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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Wer war wer in der DDR

Lenz, Klaus

* 22.3.1940

Geb. in Berlin; spielt bereits in der Schulzeit Trompete; Ausbildung am Konservatorium der späteren HS für Musik »Hanns Eisler« in Berlin; erste spielprakt. Erfahrungen in den Orchestern von Eberhard Weise u. Max Reichelt; Absolvent der Musikschule Berlin-Friedrichshain; seit Anfang der 60er Jahre als Trompeter, Arrangeur, Komponist u. Bandleader Pionier des Rock-Jazz in der DDR; ab 1961 eigenes »Quintett 61«; 1962 – 69 Klaus-Lenz-Sextett mit wechselnden Besetzungen (u. a. Klaus-Lenz-Combo) u.…

Wer war wer in der DDR

Leonhard, Rudolf

* 27.10.1889 – ✝ 19.12.1953

Geb. in Lissa (Westpr./Leszno, Polen); Vater Rechtsanwalt u. Notar; Gymnasium in Lissa; Studium der Rechtswiss., Germanistik u. Philos. in Göttingen, München u. Berlin, jurist. St.-Ex.; Referendar in Straußberg u. Berlin; Veröff. erster »mystischer« Gedichte; 1914 – 18 Kriegsfreiw.; Veröff. der ersten Antikriegsarbeit; 1918 – 19 Teiln. an der Novemberrev.; kurzz. im Auswärt. Amt; USPD; 1919/20 KPD; 1921/22 KAPD; dann parteilos bei dauerhafter Nähe zur kommunist. Bew.; 1919 Uraufführung des…

Wer war wer in der DDR

Leppin, Rudolf

* 9.8.1923

Geb. in Ichtershausen (Krs. Arnstadt); Vater Arbeiter; Volksschule; 1938 – 41 Lehre als Dreher; 1941 – 45 Wehrmacht; 1945 kurzzeitig in amerikan. Kriegsgef. 1945 – 48 Dreher, Schlosser u. Sägereiarb.; 1948 SED; 1948 / 49 Dienst in der DVP; 1949/ 50 Dreher bzw. ehrenamtl. SED-Parteisekr. im RFT-Fernmeldewerk Arnstadt; 1950 / 51 Sekr. der SED-BPO im Hauptamt Arnstadt; 1951 Lehrgang an der LPS; 1952 – 54 Parteiorganisator des ZK der SED in der Maxhütte Unterwellenborn; 1954 VVO; 1954 – 57 Studium…

Wer war wer in der DDR

Leschnitzer, Franz

* 12.2.1905 – ✝ 16.5.1967

Geb. in in Posen (Poznań, Polen); Vater Apotheker; Volksschule u. Humanist. Augusta-Gymnasium in Berlin-Charlottenburg; nach dem Abitur 1924 kurzz. Lehrling in einer Berliner Ölfirma; Okt. 1924 – 30 Studium der Nationalökon. u. Jura, Nebenfächer Germanistik u. Philos. an der Univ. Berlin; ab 1925 ständ. Mitarb. der satir. Wochenschr. »Der Drache«, der Wochenschr. »Die Weltbühne«, »Die Neue Generation«, »Die Friedenswarte« u. a. Ztgn.; Mitgl. der Dt. Friedensges.; Juni 1926 Mitgl. der Gruppe Rev.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lessig, Herbert

* 5.7.1902 – ✝ 18.8.1966

Geboren am 5. Juli 1902 in Dresden, verbrachte seine ersten Lebensjahre in Leipzig, seit 1911 in Berlin, absolvierte nach dem Schulbesuch eine Lehre als Buchdrucker. Seit 1919 gewerkschaftlich organisiert, schloss er sich 1924 der Roten Hilfe an und trat 1929 in die KPD ein. Lessig arbeitete als Buchdrucker in der City-Druckerei der „Roten Fahne“. Ernst Schneller warb Lessig 1931 für den AM-Apparat. Ende 1932 reiste Herbert Lessig nach Moskau und besuchte die M-Schule der Komintern in Moskau. Nach vorzeitiger Beendigung des Kurses kehrte er über die Tschechoslowakei nach Deutschland zurück und übernahm zunächst Aufgaben als Instrukteur in den Berliner Unterbezirken Schöneberg, Wilmersdorf und Charlottenburg. In dieser Zeit hatte er Kontakt zu Walter Ulbricht und August Creutzburg. Wegen Beteiligung an einer Schießerei in der Schleiermacherstraße in Berlin festgenommen, kam er nach einigen Tagen wieder frei. Das gegen ihn eingeleitete Verfahren wurde eingestellt. Lessig schwieg später in Prag über diese nur wenige Tage währende Verhaftung, um nicht von der illegalen Arbeit im Apparat ausgeschlossen zu werden. Ewald Jahnen überbrachte Lessig Ende 1934 die Anweisung des ZK, die Arbeit in Berlin sofort zu beenden und nach Prag zu reisen. Hier wurde er zunächst vom Salda-Komitee unterstützt und übernahm nach Liquidierung des Apparates von Hans Kippenberger unter dem Decknamen „Bert“ zunächst die Abwehrabteilung und im August 1935 die gesamte Kaderabteilung in der tschechischen Emigration. Im Januar 1936 wurde Lessig stellvertretender Leiter des nun von Hermann Nuding geführten Abwehrapparates, deren Sekretärin Ella Schwarz (* 1907 – 2002) war. Er war nach Aussage von Nuding ein äußerst zuverlässiger Mann, beschaffte u. a. die NS-Anklageschrift gegen Ernst Thälmann und organisierte die Flucht des gefährdeten Thälmann-Anwaltes Friedrich Roetter samt dessen Barvermögen von 42 000 Reichsmark. Lessig wurde später jedoch als Gestapoagent denunziert und im September 1937 zur Berichterstattung nach Paris bestellt. Gegen den Einspruch von Nuding wurde Lessig durch die Mitglieder des Pariser Auslandssekretariat der KPD (Paul Bertz, Franz Dahlem und Paul Merker) 1938 wegen angeblicher Mitarbeit für die Gestapo aus der KPD ausgeschlossen. Lessig schreibt in seinem Lebenslauf dass ihm Walter Ulbricht diese Information Anfang 1938 ohne nähere Begründung übermittelte. Durch Vermittlung von Dr. Konrad Reissner, dem Sekretär der Liga für Menschenrechte in Paris, erhielt Lessig Unterkunft und Verpflegung im jüdischen Asyl für Obdachlose. Bei Kriegsausbruch interniert, gelang es Lessig im Juni 1940 nach Casablanca zu fliehen. Bis 1943 in verschiedenen Lagern interniert, wurde er durch Vermittlung der Quäker entlassen und meldete sich freiwillig zur englischen Armee, aus der er 1947 in Ehren entlassen wurde. Herbert Lessig lebte später in London, arbeitete als Buchdrucker und bemühte sich in den fünfziger und sechziger Jahren um eine Anerkennung als NS-Verfolgter durch den Senat von West-Berlin. Er starb am 18. August 1966 in London.

Wer war wer in der DDR

Leube, Heinz

* 5.4.1921

Geb. in Leipzig; Vater Arbeiter; Volks- u. Berufsschule; 1933 Rote Falken; Lehre u. Arbeit als Dekorationsmaler; 1941 Wehrmacht; 1945 – 49 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifa-Schule. 1949 Rückkehr nach Dtl.; 1949/50 Jugendsachbearb. bzw. Ltr. eines Verw.-Bez. beim Rat der Stadt Leipzig; 1950 SED; 1951 Studium an der Landesverw.-Schule Sachsen; 1951/52 Mitarb. der SED-LL Sachsen bzw. der SED-BL Leipzig; 1952 – 57 Instrukteur der Abt. für Sicherheitsfragen des ZK der SED; 1957 – 50 Studium an der…

Wer war wer in der DDR

Leuschner, Bruno Max

* 12.8.1910 – ✝ 10.2.1965

Geb. in Rixdorf (b. Berlin); Vater Schuhmacher; Mutter Heimarb. (Näherin); Volksschule (drei Klassen) u. 1919 – 25 Mittelschule in Berlin-Neukölln; 1922 Mitgl. der Freien Turnerschaft Groß-Berlin / Süd-Ost (FTGB, später »Fichte«); 1925 – 28 Ausbildung zum Industriekfm. in der Konfektionsfabrik Lachmann & Meyer in Berlin; dort nach Beendigung der Lehrzeit zunächst als Expedient, dann als Kalkulator, Verkäufer u. zul. als Mitarb. in der Exportabt. tätig; seit 1928 Mitgl. des ZdA; 1928 – 31 Besuch…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Levien, Max

* 21.5.1885 – ✝ 16.6.1937

Geboren am 21. Mai 1885 in Moskau, Sohn des deutschen Großkaufmanns Ludwig Levien. Er besuchte 1893 das deutsche Gymnasium in Moskau, von 1897 bis zum Abitur 1902 in Meißen. Im Herbst 1905 begann er an der Universität Halle ein Studium, das er wegen seiner Beteiligung an der russischen Revolution und einer Gefängnisstrafe 1907/08 in Moskau unterbrechen mußte. Seit 1906 Mitglied der Partei der Sozialrevolutionäre, setzte er sein Studium im Herbst 1908 an der Universität in Zürich fort. Hier wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, hatte Verbindung zu Lenin und wurde Anhänger der Bolschewiki. Im Sommer 1913 promovierte er und übersiedelte anschließend nach Deutschland. Levien nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und meldete sich am 29.Oktober 1913 freiwillig zum bayerischen Leib-Infanterieregiment, von 1914 bis 1918 Soldat. Im November 1918 ging er nach München, wurde Führer der Spartakusgruppe und Vorsitzender des Soldatenrates und war als Delegierter Münchens auf dem Gründungsparteitag der KPD. Zusammen mit Eugen Leviné führte er die Münchner KPD auch in der Räterepublik. Levien, der nach der Niederschlagung der Räterepublik verhaftet wurde, konnte im Mai 1919 nach Wien flüchten, wurde aber dort erneut festgenommen. Die bayerische Justiz verlangte seine Auslieferung. Nach langen Verhandlungen lehnte die österreichische Regierung das bayerische Ersuchen ab. Ende 1920 wurde Levien freigelassen, er übersiedelte im Juni 1921 nach Moskau und arbeitete zunächst im Komintern-Apparat. Er wurde 1925 Mitglied der KPdSU, wirkte zuletzt als Professor für Geschichte an der Moskauer Universität. Bereits am 10. Dezember 1936 vom NKWD in Moskau verhaftet und im März 1937 zunächst zu fünf Jahren »Arbeitslager« verurteilt, wurde Max Levien am 16. Juni 1937 jedoch zum Tode verurteilt und sofort erschossen.

