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Fachbuch

1918. Die Welt im Fieber

Laura Spinney

Laura Spinney analysiert in "1918. Die Welt im Fieber. Wie die Spanische Grippe die Gesellschaft veränderte" die Auswirkungen der Spanischen Grippe auf Gesellschaft, Politik und Kultur. Die sogenannte Spanische Grippe war eine Pandemie, die durch eine Variation des Influenzavirus verursacht wurde und die, unterschiedlichen Schätzungen zufolge, in den Jahren 1918 bis 1920 zwischen 25 und 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Weltweit brachte die Katastrophe der Spanischen Grippe Machtverhältnisse ins Wanken und beeinflusste maßgeblich den weiteren Verlauf der Geschichte. Trotzdem sind die Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und Kultur weitgehend unbekannt. Anhand von Schicksalen auf der ganzen Welt zeichnet die Autorin den Einfluss der Pandemie nach. 

Abbildung: de Gruyter Verlag

Fachbuch

Falsche Freunde im Kalten Krieg?

Sonja Großmann

Warum engagierten sich zahlreiche Westeuropäer im Kalten Krieg für die Sowjetunion? Waren dies von Moskau gesteuerte ideologisch verblendete Kommunisten? Inwiefern förderten sie tatsächlich den kulturellen und gesellschaftlichen Austausch? Sonja Großmann analysiert erstmals vergleichend die Entwicklung sowjetischer Freundschaftsgesellschaften in Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik vom Zweiten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Von diesen gesellschaftlichen Akteuren ausgehend eröffnet das Buch neue Perspektiven auf die Formen und Methoden sowjetischer Selbstdarstellung gegenüber dem Ausland, auf das Zusammenspiel staatlicher und gesellschaftlicher Akteure über den ,Eisernen Vorhang' hinweg und auf kommunistische Organisationen im Westen. Das Bild der Sowjetunion in den verschiedenen Ländern spielt ebenso eine Rolle wie konkrete Felder des kulturellen Austausches in Kunst und Wissenschaft, Tourismus oder Städteverbindungen. Das Buch liefert einen innovativen Beitrag zur Internationalen Geschichte, indem es ost- und westeuropäische Geschichte, Diplomatie- und Kulturgeschichte sowie top-down mit bottom-up Ansätzen zusammenführt. (Verlagstext)

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Analyse

Erwartungen im Umbruch. Die westdeutsche Linke und das Ende des "real existierenden Sozialismus"

Konrad Sziedat

Die Studie Erwartungen im Umbruch. Die westdeutsche Linke und das Ende des "real existierenden Sozialismus" von Konrad Sziedat untersucht die Hoffnungen und Erwartungen, welche westdeutsche Linke seit den 1980er-Jahren in einen Transformationsprozess, der Wiedervereinigung nachfolgend, setzten. Diese Erwartungen seien dem Autor zufolge größtenteils enttäuscht worden und so analysiert Sziedat die Strategien der Linken, mit denen sie darauf reagierten. Ausgehend von der Unterstützungskampagne "Solidarität mit Solidarność" verdeutlicht er zudem, wie Linke unterschiedlichster ideologischer Orientierung wiederholt zu gemeinsamen Aktionen zusammenfanden. Das Buch möchte den tiefergreifenden Wandel der westdeutschen Linken seit 1989 nachzeichnen. Bei der Studie handelt es sich um Konrad Sziedats leicht überarbeitete Dissertation, die 2016 von der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München angenommen wurde.

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Monographie

Frontbeziehungen. Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945

Kerstin Bischl

Kerstin Bischls Buch Fronbeziehungen. Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945 analysiert die Zusammenhänge von Geschlechterbeziehung und Gewalt in der Roten Armee. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der einen Million Frauen, die neben 30 Millionen männlichen Soldaten in der Roten Armee kämpften. Die Autorin analysiert, welche Vorstellungen von Geschlechterverhältnissen innerhalb der Armee eine Rolle spielten und wie diese einen Struktur hervorbrachten, deren Kernelement ein dominantes Männlichkeitsbild war, welches über die Fähigkeit der Gewaltausübung und der sexuellen Potenz und Dominanz definiert wurde. Nur durch ein Verständnis dieser im Frontalltag radikalisierten Geschlechterverhältnisse, so die Autorin, lassen sich die von Rotarmisten zahlreich begangenen Massenvergewaltigungen analysieren. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Der Frontraum: Gewalt und Alltag in der Roten Armee; Geschlechterverhältnisse in der Roten Armee; Sexuelles Gewalthandeln. 

Monographie

Lateinamerika und der "Generalstab" der Weltrevolution: zur Lateinamerika-Politik der Komintern

Jürgen Mothes

Im Band "Lateinamerika und der "Generalstab" der Weltrevolution: zur Lateinamerika-Politik der Komintern" sind die Schriften des Zeithistorikers Jürgen Mothes versammelt. Sie fassen seine Untersuchungen zur Kommunistischen Internationale  und deren Auswirkungen auf kommunistische Gruppen in Lateinamerika zusammen. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt auf einzelnen Persönlichkeiten der lateinamerikanischen Linken, über die der Autor den Lesern umfangreiches Material zur Verfügung stellt. Zeitlich beschränken sich die Beiträge auf einen Analyserahmen zwischen 1927 und 1932, die vom Autor als Schlüsseljahre verstanden wurden: mit der wachsenden Herrschaft Stalins und seiner immer absoluter werdenden Kontrolle über die kommunistischen Bewegung sei ein Wendepunkt für revolutionäre Gruppen weltweit erreicht worden. Der Band wurde posthum veröffentlicht; Mothes starb 1996 unerwartet im Alter von 50 Jahren. Er erscheint als  14. Teil der Reihe „Geschichte des Kommunismus und Linkssozialismus“ im Karl Dietz Verlag.

