VGH zum Tode verurteilt. Karl Minster ist wenige Tage vor dem Vollstrekkungstermin, am 10. Februar 1943, in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee ums Leben gekommen.

Wer war wer in der DDR

Misselwitz, Hans-Jürgen

* 29.3.1950

Geb. in Altenburg; 1969 Abitur, 1970 – 72 Studium der Biol. u. Biophysik an der Universität in Jena u. 1972 – 74 in Berlin; 1974 – 81 wiss. Ass. in der medizin. Grundlagenforschung am ZI für Herz-Kreislauf-Forsch. der AdW in Berlin-Buch u. an der HU Berlin; nach Verweigerung der Einberufung zur NVA im Nov. 1980 Beendigung der Arbeit an der HU; 1981 – 84 Theologiestudium am Sprachenkonvikt Berlin; Nov. 1981 mit  Ruth Misselwitz (Pfarrerin an der ev. Kirchgemeinde Berlin-Pankow), Martin Hoffmann, …

Wer war wer in der DDR

Mitić, Gojko

* 13.6.1940

Geb. in Leskovac (Jugosl.); 1958 – 63 Studium an der HS für Körperkultur u. Sport in Belgrad; nahm Schaupielunterricht u. profilierte sich als Darsteller in Indianerfilmen: Winnetou I – III (1963/64 in der Bundesrep. Dtl.); »Die Söhne der großen Bärin«, 1967 »Chingachgook. Die große Schlange«, 1972 »Tecumseh«, 1984 »Der Scout« (seit 1966 bei der DEFA); weitere Filmrollen bei der DEFA u. a.: 1971 »Osceola« (R: Konrad Petzold), 1972 »Der Mann, der nach der Oma kam« (R: Roland Oehme), 1978 »Ich…

Wer war wer in der DDR

Mittenzwei, Werner

* 7.8.1927 – ✝ 14.2.2014

Geb. in Limbach (Sachsen); Vater Textilarb.; 1944 RAD u. Wehrmacht; 1945 sowj. Gefangenschaft. Ab 1946 Neulehrer; Studium der Pädagogik, Germanistik u. Ges.-Wiss.; SED; 1953 Assistent an der Dt. HS für Musik in Berlin; 1956 Aspirant; 1960 Prom. u. Doz.; 1964 Habil.; 1966 Prof. am IfG; ab 1967 Mitarb. der DAW; 1969 – 73 Dir. des ZI für Lit.-Geschichte; 1969 Korr. u. 1972 Ord. Mitgl. der AdW; 1978 – 94 PEN-Zentrum DDR bzw. Ost; seit 1983 Mitgl. der AdK; Mitarb. in den Ltg.-Gremien des Berliner…

Wer war wer in der DDR

Mitzinger, Wolfgang

* 18.2.1932

Geb. in Lichtenstein (Erzgeb.); Vater Arbeiter; 1946 – 49 Ausbildung zum Elektriker in Espenhain, Betriebselektriker; dreijähriger Besuch der Berging.-Schule Zwickau; Elektroing. in Geiseltal; Hauptenergetiker; SED; 1960 Mitarb. der SPK; 1962 – 64 stellv. Ltr. der Abt. Kohleindustrie im Volkswirtschaftsrat; 1964 – 68 GD der VVB Kraftwerke Cottbus; 1967 Abg. des Bez.-Tags Cottbus; Mitgl. der SED-BL Cottbus; 1968 – 71 Staatssekr. u. 1. stellv. Minister für Grundstoffindustrie; 1971/72 Studium an…

Wer war wer in der DDR

Mode, Heinz

* 15.8.1913 – ✝ 6.6.1992

Geb. in Berlin in einer jüd. Fam.; Vater Apotheker; Volksschule u. Gymnasium in Berlin, 1931 Abitur; 1932 Studium der Archäol. u. Kunstgesch. an der Univ. Berlin; 1933 Emigr. u. Studienreise nach Ceylon u. Indien, dort Hinwendung zur Indologie u. Kontakte zu Rabindranath Tagore; 1935 von den brit. Kolonialbehörden ausgewiesen; Emigr. in die Schweiz; Forts. der Studiums der Archäol. u. Orientalistik an der Univ. Basel, dort 1939 Prom. mit einer Studie zu Skulpturen der Insel Ceylon; 1944 Habil.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Michalski, Wilhelm

* 22.10.1872

Geboren am 22. Oktober 1872 in Berlin. Er war Krankenkassenangestellter, gehörte bereits vor der Jahrhundertwende der SPD an und war seit 1916 Vorstandsmitglied und Kassierer in der sozialdemokratischen Organisation (SPD, später USPD) von Berlin-Charlottenburg. Michalski war Mitbegründer der Spartakusgruppe und Teilnehmer der Konferenz am 1. Januar 1916. Aktiv bei den Berliner Revolutionären Obleuten, war eng mit Leo Jogiches verbunden und wurde mit diesem zusammen im März 1918 verhaftet. Nach der Revolution Führer des Spartakusbundes in Charlottenburg, Delegierter des Gründungsparteitags der KPD im Dezember 1918, übernahm aber keine weiteren Parteiaufgaben. Wilhelm Michalski überlebte die Nazizeit, wurde Mitglied der SED, aber ohne Funktionen. Das Todesdatum von Wilhelm Michalski konnte nicht ermittelt werden.

