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BioLex

In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Lux, Friedrich

* 28.9.1892 – ✝ 28 bis 193

Geboren am 28. September 1892 in Imten/Krs. Wehlau in Ostpreußen. In seiner Jugend ging er nach Hamburg, wo er im Hafen arbeitete. 1908 schloß er sich der Arbeiterjugend an, war seit 1911 in der Gewerkschaft organisiert. Im Weltkrieg Soldat an der Westfront. 1918 Eintritt in die USPD, kam mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD und beteiligte sich im Oktober 1923 am Hamburger Aufstand. Lux arbeitete bis 1929 als Schauermann im Hamburger Hafen, trat dort Anfang 1929 als Führer eines wilden Hafenarbeiterstreiks hervor. Von 1928 bis 1933 Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, Mitglied der BL Wasserkante. Im Frühjahr 1929 hauptamtlicher Sekretär der KPD Wasserkante, auf dem XII. Parteitag im Juni 1929 wurde er zum Mitglied des ZK gewählt und als hauptamtlicher RGO-Sekretär tätig. Lux war Anhänger Heinz Neumanns und propagierte die Parole »Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!« auch in Hamburg. Im März 1931 gehörte er zu der Gruppe Hamburger KPD-Bürgerschaftsabgeordneter, die wegen des Mordes an Ernst Henning eine Schlägerei mit den Abgeordneten der NSDAP begannen. Im Sommer 1932 als Anhänger der Neumann-Gruppe wieder aus dem ZK entfernt, er wurde Mitarbeiter im AM-Apparat Hans Kippenbergers und galt nun als »GPU-Mann des Nordens«. Er beteiligte sich früh an Vorbereitungen, die KPD in die Illegalität zu führen. In Kopenhagen richtete er Ende 1932 einen Parteistützpunkt ein, von dem aus im Falle eines Parteiverbots die politische Arbeit im norddeutschen Raum koordiniert werden sollte. Nach dem Reichstagsbrand und den ersten Verhaftungen versuchte Lux, die illegale KPD-Organisation in Hamburg zu reorganisieren, wurde aber am 15.Juli 1933 von der Gestapo verhaftet. Friedrich Lux ist durch schwere Mißhandlungen am 6.November 1933 im KZ Fuhlsbüttel ermordet worden.

Wer war wer in der DDR

Maaß, Ekkehard

* 25.6.1951

Geb. in Naumburg; Vater Pfarrer aus dem Baltikum, aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert; als Jugendlicher enge Kontakte zu Soldaten der sowj. Armee und Interesse an den Kulturen der Sowjetunion; 1970 – 73 Studium der Theol. in Naumburg u. Berlin; seit 1970 Kontakte zu  Wolf Biermann; lernt hier u. a. Bulat Okudshawa u. Wladimir Wyssozki kennen; 1976 Studium der Philos. an der HU Berlin, 1979 Exmatrikulation wg. des Protestes gegen die Ausbürgerung Biermanns sowie seiner Kontakte zu sowj.…

Wer war wer in der DDR

Macher, Friedrich

* 27.2.1922

Geb. in Münzesheim / Baden; Vater Kesselschmied; Volksschule; Lehre und Arbeit als Telegrafenbauarbeiter bei der Deutschen Post; 1940 / 41 Dienstverpflichtung als Elektromonteur zur AEG Berlin; 1941 Wehrmacht; sowj. Kriegsgefangenschaft, 1947 / 48 Besuch der Antifa-Zentralschule. 1946 SED; Stellv. Ltr. des Fernamts Berlin der Dt. Post; Vors. des LV Sachsen-Anhalt der Gewerkschaft Post- und Fernmeldewesen; 1950 / 51 Studium an der SED-PHS; 1951 stellv. Vors., 1952 – 54 Vors. des ZV der IG Post…

Wer war wer in der DDR

Mäde, Alfred

* 16.6.1910 – ✝ 2.10.1988

Geb. in Borsdorf (Krs. Leipzig); Vater Lokführer; Abitur; Studium der Geophysik in Leipzig u. München; 1934 Prom. zum Dr. phil. in Leipzig; 1934 – 41 Agrarmeteorolog. Forschungsstelle des Wetterdienstes; 1941 – 45 Arbeit im Klima- u. meteorolog. Beratungsdienst. Nach 1945 Aufbau des Landeswetterdienstes in Schkeuditz (Sachsen-Anh.); Dir. der Landeswetterwarte; 1946 LDPD; 1950 – 70 Ltr. der agrarmeteorolog. Forschung des Meteorolog. Dienstes; 1958 – 62 Dekan der Landw. Fak.; 1963 – 65 Rektor der…

Wer war wer in der DDR

Maeß, Gerhard Siegfried Werner

* 27.10.1937

Geb. in Magdeburg; Vater Dipl.-Ing.; 1943 – 55 Schulbesuch in Magdeburg, Abitur; 1955 – 60 Studium der Mathematik u. Physik an der FSU Jena; 1960 – 70 wiss. Mitarb. am. Inst. für Angew. Mathematik u. Mechanik der AdW in Berlin; 1965 Prom. zum Dr. rer. nat.; 1970 Doz. für Numer. Mathematik an der WPU Rostock; 1977 Habil.; 1980 ord. Prof. für Numer. Mathematik; Mai 1990 Wahl u. bis 1998 Rektor der Univ. Rostock (Nachf. von  Klaus Plötner). 1998 Verdienstorden der Bundesrep. Dtl.; 1999 Ehrensenator…

Wer war wer in der DDR

Magritz, Kurt

* 13.11.1909 – ✝ 15.6.1992

Geb. in Johanngeorgenstadt; Vater Oberzollinsp.; 1917 – 28 Schulbesuch in Dresden; 1928 – 35 Studium der Architektur u. künstler. Ausbildung in Dresden, 1931 – 32 künstler. Ausbildung in Berlin; 1933 Hausdurchsuchungen u. Verhöre seiner Frau Johanna Leonore, Emigr. nach Prag u. Florenz, Rückkehr über Wien, Ende 1933 nach Dresden; 1935 – 45 Arbeit bei einer Baufirma in Dresden; 1941 wegen antifaschist. Betätigung unter Aufsicht gestellt; 1944 Hausdurchsuchung u. Verhöre durch die Gestapo; März…

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Mahler, Siegfried

* 28.10.1934

Geb. in Leipzig; Schauspielschule in Leipzig; 1954 – 87 Ensemblemitgl. der »Leipziger Pfeffermühle«, trat in Solo-Conferencen auf, führte auch Regie, ab 1960 einer ihrer führenden Autoren, seit den 1970er Jahren Zusammenarb. mit  Rainer Otto, als Autorengespann verfaßten sie die meisten Texte u. Programme der »Pfeffermühle«; seit 1987 freier Autor. 1995 Gründer des Kabaretts »Kleine Freiheit«, Eröffn. mit dem Programm »Noahs Tagebuch«; Mitwirkung in Spielfilmen u. Fernsehsendungen…

Wer war wer in der DDR

Maier, Lutz

* 26.4.1929 – ✝ 17.9.2005

Geb. in Meuselwitz (Krs. Altenburg); Vater Arbeiter; Volks- u. Oberschule; Lehre als Industriekfm.; 1946 FDJ u. SED; 1948/49 Lehrer bzw. Instrukteur an den FDJ-Schulen Mackersdorf u. Zeulsdorf; 1949 Studium an der LPS Blankenburg; 1950 Schulltr. an der Pionierschule Dreißigacker; 1951 Assistent u. Schulltr. an der LPS Blankenburg; 1951/52 Lehrer an der LPS Erfurt; 1953 – 55 Aspirant am IfG beim ZK der SED; 1955 – 59 Studium an der AfG beim ZK der KPdSU in Moskau, 1959 Prom. zum Dr. rer. oec.;…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Makower, Hermann

* 7.6.1900 – ✝ 22.10.1989

Geboren am 7. Juni 1900 in Berlin, Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts; Gymnasium, 1917 Abitur. Seit April 1920 in der KPD, bis 1923 Mitarbeiter des AM-Apparates in der Zentrale der KPD, dann bis 1926 Auslandskorrespondent und Buchhalter verschiedener Betriebe. 1926 wegen »kommunistischer Agitation« vom Reichsgericht zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, nach 18 Monaten frei und 1927 wieder Korrespondent. Von 1929 bis 1931 Studium der Rechtswissenschaften an der Berliner Universität. Anschließend Mitarbeiter der Rechtsabteilung der sowjetischen Handelsvertretungen in Berlin und Riga. 1933 illegale KPD-Arbeit. Im Februar 1934 emigrierte er zunächst nach Norwegen, dann nach Finnland, lebte ab Ende 1935 in der Sowjetunion, Parteiname Hans Matey. Bis 1937 Jurist bei der Maschinenhandelsfirma Stankoimport. 1938 Parteiausschluß wegen »ungenügender Wachsamkeit und Verbindung mit feindlichen Elementen«, vorübergehend inhaftiert. Ab 1940 Mitarbeiter in der Moskauer Wissenschaftlichen Bibliothek, dann bis 1946 Sprachlehrer; u.a. an der Militärakademie, wo Makower sowjetische Offiziere in deutscher Sprache unterrichtete. Ende 1946 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, Mitarbeiter in der Zentralverwaltung für Handel und Versorgung, ab 1949 im Ministerium für Außen- und Innerdeutschen Handel. Nach Abberufung wegen »Verstoßes gegen die Staatsdisziplin« bis 1955 Abteilungsleiter in der Zentralstelle für wissenschaftliche Literatur, zuletzt im Ministerium für Außenwirtschaft beschäftigt. Hermann Makower starb am 22. Oktober 1989 in Ost-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Malinin, Leonid Andrejewitsch