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Monographie

Das Rote Berlin: eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830-1934

Axel Weipert

"Das Rote Berlin: eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830 – 1934" von Axel Weipert analysiert die Entwicklung der Arbeiterbewegung in Berlin von den 1830er-Jahren bis zu den Anfängen des Dritten Reiches. Für einen Großteil dieses Zeitraums war die Berliner Arbeiterbewegung die größte der Welt und fungierte international als Vorbild für andere Bewegungen. Dementsprechend umfangreich ist Weiperts Analyse, welche der Vielfalt der Berliner Arbeiterbewegung gerecht werden will und sich sowohl Parteien und Gewerkschaften als auch spontanen Aktionen und kulturellen Dimensionen widmet; die Blumenstraßenkrawalle, die Rote Insel und der Arbeitersport als Elemente der Bewegung finden ebenso Platz im Buch wie die Entwicklung der Bewegung in unterschiedliche Strömungen wie Sozialdemokraten, Kommunisten und Anarchisten. In seiner Berücksichtigung und Analyse unterschiedlichster Akteure, Episoden und Entwicklungen – die nicht selten auch im Widerspruch miteinander stehen – bringt der Autor Lesern ein Bild der Berliner Arbeiterbewegung nahe, das deren Vielschichtigkeit gerecht wird. 

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Sammelband

Bruderparteien jenseits des Eisernen Vorhangs: die Beziehungen der SED zu den kommunistischen Parteien West- und Südeuropas (1968 - 1989)

Arnd Bauerkämper, Francesco Di Palma (Hrsg.)

"Bruderparteien jenseits des Eisernen Vorhangs: die Beziehungen der SED zu den kommunistischen Parteien West- und Südeuropas (1968 - 1989)" ist ein Sammelband, der von Arnd Bauerkämper und Franceso Di Palma herausgegeben wurde. Er versammelt 14 Beiträge, die sich einem bis dahin weitgehend vernachlässigten Thema der Erforschung der DDR-Geschichte widmen: die Beziehungen der SED zu ihren west- und südeuropäischen kommunistischen „Bruderparteien“ in Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Griechenland. Der Sammelband widmet sich diesen Beziehungen und beleuchtet sie im Zusammenhang mit ihren jeweiligen Positionierungen zur KpdSU. Diese Positionierung ist besonders relevant für den Zeitrahmen, in den die Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Pakts im Jahr 1968 fällt.   

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Fachbuch

1918. Die Deutschen zwischen Weltkrieg und Revolution

Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hrsg.)

In "1918. Die Deutschen zwischen Weltkrieg und Revolution" liefern Gerhard Hirschlfeld und Gerd Kumreich einen Überblick über die Ereignisse und Dynamiken, die dem Ende des Deutschen Kaiserreichs 1918 vorangingen. Das Jahr 1918, das letzte Jahr des Ersten Weltkriegs, begann noch mit neuen Hoffnungen auf einen militärischen Sieg – und endete mit der endgültigen Niederlage. Jedem Kapitel ist eine Chronologie der Ereignisse vorangestellt, dann folgen die Quellenzitate. Tagebucheinträge, Briefe, Bilder und Dokumente erlauben den Lesern einen tiefen Einblick in die Erfahrungen der Kriegsgesellschaft: die Gewalt an der Front und der Hunger in der Heimat, der Zynismus der militärischen Führung und die Illusionen vieler Bürger, Veränderungswille und die Furcht vor "Russischen Verhältnissen".

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Fachbuch

Die "Ungarische Revolution" und der "Prager Frühling". Eine Verflechtungsgeschichte zweier Reformbewegungen zwischen 1956 und 1968

Hannes Lachmann

Die Ungarische Revolution von 1956 und der Prager Frühling von 1968 zählen zu den großen Krisen des Staatssozialismus. 1956 war die Hoffnung groß, ein von der Sowjetunion autonomes und demokratisches Ungarn etablieren zu können. 1968 wurden in der Tschechoslowakei Reformversuche angestrebt, die den von Alexander Dubček angestrebten „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ etablieren sollten. Beide Ereignisse gelten als Beweis dafür, dass Revolutionen zwar gelingen können, aber gleichzeitig auch Gegenrevolutionen auslösen können. Der Prager Frühling und die Ungarische Revolution erfuhren in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung bereits große Aufmerksamkeit, jedoch vorwiegend als Einzelanalysen. Der Historiker Hannes Lachmann dagegen legt mit seinem Band „Die "Ungarische Revolution" und der "Prager Frühling". Eine Verflechtungsgeschichte zweier Reformbewegungen zwischen 1956 und 1968“ eine vergleichende, multiperspektivische Studie mit transnationalem Fokus auf die wechselseitigen ungarisch-tschechoslowakischen Wahrnehmungen vor.  