Wer war wer in der DDR

Lewin, Waldtraut

* 8.1.1937 – ✝ 20.5.2017

Geb. in Wernigerode; Mutter Sängerin; Abitur in Magdeburg; Studium von Germanistik, Latein u. Theaterwiss. an der HU Berlin; 1961 Musikdramaturgin in Halle; 1970 Händel-Preis der Stadt Halle; 1973 Chefdramaturgin u. Regisseurin an der Musikbühne Rostock; 1978 Lion-Feuchtwanger-Preis; seit 1978 freischaff. Schriftst.; seit 1981 in Berlin; ab 1975 als KP, ab 1980 als IM »Wald« beim MfS erf.; 1981 u. 1982 Hörspielpreis des Rundfunks der DDR; 1988 NP; verfaßte das Libretto zur ersten DDR-Rock-Oper…

Wer war wer in der DDR

Liebenberg, Otto

* 7.7.1913 – ✝ 3.9.1993

Geb. in Magdeburg; Vater Reichsbahnangest.; Volks- u. Oberschule, 1932 – 35 landw. Lehre; 1935 – 38 Landw.-Studium an der MLU Halle, Dipl.-Landwirt; 1937 NSDAP; 1939 Prom. bei Gustav Frölich mit einer Diss. zur Auswertung von Milchleistungsprüfungen; 1939 – 50 wiss. Mitarb. bzw. Abt.-Ltr. am Inst. für Tierzuchtforschung Dummerstorf, Forschungen bes. zur künstl. Besamung. 1945/46 SPD/SED; 1950 Habil. an der Univ. Rostock zum Einfluß versch. Umweltfaktoren auf die Befruchtungsfähigkeit der…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Liebers, Johannes

* 16.9.1907 – ✝ 16.8.1942

Geboren am 16. September 1907 in Rochlitz; gelernter Dreher, dann Angestellter. 1922/23 in der sozialdemokratischen Jugend, 1924 Mitglied der KPD. 1927 wurde er in den hauptamtlichen AM-Apparat des Nachrichtendienstes übernommen, 1929/30 war Liebers Bezirksleiter im AM-Apparat der KPD. Dann zum ersten Kursus der M-Schule nach Moskau geschickt, trug dort den Decknamen Fred. Nach der Ausbildung wurde er Mitarbeiter der Verwaltung Aufklärung der Roten Armee und zu Spionageeinsätzen ins Ausland geschickt. Vom NKWD am 27. November 1937 in Moskau verhaftet und am 22. Mai 1938 zu fünf Jahren Lager verurteilt. Johannes Liebers kam am 16. August 1942 im Gulag ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Liebler, Ralph

* 14.9.1901 – ✝ 22.11.1953

Geb. in Leipzig; Vater kfm. Angest.; Realschule in Aue (Erzgeb.) u. Oberrealschule der Franckeschen Stiftung in Halle, Abitur; Jura- u. Volkswirtschaftsstudium in München, Tübingen u. Leipzig, Dr. jur.; 1929 – 44 Rechtsanwalt in Zittau; 1929 – 32 DDP; 1930 – 33 Stadtverordn. in Zittau; vom NS-Regime aus pol. Gründen u. aufgrund jüd. Herkunft verfolgt, 1944 inhaftiert. 1945/46 Vors. des Gerichts in Zittau; 1945 LDPD; DSF; ab 1946 Stadtverordn. in Zittau; 1946 – 50 Abg. u. 1948 – 50 Vizepräs. des…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lenz, Walter

* 22.11.1903 – ✝ 1936

Geboren am 22. November 1903 in Berlin; gelernter Schriftsetzer. Lenz trat 1922 der KPD bei, wurde als hauptamtlicher Funktionär Redakteur der »Roten Fahne« und war zeitweise für die politische Redaktion verantwortlich. Da Lenz zu den rechten Kommunisten gezählt wurde, 1929 aus der KPD ausgeschlossen, nach der Kapitulation vor dem ZK 1931 aber Wiederaufnahme. Er wurde im AM-Apparat eingesetzt, 1932 in die Sowjetunion geschickt und war dort in der Komintern tätig. Im September 1936 vom NKWD verhaftet, wurde Walter Lenz noch im selben Jahr erschossen. Nach 1956 wurde er vom Obersten Gericht der Sowjetunion »rehabilitiert«.

Wer war wer in der DDR

Leonhard, Wolfgang

* 16.4.1921 – ✝ 17.8.2014

Geb. in Wien; Vater Schriftst.  Rudolf L.; 1931/32 Karl-Marx-Schule in Berlin, 1932 – 33 Landschulheim Herrlingen (Ulm); 1933 – 35 Schulbesuch in Stockholm (Schweden); 1935 UdSSR, 1935 – 37 Karl-Liebknecht-Schule in Moskau, anschl. bis 1940 an einer sowj. Schule; 1939 Komsomol; 1939/40 Vorbereitungskurs, 1940 – 41 Studium am Lehrerinst. für Fremdsprachen Moskau; Sept. 1941 im Zuge der Deportation der dt. Minderheit Zwangsumsiedl. nach Kasachstan; 1940/41 Kurse im ZK der MOPR; 1941/42 Studium an…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leps, Georg

* 24.11.1892 – ✝ 19.2.1961

Geboren am 24. November 1892 in Berlin; lernte Klempner. 1910 Mitglied der SPD und der Gewerkschaft. Soldat im Weltkrieg. 1918 Übertritt zur USPD, kam 1920 mit deren linkem Flügel zur KPD. Von 1925 bis 1929 war er Abgeordneter der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin. Leps arbeitete bis 1928 als Klempner und übte verschiedene ehrenamtliche Funktionen aus. 1925 zunächst aktiv für die linke Opposition, ging er zum Thälmann-ZK über. 1928 Parteisekretär der KPD in Berlin-Kreuzberg, im selben Jahr Abgeordneter des Preußischen Landtags. 1929 UB-Leiter Berlin-Nord. Bis 1932 Sekretär der BL Berlin-Brandenburg, u. a. für Wirtschaftsfragen zuständig. 1932 nicht mehr als Kandidat für die Landtagswahl aufgestellt, er schied auch aus dem hauptamtlichen Parteiapparat aus. Im Februar 1933 verhaftet, saß Leps bis Oktober 1933 im KZ Sonnenburg. Nach der Freilassung in seinem Beruf tätig, dann im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 erneut inhaftiert und bis Dezember 1944 im KZ Sachsenhausen eingesperrt. 1945 wieder Mitglied der KPD. Ab September 1945 in der BL Brandenburg für Wirtschaftspolitik verantwortlich. 1946 Sekretär der SED-Landesleitung Brandenburg, zugleich Abgeordneter des Brandenburgischen Landtags, 1948 kam Leps als Vertreter Brandenburgs in die DWK. Er erhielt im April 1951 von der ZPKK eine Parteistrafe wegen »Unklarheiten über seine Vergangenheit in den Jahren 1925/26« und spielte keine politische Rolle mehr. Er wohnte als Parteiveteran in Potsdam, wo Georg Leps am 19. Februar 1961 starb.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leschnitzer, Franz