* 1907 – ✝ 1982

Geb. in Nowosibirsk; Bergmann; im Trans-portwesen tätig; Studium an der Zentralschule des NKWD; 1935 weiterhin im Transportwe-sen tätig; nach 1941 Chef der NKWD-BV in Odessa, ab 1943 in Nowosibirsk, 1944/45 in Ternopolskaja (Westukraine), Gen.-Major. 1946 – 48 Ltr. der sowj. Auslandsaufklärung in Dtl., getarnt als stellv. Pol. Berater der SMAD; sowj. Vertreter im Alliierten Kontrollrat u. im Koordinationsaussch.; Kontakte zu bürgerl. Politikern (Ps. »General Georgiew«); ab 1946 vom…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Malzahn, Heinrich

* 10.12.1884 – ✝ 9.4.1957

Geboren am 10. Dezember 1884 in Mühlheim/ Ruhr, Sohn eines Maurers; Schlosser- und Maschinenbaulehre, wobei er noch zwei Jahre eine Fachschule absolvierte. Schlosser in Berlin, 1906 trat Malzahn in die SPD und in die Gewerkschaft ein. 1917 wurde er Mitglied der USPD und gehörte in Berlin zu den Revolutionären Obleuten. Im Dezember 1918 war er Delegierter zum 1. Reichsrätekongreß und saß von Januar bis August 1919 im Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte und leitete einige Zeit die Zentrale der Betriebsräte Groß-Berlins. Im Juni 1920 wurde er im Wahlkreis Berlin in den Reichstag gewählt, in dem er bis Mai 1924 blieb. Mit dem linken Flügel der USPD setzte er sich für die Vereinigung mit der KPD ein und zählte Ende 1920 zu jenen Abgeordneten der USPD-Reichstagsfraktion, die mit Paul Levi und Clara Zetkin die VKPD-Fraktion bildeten. Neben seiner Tätigkeit in der Reichstagsfraktion arbeitete er auch für die Gewerkschaftsabteilung der Zentrale. Im April 1921 war er einer der acht prominenten KPD-Funktionäre, die sich an die Seite Paul Levis stellten und seine Kritik an der Zentrale wegen der März-Aktion unterstützten. Auf Wunsch Lenins nahm Malzahn noch am III. Kongreß der Komintern teil und trug dort die Ansichten der Opposition vor. In der Folgezeit bejahte Malzahn auch die Kritik Ernst Reuter-Frieslands an der Politik der Zentrale und an der Komintern. Im Januar 1922 aus der KPD ausgeschlossen, ging er zur KAG. Malzahn gehörte zu den wenigen KAG-Mitgliedern, die Ende 1922 wieder mit der KPD kooperierten. Er war bis 1924 Hospitant der KPD-Reichstagsfraktion, vertrat diese im sozialpolitischen Ausschuß und reiste im Auftrag der Zentrale als Referent nach West- und Süddeutschland. Sein Antrag auf Wiedereintritt in die KPD verhinderte die Führung um Ruth Fischer, im April 1924 wurde ihm von Werner Scholem mitgeteilt, daß er nicht mehr KPD-Mitglied sei. Bis 1929 als Maschinenschlosser tätig, wurde er dann Mitarbeiter im Jugendamt des Bezirksamts Berlin-Wedding und trat 1930 in die SPD ein. Im Mai 1933 entlassen, kam im Oktober 1933 für zehn Tage in Polizeihaft und arbeitete ab November 1934 als Maschinenrevisor in Berlin-Marienfelde. Wegen Verbindungen zur Widerstandsgruppe um Wilhelm Leuschner wurde Malzahn im Februar 1940 vom Sondergericht Berlin zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. 1945 trat er in die KPD ein, ab April 1946 Mitglied der SED. Bis September 1948 Jugendpfleger im Bezirksamt Berlin-Wedding, während der Berlin-Blockade entlassen. Anschließend Vorsitzender des FDGB-Bezirksausschusses Berlin-Wedding, er gehörte bis 1951 der SED-KL Berlin-Wedding an. Heinrich Malzahn starb am 9. April 1957 in West-Berlin.

Wer war wer in der DDR

Mann, Dieter

* 20.6.1941

Geb. in Berlin-Tiergarten; Vater Arbeiter; 1947 – 55 Schulausbildung; bis 1958 Ausbildung zum u. Tätigkeit als Dreher im VEB Schleifmaschinenwerk; Abitur an der ABF in Berlin; nebenbei Kleindarsteller am Berliner Ensemble; Volontariat an der Volksbühne Berlin; 1962 – 64 Studium an der Staatl. Schauspielschule Berlin (auch FDJ-Sekretär); danach Engagement am Dt. Theater (DT), erste Rolle in »Unterwegs« von Victor Rossow (R:  Friedo Solter), weitere Rollen u. a.: Tempelherr in »Nathan der Weise«…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Luxemburg, Rosa