Wer war wer in der DDR

Michelberger, Julius

* 27.10.1919 – ✝ 24.1.1990

Geb. in Engerau (Krs. Bratislava, ČSR / Bratislava-Petržalka, Slowakei); Vater Stellmacher; Volks- u. Bürgerschule; 1934 – 36 Handelsschule in Preßburg; 1937 – 39 kfm. Angest. in Gablonz; 1939 Militärdienst; 1942 sowj. Gefangenschaft, 1943/44 Antifa-Schule u. Zentralschule Krasnogorsk; 1944/45 Frontbeauftr. des NKFD. 1945 Bürgermstr. in Altentreptow; KPD, 1946 SED; 1949 Einstellung in die Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft, dann MfS, Ltr. der Abt. III (Sicherung der Volkswirtschaft) der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mielenz, Willi

* 14.3.1895 – ✝ 1.8.1942

Geboren am 14. März 1895 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; wurde nach einer abgebrochenen Lehre Metallarbeiter. Die Wanderschaft führte Mielenz durch Norddeutschland, Dänemark und Schweden, wo er 1913/14 für sieben Monate Kurse an einer Volkshochschule belegte. 1914 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde 1915 Soldat. Fronteinsatz, mehrfach verwundet, 1918 Schriftführer und für die SPD Mitglied des Vollzugsausschusses des Arbeiter- und Soldatenrates Liegnitz. Mielenz war im Dezember 1918 Delegierter zum 1. Reichsrätekongreß in Berlin (SPD-Fraktion), er verfaßte 1919 das Buch: »Liegnitz in den Tagen der Revolution«. Im April 1919 flüchtete er vor den Freikorps-Truppen nach Schweden und bekam hier Kontakt zu Linkssozialisten. Im Dezember 1919 wurde er gemeinsam mit anderen aus Schweden ausgewiesen und kehrte unter dem Decknamen Lorenz nach Deutschland zurück. Er trat der KPD bei, arbeitete im Apparat der KJI und war zeitweise stellvertretendes Mitglied im Exekutivkomitee der KJI für Skandinavien. Ab März 1921 in der Zentrale der KPD mitverantwortlich für Kurierdienste, die Paßfälscherwerkstatt und die Beschaffung illegaler Quartiere, ab März 1922 wurde er Referent in der Informationsabteilung der Komintern in Moskau. Von September 1923 bis August 1924 wieder in Deutschland, aktiv an den Aufstandsvorbereitungen für den »deutschen Oktober« beteiligt. Mielenz arbeitete von September 1924 bis Herbst 1929 erneut in der Sowjetunion, im skandinavischen Ländersekretariat der Komintern. Er ging nach Deutschland zurück, wurde Mitarbeiter im ZK der KPD, technischer Sekretär des ZK-Sekretariats, Mitte 1932 auf Veranlassung von Ernst Thälmann wegen seiner Zugehörigkeit zur Neumann-Gruppe abgesetzt. Durch Vermittlung Münzenbergs wechselte Mielenz in die IAH-Zentrale nach Moskau, dort abermals auf persönliche Intervention Thälmanns abgelöst und als IAH-Instrukteur in Skandinavien eingesetzt. 1933 begann er eine umfangreiche Rednertätigkeit gegen das NS-Regime in Norwegen, daraufhin entzogen ihm die Nazi-Behörden im März 1934 die deutsche Staatsbürgerschaft. Mielenz war schwer erkrankt, deshalb längere Krankenhausaufenthalte in Oslo und Moskau. 1935 aus der IAH entlassen, blieb er als Übersetzer bei der Komintern, wurde aber im Juni 1937 auch aus dem Apparat der Komintern entfernt. Eine genehmigte Emigration nach Frankreich war wegen Krankheit nicht möglich. Er geriet in die stalinistischen Säuberungen, wurde am 13. Oktober 1938 wegen »Spionage für einen ausländischen Dienst« in Moskau verhaftet und am 14.Mai 1939 wegen »Rechtstrotzkismus, Verbindungen zu Neumann, Remmele, Pjatnitzki, Kun und Knorin« zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Willi Mielenz ist am 1. August 1942 in einem Gulag im Gebiet Kemerowo in Sibirien umgekommen. Erst am 28. September 1988 wurde er vom Obersten Gericht der UdSSR posthum »rehabilitiert«.

Wer war wer in der DDR

Mießner, Rudolf

* 7.11.1907 – ✝ 16.1.1973

Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Buchbinder, Mutter Hausfrau; 1913 – 23 Volksschule u. Reformgymn. in Berlin; 1924 – 27 kaufm. Lehre; 1924 KJVD, 1926 KPD; 1928 ehrenamtl. Sekr. des KJVD-Bez. Schles., später KJVD-Sekr. für Ostsachsen; Sept. 1929 Mitgl. des ZK des KJVD, hauptamtl. KPD-Funktionär in Dresden; 1930 vom Reichsgericht Leipzig wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu 15 Mon. Festungshaft verurteilt, Haft auf der Festung Gollnow (Pommern); 1931 / 32 Chefred. der KJVD-Ztg. »Die junge Garde« in…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mildenberg, Grete

* 5.1.1902 – ✝ 2.6.1969

Die als Grete Hill am 5. Januar 1902 in Elbing geborene Tochter einer Arbeiterfamilie war später als Arbeiterin in Berlin tätig. Sie heiratete den jüdischen Kaufmann Walter Mildenberg. Grete Mildenberg gehörte 1929/30 für die KPD der Berliner Stadtverordnetenversammlung an und wurde im September 1930 im Wahlkreis Potsdam in den Reichstag gewählt, in dem sie die KPD als Abgeordnete bis 1932 vertrat. 1931 wurde sie vom Schöffengericht Berlin-Mitte wegen schweren Landfriedensbruchs zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nach dem Machtantritt der NSDAP betätigte sich Grete Mildenberg weiterhin illegal für die KPD und wurde im September 1933 verhaftet. Wie lange sie inhaftiert war, ließ sich nicht ermitteln. 1939 emigrierte Grete Mildenberg zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem 1935 in Berlin geborenen Sohn Peter. Am 15. Februar 1939 reiste sie mit dem Schiff "Ile de France" über Le Havre nach New York und beantragte ihre Einbürgerung als Greta Mildenberg. Sie lebte in Chicago, wo sie am 2. Juni 1969 verstarb.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Miller, Josef (Sepp)