* 12.2.1905 – ✝ 16.5.1967

Geboren am 12. Februar 1905 in Posen, Sohn einer jüdischen Apothekerfamilie; studierte Nationalökonomie, Germanistik, Jura und Philosophie. Er schloß sich der Deutschen Friedens-Gesellschaft und 1926 der Gruppe Revolutionärer Pazifisten an. Seit 1925 ständiger Mitarbeiter der satirischen Wochenschrift »Der Drache«, der Zeitschriften »Weltbühne«, »Die Neue Generation« u.a. Blätter. Ende 1930 Mitglied der IAH, 1931 Redaktionssekretär der Zeitschrift »Der Rote Aufbau«. Er wurde im Oktober 1931 Mitglied der KPD und des BPRS. Ab März 1932 Sekretär des Kampfkomitees gegen Faschismus und Krieg, im März 1933 emigrierte er nach Wien, später in die âSR und gehörte zu den ersten Mitarbeitern der Zeitung »Der Gegen-Angriff«. Ende Mai 1933 kam Leschnitzer in die Sowjetunion, wurde Redakteur bei der Zeitschrift »Internationale Literatur« und der DZZ, ab 1934 Mitglied des sowjetischen Schriftstellerverbandes. Einem 1936 von Leschnitzer und Jolan Kelen-Fried gemeinsam erstellten »Literatur-historischen Lesebuch« wurden vulgär-soziologische Tendenzen unterstellt. Im Oktober 1941 nach Taschkent evakuiert, im August 1942 »wegen Mangels an Wachsamkeit gegenüber sowjetfeindlichen Elementen« aus der KPD ausgeschlossen. Er blieb bis Sommer 1948 als Hochschullehrer in Taschkent, dann Rückkehr als Übersetzer nach Moskau. Ende 1959 Ausreise in die DDR, Aufnahme in die SED, lebte als freischaffender Autor und Übersetzer, wurde 1960 Mitglied des DDR-Schriftstellerverbandes und promovierte 1964 mit »Goethes Faust und die sowjetische Literatur«. Franz Leschnitzer starb am 16. Mai 1967 in Ost-Berlin. Sein erste Frau Hildegard, geborene Samson (*30. 7. 1904 – † 5. 12. 1974), Tochter eines jüdischen Fotografen, war Stenotypistin, u. a. bei der »Weltbühne«. Im Sommer 1933 Emigration über Prag in die Sowjetunion, Mitarbeit bei den Zeitschriften »Internationale Literatur« und »Das Wort«, später Stenotypistin bei der RGI und im Volkskommissariat für Außenhandel. 1941 Evakuierung nach Tomsk und in einer landwirtschaftlichen Genossenschaft eingesetzt. August 1947 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, zunächst Mitarbeiterin der Zeitschrift »Theater der Zeit«, 1949 der »Täglichen Rundschau«, später beim »Neuen Deutschland«.Bernd-Rainer Barth

Wer war wer in der DDR

Lessing, Gottfried

* 14.12.1914 – ✝ 11.4.1979

Geb. in St. Petersburg; Vater Hüttening.; Schwester  Irene Gysi; 1918 Auswanderung der Familie nach Dtl., da der Großvater als Industrieller enteignet worden war; Volksschule, 1928 – 33 Gymnasium in Berlin-Zehlendorf; 1933 – 38 Studium der Rechtswiss. u. Nat.-Ökon. an der Univ. Berlin; Nov. 1937 Prom. zum Dr. jur.; Jan. 1938 als rass. Verfolgter Emigr. nach Großbritannien; 1938/39 Volontär bei »The London Assurance«; März 1939 Versicherungsagent bei »The London Assurance« in Salisbury…

Wer war wer in der DDR

Leucht, Kurt Walter

* 8.6.1913 – ✝ 4.9.2001

Geb. in Ellefeld (Vogtl.) in einer Arbeiterfamilie; 1927 – 31 Kunst- u. Bauschule Plauen, Maurerlehre; 1931 – 33 arbeitslos u. gelegentl. Tätigkeiten als Bauarb.; 1933 NSDAP; 1934/ 35 Wehrmacht (Luftwaffe); 1935 – 41 Mitarb. im Architekturbüro Georg Sagebiel Dresden (Ltr. des Entwurfbüros beim Luftkreiskommando III) bzw. im Büro von Erich Mendelsohn Berlin; Industrie- u. Verw.-Bauten in Berlin, München, Stuttgart u. Salzgitter; 1938 Studienreise durch Italien; 1939 – 41 externes Studium an der…

Wer war wer in der DDR

Leutert, Kurt Gerald

* 16.7.1929 – ✝ 1.6.1999

Geb. in Waldheim; dort 1948 Abitur; 1948 – 53 Studium der Med. an der Univ. Leipzig, dort 1953 Prom. u. 1954 Staatsexamen; klein. Pflichtzeit in den Kliniken der KMU Leipzig, dort 1955 Übernahme der Vorlesung in Histologie u. Stationsarzt in der medizin. Klinik bei  Max Bürger; 1957 Ass. bei Kurt Alverdes mit voller Planstelle am Anatom. Inst. der KMU Leipzig, dort Facharztausbildung, 1958 Oberass., 1961 Habil., 1962 Doz. u. 1967 Prof. mit Lehrauftrag für Anatomie; 1969 ord. Prof. für makroskop.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leviné, Eugen

* 9.5.1885 – ✝ 3.5.1919

Geboren am 9. Mai 1885 in St. Petersburg, Sohn eines Großkaufmanns, der 1886 starb. 1897 mit der Mutter nach Deutschland übergesiedelt, besuchte das Gymnasium in Wiesbaden, nahm 1905 das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg auf und studierte 1904/05 in Berlin. Im September 1905 ging er nach Rußland und nahm an der Revolution teil. Leviné, der Mitglied der russischen Sozialrevolutionären Partei war, wurde 1906 und erneut 1908 verhaftet und mißhandelt; 1909 konnte er nach Deutschland zurückkehren. Er schloß sein Studium der Nationalökonomie in Heidelberg mit der Dissertation »Typen und Etappen in der Entwicklung gewerkschaftlich organisierter Arbeiter« ab. Unter dem Pseudonym Goldberg (dem Mädchennamen seiner Mutter) arbeitete er für die SPD-Presse, er war in der SPD und im Mannheimer »Karl-Marx-Klub« der radikalen Sozialdemokraten aktiv. 1915 wurde Leviné badischer und damit deutscher Staatsbürger, er übersiedelte nach Berlin, wurde im Krieg zum Landsturm eingezogen und war Dolmetscher in einem Lager russischer Kriegsgefangener. Im Mai 1915 heiratete er Rosa Broido (* 18. 5. 1890 – †11. 11. 1979), Tochter eines Rabbiners, die später in der KPD wirkte, Ernst Meyer heiratete und zuletzt in London als Anti-Stalinistin und unabhängige Kommunistin bekannt wurde. Sie veröffentlichte 1972 eine weitverbreitete Leviné-Biographie und 1979 ihre eigenen Memoiren »Im inneren Kreis«. 1916 wurde ihr Sohn in Heidelberg geboren. Eugen Leviné schloß sich der Spartakusgruppe um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht an, trat mit dieser 1917 der USPD bei und arbeitete 1918 in Berlin als Abteilungsleiter der sowjetischen Telegrafenagentur ROSTA. Nach der Novemberrevolution war er für den Spartakusbund im Rheinland tätig, die Arbeiter in Essen sandten ihn als Delegierten zum 1. Reichsrätekongreß. Leviné war Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD, wo er sich – mit der Mehrheit der KPD – gegen die Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung aussprach, wie sie Paul Levi gefordert hatte. Leviné nahm an den Januarkämpfen 1919 in Berlin teil und war dann in Braunschweig und im Ruhrgebiet aktiv. Im März 1919 ging er nach Bayern und kam an die Spitze der KPD in München. Diese lehnte unter seinem Vorsitz die Beteiligung an der »Scheinräterepublik« (7. bis 15. April) ab. Am 15. April übernahm Leviné die Führung der kommunistischen Münchner Räterepublik (15. April bis 3. Mai 1919), die er bis zum 27. April leitete. Nach der militärischen Niederschlagung der Räterepublik ging er auf Beschluß der Parteiführung in die Illegalität. Am 13. Mai verhaftet, verteidigte Leviné vor dem Münchner Sondergericht mutig seine kommunistische Überzeugung (»Wir Kommunisten sind alle Tote auf Urlaub«). Eugen Leviné wurde zum Tode verurteilt und trotz zahlreicher Proteste am 5. Juni 1919 in München-Stadelheim erschossen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lewin, Gabriel (Gabo)

* 21.12.1906 – ✝ 14.2.1995

(* 1906 – † 1995) Geboren am 21. Dezember 1906 in Berlin, Sohn einer jüdisch-kleinbürgerlichen Familie; besuchte das Gymnasium, kaufmännische Lehre. 1924 trat er in die Kommunistische Jugend, 1926 in die KPD ein, wurde Funktionär im UB Berlin-Lichtenberg. Seit Herbst 1932 gehörte er dem ZK des KJVD an. Lewin kandidierte im März 1933 zum Preußischen Landtag, wurde gewählt, konnte aber sein Mandat wegen des Naziterrors nicht annehmen. Er emigrierte 1934 in die Niederlande und wurde nach der Verhaftung Fritz Grosses im August 1934 Vorsitzender des illegalen KJVD. Im Februar 1935 in Amsterdam inhaftiert und nach Belgien ausgewiesen, kam im September 1935 in die Sowjetunion. Da Lewin ein Anhänger Fritz Schultes war, im KJVD abgelöst, Redakteur der »Deutschen Zentral-Zeitung«. 1938 vom NKWD verhaftet und wegen »konterrevolutionärer Tätigkeit« zu zehn Jahren Haft verurteilt, er überlebte bis 1953 verschiedene Arbeitslager, darunter Kolyma. Lewin war schwerkrank und arbeitete dann, in Kasachstan zwangsangesiedelt, bis 1955 als Deutschlehrer. Am 16. April 1955 durch das Militärkollegium in Moskau »rehabilitiert«, konnte er einen Monat später in die DDR ausreisen. Hier begann er als Mitarbeiter beim Staatlichen Rundfunkkomitee bzw. beim »Neuen Deutschland« und wurde später Sektorleiter der Westabteilung im ZK der SED, er erhielt den Karl-Marx-Orden. Gabriel Lewin starb am 14.Februar 1995 in Berlin. Seine Lebensgefährtin Herta Reder-Lewin, geborene Gottfeld (* 8. 6. 1908 – † 2. 8. 1997), lernte Kinderpflegerin. 1924 Mitglied der jüdischen bürgerlichen Jugendbewegung »Kameraden«, trat sie im Februar 1928 in den KJVD, 1929 in die KPD ein. 1935 kam sie über Prag nach Moskau, wo sie eine Lebensgemeinschaft mit Gabo Lewin einging. Bis Ende August 1948 war sie als Kinderkrippenschwester und Desinfektor für Kolchose und Sowchose mit ihrem Sohn Andrej in Kasachstan. Bereits 1948 konnten beide in die SBZ ausreisen, wo sie bis 1950 im FDGB Bundesvorstand arbeitete, danach bis 1981 als Mitarbeiterin am IML für die Lenin-Edition mitverantwortlich.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lieberasch, Arthur

