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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Fühmann, Franz

* 15.1.1922 – ✝ 8.7.1984

Geb. in Rochlitz an der Iser (Krs. Starkenbach, ČSR/Rokytnice nad Jizerou, Tschechien); Vater Apotheker; 1928 – 32 Volksschule; 1932 – 34 Jesuitenkonvikt Kalksburg (b. Wien), 1934 – 38 Gymnasium Liberec (Reichenberg); Mitgl. des Dt. Turnvereins (Sudetendt. HJ), Mitgl. der pennalen Burschenschaft Hercynia; 1938 – 41 Reiter-SA; 1938 – 41 Reform-Realgymnasium Hohenelbe, Abitur; Febr. – Okt. 1941 RAD in Ostpr., Arbeitsmann in der UdSSR; 1941 – 45 Wehrmacht (Luftwaffe), Obergefr.; Einsätze in der…

Wer war wer in der DDR

Fukarek, Franz

* 21.1.1926 – ✝ 20.5.1996

Geb. in Rumburg (ČSR/Rumburk, Tschechien); Vater Jurist, Mutter Volksschullehrerin; Mai 1944 Notabitur nach elf Schuljahren u. Einziehung zur Wehrmacht, Jan. 1945 Verwundung, April 1945 Entlassung; Juni 1945 Vertreibung u. Flucht nach Zittau, wo der Vater verhaftet wird u. kurz darauf umkommt; Zwischenstation in Arensdorf (b. Köthen). 1946 Abitur an den Franckeschen Stiftungen in Halle; 1946 – 49 Studium der Biol., Geographie u. Geol. an der MLU Halle; 1948 Hilfsassistent, 1949 – 53 Assistent…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Funk, Erich

* 17.9.1903 – ✝ 4.7.1967

Geboren am 17. September 1903 in Königsberg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Laufbursche und Bauarbeiter. 1920 Mitglied des KJVD und der KPD, 1926 Sekretär der RFB-Gauleitung Ostpreußen. 1928/29 Instrukteur der KPD-BL Ostpreußen und von 1929 bis 1931 dort Kassierer, zusätzlich 1929 Orgleiter, bis 1933 im Sekretariat der BL Ostpreußen. Von 1931 bis 1933 in der Stadtverordnetenversammlung Königsberg. Funk war von April bis September 1933 im KZ Sonnenburg und anschließend im Straflager Ballupöen inhaftiert. Im Februar 1934 vom OLG Königsberg zu 15 Monaten Zuchthaus verurteilt. Im Juni 1935 freigelassen, Bauarbeiter in Königsberg und zugleich Leiter der illegalen KPD Ostpreußens, im November 1937 verhaftet und vom VGH zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, saß bis 1945 in Wartenberg und Waldheim. Von 1945 bis 1949 war Funk Personalchef im Oberlandratsamt Bernau bzw. Leiter der Sozialversicherung in Beeskow, von 1950 bis 1967 Kandidat bzw. Mitglied der ZRK der SED. Er war von 1951 bis 1959 Leiter der Hauptabteilung Kader des DDR-Ministeriums des Innern, aber von dieser Funktion entbunden, weil er sich kritisch zum Führungsstil Walter Ulbrichts geäußert hatte. Danach im DDR-Ministerium der Finanzen bzw. Leiter des Archivs für Staatsdokumente im Büro des Ministerrats, erhielt 1963 den VVO in Silber. Erich Funk starb am 4.Juli 1967 in Ost-Berlin.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Funke, Otto

* 23.8.1915 – ✝ 22.12.1997

Geb. in Lennep (Rheinl.); Vater Arbeiter; bis 1932 Realgymnasium in Wuppertal-Elberfeld; 1930 SAJ; 1931 KJVD; 1933 KPD; ab Febr. 1933 illeg. pol. Arbeit, Mitgl. der illeg. KJVD-UBL Wuppertal u. der KPD-BL Niederrhein; März 1935 inhaftiert; Juli 1935 Verurteilung durch das OLG Hamm zu zwei Jahren Gefängnis; bis 15.3.1937 Haft in Wuppertal, Berlin-Moabit, Hamm u. Wittich; 1938 – 44 Ausbildung u. Tätigkeit als techn. Angest. in der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG in Düsseldorf; bis 1944…

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Gabbey, Theodor Ernst

* 17.1.1891 – ✝ 8.12.1938

(* 1891 – † 1938) Geboren am 17. Januar 1891 in Berlin. Er lernte Schriftsetzer und ging auf Wanderschaft. 1913 Soldat, im Oktober 1914 an der Westfront verwundet und 1916 aus der Armee entlassen. Seit 1911 in der SPD, 1919 trat er zur USPD über und kam mit dem linken Flügel 1920 zur KPD. In der Zentrale bzw. dem ZK war Gabbey Mitarbeiter der Gewerkschaftsabteilung und Vorsitzender für die Buchdrucker. Als Anhänger Heinrich Brandlers 1929 aus der KPD ausgeschlossen, trat Gabbey der KPO bei. Ab 1935 gehörte er zur illegalen Reichsleitung der KPO. Im Februar 1937 verhaftet, wurde er im November 1937 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Schwerkrank aus dem Zuchthaus Brandenburg entlassen, starb Theodor Ernst Gabbey am 8.Dezember 1938 in einem Krankenhaus.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gabelin, Bernward (Franz)

* 15.2.1891 – ✝ 20.10.1983

(* 1891 – † 1983) Geboren am 15. Februar 1891 in Krefeld, Sohn eines Steuerbeamten; Angestellter. Von 1911 bis 1913 Militärdienst, von 1914 bis 1918 Soldat im Weltkrieg. 1917 Mitglied der SPD, trat 1918 der USPD und 1920 der KPD bei, ab 1921 hauptamtlicher Mitarbeiter im zentralen Literaturvertrieb der KPD. 1924 Leiter des Buchvertriebs und Literaturobmann der BL Oberschlesien, 1925/26 im Bezirk Württemberg, 1926/27 im Bezirk Brandenburg. 1927/28 war Gabelin zunächst Mitarbeiter, dann Sekretär für Agitation und Propaganda der BL Berlin-Brandenburg, kurze Zeit auch in gleicher Funktion im ZK der KPD. Von 1928 bis 1930 leitete er den Internationalen Arbeiter-Verlag und den Agis-Verlag, dann bis 1933 den RGO-Verlag und war Mitglied der RGO-Reichsleitung. 1934 Emigration in die âSR, Mitarbeiter des ZK der KPD in Prag. Er kam 1935 in die UdSSR und arbeitete als Vertreter bzw. Kontrollredakteur in Engels (Wolgarepublik). Im Februar 1938 wurde Gabelin mit seiner Frau Selma, geborene Hartog (*5.10. 1896 – † 20. 8. 1978), vom NKWD verhaftet, im Frühjahr 1939 jedoch freigelassen. Anschließend Kontrollredakteur der Zeitung des Gebietskomitees in Engels. 1942 Politinstrukteur und Lektor in Kriegsgefangenenlagern bei Stalingrad, 1944/45 Redakteur bei der Zeitung des NKFD und bis zur Rückkehr nach Deutschland 1945/46 Redakteur in der Deutschlandabteilung von TASS in Moskau. Von 1946 bis 1948 in der SBZ Direktor der höheren Polizeischule der Deutschen Verwaltung des Innern. 1948/49 Chefredakteur der DSF-Zeitschrift »Die neue Gesellschaft«, im September 1948 wurde er Direktor des Sachsenverlages in Dresden und von 1951 bis 1958 Direktor des Akademie-Verlages in Ost-Berlin. Bernward Gabelin starb am 20. Oktober 1983.

