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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Baer, Otto

* 1.2.1881 – ✝ 23.4.1966

Geb. in Jerichow; Vater Arbeiter; Lehre u. Arbeit als Gerber; 1898 Gewerkschaft der Lederarb., ehrenamtl. Hauskassierer, später Bezirks-Ltr.; 1900 SPD, 1917 Vors. des SPD-Ortsvereins Magdeburg, 1920 – 33 Vors. der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversamml. von Magdeburg; 1930 – 33 Verwaltungsdir. des Krankenhauses Magdeburg-Sudenburg, ab 1928 Vorstandsmitgl. des Preuß. u. Provinzial-Sächs. Städtetags, Mitgl. u. zeitw. Vors. des Provinziallandtags Sachsen; 1929 – 33 stellv. Mitgl. des Preuß.…

Wer war wer in der DDR

Bahmann, Rudolf

* 26.2.1929 – ✝ 19.9.1977

Geb. in Plauen; Vater Mittelbauer (13 ha), Mutter Verkäuferin; Volks- u. Aufbauschule; 1945 – 48 Lehrling im landw. Betrieb (13 ha) der Eltern; 1945 Mitbegr. der Antifa-Jugend in Gera. 1945 KPD, 1946 SED; 1945 / 46 Landwirtschaftsschule Berga; 1948 – 50 Instrukteur der SED-LL Thüringen; 1949 Bauernhochschule Paretz; 1950 Lehrgang an der LPS Bad Blankenburg; 1950 / 51 Sektorenltr., 1952 Abt.-Ltr. der SED-LL Thüringen; 1952 – 58 Sekr. für Landw. der SED-BL Gera; 1954 – 58 Abg. des Bezirkstags…

Wer war wer in der DDR

Bähring, Helmut

* 12.2.1923 – ✝ 30.4.2002

Geb. in Weimar; 1937 – 39 Ausbildung zum Verlagskfm. in Weimar; 1941 – 45 Wehrmacht u. Kriegsgefangenschaft. 1945 – 47 Arbeit auf dem Bau; 1946 SED; 1947 Volontär in der Landesdruckerei Thür. in Weimar, 1947 – 51 dort Ltr. der Verlags- abt.; 1952 Lehrgang für Verlagsmitarb. an der DVA; 1952 – 57 Verlagsltr. im Vordruck-Leitverlag Magdeburg; 1955 – 60 Fernstudium der Finanzökon. an der HfÖ Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1957 – 62 Ltr. des VEB Wilhelm-Knapp-Verlages (später Fotokino-Verlag) in Halle,…

Wer war wer in der DDR

Baierl, Helmut

* 23.12.1926 – ✝ 12.9.2005

Geb. in Rumburg (Nordböhmen/Rumburk, Tschechien); Vater Gymnasiallehrer; OS; 1944 Mitgl. der NSDAP; nach Aussiedlung Landarbeiter. 1945 – 47 LDP u. 1947 – 89 SED; 1949 – 51 Studium der Slaw. an der Univ. Halle; anschl. Russ.-Doz. in der Erwachsenenqualifizierung, 1955 an der ABF Greifswald, verf. dort erste Arbeiten für Laienspielgr.; 1955 – 57 Studium am Inst. für Lit. »Johannes R. Becher« in Leipzig; 1957 – 59 Cheflektor des Hofmeisterverlages Leipzig; 1958 erstes Theaterstück »Die…

Wer war wer in der DDR

Balzer, Karin

* 5.6.1938

Geb. in Magdeburg; POS; bis 1955 Ausbildung zur Chemie-Facharb.; 1953 – 72 aktiv in der Leichtathletik (80- bzw. 100-m-Hürdenlauf, Sprint), Mitgl. der BSG Einheit Magdeburg, ab 1956 des SC Chemie Halle, SC DHfK Leipzig, SC Frankfurt (Oder); SC Leipzig (Trainer u. späterer Ehemann Karl-Heinz Balzer); 1956 – 61 Chemiefacharb. in Halle; viermal Teiln. an Olymp. Spielen: 1960, 1964 Siegerin (erste olymp. Goldmedaille in der Leichtathletik für die DDR), 1968 5. u. 1972 3. Platz, viermal Teiln. an…

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Bänsch, Karl

* 30.5.1882 – ✝ 1938

Geboren am 30. Mai 1882 in Boyadel/Krs. Grünberg in Schlesien, lernte Kunst- und Bauschlosser. Vor dem Ersten Weltkrieg Mitglied der SPD, war 1914 bis 1918 Soldat, trat zur USPD über. 1919 hauptamtlicher Jugendsekretär des DMV, ab 1920 Berufsberater im Dienst der Stadt Berlin und im selben Jahr in die Bezirksversammlung Berlin-Friedrichshain gewählt. Seit 1920 KPD-Mitglied, 1925 unbesoldeter Bezirksstadtrat in Friedrichshain und von 1929 bis 1933 Abgeordneter der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Er verlor 1933 seine Stelle als Berufsberater, wurde verhaftet und mißhandelt. Karl Bänsch starb 1938 nach längerer Krankheit in der Lungenheilstätte Beelitz. Sein Sohn Willi (*27.2. 1908), Schlosser und vor 1933 KPD-Funktionär in Berlin, wurde am 17. November 1936 vom VGH zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, kam danach ins Arbeitserziehungslager Wuhlheide, aus dem er im Mai 1944 floh. Er hatte Kontakt zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow, am 12. November 1944 erneut verhaftet, erschoß er bei seiner Festnahme einen Polizisten. Am 4.Dezember 1944 vom VGH zum Tode verurteilt, wurde Willi Bänsch am 11. Dezember 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Seine Frau Elli Bänsch, geborene Schöfisch (* 22. 6. 1909 – † 16. 8. 1974) und seine Schwester Martha Langowski, geborene Bänsch (* 3. 10. 1912 – † 19. 1. 1959) erhielten hohe Zuchthausstrafen, weil sie ihn nach seiner Flucht versteckt hatten.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Barbasch, Ludwig

* 28.8.1892 – ✝ 12.7.1962

(* 1892 – † 1962) Geboren am 28. August 1892 in Berlin, Sohn eines Kaufmanns. Nach dem Abitur Studium der Rechtswissenschaften in Berlin, Cambridge und Grenoble, Referendarexamen in Berlin. Kriegsfreiwilliger und Unteroffizier im Ersten Weltkrieg, promovierte 1918 an der Universität Rostock. Als Mitglied des Soldatenrates in Schwerin Anfang 1919 am Putsch von Matrosen beteiligt, Mitbegründer der USPD in Mecklenburg. Bis Juli 1919 Minister ohne Portefeuille in der Mecklenburger Revolutionsregierung. Danach wegen seiner Beteiligung am Schweriner Matrosenaufstand zum Tode verurteilt, dann begnadigt. In der KAPD aktiv, hatte Barbasch in der Partei 1921/22 erheblichen Einfluß. Von 1924 bis 1933 als Rechtsanwalt in Berlin politischer Strafverteidiger der KAPD, ebenso des Leninbundes, später auch für die Rote Hilfe tätig. In der Nacht des Reichtagsbrandes im März 1933 verhaftet, saß er bis September 1934 im KZ. Nach der Freilassung emigrierte Barbasch über die Schweiz und Italien nach Palästina. Er ließ sich als Advokat in Tel Aviv nieder, zog sich aus der Politik zurück und ging 1957 wieder nach Deutschland. Von 1958 bis 1962 Rechtsanwalt in Wiesbaden, vor allem mit Wiedergutmachungsfragen befaßt. Ludwig Barbasch starb am 12. Juli 1962 in Wiesbaden.