* 20.10.1881 – ✝ 10.6.1967

Geboren am 20. Oktober 1881 in Döbeln, Sohn eines Zigarrenarbeiters; lernte Schlosser. 1901 Eintritt in die Gewerkschaft, 1905 Mitglied der SPD; bald in ganz Sachsen durch seine gewerkschaftliche Aktivität bekannt. 1917 Übertritt zur USPD. Während der Revolution führend im Arbeiter- und Soldatenrat in Leipzig. 1920 Delegierter des Spaltungsparteitages der USPD, kam mit der linken USPD zur KPD. Ab 1921 war er Stadtverordneter in Leipzig, dort 1927 Vorsitzender der Stadtverordnetenfraktion und seit 1922 auch Abgeordneter des Sächsischen Landtages. Der VIII. Parteitag 1923 wählte Lieberasch in die Gewerkschaftskommission. Er gehörte 1923 zum rechten Parteiflügel. 1926 wieder in den Sächsischen Landtag gewählt, Mitglied der KPD-BL Westsachsen und Sekretär für Gewerkschaftsfragen. Während der Auseinandersetzungen 1928 einer der Wortführer der Rechten in Sachsen, deswegen im Januar 1929 aus der KPD ausgeschlossen. Lieberasch trat mit vier weiteren Abgeordneten zur KPO über, wurde Mitbegründer der KPO in Westsachsen und blieb auch nach deren Spaltung in der KPO. Anfang 1933 Emigration in die Schweiz, wurde in Schaffhausen von Walther Bringolf, einem der rechten Führer der KP Schweiz, unterstützt. Seine Lage verschlechterte sich, als Bringolf zur Sozialdemokratie übertrat, Lieberasch jedoch auf seinem KPO-Standpunkt verharrte. Er fand keine Unterstützung mehr und mußte sich im Arbeitshaus von Schaffhausen durch Holzhacken kümmerlich ernähren. Von Schweizer Landstreichern, die ebenfalls dort arbeiteten, als Nazi beschimpft, weil er aus Deutschland kam. Erst als seine Frau im Sterben lag, konnte Lieberasch im Juni 1948 nach Leipzig zurückkehren. Er trat der SED bei und beantragte die Anerkennung als Kämpfer gegen den Faschismus (KgF): »In Schaffhausen habe ich einige Jahre Material nach Deutschland organisiert und an der Schaffhauser Arbeiterzeitung als unbekannter Mitarbeiter mit geholfen ... Ich habe mich dann in kümmerlichster Weise über Wasser halten müssen. Bin politisch heute noch Kommunist und werde es bleiben, wenn auch der Name der Partei, zu der ich mich angemeldet habe, ein anderer ist.« Der Prüfungsausschuß der Kommunalabteilung für die Opfer des Faschismus beim Oberbürgermeister der Stadt Leipzig verweigerte am 14. Januar 1949 seine Anerkennung als KgF, daraufhin legte Lieberasch beim Landesschiedsgericht Einspruch ein und wurde im September 1949 als KgF anerkannt. Er kam ab September 1949 als Sachbearbeiter für Lohn und Tarifwesen in die VVB VESTA Leipzig. Als er es ablehnte, sich im Zusammenhang mit den Parteiüberprüfungen Anfang der fünfziger Jahre von der KPO-Politik zu distanzieren, wurde er 1952 aus der SED ausgeschlossen. Seine »Selbstkriktik« bestand in dem Satz: »Die Bildung der KPO war kein Fehler, sondern nur ein Verstoß gegen die Disziplin.« Bereits im Januar 1951 vermerkte der damalige Landesvorsitzende der SED Ernst Lohagen: »Dieser Lieberasch hat heute nicht nur seine Agenten in der Partei, sondern ist selbst Mitglied unserer SED im Kreis Leipzig. Dieser alte professionelle Parteifeind schrieb vor kurzem in einer Erklärung an die Partei über Brandler folgendes, was einer moralischen Rechtfertigung Brandlers gleichkommt: ?Brandler war genau so ein armes Schwein wie ich und hatte auch nichts anzuziehen?, und so fort.« Im Zuge der »Entstalinisierung« ist Lieberasch 1957 wieder in die SED aufgenommen worden und bekam 1958 die Medaille »Kämpfer gegen den Faschismus«. Arthur Lieberasch starb am 10. Juni 1967 in Leipzig.

Wer war wer in der DDR

Liebich, Stefan

* 30.12.1972

Geb. in Wismar, aufgewachsen in Greifswald u. ab 1983 in Berlin; 1979 – 89 POS, 1991 Abitur; 1989 Mitbegr. des Jugendverb. »Junge Linke«. 1990 PDS; 1992 – 95 Studium an der Techn. Fach-HS Berlin, Dipl.-Betriebswirt; 1995 Mitgl. des PDS-BV Berlin-Marzahn; Dez. 1996 – 99 Vors. der PDS Berlin-Marzahn; seit Nov. 1995 Mitgl. des Berliner Abg.-Hauses (Direktmandat); 1999 – 2001 stellv. Vors., 2001 – 05 Vors. des PDS-LV Berlin (Nachf. von  Petra Pau); 2002 - 06 Vors. der PDS-Fraktion im Berliner…

Wer war wer in der DDR

Liebscher, Fritz

* 13.11.1914 – ✝ 19.2.2009

Geb. in Elstra (Krs. Kamenz); Vater Arbeiter; Volks- u. OS, kaufm. Lehre u. Arbeit als Buchhalter im Hilfswerk für dt. Studenten bzw. in der Buchdruckerei Seifhennersdorf; 1940 – 45 Wehrmacht, 1945 – 50 sowj. Kriegsgefangenschaft, Antifaschule. 1950 Rückkehr in die DDR, 1950 – 52 Buchhalter, Hauptbuchhalter bzw. kaufm. Dir. der Bau-Union Dresden; 1952 SED; Fernstudium an der TH Dresden u. der HfÖ Berlin, 1958 Dipl.-Wirtsch.; 1952/53 Abt.-Ltr. im Min. für Bauwesen, 1953 – 55 stellv.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lenz, Wilhelm

* 16.3.1897 – ✝ 10.8.1969

Geboren am 16. März 1897 in Gießen-Klein Linden, Sohn eines Bergmanns; wurde Feinmechaniker. 1916 zum Militärdienst eingezogen, machte den Weltkrieg als Soldat in Rußland und Frankreich mit. 1923 trat er in die KPD ein und übte verschiedene Funktionen aus. Lenz war 1931/32 KPD-Abgeordneter im Hessischen Landtag. 1933 »Schutzhaft«, nach sechs Wochen entlassen, wegen illegaler Arbeit für die KPD im Juni 1935 erneut verhaftet und im November 1935 vom OLG Darmstadt zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Anschließend in das KZ Buchenwald eingeliefert, aus dem er im April 1945 befreit wurde. Für die US-Militärregierung tätig, später Fuhrunternehmer in Gießen, er trat politisch nicht mehr hervor. Wilhelm Lenz starb am 10. August 1969 in Gießen-Wieseck.

Wer war wer in der DDR

Leopold, Otto

* 23.2.1901 – ✝ 5.9.1975

Geb. in Ihringshausen bei Kassel; Vater Arbeiter, Mutter Hausangestellte; Volks- u. Höhere Gewerbeschule; 1916 – 22 Lehre u. Arbeit als Dreher in Leipzig; 1919 – 22 KPD; kaufm. Angest., Verkäufer u. Vertreter in Leipzig u. Berlin, ab Apr. 1933 erwerbslos; 1928 erneut Mitglied der KPD, ab 1933 illegale Arbeit, Aug. 1933 – Juni 1935 »Schutzhaft« u. Verurteilung wg. »Vorbereitung zum Hochverrat« zu 18 Monaten Gefängnis, Haft in Leipzig u. im Zuchthaus Waldheim; 1935 – 38 Bau- u. Waldarbeiter, unter…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lesch, Fritz

* 16.3.1898 – ✝ 1937

Geboren am 16. März 1898 in Eberswalde, Bruder von Kurt Lesch; zunächst Heizer, später Sportlehrer und Bademeister. Marinesoldat im Weltkrieg, 1918 Teilnahme am Kieler Matrosenaufstand. 1920 Mitglied der KPD, führender Funktionär der Arbeitersportbewegung, Mitglied der Reichsleitung der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit (KG); 1931 Sekretär der RSI. Nach 1933 zunächst illegaler Reichsleiter der Kampfgemeinschaft, emigrierte dann in die Niederlande. Bis zur Auflösung der KG unternahm er mehrere Reisen nach Deutschland. Unter dem Decknamen Axel bemühte er sich, in Deutschland wirkende Kader der Kampfgemeinschaft anzuleiten. Im Herbst 1936 ging er nach Spanien, war Offizier und Kommandant einer Panzereinheit der Internationalen Brigaden. Fritz Lesch fand dort im Frühjahr 1937 den Tod.