* 5.3.1871 – ✝ 13.6.1919

Geboren am 5. März 1871 in Zamosz in Russisch-Polen als jüngstes von fünf Kindern einer wohlhabenden, assimilierten jüdischen Kaufmannsfamilie. 1873 übersiedelten die Eltern nach Warschau, wo Rosa Luxemburg bis 1887 ein Mädchengymnasium besuchte. Mit unbändigem Gerechtigkeitssinn opponierte sie gegen die bestehende Gesellschaft und trat 1887 in die revolutionäre sozialistische Partei ein, war illegal gegen den Zarismus tätig und mußte 1889 in die Schweiz emigrieren. Sie studierte in Zürich Naturwissenschaft und Mathematik, dann Staatswissenschaften und Nationalökonomie und promovierte 1897 mit der Dissertation »Die Industrialisierung Polens«. Seit 1893 gab Rosa Luxemburg zusammen mit Leo Jogiches u. a. eine radikale sozialistische polnische Zeitung (»Arbeitersache«) heraus und war 1894 Mitbegründerin der Sozialdemokratie des Königreiches Polen. Teilnehmerin aller Internationalen Sozialistenkongresse sowie ab 1896 Autorin im theoretischen Organ der SPD »Neue Zeit«. In Zürich lebte sie mit Leo Jogiches zusammen, sie hatten zugleich engste politische Beziehungen, die bis zu ihrer Ermordung 1919 bestanden. Im April 1898 schloß Rosa Luxemburg eine Scheinehe mit dem jungen Schriftsetzer Gustav Lübeck, dem Sohn ihres Bekannten Karl Lübeck, einem deutschen Emigranten. Seit dieser Eheschließung (1903 Scheidung) war sie deutsche Staatsbürgerin und zog im Mai 1898 nach Berlin. Hier wurde sie in der SPD mir ihren radikal-sozialistischen Ansichten schnell bekannt. Durch ihre scharfzüngige Kritik, mit ihrer Methode, den politischen Gegner innerhalb der Partei auch persönlich herabzusetzen, trug sie zur Polarisierung bei. Als glänzende Publizistin und Rednerin rasch von ihren Anhängern geradezu verehrt, wurde sie eine der berühmtesten sozialdemokratischen Frauen in Deutschland. Rosa Luxemburg beschränkte ihre Arbeit indes nicht nur auf die SPD. Nachdem auf ihren Druck hin 1900 auch Leo Jogiches nach Berlin übersiedelte, setzten beide ihre Arbeit in der illegalen polnischen Sozialdemokratie fort, und bis 1910 blieb sie Mitarbeiterin am theoretischen Organ der polnischen links-sozialisitischen »Sozialdemokratischen Rundschau«. Ihr Hauptarbeitsfeld lag aber in der SPD, mit unglaublicher Energie und unbändigem Eifer wirkte sie in dieser Partei. Mit ihrer Aufsatzreihe in der »Leipziger Volkszeitung« 1898/99 über »Sozialreform oder Revolution« bekämpfte sie scharf den »Revisionismus« Eduard Bernsteins und seiner Anhänger, stand zunächst noch an der Seite des »orthodoxen« Marxisten Karl Kautsky. Ihre unermüdlichen Aktivitäten – Teilnahme und Diskussionen auf allen SPD-Parteitagen, Rundreisen mit Agitationen in vielen Städten, journalistische und publizistische Tätigkeit – sind in zahlreichen Biographien über sie (u. a. von 4 Paul Frölich, H. Roland-Holst, P. Nettl, F. Tych, H. Hirsch, L. Basso, G. Badia, N. Ito, S. Quack, O. K. Flechtheim, I. Fetscher, E. Ettinger, M. Gallo, A. Laschitza, M. Scharrer und vielen anderen) und mit Veröffentlichung ihrer Briefe umfassend dokumentiert. 1898 Chefredakteurin der »Sächsischen Arbeiterzeitung« in Dresden, kam sie 1902 in die Redaktion der »Leipziger Volkszeitung«. Die russische Revolution von 1905 bis 1907 steigerte ihr Engagement noch, und sie ging gemeinsam mit Jogiches im Dezember 1905 nach Warschau, um mit der polnischen Sozialdemokratie gegen den Zarismus zu kämpfen. Deshalb im März 1906 verhaftet, nach Zahlung einer Kaution kam sie im Juli 1906 frei, fuhr im August nach Finnland, wo sie im Auftrag der SPD-Hamburg eine ihrer bekanntesten Arbeiten »Massenstreik, Partei und Gewerkschaft« verfaßte. Rosa Luxemburg vertrat nun (u. a. auf dem Mannheimer SPD-Parteitag 1906) die radikale These, der Massenstreik müsse revolutionäres Kampfmittel der Partei werden und stieß damit auf den Widerstand der freien Gewerkschaften. Sie war eine radikale Sozialistin, deren Vorstellung von der eigenständigen Entwicklung der Massenbewegung später als »Spontanitätstheorie« bezeichnet wurde. Sie wandte sich vor allem gegen bürokratische und zentralistsiche Tendenzen in der Arbeiterbewegung und stand daher zusammen mit Leo Jogiches gegen Lenins Bolschewiki. Bereits 1903 verwarf sie Lenins Parteikonzeption und verteidigte das Grundprinzip der »proletarischen Demokratie«. In ihrem Artikel »Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie« wies sie den Leninschen »Überzentralismus« strikt zurück. »Der von Lenin befürwortete Überzentralismus scheint uns in seinem ganzen Wesen nicht vom positiven schöpferischen, sondern vom sterilen Nachtwächtergeist getragen zu sein«, faßte Rosa Luxemburg in ihrer gewohnten scharfzüngigen Polemik zusammen. Und auch während der russischen Revolution 1905 griff sie – ebenso wie Jogiches – Lenins Strategie an. Der »Unfehlbarkeits«-Anspruch einer Führung war für sie unerträglich. Insbesondere aber wandte sie sich gegen die gemäßigten Kräfte in der SPD und führte ihre oft persönlichen Ausfälle gegen Parteigenossen fort. Dennoch galt sie, durchaus weit über ihre Anhänger hinaus, als geachtete wissenschaftliche Autorität. Das zeigte sich in der Anerkennung ihrer erfolgreichen Tätigkeit an der zentralen Parteischule der SPD ab Oktober 1907. Dort lehrte sie Nationalökonomie und schrieb an ihrem (1913 publizierten) Hauptwerk »Die Akkumulation des Kapitals«. Ihre Einschätzung des Imperialismus war umstritten, die These, der Kapitalismus sei nur lebensfähig, wenn er sich ständig im nichtkapitalistischen Raum (als vorkapitalistische oder koloniale Gesellschaften) erweitere, haben gerade kommunistische Ökonomen später abgelehnt. Eher akzeptiert wurde hingegen ihre Schlußfolgerung, der Kampf um diesen nichtkapitalistischen Raum führe zu imperialistischen Konflikten, Militarismus und Krieg. Das turbulente Leben, das Rosa Luxemburg bei ihrer politischen und wissenschaftlichen Tätigkeit führte, wurde durch private Probleme erschwert. Das Liebesverhältnis mit Leo Jogiches endete 1907, aber sie wohnten zunächst noch in Berlin-Friedenau zusammen. Ihre engen politischen Beziehungen hielten sie auch nach der Trennung aufrecht, erst 1911 zog Luxemburg nach Berlin-Südende. Danach war sie mit Kostja Zetkin (*1885 – † 1980) liiert, einem weit jüngeren Arzt, dem Sohn ihrer Kampfgenossin und Freundin Clara Zetkin. Die leidenschaftliche und innige Beziehung zu Kostja Zetkin ist dem Briefwechsel ebenso zu entnehmen wie Rosa Luxenburgs persönliche enge Freundschaft mit dem Arzt Hans Diefenbach (* 1884 – † 1914). Als der im Weltkrieg fiel, hat das bei ihr einen Schock ausgelöst. Aus ihrem umfangreichen Briefwechsel geht neben den vielseitigen wissenschaftlichen Interessen nicht nur die Hinwendung zu Musik und Literatur, sondern auch eine große Liebe zur Natur und zu den Pflanzen und Tieren hervor. In der SPD wurde Rosa Luxemburg ab 1911 zunehmend politisch isoliert. Sie löste sich vom früheren Mitkämpfer Karl Kautsky und seinen Anhängern, ihr Bruch mit der »Leipziger Volkszeitung« nach dem Jenaer Parteitag der SPD 1913 leitete die Trennung der radikalen Linken vom Zentrum ein. Schließlich führte die Herausgabe der »Sozialdemokratischen Korrespondenz« im Dezember 1913 gemeinsam mit Franz Mehring und Julian Marchlewski schon vor dem Weltkrieg zu einer eigenständigen politischen Strömung der radikalen Linken. Dabei hatte Rosa Luxemburg immer gegen den Krieg agiert, u. a. forderte sie die deutschen Arbeiter auf, nicht auf ihre französischen Klassenbrüder zu schießen. Das war für den Staatsanwalt »Anstiftung zum Verbrechen der Meuterei«. Deswegen wurde sie im Februar 1914 in Frankfurt/M. zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, allerdings dann erst im Mai 1915 inhaftiert. Ihr Verteidiger in diesem Prozeß war Paul Levi, mit dem sie 1914 eine Liebesbeziehung hatte. Der Ausbruch des Weltkrieges und die SPD-Politik der Vaterlandsverteidigung und des Burgfriedens entsetzte die Internationalistin Luxemburg, sie verlangte schonungslose Selbstkritik. Zusammen mit Karl Liebknecht, der vor dem Krieg nicht zum engsten Kreis der radikalen Linken gehörte, wurde sie zur treibenden Kraft der Gruppe Internationale, dem späteren Spartakusbund. Gemeinsam mit Leo Jogiches, Liebknecht und Mehring sammelte sie die konsequenten Linken (u. a. August und Bertha Thalheimer, Hermann und Käte Duncker, Ernst Meyer, Otto Rühle), und sie versuchten als kleine Gruppe, politisch aktiv zu werden. Rosa Luxemburg lieferte die theoretischen Grundlagen. In ihrer »Juniusbroschüre«, (unter dem Pseudonym Junius hatte sie in Zürich 1916 ihre Broschüre »Die Krise der Sozialdemokratie« veröffentlicht) analysierte sie die Gründe des »Umfallens« der Sozialdemokratie im Krieg. Ihre Einschätzung wurde von Lenin sofort heftig kritisiert. Auch während des Krieges standen sich – in Lenin und Luxemburg personifiziert – zwei fast konträre Richtungen des radikalen Sozialismus, des späteren Kommunismus gegenüber. Rosa Luxemburg konnte aber kaum mehr politisch frei wirken. Im April 1915 erschien noch die erste (und einzige) Nummer der von ihr und Franz Mehring herausgegebenen Zeitschrift »Die Internationale«. Doch schon ab Februar 1915 (bis Februar 1916) verbüßte sie im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße die Strafe von 1914. Am 10. Juli 1916 erneut verhaftet, wurde sie zunächst wieder in Berlin, dann in der Festung Wronke (Posen), später bis zur Revolution im Gefängnis Breslau festgehalten. In der »Schutzhaft« isoliert, verfaßte sie dennoch zahlreiche Artikel, die mit Unterstützung, vor allem von Mathilde Jacob, veröffentlicht wurden. Während der Haft setzte sie sich nach der Oktoberrevolution der Bolschewiki 1917 intensiv mit der Politik Lenins auseinander. Ihre Schrift »Zur russischen Revolution« erschien (von Paul Levi herausgegeben) aber erst 1922. Darin bejahte Rosa Luxemburg zwar grundsätzlich die Revolution »von Lenin und Trotzki«, verwarf aber deren Praxis in entscheidenden Punkten (Diktatur, Terror, Bauernfrage), und aus der Kritik entwickelte sie ihre eigenen Vorstellungen eines demokratischen Kommunismus. So galt es für sie »anstelle der bürgerlichen Demokratie sozialistische Demokratie zu schaffen, nicht jegliche Demokratie abzuschaffen«, sie konstatierte, »ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder öffentlichen Institution«, und deshalb war es für sie eine »offenkundige, unbestreitbare Tatsache, daß ohne freie ungehemmte Presse, ohne ungehindertes Vereins- und Versammlungsleben gerade die Herrschaft breiter Volksmassen völlig undenkbar ist«. Rosa Luxemburg stand in der Tradition von Marx und Engels, die von der »Explosivkraft« der »demokratischen Ideen« und dem der Menschheit angeborenen »Drang nach Freiheit« ausgingen. Ihre Kritik am Bolschewismus wurde das vielzitierte Axiom: »Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.« Durch die Novemberrevolution 1918 wurde Rosa Luxemburg aus dem Gefängnis befreit und ging wieder nach Berlin. Bei der Konstituierung des Spartakusbundes am 11. November in dessen Zentrale gewählt, gab sie zusammen mit Karl Liebknecht das Organ der Gruppe (und später der KPD) »Die Rote Fahne« heraus und war in Vorträgen und Publikationen für die radikale Linke aktiv. Vehement wandte sie sich gegen die sozialistische Regierung, den Rat der Volksbeauftragten, gegen die Nationalversammlung und trat für die Macht der Räte ein. Mit dieser Konzeption hatte sie – so eine bis heute verbreitete Ansicht – ihre einstige grundsätzlich-sozialdemokratische Haltung aufgegeben. Allerdings bewies auch ihre praktische Politik nach dem 9. November 1918, daß sie die Position eines »dritten Weges« zwischen Bolschewismus und traditioneller Sozialdemokratie trotz nun widersprüchlicher Thesen keinesfalls verworfen hatte. Am 14. Dezember 1918 druckte »Die Rote Fahne« das von Rosa Luxemburg verfaßte »Programm des Spartakusbundes«. Diesen Text hat dann der Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 als Progamm der neuen Partei akzeptiert. Er war Signal eigenständiger programmatischer Ziele, die Rosa Luxemburg für den deutschen Kommunismus formulierte. Die praktischen Aktionsvorstellungen waren scharf gegen die Sozialdemokratie (einschließlich der USPD) gerichtet, waren aber zugleich Abgrenzung vom damaligen russischen Bolschewismus. Letztlich gegen Lenin und Trotzki gerichtet, hieß es: »Die proletarische Revolution bedarf für ihre Ziele keines Terrors, sie haßt und verabscheut den Menschenmord. [...] Der Spartakusbund wird nie anders die Regierungsgewalt übernehmen als durch klaren, unzweideutigen Willen der großen Mehrheit der proletarischen Massen in Deutschland.« Konträr zu diesen linkssozialistischen Überlegungen standen radikale Parolen, die den Widerspruch im Programm und in Rosa Luxemburg selbst belegen, etwa wenn es dort hieß, der »Gewalt der bürgerlichen Gegenrevolution muß die revolutionäre Gewalt des Proletariats entgegengestellt werden« oder wenn vom notwendigen »gewaltigsten Bürgerkrieg« die Rede war. Diese Taktik sollte in den zunehmend gewaltsamen Auseinandersetzungen innerhalb der Arbeiterbewegung im Dezember 1918 und Januar 1919 praktiziert werden, mit verheerenden Folgen. Allerdings war Rosa Luxemburg, ebenso wie Jogiches, zunächst gegen die Schaffung einer eigenen Partei, hat dann aber dem Drängen von Liebknecht u. a. nachgegeben. Damit konnte die für den 30. Dezember 1918 in Berlin zusammengerufene Konferenz des Spartakusbundes zum Gründungsparteitag der KPD werden. Der Versuch, die neue Organisation Sozialistische Partei, nicht Kommunistische, zu nennen, um sich von den Bolschewiki abzugrenzen und an der Verbindung zu den Massen wenigstens symbolisch festzuhalten, schlug fehl. Sie trat vergebens für die Teilnahme an den Wahlen zur Nationalversammlung und gegen die Spaltung der Gewerkschaften ein und mußte feststellen: »Ihr wollt euch euren Radikalismus ein bißchen bequem und rasch machen.« Als Rosa Luxemburg nach der Diskussion zu ihrem Grundsatzreferat sogar auf ein Schlußwort verzichtete (»da sie körperlich unpäßlich ist«) wurde deutlich, daß sie ebenso wie Jogiches vom Ergebnis des Gründungsparteitages tief enttäuscht war. Doch bereits im Januar überschlugen sich in Berlin die Ereignisse: Der Streit um die Absetzung Emil Eichhorns als USPD-Polizeipräsident löste den »Spartakusaufstand« aus; Liebknecht verkündete die »Absetzung« der Ebert-Regierung, wodurch der Kampf eskalierte, rasch waren die beiden Parteiführer Gejagte. Am 15. Januar haben Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützendivision Rosa Luxemburg brutal ermordet. Erst im Juni wurde ihre entstellte Leiche im Landwehrkanal gefunden. Bei ihrer Beerdigung am 13.Juni 1919 in Berlin demonstrierten Hunderttausend Arbeiter, ihr Märtyrertod hatte sie schon damals zur Ikone gemacht. Von allen deutschen Kommunisten erzielte Rosa Luxemburg die größte Wirkungsgeschichte. Sie war bereits in der Weimarer Republik innerhalb der KPD umstritten, wo sich rechte aber auch ultralinke Kommunisten auf ihre Theorie beriefen. Bald wurde sie intrumentalisiert: die Persönlichkeit der Revolutionärin gelobt, ihre Ermordung gebrandmarkt, aber ihre demokratischen Ideen als Abweichung von Lenin und Stalin als »Luxemburgismus« verdammt. Während der Stalinisierung der KPD in den zwanziger Jahren mußte sich die Partei von ihren Ideen und damit der eigenen Vergangenheit lossagen. Schon 1924 verstieg sich die damalige KPD-Führerin Ruth Fischer dazu, Thesen Rosa Luxemburgs als »Syphilisbazillen« zu diffamieren. Und nachdem Stalin 1931 Rosa Luxemburg in einem Atemzug mit Trotzki nannte und ihre Theorien als »halbmenschewistisch« verurteilte, war die Trennung der deutschen Kommunisten von der Begründerin ihrer Partei vollzogen. Der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann forderte 1932 den »schärfsten Kampf gegen die Überreste des Luxemburgismus«. Diese Einstellung vertrat auch die SED. Ihre Person wurde als traditionelle »Leitfigur« von der Propaganda gefeiert, ihre Ermordung als Verlust beklagt, aber ihr Werk, vor allem die demokratischen Ideen, als »Luxemburgismus« verfemt. Rosa Luxemburg wurde an der Elle Lenins, zunächst vor allem Stalins und immer entsprechend der gerade gültigen Parteilinie gemessen und dafür entsprechend zurechtgestutzt. Dieses Grundmuster der Stalinisten hatte schon ihr früher Biograph Paul Frölich 1939 enthüllt: »Von ihnen wurde das Andenken Rosa Luxemburgs geschmäht, ihre Gedanken entstellt und verlästert, ihr politisches Werk verfälscht, ihre Anhänger verfolgt.« Doch es berufen sich seit Jahrzehnten die verschiedensten linken politischen Richtungen auf Rosa Luxemburg, ihre Nachwirkung ist bis heute bemerkenswert. Ihre Werke fanden weltweit Verbreitung (in Tokio erscheint z. B. derzeit die von Narihiko Ito herausgegebene umfangreichste Gesamtausgabe in japanisch), die Schriften über sie sind Legion. Nach dem Ende des doktrinären Kommunismus neigte die Wissenschaft dazu, Rosa Luxemburg zu historisieren, das heißt, sie in ihre Zeit zu stellen, ihre Rolle für die Arbeiterbewegung zu objektivieren, ihre bleibenden Verdienste zu bewerten. Die Herausarbeitung ihrer Widersprüche ist dabei wohl eine notwendige Voraussetzung dieser Historisierung, nur so sind Heroisierung und Ideologisierung, erst recht jede Instrumentalisierung zu überwinden.