Wer war wer in der DDR

Gadamer, Hans-Georg

* 11.2.1900 – ✝ 13.3.2002

Geb. in Marburg (Lahn); Vater Johannes G., pharmazeut. Chemiker, Prof. u. Dir. des Pharmazeut. Inst. der Univ. Breslau; 1909 – 18 Besuch der Schule zum Hlg. Geist in Breslau; 1918 – 23 Studium der Philos. in Breslau, Marburg, München u. Freiburg; 1922 Prom. in Marburg mit der Diss. »Das Wesen der Lust nach den platon. Dialogen«; 1924 – 27 Studium der Klass. Philol. in Marburg; 1927 Staatsexamen für das höhere Lehramt; 1929 Habil. über »Platos dialekt. Ethik« bei Martin Heidegger u. Paul…

Wer war wer in der DDR

Gaile, Karl

* 11.10.1905 – ✝ 19.11.1979

Geb. in Berlin-Schöneberg; Vater Maurer, Mutter Reinemachefrau u. Wäscherin; Volks- u. Fortbildungsschule in Berlin; 1919/20 Lehre als Automechaniker (nicht abgeschl.); 1920 SAJ; 1920 – 32 Arbeiter, Kraftfahrer; 1925 RJ; 1931 KPD; ab 1933 illeg. pol. Arbeit, Betriebsinstrukteur im KPD-UB 5 in Berlin; Mai –Dez. 1933 Haft im Polizeigefängnis Berlin, Strafanstalt Plötzensee u. KZ Brandenb.; Ende 1933 Emigr. in die Schweiz; Dez. 1933 –Aug. 1935 dort Grenzarb. u. Instrukteur im Sudetenland (Mitarb.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Galm, Heinrich

* 23.10.1895 – ✝ 30.10.1984

Am 23. Oktober 1895 in Seligenstadt/Main geboren. In seiner Heimat war Galms Vater ein bekannter Sozialist. Auch Heinrich Galm kam früh zur Arbeiterjugendbewegung, lernte Sattler und arbeitete bis 1916 in seinem Beruf, dann eingezogen und bis 1918 Soldat. 1917 der USPD beigetreten. 1920 als Delegierter des Spaltungsparteitages der USPD in Halle, er stimmte für den Anschluß an die Komintern und kam mit dem linken Flügel zur KPD. Bis 1920 blieb er in seinem Beruf, dann hauptamtlicher Sekretär des Sattler- und Portefeuillerverbandes in Offenbach. Galm wurde 1924 in den Hessischen Landtag gewählt, dem er ununterbrochen bis 1933 angehörte. Auf dem X. KPD-Parteitag 1925 in die Gewerkschaftskommission delegiert und 1927 auf dem XI. Parteitag als Kandidat ins ZK gewählt. Galm besaß als Person in Offenbach einen überragenden Einfluß. Er war in der Hauptsache Gewerkschafter, ihm erschienen die lokalen Interessen bedeutender als innerparteiliche Fehden. Er wandte sich vehement gegen die ultralinke Wendung der KPD, die 1928 besonders in der Gewerkschaftsfrage begann. Zusammen mit Erich Hausen und Albert Bassüner bildete er den rechten Flügel im ZK. Galm war die ganzen Jahre über Vorsitzender der KPD in Offenbach, nach der Wittorf-Affäre wurde er am 20. Oktober 1928 seiner Funktion enthoben. Doch als ZK-Kandidat konnte über seinen Parteiausschluß nur das EKKI entscheiden. Deswegen wurde er nach Moskau geladen, vertrat dort im Dezember 1928 gemeinsam mit Erich Hausen den Standpunkt der rechten Opposition. So wie Hausen inzwischen in Breslau die Zeitung »Gegen den Strom« als Organ der Rechten gegründet hatte, benutzte er die in Offenbach erscheinende Wochenzeitung »Volksrecht« als sein Sprachrohr. Nach Galms Ausschluß aus der KPD Anfang 1929 blieb die überwältigende Mehrheit der KP Offenbachs auf seiner Seite und ging mit ihm in die KPO. Wie sehr dies vor allem sein persönlicher Erfolg war, erwies sich, als er im November 1931 sein Landtagsmandat wieder erringen konnte, diesmal für die KPO. Nach der Spaltung der KPO ging Galm mit der Minderheit zur SAP, und erneut hatte er die Mehrheit der Offenbacher Kommunisten hinter sich. Er kam im Juni 1932, bei der letzten Landtagswahl in Hessen – nun für die SAP – wieder in den Landtag. In Offenbach war seine politische Stellung sehr stark, er blieb bis 1933 Sekretär des Sattlerverbandes, und alle Versuche der KPD, ihn abwählen zu lassen, schlugen fehl. Noch im März 1932 erhielt Galm 446 Stimmen, der Spitzenkandidat der KPD 107 und der SPD-Kandidat 37 Stimmen. Wie bei dem linken Guido Heym in Suhl oder August Ziehl in Geesthacht besaß er als kommunistischer Führer so viel Autorität, daß ihm Funktionäre und Mitglieder auch gegen die Parteiinstanzen folgten. Nach 1933 wurde Galm mehrmals verhaftet. Im Juli 1944 wieder festgenommen, sollte er nach Dachau gebracht werden. Durch einen glücklichen Zufall saß er jedoch nur einige Monate in Bebra und Darmstadt fest. Sein Freund und Fraktionskollege Heinrich Angermeier, der zur gleichen Zeit ins KZ Dachau kam, fand dort den Tod. 1945 erwies sich Galm wieder als geschickter Kommunalpolitiker und Gewerkschafter. Er gründete 1946 in Offenbach die Arbeiter-Partei, die im Stadtrat unter seiner Führung bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1954 eine wichtige Rolle spielte. Die Arbeiter-Partei war die einzige sozialistische Gruppe außerhalb der SPD und KPD, die nach 1945 in Westdeutschland (lokale) Bedeutung erringen konnte. Ab 1954 gehörte Galm der SPD an, die er auch im Stadtrat von Offenbach vertrat. 1980 erschienen Heinrich und Marie Galms Erinnerungen unter dem Titel: »Ich war halt immer ein Rebell«. Heinrich Galm starb am 30. Oktober 1984.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gantze-Leu, Willy (genannt Leu)

* 22.11.1890 – ✝ 1.3.1976

(* 1890 – † 1976) Geboren am 22. November 1890 in Dresden, Sohn des Zigarrenarbeiters Sigmund Lewinsohn. 1908 Kunstgewerbeschule, kaufmännische Lehre und Arbeit als Angestellter im Seiden-Engros-Haus in Dresden (Einkäufer, Reisender). 1906/07 Mitbegründer der Sozialistischen Jugend in Dresden, seit 1908 Mitglied der SPD. 1914 Leiter des größten Seiden-Engros-Hauses in Zürich, ab 1916 Soldat im Weltkrieg, 1918 Mitglied im Soldatenrat, im November 1918 Anhänger des Spartakusbundes und seit 1919 Mitglied der KPD. Redakteur der kommunistischen Presse, u. a. Herausgeber des »Kommunist«, gehörte zeitweise der KAP an. Bis 1929 Mitarbeiter in der von Eugen Varga geleiteten Handelsabteilung der sowjetischen Botschaft in Berlin. Er war Berichterstatter über Parteitage der KPD, USPD und SPD und Verfasser vieler Aufsätze in KPD-Organen. Als Leiter der Künstlergruppe REKAMERA (Industrie-Werbung) von 1930 bis 1945 wurde er vom NS-Regime nicht verfolgt. 1945 wieder Mitglied der KPD, 1946 der SED. Ab Februar 1948 Leiter der Presse- und Werbeabteilung der staatlichen Handelsorganisation HO in der SBZ. Willy Gantze-Leu starb am 1. März 1976 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Garstecki, Joachim