* 27.8.1883 – ✝ 23.3.1964

Geboren am 27. August 1883 in Scheppach/Bayern, entstammte einer katholischen Kleinbauernfamilie; lernte in Augsburg Schlosser. Anschließend auf Wanderschaft, danach ließ er sich in Bremen nieder, arbeitete auf verschiedenen Werften und trat 1907 der SPD bei. 1913 nach dem Streik der Werftarbeiter entlassen, während des Krieges aber wieder auf der Weser-Werft. Miller war Mitglied der Linksradikalen unter Führung von Johann Knief, Paul Frölich und Felix Schmidt und gehörte bald zu deren leitendem Kern. Nach der Revolution beteiligte er sich 1919 aktiv an der Bremer Räterepublik. Seit Gründung der KPD Mitglied der Partei, wurde im März 1919 in die Bremer Bürgerschaft gewählt, der er bis 1923 angehörte, ab 1921 Vorsitzender der KPD-Fraktion. Miller war als Leiter des Metallarbeiterverbandes in Bremen hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär, 1920/21 (nach Karl Jannack) Orgsekretär der KPD. Ab 1921 Sekretär im Bezirk Niedersachsen, zugleich Leiter von Verlag und Druckerei der Arbeiterpresse in Hannover. Der VIII. Leipziger Parteitag 1923 wählte ihn zum Mitglied des ZA. Von Herbst 1923 bis März 1924 war er im Munsterlager inhaftiert. Miller zählte zum rechten Parteiflügel. Nachdem die Linken 1924 die Führung übernommen hatten, stand er in Opposition zu ihnen, behielt aber seine hauptamtliche Funktion. Nach dem »Offenen Brief« 1925 und dem Ausschluß der Gruppe um Iwan Katz war Miller in Hannover und Niedersachsen der führende Kopf der KPD, Fraktionsführer in der Stadtverordnetenversammlung von Hannover und Abgeordneter des Provinziallandtages. Er wurde im Mai 1928 im Wahlkreis Südhannover-Braunschweig in den Reichstag gewählt, dem er bis 1930 angehörte. Während der Parteiauseinandersetzung 1928/29 schloß sich Miller den Versöhnlern an und arbeitete aktiv gegen die ZK-Linie. Anfang 1930 kapitulierte er, wurde in Berlin Sekretär im Zentralsekretariat der RHD und Mitglied des Präsidiums der IRH. Ab 1932 Orgleiter der RHD, auch nach dem Machtantritt der Nazis blieb er bis Juli 1933 in dieser Funktion illegal in Berlin. Im Juli 1933 ging er in die Emigration, zunächst vier Monate IRH-Instrukteur in Großbritannien, von Dezember 1933 bis April 1934 in Wien. Anschließend für drei Monate in den Niederlanden, dann übernahm er die Leitung der RHD in Paris bzw. in Prag. Im Juni 1936 wurde Sepp Miller von der Funktion als Leiter der RHD entbunden. Denn ein Gestapospitzel, den Miller trotz aller Warnungen förderte, hatte sich in München in den illegalen RH-Apparat für Süddeutschland eingeschlichen und die gesamte Organisation hochgehen lassen. Bis 1939 arbeitete Miller in der tschechischen Organisation »Solidarität« in Prag. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen flüchtete er über Polen nach Norwegen und wurde Mitglied der Leitung der Emigrationsgruppe. Ende April 1940 nach Schweden, dort bis Ende 1940 in einem Internierungslager, anschließend in einem sogenannten offenen Lager in Süd-Schweden, arbeitete als Schlosser und leitete die dortige KPD-Gruppe. Im Januar 1946 kehrte Miller nach Deutschland zurück, wieder Mitglied der KPD und Mitarbeiter des ZK, dann Hauptreferent in der Personalpolitischen Abteilung des PV der SED. 1949 Leiter des neugeschaffenen Personalbüros, wurde Miller 1952 nach Kritik an der Arbeit dieses Büros pensioniert. Er gehörte von 1946 bis 1954 der ZRK an, erhielt 1957 den Karl-Marx-Orden. Josef (Sepp) Miller starb am 23. März 1964 in Ost-Berlin. Millers Frau Charlotte (* 3. 10. 1910 – † 22. 10. 2005) war Stenotypistin, einige Zeit Sekretärin bei Professor Alfons Goldschmidt. Seit 1932 Mitglied der KPD, leistete sie nach 1933 illegale Arbeit für die RGO. Sie emigrierte zunächst nach Frankreich, dann nach Prag, 1939 folgte sie ihrem Lebensgefährten nach Oslo, 1940 nach Schweden und unterstützte ihn in seiner Tätigkeit als Leiter der KPD-Gruppe. Im Januar 1946 Rückkehr nach Deutschland, sie wurde Sekretärin bzw. Sachbearbeiterin im ZS der SED, zuletzt in der Abteilung Internationale Verbindungen des ZK der SED.Bernd-Rainer Barth / Michael F. Scholz

Wer war wer in der DDR

Misersky, Antje

* 10.5.1967

Geb. in Magdeburg; Vater Trainer, Mutter Ilse Schönemann (1961 DDR-Mstr. über 800 m); begann als Skilangläuferin; KJS Zella-Mehlis, SC Motor Zella-Mehlis (Trainer: Vater Henrich M.); 1979 Spartakiadesiegerin in der Staffel; 1984 DDR-Mstr. 20 km; 1984 Staffel-Bronze bei der Junioren-WM; 1985 DDR-Meisterin 5 km u. Staffel, Staffel-Bronze bei Senioren- u. Junioren-WM; danach zeitw. Abschied v. Leistungssport wegen Entlassung des Vaters als Verbandstrainer; 1987 – 91 Pädagogikstudium an der PH…