Wer war wer in der DDR

Maaß, Wilfried

* 22.9.1931 – ✝ 23.12.2005

Geb. in Seidenberg (Oberlausitz); Vater Lehrer; Volks- u. Oberschule; 1948 SED; 1950 Walzwerker im VEB Stahl- u. Walzwerk Hennigsdorf; 1951 – 55 Ass. u. Lehrer an den KPS der SED in Beeskow u. Wandlitz; 1955 – 57 Instrukteur der SED-BL Frankfurt (Oder); 1957 – 62 Studium u. Aspirantur am IfG, Prom. zum Dr. phil. mit einer Arbeit zum Thema »Über das Wesen des soz. Humanismus«; 1962 – 66 Sekr. für Wiss., Volksbildung u. Kultur bzw. Ltr. der Ideolog. Kommission der SED-BL Frankfurt (Oder); 1966 –…

Wer war wer in der DDR

Machts, Horst

* 25.2.1932

Geb. in Gera; Vater Former; Volksschule; 1946 – 50 Lehre u. Arbeit als Feinblechner in Gera; 1950 FDJ-Betriebssekr.; dann Abt.-Ltr. in der FDJ-KL Gera; 1951 SED; 1952 1. Sekr. der FDJ-KL Eisenberg; 1956/57 Besuch der Komsomol-HS in Moskau; 1957 1. Sekr. der FDJ-KL Gera-Land; 1959 1. Sekr. der FDJ-BL Gera; 1964 Sonderbevollm. beim ZR der FDJ; 1965 Einstellung beim MfS, HVA-Abt. III (legal abgedeckte Residenturen); 1973 stellv. Abt.-Ltr.; 1979 Oberst; 1980 1. stellv. Abt.-Ltr., 1983 Abt.-Ltr.;…

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Mäde, Hans Dieter

* 29.1.1930 – ✝ 29.5.2009

Geb. in Krakow am See (Mecklenb.), aufgew. in Schwerin; Vater Postbeamter; verließ das Gymnasium u. wurde hauptamtl. FDJ-Funktionär; 1946 SED; 1947 – 49 Studium der Germanistik u. Geschichte an der Univ. Rostock; 1949 – 52 Studium der Theaterwiss., Dramaturgie u. Regie am Dt. Theaterinst. Weimar, Diplom; 1952 Oberassistent am Theaterinst.; 1952 – 56 Chefdramaturg u. Regisseur in Erfurt; 1956 – 61 u. 1972 – 76 Regisseur am Maxim-Gorki-Theater Berlin; 1959 Kunstpreis der DDR; 1961 – 66…

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Maetzig, Kurt

* 25.1.1911 – ✝ 8.8.2012

Geb. in Berlin; Vater Photochemiker, Inhaber der FEKA GmbH; Studium der Soziol., Psychol. u. Jura an der Sorbonne (Paris); 1933 Debüt als Regieassistent beim Film; 1935 Prom. in München; 1934 Verbot jegl. Arbeit beim Film durch die Reichsfilmkammer (wg. jüd. Abstammung); kfm. Angest. der FEKA; eigenes Fotolabor in Werder (b. Berlin); 1944 Mitgl. der illeg. KPD. 1945/46 Mitgl. des Filmaktivs der ZV für Volksbildung; 17.5.1946 Mitbegr. u. Lizenzträger der DEFA; SED; Initiator u. erster Dir. der…

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Mahle, Hans (eigtl.: Heinrich August Ludwig Mahlmann&

* 22.9.1911 – ✝ 18.5.1999

Geb. in Hamburg, Sohn einer Arbeiterfamilie; Vater Mitbegr. der KPD in Hamburg; Volksschule; Lehre als kfm. Angest.; 1926 KJVD; 1928 Pionierltr. in Hamburg u. Ltr. des UB Nordwest des KJVD; 1931 Mitgl. der »Reichs-Pionier-Ltg.«, verantwortl. für die Herausg. der Ztg. die »Trommel«; Koopt. in das ZK des KJVD; 1932 KPD; 1. Sekr. der Pionierorg. in Dtl.; 1932 – 35 Mitgl. des ZK des KJVD; Okt. 1932 dt. Vertreter im »Internat. Kinderbüro« in Moskau; ab Juli 1933 illeg. Arbeit in Berlin, Sachsen u. im…