Wer war wer in der DDR

Barkhausen, Heinrich

* 2.12.1881 – ✝ 20.2.1956

Geb. in Bremen; Vater LG-Dir.; Studium der Physik in Berlin, München u. Göttingen; 1907 Prom. bei H. Simon in Göttingen, 1910 Habil. an der TH Berlin-Charlottenburg; 1907 – 11 Mitarb. im Forschungslabor der Siemens AG; 1911 Berufung an die TH Dresden, leitete dort den Aufbau des ersten Schwachstrominst. in Dtl. 1946 nach Wiedereröffn. der TH Rückkehr nach Dresden u. führend am Wiederaufbau der HS beteiligt; Neuaufbau des total zerstörten Inst. u. Entw. zum führenden Zentrum für…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Barteck, Leo

* 12.5.1887 – ✝ 26.9.1968

Geboren am 12. Mai 1887 in Königsberg als Sohn eines Korbmachers; ging als Gelegenheitsarbeiter auf Wanderschaft und blieb bis 1912 in der Schweiz, wo er nach dem Erlernen der französischen Sprache in Hotels und Büros sowie als Buchhändler arbeitete. Barteck lebte von 1913 bis 1919 in Großbritannien, nach Ausbruch des Krieges kam er von Dezember 1914 bis 1919 als Zivilinternierter auf die Isle of Man. 1919 kehrte er nach Königsberg zurück, wurde Mitglied der KPD und war von 1920 bis 1924 Geschäftsführer des Verlages »Rote Fahne des Ostens«. Zeitweilig setzte ihn die Komintern als Kurier und Transportleiter auf der Linie Kowno-Berlin ein. Barteck fungierte auch als Treuhänder der illegalen KP Litauens in Finanzangelegenheiten. Von 1924 bis 1930 war er RHD-Sekretär in Königsberg und auch Mitglied deren Reichsleitung. Wegen seiner Ablehnung der ultralinken Politik der KPD-Führung 1930 aus der KPD ausgeschlossen und auch als RHD-Angestellter entlassen, wurde er Mitglied der KPO. Bis 1936 war Barteck als Erd- und Bauarbeiter beschäftigt. Da er nach 1933 in Königsberg illegale Arbeit leistete, wurde er im Dezember 1936 verhaftet, kam von April 1937 bis Februar 1941 ins KZ Sachsenhausen. Danach Lagerist, 1944 nach Stettin dienstverpflichtet. Im Mai 1945 Übersiedlung nach Schwerin, dort Eintritt in die KPD. Von September 1945 bis 1948 war Barteck Leiter des Kulturamtes der Stadt Schwerin und dann Leiter der Personalabteilung des Ministeriums für Volksbildung der Landesregierung Mecklenburg. Während der Parteiüberprüfungen Anfang 1950 wegen seiner früheren KPO-Tätigkeit abgesetzt, im Juni 1950 als Kulturleiter der Sozialversicherungsanstalt SVA nach Heiligendamm abgeschoben. Leo Barteck starb am 26. September 1968.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bartels, Wolfgang

* 11.7.1890 – ✝ 24.10.1971

Geboren am 11. Juli 1890 in Hayn/Harz als Sohn des Revierförsters Wilhelm Bartels. Er besuchte das Leibniz-Gymnasium in Hannover und absolvierte die Journalistenhochschule in Berlin. Danach an verschiedenen Zeitungen tätig (»Krefelder Zeitung«, »Frankfurter Zeitung«). Im Oktober 1913 wurde Bartels aktiver Soldat. Seit 1914 an der Front, nach einer Verwundung kam er 1916 zur Fliegertruppe. Er gehörte vor dem Weltkrieg der »Demokratischen Vereinigung« an, nahm 1916 Verbindung mit dem späteren USPD-Führer Wilhelm Dittmann sowie dem später führenden KAP-Rechtsanwalt Ludwig Barbasch auf und trat selbst der SPD bei. 1918 während der Revolution zum Vorsitzenden des Soldatenrates in Doblen (Kurland) gewählt; nach der Heimkehr 1919 wurde er Mitglied der USPD; zunächst Redakteur der »Hamburger Volkszeitung«, dann der »Leipziger Volkszeitung«. 1920 politischer Redakteur der »Sozialistischen Republik« in Köln. Im Dezember 1920 trat Bartels mit der linken USPD zur KPD über. Während des Abwehrkampfes gegen den rheinischen Separatismus 1921 von der belgischen Besatzung einige Monate lang interniert, dann 1922 von einem deutschen Gericht wegen Beleidigung Noskes zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. 1923 kurze Zeit Chefredakteur der »Arbeiterzeitung« in Saarbrücken, auch dort verhaftet und ausgewiesen. Bartels gehörte zu den Linken um Ruth Fischer und Arkadi Maslow. Nach dem IX. Parteitag 1924 Chefredakteur der »Hamburger Volkszeitung«. Im Mai 1924 Reichstagsabgeordneter, von Dezember 1924 bis 1928 KPD-Abgeordneter des Preußischen Landtags und Mitglied des Fraktionsvorstands. In den Auseinandersetzungen nach dem »Offenen Brief« 1925 war Bartels einer der aktiven Anhänger der linken Opposition, als deren Sprecher er auf dem XI. Parteitag (März 1927) auftrat. Sofort danach erfolgte sein Ausschluß aus der KPD. 1928 gehörte er zu den Mitbegründern des Leninbundes und übernahm die Redaktion des Organs dieser Gruppe »Volkswille«, zunächst in Suhl, später (nach dem Übertritt Guido Heyms zur SPD) in Berlin. Zugleich Redakteur des theoretischen Organs des Leninbundes »Fahne des Kommunismus«. Mitte Januar 1929 trat Bartels zur SPD über, er wurde Chefredakteur des Braunschweiger »Volksfreundes« und gehörte der SPD-BL Braunschweig an. Im Mai 1933 verhaftet, saß er bis März 1934 in »Schutzhaft« in Braunschweig. Von August bis November 1935 im KZ Dachau inhaftiert, blieb er nach der Entlassung 1935 unter Polizeiaufsicht. 1938 erneut verhaftet, zusammen mit Otto Grotewohl und anderen Sozialdemokraten angeklagt, das Verfahren wurde jedoch niedergeschlagen. Nochmals 1944 inhaftiert, wieder entlassen und 1945 zum Militärdienst eingezogen. 1945 trat Bartels wieder der SPD bei. Von der amerikanischen Besatzung zum Lizenzträger der »Hessischen Nachrichten« in Kassel ernannt, schied er 1955 aus der Redaktion dieser Zeitung aus. Seit 1956 lebte er mit seiner Familie in München und gab dort bis 1967 die Zeitschrift »Das Gewissen« heraus, ein »unabhängiges Organ zur Bekämpfung der Atomgefahr«. Wolfgang Bartels starb am 24. Oktober 1971 in München.