* 28.2.1942

Geb. in Magdeburg; 1960 Abitur; 1960 – 65 Studium der kath. Theol. am Philosoph.-Theolog. Studium Erfurt, Theologicum; 1965 – 70 Ref. für Jugendseelsorge im Erzbischöfl. Kommissariat bzw. Bischöfl. Amt Magdeburg; ab 1971 als kath. »Gastarbeiter« Studienref. für Friedensfragen im Sekr. des Bunds der Ev. Kirchen, Erarbeitung eines Konzepts für Friedenserziehung; ab 1971 Mitgl. im (1969 gegr.) Aktionskrs. Halle (AKH), der einzigen org. pol.-krit. Gruppierung innerhalb der kath. Kirche in der DDR,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gässler, Ernst

* 12.12.1889 – ✝ 1945

Geboren am 12. Dezember 1889 in Kirchen-Hausen/Baden; arbeitete auf dem Hof der Eltern, den er später erbte. Vor dem Weltkrieg Eintritt in die SPD, kam über die USPD zur KPD, für die er 1921 in den Badischen Landtag einzog. Bis 1925 Abgeordneter, dann nicht wiedergewählt. Von 1929 bis 1932 war Gässler Leiter eines kommunistisch orientierten Bauernbundes in Baden. 1930 Kandidat auf der Reichsliste der KPD, aber nicht gewählt. Nach 1933 einige Zeit in Haft, wurde gegen Ende des Krieges noch zum Militär eingezogen und an die Front geschickt. Ernst Gässler starb im April 1945 in einem sowjetischen Gefangenenlager in Debreczin (Ungarn).

Wer war wer in der DDR

Führer, Christian

* 5.3.1943 – ✝ 30.6.2014

Geb. in Leipzig, aufgew. in Langenleuba-Oberhain (Krs. Geithain); Eltern Pfarrer; 1957 – 61 EOS in Eisenach, Abitur; 1961 – 66 Studium der Theol. an der KMU Leipzig; anschl. Lehrvikar in Naunhof; 1967/68 Predigerseminar in Lückendorf; 1968 Ordination, danach Pfarrer in Lastau u. Colditz (Sachsen); seit 1980 Pfarrer an der Nikolaikirche in Leipzig; 1980 Org. versch. Veranstaltungen im Rahmen der ersten Friedensdekade; Mitbegr. der seit dem 13.9.1982 jeden Montag in der Nikolaikirche…

Wer war wer in der DDR

Funcke, Walter

* 20.11.1907 – ✝ 14.12.1987

Geb. in Scheelshof (Krs. Plön, Lüneburger Heide); Ausbildung zum Gärtner in Hamburg-Nienstedt; 1927 – 29 FS für Gartenbau in Oranienburg, Abschluß als Gartentechniker; 1931 KPD; 1933 kurzzeitige KZ-Haft in Sachsenhausen; 1935 – 43 selbständiger Gartenarchitekt im Planungsbüro von Hermann Mattern in Potsdam-Bornim; Mitarbeit in der NS-Org. Todt beim Reichsautobahnbau, deshalb Freistellung von der Wehrmacht; nach 1940 Siedlungsplanungen in den besetzten poln. u. tschech. Gebieten; mit H. Mattern…

Wer war wer in der DDR

Funkat, Walter

* 16.6.1906 – ✝ 4.6.2006

Geb. in Hannover; Abitur; 1925 – 27 Studium der Kunstgeschichte an der Univ. u. Grafikstudium an der Kunstakad. Königsberg; 1927 – 30 Studium am Bauhaus Dessau; 1929/30 Werbegestalter; 1930 Bauhaus-Dipl.; 1931 – 40 selbst. Ausstellungsarchitekt u. Grafiker in Berlin; 1940 – 45 Soldat u. Gefangenschaft. 1946 Umzug nach Halle; Nov. 1946 – 49 stellv. Dir., 1949 – 58 Dir. der Kunstschule Burg Giebichenstein, Halle, 1950 Prof., 1958 – 64 Rektor der neu organisierten u. umbenannten HS für Industrielle…

Wer war wer in der DDR

Fürnberg, Louis

* 24.5.1909 – ✝ 23.6.1957

Geb. in Iglau (Mähren/Jihlava, Tschechien) in einer jüd. Familie, Vater Fabrikant (im KZ Auschwitz ermordet), Mutter starb nach seiner Geburt; Kindheit u. Jugend in Karlsbad/Karlovy Vary; 1920 – 26 Gymnasium in Karlovy Vary, gehörte dort zum Kreis junger dt.-nationalist. Dichter; Ausbildung zum Porzellanmacher, Kunstkeramiker; ab 1927 Handelsschule in Prag, Ausbildung zum Kfm. aus gesundheitl. Gründen abgebrochen; 1928 Mitgl. der dt. Sekt. der KPČ; journalist. Gelegenheitsarbeiten, Werbetexter;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gäbel, Otto

* 4.12.1885 – ✝ 1.5.1953

Geboren am 4. Dezember 1885 in Festenberg/ Schlesien; lernte Buchbinder. 1905 in Berlin Mit-glied der SPD. 1914 Gegner der Kriegspolitik, auf der Konferenz im März 1915 einer der Initiatoren der Zeitschrift »Die Internationale« sowie der oppositionellen »Schulungsbriefe« der Niederbarnimer SPD-Organisation. Obwohl ursprünglich im Spartakusbund, schloß er sich der KPD bei ihrer Gründung nicht an, sondern blieb in der USPD. Delegierter des Spaltungsparteitags im Oktober 1920 (Mitglied des ZK der linken USPD); dann auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 sowie auf dem VII. Parteitag im August 1921 als Beisitzer in die Zentrale der VKPD gewählt. Im Dezember 1921 protestierte Gäbel mit Otto Brass u. a. gegen die Haltung der Zentrale zur März-Aktion und zur KAG, blieb aber in der Partei. 1921/22 verantwortlich für die »Kommunistische Parteikorrespondenz« und Sekretär der Preußischen Landtagsfraktion, von 1926 bis 1929 Leiter der Kommunalabteilung des ZK. Seit 1921 Stadtverordneter und später unbesoldeter Stadtrat in Berlin, auch Vorsitzender der kommunistischen Stadtverordnetenfraktion. Gäbel war Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Roten Hilfe, Begründer und Vorstandsmitglied der Arbeiterhilfe für Sowjet-Rußland, aus der später die IAH hervorging. Als 1929 in Berlin der Sklarek-Skandal (ein Unterschlagungsfall in der Berliner Stadtverwaltung) aufgedeckt wurde, erhielt er wegen seiner Verbindung zu Sklarek zunächst eine Rüge und wurde dann am 9. Oktober 1929 wegen »unproletarischen Verhaltens« aus der KPD ausgeschlossen. Er blieb aber von 1930 bis 1932 Leiter des »Illustrierten Pressedienstes«, einer Unternehmung des »Münzenberg-Konzerns«, und war Mitarbeiter der kommunistischen »Welt am Abend« sowie »Berlin am Morgen«. Da Gäbel ebenso wie der KPD-Stadtverordnete Gustav Degner in den Sklarek-Prozeß verwickelt war, wurde er am 28.Juni 1932 zu einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt und im Gerichtssaal festgenommen. Trotz »Hindenburg-Amnestie« im Dezember 1932 nicht entlassen, er saß bis März 1934 in Haft. Gegen ihn wurde nach 1933 wegen Steuerhinterziehung ermittelt, da er bis zu seinem Parteiausschluß Mitgesellschafter diverser KPD-Unternehmen war, u. a. der Vulkan GmbH und der Peuvag A.G. (der Zeitungsdruckereien der KPD). Diese Untersuchung wurde eingestellt. Nach seiner Haftentlassung 1934 nahm Gäbel Verbindung zu illegalen Gruppen auf. Von 1934 bis 1937 war er erwerbslos, ab 1935 zeitweise Hilfsarbeiter bei Berliner Korrespondenzen. Im Februar 1937 wurde Gäbel vorübergehend verhaftet und wegen Verbindung zum Tschechischen Nachrichtendienst angeklagt, aber aus »Mangel an Beweisen« freigesprochen. Von 1938 bis 1945 war er u. a. Chefarchivar des »Spezialarchivs der deutschen Wirtschaft« in Berlin. Ab Mai 1945 baute Gäbel das Referat Opfer des Faschismus im Bezirksamt Berlin-Zehlendorf auf, ab September 1945 war er Polleiter der KPD im Stadtteil Nikolassee und ab Februar 1946 Mitglied des Bezirksausschusses des FDGB Berlin-Zehlendorf. Ende der vierziger Jahre mußte Gäbel sich erneut wegen des Sklarek-Prozesses verantworten, so z. B. im Oktober 1949 vor dem Hauptausschuß der Berliner VVN. Er gab Auskunft über seine Rolle im Sklarek-Prozeß und benannte eine Reihe von Zeugen, die alle seine antifaschistische Arbeit bestätigten. Die VVN-Bezirksgruppe Zehlendorf schrieb am 27. November 1951 an den VVN-Hauptvorstand: »Wir sind, da sich der Kamerad Otto Gäbel in der Zeit von 1945 bis heute unsere absolute Wertschätzung durch seine aktive, selbstlose und einwandfreie Arbeit errungen hat, in höchstem Maße daran interessiert, daß in keinem Falle aus Unklarheiten und unberechtigten Verallgemeinerungen an einem bewährten Mit- und Vorkämpfer ein vernichtendes Unrecht verübt wird, weil er auf einem anderen Gebiete vor 22 Jahren gefehlt hatte.« Otto Gäbel starb am 1.Mai 1953 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Gäbler, Fritz