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Mahlow, Bruno

* 27.6.1937

Geb. in Moskau; Vater Arbeiter, aus Dtl. emigriert; 1947 Rückkehr der Familie nach Berlin; OS, ABF Halle, 1955 Abitur; 1955 – 61 Studium am Inst. für Internat. Beziehungen Moskau, Dipl.-Staatswiss.; 1957 SED; 1962 – 64 Mitarb. im MfAA; 1964 – 67 1. Sekr. an der DDR-Botschaft in China; 1967 – 73 Mitarb. im ZK der SED; Aug. 1973 – Nov. 1989 dort stellv. Ltr. der Abt. Internat. Verbindungen; 1976 VVO; 1974 – 89 Mitgl. des Zentralvorst. der DSF; 1976 – 81 Kand., 1981 – 89 Mitgl. der ZRK der SED;…

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Maizière, Lothar de

* 2.3.1940

Geb. in Nordhausen (Harz); Vater Rechtsanwalt; 1956 CDU; 1958 Abitur im Gymnasium Zum Grauen Kloster Berlin; 1959 – 65 Studium an der HS für Musik Berlin, Fach Viola; 1965 – 75 Musiker in Orchestern, u. a. Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, aus gesundheitl. Gründen Berufswechsel; 1969 – 75 Jura-Fernstudium an der HU Berlin, Dipl.-Jur.; ab 1976 Rechtsanwalt im Kolleg. der Rechtsanwälte in Berlin, ab 1987 stellv. Vors. des Kolleg.; ab 1985 Mitgl., ab 1986 Vizepräses der Synode des Bunds der Ev.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Makowski, Johann

* 19.7.1878 – ✝ 15.4.1938

Geboren am 19. Juli 1878 in Neuteich/Krs. Marienburg; von Beruf Schleifer. Übersiedelte ins Ruhrgebiet und gehörte vor dem Ersten Weltkrieg der SPD, dann der USPD an und war seit 1920 in der KPD aktiv. 1924 Stadtverordneter in Essen, wurde einer der Begründer des RFB und leitete diesen 1927 im Ruhrgebiet, war zugleich Mitglied der BL. Auf dem X. KPD-Parteitag 1925 vertrat er den Bezirk Ruhr in der Kommunalkommission. Nach dem Verbot des RFB führte er eine Zeitlang eine Nachfolgeorganisation, die AFO (Antifaschistische Organisation), hatte dann in Essen untergeordnete Funktionen. Im September 1930 vor Gericht gestellt, saß er kurze Zeit in Haft und vom 28. Februar bis November 1933 im KZ. Johann Makowski starb am 15. April 1938 in Essen.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Malkowski, Hans

* 29.4.1901 – ✝ 1938

Geboren am 29. April 1901 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; lernte Elektriker und arbeitete in seinem Beruf. 1919 Mitglied der KPD, ging 1920 mit der Mehrheit der radikalen Berliner Organisation zur KAPD. Er war bis 1923 Funktionär dieser Partei, trat nach Differenzen aus und kehrte 1924 in die KPD zurück. Instrukteur der Partei, zunächst im UB Berlin-Südost, dann im AM-Apparat tätig. Im Juni 1933 flüchtete er nach Prag und kam dort in die Emigrationsleitung, anschließend im Oktober in die Sowjetunion emigriert. Hier wurde Hans Malkowski im Mai 1937 vom NKWD in Moskau verhaftet und kam 1938 im Gulag ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Mangelsdorf, Werner

* 8.12.1925 – ✝ 1977

Geb. in Schönebeck (Elbe); Vater Bäcker u. Fräser, KPD; Volksschule; 1940 – 42 Dreherlehre; 1943 RAD, Einberufung zur Wehrmacht, Infanterist in Italien u. Frankreich, ab Okt. 1944 zunächst amerikan., dann brit. Kriegsgefangenschaft in Frankreich u. Großbritannien. 1948 Rückkehr nach Schönebeck, Dreher bei der SAG Gerätebau; 1949 VP, Nov. 1950 Entlassung als Oberkommissar; 1949 gescheiterter Versuch, als Polizist im Westen zu arbeiten; erneut Dreher im SAG Gerätebau, 1952 fristlose Entlassung,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mannbar, Artur

* 18.7.1913 – ✝ 30.12.2002

Geboren am 18. Juli 1913 in Landweiler/Saar, Sohn eines Bergarbeiters. Nach dem Gymnasium kaufmännische Lehre, Angestellter. Von 1931 bis 1935 Expedient, Redaktionsvolontär bzw. Redakteur der »Arbeiterzeitung«, dem Organ der KPD in Saarbrücken. 1934 Eintritt in die KPD, für die er ab 1935 illegal als Instrukteur in Paris, Moskau und Kopenhagen arbeitete. Von 1935 bis 1937 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Zuletzt Instrukteur der AL Nord unter Heinrich Wiatrek, er unternahm mehrmals illegale Reisen nach Hamburg. Im Mai 1940 in Dänemark verhaftet, im Juni an die Gestapo ausgeliefert und am 3. September 1942 vom VGH zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. 1945 aus dem Zuchthaus Brandenburg-Görden befreit, war Mannbar bis 1949 Leiter der Hauptabteilung Nachrichten und Kommentator beim Berliner Rundfunk. Ab 1946 Mitglied der SED, wurde er nach einer Untersuchung 1947 wegen seines »Verhaltens in der Gestapo-Untersuchungshaft« ausgeschlossen. Im Mai 1949 nach Leipzig zum MDR versetzt, von 1953 bis 1955 Redakteur des ADN-Büros in Leipzig. 1956 Wiederaufnahme in die SED, bis 1978 Chef vom Dienst, später Chefredakteur des ADN in Ost-Berlin. 1974 erhielt er den VVO in Gold. Er war 1975 gemeinsam mit Max Frenzel Mitherausgeber des Buches »Gesprengte Fesseln« über den antifaschistischen Widerstandskampf im Zuchthaus Brandenburg. Darin blieb nicht nur ihr Mithäftling Robert Havemann unerwähnt, sondern die Geschichte der inhaftierten Kommunisten im Zuchthaus Brandenburg wurde insgesamt verfälscht. Deswegen veröffentlichte acht Jahre später ihr Brandenburger Mithäftling Walter Uhlmann unter dem Titel: »Leben um zu sterben« in Köln eine Sammlung von Erinnerungsberichten. Artur Mannbar starb am 30. Dezember 2002 in Berlin.

Wer war wer in der DDR

Lybke, Gerd Harry

* 8.3.1961

Geb. in Meusdorf (b. Leipzig); Vater Zimmermann, Mutter Kaltmamsell u. Wäscherin; Ausbildung als Maschinenanlagenmonteur mit Abitur; 1983 – 89 Aktmodell in der Kunst-HS Leipzig; 1983 – 89 Schauspiel- u. Regiearbeit im Poet. Theater »Louis Fürnberg«; mehrf. Bewerbungen für ein Schauspielstudium durch Einspruch der Stasi verhindert; 10.4.1983 Gründung der Galerie »Eigen+Art« u. Ausstellungen zunächst in der eigenen Wohnung, 1985 Weiterführung als Atelier- u. Produzentengalerie in einer ehem.…

Wer war wer in der DDR

Maaßen, Hans

* 26.12.1908 – ✝ 23.6.1983

Geb. in Lübeck; Vater Zimmerergeselle; Berufsausbildung als Steinmetz u. Steinbildhauer; KJVD; 1928 KPD; 1931 Ltr. der RGO des Steinarbeiterverb. Kiel; erste journalist. Arbeiten als Red. der Kieler kommunist. »Norddt. Ztg.«; 1933 illeg. pol. Arbeit, verhaftet u. ca. ein Jahr lang im KZ Kieslau (Baden) inhaftiert; 1935 Emigr. nach Frankreich, später in die Schweiz; ab Nov. 1936 Angeh. der Internat. Brigaden im span. Bürgerkrieg; ab 1937 Sprecher des Dt. Freiheitssenders 29,8 (mit  Gerhart Eisler…

Wer war wer in der DDR

Macke, Wilhelm

* 14.9.1920 – ✝ 20.2.1994

Geb. in Hannover, dort 1938 Abitur; anschl. Arbeits- u. Kriegsdienst; 1943 – 47 Studium der Physik in Leipzig (u. a. bei  Friedrich Hund) u. Göttingen, dort 1947 Dipl. in Math. 1947 – 52 wiss. Ass. am Max-Planck-Inst. für Physik in Göttingen, dort 1949 Prom. bei Werner Heisenberg; 1950 / 51 Lehrstuhlvertretung für theoret. Physik an der TH Hannover; 1952 – 54 Prof. am Instituto de Fisica Teórica in São Paulo (Brasilien); 1953 Habil. an der TH Hannover. 1954 Berufung zum Prof. u. Dir. des Inst.…

Wer war wer in der DDR

Mader, Julius

* 7.10.1928 – ✝ 17.5.2000

Geb. in Radzein (ČSR / Radejcin, Tschechien); Vater Angest., Mutter Arbeiterin; 1945 Ausweisung aus der ČSR, Übersiedl. in die SBZ; 1946/47 LDPD Wirtschafts-OS; Ausbildung zum Textilkfm.; Studium der Wirtschaftswiss., Journalistik u. der Staats- u. Rechtswiss. an den Univ. Berlin u. Jena, der HS für Binnenhandel in Leipzig u. der DASR Potsdam, 1956 Dipl.-Wirtsch.; bis 1959 stellv. Chefred. der Ztschr. »Der Handel«; seit 1960 freischaff. Schriftst., Schwerpunkt: Reportagen u. Dok. der NS-Zeit,…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mager, Hermann