Wer war wer in der DDR

Misselwitz, Helke

* 18.7.1947

Geb. in Planitz (b. Zwickau); Vater Ing. für Ökon., Mutter Handelskfm.; Grundschule u. EOS in Zwickau, 1965 Abitur mit Berufsausbildung als Möbeltischlerin; anschl. Ausbildung zur Physiotherapeutin; im Fernsehen der DDR als Regieassistentin u. Regisseurin im Bereich Jugendpublizistik von 1969 – 78; SED; Regiestudium an der HFF »Konrad Wolf«, Diplom 1982 mit dem Kurzspielfilm »Die fidele Bäckerin«; verweigerte die Rückkehr zum Fernsehen der DDR, wie es das Delegationsprinzip vorschrieb; Arbeit…

Wer war wer in der DDR

Mitscherlich, Eilhard Alfred

* 29.8.1874 – ✝ 3.2.1956

Geb. in Berlin; Vater Univ.-Prof.; 1895 – 98 Studium der Mathematik, der Naturwiss. u. der Physik an der Univ. Kiel u. der Landw. HS Berlin; 1898 Prom. mit einer Diss. zur Benetzungswärme versch. Bodenarten; 1901 Habil.; 1900 – 06 Assistent bzw. Privatdoz. an der Univ. Kiel; 1906 – 41 Prof. (1920 Ordinarius) u. Dir. des Inst. für Pflanzenbau an der Univ. Königsberg; mehrmals Rektor; nach Em. 1941 – 45 Forschungen auf dem Familiengut Kutschlau bei Schwiebus (Ostbrandenb.); Jan. 1945 Flucht in das…

Wer war wer in der DDR

Mitter, Armin

* 1.5.1953

Geb. in Schönbach (Sachsen), Vater Dipl.-Agrarökon., Mutter Handelskauffrau u. selbständige Unternehmerin; 1971 Abitur, 1971 – 73 Grundwehrdienst, 1973 – 78 Studium der Geschichte an der HU Berlin; 1988 Diss. über die poln. Frage in der dt. Pol. gegenüber Rußland u. Österreich-Ungarn 1904 – 14; 1979 – 90 wiss. Mitarb. am ZI für Geschichte bzw. am Inst. für Allg. Geschichte der AdW; Jan. 1990 Initiator (gem. mit  Stefan Wolle) der Gründung des Unabh. Hist.-Verb. (Konstituierung im April 1990);…

Wer war wer in der DDR

Mitzner, Rolf

* 23.1.1931

Geb. in Riga (Lettland); 1937 – 39 Volksschule in Tartu (Estland); 1939 Übersiedl. nach Dtl., Volks- u. Oberschule in Birnbaum bei Posen, 1945 Umsiedl. nach Hennigsdorf bei Berlin. 1945 – 49 Oberschule Hennigsdorf, Abitur; 1949 / 50 Laborant im Stahlwerk Hennigsdorf; 1950 – 56 Studium der Chemie, Physik u. Math. an der Brandenb. Landeshochschule / PH Potsdam, Dipl.-Chemiker; ab 1955 Ass. an der PH Potsdam, Prom. zum Dr. rer. nat.; 1962 mit der Wahrnehmung einer Dozentur für Physikal. Chemie…

Wer war wer in der DDR

Modes, Lutz

* 19.12.1944

Geb. in Dresden; Mutter Betriebswirtschaftl.; Grund- u. Oberschule; Ausbildung zum Maschinenbauzeichner; 1959 FDJ; 1964 – 70 Stud. an der Bergakad. Freiberg, Dipl.-Ing. für Metallurgie, Werkstofftechnik u. Metallformung; 1970 – 75 Metallurge bzw. Mitarb. des Betriebsdir. des VEB Preß- u. Schmiedewerke »Einheit« in Brand-Erbisdorf; 1972 SED; 1976 / 77 wiss. Mitarb. des Betriebsdir., 1977 / 78 Dir. für Technik; 1980 – 84 Dir. für Prod. bzw. 1. Stellv. des Betriebsdir. des VEB Preß- u.…

Wer war wer in der DDR

Micheel, Hans-Jürgen

* 23.11.1936

Geb. in Stargard; Vater Autoschlosser, Mutter Schneiderin; Grund- u. OS, Abitur; 1952 FDJ; 1956 – 60 Studium an der DASR Potsdam bzw. am Moskauer Inst. für Internat. Beziehungen (MIMO), Dipl.-Staatswiss., 1968 Prom. zum Dr. rer. pol.; ab 1960 Mitarb. des MfAA, Referent, Attaché, Oberreferent, Kulturattaché, 2. u. 1. Sekr. an der Botschaft der DDR in Guinea; ab 1972 Mitarb. im Bereich Internat. Organisationen des MfAA; 1975 – 1978 stellv. Ltr. der DDR-Deleg. im Genfer Abrüstungsaussch.; 1976 – 78…

Wer war wer in der DDR

Michelfeit, Josef

* 3.1.1937

Geb. in Simmersdorf (Krs. Deutschbrodt, ČSR/ Smrena, Tschechien); 1945 Vertreibung nach Mecklenb.; Schule in Rostock, Gymnasium u. Abitur in Berlin (West); 1957 – 62 Studium der Theol. in Erfurt u. auf der Huysburg bei Halberstadt, 1962 Priesterweihe; 1963 – 67 Vikar in Tessin (b. Rostock), Neukloster u. Schwerin; 1967 – 73 Jugendseelsorger im Bischöfl. Kommissariat Schwerin; 1973 – 83 Pastor in Crivitz (b. Schwerin); 1973 – 77 Assessor u. Ordinariatsrat im Bischöfl. Amt Schwerin; 1978 – 87…