* 12.1.1897 – ✝ 26.3.1974

Geb. in Meißen; Vater Pantoffelmacher; 1903 – 11 Volksschule; Ausbildung zum Töpfer bzw. Ofenformer; 1913 2. Vors. des Arbeiterjugend-Bildungsvereins in Meißen; 1914 SPD in Jena; ab Nov. 1914 festangest. Mitarb. der Expedition der »Weimarischen Volksztg.« (Jena); illeg. Antikriegsarbeit unter Jugendlichen; 1916 – 18 Militärdienst; 1919 KPD; 1920/21 Sekr., Aug. 1922 Vors. der KJD in Thür., Dez. 1922 ihr Vertr. beim III. Weltkongreß der KJI in Moskau u. auch Teiln. am IV. Weltkongreß der KI im…

Wer war wer in der DDR

Gaida, Erich

* 23.6.1928 – ✝ 13.2.2015

Geb. in Hennersdorf (Krs. Hohenelbe, ČSR/ Dolny Branná, Tschechien); Vater Lagerhalter; Mittelschule; 1944/45 Wehrmacht; 1945 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft. 1948 SED; Montierer; 1950 Einstellung beim MfS, Länderverw. Thür., Abt. III (Volkswirtschaft); 1954 Versetzung zur Krs.-Dienststelle Putbus (Rügen); 1955 Versetzung zur HV A, HA IV (Wirtschaftsspionage); 1959/60 HV A-Lehrgang; 1967 – 69 Studium an der HS für Elektrotechnik Ilmenau; 1969 HV A-Abt. V (Wirtschaftsspionage); 1971 stellv. Ltr.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Gall, Willi

* 3.10.1908 – ✝ 23.1.1941

Geboren am 3. Oktober 1908 in Falkenstein/ Vogtland. Nach einer Lehre zunächst Dreher und bis 1932 LKW-Beifahrer. Er trat 1929 der KPD bei, wirkte in der Ortsgruppe Pethau bei Zittau und kam 1932 in den dortigen Gemeinderat. Im April 1933 emigrierte Gall in die Tschechoslowakei, sicherte als Kurier die Verbindung nach Zittau und arbeitete von 1934 bis 1938 in Prag. 1938 wurde er als Instrukteur der Abschnittsleitung Zentrum der KPD eingesetzt und fuhr 1938/39 mehrmals von der Tschechoslowakei und Dänemark aus illegal nach Berlin. 1939 organisierte er in Berlin im früheren KPD-UB Süd die illegale Arbeit. Mit Gruppen aus den südöstlichen Stadtteilen Altglienicke, Bohnsdorf und Adlershof brachte er eine Reihe von Flugblättern und im November 1939 eine Nummer der »Berliner Volkszeitung« heraus. Er hielt Kontakte zu verschiedenen Betrieben, dem Deutschen Theater und den »Neuköllner Sportfreunden«. Stimmungsberichte flossen in Galls Druckschriften ein. Im Dezember 1939 wurden er und über 100 NS-Gegner aus Berlin-Adlershof verhaftet. Willi Gall wurde am 23. Januar 1941 vom VGH zum Tode verurteilt und am 25.Juli 1941 in Berlin-Plötzensee ermordet.

Wer war wer in der DDR

Gampe, Wolfgang

* 2.8.1928 – ✝ 14.2.1999

Geb. in Naunhof (Krs. Grimma); Vater Maurer; Volksschule, 1941 – 45 Wirtschafts-OS Leipzig. 1945 Internierung durch die sowj. Besatzungsmacht im Lager Buchenwald, danach Arbeit auf dem elterl. Neubauernhof; 1950/51 Landw. FS in Wurzen, 1951 – 54 Studium der Landw. an der Univ. Leipzig, Dipl.-Landw.; 1954/55 Lehrer an der FS für Landw. in Stadtroda; 1956 – 58 wiss. Mitarb. der Forschungsstelle für Landarbeit Gundorf der DAL; 1958 – 66 Arbeitsgr.- bzw. Abt.-Ltr. für Betriebs- u. Arbeitsorg. der…

Wer war wer in der DDR

Garbe, Gerald

* 31.1.1941

Geb. in Zollbrück; Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule, Abitur; 1955 FDJ; 1959 – 65 Studium an der TH Magdeburg, Dipl.-Ing.; 1965 – 68 Ing. im VEB Magdeburger Armaturenwerk (MAW) »Karl Marx«; 1967 SED; 1968 – 70 Gruppenltr. im VEB MAW; 1971 – 73 wiss. Oberass. am Inst. für Schiffbau Rostock; 1973/74 wiss. Oberass. an der WPU Rostock, 1974 Prom. zum Dr. oec.; 1975 stellv. Haupttechnologe, HA-Ltr.; 1975 – 80 Fachbereichsltr. Rationalisierung im VEB MAW; 1980 Lehrgang an der SED-BPS Magdeburg;…