Wer war wer in der DDR

Lesser, Gerhard

* 12.11.1938

Geb. in Wernshausen (Landkrs. Herrschaft Schmalkalden); Vater Arbeiter; Grund- u. Oberschule; 1952 FDJ; 1956 Abitur; ab 1956 Praktikant im VEB Hartmetallwerk Immelborn, anschl. Studium an der TH Dresden, 1963 Dipl.-Ing.; Mitarb., Gruppenltr., Ass, zuletzt Dir. für Prod., Kooperation u. Materialwirtschaft im VEB Hartmetallwerk Immelborn; 1967 SED; 1970 / 71 Lehrgang an der SED-BPS; 1981 – 84 Dir. für Prod., 1984 1. Stellv. des GD u. Dir. für Plandurchführung, 1986 – 90 GD des VE Kombinat…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Letsch, Paul

* 5.9.1893 – ✝ 12.10.1954

Geboren am 5. September 1893 in Friedberg/ Hessen, Sohn eines Weißgerbers und späteren Gewerkschaftsangestellten. Buchdrucker, einige Semester Studium der Nationalökonomie an der Freien Hochschule in Frankfurt/M. 1910 Mitglied der SPD, von 1910 bis 1914 Privatsekretär bei Dr. Max Pönsgen Alberti, einem Lehrer an der SPD-Parteischule. Letsch war von 1915 bis 1918 Soldat, 1917 Mitglied der USPD, 1920 der KPD, 1918 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Königsberg, dort Polizeipräsident, 1919 letzter Leiter der Volksmarinedivision in Berlin. Aktiv an der Gründung der Union der Hand- und Kopfarbeiter beteiligt, zeitweise deren Vorsitzender, bis 1923 Sekretär des Mitteleuropäischen Büros der Komintern und Mitarbeiter in der Abteilung Genossenschaftswesen. 1925/26 war Letsch Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung, 1927/28 hauptamtlicher Sekretär der KPD-BL Berlin-Brandenburg und zeitweise Beauftragter des ZK in Schlesien. Anschließend führend beim Aufbau des zentralen Literaturvertriebs des ZK tätig. Nach 1933 Gewerbetreibender, wiederholt festgenommen. Am 1. September 1939 in das KZ Sachsenhausen gebracht, 1940 entlassen, von 1943 bis 1945 bei der Wehrmacht. 1946/47 1. Bürgermeister in Berlin-Mitte; 1947/48 Mitarbeiter im ZS des SED-PV. Von Dezember 1948 bis März 1949 Leiter der Hauptverwaltung Post- und Fernmeldewesen der DWK. Im März 1949 übernahm Letsch als Nachfolger von Karl Hans Bergmann den Deutschen Filmverlag und wurde Ende 1949 Geschäftsführer im Verlag Die Wirtschaft, aus dem er im Oktober 1950 nach scharfer Kritik seitens der SED-Leitung abberufen wurde. Zuletzt Abteilungsleiter in der SED-Holding Zentrag. Paul Letsch starb am 12. Oktober 1954.

Wer war wer in der DDR

Leupold, Hermann

* 27.6.1900 – ✝ 8.4.1967

Geb. in Charlottenburg (b. Berlin); Vater Tischler, Mutter Plätterin; Volksschule; 1914 – 18 Lehre als Werkzeugmacher in Berlin; 1914 – 18 Mitgl. der illeg. Freien Soz. Jugend; Juni 1918 – Jan. 1919 Militärdienst; 1918 – 21 USPD; Mitgl. eines Arbeiter- u. Soldatenrats; 1919 DMV; 1919 – 26 berufstätig in versch. Berliner Betrieben; 1921 KPD; 1926/27 erwerbslos; 1927 Mitarb. der IAH, u. a. Red. von »Der Mahnruf«; 1929 mit einer Schriftstellerdeleg. in der UdSSR; 1929 Red. der »AIZ«, 1932 deren…

Wer war wer in der DDR

Leutwein, Friedrich

* 9.8.1911 – ✝ 28.12.1974

Geb. in Berlin-Charlottenburg; Vater Offz.; aufgew. in Metz (Elsaß-Lothringen) u. Cros- sen (Oder); Realgymnasium mit Abitur; 1929 – 36 Studium der Chemie, Mineralogie u. Geologie in Freiburg i. Br. u. Gießen (mit Unterbrechung wegen schwerer Vergiftung), Diss. in Freiburg i. Br. zu einer geochemisch-petrograph. Thematik; 1936 – 39 Assistent am Mineralog. Inst. der Univ. Freiburg i. Br.; ab 1939 in Freiberg (Sachsen) Assistent im Oberbergamt; 1941 – 45 Ltr. des Forschungslabors für das Berg- u.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Levy, Alfred

* 6.1.1885 – ✝ 28.5.1938

Geboren am 6.Januar 1885 in Hamburg, Sohn eines kinderreichen Kaufmanns. Schon in jungen Jahren ging Levy auf die »Walze«. 1906 schloß er sich in Mannheim der Gruppe um die sozialistische Zeitung »Junge Garde« an, Eintritt in die SPD, in verschiedenen Städten als Hilfsarbeiter beschäftigt. Im Weltkrieg Soldat in Rumänien, durch einen Kopfschuß schwer verwundet, zeitweise gelähmt. Rückkehr nach Hamburg, 1917 Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Seit 1919 als Schwerbeschädigter Staatsangestellter, zunächst im Arbeitsamt und seit 1920 im Wohlfahrtsamt. 1920 Führer einer Demonstration, die in bewaffneten Kämpfen endete, deswegen zu einer Strafe von drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner eigenen Aussage erklärte ihm der Staatsanwalt, daß er ein Jahr für die Tat bekäme, ein Jahr weil er Kommunist und ein Jahr weil er Jude sei. Levy brauchte die Strafe nicht ganz zu verbüßen, da er 1924 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt wurde. Wie die Mehrheit der Hamburger Parteiorganisation gehörte auch Levy zum linken Flügel in der KPD; er war Mitglied der BL Wasserkante. Wegen seiner Teilnahme am Oktoberaufstand 1923 am 3.November 1923 verhaftet und als einer der Hauptangeklagten im Prozeß gegen Hugo Urbahns im Januar 1925 zu vier Jahren Festung verurteilt (der Staatsanwalt hatte elf Jahre beantragt). Am 31. Mai 1926 durch eine Amnestie freigekommen, sympathisierte Levy mit der linken Opposition und entfernte sich zeitweilig von der KPD. 1927 als Vertreter der innerparteilichen Opposition nicht mehr in die Bürgerschaft gewählt, schickte ihn das ZK nach Zwickau, wo er als Mitorganisator eines Streiks der Tabakarbeiter hervortrat. Levy kam 1928 wieder nach Hamburg zurück und näherte sich in der ultralinken Periode der KPD wieder an. Im März 1933 verhaftet, am 7. September 1933 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und nach Verbüßung der Strafe ins Lager Wittmoor, das spätere Fuhlsbüttel, überführt. Wegen einer schweren Operation ins Eppendorfer Krankenhaus gebracht, konnte er von dort flüchten, lebte illegal in Hamburg und gelangte im Juni 1935 über Berlin nach Prag. Beim Antrag auf Todeserklärung im Juni 1951 wurde vermutet, daß Levy als Jude bei der Besetzung der Tschechoslowskei von den Nationalsozialisten umgebracht worden ist. Tatsächlich gelangte Levy aber 1936 in die Sowjetunion und wurde dort ein Opfer der stalinistischen Säuberungen. Im März 1938 vom NKWD verhaftet, wurde Alfred Levy am 28. Mai 1938 in Butowo erschossen.

Wer war wer in der DDR

Ley, Hermann

* 30.11.1911 – ✝ 24.11.1990

Geb. in Leipzig; Vater Zahnarzt; 1927 Soz. Schülerbew. u. SPD, 1930 Ausschl.; 1930 KPD; ab 1930 Studium der Zahnmed. an der Univ. Leipzig; Ltr. der kommunist. Studentengr.; Mitgl. im Vorst. des Bundes soz. Geistesarb. in Leipzig; in der NS-Zeit wegen antifa. Betätigung zwei Jahre u. zehn Mon. inhaftiert; während des 2. Weltkriegs Sanitätsoffz.; 1944 Prom. zum Dr. med. an der Univ. Leipzig mit der Arbeit »Die Erkrankung der Zähne u. ihre Beziehung zur Rasse. Eine statist. Untersuchung an 1955…

Wer war wer in der DDR

Lieberknecht, Christine

* 7.5.1958

Geb. in Weimar; Vater ev. Pfarrer; POS Großobringen (Krs. Weimar); 1976 Abitur an der EOS in Bad Berka (Krs. Weimar), danach bis 1982 Studium der ev. Theol. an der FSU Jena, Dipl. Theol., FDJ-Sekr. der Theologiestudenten; 1981 CDU; 1982 – 84 Vikariat in der thüring. Landeskirche, Zweites theolog. Examen; 1984 – 90 Pastorin im Kirchenkrs. Weimar; Mitwirkung an der Christl. Friedenskonferenz; seit 1986 Mitarbeit in der Kommission für Kirchl. Jugendarbeit; Sept. 1989 mit  Gottfried Müller…

Wer war wer in der DDR

Liebknecht, Kurt

* 26.3.1905 – ✝ 6.1.1994

Geb. in Frankfurt (Main), großbürgerl. Herkunft; Vater Chemiker (Patentinhaber u. a. für »Persil«), Neffe von Karl L.; Volksschule u. Gymnasium, Abitur; halbjährige Tätigkeit als Maurer u. Zimmerer; 1924 – 29 Architekturstudium an der TH Berlin, Dipl.-Ing.; 1929 – 31 Mitarb. im Büro des Architekten Hans Poelzig (Innengestaltung des Hauses des Rundfunks in Berlin); Ltr. beim Bau der Univ.-Frauenklinik in Berlin; Aug. 1931 als Spezialist in die UdSSR; zunächst Tätigkeit im Büro des Standardstadt-…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Liese, Wilhelm