Wer war wer in der DDR

Mielke, Erich

* 28.12.1907 – ✝ 21.5.2000

Geb. in Berlin; Vater Holzarb., Stiefmutter Näherin; Besuch der 43. Gemeindeschule, anschl. bis 1924 Kölln. Gymnasium in Berlin; 1921 KJV, später RFB; 1924 – 27 Ausbildung u. Tätigkeit als Speditionskfm. bei der Fa. Koch in Berlin; 1927 KPD; 1927 im Beruf tätig bei den Berliner Gütersammelstellen, 1927 – 31 bei der Fa. Autofabag, Entlassung; 1928 – 31 Lokalreporter der »Roten Fahne« u. Mitgl. des Parteiselbstschutzes; 1930 vier Tage U-Haft wegen Teiln. an einer verbotenen Demonstration; 1931…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mießner, Rudolf

* 7.11.1907 – ✝ 16.1.1973

Geboren am 7. November 1907 in Berlin-Neukölln, Sohn eines Buchbinders; besuchte das Gymnasium, kaufmännische Lehre. 1924 Eintritt in die KJD, 1926 in die KPD, 1928 ehrenamtlicher Sekretär des KJVD-Bezirks Schlesien, ein Jahr später übernahm er diese Funktion in Ostsachsen. Auf dem 11. KJVD-Kongreß im September 1929 kam er in das ZK des KJVD, dort von 1929 bis 1931 unter Kurt Müller für Agitation und Propaganda verantwortlich. 1930 verurteilte ihn das Reichsgericht in Leipzig wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu 15 Monaten Haft, die er auf der Festung Gollnow in Pommern absaß. Nach der Entlassung zunächst Redakteur des KJVD-Organs »Die junge Garde« bzw. Instrukteur im Verlag der Jugendinternationale, ab Mitte 1932 Instrukteur der Orgabteilung des ZK in Berlin und Oberschlesien. Unter dem Decknamen Flodur arbeitete Mießner 1933/34 als Orginstrukteur des ZK des illegalen KJVD in Berlin, Mannheim und Hamburg. Im Februar 1934 in Hamburg verhaftet, vom Hanseatischen OLG zu zwei Jahren und neun Monaten Zuchthaus verurteilt, kam er anschließend bis 1939 in das KZ Sachsenhausen, war dann bis 1945 Expedient in Berlin. Nach der Befreiung bis 1947 Chefredakteur beim Berliner Rundfunk. Mießner war Mitglied des Zentralen Jugendausschusses der SBZ und Mitbegründer der FDJ. 1947/48 Mitglied des Sekretariats (für Kultur und Erziehung) des FDJ-Zentralrates, 1948/49 Chefredakteur der FDJ-Zeitung »Junge Welt«. 1949 Wechsel in den Parteiapparat, Chefredakteur der Zeitschrift »Neuer Weg«, von 1958 bis 1966 Redaktionsleiter beim DDR-Fernsehen. Er erhielt 1955 den VVO in Silber. Rudolf Mießner starb am 16.Januar 1973 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mildenstrey, Richard

* 7.7.1884 – ✝ 25.4.1956

Geboren als Sohn eines Landwirts am 7. Juli 1884 im Buckow/Prignitz; lernte Schlosser. Von 1904 bis 1906 leistete er seinen Militärdienst und trat 1907 in die SPD ein. Mildenstrey war während des Krieges Schlosser in einem Rüstungsbetrieb in Berlin-Spandau. 1917 wechselte er zur USPD, schloß sich der Spartakusgruppe an und wurde 1919 Mitglied der KPD. Er arbeitete bis 1927 bei einer Plauener Firma als Schlosser und war dort seit 1922 Betriebsrat. 1927 hauptamtlicher Leiter des UB Plauen, von 1923 bis 1933 Stadtverordneter in Plauen. Er wurde von 1928 bis 1930 Abgeordneter im Sächsischen Landtag, bis 1933 gehörte er auch der Sächsischen Gemeindekammer an. Anfang März 1933 verhaftet und zunächst in das KZ Zwickau gebracht, blieb er bis Mitte September 1934 in »Schutzhaft« im KZ Sachsenburg und dem KZ Hohnstein. Im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« wurde Mildenstrey am 8. August 1944 abermals verhaftet und bis Anfang Dezember im KZ Sachsenhausen festgehalten. Im April 1945 baute er in Plauen die Stadtverwaltung mit auf und wurde am 15. Juli 1945 Landrat des Kreises Plauen. 1947 Betriebsleiter bei der Trümmerbeseitigung Plauen, ab 1949 Rentner. Richard Mildenstrey starb am 25. April 1956 in Plauen.

Wer war wer in der DDR

Miltenberger, Emil

* 4.8.1900 – ✝ 9.4.1981

Geb. in Mainz; Vater Tapezierer; 1906 – 14 Volksschule in Frankfurt (Main); 1914 – 17 Ausbildung zum Kfm., dann im Beruf tätig; 1918 Militärdienst; 1919 Freikorps »Landes-Jäger-Korps« in Gotha; 1919 – 23 kfm. Angest. in Hanau; 1923 – 32 Bühnenmstr., ab 1925 Masseur u. ab 1927 Arbeiter in Frankfurt (Main); 1929 RGO, ab 1930 KPD, ab 1931 RH, IAH, RFB; 1932/33 Org.-Ltr. der RFB-Gaultg. Hessen-Frankfurt; 1933 Mitgl. der illeg. KPD-Ltg. Frankfurt (Main); 1933 verhaftet, Apr. 1934 vom Sondergericht…