Wer war wer in der DDR

Bartke, Eberhard

* 18.2.1926 – ✝ 17.11.1990

Geb. in Berlin; Vater Maler; OS; 1944 RAD, Juni 1944 – Mai 1945 Soldat, kriegsversehrt entlassen aus dem Lazarett Breslau. 1946 – 49 Studium der Formgestaltung HS Berlin-Weißensee, ohne Abschluß; 1947 SED; 1948 – 49 Organisationsltr. der SED-GO an der HS Berlin-Weißensee; 1949 – 52 Lehrer an der SED-KPS Berlin-Kaulsdorf, 1951 – 52 Mitgl. der SED-KL; März – Dez. 1952 Ltr. der SED-Betriebsparteischule bei den Elektroapparatewerken Treptow; 1953/54 Aspirant am IfG, Staatsexamen; 1954 – 58 Aspirant…

Wer war wer in der DDR

Bartsch, Karl-Heinz

* 25.11.1923 – ✝ 19.7.2003

Geb. in Löblau (Krs. Danzig Land/Lublewo, Polen); Vater Großbauer u. Gutsverwalter; Grund- u. Oberschule (Horst-Wessel-Gymn. in Danzig), 1941 Abitur; HJ; Ausbildung in der Landw. in der Gutsverw. Schwichow, Landw.-Gehilfe; Apr. 1941 feiwillig zur Waffen-SS, bis Aug. 1941 Ausbildung in Elwangen (III. SS-Panzerdiv. »Totenkopf« u. SS-Div. »Götz von Berlichingen«), Herbst 1942 Einsatz in Frankreich, Juni 1943 in der UdSSR (Schlacht am Kursker Bogen), Aug. 1943 Verwundung, EK II; Okt. 1943 – Jan.…

Wer war wer in der DDR

Baeseler, Horst

* 10.3.1930 – ✝ 20.9.2004

Geb. in Dresden; Vater Drogist; 1940 – 45 König-Georg-Gymn. Dresden, wg. Zerstörung des Gymn. am 13.2.1945 endete die Schulausbildung. 1945 – 48 Ausbildung in der Baumschule Hauber in Dresden-Tolkewitz; 1949 Arbeit in einer Stauden-Gärtnerei; 1949 – 51 Ausbildung zum Gärtner in der FS für Gartenbau Pillnitz (mit  Johann Greiner); 1951 Maschinenlehrgang für Gärtner in Quedlinburg; 1951 – 91 angestellt bei der DBA (auf Vermittl. v. J. Greiner), bis 1955 Mitarb. von  Reinhold Lingner; 1951 / 52…

Wer war wer in der DDR

Bahner, Werner

* 18.6.1927

Geb. in Neuwiese (Erzgeb.); Vater Zimmermann; Gymnasium, Abitur; 1946 – 50 Studium der Romanistik, Anglistik u. Philos. an der Univ. Leipzig, dort 1950 Prom. zum Dr. phil.; ab 1952 Doz. für roman. Philologie; 1955 Habil. zum Sprachbewusstsein in der span. Lit. des 16. u. 17. Jh. an der KMU Leipzig; 1955 Mitgl. der SED u. 1956 – 58 des EK der UNESCO; 1961 Prof. mit vollem Lehrauftrag, 1964 mit Lehrstuhl für Romanistik u. Dir. des Roman. Inst. der KMU Leipzig; 1961 Abt.-Ltr. u. 1965 – 69 Dir. des…

Wer war wer in der DDR

Bahro, Rudolf

* 18.11.1935 – ✝ 5.12.1997

Geb. in Bad Flinsberg (Krs. Löwenberg, Niederschl./Świeradów Zdrój, Polen); 1954 – 59 Studium der Philos. an der HU Berlin; anschl. Red. versch. Ztg., u. a. 1960 – 62 der Greifswalder Univ.-Ztg.; 1962 – 65 beim ZV der Gewerkschaft Wiss.; ab 1965 stellv. Chefred. der Ztg. »FORUM«; 1967 – 77 Abt.-Ltr. für Arbeitsorg. im VEB Gummikombinat Berlin; 1972 – 75 Arbeit an einer Diss. über die Effektivität des Einsatzes von HS- u. FS-Kadern im soz. Betrieb, trotz positiver Gutachten Ablehnung der Diss. an…

Wer war wer in der DDR

Balden, Theo

* 6.2.1904 – ✝ 30.9.1995

Geb. in Blumenau (Sta. Catarina, Brasilien); Vater Kunstmaler; 1906 nach dem Tod des Vaters mit seiner Mutter nach Dtl.; 1910 – 18 Volksschule in Berlin; 1918 – 22 Ausbildung zum techn. Zeichner in Berlin; 1922 Mitglied der Wandervogelbeweg.; 1923/ 24 Studium am Bauhaus Weimar (Lehrer: László Moholy-Nagy u. Oskar Schlemmer), danach autodidaktische Weiterbildung; seit 1924 freischaff.; 1928 Mitgl. der KPD, 1929 der ASSO; 1933 illeg. pol. Arbeit im Rahmen einer Künstlergr., 1934 für 9 Mon.…

Wer war wer in der DDR

Bamler, Hans-Joachim

* 13.7.1925 – ✝ 24.4.2015

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Generalltnt. der Wehrmacht, u. a. im Amt Ausland / Abwehr (»Amt Canaris«), Mutter Krankenschwester, starb an den Folgen der Haft im KZ Dachau u. des Todesmarsches nach Tirol; 1932 – 35 Volksschule in Königsberg u. Berlin-Steglitz; 1935 – 43 Oberschule in Berlin, Wien u. Zoppot (Polen), Abitur; 1943 – 45 Berufsoffz., zul. Ltnt.; April 1945 amerikan. Kriegsgef. Mai 1945 Ausb. zum Färber u. Filmdrucker bei der Filmdruckerei Müller & Schulten in Stuttgart; 1949…

Wer war wer in der DDR

Bär, Erich

* 23.5.1916 – ✝ 5.4.2005

Geb. in Dresden; Vater Arbeiter; Volksschule; 1930 – 34 Ausbildung zum u. Arbeit als Klempner u. Installateur; 1931 – 35 Funktionen im KJVD; 1934/35 arbeitslos; 1935 – 45 Verhaftung wegen »Vorber. zum Hochverrat«; Haft in den Zuchthäusern Zwickau, Berlin-Plötzensee, Bremen-Oslebshausen u. 1938 – 45 im KZ Buchenwald, dort Mitgl. des illeg. Lagerkomitees. 1945/46 KPD/SED; 1945 pol. Mitarb. der KPD-LL Sachsen; 1947 stellv. Personalchef der Polizei Sachsen; 1949 Einstellung bei der Verw. zum Schutz…

Wer war wer in der DDR

Barbe, Angelika

* 26.11.1951

Geb. in Brandenburg; aufgew. in Jeserig (b. Brandenb.), Vater selbständiger Gartenbaumstr., später Genossenschaftsbauer; 1958 – 66 POS in Schenkenberg u. Jeserig; 1966 – 70 EOS in Ziesar, Abitur mit Berufsausbildung zum Betriebsschlosser; 1970 – 74 Studium der Biologie, insbes. Verhaltensbiologie an der HU Berlin, Dipl.-Biol.; 1974/75 Beauftragte der Krs.-Pflanzenschutzstelle in Neufahrland (b. Potsdam); 1975 – 79 Biologin bei der Hygiene-Inspektion in Berlin-Lichtenberg, danach Hausfrau; seit…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Baron, Erich