Fachbuch

The Information Nexus: Global Capitalism from the Renaissance to the Present

Steven Marks

Steven Marks setzt sich in “The Information Nexus: Global Capitalism from the Renaissance to the Present” mit dem Kapitalismusbegriff auseinander. Dieser ist zentral für ein Verständnis von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Dennoch besteht bei genauerer Betrachtung nur wenig Einigkeit darüber, was den Kapitalismus in seinem Kern ausmacht. Steven Marks bemüht sich um eine Definition. Dabei zielt er besonders darauf ab, darzulegen, dass der Kapitalismus – entgegen des gängigen Verständnisses – kein Phänomen der Moderne sei, sondern bereits seit Jahrtausenden existiere. Diese Langlebigkeit des kapitalistischen Systems sei einer Kommunikationsrevolution geschuldet, die mit der Erfindung des Buchdruckes begann und aktuell im digitalen Zeitalter einen Höhepunkt erreicht hat. Die Oktoberrevolution 1917 legte den Grundstein für die Jahrzehnte während Aufteilung der Welt in zwei Machtblöcke. Diese definierten sich vor allem über ihr Verhältnis zum Kapitalismus – galt er im Westen als Garant für Wohlstand und Liberalismus, stand er in den Staaten des Ostblocks für Ausbeutung und Imperialismus. 

Aufsatzsammlung

The Cambridge History of the Cold War

Melvyn P. Leffler, Odd Arne Westad (Hrsg):

"The Cambridge History of the Cold War" besteht aus drei Bänden, welche die Geschichte des Kalten Krieges umfassend darstellen. Sie umfassen Beiträge von insgesamt 73 Autoren aus 18 Staaten. Die Bände sind chronologisch aufgebaut: Band 1, "Origins" widmet sich den ideologischen Ursprüngen des Kalten Krieges. Dies geschieht in einer Analyse derjenigen Denkschulen, die die amerikanische bzw. die sowjetische Innen- und Außenpolitik prägten sowie einer großen Bandbreite an Beiträgen, die sich dem Zeitraum zwischen Ende des Zweiten Weltkrieges und den frühen 1960er-Jahren widmen. Band 2, "Crises and Détente", befasst sich mit der Zeit bis zur Mitte der 1970er-Jahre. Die Beiträge von Band 3, "Endings" erfassen die Zeit bis 1990/91. Die große Bandbreite an Perspektiven, die die Autoren einnehmen, tragen dazu bei, das globale Netzwerk des Kalten Krieges umfassend darzustellen. 

Analyse

From Friend to Comrade. The Founding of the Chinese Communist Party, 1920-1927

Hans J. van de Ven

Hans van de Vens Buch "From Friend to Comrade. The Founding of the Chinese Communist Party, 1920-1927" widmet sich der Gründungsphase der Kommunistischen Partei Chinas. Die bisher gängige Perspektive ist, dass die Partei vom Moment ihrer Gründung im Jahr 1921 an zentralistisch organisiert gewesen sei. Entgegen dieser Lesart steht die Analyse van de Vens, der darstellt, wie die Partei aus einzelnen Gruppen heraus entstand, die bis 1927 brauchen würden, um die zentralistische, marxistisch-leninistische Partei zu werden. Die Studie basiert auf erst vor kurzer Zeit zugänglich gemachten Parteidokumenten sowie auf den Werken einer großen Anzahl von Parteimitgliedern. Anhand dieser legt der Autor dar, mit welchen Schwierigkeiten die Gründungsmitglieder konfrontiert waren, bei ihrem Versuch, die Partei in der chinesischen Gesellschaft zu verankern. Die Analyse stellt nicht den Einfluss des sowjetischen Kommunismus' in den Mittelpunkt, sondern die Denk- und Handlungsmuster der chinesischen Kommunisten selbst. 

Aufsatz | Museum

Kommunismus im Museum

Muriel Blaive

Mehr als 30 Jahre ist es her, als die Samtene Revolution den Kommunismus in der Tschechoslowakei zu Fall gebracht hat. Wie schwer es den Tschechen bis heute fällt, darüber zu sprechen, beschreibt die Sozialhistorikerin Muriel Blaive am Beispiel des Kommunismus-Museums in Prag. Ihr Beitrag für das Science Magazin des ORF basiert auf Blaives Aufsatz für den Sammelband "Museum of Communism. New Memory Sites in Central and Eastern Europe" herausgeben von Stephen M. Norris im Verlag Indiana University Press (2020). Sie widmet sich dem Paradox, dass das einzige der Geschichte der kommunistischen Tschechoslowakei in Prag gewidmete Museum in privater Hand von einem US-Amerikaner geführt wird. Während dieses Museum bei Touristen auf große Resonanz stößt, wird es von den Einheimischen weithin ignoriert. 

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Analyse

Frontbeziehungen. Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945

Kerstin Bischl

In der publizierten Fassung ihrer Dissertation Frontbeziehungen: Geschlechterverhältnisse und Gewaltdynamiken in der Roten Armee 1941-1945 behandelt Kerstin Bischl sexuelle Gewalt, welche von den männlichen Rotarmisten gegenüber Frauen, auch ihrer weiblichen Kameraden, ausging und wie sich in dem „Frontraum“ diese radikalisierten Geschlechterverhältnisse entwickelten. Gleichzeitig versucht die Studie mit den gewonnenen Erkenntnissen auch die Endphasengewalt gegen deutsche, polnische wie auch displaced women zu erklären. Das erste Kapitel beschreibt die von Mangel und stalinistischer Willkür geprägten Bedingungen des Kriegseinsatzes. Darauf folgt eine Analyse der Geschlechterverhältnisse in der Roten Armee. Zuletzt wird "Sexuelles Gewalthandeln" thematisiert, also die sexuelle Gewalt von Angehörigen der Roten Armee bei Kriegsende.