Wer war wer in der DDR

Misgeld, Gerhard

* 25.12.1913 – ✝ 13.4.1991

Geb. in Recklinghausen; Vater Arzt; 1934 – 39 Med.-Studium in Berlin; 1939 – 43 zunächst als Assistenzarzt, später als Oberarzt der Patholog.-anatom. Abt. des Berliner Stadtkrankenhauses Moabit tätig; 1941 Prom. in Berlin; 1943 – 45 als Militärarzt Wehrmachtskriegsdienst; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft. Rückkehr nach Berlin; 1950 Anerkennung als Facharzt für Pathologie, Ltr. der Patholog.-anatom. Abt. des Krankenhauses der Dt. VP in Berlin; 1952 SED; 1959 Abschl. einer außerplanm.…

Wer war wer in der DDR

Misselwitz, Ruth

* 4.2.1952

Geb. in Zützen (Krs. Luckau), Tochter eines Pfarrerehepaars; 1970 Abitur; bis 1971 Schwesternschülerin im kath. Krankenhaus St. Hedwig in Berlin; anschl. Studium der Theol. an der HU Berlin u. am Predigerseminar in Gnadau; seit 1981 Pfarrerin in der Ev. Kirchgemeinde Alt-Pankow in Berlin; 1981 Gründung des Friedenskrs. Pankow mit  Hans-Jürgen M. u. a.; seither Teiln. an den Nachtgebeten der »Frauen für den Frieden«, den Friedensseminaren in Mecklenb. u. jährl. Delegiertentreffen des DDR-weiten…

Wer war wer in der DDR

Mittag, Günter

* 8.10.1926 – ✝ 18.3.1994

Geb. in Scheune (b. Stettin / Szczecin Gumience, Polen); Vater Reichsbahnsekr., Mutter Arbeiterin; Volks- u. Mittelschule; 1943 Luftwaffenhelfer im Flak.-Regt. 44; 1943 – 45 Ausbildung als Eisenbahner bei der Reichsbahn. Aug./Sept. 1945 Landarb.; 1945/46 KPD/SED; 1946/47 Mitgl. des SED-Ortsvorst. in Pasewalk u. Greifswald; Amts- u. Bez.-Betriebsrat Bahnhof Pasewalk u. Mitgl. des Ortsvorst. der IG Eisenbahn in Pasewalk; 1947/48 Amts- u. Bez.-Jugendltr. im Bahnhof Pasewalk; Personalsachbearb. u.…

Wer war wer in der DDR

Mittig, Rudi

* 26.1.1925 – ✝ 28.8.1994

Geb. in Reichenberg (ČSR / Liberec, Tschechien); Vater Fabrikbesitzer; mittlere Reife; 1939 – 42 Ing.-Schule; 1943 RAD, dann Kriegsdienst; 1945 – 49 sowj. Gefangenschaft, 1948 Antifa-Schule. 1950 Ing.-Schule, Ing. für Hochbau; 1950 SED; 1950 – 52 Statiker; 1952 Einstellung beim MfS, Abt. III (Sicherung der Volkswirtschaft) der BV Potsdam; 1953 Ltr. der Abt. III; 1954 stellv. Operativ des Ltr. der BV Potsdam, 1955 Ltr. der BV Potsdam (Nachf. von  Emil Wagner); 1956 – 63 Mitgl. der SED-BL Potsdam;…

Wer war wer in der DDR

Möbis, Harry

* 16.5.1930

Geb. in Hackpüffel (Kyffhäuser); Grundschule; Ausbildung u. Arbeit als Maschinenschlosser; FDJ, SED; Studium der Wirtschaftswiss. / Industrieökonomik an der HfÖ Berlin-Karlshorst, Dipl.-Wirtschaftswiss.; zeitw. Sekr. der SED-GO an der HfÖ; 1956 – 89 Mitarb. im MfS, ab 1967 als OibE; ab 1961 Ltr. der Abt. Org. u. Inspektion beim VWR; Prom. zum Dr. rer. oec.; 1966 – 89 Staatssekr. beim Ministerrat; ab 1967 Staatssekr. u. Ltr. der Arbeitsgr. Org. u. Inspektion beim Vors. des Min.-Rats (führte dort…

Wer war wer in der DDR

Modrow, Hans

* 27.1.1928

Geb. in Jasenitz (Krs. Ueckermünde); Vater Arbeiter; Volksschule; 1942 – 45 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1945 Volkssturm; bis 1949 Kriegsgefangenschaft in der UdSSR, Besuch einer Antifa-Schule. Rückkehr nach Dtl.; 1949 Maschinenschlosser; SED, FDJ, FDGB, DTSB; 1949 – 51 Abt.-Ltr. u. Sekr. des FDJ-Landesvorst. Brandenb., anschl. FDJ-Landesvors. Mecklenb.; 1952 – 61 Mitgl. des ZR der FDJ; 1952/53 Besuch der Komsomol-HS in Moskau; 1953 – 61 1. Sekr. der BL Berlin u. Sekr. des ZR der FDJ…

Wer war wer in der DDR

Michel, Horst

* 25.9.1904 – ✝ 21.4.1990

Geb. in Zicher (Krs. Königsberg, Ostbrandenb./Cychry, Polen); 1923 – 25 Lehre als Musterzeichner in den Vereinigten Smyrna-Teppichfabriken Cottbus; 1926 – 29 Studium an den Vereinigten Staatsschulen für freie u. angewandte Kunst Berlin; 1929 – 33 Mitarb. für Innengestaltung im Atelier Prof. Bruno Paul u. Künstler. Ltr. einer Weberei für Dekorations- u. Möbelstoffe; ab 1930 Doz., ab 1943 Prof. für Textilentwurf u. Weben an der HS für bildende Künste Berlin; daneben bis 1945 freischaff. als…