* 5.4.1879 – ✝ 4.11.1940

Geboren am 5. April 1879 in Jarmen/Krs. Demmin; arbeitete in verschiedenen Berufen und trat 1900 der SPD bei. Während des Krieges schloß er sich in Berlin der Spartakusgruppe an und trat nach dem Kriege in die KPD ein. Liese war an den bewaffneten Auseinandersetzungen in Berlin 1919 beteiligt, deshalb wegen »Landfriedensbruchs und Aufruhrs« zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Seit 1920 Mitarbeiter der »Roten Fahne«, anfangs nebenberuflich, von 1924 an dann verantwortlich zeichnender Redakteur. Deswegen 1924/25 zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Im Dezember 1925 entlassen, ging er nach Prag, wo er in große Not geriet. Sein scharfer Brief gegen die falsche Kaderpolitik der Partei an das ZK der KPD vom Mai 1927 geriet auch in die Hände des SPD-«Vorwärts«, der ihn veröffentlichte. Liese, inzwischen Anhänger der linken Opposition, mißbilligte die Publizierung. Im Mai 1928 schloß ihn die KPD aus, weil er bei der Wahl für den Leninbund kandidiert hatte. Er war noch einige Zeit im Leninbund tätig, trat dann politisch nicht mehr hervor. Wilhelm Liese starb am 4. November 1940.

Wer war wer in der DDR

Leonard, Hans

* 12.9.1902 – ✝ 8.12.1966

Geb. in Berlin; Vater Komponist u. Kapellmeister Hugo Levyson (unter dem Namen Leonard), Mutter Schauspielerin lla Gragert; Gymn.; 1920 Volontär bei der »Weltbühne«; anschl. Angest. in einem Musikverlag; nach 1933 Verfolgung aus rassischen Gründen, lebte halblegal unter dem Namen Leonard, Tätigkeit als Lagerarbeiter in einer Landkartendruckerei. 1945 KPD, 1946 SED; 1945 zunächst Ltr. der Rationierungskartenstelle, anschl. Ltr. des Gesundheitsamts im Bezirksamt Berlin-Pankow; 1946 gemeinsam mit…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leow, Willy

* 25.1.1887 – ✝ 3.10.1937

Geboren am 25. Januar 1887 in Brandenburg/ Havel; lernte Tischler. Anschließend auf Wanderschaft, besuchte Arbeiterbildungsschulen und siedelte nach Berlin über. 1904 Mitglied der SPD und der Gewerkschaft. War innerhalb der USPD aktiv bei der Organisierung der Spartakusgruppe, schloß sich dieser während des Krieges an. Im April 1918 zusammen mit Leo Jogiches, Willi Budich u. a. verhaftet und erst beim Ausbruch der Revolution im November 1918 befreit. Seit Gründung der KPD Mitglied und Funktionär der Partei. In den zwanziger Jahren zunächst Parteisekretär in Berlin-Nordwest, dann Pförtner des Karl-Liebknecht-Hauses, dem Sitz der KPD-Zentrale. Delegierter des VII. Jenaer Parteitages 1921. Nach Gründung des RFB auf dem 1.Reichskongreß dieser Organisation im Mai 1925 zum 2. Bundesvorsitzenden gewählt, Vorsitzender war Ernst Thälmann. Nachdem dieser im Oktober 1925 KPD-Führer wurde, stieg Leow praktisch zum Leiter des RFB auf. Auf dem XI. Parteitag 1927 wurde Leow als Kandidat ins ZK gewählt, im selben Jahr unternahm er eine längere Reise in die Sowjetunion. Im Mai 1928 zog er auf der Reichswahlliste der KPD in den Reichstag ein, dessen Abgeordneter er ununterbrochen bis 1933 blieb. Während der Wittorf-Affäre 1928 verdichteten sich Gerüchte – die bis 1933 immer wieder auftauchten –, daß Leow im RFB eine Korruptions- und Mißwirtschaft betreibe. Doch als Thälmann durch Stalin wieder in seine Funktion eingesetzt wurde, festigte sich auch die Stellung seines Vertrauensmannes Leow. Obwohl nach vielen Berichten ein ungehobelter Funktionär, sogar ein Trinker, stieg er dennoch rasch in die höchsten Positionen auf. Der XII. Parteitag 1929 wählte Leow als Mitglied ins ZK, der illegale RFB wurde von ihm geleitet. 1933 emigriert, kam Leow 1934 in die Sowjetunion, trug dort den Namen Leow-Hofmann. Zunächst arbeitete er als Redakteur im deutschen Staatsverlag in Engels (Wolgarepublik) bzw. war zuletzt dessen Leiter. Am 26. Februar 1936 wurde er in Engels vom NKWD verhaftet und am 3. Oktober 1937 wegen »Organisation einer trotzkistisch-terroristischen Gruppe« vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR zum Tode verurteilt. Willy Leow wurde noch am selben Tag erschossen. Er wurde durch eine Verfügung des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR erst im Januar 1989 »rehabilitiert«. Er war seit 1909 verheiratet mit Anna, geborene Diwan (* 28. 10. 1889 – † 4. 4. 1974), sie war Schneiderin. Seit 1919 in der KPD, von 1922 bis 1933 Telefonistin in der sowjetischen Botschaft in Berlin. Anfang März 1933 festgenommen, kam sie bis Januar 1934 in das Frauenkonzentrationslager Moringen. Sie emigrierte in die Sowjetunion, ließ sich später von ihrem Mann scheiden und nahm ihren Mädchennamen Diwan an. Sie durfte erst 1957 in die DDR. Ihr gemeinsamer Sohn Hans Leow (* 18. 8. 1907 in Brandenburg/Havel) war von Beruf Maschinensetzer. Ab 1926 Mitglied der KPD, ging er bereits 1931 in die Sowjetunion, war dort bei der VAA beschäftigt. Hans Leow wurde im September 1937 vom NKWD verhaftet und am 3.November 1943 in Butowo erschossen. Seine Frau Martha, geborene Langrock (* 8. 9. 1909 – † 17. 4. 1967), folgte ihm in die Sowjetunion, bis 1933 bei der DZZ, später Korrektorin in Moskau. Nach der Verhaftung ihres Mannes Verbannung nach Tjumen, 1943 zur Arbeitsarmee im Ural eingezogen. Erst 1956 kam sie in die DDR.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lesch, Kurt

* 7.7.1904 – ✝ 29.1.1942

Geboren am 7. Juli 1904 in Berlin, Bruder von Fritz Lesch; gelernter Schriftsetzer. Seit 1924 in der Kommunistischen Jugend, 1926 Mitglied der KPD. Er war Funktionär in Berlin-Baumschulenweg und kam nach der ultralinken Wende der KPD 1929 in den hauptamtlichen Apparat, u. a. als Redakteur an verschiedene KPD-Zeitungen. 1933 in die Sowjetunion emigriert, wurde Lesch Redakteur in der VAA in Leningrad, 1937 nach Engels (Wolgarepublik) abgeschoben und dort am 28. Februar 1938 verhaftet. Am 23. Dezember 1940 zu acht Jahren Lager verurteilt, kam Kurt Lesch am 29.Januar 1942 im Gulag im Nord-Ural ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Lesser, Wolfgang

* 31.5.1923 – ✝ 27.9.1999

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Kfm.; Realgymnasium in Berlin; Metallarbeiterlehre; 1938 Musikstudium am Sternschen Konservatorium Berlin; 1939 Emigr. nach London; 1940 Internierungslager Isle of Man; 1942 KPD; 1943 – 47 Angeh. der brit. Armee. 1947 Rückkehr nach Berlin; SED; Arbeit in der FDJ; 1950 – 54 Studium an der HS für Musik Berlin; 1954 – 61 Komponist u. Pädagoge im Staatl. Volkskunstensemble der DDR; seit 1961 freischaff.; 1964 – 68 2. Sekr., 1968 – 78 1. Sekr. des VDK (Nachf.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Letz, Hermann

* 11.4.1884

Geboren am 11. April 1884 in Berlin. Kaufmännische Lehre, arbeitete als Buchhalter bzw. Bankangestellter bei verschiedenen Firmen in Berlin. Anfang Mai 1905 begann er als Buchhalter bei der damaligen Aktiengesellschaft Berliner Elektrizitätswerke und kam bei der Übernahme der Werke durch die Stadt Berlin in den städtischen Dienst. Er war Mitglied der SPD, der USPD, von 1920 bis 1930 der KPD. Seit der ersten Gemeindevertreterwahl nach der Revolution im Februar 1919 Gemeindevertreter in Friedrichsfelde. Bei Auflösung der Vertretung im Juni 1920 in die Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin gewählt, der er dann noch einmal von 1925 bis 1929 angehörte. Von 1921 bis 1924 und 1930/31 auch unbesoldeter Stadtrat im Magistrat. Gemeinsam mit Erich Raddatz gehörte er im Februar 1930 zu den 60 Berliner Funktionären, die sich in einem »Offenen Brief« gegen die KPD-Linie und die These des »Sozialfaschismus« wandten. Daraufhin aus der KPD ausgeschlossen, leitete er mit Raddatz die »Gruppe 60«. Im Februar 1931 war er einer jener 30 ehemaligen KPD-Funktionäre und Mandatsträger, die ihren Übertritt zur SPD erklärten. Sein weiterer Lebensweg konnte nicht ermittelt werden.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Leupold, Hermann