* 20.7.1881 – ✝ 28.2.1933

Geboren am 20. Juli 1881 als Sohn einer jüdischen Fabrikantenfamilie in Berlin; Baron studierte von 1901 bis 1904 Jura, aber auch Philosophie und Architektur. Er trat der SPD bei und arbeitete als Journalist. 1907 übersiedelte er nach Brandenburg/Havel, wurde Redakteur der sozialdemokratischen »Brandenburger Zeitung« und von 1910 bis 1918 SPD-Stadtverordneter in Brandenburg, er war besonders in Jugendfragen aktiv. Baron, der sich während des Ersten Weltkrieges der USPD anschloß, gehörte zu den Anhängern Karl Liebknechts. Seit August 1916 Soldat, kehrte im Sommer 1918 verwundet nach Brandenburg zurück, wurde hier im November 1918 einer der drei Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates. Anfang 1919 übersiedelte er nach Berlin und wurde Redakteur der USPD-Zeitung »Freiheit«. Auf dem USPD-Parteitag 1920 trat Baron für die Vereinigung mit der KPD ein, als Mitglied der VKPD arbeitete er bis Februar 1924 als Inlandsredakteur im Pressebüro der KPD-Zentrale. Ab Februar 1924 war er Generalsekretär der Gesellschaft der Freunde des neuen Rußlands und redigierte deren Zeitschrift »Das neue Rußland«. Als seine Freunde Eduard Fuchs und Heinrich Vogeler 1929 mit den rechten Kommunisten aus der KPD verdrängt wurden und zur KPO gingen, blieb Baron in der Partei. Obwohl von Moskau bis 1932 immer wieder heftig kritisiert (und dort mehrfach seine Absetzung erwogen wurde), vertrat er die stalinistische Politik in der Gesellschaft der Freunde, deretwegen z. B. Heinrich Mann 1931 austrat. Mitte 1932 mußte auch die von ihm geleitete Zeitschrift »Das neue Rußland« ihr Erscheinen einstellen. In der Nacht zum 28. Februar 1933, der Nacht des Reichstagsbrandes, wurde er von SA-Leuten aus seiner Wohnung abgeführt und in das Polizeipräsidium gebracht. Wenige Wochen später verübte Erich Baron nach fürchterlichen Folterungen durch die Nazis am 26. April 1933 Selbstmord.

Wer war wer in der DDR

Bartel, Horst

* 16.1.1928 – ✝ 22.6.1984

Geb. in Cottbus; Vater Straßenbauer, Mutter Arbeiterin; Volksschule; 1942 – 44 Lehrerbildungsanstalt, in Orlau/Oberschl., ohne Abschluß; 1943 HJ, RAD; Mai – Sept. 1945 amerikan. Kriegsgef. in Heilbronn u. Linz. 1945/46 Bote im Krankenahus Cottbus; 1946 Neulehrerkurs; SED; Neulehrer an der Grundschule in Peitz; 1946 – 49 Studium der Geschichte, Germanistik u. Pädagogik an der HU Berlin; 1949 – 51 Lehrer u. Internatsltr. in Wandlitz, Juli – Sept. 1950 Lehrgang an der LPS der SED in Schmerwitz;…

Wer war wer in der DDR

Barth, Willi

* 15.9.1899 – ✝ 5.5.1988

Geb. in Ingersleben (Krs. Gotha); Vater Maurer, Mutter Hebamme; Volksschule; 1914 – 18 Ausbildung zum Tischler in Neudietendorf; 1916 – 33 Dt. Holzarb.-Verb.; 1917 – 28 Tischler in Gotha u. Erfurt; 1919/20 USPD; 1920 KPD, Pol.-Ltr. in Ingersleben; dort 1923 Mitgl. u. Verbindungsmann der Proletar. Hundertschaften, wirkte bei deren Bewaffnung mit; 1928 – 31 Instrukteur beim Verb. proletar. Freidenker in Gotha, Mitgl. der Gemeindevertr. Ingersleben; 1928 – 33 Mitgl. des Stadtrats von Ingersleben u.…

Wer war wer in der DDR

Bartko, Robert

* 23.12.1975

Geb. in Potsdam; begann bei der SG Dynamo Potsdam, KJS »Heinrich Rau« Berlin; anfangs Straßenradsportler beim SC Dynamo bzw. SC Berlin (Trainer Uwe Freese); 1993 Wechsel auf die Bahn, Junioren-WM Einzelverfolgung, Dt. Juniorenmstr. Punktefahren, 1997 WM U23 (2. Pl.); dreimal Teiln. Olymp. Spiele: 1996 Mannschaftsverfolgung (9. Pl.), 2000 Einzelverfolgung (Gold), Mannschaftsverfolgung (Gold), 2004: Madison (4. Pl.), Mannschaftsverfolgung (4. Pl.), Einzelverfolgung (8. Pl.); viermal WM…

Wer war wer in der DDR

Bartsch, Kurt

* 10.7.1937 – ✝ 17.1.2010

Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Volksschule in Berlin; bei einem Bombenangriff verschüttet; 1952 – 54 OS, abgebrochen; danach Sargverkäufer, Leichenträger, Beifahrer, Lagerarb., Lektoratsassistent; 1965/66 Studium am Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig, Schüler von  G. Maurer, Studienabbruch aus Protest gegen die Künstlerkritik des 11. Plenums des ZK der SED, erste Veröff.; 1967 freischaff. Schriftst. u. Grafiker; 1968 erster Gedichtband »Zugluft. Gedichte, Sprüche, Parodien«; 1969…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bahls, Rudolf

* 16.2.1884 – ✝ 1.7.1967

Geboren am 16. Februar 1884 in Berlin; Dreher, 1903 Mitglied des DMV, seit 1908 der SPD. Soldat im Ersten Weltkrieg, trat 1917 zur USPD über und arbeitete während der Novemberrevolution als Sekretär im Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte, später Angestellter der Betriebsrätezentrale in Berlin. Ab 1920 KPD-Mitglied, bis 1923 Angestellter des Berliner Magistrats, übte er zunächst ehrenamtliche Funktionen aus, war Mitglied der BL und dann hauptamtlicher Angestellter der Reichsgewerkschaftsabteilung des ZK der KPD. Später auch Redakteur an der Zeitung »Klassenkampf« in Halle. Von 1925 bis 1933 Abgeordneter und Vorsitzender der KPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Berlin-Reinickendorf. Von 1930 bis 1933 Angestellter der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin, wurde Bahls im Februar 1933 von der SA verhaftet, in die berüchtigte SA-Kaserne in die Hedemannstraße verschleppt und mißhandelt. 1937 und 1939 für einige Wochen abermals festgenommen, konnte er sich im August 1944 der erneuten Verhaftung im Zusammenhang mit der Gestapoaktion »Gewitter« durch Flucht entziehen und lebte bis April 1945 illegal. Seit Mai 1945 Angestellter im Bezirksamt Reinickendorf, leitete er ab Oktober 1945 das Wohnungsamt des Bezirks. Er gehört wieder der KPD/SED an und wurde im Januar 1947 Leiter der Abteilung Löhne und Tarife der IG Chemie des FDGB. Rudolf Bahls starb am 1.Juli 1967 in Berlin-Reinickendorf.