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Analyse

Nature and the Iron Curtain. Environmental Policy and Social Movements in Communist and Capitalist Countries 1945–1990

Astrid Mignon Kirchhof, John R. McNeill (Hrsg.)

Der Sammelband Nature and the Iron Curtain. Environmental Policy and Social Movements in Communist and Capitalist Countries 1945–1990 widmet sich dem Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sowie Naturnutzung und- schutz. Der sogenannte Eiserne Vorhang war in Natur- und Umweltschutzbelangen viel durchlässiger als gedacht, denn die Umweltprobleme forderten zuweilen eine Zusammenarbeit über die Systemgrenzen hinweg. Die Verfasser vertreten die Auffassung, dass sowohl im Osten als auch Westen Umweltbelange lange nicht auf der Agenda standen, da wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Anliegen Vorrang gegeben wurden. Die verschiedenen Fallstudien folgen alle dem Ziel die Sichtweise einer starren Blocktrennung in Frage zu stellen.

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Analyse

Der Duft der Imperien

Karl Schlögel

Karl Schlögels Der Duft der Imperien erzählt die Geschichte eines Duftes auf dessen Grundlage das weltberühmte Chanel Nº 5 und sein sowjetisches Pendant Rotes Moskau entstand. Durch die Wirren der Russischen Revolution gelangte die Formel für einen Duft, der zum 300. Kronjubiläum der Romanows kreiert worden war, nach Frankreich. In den verschiedenen Essays werden auch die Schöpfer und das Umfeld, in dem sie sich bewegten, behandelt. Verantwortlich für die sowjetische Parfümindustrie war Polina Schemtschuschina, die Frau des Außenministers Molotow. Sie fiel später einer Säuberungskampagne zum Opfer ― und Coco Chanel kollaborierte mit den deutschen Besatzern. Schlögel ergänzt mit seinem Buch diese sonst so gut erforschte Epoche um eine weitere Perspektive.

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Monographie

Globalization Under and After Socialism. The Evolution of Transnational Capital in Central and Eastern Europe

Besnik Pula

Besnik Pulas Buch "Globalization Under and After Socialism. The Evolution of Transnational Capital in Central and Eastern Europe" ist der Transformation der ökonomischen Systeme vormals sozialistischer Staaten in Mittel- und Osteuropa gewidmet. Während des Sozialismus' waren die Staaten wirtschaftlich weitgehend autark und pflegten nur wenige Handelsbeziehungen mit anderen Ländern. Dies änderte sich im Laufe der 1990er-Jahre hin zu export-orientierten Wirtschaftssystemen, die global stark vernetzt sind. Die gängige Theorie, mit der dieser Wandel erklärt wird, sieht dessen Ursache in den marktwirtschaftlichen Reformen, welche nach der sogenannten "Wende" von 1989/90 weitreichend umgesetzt wurden. Besnik Pula sucht die Ursachen für diese Entwicklung jedoch an anderer Stelle: aus einer detaillierten Analyse der Wirtschaftsgeschichte Mittel- und Osteuropas schließt er, dass es bereits in den Dekaden vor der Wiedervereinigung kritische Wendepunkte gab, an denen sich die Wirtschaftssysteme zu öffnen und zu globalisieren begonnen. Zum Beispiel wurden bereits in den 1970er-Jahren Handelsbeziehungen mit dem kapitalistischen "Westen" intensiviert, um Zugang zu Märkten und Technologien zu ermöglichen. Diese bestehenden Beziehungen bildeten wiederum die Grundlage, auf der die post-sozialistischen Ökonomien ihren Weg in die wirtschaftliche Globalisierung des 21. Jahrhunderts beschrieben. 

Monographie

Jeanssozialismus. Konsum und Mode im staatssozialistischen Ungarn

Fruszina Müller

Fruzsina Müllers Buch "Jeanssozialismus. Konsum und Mode im staatssozialistischen Ungarn" analysiert Strukturen des Konsums im sozialistisch regierten Ungarn. Der Titel des Buches ist angelehnt an den Begriff des "Gulaschsozialismus", mit dem das ungarische System im Volksmund oft beschrieben wurde, da Ungarn im Vergleich mit seinen ebenfalls sozialistisch regierten Nachbarstaaten relativ wohlhabend war. Müllers Buch analysiert, wie es dazu kam, dass vor allem in den 1970er-Jahren, Ungarn seinen Einwohnern eine verhältnismäßig stabile und große Versorgung mit Konsumprodukten liefern konnte. Dabei fokussiert die Autorin ihre Analyse vor allem auf Mode und betrachtet neben Institutionen der Bekleidungsindustrie auch Vorstellungen von und Diskurse über Mode, in die Herrschaftspraktiken, Ideologie und Unterschiede unter den Generationen sichtbar werden.

Sammelband

Das Ende des Kommunismus die Überwindung der Diktaturen in Europa und ihre Folgen

Thomas Großbölting, Raj Kollmorgen und Sascha Möbius (Hrsg.)