Wer war wer in der DDR

Mickel, Karl

* 12.8.1935 – ✝ 20.6.2000

Geb. in Dresden; Vater Mühlenbautischler, Mutter Verkäuferin; 1953 Abitur in Dresden; 1953 – 58 Studium der Volkswirtschaftsplanung u. Wirtschaftsgeschichte in Berlin; SED; 1958 Mitarb. im Verlag »Die Wirtschaft« Berlin, Red. der Ztschr. »Dt. Export«; 1959 – 63 Red. der Ztschr. »Junge Kunst«; 1961 – 65 freischaff. Schriftst.; danach wiss. Assistent an der HfÖ Berlin; viele seiner Gedichte (Sammlungen u. a., 1963 »Lobverse u. Beschimpfungen«, 1966 »Vita nova mea«) provozierten heftige, auch pol.…

Wer war wer in der DDR

Mierau, Fritz

* 15.5.1934 – ✝ 29.4.2018

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Bankangest.; OS, Abitur; 1952 – 56 Studium der Slawistik an der HU Berlin; 1956/57 wiss. Mitarb. im Zentralvorst. der DSF; 1957 – 62 wiss. Assistent an der HU; 1962 – 65 freiberufl. tätig; 1965 Reise durch die UdSSR; 1966 – 80 wiss. Mitarb. am Inst. für Slawistik bzw. am ZI für Lit.-Geschichte der DAW bzw. AdW; seit 1980 freischaff.; 1966 – 90 (bis zur Auflösung) Mitgl. des SV; 1974 – 91 Mitgl. des PEN-Zentrums der DDR; zahlreiche Ehrungen u. a. 1988 mit…

Wer war wer in der DDR

Miethe, Peter

* 27.1.1944

Geb. in Prieros; Mutter Stenotypistin; Grund- u. OS, 1962 Abitur; ab 1962 NVA; 1962 – 66 Studium an der Offiziersschule der Volksmarine »Karl Liebknecht«; 1963 SED; 1966/67 1. Wachoffizier der 1. Flottille; 1967 – 69 dort Instrukteur für Jugendarbeit; 1968 Besuch eines Sonderlehrgangs des MfNV; 1968 – 73 Instrukteur für Jugendarb. in der Land-Brigade bzw. Oberinstrukteur für Jugendarb. in der 1. Flottille; 1973 – 76 Studium an der Militärakad. »Friedrich Engels«, Dipl.-Gesellschaftswiss.;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Milkert, Felix

* 14.1.1894 – ✝ 7.1.1919

Geboren am 14. Januar 1894 in Gatow/Krs. Osthavelland, Sohn eines Stellmachers. Felix Milkert war Vorarbeiter, gehörte der SPD und ab 1917 der USPD an. Auf dem linken Flügel seiner Partei stehend, bestimmte er maßgeblich die Politik der USPD-Ortsgruppe Spandau. Während der Novemberrevolution als Vorsitzender der USPD im Spandauer Arbeiter- und Soldatenrat, an der Bildung eines »Revolutionären Sicherheitsausschusses« beteiligt. Milkert nahm als Delegierter am Gründungsparteitag der KPD teil, er erreichte, daß am 31. Dezember 1918 die Mitglieder der USPD-Ortsgruppe Spandau mit 400 gegen fünf Stimmen beschlossen, der KPD beizutreten. Zum Vorsitzenden der KPD Spandau gewählt, gehörte Milkert zu jener Gruppe von Spandauer Kommunisten, die am 7. Januar 1919 das Rathaus stürmten und nach der Rückeroberung durch regierungstreue Truppen am 10.Januar 1919 gefangengenommen wurden. Am 17. Januar 1919 wurde Felix Milkert beim Transport von Spandau nach Tegel am Schiffahrtskanal im Tegeler Forst zusammen mit anderen Häftlingen angeblich »auf der Flucht« erschossen.

Wer war wer in der DDR

Minetti, Hans-Peter Theodor

* 21.4.1926 – ✝ 10.11.2006

Geb. in Berlin; Vater Schauspieler Bernhard M.; Volksschule, 1936 – 43 Realgymnasium Berlin-Steglitz; 1940 – 45 HJ; 1943/44 RAD, Luftwaffenhelfer, 1944/45 Wehrmacht, Gefr. (Kanonier). 1946 KPD/SED; Studium der Philos. u. Kunstgeschichte in Kiel (1945/46), Berlin (1947) u. Hamburg (1947/48); 1945/46 Mitgl. der KPD-Ltg., Sekr. der KPD-Studentengr. der Univ. Kiel; Jan. – Dez. 1947 Mitarb. des ADN; 1948 Lehrgang an der PHS in Liebenwalde; 1948 – 50 Studium am Dt. Theaterinst. Weimar; Auftritte an…

Wer war wer in der DDR

Mißlitz, Heinz Hermann Clemens

* 9.5.1912 – ✝ 1.2.1979

Geb. in Leipzig; Vater Werkzeugschlosser; Mutter Arbeiterin; Volksschule, Realschule, Reformrealgymnasium, FS; 1926 – 28 Buchhändlerlehre, anschl. Buchhandlungsgehilfe u. Buchhändler in Leipzig; 1927 ZdA; 1928 SAJ; 1929 kfm. Angest. in Leipzig; 1929 SPD; 1930 – 33 meist arbeitslos; 1931 Schüler der Heim-VHS Schaller; 1931 Übertritt zum KJVD; Pol.-Ltr. eines Stadtteils in Leipzig; 1932 RGO, RH; ab März 1933 illeg. in Leipzig (in der KJVD-Gr., u. a. zus. mit  Hermann Axen); Juni 1933 verhaftet,…