Wer war wer in der DDR

Bahnik, Horst

* 10.5.1930

Geb. in Magdeburg; Vater KPD-Funktionär, Mutter Sekretärin; 1934 Flucht mit der Mutter in die UdSSR, dort unter dem Namen »Horst Felle«; 7 Jahre Grundschule in Moskau; 1946 / 47 Studium am Technikum in Tomsk. Mai 1947 Rückkehr nach Dtl.; SED; 1947 – 49 Dolmetscher bei der Dt. Verw. des Innern in Berlin-Wilhelmsruh; 1948 Schüler der SED-KPS in Berlin-Kaulsdorf; Sept. 1949 – Nov. 1950 Kursant der VP-Schule in Torgau, anschl. dort Mitarb.; danach bis Dez. 1952 Sachbearb. in der Abt. IX des MfS in…

Wer war wer in der DDR

Baier, Adolf

* 30.9.1907 – ✝ 30.10.1982

Geb. in Oberkirch (b. Offenburg); Vater Bierbrauer, Stiefvater Hilfsarb., Mutter Schneiderin; Volksschule; Ausbildung zum Schlosser; 1927 Arbeit als Schlosser u. Fräser in Oberkirch, 1928 Monteur in Waldshut, dann bis 1932 in Pforzheim, anschl. arbeitslos; 1929 Mitgl. des KJVD u. der KPD; Mitgl. der Ltg. der KPD Pforzheim, Fraktionsltr. der RGO Pforzheim; März 1933 »Schutzhaft« u. Gefängnis wegen illeg. Waffenbesitzes, dann illeg. pol. Arbeit in Pforzheim; Aug. 1933 nach Paris, Parteischule;…

Wer war wer in der DDR

Balkow, Julius

* 26.8.1909 – ✝ 19.7.1973

Geb. in Berlin; Vater Tischler; Mutter Maschinenstrickerin; Volks- u. Realschule; 1924 – 26 SAJ; 1926 – 31 DMV; 1926 – 29 Ausbildung zum Maschinenschlosser; 1927 – 31 Abendstudium am Technikum Barth in Berlin, Ing. für allg. Maschinenbau; 1929 – 31 Maschinenschlosser bei Fa. H. F. Eckert Landmaschinen Berlin; 1929 ATSB; 1931 SPD, anschl. SAP; 1931 – 33 erwerbslos; 1933/34 Inh. eines Zigarrengeschäfts in Berlin, danach Arbeit in versch. Berliner Betrieben; 1933 Bruch mit der SAP, 1933 – 37…

Wer war wer in der DDR

Banaschak, Manfred

* 14.9.1929

Geb. in Berlin; Vater Spediteur, DDR-Handelsrat in Warschau u. Moskau; 1936 – 40 Volksschule, 1940 – 48 mit Unterbrechungen OS. Sept. 1945 KPD, dort Jugendref.; 1946 SED; 1948 Abitur; 1948/49 Praktikant im Verb. Dt. Konsumgenossenschaften Berlin; 1949 – 52 Studium an der wirtschaftswiss. Fak. der HU Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1951 Mitgl. des Fak.-Vorst. der FDJ; 1951/52 Hilfsassistent an der HU Berlin, ehrenamtl. Lehrbeauftr.; Sept. 1952 – 60 Red. für Wirtschaftsfragen. der theoret. Ztschr. der SED…

Wer war wer in der DDR

Bara, Tina

* 18.3.1962

Geb. in Kleinmachnow (b. Berlin); 1966 – 78 aufgew. in Guben, 1978 Umzug nach Berlin; 1980 Abitur, 1980 – 86 Studium der Geschichte u. Kunstgeschichte an der HU Berlin; Kontakt zu opp. Gruppen, u. a. »Frauen für den Frieden«; 1985 erste eigene Ausstellung mit Fotografien in der Galerie im Krs.-Kulturhaus Berlin-Treptow; 1986 – 89 VBK; ab 1986 freiberufl. Arbeit als Fotografin u. a. für das DEFA-Studio für Dok.-Filme; 1986 – 89 Fernstudium Fotografie an der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig,…

Wer war wer in der DDR

Barczatis, Helene (Elli)

* 7.1.1912 – ✝ 23.11.1955

Geb. in Berlin; Vater Schneidermeister; 1918 – 26 Grundschule in Berlin; 1926 – 28 Ausbildung zum Kfm. beim Banzhaff-Verlag; 1928/ 29 Stenotypistin bei der Buchhandl. Karl Block in Berlin; 1929 – 33 Abendschule in Berlin; 1933 – 45 Stenotypistin beim Reichsbund der Metallwarenind., im Dt. Inst. für Jugendhilfe u. ab 1938 beim Ostelb. Braunkohlen-Syndikat. Sekretärin in der Zentralverw. für Brennstoffind.; 1946 SED; 1950 Anstellung in der Regierungskanzlei, dort Chefsekretärin des Ministerpräs. …

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Barsch, Barbara

* 21.3.1950

Geb. in Berlin; Vater Fritz H. Ägyptologe, Mutter Ursula H. Afrikanistin; 1970 – 74 Studium der Kunstgeschichte an der HU Berlin, Dipl.; 1974 – 87 Red. der Ztschr. »Bildende Kunst«; 1977 – 90 KB, 1978 – 90 VBK; 1982 Prom.; 1985 – 90 Mitgl. der Ltg. der Sekt. Kunstwiss. im VBK-Bez.-Verb. Berlin; 1988 wiss. Mitarb. am Inst. für Ästhetik u. Kunstwiss. der AdW, 1989/90 freiberufl. tätig. Mai – Dez. 1990 Ref.-Ltr. in der Abt. Bildende Kunst des Min. für Kultur; seit 1991 Ltr. des ifa-Büros Berlin des…

Wer war wer in der DDR

Bartel, Walter

* 15.9.1904 – ✝ 16.1.1992

Geb. in Fürstenberg (Havel); Vater Arbeiter; Ausbildung zum Kfm.; 1920 Mitgl. des FSJ, ZdA; 1923 KPD; Mitgl. der illeg. KPD-Bayern, 1923/24 »Schutzhaft«, anschl. Ausweisung aus Bayern; 1924 – 28 Mitgl. der KJV-BL Berlin-Brandenburg, ab 1925 Mitgl. des ZK des KJVD, 1926 – 28 Buchhalter beim Verlag der KJI in Berlin; 1927 Ltr. der dt. Delegation zum Internat. Jugendtag in Moskau; 1928/29 Sekr. der Abt. Agitation der KPD-BL Berlin-Brandenburg; 1929/30 Studium an der Internat. Lenin-Schule in Moskau…

Wer war wer in der DDR

Barthel, Kurt Walter

* 8.6.1914 – ✝ 12.11.1967

Geb. in Garnsdorf (b. Chemnitz) in einer dt.-jüd. sozialdemokrat. Fam.; Vater Eisenbahnarb. (vor B.s Geburt erschossen), Mutter Handschuhnäherin; 1920 – 28 Volksschule; 1928 – 32 Ausbildung zum Dekorationsmaler in Chemnitz; 1930 Mitgl. der Freidenker, 1931 SAJ u. »Rote Falken«; 1932 arbeitslos u. Wanderschaft; 1932 Mitgl. des »Jungbanner« u. 1933 – 35 der SPD, ausgeschl.; 1933 – 39 Emigr. in die ČSR, 1934 Teiln. an den Wiener Februarkämpfen, nach Jugosl. (Zagreb) geflohen; ab Herbst 1934 in Prag…