Das Ende des Kommunismus die Überwindung der Diktaturen in Europa und ihre Folgen ist ein Sammelband, der von Thomas Großbölting, Raj Kollmorgen und Sascha Möbius herausgegeben wurde. Er versammelt zwölf Beiträge Autoren aus unterschiedlichen Regionen sowie unterschiedlichen akademischen Disziplinen. Sie alle widmen sich den Folgen des Jahres 1898, als nach und nach die Länder Mittel- und Osteuropas einen Systemwechsel weg von sozialistischen Herrschaftssystemen vollzogen. Während der fundamentale Umbruch hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Systeme, der damit einherging, von vielen als abgeschlossen betrachtet wird, so bietet die Analyse dieser einschneidenden Ereignisse und ihrer Folgen weiterhin Anlass zur Debatte und zum Austausch. Dazu möchte der Band beitragen indem er die Transformationsphase – das Ende des Kommunismus – in den Fokus nimmt und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit legt.

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Fachbuch

Der Mythos vom starken Führer: politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert

Archie Brown

Basierend auf seiner ausführlichen Studie analysiert Archie Brown in "Der Mythos vom starken Führer: politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert" die Führungsstile verschiedener Demokratien sowie Diktaturen und stellt weitverbreitete Annahmen über politische Wirksamkeit und Stärke in Frage. Dabei fokussiert er sich darauf, welche Rolle die Konzentration von Macht in einer einzigen Person spielt. Er kommt zu dem Schluss, dass die Anhäufung von Macht ein Wegbereiter für Fehler und im schlimmsten Fall für Blutvergießen sei. Zudem beleuchtet er die Erfolge und Misserfolge der größten Demokraten und Diktatoren der vergangenen 100 Jahre – von Stalin über Trump, Putin und Erdoğan. Damit liefert er einen wichtigen Beitrag zur Debatte über das Comeback autoritärer Führungsstile.

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Analyse

Communist Parties Revisited. Sociocultural Approaches to Party Rule in the Soviet Bloc 1956-1991

Rüdiger Bergien, Jens Gieseke (Hrsg.)

Der Band "Communist Parties Revisited" widmet sich dem Innenleben der herrschenden kommunistischen Parteien innerhalb der sowjetischen Einflusssphäre in den Jahren 1956-1991. Die Macht der herrschenden Parteien über die jeweilige Gesellschaft war immens; dies mag ein Grund dafür sein, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihnen bisher zu einem beachtlichen Teil auf einer Wahrnehmung der Parteien als großen, einheitlichen Gebilde beruhte. Dieser Band widmet sich den Parteien aus einer anderen Perspektive: die Analyse des alltäglichen Lebens innerhalb von Parteiorganisationen untersucht die sozialen Gefüge und Dynamiken. Informelle Praktiken, interne Machtkämpfe und die immer wieder aufs Neue notwendige Produktion von Ideologie stehen dem gängigen Bild der kommunistischen Parteien als einheitliche Machtgebilde entgegen und liefern eine neue Sichtweise auf den Forschungsgegenstand.    

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Fachbuch

Western Marxism and the Soviet Union. A Survey of Critical Theories and Debates Since 1917

Marcel van der Linden

"Western Marxism and the Soviet Union. A Survey of Critical Theories and Debates Since 1917" zeichnet umfassend die Entwicklung der Auseinandersetzung marxistischer Intellektueller mit den politischen Entwicklungen in der Sowjetunion nach. Dazu untersucht der Autor Debatten von und zwischen einer Vielzahl an Theoretikern seit 1917 und analysiert sie im Kontext historischer Ereignisse; bemerkenswert ist dabei die enorme Anzahl an Quellen, die den Lesern zugänglich gemacht wird. Das Buch besteht aus neun Kapiteln, die sich chronologisch dem Zeitraum von der Oktoberrevolution 1917, den Anfängen des Stalinismus, dem Zweiten Weltkrieg, der Assimilation osteuropäischer Staaten durch die Sowjetunion, der Niederschlagung des Prager Frühlings, der Perestroika-Zeit und dem Ende der Sowjetunion widmen. Das Buch liefert eine Darstellung der Auseinandersetzung westlicher Intellektueller mit den Entwicklungen in der Sowjetunion.

Analyse

Agents of the Revolution. New Biographical Approaches to the History of International Communism in the Age of Lenin and Stalin

Gidon Cohen, Andrew Flinn, Kevin Morgan (Hrsg):

"Agents of the Revolution. New Biographical Approaches to the History of International Communism in the Age of Lenin and Stalin" versammelt eine Auswahl aktueller Arbeiten im Bereich kommunistischer Biografieforschung. Dabei stützen sich die Beiträge auf Archivmaterial der Kommunistischen Internationalen, Interviews und eine Vielzahl weiterer Quellen. Einige Kapitel fokussieren auf individuelle Persönlichkeiten wie Clara Zetkin, William Z. Foster, Umberto Terracini, William Gallacher oder Jozsef Pogany. Andere verfolgen einen kollektiven Ansatz und widmen sich kommunistischen Kulturen im ländlichen Österreich oder der Frage, welchen Einfluss Institutionen wie die internationale Lenin-Schule hatten. Des Weiteren finden sich Kapitel zum Werdegang kommunistischer Institutionen, zur Rolle von hohen Funktionären wie Generalsekretären, zum Verhältnis zwischen Generationen, und der Bedeutung von Familienverbindungen. 

Buchcover

Analyse

Fanfaren einer neuen Freiheit

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin

Heidi und Wolfgang Beutin stellen in "Fanfaren einer neuen Freiheit. Deutsche Intellektuelle und die Novemberrevolution" die Haltungen deutscher Intellektueller zur Novemberrevolution in ihrer ganzen Bandbreite vor. Anhand einer großen Zahl kaum bekannter Quellen entsteht ein Porträt, anhand dessen Leser erfahren, dass ein politischer Konsens unter diesen Intellektuellen nicht vorhanden war – und in Ermangelung dessen bei weitem nicht alle die Revolution begrüßten, sich bald die ersten wieder von ihr abwandten. Eine Auswahl Intellektueller wird in ihrer Vielseitigkeit – von Bürgerlichen und Pazifisten hin zu Linksradikalen und Kommunisten – vorgestellt, unter anderem Thomas Mann, Ernst Jünger, Victor Klemperer, Anita Augspurg, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Franz Mehring. 