Wer war wer in der DDR

Gartenschläger, Michael

* 13.1.1944 – ✝ 30.4.1976

Geb. in Strausberg (b. Berlin); Eltern Gastwirte; Schulbesuch in Strausberg; 1958 GST, 1959 Schlossergehilfe, Autoschlosserlehre; regelmäßige Besuche in West-Berlin; 1960 Gründung eines Ted-Herold-Fanclubs; Protestparolen gegen den Mauerbau am 13.8.1961, 16.8. Brandstiftung in einer LPG, 19.8. Verhaftung, 15.9.1961 Verurteilung zu lebenslanger Haft, 1964 Fluchtversuch aus der Jugendstrafanstalt Torgau, während der Haft in Brandenb.-Görden Berufsausb. zum Dreher, 1969 scheitert ein zweiter…

Wer war wer in der DDR

Gauck, Joachim

* 24.1.1940

Geb. in Rostock; Vater Kapitän (1951 – 55 inhaftiert, nach Sibirien deportiert); Grund- u. Oberschule, 1958 Abitur; 1958 – 65 Studium der ev. Theol. in Rostock; seit 1965 im Dienst der Ev.-luth. Landeskirche Mecklenb., bis 1967 Vikariat, ordiniert, dann Pfarrer in Lüssow (Krs. Güstrow); seit 1971 im Neubaugebiet Rostock-Evershagen; im Nebenamt Krs.- bzw. Stadtjugendpfarrer; 1982 – 90 Ltr. der Kirchentagsarbeit in Mecklenb.; Mitgl. des Präs. des ev. Kirchentags; Funktionen, die eine Förderung von…

Wer war wer in der DDR

Fuhrmann, Bruno

* 2.1.1907 – ✝ 25.9.1979

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Fabrikarb.; Volksschule; Ausbildung zum Zimmermann; 1922 Mitgl. des KJVD; 1925 KPD; 1927 des ZK des KJVD; 1929/30 Jugendschule der KJI in Moskau; 1930 KJI-Instrukteur in den Niederlanden, Österreich, Dänemark u. Schweden; 1931 Mitgl. des Büros des ZK des KJVD; ab Juni 1933 Pol.-Ltr. des KJVD Thür.; im gleichen Mon. verhaftet, zu zwei Jahren Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat« verurteilt; Frühjahr 1936 Flucht in die ČSR, 1937 in die Schweiz…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Funk, Albert

* 15.10.1894 – ✝ 16.4.1933

Geboren am 15. Oktober 1894 in Zwickau, Sohn eines Bergarbeiters; Hilfsarbeiter, dann Bergarbeiter. 1913 schloß er sich der Gewerkschaft an. 1914 Militärdienst, nach einer Verwundung im August 1917 als Bergarbeiter reklamiert, war er auf dem »Morgensternschacht« in Zwickau tätig. Er trat 1918 der USPD bei. Im Juni 1918 fand er Arbeit in Ahlen/Westfalen und war Funktionär der Union der Hand- und Kopfarbeiter. Im März 1920 Vorsitzender des Betriebsrates in Ahlen, leitete den Ahlener Aktionsausschuß in den Kämpfen des Kapp-Putsches. Von der Zechenleitung entlassen, mußte ihn diese nach Protesten der Belegschaft wieder einstellen. 1929 aus dem Bergarbeiterverband ausgeschlossen, war er hauptamtlich für die RGO aktiv, in deren Reichsleitung er seit 1930 für die Betriebsrätebewegung verantwortlich war. Im September 1930 wurde er im Wahlkreis Westfalen-Nord in den Reichstag gewählt, dem er als Abgeordneter bis Juni 1932 angehörte. Funk wurde am 11. Januar 1931 Vorsitzender des kommunistischen Einheitsverbandes der Bergarbeiter Deutschlands, bis er im November 1932 die Leitung der KPD Dortmund übernahm. Am 16. April 1933 wurde Funk in Dortmund verhaftet und am 27. April in das Polizeipräsidium Recklinghausen überführt. Hier hat er sich nach schweren Folterungen durch Gestapobeamte aus dem dritten Stock des Polizeipräsidiums gestürzt, wurde schwer verletzt ins Hospital transportiert, wo Albert Funk noch am gleichen Abend starb.

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Funke, Ewald

* 30.7.1905 – ✝ 4.3.1938

Geboren am 30. Juli 1905 in Remscheid, Sohn eines Schreiners und Gewerkschaftssekretärs. Kaufmännischer Angestellter, war bis März 1933 beim Arbeitsamt in Wuppertal beschäftigt. Von 1921 bis 1923 leitete er den KJVD-UB Wuppertal, trat aber 1924 wegen des ultralinken Kurses aus der KPD aus. Seit 1927 Mitglied der SPD, er gehörte u. a. zur Gauleitung der Jungsozialisten. 1931 aus der SPD ausgeschlossen, kam Funke 1932 wieder zur KPD und wurde in deren AM-Apparat aufgenommen. Nach kurzer »Schutzhaft« war er von Oktober 1933 bis Frühjahr 1934 AM-Leiter der BL-Düsseldorf. Danach Flucht nach Amsterdam und im Juni/Juli 1934 in der illegalen KPD-Inlandsleitung in Berlin aktiv. Erneute Emigration nach Prag und Paris, baute 1935/36 in Süddeutschland ein konspiratives KPD-Netz auf. Beim dritten geheimen Deutschlandaufenthalt am 17. Mai 1936 in Stuttgart festgenommen, im August 1937 vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Ewald Funke am 4. März 1938 in Berlin hingerichtet. Funkes jüngerer Bruder Otto (* 23. 8. 1915 – †22. 12. 1997) trat 1931 in den KJVD und 1933 in die KPD ein. Im März 1935 inhaftiert und im Juli 1935 durch das OLG Hamm zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Danach Angestellter in Düsseldorf. 1944 Wehrmacht und Gefangenschaft in Norwegen. Von 1946 bis September 1949 Orgsekretär bzw. Vorsitzender der FDJ-Landesleitung Thüringen, dann bis 1955 2. Sekretär der SED-Landesleitung Thüringen bzw. 1. Sekretär der SED-BL Gera. Bis 1968 1. Sekretär der SED-BL Suhl, anschließend Vorsitzender der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Otto Funke gehörte von 1958 bis zum Herbst 1989 dem ZK der SED an und war Abgeordneter der Volkskammer.

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Fürneisen, Bodo

* 30.6.1950

Geb. in Berlin; aufgewachsen bei den Großeltern; Oberschule, Abitur; Lehre als Schriftsetzer; 1970 – 72 NVA; 1973 – 77 Regiestudium an der HFF, Diplomfilm »Die Entdeckung« (auch Drehbuch / DB); 1977 – 79 Regieass., 1979 – 91 Regisseur beim DFF: »Komm mit mir nach Chikago« (1982), »Robert in Berlin« (1983, DB), »Die Geschichte vom goldenen Taler« (1984, nach einer Geschichte von  Hans Fallada, Kritikerpreis 1985, bester Kinderfilm), »Vaters Frau« (1985, DB), »Merkwürdiges Beispiel einer…