Wer war wer in der DDR

Bartl, Klaus

* 23.9.1950

Geb. in Oberwiesenthal (Krs. Annaberg); 1964 – 69 EOS in Annaberg-Buchholz, Abitur, Facharb. für Agrotechnik; 1969 – 71 NVA; 1971 / 72 Bauarb.; 1972 SED; 1972 – 76 Studium der Rechtswiss. an der HU Berlin, Dipl., Humboldt-Preis; 1976 – 79 Staatsanwalt in Freiburg u. Schwarzenberg; 1979 – 89 Polit. Mitarbeiter u. Ltr. der Abt. Staats- u. Rechtsfragen der SED-BL Karl-Marx-Stadt; 1986 – 89 Abg. des Bezirkstags Karl-Marx-Stadt; 1989 / 90 PDS-Vertr. am Runden Tisch Karl-Marx-Stadt.; Dez. 1989 – März…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bartz, Wilhelm

* 10.12.1881 – ✝ 18.3.1929

Geboren am 10. Dezember 1881 in Tangermünde; Buchdrucker, trat 1900 in die Gewerkschaft und die SPD ein. Er wurde 1907 hauptamtlicher Funktionär der SPD und Redakteur der »Norddeutschen Volksstimme« in Bremerhaven, dieses Blatt leitete er bis 1919. 1910/11 Besuch der SPD-Parteischule in Berlin. Im Mai 1919 Übertritt zur USPD, Redakteur der »Arbeiterzeitung« für das Unterwesergebiet. 1920 war er Abgeordneter der USPD im Reichstag. Mit dem linken Flügel der USPD trat er (Delegierter des USPD-Spaltungsparteitages) für den Anschluß an die KI ein, bei der Verschmelzung im Dezember 1920 ging er zur KPD. Bartz gehörte zu den Führern der KPD in Hannover, er unterschrieb im Streit zwischen der Levi-Gruppe und der Zentrale nach der März-Aktion 1921 eine Erklärung gegen die Zentrale. Doch schloß er sich der KAG nicht an und blieb bis 1924 MdR der KPD. 1921 Redakteur der »Internationalen Pressekorrespondenz« in Berlin. 1922 (gemeinsam mit Wilhelm Koenen) Vorsitzender der kommunistischen Reichstagsfraktion. 1924 kurze Zeit verhaftet, dann in der Orgabteilung des ZK tätig, 1925 übernahm er die Geschäftsführung der »Roten Fahne«. Er vertrat die KPD im Preußischen Staatsrat. Seit 1923 bei den Berliner Linken, auf dem X. Parteitag (1925) war er Schriftführer und Mitglied der Politischen Kommission. Nach dem »Offenen Brief« im September 1925 trennte er sich von der Ruth-Fischer-Führung und ging zu Ernst Thälmann über, zuletzt war er Wirtschaftsleiter der »Internationalen Pressekorrespondenz« und ihrer Nachrichtenagentur. Wilhelm Bartz starb am 18. März 1929 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Bahmann, Angelika

* 1.4.1952

Geb. in Plauen (Vogtl.); Vater Bez.-Wanderwart; erstes Training im Kanu-Slalom unter der Ltg. ihres Vaters bei der BSG Einheit Plauen, 1968 Wechsel zum SC DHfK Leipzig; Ausbildung zur Physiotherapeutin, Studium an der Med. FS Leipzig; 1971 (jüngste) WM im K 1 u. mit der dreimal K 1-Staffel; 1972 Olympiasiegerin im K 1; 1972 – 90 SED; nach Beendigung der sportl. Laufbahn bis 1990 Physiotherapeutin beim ASK Vorwärts Oberhof. 1990 Eröffnung einer physiotherapeut. Praxis in Plauen.Olaf W.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bahnik, Wilhelm

* 15.5.1900 – ✝ 12.3.1938

Geboren am 15. Mai 1900 in Gnesen/Posen als Sohn eines Eisenbahnarbeiters; besuchte die Handelsschule. 1918 Soldat; ab 1919 Versicherungsangestellter in Magdeburg, trat 1921 in die SPD ein, 1923 Wechsel zur KPD. 1925 wurde er Mitglied der BL Magdeburg-Anhalt und Leiter des AM-Apparates. Am 4. Juni 1927 wurde Bahnik in Magdeburg verhaftet und am 3. April 1928 vom 4. Strafsenat des Reichsgerichts zu zwei Jahren und neun Monaten Festung verurteilt, kam aber bereits im Sommer 1928 durch eine Amnestie aus Gollnow frei. 1928 bis 1930 offiziell als Druckereihilfsarbeiter bei der Peuvag-Filiale in Magdeburg-Sudenburg, tatsächlich aber illegal weiter für den zentralen AM-Apparat tätig. Er wurde nach einem Lehrgang an der M-Schule der KI in Moskau 1930/31 Mitarbeiter des ZK der KPD. Unter Leitung von Hans Kippenberger agierte Bahnik unter verschiedenen Pseudonymen wie Theo, Martin oder auch Ewald. Nach dem Machtantritt der Nazis leitete er in Berlin den BB-Bereich im AM-Apparat. Im März 1935 in die UdSSR emigriert, wurde Bahnik 1936 in Deutschland in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nach einer Ausbildung an der Sonderschule der Moskauer Militärakademie in Rjasan ging er im Oktober 1936 nach Spanien und war unter dem Namen Fernando Leiter der Kaderarbeit der Internationalen Brigaden in Albacete. Ab Herbst 1937 als Offizier im »Edgar-André-Bataillon« im Fronteinsatz. Wilhelm Bahnik fiel am 12. März 1938.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Baier, Karl

* 3.1.1887 – ✝ 12.4.1973

Geboren am 3. Januar 1887 in Magdeburg, Sohn eines Malers; lernte Modelltischler, von 1907 bis 1910 Militärdienst in der Marine, 1912 Mitglied der SPD, im Krieg wieder bei der Marine. 1917 USPD, während der Revolution 1918/19 Vorsitzender des Soldatenrates in Cuxhaven. Als Mitglied der IKD Gast am Gründungsparteitag der KPD in Berlin. Nach der Besetzung Hamburgs durch Truppen des Freikorps Gerstenberger im Februar 1919 vier Monate inhaftiert. Ab Frühjahr 1919 Tischler in Magdeburg, war er von Herbst 1920 bis 1923 hauptamtlicher Orgleiter des Bezirks Magdeburg. 1923 Orgleiter des KPD-Bezirks Hessen-Waldeck, im November in Kassel verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach vier Monaten zwecks Ausübung seines Mandats als Provinziallandtagsabgeordneter von der Haft »beurlaubt«, tauchte Baier unter und wurde von der Zentrale 1924 als Geschäftsführer der »Gelsenkirchner Arbeiterzeitung« eingesetzt. Im September 1924 erneut verhaftet, mußte er seine Reststrafe absitzen. Im Oktober 1925 Instrukteur des Zentralvorstandes der RHD, arbeitete er 1927 als Sekretär der MOPR, der Internationalen Roten Hilfe. Baier gehörte zu den Kritikern des ultralinken Kurses. Im Juli 1929 aus der KPD ausgeschlossen, trat er der KPO bei, war dann Mitglied der Leitung der IHV und der Verlagsgenossenschaft Arbeiterpresse. Vom Oktober 1929 bis März 1933 Angestellter des Bezirksamtes Berlin Prenzlauer Berg. Im Januar 1932 ging er zur SAP und war ab 1933 Orgleiter der illegalen SAP in Berlin. Am 22. August 1933 wurde Baier verhaftet und am 5.Dezember 1934 vom 2. Senat des VGH zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Von 1936 bis 1945 betrieb er dann ein eigenes Versandgeschäft. Im Mai 1945 wurde Baier von der russischen Kommandantur als Bürgermeister von Fangschleuse, bzw. Werlsee bei Erkner eingesetzt, ab Herbst 1948 leitete er das Sozialamt des Ostberliner Magistrats, dann 1950/51 das Amt für Kirchenfragen. Im Jahre 1951 geriet er in die Parteiüberprüfung, wurde am 19. September 1951 wegen »ideologischer Schwächen« aus der SED ausgeschlossen und im Februar 1952 auch aus dem Ostberliner Magistratsdienst entlassen. Sein Parteiausschluß wurde am 18. April 1952 durch die ZPKK aufgehoben. Ab 1954 Beauftragter des Tribüne-Buchverlages. Er erhielt 1971 den VVO in Gold. Karl Baier starb am 12.April 1973 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Ballack, Michael