Aufsatz

„Zermensch­li­chung“. Wie Lite­ratur extreme Erfah­rung fort­schreibt

Renate Lachmann

"Was bedeutet es, in Situationen zu geraten, die an die Grenzen des Menschlichen gehen?", dieser Frage geht die Konstanzer Literaturwissenschaftlerin Renate Lachmann in ihrem Beitrag für die Website "Geschichte der Gegenwart"  nach. Literatur speichere nicht nur das Wissen über solche Grenzerfahrungen, sondern auch die Formen, die es ermöglichen, über extreme Erfahrungen von Entwürdigung und Entpersönlichung zu schreiben. Die Autorinnen und Autoren der Lagerliteratur des 20. Jahrhunderts hätten nicht nur von Zwangs­ar­beit, Hunger und Kälte berichtet, sondern stets "auch die Bedro­hung des Mensch­seins als zentrales Thema" behandelt. Der Beitrag basiert auf ihrer Monographie "Lager und Lite­ratur. Zeug­nisse des GULAG", der 2019 in der Konstanz Univer­sity Press erschienen ist.

Screenshot des Buchcovers

Analyse

Grenzen des Sozialismus zu Land und zu Wasser. Die tschechoslowakische Landgrenze und die polnische Seegrenze im Vergleich (1948-1968)

Jasmin Nithammer

Bei Grenzen des Sozialismus zu Land und zu Wasser. Die tschechoslowakische Landgrenze und die polnische Seegrenze im Vergleich (1948-1968) handelt es sich um eine 2016 an der Justus-Liebig-Universität Gießen verteidigten und in einigen Punkten überarbeiteten Dissertationsschrift. Jasmin Nithammer befasst sich dabei mit den Systemaußengrenzen Polens und der Tschechoslowakei im Zeitraum von 1948-1968. Hierbei analysiert sie die „Entwicklung von Staats- zu Systemaußengrenzen“ auf verschiedenen Ebenen, denen sie jeweils ein Kapitel widmet. So wird zuallererst eine Einführung in die komplexe Geschichte von Grenzen in Ostmittteleuropa gegeben. Darauf folgen Ausführungen über rechtliche Grundlagen und internationale Vereinbarungen von Grenzen, die Entwicklung der Grenzsicherung sowie über die alltäglichen Erfahrungen an und mit der Grenze.

Buchcover

Analyse

Den Jazz sowjetisch machen: Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970

Michel Abeßer

Die Studie Den Jazz sowjetisch machen: Kulturelle Leitbilder, Musikmarkt und Distinktion zwischen 1953 und 1970 von Michel Abeßer zeichnet die Entwicklung und kulturellen Auswirkungen der Jazzmusik in der Sowjetunion nach. Stets rang die Staatsmacht um die kulturelle Hoheit und Hörergunst gegen den als potentiell politisch subversiv betrachteten Jazz. Trotzdem vermochte man nicht, die Verbreitung des Jazzs zu verhindern. 1953 veränderte die Förderung der Konsumgüterindustrie die Freizeit und Alltagskultur von Millionen Bürgern radikal. Daraufhin entstand ein symbiotisches Verhältnis von Jugendkultur und staatlichen Einrichtungen, was sich in den Jazzclubs und Jugendcafés zeigte, die niemand geringeres als der Komsomol unterhielt. Das Buch möchte jedoch nicht vorrangig die Geschichte des sowjetischen Jazz abhandeln, sondern einen Einblick in das gesellschaftliche Leben einer Epoche geben, in der Kunst im Tauwetter Gesellschaft zu verändern vermochte.

Screenshot der Online-Präsenz der Zeitschrift

Zeitschrift

Cold War History

London School of Economics (Hrsg.)

„Cold War History“ ist ein Peer-review Journal, das dreimonatlich erscheint. Es wurde im Jahr 2000 gegründet und wird bei Routledge verlegt. Chefredakteur und -redakteurin sind Bastiaan Bouwman von der London School of Economics and Political Science und Lindsay Aqui von der University of London. Das Journal ist darauf ausgerichtet, einer breiten Öffentlichkeit die Ergebnisse neuerer Forschungsarbeiten zu den Ursprüngen und Entwicklungen des Kalten Krieges zugänglich zu machen. Das schließt eine große Vielzahl von Themen mit ein, wie die Auswirkungen des Kalten Krieges auf Nationen, Allianzen und Regionen, auf Militär, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Ein Fokus liegt dabei auf dem Versuch, eine dezentralisierende Perspektive einzunehmen, die jenseits von den Akteuren USA und Sowjetunion vermehrt Europa und die Dritte Welt in den Blick nimmt.