* 30.5.1872 – ✝ 1947

Geboren am 30. Mai 1872 in Heidingsfeld bei Würzburg; besuchte das Gymnasium, studierte Philologie und war bis 1914 Studienrat in München. Längere Zeit Erzieher der Wittelsbacher Prinzen am bayerischen Königshof; nach dem Krieg gehörte er zum Lehrkörper eines humanistischen Gymnasiums. Während des Krieges wurde der Pazifist Mager Mitglied der USPD und 1920 der KPD. Von 1924 bis 1928 Abgeordneter des Bayerischen Landtags und 1926 Mitglied der KPD-BL Südbayern. Mager hatte schon vorher aus politischen Gründen seinen Lehrerberuf aufgeben müssen. 1928 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur zum Landtag, da die BL gegen seine Nominierung war. Er lebte von Nachhilfestunden, die er Mittelschülern gab. Vor 1933 wurde er 2. Vorsitzender und Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft in München und geriet deswegen in Konflikt mit der KPD. Nach 1933 erhielt er eine kleine Rente aus einer Privatversicherung und erteilte wieder Nachhilfestunden. 1944/45 trat er in Kontakt zu einer Widerstandsgruppe. Mager versuchte im Herbst 1945, nach der Konstituierung von SPD und KPD, erstmals in Bayern vergeblich einen Zusammenschluß beider Parteien. Er schrieb 1947 noch ein Buch über Soziologie, für das er keinen Verleger fand. Während eines Vortrages auf einer Gewerkschaftstagung in Eichstätt im Juni 1947 erlag Hermann Mager einem Herzschlag.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mahle, Hans (eigtl.: Heinrich August Ludwig Mahlmann&

* 22.9.1911 – ✝ 18.5.1999

Geboren am 22. September 1911 in Hamburg als Hans Mahlmann, Sohn einer Arbeiterfamilie (sein Vater – Mitbegründer der KPD in Hamburg – wurde am 28. Februar 1945 im KZ Buchenwald ermordet); wurde kaufmännischer Angestellter. Als Mitbegründer der kommunistischen »Jungen Pioniere« und 1928 ihr Leiter in Hamburg gehörte er von 1931 bis Ende 1932 der Reichsleitung der »Jungen Pioniere« in Berlin an und wurde in das ZK des KJVD kooptiert. Im Dezember 1932 reiste er in die Sowjetunion, arbeitete bis August 1933 im Internationalen Kinderbüro in Moskau und war zugleich deutscher Vertreter in der KJI. Im August 1933 kehrte Mahle zur illegalen Arbeit nach Deutschland zurück, bis Februar 1936 KJVD-Instrukteur in Sachsen, in Berlin und im Ruhrgebiet. Dann über Prag erneut in der Sowjetunion, begann als Referent bei der KJI und war von Juni 1936 bis September 1937 Seminarleiter an der Internationalen Leninschule. Bis Ende 1941 Redakteur für deutschsprachige Sendungen beim Moskauer Rundfunk, später bis September 1944 stellvertretender Chefredakteur des Senders Freies Deutschland. Mahle wurde in Abwesenheit vom Reichskriegsgericht wegen »Hochverrats« zum Tode verurteilt. Von September 1944 bis April 1945 Kursant eines »speziellen« Lehrgangs an der Parteischule der KPD bei Moskau, kehrte Ende April 1945 mit der Gruppe Ulbricht nach Deutschland zurück. Der sowjetische Stadtkommandant Nikolai Bersarin beauftragte ihn im Mai 1945 mit der Leitung des Berliner Rundfunks, dem er bis August 1946 als Intendant vorstand. Mahle war Mitunterzeichner des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945, wurde in das ZK der KPD kooptiert, ab April 1946 Mitglied des SED-PV, dem er bis zum II. Parteitag 1947 angehörte. Von Mai 1949 an Generalintendant des Deutschen demokratischen Rundfunks. Da er sich beharrlich sträubte, aus dem Westberliner Bezirk Steglitz in den Ostsektor umzuziehen, wurde er am 14. Juli 1951 unter dem Vorwurf, »mit dem Klassenfeind kooperiert zu haben«, abgesetzt. Danach bis August 1952 für die Entwicklung des DDR-Fernsehens in Berlin-Adlershof abgestellt, wurde er dort für »Havarien« verantwortlich gemacht und auf »Bewährung« als Gelegenheitsarbeiter nach Mecklenburg geschickt. Später rückte er in den Vorstand des Konsumvorstandes auf, Anfang November 1954 Chefredakteur der »Schweriner Volkszeitung« und Mitglied der BL Schwerin. Im Februar 1959 zur Leitung der Zeitung »Die Wahrheit«, Organ der erst kurz zuvor geschaffenen Sozialistischen Einheitspartei Westberlin (SEW), nach Berlin beordert. Schritt für Schritt rehabilitiert, gehörte Mahle der SEW-Leitung an, er erhielt 1981 den Karl-Marx-Orden. In den neunziger Jahren war er als PDS-Mitglied aktiv. Hans Mahle starb am 18. Mai 1999 in Berlin. 2003 veröffentlichte Katharina Riege eine Hans-Mahle-Biographie.Peter Erler

Handbuch Deutsche Kommunisten

Mahlow, Bruno

* 1.5.1899 – ✝ 3.2.1964

Geboren am 1. Mai 1899 in Göhren/Krs. Crossen, Sohn eines Mittelbauern; lernte Buchdrucker. 1916 Soldat, »wegen Widerstandes gegen Vorgesetzte« zu sieben Jahren Festung verurteilt, 1918 amnestiert. Im März 1918 Mitglied des Buchdruckerverbandes und der Spartakusgruppe. Mahlow war Delegierter des Gründungsparteitages der KPD Ende 1918 in Berlin. Von 1919 bis 1922 Funktionär der Banknotendruckergewerkschaft Berlins, verschwieg die Parteizugehörigkeit und trat erst 1922 offiziell der KPD bei. Nun Mitglied der engeren BL Berlin-Brandenburg. 1925 Anhänger der Ultralinken um Werner Scholem, war deren Vertreter im Berliner Verwaltungsbezirk Kreuzberg. Mitte 1926 trennte er sich von der linken Opposition und wurde Ende 1927 hauptamtlicher Mitarbeiter des ZK (Gewerkschaftsabteilung). Seit 1929 Mitglied der Reichsleitung der RGO, Sekretär und Redakteur des graphischen Blocks (RGO). Im März 1933 emigriert, zog sich Mahlow beim illegalen Grenzübertritt eine schwere Rückenmarkverletzung zu. Ab Ende Juni 1933 in Moskau, war dort nach einem Krankenhausaufenthalt seit Oktober 1933 als Referent im Mitteleuropäischen Büro der Profintern (RGI), dann ab 1934 verantwortlicher Sekretär der Internationalen Kommission der Arbeiter der Polygraphischen Industrie bei der RGI sowie Mitarbeiter der Gewerkschaftsabteilung des EKKI. 1937 wurde Mahlow vom NKWD verhaftet, zu dieser Zeit litt er an einer schweren Infektionskrankheit, war zeitweilig gelähmt, deswegen 1938 aus der Haft entlassen. Am 29.August 1941 mit der Familie nach Astrachan verbannt, im September nach Taschkent, wo er bis Frühjahr 1947 blieb. Mahlow kam im Mai 1947 schwerkrank nach Deutschland zurück und trat der SED bei, keine hauptamtlichen Funktionen, nur engagiert im »Arbeitskreis verdienter Gewerkschaftsveteranen«. Er erhielt 1957 den VVO in Silber. Bruno Mahlow starb am 3.Februar 1964 in Ost-Berlin. Mahlows Sohn Bruno (* 27. 6. 1937) war bis 1989 stellvertretender Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen des ZK der SED.

Wer war wer in der DDR

Makarow, Wassili Jemeljanowitsch

* 14.2.1903 – ✝ 1.9.1975

Geb. in Moskau; bis 1926 Studium an der Arbeiterfak., bis 1930 am Moskauer Inst. für Industrie u. Ökon.; 1928 Mitgl. der KPdSU; 1933 Aspirant am Moskauer Inst. für Planung u. Industrie; 1933 – 37 Doz. am Inst. für sowj. Genossenschaftshandel; ab 1937 Parteifunktionär; ab 1938 Mitgl. des ZK der KPdSU; ab 1940 stellv. Volkskommissar für Staatskontrolle der UdSSR; nach 1941 Mitgl. versch. Kriegsräte bzw. Chef pol. Abt.; zul. ab 1944 pol. Mitgl. des Kriegsrats der 3. Weißruss. Front; 1944 Gen.-Ltn.…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Malachinski, Paul

* 15.12.1885 – ✝ 26.7.1971

Geboren am 15. Dezember 1885 in Danzig, Sohn eines Stauermeisters; lernte Schlosser. Bis zur Einberufung zum Militär im Jahre 1904 Werftarbeiter in Danzig, 1907 wurde er Mitglied des DMV, 1915 trat er in die SPD ein. 1915 in die Danziger Gewehrfabrik dienstverpflichtet, war dort 1917 Mitorganisator des »Danziger Brotstreiks«. 1918 Mitglied der USPD, mit deren linkem Flügel 1920 zur KPD. Bis 1921 Werftarbeiter, dann offiziell Angestellter der russischen Handelsgesellschaft (Dura) in Danzig, tatsächlich aber Kurier der KPD-BL Danzig. Zunächst aktiver Anhänger der linken Opposition. Von 1924 bis 1933 hauptamtlich bei der BL Danzig tätig, wurde 1925 als Nachrücker in den Volkstag und die Stadtvertretung Danzigs gewählt, der er bis 1927 angehörte. Von 1933 bis 1937 Akquisiteur bei der »Freiheit« und der »Volksstimme« in Danzig. Im September 1939 verhaftet, saß bis 1941 im KZ Stutthof bei Danzig. Anschließend selbständiger Kaufmann, leistete illegale KPD-Arbeit. 1944 flüchtete er nach Zoppot und hielt sich bis zum Einmarsch der Roten Armee versteckt. 1945 baute Malachinski zunächst KPD-Ortsgruppen in Zoppot, Danzig u.a. auf und wurde anschließend Leiter des ersten Umsiedlerzugs nach Güstrow in Mecklenburg. Bis 1947 war er Bürgermeister in Bellin im Kreis Güstrow, ab 1947 Arbeitsgebietsleiter der SED Güstrow und von 1948 bis 1951 Kreissekretär der VVN. Er erhielt 1966 den VVO in Bronze. Paul Malachinski starb am 26. Juli 1971 in Güstrow.