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Gäbel, Otto Max

* 7.12.1889 – ✝ 13.4.1970

Am 7. Dezember 1889 in Dresden geboren und aufgewachsen; bei der Eisenbahn beschäftigt, später Eisenbahnschaffner. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD, 1917 Übertritt zur USPD und Vorsitzender des USPD-Bezirks Ostsachsen. Mit dem linken Flügel der USPD (Gäbel war sowohl Delegierter des Spaltungsparteitags im Oktober 1920 in Halle sowie des Vereinigungsparteitages im Dezember 1920 in Berlin) Ende 1920 Übertritt zur VKPD. 1921 erfolgte seine Wahl in die BL Ostsachsen, der er bis 1930 angehörte. Er war Delegierter des III. Weltkongresses der Komintern 1921 und des IX. Parteitages im April 1924. Im November 1921 als Spitzenkandidat der KPD in die Dresdener Stadtverordnetenversammlung gewählt, in der er bis 1933 blieb. Nachdem Gäbel bereits bei den Landtagswahlen von 1920 (noch auf der Liste Däumig) kandidiert hatte, kam er 1924 als Nachrücker für den ausgeschiedenen Otto Zipfel in den Landtag, in dem er bis Ende der Legislaturperiode im Herbst 1926 blieb. 1922/23 Leiter des Nachrichtenwesens des KPD-Oberbezirks Mitte (Sachsen). Von 1926 bis 1928 war Gäbel Orgleiter des Bezirks Ostsachsen, danach arbeitete er bis 1933 als Redakteur bei der »Arbeiterstimme« in Dresden. 1933 emigrierte er in die Tschechoslowakei und betätigte sich nicht mehr in der KPD – bis 1935 leitete er in Dittersbach ein Heim der Naturfreunde, danach war er Gelegenheitsarbeiter in Prag. 1940 wanderte Gäbel nach Bolivien aus, wo er sich seinen Lebensunterhalt als Kellner und Ziegelträger verdiente. Dort schloß er sich dem vorwiegend von tschechischen und österreichischen Emigranten besuchten Klub »Amistad« an. Er bemühte sich Ende der vierziger Jahre um Rückkehr nach Deutschland. Wann er aus Bolivien nach Deutschland zurückkehrte, ist unklar. Otto Max Gäbel starb am 13. April 1970 in Bischofswiesen.

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Gäbler, Fritz

* 12.1.1897 – ✝ 26.3.1974

Geboren am 12. Januar 1897 in Meißen, aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie stammend, der Vater starb kurz nach seiner Geburt. Töpferlehre, im Herbst 1913 wurde er 2. Vorsitzender des Arbeiterturnvereins. 1914 Mitglied der SPD, ab November d. J. festangestellter Mitarbeiter der Expedition der SPD-Zeitung »Weimarische Volkszeitung« in Jena. Während des Krieges schloß er sich den Linken an. Weil er in Jena die Jugendopposition organisierte, wurde er 1916 zum Militär einberufen. Im Januar 1919 nach Jena zurückgekehrt, übernahm er die Leitung der FSJ und trat in die KPD ein. Kurz als Ingenieur tätig, begann Gäbler 1920 hauptamtlich für den kommunistischen Jugendverband zu arbeiten, war Ende 1920 bis November 1921 Sekretär der Kommunistischen Jugend Thüringens und wurde Anfang 1922 in die Reichszentrale der KJD kooptiert und übernahm im August 1922 die Leitung der Zentrale der KJD in Berlin. Von April bis Mitte Oktober 1923 ging Gäbler als Instrukteur der KJI in die Schweiz und war dann Vertreter des ZK der KJVD in Dresden. Da er zur Mittelgruppe gehörte, wurde er 1924 von den Linken abgesetzt und übersiedelte nach Hamburg, wo er von Mitte 1924 bis März 1926 als Redakteur der »Hamburger Volkszeitung« arbeitete. Im März 1926 verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, wurde Gäbler nach der Entlassung aus dem Gefängnis Bautzen im Mai 1927 Redakteur des »Roten Echos« in Erfurt, 1928 politischer Redakteur an der »Neuen Zeitung« in Jena, deren Chefredaktion er Mitte 1929 übernahm. Im September 1929 erneut zu zwei Jahren Festung verurteilt, nach der Haftentlassung im April 1931 Instrukteur bzw. Sekretär der KPD für Ostthüringen in Gera. Gäbler zog 1932 als Abgeordneter in den Thüringer Landtag ein. Im Februar 1933 verhaftet, saß er bis September 1934 im KZ. Wegen illegaler Arbeit für die KPD im Februar 1935 erneut festgenommen, wurde er am 9. August 1935 in Berlin zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt und erst am 27. April 1945 aus dem Zuchthaus Brandenburg befreit. Im Oktober 1945 Vorsitzender der KPD und dann der SED in Erfurt. Von Oktober 1947 bis Mai 1949 im Ministerium für Wirtschaft der Landesregierung Thüringen, danach in der Hauptverwaltung für Wissenschaft und Technik der DWK. Nach Bildung der DDR-Regierung in der Hauptabteilung wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit. Im April 1954 wurde er Mitglied der ZRK der SED, bis 1967 dann deren Vorsitzender, er bekam zu seinem 65. Geburtstag 1962 den Karl-Marx-Orden. Fritz Gäbler starb am 26. März 1974.Andreas Herbst / Helmut Müller-Enbergs

Wer war wer in der DDR

Gaida, Wilhelm

* 6.11.1902 – ✝ 27.11.1988

Geb. in Oberhohenelbe (Krs. Hohenelbe, Nordböhmen/Horni Vrchlabi, Tschechien); Vater Drechsler, Mutter Weberin; Volksschule; 1916 – 18 Ausbildung zum Karosseriebauer, danach im Beruf mit Unterbrechungen tätig; 1924 KPČ; 1930 – 32 KPČ-Ortsgr.-Ltr.; 1932 – 38 KPČ-Pol.-Ltr. des Bez.; 1937 Verurteilung zu sechs Mon. Haft wegen Werbung von Spanienkämpfern; 1938 Emigr. nach Prag, 1939 nach Tscheljabinsk, dort Arbeit im Traktorenwerk; 1943/44 Parteischule in Moskau; 1944/ 45 Partisaneneinsatz in der…

Wer war wer in der DDR

Gallerach, Ernst

* 7.3.1930

Geb. in Podletzki (ČSR); Vater Handwerker; Volks- u. Mittelschule, 1948 – 50 Abitur an der ABF Halle; 1948 SED; 1950 – 54 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Ökonom; 1954 Assistent des Planungsltr., 1955 Planungsltr. u. 1959 – 62 Werkltr. des VEB Meßgeräte- u. Armaturenwerk »Karl-Marx« in Magdeburg; 1963 1. Stellv. des GD u. 1966 – 71 GD des VEB Carl Zeiss Jena (Nachf. von Hugo Schrade); 1963 – 71 Abg. der Volkskammer, 1967 – 71 Mitgl. des ZK der SED; später Dir. des VEB »Erich-Weinert-Werk« in…

Wer war wer in der DDR

Ganse, Robert

* 24.3.1909 – ✝ 12.8.1972

Geb. in Kassel; Vater Apotheker; Gymnasium in Hamborn; 1930 – 36 Studium der Med. in Köln, Frankfurt (Main), Münster u. Hamburg, dort 1936 Prom.; April – Okt. 1933 Inhaftierung u. »Schutzhaft« im KZ Brauweiler, Hochverratsprozeß, Freispruch wegen »Mangels an Beweisen«; Medizinalpraktikant in Hamburg u. Hamborn; 1937/38 gynäkolog. Ausbildung bei Hans Hinselmann in Hamburg-Altona, Entlassung aus pol. Gründen; 1938 – 43 Assistenzarzt an der Privat-Frauenklinik Mackenrodt in Berlin; hier 1943…

Wer war wer in der DDR

Garling, Adolf

* 11.1.1925

Geb. in Teterow (Landkrs. Güstrow); Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; 1940 – 43 Lehrling in der Stadtverw. Teterow; April 1943 NSDAP; 1943 – 45 Wehrmacht, 1945 – 47 amerikan. Kriegsgefangenschaft in Belgien, dort Arbeit im Bergwerk. 1947 – 52 Angest. der Abt. Finanzen der Stadtverw. Teterow; 1948 SED, 1950 SED-LPS Mecklenb.; 1952 – 54 Abt.-Ltr. Finanzen beim Rat des Krs. Malchin; 1954 – 60 Vors. des Rats des Krs. Malchin; 1956 / 57 Direktstudium, 1958 – 60 Fernstudium an der DASR Potsdam,…