Screenshot bruderland.de

Online-Ressource

Eigensinn im Bruderland

Dr. Isabel Enzenbach, Mai-Phuong Kollath, Julia Oelkers

"Eigensinn im Bruderland" ist eine Webdokumentation über Menschen, die aus sogenannten Sozialistischen Bruderstaaten in die DDR kamen – als Vertragsarbeiter oder als Studenten. Die Dokumentation lässt in kurzen Videoporträts jene Migranten von ihren Erfahrungen berichten. Diese unterscheiden sich erheblich, je nachdem unter welchem Status die Person in die DDR kam. So war die Lebensrealität von Menschen, die als Studenten in die DDR kamen eine andere als der Werkstätigen. Das Studium in der DDR galt als hochwertig; diejenigen die von ihren sowie den Partnerhochschulen für eines der begehrten Stipendien ausgewählt wurden, waren sich einer erfolgreichen Zukunft gewiss. Während Vertragsarbeiter in der technisch fortschrittlichen DDR für die Produktion in ihren Heimatländern wertvolle Fähigkeiten erwerben, sollte mit ihnen in der DDR dem Arbeitskräftemangel entgegen gewirkt werden. Sie wurden zu großen Teilen für wenig attraktive Arbeiten eingesetzt – konnten jedoch weder die Arbeitsplätze einfach wechseln, noch die Arbeitsverträge vorzeitig beenden. Gegen diese Arbeitsbedingungen organisierten sich mehrfach Arbeiter. Neben diesen beiden Gruppen gab es zudem Menschen, die als Kommunisten in ihren Heimatländern bedroht wurden und politisches Asyl in der DDR erhielten, wie zum Beispiel aus der Türkei und Chile. Die Webdokumentation kombiniert kurze Videointerviews, die von der Vielzahl der Erfahrungen von Migranten zeugen, mit Textblöcken, welche einen umfassenden Einblick in das Thema geben und trägt zur Erhellung eines im öffentlichen Diskurs nur wenig präsenten Themas bei.

Monographie

Der rote Apparat: Chinas Kommunisten

Richard McGregor

"Der Rote Apparat: Chinas Kommunisten" von Richard McGregor ist eine Analyse der Funktionsweise der Kommunistischen Partei Chinas. Dabei sieht er die Besonderheiten der Partei und deren Art zu regieren als zentralen Aspekt, anhand derer die Entwicklung Chinas analysiert werden kann. In acht Kapiteln stellt er dar, wir die Partei in sämtliche Lebens- und Gesellschaftsbereiche Chinas hineinwirkt und stellt dar, welche Mechanismen und Prozesse grundlegend dafür sind, dass China sich zur globalen Supermacht entwickeln konnte. Zentral ist für ihn eine von sämtlichen Parteimitglieder mitgetragene Kultur der Geheimhaltung, Durchdringung jeglicher gesellschaftlichen Sphären und Undurchdringbarkeit für Außenstehende. Diese Kultur, die in einem krassen Gegensatz zu den Maximen westlicher Demokratien steht, wird von McGregor analysiert und in einen umfassenden Zusammenhang zur Entwicklung Chinas – sowohl innenpolitisch als auch als internationaler Akteur – gesetzt.

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Bildband

Eastern Blocks: Concrete Landscapes of the Former Eastern Bloc

Martyna Sobek, David Navarro

"Eastern Blocks: Concrete Landscapes of the Former Eastern Bloc" ist ein Bildband mit Fotografien von Martyna Sobek und David Navarro. Er ist der Plattenbauarchitektur ehemals kommunistischer Länder gewidmet. Diese wurden vor allem nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, aber auch später, errichtet, um möglichst schnell und günstig Wohnraum für möglichst viele Menschen zu schaffen. In der öffentlichen Wahrnehmung sind diese Gebäude entweder unsichtbar – weil sie sich außerhalb der Stadtzentren, außerhalb touristischer Wahrnehmung befinden – oder werden ob ihrer schieren Größe, in der sich eine Masse an Beton über die Betrachter erhebt, ob ihrer an maximaler Funktionalität ausgerichteten Gestalt, gar als optisch abstoßend wahrgenommen. Dem entgegen blicken Martyna Sobek und David Navvaro auf die rund hundert Ostblockbauten, die im Band abgebildet sind, mit Fokus auf die Eigenarten und speziellen Muster dieser typischen Architekturrichtung – und auf ungewöhnliche, experimentierende Spielarten von Plattenbauten, wie der Tworwar-Siedling in Warschau oder dem Wissenschaftlichen Zentrum für Robotik und Kybernetik in St. Petersburg.

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Analyse

1918/19 in Berlin: Schauplätze der Revolution

Ingo Jurchler

In "1918/19 in Berlin: Schauplätze der Revolution" stellt Ingo Jurchler die Ereignisse der Novemberrevolution anhand ihrer Schauplätze in Berlin dar. 50 zum Teil bisher unveröffentlichte Abbildungen sowie eine Übersichtskarte erlauben die konkrete Verbindung von Ereignis und Ort und machen das Geschehene somit greifbar und zugänglich. Die knappen Begleittexte verdeutlichen die Zusammenhänge und Hintergründe. Vom Rechtsanwaltsbüro Karl Liebknechts über Gewerkschaftshäuser hin zum Kriminalgericht in Moabit nimmt der Autor die Leser mit auf eine Reise durch das Berlin der Jahre 1918/19  und lässt sie an 40 Orten die dramatischen Ereignisse des Winters erfahren. Die Schauplätze sind so ausgewählt, dass sie ganz unterschiedliche Aspekte der Ereignisse beleuchten.  

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Analyse

Der Antikommunismus in seiner Epoche

Norbert Frei, Dominik Rigoll (Hrsg.)