Wer war wer in der DDR

Mally, Heribert

* 23.11.1929 – ✝ 24.2.1995

Geb. in Wießen (Krs. Podersam, ČSR / Besno, Tschechien); Vater Dachdecker; OS; 1946 Umsiedl. nach Schönebeck (Elbe); 1946 – 48 Ausbildung zum Dachdecker; 1948 Eintritt in die VP; 1948 – 51 Verkehrsüberwacher, dann Sachbearb. für Kfz-Zulassung in der Abt. Verkehrspolizei (VK) des VP-Präs. Magdeburg; 1949 FDJ; 1951 SED; Absolvent des ersten Lehrgangs an der Zentralschule der VK in Magdeburg; 1951 – 65 Stellv. bzw. Ltr. einer Abt. in der HA VK im MdI; 1959 – 61 Fernstudium an der Ing.-Schule…

Wer war wer in der DDR

Mangold, Ernst

* 5.2.1879 – ✝ 10.7.1961

Geb. in Berlin; Vater Gymnasialprof.; Gymnasium; 1897 – 1903 Studium der Med. u. Naturwiss. an den Univ. Gießen, Jena u. Leipzig; ärztl. Approbation u. Prom. zum Dr. med. mit einer Diss. über die postmortale Erregbarkeit der Muskeln; nach Assistenzzeit am Physiolog. Inst. der Univ. Jena 1905 Prom. zum Dr. phil. zool. bei Ernst Haeckel; 1906 Habil.; 1906 – 12 Privatdoz. an den Univ. Jena, Greifswald u. Freiburg; 1912 – 23 a. o. Prof. an der Univ. Freiburg, unterbrochen durch Kriegsdienst; 1923 –…

Wer war wer in der DDR

Männchen, Horst

* 3.6.1935 – ✝ 12.1.2008

Geb. in Berggießhübel (Krs. Pirna); Vater Eisenformer, Mutter Chemielaborantin; 1953 Abitur u. Einstellung beim MfS, Abt. V (Staatsapparat, Kultur, Kirchen, Untergrund) der BV Dresden; 1953/54 Besuch eines Funkerlehrgangs des MfS; 1954 Versetzung zur HA S (Funk) des MfS Berlin; 1954 SED; 1960 – 65 Fernstudium an der Ing.-Schule Berlin-Lichtenberg u. in Mittweida, Ing. für Hochfrequenztechnik; 1961 entlassen aus disziplinar. Gründen, bis 1963 jedoch inoffiz. Arbeit für das MfS; 1963 erneute…

Wer war wer in der DDR

Lyr, Horst

* 24.10.1926

Geb. in Breslau (Wrocław, Polen); Vater Schneidermeister; Oberrealschule; 1944/45 Wehrmacht u. sowj. Gefangenschaft. 1946 – 49 Pädagogikstudium an der MLU Halle, Dipl.-Päd.; 1951 Erweiterungsprüfung für Biol. u. Chemie an der Mathemat.-Naturwiss. Fak.; 1951 – 53 Assistent am Botan. Inst.; 1952 Prom. zum Dr. rer. nat. mit einer Diss. über Ernährungsphysiol. u. Sexualverhältnisse der Pilzgattung Pilobolus; 1953 Wahrnehmungsdoz. u. Ltr. des Inst. für Forstbotanik der Forstwirtschaftl. Fak. der HU…

Handbuch Deutsche Kommunisten

Maaßen, Johannes (Hanns)

* 26.12.1908 – ✝ 23.6.1983

(* 1908 – † 1983) Geboren am 26. Dezember 1908 in Lübeck, Sohn eines Zimmermanns; lernte Steinbildhauer. 1927 trat er in den KJVD, 1928 in die KPD ein. 1931 Volontär, später Redakteur an den KPD-Organen »Norddeutsche Zeitung« in Kiel und »Hamburger Volkszeitung«. Ende 1932 Agitpropsekretär der BL Halle-Merseburg, Januar 1933 ZK-Instrukteur bei der BL Baden-Pfalz. Maaßen wurde verhaftet und kam für ein Jahr in das KZ Kieslau. 1934 emigrierte er in das Saargebiet, später in die Schweiz. Zeitweilig Mitarbeiter des AM-Apparates der KPD (Reichstechnik). Er wirkte ab 1935 u. a. als Redakteur des »Gewerkschaftspressedienstes« in Paris, 1937 ging er als Angehöriger der Internationalen Brigaden nach Spanien. Mit Gerhart Eisler und Kurt Hager Redakteur an der Zeitung »El Voluntario de la Libertad« und Sprecher am »Deutschen Freiheitssender 29,8«. Nach der Trennung Kataloniens von Zentralspanien mußte Maaßen den »Deutschen Freiheitssender« in Madrid allein weiterführen. Im März 1939 geriet er in die Gefangenschaft der Franco-Truppen und wurde von einem spanischen Militärgericht in Valencia verurteilt. Nach mehr als sechs Jahren Zuchthaushaft kehrte er 1946 nach Deutschland zurück. Maaßen trat der SED bei, war Redakteur in Leipzig, 1950 wegen sogenannter linker Abweichungen entlassen. Ab 1953 Redakteur am Zentralhaus für Volkskunst in Leipzig, dann 1967/68 wissenschaftlicher Assistent am IML in Ost-Berlin, 1968 Redakteur bei der kulturpolitischen Zeitschrift »Sonntag«, zuletzt stellvertretender Chefredakteur. Ab 1971 freischaffender Schriftsteller in Kleinmachnow, er erhielt 1978 den VVO in Gold. Hans Maaßen starb am 23. Juni 1983.

Handbuch Deutsche Kommunisten

Maddalena, Max

* 17.1.1895 – ✝ 23.10.1943

Geboren am 17. Januar 1895 in Riedheim/ Konstanz, Sohn eines Mosaikarbeiters italienischer Staatsangehörigkeit und einer deutschen Mutter, wuchs nach der Trennung der Eltern bei seiner Großmutter in Riedheim auf. Nach der Schulentlassung siedelte er zu seinem Vater nach Lyon über, um dort ein Handwerk zu erlernen, kehrte jedoch zurück und arbeitete als Schlosser. 1913 Mitglied der SPD. Im August 1914 meldete er sich, obwohl Italiener, freiwillig zur deutschen Marine, bis Kriegsende mehrmals verwundet. Nun badischer Staatsangehöriger, Maddalena arbeitete im Walzwerk in Singen. 1918 Übertritt zur USPD, Anhänger des linken Parteiflügels, 1920 Delegierter des Vereinigungsparteitages mit der KPD, ehrenamtlicher Funktionär der KPD in Südbaden. 1922 zum Geschäftsführer des Metallarbeiterverbandes im Bezirk Singen und Konstanz gewählt, 1925 wurde Maddalena hauptamtlich bei der KPD angestellt. Zunächst in der Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD in Berlin, anschließend Sekretär für Gewerkschaftsfragen in der BL Baden. Nachdem Polleiter Paul Langner im März 1925 verhaftet worden war, übernahm Maddalena im Juli 1925 als Polleiter die Führung des Bezirks Württemberg. Er gehörte dem linken Parteiflügel an, stellte sich nach dem »Offenen Brief« 1925 hinter Ernst Thälmann und gegen Ruth Fischer. Von 1926 bis 1928 Sekretär für Gewerkschaftsfragen in der KPD-BL Wasserkante in Hamburg. Im Mai 1928 im Wahlkreis Schleswig-Holstein in den Reichstag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. Nach dem Ausschluß John Wittorfs war er kurze Zeit Polleiter des Bezirks Wasserkante. Ende 1928 in die Gewerkschaftsabteilung des ZK berufen, übernahm Maddalena Mitte 1929 wieder seine Funktion als Gewerkschaftssekretär der BL Wasserkante. Seit 1931 Leiter der IG Metall in der RGO und Mitglied der Reichsleitung. Im April 1931 wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« vom Reichsgericht zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt, trat die Strafe nicht an, sondern floh im Juni 1932 aus Deutschland und wurde nach Moskau zur RGI entsandt. Bei der Rückreise von einer Reichstagssitzung wurde er am 3. November 1932 in Tilsit verhaftet und zur Verbüßung der Festungshaft nach Rastatt gebracht, jedoch am 7. Dezember 1932 auf Beschluß des Reichstages freigelassen. Maddalena ging wieder in die UdSSR, arbeitete bis November 1933 in der europäischen Sektion der RGI in Moskau. Seinen Angaben zufolge hatte er zeitweilig Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern in der RGI-Zentrale, wurde beurlaubt und bis August 1934 als Revolverdreher in einem Moskauer Betrieb beschäftigt. Dann erhielt er Anfang 1935 den Auftrag, zusammen mit Adolf Rembte und Robert Stamm die illegale KPD-Inlandsleitung in Berlin neu zu bilden. Am 10. März 1935 fuhr er nach Berlin, wurde aber dort schon am 27. März 1935 verhaftet. Maddalena stand im Mai 1937 zusammen mit Walter Griesbach, Käthe Lübeck, Robert Stamm und Adolf Rembte vor Gericht. Während Stamm und Rembte zum Tode verurteilt wurden, erhielt Maddalena, für den der Staatsanwalt ebenfalls die Todesstrafe beantragt hatte, am 4. Juni 1937 eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Er kam ins Zuchthaus Brandenburg, wo Max Maddalena nach jahrelanger schwerer Krankheit am 23.Oktober 1943 starb. Seine Frau Hilde Maddalena, geborene Eble (*26. 6. 1898), war Kindergärtnerin. 1920 wurde sie Mitglied der KPD, heiratete 1925 Max Maddalena und ging mit ihm nach Hamburg, war dort Orgleiterin des RFMB. 1932 reiste sie mit ihm nach Moskau, absolvierte hier Abendkurse an der KUNMS und ging 1934 in die Schweiz, wo sie bis Ende 1936 für die KPD arbeitete. Sie nahm an Solidaritätsaktionen für ihren Mann in Paris teil, wurde im Herbst 1939 verhaftet, war bis Mai 1941 in verschiedenen Fraueninternierungslagern. Im März 1942 gelang ihr die Ausreise nach Mexiko. Im Dezember 1945 heiratete sie den österreichischen Musiker und Komponisten Marcel Rubin. Sie kehrten Ende 1946 nach Europa zurück. Hilde Rubin starb am 1. Dezember 1994 in Wien. Maddalenas Sohn, Max Maddalena (* 1917), war 1932 durch Vermittlung der IRH nach Moskau gekommen und arbeitete hier als Laborant bei »Mosfilm«. Am 12. März 1938 im Rahmen einer NKWD-Operation gegen eine Gruppe angeblicher »Mitglieder der Hitlerjugend«, die einen »Anschlag« auf Stalin »planten«, verhaftet. Am 15. Mai 1938 aus »operativen Erwägungen« freigelassen, im September 1941 jedoch erneut vom NKWD wegen »sowjetfeindlicher Agitation« festgenommen und am 10. Juli 1942 zu fünf Jahren Verbannung nach Sibirien verurteilt. Während der Vater im NS-Zuchthaus saß, dort 1943 Opfer Hitlers wurde, starb der Sohn als Opfer Stalins. Max Maddalena jr. kam am 14.Juli 1942 in der Sowjetunion ums Leben.