* 27.6.1900 – ✝ 8.4.1967

Geboren am 27. Juni 1900 in Berlin, Sohn eines Tischlers; lernte Werkzeugmacher. Im Juni 1918 zu einem Eisenbahnregiment einberufen, während der Revolution Mitglied eines Arbeiter- und Soldatenrates, schloß sich der FSJ und der USPD, 1920 der KPD an. Bis 1923 Mechaniker bei der Firma Schwartzkopf in Berlin. 1925 Redakteur der Zeitschrift »Mahnruf«, dem Organ der IAH, seit 1927 Redakteur an der AIZ, von Juli 1932 bis Februar 1933 deren Chefredakteur. Ab 1926 Vorsitzender der IAH Berlin-Brandenburg und seit 1927 Mitglied der IAH-Reichsleitung und Reichsvorsitzender der Arbeiterfotografen Deutschlands. 1933 emigrierte Leupold in die âSR und gab in Prag gemeinsam mit Louis Fürnberg und Franz C. Weiskopf die AIZ, ab 1937 die »Volksillustrierte« heraus. Im März 1939 Emigration nach Großbritannien, Waldarbeiter in Nordwales, leitete die Glasgower Kulturbundgruppe in der Bewegung Freies Deutschland. Im Sommer 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, Redakteur, von 1949 bis 1967 Leiter des Berliner Verlages und Herausgeber der »Berliner Zeitung« sowie ab 1953 auch der »Wochenpost«. Hermann Leupold starb am 8. April 1967 in Ost-Berlin.Carsten Wurm / Bernd-Rainer Barth

Handbuch Deutsche Kommunisten

Levi, Paul

* 11.3.1883 – ✝ 9.2.1930

Geboren am 11. März 1883 in Hechingen, Sohn eines Webereibesitzers und Vorstehers der israelitischen Gemeinde; besuchte das Gymnasium in Stuttgart und studierte in Berlin und Grenoble. Er promovierte 1905 in Heidelberg mit der Dissertation »Das Verhältnis von Verwaltungsbeschwerde und Verwaltungsklage«. 1906 ließ er sich in Frankfurt/M. als Rechtsanwalt nieder und wurde als Armenanwalt tätig. Mitglied der SPD, war 1913 Delegierter auf dem SPD-Parteitag. Als Verteidiger im großen Prozeß gegen Rosa Luxemburg im Februar 1914 geriet er unter ihren theoretischen und politischen Einfluß. Zwischen ihnen kam es auch zu engen persönlichen Beziehungen, wie die (erst 1983 veröffentlichten) Liebesbriefe aus dem Jahr 1914 zeigen. Im Weltkrieg gehörte er als Gegner der »Vaterlandsverteidigung« und des »Burgfriedens« der Spartakusgruppe an, lebte seit 1916 in der Schweiz, wo er in Kontakt zu Lenin stand. Er nahm als Vertreter der Spartakusgruppe im Februar 1917 an einer Konferenz der kriegsgegnerischen »Zimmerwalder Parteien« in Olten in der Schweiz teil. Nach der Revolution 1918 zählte er zur Führung des Spartakusbundes und zu den Mitbegründern der KPD. Vom Gründungsparteitag, auf dem er sich als Referent vergeblich für die Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung einsetzte, wurde er in die erste Parteizentrale gewählt. Nach der Ermordung von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Leo Jogiches leitete Levi seit März 1919 die KPD, er wurde im Juni 1920 (als einziger neben Clara Zetkin) für die kleine KPD (1,7 Prozent der Stimmen) in den Reichstag gewählt. Der Vereinigungsparteitag von KPD und linker USPD im Dezember 1920 hat Levi zusammen mit Ernst Däumig von der USPD zum Parteivorsitzenden der VKPD bestimmt. Er trat jedoch bereits Anfang 1921 wegen Differenzen mit der Komintern zurück, denn er war gegen die Spaltung der Italienischen Sozialistischen Partei und die Gründung der KP Italiens, da er sich für eine Massenpartei und gegen eine Kaderpartei aussprach. Levi blieb auf der Tagung des Zentralausschusses der KPD im Februar 1921 bei seiner Kritik an der Komintern und legte seine Funktionen als Vorsitzender der VKPD und der Zentrale nieder. Er mißbilligte die März-Aktion der KPD, den Aufstand in Mitteldeutschland, scharf. In seiner Broschüre »Unser Weg« bezeichnete er ihn 1921 auch öffentlich als Putsch und Werk Moskaus, deswegen wurde er im April 1921 aus der Partei ausgeschlossen. Nunmehr publizierte er auch Rosa Luxemburgs kritische Schrift »Zur russischen Revolution« gegen Lenin und Trotzki. Levi gründete mit anderen rechten Kommunisten die Kommunistische Arbeitsgemeinschaft (KAG). Doch sein Versuch, eine eigenständige kommunistische Gruppe zu bilden, scheiterte. Über die USPD ging er 1922 zur SPD zurück. Paul Levi bemühte sich, die Politik eines »dritten Weges« zwischen Bolschewismus und Kapitalismus politisch und theoretisch zu fundieren. Er verstand sich als Bewahrer der Ideen von Rosa Luxemburg, eines demokratisch orientierten Kommunismus und radikalen Sozialismus. Privat pflegte er einen großbürgerlichen Lebensstil, bekannt war seine Vasensammlung. Der hochgebildete Mann und Humanist fühlte sich in erster Linie dem kulturellen Erbe verpflichtet. 1924 wurde er für die SPD in den Reichstag gewählt. Levi gab die »Sozialistische Politik und Wirtschaft« heraus und war Führer des linken Flügels der SPD. Der hervorragende Rechtsanwalt befaßte sich immer wieder mit dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Bei der Verteidigung des Schriftstellers Josef Bornstein gegen den Reichsgerichtsrat Jorns 1929 deckte er weitere Hintergründe des Mordes an Luxemburg auf. Paul Levi ist am 9. Februar 1930 in Berlin im Fieberwahn aus dem Fenster gestürzt und dabei ums Leben gekommen; von vielen Seiten wurde er als einer der wichtigsten linken Politiker der Weimarer Republik gewürdigt.

Wer war wer in der DDR

Lewek, Christa

* 19.1.1927 – ✝ 27.3.2008

Geb. in Leipzig als Tochter eines Pfarrers u. Mitgl. der Bekennenden Kirche; nach dem Abitur 1946 – 51 Studium der Philol. an der Univ. Leipzig; anschl. dort wiss. Assistentin; CDU; ab 1952 zunächst Hauptref. in der HA des Min.-Rats »Verbindung zu den Kirchen« (Ltr.  Otto Nuschke), nach Auflösung der Abt. bis 1957 persönl. Ref. des stellv. Min.-Präs. Otto Nuschke (1957); 1958 stellv. Cheflektorin in der Ev. Verlagsanstalt; 1959 Austritt aus der CDU; 1958 – 69 Kirchenrätin bzw. Oberkirchenrätin…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lichtenstein, Kurt

* 1.12.1911 – ✝ 12.10.1961

Geboren am 1. Dezember 1911 in Berlin; Werkzeugmacher. Kurze Zeit in einer jüdischen Jugendorganisation, seit 1928 im KJVD aktiv und ab November 1931 in der KPD. Von 1931 bis 1933 studierte er an der Deutschen Hochschule für Politik Zeitungswissenschaften, arbeitete u. a. in der Berliner BL der RGO. 1933 zunächst im Saargebiet, die KPD schickte ihn nach Moskau, wo er Abendkurse an der KUNMS besuchte. Nachdem Lichtenstein als Herbert 1934 einen Sonderlehrgang des KJVD in Moskau absolviert hatte, kam er als Instrukteur ins Saargebiet. In der Pariser Emigration übernahm er verschiedene Funktionen, u. a. die Anleitung des Widerstandes in Deutschland von Straßburg aus. Wegen vermuteter Abweichungen gab es mehrere Untersuchungen der Kaderabteilung gegen ihn. Im Herbst 1936 meldete sich Lichtenstein freiwillig zu den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, dort wurde er Politkommissar und Offizier, später Chefredakteur der Zeitung »Pasaremos«. Nach der Niederlage der Republik war er bis März 1941 in Frankreich interniert und anschließend in der französischen Résistance aktiv. Auf Beschluß der Parteiführung ging er im April 1944 von Toulouse nach Deutschland zur illegalen Arbeit und war (getarnt als »Fremdarbeiter« Jules Bardier) in Suhl. Nach dem Krieg blieb Lichtenstein für die KPD im Ruhrgebiet tätig. Zunächst war er Sekretär der BL, 1946 Redakteur am KPD-Organ »Westdeutsches Volks-Echo«, 1947/48 Chefredakteur des KPD-Zentralorgans »Freies Volk« in Düsseldorf, dann bis 1950 in gleicher Funktion bei der »Neuen Volkszeitung« in Dortmund. Von 1947 bis 1950 war er Abgeordneter des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Nach der MfS-Festnahme von Kurt Müller wurde Lichtenstein wegen seiner engen Verbindung zu »Kutschi« abgelöst und nach einem längeren Verfahren 1953 aus der KPD ausgeschlossen. Ende 1954 trat er in die SPD ein und lebte bis 1958 als Hilfsarbeiter. Ab 1959 Redakteur der »Westfälischen Rundschau«, begann er im Oktober 1961 eine Reportage-Reise entlang der DDR-West-Grenze. Dabei wurde Kurt Lichtenstein am 12. Oktober 1961 bei Zichorie von DDR-Grenzsoldaten erschossen. Das erregte großes Aufsehen – war er etwa von seinen früheren Genossen liquidiert worden? 1994 hat Rainer Zunder (»Erschossen in Zichorie«) das Leben Kurt Lichtensteins beschrieben.