Wer war wer in der DDR

Mitdank, Joachim

* 27.6.1931 – ✝ 11.4.2017

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volksschule; 1945 – 49 kaufm. Lehre u. Arbeit als kaufm. Angest. im VEB Kühlbetrieb Leipzig; 1947 SED; 1949/50 Instrukteur bei der Dt. Volksbühne in Leipzig; 1950 – 53 Abitur an der ABF Leipzig, 1953 – 56 Studium an der ASR in Potsdam, Dipl.-Staatswiss.; ab 1956 Mitarb. des MfAA, Referent, Oberreferent, Hauptreferent, 1959 Attaché; 1960 – 62 zunächst kommissar. Ltr., dann Ltr. der Abt. Bundesrep. Dtl. des MfAA; 1962 – 64 Rat u. stellv. Ltr. der DDR-Vertretung in…

Wer war wer in der DDR

Mittag, Rudolf

* 31.3.1929 – ✝ 19.6.2012

Geb. in Kamenz (Sachsen); Vater Unternehmer; Volksschule, Handelsschule; 1945 RAD; 1945 Wald- u. Hilfsarb.; dann kfm. Lehre; 1946 KPD; 1947 Polizei-Krs.-Amt Kamenz, erst Verw.-Angest., dann Übernahme zur K 5 (Pol. Polizei); 1949 Dienststelle Kamenz der Verw. zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen; 1950 Abt. IV (Spionageabwehr) der Landesverw. Sachsen des MfS; 1951 – 55 Tätig-keit in den Objektdienststellen Breitenbrunn, Schwarzenberg u. Oberschlema der Objektverw. Wismut des MfS; 1954/55…

Wer war wer in der DDR

Mitzenheim, Moritz

* 17.8.1891 – ✝ 4.8.1977

Geb. in Hildburghausen; Vater Oberstudienrat; Abitur am Gymnasium Georgianum; 1911 – 14 Studium der Theol. in Leipzig, Heidelberg, Berlin u. Jena; 1914 Ordination; anschl. bis 1916 Pfarrvikar in Grabe (b. Saalfeld); 1917 – 29 Diakonus in Saalfeld; danach bis 1945 Pfarrer in Eisenach; 1936 Mitgl. der Bekenntnisgem.; 1943 Ltr. des Landesbruderrats der Bekennenden Kirche; Mai 1945 Vors. des Thür. Landeskirchenrats; ab 1947 Landesbischof der Ev.-Luth. Kirche in Thür.; 1947 Dr. h. c. der FSU Jena;…

Wer war wer in der DDR

Mocek, Reinhard

* 12.11.1936

Geb. in Chemnitz; Vater Hufschmied u. Verwaltungsangest., Mutter Weißnäherin; Abitur in Borna (b. Leipzig); 1954 – 59 Studium der Philos. an der KMU Leipzig u. a. bei  Ernst Bloch,  Rugard Otto Gropp u.  Helmut Seidel; 1956 SED; 1959 – 61 Lehrtätigkeit im Grundlagenstudium Marxismus-Leninismus an der TH für Chemie Leuna-Merseburg; danach Aspirant am Philosoph. Inst. der KMU Leipzig bei  Gerhard Harig, u.  Klaus Zweiling, 1965 Prom. zum Thema »Philosoph. u. wissenschaftshist. Aspekte der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Moelders, Theodor

* 11.4.1888 – ✝ 10.1.1967

Geboren am 11. April 1888 in Kleve/Rheinland, Sohn eines Gefängnisaufsehers; lernte das Klempner- und Rohrlegerhandwerk. Moelders arbeitete als Klempner am Städtischen Schlachthof in Berlin und wurde dort Betriebsratsvorsitzender. Seit 1911 war er gewerkschaftlich organisiert, zuerst im Christlichen später im Metallarbeiterverband, dann im Gesamtverband der Gemeindearbeiter. Er war seit 1916 in der SPD, 1917 in der USPD und ab 1920 in der KPD, mehrere Jahre Mitglied der BL Berlin-Brandenburg. In der Partei tendierte er zum rechten Flügel und war eng mit Wilhelm Pieck befreundet. 1927 Delegierter des XI. Parteitags, im selben Jahr nahm er an einer Reise in die Sowjetunion teil. 1928 zog er für die KPD in den Preußischen Landtag ein. Er war Polleiter des Berliner Bezirks Friedrichshain und nach der Wittorf-Affäre 1928 aktiver Anhänger der Versöhnler. Deshalb stand der Bezirk Friedrichshain unter Moelders Leitung bis Frühjahr 1929 hinter den Versöhnlern. Mitte 1929 kapitulierte er vor dem ZK, wurde 1932 nicht mehr in den Landtag gewählt. Am 28.Februar 1933 verhaftet, saß Moelders bis Ende September 1933 im KZ Sonnenburg, im November 1939 erneut festgenommen. Seine illegale Tätigkeit bestand nun (wie er 1946 schrieb) – wie bei den meisten Oppositionellen – »lediglich in Zusammenkünften mit gut bekannten Genossen und Diskussionen über den Ausgang des hitlerischen Krieges auf den Arbeitsstätten sowie im Abhören der russischen und englischen Sender«. 1945 wieder in der KPD und 1946 in der SED, spielte Moelders keine herausragende politische Rolle mehr. Er war von August 1945 bis März 1949 Verwaltungsangestellter des Magistrats von Groß-Berlin als Schlachthofinspektor und Obmann des Betriebsrates. Von April 1949 bis Juni 1952 Personalleiter in den Ostberliner Wasser- und Entwässerungswerken, wohnte aber bis 1963 in West-Berlin. Auf Beschluß der Westberliner Leitung der SED übersiedelte er als Parteiveteran am 4. Juni 1963 zu seinem Sohn nach Ost-Berlin. Theodor Moelders starb am 10.Januar 1967.