* 26.9.1976

Geb. in Görlitz; Vater Ing.; 1983 – 86 bei der BSG Motor Fritz Heckert Karl-Marx-Stadt; 1986 – 90 FC Karl-Marx-Stadt. 1990 – 97 Chemnitzer FC, seit 1995 Berufssportler; Abitur am Sportgymnasium Chemnitz; 1997 – 99 beim 1. FC Kaiserslautern, 1998 Dt. Mstr.; 1999 – 2002 Bayer Leverkusen, 2002 2. Platz in der Europ. Champions League; 2002 – 06 beim FC Bayern München, seit 2006 bei Chelsea London; 2002 u. 2005 jeweils Dt. Mstr. u. DFB-Pokalsieger; 28.4.1999 erster Länderspieleinsatz in Bremen (0:1…

Wer war wer in der DDR

Bankwitz, Peter

* 15.6.1931

Geb. in Hohenleipisch (b. Elsterwerda); nach dem Abitur ab 1949 Studium der Geologie an der HU Berlin, 1957 Prom. mit der Diss. »Zur Geologie des Kontakts am Thüringer Hauptgranit«; 1959 wiss. Mitarb. des Geotekton. Inst. der DAW in Berlin, nach der Akademiereform 1968/69 Mitarb. im ZI für Physik der Erde (ZIPE) der AdW in Potsdam; 1980 Habil. zum Dr. sc. nat. mit einer geotekton. Arbeit zur »Form u. Genese von Rupturen als Ausdruck der Aktivität der Erdkruste«; 1980 Ernennung zum Ltr. der Abt.…

Wer war wer in der DDR

Barbarino, Rudolf

* 19.3.1920

Geb. in Kattowitz (Oberschles./Katowice, Polen), ab 1921 aufgewachsen in Berlin; Vater kfm. Angest.; 1926 – 30 Volksschule, 1930 – 36 Real-Gymn. in Berlin-Lichtenberg; 1936 – 38 Ausbildung zum Bankkfm.; Mitgl. in der HJ, Scharführer, 1938 RAD; Sept. 1939 – 41 Wehrmacht, Einsatz 1940 in Frankreich, 1941 Polen u. UdSSR, Ltn. d. R.; Aug. 1941 – 48 sowj. Kriegsgefangenschaft, zuletzt im Lager 7150 (Grjasowez, Gebiet Wolga); Antifa-Schüler in Krasnogorsk b. Moskau; ab 1945 Mitgl. des Politaktivs der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bargstädt, Karl

* 30.10.1904 – ✝ 1974

Geboren am 30. Oktober 1904 in Hamburg als Sohn eines Lehrers. Ungelernter Arbeiter, dann Kochmaat, später als Pantryman bei der HAPAG bzw. als Schlosser und Nieter im Lokomotivbau tätig. Zeitweilig lebte er in den USA und qualifizierte sich auf der Chicago Technical Highschool. 1927 nach Hamburg zurückgekehrt, trat er in die KPD ein und war bis 1930 Metallarbeiter auf der Hamburger Werft Blohm & Voss. Dort Leiter der KPD-Zelle, nach Entlassung hauptamtlicher Funktionär der KPD. Bargstädt gehörte der KPD-BL Wasserkante an, leitete gemeinsam mit Fiete Schulze den illegalen RFB Wasserkante bzw. arbeitete als Sekretär des Kampfbundes gegen den Faschismus, Bezirk Wasserkante. Er flüchtete im September 1933 nach Schweden und war dort einige Zeit Leiter der KPD-Emigranten. Im März 1935 ging er nach Norwegen, war 2. Vorsitzender der Emigrationsgemeinschaft sowie Leiter der KPD-Gruppe in Oslo. Mit Emil Dinka zusammen Leiter des KPD-SAP Sonderausschusses für Gewerkschaftsfragen. »Technischer Berater« der von Ernst Wollweber geführten Sabotage-Organisation, die mit massiver sowjetischer Unterstützung von Dänemark und Norwegen aus Anschläge auf deutsche und italienische Schiffe verübte. Von November 1936 bis September 1937 reiste er unter dem Namen Karl Weinberg illegal durch Europa. Nach der Besetzung Norwegens flüchtete er im April 1940 nach Schweden, wurde in Loka Brunn und Längmora interniert und arbeitete dann als Metallarbeiter in Göteborg. Von Göteborg aus beschaffte er sich im Februar 1941 ein Einreisevisum für die Sowjetunion. Nach dem Überfall Deutschlands auf die UdSSR wurde er verhaftet und wegen »Spionage« angeklagt. Bargstädt saß in der Lubjanka, anschließend in der Butyrka, danach in einem Gefängnis bei Saratow, zuletzt war er in Kasachstan interniert. Im März 1947 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED und von Juni bis Oktober 1947 hauptamtlicher Funktionär der IG Metall im FDGB. Er trennte sich von der SED, flüchtete in den Westen, ging nach Norwegen. Ab 1948 wieder in Hamburg, trat er 1952 in Düsseldorf vor einem »Internationalen Komitee gegen KZ-Regime« auf und berichtete über die unmenschlichen Zustände in sowjetischen Lagern. Karl Bargstädt starb 1974 in Hamburg.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Barta, Alexander

* 1897 – ✝ 14.3.1938

1897 in Budapest geboren, stammte aus einer Handwerkerfamilie; nach Hochschulstudium Schriftsteller und Redakteur. Barta gehörte zu den avantgardistischen Literaten in Ungarn, 1916 erste Publikationen in der linken Zeitschrift »Ma«. Er war 1919 aktiv an der ungarischen Räterepublik beteiligt, nach deren Niederschlagung Emigration zunächst nach Österreich, später nach Deutschland. Barta gehörte zunächst der KPÖ, dann der KPD an und war Redakteur an der »Roten Fahne«. Nach 1933 in der Sowjetunion lebend, in die KPdSU übernommen, arbeitete Barta als Redakteur der deutschen Ausgabe der Moskauer »Internationalen Literatur«, zuletzt Redakteur der ungarischen Zeitschrift »Neue Stimme«. 1935 Sekretariatsmitglied der MOPR und 1936 Parteiorganisator der deutschen Parteigruppe im sowjetischen Schriftstellerverband. Am 14. März 1938 verhaftet und der Zugehörigkeit zu einer »konterrevolutionären terroristischen Organisation und der Spionage für Deutschland und Ungarn« beschuldigt, von der Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zum Tode verurteilt und am 3. Juni 1938 in Butowo erschossen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Bartel, Walter