Wer war wer in der DDR

Mäder, Jürgen

* 30.3.1937

Geb. in Radebeul; Vater selbst. Handwerker (Stuhlbaumeister); Volks- u. Berufsschule, Ausbildung zum Polsterer; 1955 – 58 Abiturausbildung an der ABF der TH Dresden; 1958 – 62 Studium an der KMU Leipzig, Dipl.-Wirtsch.; 1962 / 63 stellv. Planungs-Ltr. in der VVB Maschinenbau Dresden; 1963 – 65 Hauptreferent in der VVB Bauglas Dresden; 1964 SED; 1965 – 70 Abt.-Ltr., 1970 / 71 Dir. für Ökonomie, 1971 – 76 1. Stellv. des GD der VVB Bauglas Dresden; Jan. – Juni 1972 Direktstudium am ZI für…

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Magirius, Friedrich

* 26.6.1930

Geb. in Dresden; Studium der Theol. in Berlin (West) u. an der EMAU Greifswald; Krankenpfleger in Dresden-Friedrichstadt; dann Vikariat bei der Inneren Mission u. in Löbau; 1955 Hilfsgeistl. u. Pfarrer am Diakonenhaus in Moritzburg; 1956 Ordination; ab 1958 Pfarrer in Einsiedel (b. Karl-Marx-Stadt); 1974 Pfarrer an der Kreuzkirche in Dresden; dann freigestellt als Ltr. der Aktion Sühnezeichen in der DDR; ab 1982 Superintendent von Leipzig-Ost u. Pfarrer an der St. Nikolaikirche; im Frühjahr 1989…

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Mahler, Christian

* 12.11.1905 – ✝ 30.5.1966

Geb. in Hamburg; Vater Werftarb., Mutter Arbeiterin; Volkschule u. Schiffbauerlehre in Hamburg; 1924 KPD u. RFB; Agitprop.-Ltr. im Stadtteil Elmsbüttel; Polit.-Ltr. im RFB Hamburg, Mitarb. des M-Apparats der BL Wasserkante; Aug. 1933 Verhaftung u. Verurteilung »wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch u. Vergehen gegen das Schußwaffengesetz« zu fünf Jahren Zuchthaus; nach Strafverbüßung im Okt. 1938 bis 1943 inhaftiert im KZ Sachsenhausen, anschl. im…

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Mahlsdorf, Charlotte von

* 18.03.1928 – ✝ 30.04.2002

Schulbesuch in Berlin; ab 1945 Arbeit als Haushaltshilfe u. bei Haushaltsauflösungen; 1946 – 48 museale Ausstellung von Möbeln u. Haushaltsgegenständen im Schloß Berlin-Friedrichsfelde, Bewahrung des Schlosses vor dem Abriß durch Bewohnen u. Instandsetzen; 1948 Bemühungen um die Erhaltung des Schlosses Dahlwitz; 1949 Dolmetscherexamen; 1949 – 53 Ausbildung als Museumskonservator am Märk. Museum; 1953 – 71 freiberufl. Tätigkeit als Konservator; ab 1959 Bemühungen um den Erhalt des abrißbedrohten…

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Makosch, Ulrich

* 17.3.1933 – ✝ 16.5.2008

Geb. in Wittenberge; Vater Arbeiter; OS, Abitur; 1952 – 55 Studium an der Fak. für Journalistik der KMU Leipzig, Dipl.-Journalist; 1952 – 90 VDJ; 1955/56 Red. am Landessender Schwerin; 1956 – 64 Red. u. Reisekorrespondent in der HA Außenpol. des Staatl. Komitees für Rundfunk; 1963 SED; 1963 – 71 Mitgl. im Königl. Schriftst.-Verb. Kambodschas; 1965 – 71 Korrespondent für Rundfunk u. Fernsehen der DDR in Asien (Djakarta u. Singapur); er berichtete 1965 vom Putsch in Indonesien und später vom…

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Maleuda, Günther

* 20.1.1931 – ✝ 18.7.2012

Geb. in Altbeelitz (Krs. Friedeberg, Ostbrandenb. / Staro Bielice, Polen); Vater Arbeiter; Volksschule. 1945 – 47 Landarb. in poln. Gutsbetrieb; 1947 Zwangsumsiedl. der Familie nach Thür.; Landarb.; ab 1949 in einem VEG; Besuch von Landw.-Schulen; 1950 DBD; 1950 – 52 FS für Landw. Weimar, staatl. gepr. Landwirt; 1952 – 55 Studium an der DASR Potsdam, Dipl.-Wirtsch.; 1955 – 57 Abt.-Ltr. beim DBD-Bez.-Vorst. Potsdam; 1957 – 67 stellv. Vors. des Rats des Krs. für Landw. bzw. stellv. Vors. des…

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Malter, Frieda (Friedel)

* 1.11.1902 – ✝ 5.12.2001

Geb. in Breslau (Schles. / Wrocław, Polen); Vater Schriftsetzer; Volksschule; 1917 – 23 u. 1927 – 30 Weberin u. Hausangest.; 1925 in Wüstegiersdorf (Schles.) tätig; 1925 – 29 Dt. Textilarbeiterverb., ausgeschl.; 1927 – 30 Betriebsrat; 1926 Mitgl. der KPD u. der BL Schles., dort für Frauenfragen zuständig; 1926 – 30 Abg. des Provinziallandtags Schles. in Waldenburg u. 1931 – 33 des Preuß. Landtags; 1929 RGO; Juni 1933 wegen illeg. pol. Tätigkeit u. »Vorber. zum Hochverrat« verhaftet u. am…

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Mann, Angelika

* 13.6.1949

Geb. in Berlin; Mutter Krankenschwester, Vater Arzt; POS; Apothekenfacharb.; 1969 – 73 Ausbildung an der Musikschule Berlin-Friedrichshain (Klavier u. Gesang); 1969 erste Auftritte in Amateurbands; 1971 von  Klaus Lenz entdeckt; 1971 – 77 Auftritte mit dem  Reinhard-Lakomy-Ensemble; Erfolgstitel: »Na und«, »Mir doch egal«, »Sieben Zwerge«, »Kutte«, »Schampus-Lied«, »Knutschlied«, »Komm, weil ich dich brauch«; 1978 Goldmed. beim IV. Interpretenwettbewerb der Unterhaltungskunst; zahlr.…

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Manneberg, Werner

* 19.6.1923 – ✝ 11.12.2000

Geb. in Breslau (Wrocław / Polen); Vater Gewerbetreibender, Mutter Verkäuferin; Volksschule; 1937 – 43 kaufm. Lehre u. Arbeit als Handlungsgehilfe in einer Breslauer Textilgroßhandlung; antifasch. Arbeit; im Aug. 1943 wg. »Zugehörigkeit zur bündischen Jugend« verhaftet u. bis Sept. 1943 in Polizeihaft, anschl. bis April 1945 im KZ Buchenwald inhaftiert. 1945 KPD, 1946 SED; 1945 – 49 Sekr. des Landrats in Döbeln; 1949 / 50 Kreisrat für Inneres beim Rat des Krs. Döbeln; 1950 Instrukteur in der…