Wer war wer in der DDR

Liebermann, Helmut

* 31.10.1923

Geb. in Niederfrohna (Sachsen); Vater Arbeiter; Volks-, Mittel- u. Berufsschule; Lehre u. Arbeit als Fotograf, Fotomeister; 1942 RAD; anschl. Fotogehilfe. 1945/46 KPD/SED; ab 1948 selbständiger Fotomeister; 1951 – 54 Dolmetscherstudium am Pädagog. Inst. Leipzig; ab Juni 1954 Mitarbeiter des MfAA, bis 1958 Dolmetscher u. Attaché an der DDR-Botschaft in Peking; 1958/59 Oberreferent in der Abt. Ferner Osten; 1960/61 Studium an der HU Berlin, Dipl.-Sinologe; 1961/62 Hauptreferent in der Abt. Ferner…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Liebknecht, Karl

* 13.8.1871 – ✝ 15.1.1919

(* 1871 – † 1919) Als Sohn des Begründers der deutschen Sozialdemokratie, Wilhelm Liebknecht (* 1826 – †1900), wurde Karl am 13. August 1871 in Leipzig geboren. Er studierte von 1890 bis 1893 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Leipzig und Berlin, leistete 1893/94 seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger bei den Garde-Pionieren in Berlin und war anschließend bis 1898 Referendar in Arnsberg und Paderborn. Die Promotion zum Dr. jur. et rer. pol. erfolgte 1897 in Würzburg mit der Dissertation »Compensationsvollzug und Compensationsvorbringen nach gemeinem Rechte«. Karl Liebknecht eröffnete 1899 in Berlin gemeinsam mit seinem älteren Bruder Theodor eine Rechtsanwaltspraxis. Obwohl erst im August 1900 der SPD beigetreten, wurde er bereits im November 1901 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, der er bis 1913 angehörte. Als Kandidat für den Reichtagswahlkreis Potsdam-Spandau-Osthavelland 1903 und 1907 unterlegen, konnte er diesen Wahlkreis dann 1912 für die SPD erobern. Er war Delegierter auf den sozialdemokratischen Parteitagen und ist bereits 1908 ins Preußische Abgeordnetenhaus gewählt worden. Bekannt wurde Liebknecht als politischer Anwalt, vor allem bei der Verteidigung von Funktionären der russischen Arbeiterbewegung. Seit Erscheinen seines Buches »Militarismus und Antimilitarismus unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Jugendbewegung« (1907) trat er als Gegner des Militarismus und als einer der Führer der sozialistischen Jugendbewegung hervor. Von 1907 bis 1910 Präsident der Sozialistischen Jugendinternationale, mußte Liebknecht wegen seines Anti-Militarismus-Buches von Oktober 1907 bis Juni 1909 eine Festungshaft in Glatz absitzen. 1911 unternahm er eine Agitationsreise durch die USA. Im Reichstag wandte er sich gegen die Geschäftspraktiken der Rüstungsfirmen und versuchte bei Ausbruch des Weltkriegs vergeblich, die sozialdemokratischen Abgeordneten für eine Ablehnung der Kriegskredite zu gewinnen. Nachdem Liebknecht in der Fraktion noch gegen die Kredite gestimmt hatte, unterwarf er sich der Parteidisziplin und votierte am 4. August 1914 im Reichstag wie die gesamte Fraktion für die Bewilligung. Liebknecht, der vor dem Krieg als radikaler Einzelgänger noch nicht zum Kern der Linken in der SPD um Rosa Luxemburg, Franz Mehring und Julian Marchlewski gezählt hatte, lehnte sich nun eng an diese Gruppe an. Weil er am 2. Dezember 1914 dann als einziger Abgeordneter im Reichstag gegen die Bewilligung der Kriegskredite stimmte, wurde Karl Liebknecht zur Symbolfigur der Kriegsgegner. Die Begründung seiner Ablehnung wurde Fanal: »Dieser Krieg, den keines der beteiligten Völker selbst gewollt hat, ist nicht für die Wohlfahrt des deutschen oder eines anderen Volkes entbrannt. Es handelt sich um einen imperialistischen Krieg ... Der Krieg ist kein deutscher Verteidigungskrieg ... Ein schleuniger, für keinen Teil demütigender Friede, ein Friede ohne Eroberungen ist zu fordern; alle Bemühungen dafür sind zu begrüßen ...« Seine konsequente Politik gegen den Krieg und die Burgfriedenspolitik der SPD-Führung störten die herrschenden Kreise. Da Liebknecht im Februar 1915 als Armierungssoldat zum Militärdienst eingezogen wurde, war ihm damit – bis auf sein Auftreten im Reichstag und Preußischen Abgeordnetenhaus – jede politische Betätigung untersagt. Dennoch beteiligte er sich aktiv an der Bildung der Gruppe Internationale, die seit 1916 als Spartakusgruppe bekannt wurde. Im Mai 1915 verfaßte Karl Liebknecht das Flugblatt mit der Losung: »Der Hauptfeind steht im eigenen Land!« Er nahm im April 1916 an einer illegalen Tagung der Arbeiterjugend in Jena teil und organisierte zum 1. Mai 1916 eine Friedensdemonstration auf dem Potsdamer Platz in Berlin, dort wurde er verhaftet. Während das Kommandanturgericht Berlin Liebknecht am 28. Juni 1916 zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilte, erhöhte das Oberkriegsgericht die Strafe in der Berufungsinstanz auf vier Jahre und einen Monat Zuchthaus. Ab November 1916 ins Zuchthaus Luckau eingesperrt, verfaßte er dort mehrere Schriften, darunter seine philosophischen »Studien über die Bewegungsgesetze der gesellschaftlichen Entwicklung«. Karl Liebknecht, der die marxistische Theorie zwar als Grundidee des Sozialismus erhalten wollte, kritisierte aber sowohl die ökonomischen Kategorien von Marx als auch den historischen Materialismus. Marx’ These vom Wirken »historischer Gesetze« lehnte er ebenso ab wie dessen Schema von ökonomischer Basis und ideologischem Überbau. Philosophisch verstand sich Liebknecht als Agnostiker und Universalist, seine Sozialismus-Vorstellungen beruhten auf der Grundthese von der »Tendenz zur Steigerung der natürlichen und sozialen Solidarität«. Am 23. Oktober 1918 vorzeitig aus dem Zuchthaus entlassen, wurde Karl Liebknecht von seinen Anhängern begeistert in Berlin begrüßt. In der Novemberrevolution führte er gemeinsam mit Rosa Luxemburg den Spartakusbund und war Herausgeber der »Roten Fahne«. Am 9.November hat er vom Balkon des Schlosses in Berlin die »Freie Sozialistische Republik« ausgerufen. In die Revolutionsregierung einzutreten, lehnte er ab und versuchte statt dessen, die Massen gegen die sozialdemokratischen Volksbeauftragten und für eine Räteherrschaft zu mobilisieren. Auf dem Gründungsparteitag der KPD forderte Liebknecht in einem Grundsatzreferat die Trennung von der USPD und die Bildung der neuen Partei, deren Führer er neben Rosa Luxemburg wurde. Liebknecht neigte einem radikalen, revolutionären Kommunismus zu. Mit Beginn der Januarkämpfe 1919 in Berlin erklärte er die Regierung Ebert für »abgesetzt«. Während der Unruhen wurde Karl Liebknecht zusammen mit Rosa Luxemburg von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützendivision festgenommen und beide am 15. Januar 1919 brutal ermordet. Seine (zweite) Frau, Sophie Ryss (* 18. 1. 1884 – † 11. 11. 1964), Kunsthistorikerin, kam 1934 aus London nach Moskau, sie durfte als Stalin-Gegnerin die UdSSR nicht verlassen. Ihr Bruder Adolph wurde 1938 vom NKWD verhaftet, auch ihre Schwester Sylvia kam mit ihrem Mann, dem Physiker Jakow Spielrein, in den Gulag. Karl Liebknechts Sohn – aus erster Ehe mit Julia Paradies (* 20. 7. 1873 – † 22. 8. 1911) – Wilhelm (Helmi) (* 6. 3. 1901 – † 30. 4. 1975) studierte nach dem Abitur Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin, Frankfurt/M. und Wien. Seit 1928 in der Sowjetunion, war er Mitarbeiter am Marx-Engels-Institut. Im August 1940 hatte Nazideutschland ihn ausgebürgert. Weil er Opfern der Säuberungen geholfen hatte, wurde Wilhelm Liebknecht aus der KPdSU ausgeschlossen und im Oktober 1941 nach Usbekistan verbannt. Später freischaffender Übersetzer und Redakteur. Annelies Laschitza veröffentliche 2007 eine neue Biographie über Karl und Sophie Liebknecht.

Wer war wer in der DDR

Lietz, Bruno

* 22.11.1925 – ✝ 11.5.2005

Geb. in Wormstedt (b. Apolda); Vater Arbeiter; Volksschule; 1940 – 43 Ausbildung zum Autoschlosser; 20.4.1943 NSDAP; 1943 – 45 Wehrmacht, anschl. Lazarettaufenthalt. Ab Juli 1945 – 47 Autoschlosser bei der Firma Karl Henn in Apolda; 1947 – 49 Traktorist der VdgB Wormstedt; 1949 – 52 Traktorist, Assistent u. Techn. Ltr. der MAS Apolda, Holbach u. Krölpa; 1949 SED; 1952 – 54 Hauptref. für pol. Massenarbeit bzw. Sektorenltr. im Min. für Land- u. Forstw.; nach einem Fernstudium am Inst. für…