Wer war wer in der DDR

Gartmann, Hermann

* 24.12.1906 – ✝ 18.3.1972

Geb. in Waldheim (Krs. Osthavelland); Va- ter Maurer; Volksschule; 1921 – 24 Landarb. in Oggerschütz, 1925 – 28 Bauhilfsarb. in Berlin; 1924 RJ, 1925 KJVD u. Baugewerbebund; 1927 KPD; 1928 Reichsschule des KJVD in Dresden, Mitarb. des M-Apparats; Apr. 1928 mit Olga Benario Teiln. an der Befreiung v.  Otto Braun; 1929/30 Mitgl. der KJVD-BL Berlin-Brandenb.; 1929/30 Mitarb. im Abwehrapparat der KPD-BL Berlin-Brandenb.; 1930 Halbjahreslehrgang an der Militärpol. Schule in Moskau, danach Ltr. für…

Wer war wer in der DDR

Gauder, Hartwig

* 10.11.1954

Geb. in Vaihingen (Baden-Württ.); 1960 nach Ilmenau (Thür.) übergesiedelt; EOS; Skilaufen u. Springen bei der BSG Empor Ilmenau; seit 1970 aktiv in der Leichtathletik (Gehen), zuerst in Ilmenau (Übungsltr.: Horst Stäps), dann beim SC Turbine Erfurt (Trainer: Hans-Dieter Neumüller, ab 1980 Siegfried Herrmann); 1973 Junioren-EM; 1978 ER; viermal Teiln. an Europameisterschaften: 1978 7. Platz, 1982 4. Platz, 1986 Sieger, 1990 3. Platz; dreimal Teiln. an Olymp. Spielen: 1980 Sieger, 1988 3. Platz;…

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Fuhrmann, Bruno

* 2.1.1907 – ✝ 25.9.1979

Geboren am 2. Januar 1907 in Königsberg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Zimmermann. 1922 Mitglied des KJVD, im November 1926 der KPD, 1925 Orgleiter, 1927 Polleiter des KJVD Ostpreußen, auf dem 8. KJVD-Kongreß zum Mitglied des ZK des KJVD gewählt. 1929/30 besuchte er die KJI-Jugendschule in Moskau, anschließend KJI-Instrukteur. Im Dezember 1930 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er KPD-Jugendsekretär in Ostpreußen. Im Dezember 1931 holten ihn die Anhänger Heinz Neumanns in die KJVD-Führung nach Berlin, hier Mitglied des Büros und Sekretär des ZK des KJVD. Ab Februar 1933 Polleiter des KJVD im Bezirk Halle-Merseburg, anschließend in Thüringen. Am 14. Juni 1933 in Erfurt verhaftet, wurde er am 22. November 1934 vom VGH zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. 1936 flüchtete er in die âSR, war KPD-Grenzkurier, ab Ende 1936 in der Schweiz, wo er im Parteiauftrag eine Arbeitsgemeinschaft von politischen Emigranten bildete. Von Juni 1940 bis April 1941 interniert, ab 1942 Orgleiter der neugebildeten KPD-Landesleitung der Schweiz, im Juni 1945 flüchtete er aus dem Lager Wallisellen und gelangte mit Hans Teubner und Leo Bauer nach Deutschland. Das ZK der KPD schickte Fuhrmann als Instrukteur in die amerikanische und französische Zone. Ab Oktober 1947 leitete er die Orgabteilung des ZS der SED, wurde im Februar 1949 Leiter der neugeschaffenen Westkommission des ZS der SED in Berlin. Als Westemigrant geriet er im Zusammenhang mit der Noel-H.-Field-Affäre in das Visier sowjetischer und DDR-Sicherheitsorgane sowie der ZPKK. Im August 1950 aller Parteifunktionen enthoben, aus Berlin verbannt, nur noch untergeordnete Funktionen, wie ab Juni 1954 als Arbeitsdirektor im VEB Lokomotivbau in Hennigsdorf. Im März 1956 Aufhebung der Funktionssperre, von 1964 bis 1972 Sekretär der Zentralleitung des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Bruno Fuhrmann starb am 25. September 1979 in Ost-Berlin. Fuhrmanns Frau Louise (Aloisia), geborene Vitzthum (* 20. 9. 1908 – † 19. 05. 2003), Tochter einer Kleinbauernfamilie, war Kontoristin und Kindergärtnerin. Seit 1926 im KJV Österreich, seit 1928 in der KPÖ. Anfang 1933 Übersiedlung nach Deutschland, illegale Arbeit für den KJVD. Im November 1933 verhaftet und schwer gefoltert, brachte sie im August 1934 im Frauengefängnis Barnimstraße ihre Tochter Karin zur Welt. Vom Berliner Kammergericht am 13. Oktober 1934 zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Freilassung nach Wien, 1937 Flucht in die âSR, 1939 nach Frankreich. Ende 1940 von der Gestapo festgenommen, nach Deutschland überstellt und nach einigen Monaten Haft in Bremen entlassen. 1945 in Bremen für die KPD aktiv, dann Übersiedlung in die SBZ und Heirat mit Bruno Fuhrmann. Zunächst im VEB »Goldpunkt« Schuhfabrik tätig, folgte sie ihrem Mann nach dessen Entlassung aus dem Parteiapparat nach Hennigsdorf und arbeitete im Stahl- und Walzwerk »Wilhelm Florin«.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Funk, Erich

* 17.9.1903 – ✝ 4.7.1967

Geb. in Königsberg (Kaliningrad, Rußland); Vater Hafenarbeiter, Sägewerksarbeiter (1909 gest.), Mutter Landarbeiterin, Dienstmädchen; Volksschule in Königsberg; 1918 – 21 Lauf- u. Arbeitsbursche; 1919 Dt. Transportarbeiterverb.; 1920 Mitgl. der KPD Königsberg; KJVD-Funktionär; 1922 – 25 Bauarb., Eisenflechter; 1925 Mitgl. des RFB, der RH, IAH; im RFB Gruppenführer, Zugführer u. Abt.-Ltr. der »Roten Jungfront«; 1926 – 28 Gaultr. des RFB Ostpr.; 1926 – 31 Instrukteur u. Sekr. der RFB-Gaultg.…

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Funke, Joachim

* 21.12.1930

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Lokomotivschlosser; Grund- u. OS, 1945 Streckenarb. bei der DR; 1950/51 Instrukteur beim Statist. Landesamt Thür.; 1951 SED; 1951 – 55 Studium an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1955 – 65 Stellv. bzw. Ltr. der Bezirksstelle Frankfurt (Oder) der Staatl. ZV für Statistik; 1960 Mitgl., 1962 – 66 stellv. Vors. der Revisionskommission der SED-BL Frankfurt (Oder); 1966 – 72 stellv. Ltr. der Staatl. ZV für Statistik; 1966 Kand., 1967 – 89 Mitgl. der ZRK der SED;…

Wer war wer in der DDR

Fuß, Walter Eberhardt

* 24.5.1921 – ✝ 1.4.1996

Geb. in Hamburg; seit 1945 Theaterschauspieler in Berlin u. Potsdam; in über 60 DEFA-Filmen in zumeist kleineren Rollen, u. a. in »Das kalte Herz« (1950), »Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse« (1954), »Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse« (1955), »Alter Kahn u. junge Liebe« (1957), »Meine Frau macht Musik« (1958), »Das Lied der Matrosen« (1958), »Die schwarze Galeere« (1962), »Geliebte weiße Maus« (1964), »Lots Weib« (1965), »Wenn du groß bist, lieber Adam« (1965), »Die Söhne der großen Bärin«…