* 15.9.1904 – ✝ 16.1.1992

Geboren am 15. September 1904 in Fürstenberg/Havel als Sohn einer Arbeiterfamilie. Nach der kaufmännischen Lehre Angestellter. 1920 Mitglied der FSJ und des ZdA, 1923 der KPD. Im Herbst 1923 gehörte Bartel zur illegalen BL Südbayern, er kam von Oktober 1923 bis April 1924 in »Schutzhaft«, anschließend aus Bayern ausgewiesen. Bis 1928 gehörte er zur BL des KJVD Berlin-Brandenburg, ab 1925 auch dem ZK des KJVD. Er war zunächst ehrenamtlicher Orgleiter, dann Agitpropleiter des KJVD-BL Berlin-Brandenburg, von 1926 bis 1928 Buchhalter beim Verlag der Jugendinternationale in Berlin. 1928/29 war Bartel hauptamtlicher Sekretär in der Abteilung Agitation der KPD-BL Berlin-Brandenburg. 1929 Studium an der Internationalen Leninschule in Moskau, bis 1932 dort Aspirant. Nach Deutschland zurückgekehrt, zunächst im Ruhrgebiet, anschließend ab Oktober 1932 im Sekretariat der BL Berlin-Brandenburg eingesetzt. Anfang 1933 Sekretär für Agitprop im Bezirk Halle-Merseburg, danach im Verbindungsbüro des illegalen ZK-Sekretariats in Berlin. Am 26. Juni 1933 in Berlin verhaftet, wurde Bartel im Februar 1934 zu zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Brandenburg-Görden verbüßte. Im April 1936 emigrierte er in die Tschechoslowakei, wo er »wegen Feigheit« (Verpflichtungserklärung für die Gestapo) aus der KPD ausgeschlossen wurde. Nach der deutschen Besetzung der âSR am 16. März 1939 verhaftet und im Oktober in das KZ Buchenwald überführt, bildete Bartel bald zusammen mit Ernst Busse und Harry Kuhn den sogenannten Dreierkopf, die illegale Parteileitung im KZ Buchenwald. Ab 1943 auch Vorsitzender des illegalen Lagerkomitees und führend an den Befreiungsaktivitäten der Häftlinge am 11. April 1945 beteiligt. Mitte Juni 1945 nach Berlin zurückgekehrt, wurde Bartel von Juli 1945 bis Mai 1946 Dezernent für Volkshochschulen beim Berliner Magistrat. Nach einem Überprüfungsverfahren hob das Sekretariat des ZK der KPD am 11.März 1946 den Parteiausschluß auf. Bis Frühjahr 1953 war Bartel nun persönlicher Referent Wilhelm Piecks für Parteifragen. 1950 zwar in die Säuberungs- und Überprüfungskampagnen geraten, konnte er sich dank der Fürsprache Piecks als dessen einflußreicher Bürochef behaupten. Erst im Zusammenhang mit der Entmachtung Franz Dahlems im Juli 1953 wurde er auf Beschluß der ZPKK seiner Funktion enthoben und als Lektor nach Leipzig abgeschoben. Dort promovierte er und erhielt eine Professur für Neue und Neueste Geschichte. Von 1957 bis 1962 Leiter des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte Berlin, 1962 kam er als Professor für Neuere und Neueste Geschichte an die Humboldt-Universität Berlin. Er erhielt 1974 den Karl-Marx-Orden. Walter Bartel starb am 16.Januar 1992 in Berlin.Karin Hartewig / Ilko-Sascha Kowalczuk

Handbuch Deutsche Kommunisten

Barthel, Karl

* 20.3.1907 – ✝ 21.2.1974

Geboren am 20. März 1907 in Lohmen bei Cobitz/Krs. Pirna in Sachsen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Hilfs- und Landarbeiter, anschließend Vertikal- und Horizontaldreher in Dresden. Hier 1922 Mitglied des DMV und des KJVD, 1924 der KPD. 1927 Leiter des KJVD in Sachsen, ab November 1927 bis März 1931 Sekretär des KJVD in Thüringen, war er von Dezember 1929 bis März 1931 auch Abgeordneter des Thüringer Landtages. Ab Juni 1931 Orgleiter des Bezirks Hessen-Waldeck, wo er im November 1931 Ernst Lohagen als Polleiter ablöste. Im Juli 1932 jüngster Reichstagsabgeordneter (Wahlkreis Hessen-Nassau). Ab Februar 1933 ZK-Instrukteur in Halle und Berlin, ab August 1933 in Niederschlesien. Am 28. Oktober 1933 in Breslau verhaftet, wurde Barthel nach elfmonatiger U-Haft im Polizeigefängnis im September 1934 vom OLG Breslau zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Von Oktober 1934 bis Oktober 1936 Haft im Zuchthaus Wohlau/Schlesien, 1936 Überführung in das KZ Lichtenburg, 1937 in das KZ Buchenwald, wo er bis zum 11.April 1945 inhaftiert war. Von Juli 1945 bis Anfang April 1946 war Barthel Bürgermeister der Stadt Jena und leitete anschließend bis Dezember 1964 die Stadtwerke bzw. den VEB (K) Wasserwirtschaft Jena. Er mußte sich nach 1945 gegen Vorwürfe wegen angeblichen Fehlverhaltens in der Haft, wie Fehler in seiner Tätigkeit als Bürgermeister wehren, leitete aber bis Februar 1953 als Sekretär den VVN-Bezirksvorstand bzw. die VdN-Bezirkskommission Gera. Von 1957 bis 1962 Vorsitzender des Kreisausschusses der Nationalen Front in Jena, 1967 erhielt er den VVO in Gold. Mit Hilfe seiner Frau war es ihm gelungen, Skizzen und Nachrichten über das Leben im KZ nach draußen zu schmuggeln. Daraus entstand 1946 einer der eindrucksvollsten KZ-Berichte: »Die Welt ohne Erbarmen«, Greifenverlag Rudolstadt. Karl Barthel starb am 21. Februar 1974 in Jena.

Wer war wer in der DDR

Bartonek, Rudolf

* 12.7.1911 – ✝ 13.1.1981

Geb. in Grünbach (Österreich); Vater Bergarb.; Volksschule; 1925 – 32 Bergarb.; 1928 KPÖ; 1933 Ltr. der KPÖ-Ortsgr. Zillingdorf; 1939 Ltr. der KPÖ Krs. Burgenland; 1939 verhaftet; verurteilt zu 15 Jahren Zuchthaus, Haft in Garst, KZ Börgermoor, KZ Esterwegen u. Zwickau. 1945/46 KPD/SED; 1945 – 50 Mitgl. der SED-KL Zwickau; 1945 Krs.-Vors. der FDJ Zwik-kau, Lehrer an der FDJ-Schule in Hartenstein; 1947 Ltr. des Jugendamtes Zwickau; 1949 SED-Stadtrat in Zwickau; 1950 Ltr. des Landessportaussch.…

Wer war wer in der DDR

Bartzsch, Franz

* 8.6.1947 – ✝ 5.1.2010

Geb. in Schmölln (b. Altenburg); Ausbildung zum Elektromonteur; nebenberufl. in der Terosit-Combo; fünf Jahre an der Musikschule Klavierunterricht; 1968 – 72 Musikschule Berlin-Friedrichshain (Tanzmusik, Klavier); 1969/70 Horst-Krüger-Band; 1973 Lift; ab April 1974 Ltr., Komponist u. Pianist von  Veronika Fischer & Band; ab 1977 Gr. 4 PS; 1977 Grand Prix beim Internat. Schlagerfestival in Dresden für »Zweigroschenlied«; Erfolgskompositionen: »Lied zu den Anden« (Lift), »Blues von der letzten…