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Gabel-Thälmann, Irmgard

* 6.11.1919 – ✝ 10.12.2000

Geb. in Hamburg; Vater KPD-Vors. Ernst Thälmann; 1926 – 34 Volksschule; Jungpionier, 1932 KJVD; 1934 – 36 Berufsschule, Abbruch wegen Verhaftung des Vaters; arbeitslos; Beteiligung an illeg. Aktivitäten für die Befreiung ihres Vaters, u. a. Nachrichtenübermittlung bei Gefängnisbesuchen; 15.4.1944 Verhaftung in Singen, Haft (ohne Prozeß) in Singen, Hamburg u. Berlin (geführt als »Martha Suhren«), anschl. KZ Ravensbrück, dann Außenlager Neubrandenb. 1945/46 KPD/SED; 1945 Mitbegr. von antifa.…

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Gäbler, Klaus

* 5.10.1931

Geb. in Steinpleis (Krs. Werdau); Vater Arbeiter; OS, 1950 Abitur; 1947 SED; 1950 – 52 Studium an der Univ. Leipzig, 1952 – 57 an der Lomonossow-Univ. Moskau, Dipl.-Philos.; 1957/58 Mitarb. der SED-BL Leipzig; 1958 – 61 Assistent u. Oberassistent am Philos. Inst. der KMU Leipzig; 1961 – 63 Mitarb., 1963 – 67 Sektorenltr., 1967 – 79 stellv. Ltr. u. Febr. 1979 – Dez. 1989 Ltr. der Abt. Prop. des ZK der SED (Nachf. von  Kurt Tiedke); 1974 u. 1981 VVO; 1978 Prom. zum Dr. phil. am IML mit einer…

Wer war wer in der DDR

Gailat, Kurt

* 14.7.1927 – ✝ 8.11.2010

Geb. in Klein-Dräwen; Volksschule; 1941/42 Laufbursche; 1942 – 45 Lehre u. Arbeit als Tischler; 1945 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schüler. 1949 Rückkehr nach Dtl.; Sekr. der FDJ-KL Wismar, dann 1. Vors. der FDJ-KL Greifswald; 1950 SED; Abt.-Ltr. beim FDJ-LV Mecklenb.; 1950/51 PHS; 1951 Einstellung beim APN (ab 1953 HA XV, ab 1956 HV A des MfS), HA I (später Abt. II, Parteien u. Org. in der Bundesrep. Dtl.); 1961 – 67 Fernstudium an der JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jur.;…

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Galley, Michael

* 14.11.1944 – ✝ 4.5.2004

Geb. in Schwerin; Vater ev. Pfarrer; Oberschule u. ev. Musikschule Naumburg; Ausbildung als Kirchenjurist im Kirchl. Oberseminar; 1969 CDU; Fernstud. an der HU Berlin, Dipl.-Jurist; anschl. Einsatz als Jurist in Großbetrieben, zuletzt im VEB Elementenwerk Henningsdorf; 1983 – 1990 hauptamtl. Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. im Sekr. des Hauptvorst. der CDU; Sekr. der CDU-Volkskammerfraktion; 1985 ehrenamtl. Vors. des CDU-KV Marzahn; 1989 / 90 Vors. des CDU-BV Gera; 1989 / 90 Mitgl. des CDU-Parteivorst.;…

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Ganter-Gilmans, Hans-Paul

* 30.4.1917 – ✝ 20.1.1955

Geb. in Wien; Vater selbst. Kfm.; ab 1922 Volks- u. Hauptschule, Realgymnasium in Wien u. Berlin; 1934/35 Handels-HS in München u. Wien, 1935 Dipl.-Kfm.; 1925 – 29 Mitgl. der Roten Falken, Österreich; 1929 – 33 SPD; 1935 – 38 Volontär u. Verkäufer in einer Wiener Firma; nach 1937 Teiln. an der Rhein. Freiheitsbew.; 1938/39 Mitarb. in der elterl. Firma in Berlin; 1939 – 41 Wehrmacht; 1941 von einem Kriegsgericht in Paris wegen »Zersetzung der Wehrkraft« zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; 1941/42…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Garske, Charlotte

* 4.12.1906 – ✝ 30.1.1943

Geboren am 4. Dezember 1906 in Berlin als Charlotte Schaepe; kaufmännische Lehre, Kontoristin. Aus einer 1926 geschlossenen Ehe, die schon 1930 wieder geschieden wurde, ging ein Kind hervor. 1933 heiratete sie den Bauhilfsarbeiter Erich Garske (* 21. 11. 1907), später Bauzeichner. Bereits vor 1933 Mitglieder der KPD, beteiligten sich beide nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am Widerstand gegen das NS-Regime. Sie stellten ihre Wohnung in Berlin-Mitte den illegal nach Deutschland kommenden Instrukteuren des ZK der KPD zur Verfügung. So fand 1934 in dieser Wohnung u.a. Eugen Schwebinghaus, ein enger Mitarbeiter Robert Stamms, Quartier. Ab 1942 war ihre Wohnung Anlauf- und Arbeitsstelle für Wilhelm Knöchel. Erich Garske unterstützte Knöchel bei seiner Arbeit, so fertigte er Zeichnungen für die von Knöchel herausgegebenen illegalen Druckschriften u. a. der Zeitschrift »Der Friedenskämpfer«. Charlotte Garske reiste als Kurier Knöchels u. a. nach Wuppertal und überbrachte Willi Seng illegales Material. Sie organisierte auch Straßentreffs Knöchels in Berlin. Erich Garske wurde am 30.Januar 1943, seine Frau am 17. Februar 1943 verhaftet. Am 9. November 1943 wurden beide vom VGH zum Tode verurteilt. Erich Garske wurde am 13.Dezember 1943, Charlotte Garske am 16. Dezember 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet.

Wer war wer in der DDR

Gass, Karl

* 2.2.1917 – ✝ 29.1.2009

Geb. in Mannheim; Vater Automechaniker; ab 1925 wohnhaft in Köln; OS, 1936 Abitur; ab 1936 kfm. Volontariat bei einer Wohn- u. Siedlungsgemeinschaft; dann Studium der Betriebs- u. Volkswirtschaft in Köln; 1940 Dt. Mstr. im Ruder-Achter; 1940 – 45 Wehrmacht (Panzergrenadierbrigade »Großdtl.«), zul. Ltn. der Reserve; 1945 brit. Kriegsgefangenschaft. Dez. 1945 »Wirtschaftsred. mit Kenntnis der Geschichte der letzten 100 Jahre« beim NWDR in Köln; lernte  Karl-Eduard von Schnitzler u.  Karl Georg…

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Gebhardt, Manfred

* 6.1.1927 – ✝ 17.7.2013

Geb. in Ziegelrode (Mannsfelder Gebirgskr.); Vater Lok-Führer, Mutter Verkäuferin; Volksschule, ab 1933 Staatl. Lutherschule Eisleben, Soldat, poln. Kriegsgefangenschaft, Antifaschule Warschau, 1948 / 49 Redakteur der Kriegsgefangenen-Zeitung »Die Brücke«. Dez. 1949 Rückkehr nach Dtl. (DDR); SED (bis 1989); 1950 Redakteur, ab 1952 stellv. Chefredakteur der Tagesztg.»Junge Welt«; 1958 / 59 Mitgl. des Red.-Koll. der »Berliner Zeitung«; 1959 – 62 Mitarb. des NR, verantw. für Presse, u. a. Chefred.…