Die Beiträge des Bandes „Der Antikommunismus in seiner Epoche“ sind das Ergebnis eines Symposiums, das vom Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts und dem Imre Kertész Kolleg veranstaltet wurde. Der Fokus des Symposiums lag auf der Frage, wie der Antikommunismus seine langfristige Wirkungsmacht entfalten und zu einem gemeinsamen Nenner für politische Akteure werden konnte, die sonst mehr trennte als verband. Damit unterscheidet es sich von vielen Arbeiten zum Thema, die tendieren, auf Personalien wie Joseph McCarthy oder auf den Antikommunismus in internationalen Netzwerken und Organisationen zu fokussieren. Der Band ist in drei Teile gegliedert: Antikommunismus im Entstehen; Antikommunismus als Weltanschauung; Antikommunismus an der Macht. Der Band versammelt Beiträge von Anselm Doering-Manteuffel, Norbert Frei, Robert Gerwarth, Grzegorz Krzywiec, Christian Methfessel, Jörg Nagler, Amadeo Ost Guerazzi, Attila Pók, Anson Rabinbach, Dominik Rigoll, Axel Schildt, Iris Schröder, Stefanie Schüler-Springorum, Thomas Schwartz, Siegfried Weichlein und Michael Wildt.

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Katalog

Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit.

Beatrix Bouvier, Rainer Auts (Hrsg.)

Am 5. Mai 2018 startete anlässlich des 200. Geburtstages das Karl-Marx-Jahr in Trier mit der Eröffnung der großen Landesausstellung an zwei Standorten in Trier, die sich mit dem Philosophen, Ökonomen und Revolutionär Karl Marx beschäftigt. Ausstellungsbegleitend erschien 2018 der Katalog „Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit.“ von Beatrix Bouvier und Rainer Auts, der die Ausstellungen dokumentiert und zahlreiche Informationen rund um die Person Marx und sein Leben bietet. Der Katalog ermöglicht einen Einblick in den intellektuellen Werdegang des Ökonomen und Philosophen und in seine bedeutendsten Schriften. Auch wird der Mensch Marx mit seinem familiären Hintergrund und seinen unterschiedlichsten Lebensstationen im In- und Ausland beleuchtet und gelöst von seiner Rolle als Revolutionär betrachtet. Wodurch wurde Marx geprägt? Welche Rolle spielen seine Wohnorte Paris, Trier oder London in seinem Leben und Werdegang?

Buchcover

Aufsatzsammlung

Krieg und Frieden im Spiegel des Sozialismus 1914–1918

Frank Jacob, Riccardo Altieri (Hrsg.)

Der Sammelband "Krieg und Frieden im Spiegel des Sozialismus 1914-1918" widmet sich den Bemühungen von Sozialisten, dem sinnlosen Sterben des Ersten Weltkrieges - auf den Schlachtfeldern ebenso wie in der Heimat - etwas entgegenzusetzen. Das Buch zeigt, dass es eine große Anzahl Menschen gab, die nicht bereit waren, das massenhafte Sterben einfach hinzunehmen und die, ungeachtet ihrer möglichen politischen Isolation, ihrem Gewissen folgten. Viele von ihnen sind heute weitestgehend unbekannt. Der Sammelband ist das Ergebnis der gleichnamigen Konferenz, die im Juni 2016 stattfand und die diese bisher kaum beachteten Kritiker des Krieges vorstellte. Das Buch gliedert sich in vier Teile: "Journalistische Reaktionen"; "Die Künstler und der Große Krieg"; "Die Kritik am Krieg und die Frauen"; "Internationale Perspektiven" sowie einen Exkurs zu "Erinnerung und Diskurs". Das Buch erscheint als zweiter Band der Reihe "Alternative I Demokratien" im Metropol Verlag. 

Fachbuch

Der Prager Frühling. Aufbruch in eine neue Welt

Martin Schulze Wessel

Mit seiner umfassenden Analyse "Der Prager Frühling. Aufbruch in eine neue Welt" liefert der Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel einen neuen Blickwinkel auf die Ereignisse des Jahres 1968. Unter dem Generalsekretär Alexander Dubček formierte sich in der damaligen Tschechoslowakei eine reformkommunistische Bewegung, deren Ziel es war, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen. Die Bewegung wurde im August 1968 von Truppen des Warschauer Paktes gewaltsam niedergeschlagen. Schulze Wessels Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil liefert eine detaillierte Analyse derjenigen Ideen, die der Reformbewegung des Prager Frühlings zugrunde liegen. Der zweite Teil liefert eine kleinteilige Beschreibung der Ereignisse zwischen dem Amtsantritt von Alexander Dubček am 5. Januar 1968 und dem Einmarsch von Warschauer Pakt-Truppen in der Nacht vom 20. Auf den 21. August 1968. Dieser zweite Teil unterscheidet Schulze Wessels Analyse von den zahlreichen bereits erschienenen Analysen des Prager Frühlings dahingehend, dass der Autor die Ereignisse allesamt als Form der Vergangenheitsbewältigung deutet. Die 1950er-Jahre waren von einem extrem repressiven Regime und dessen Schauprozessen geprägt. Als Reaktion auf diese Vergangenheit liest der Autor die reformpolitischen Bestrebungen des Prager Frühlings. 

Monographie

Roter Orient

Gero Fedtke

Aus der Rezension von Ulrich Hofmeister in sehepunkte 20 (2020), Nr. 9, 15.9.2020: "Roter Orient war der Name eines Zugs, dessen Besatzung 1920 im Auftrag der Moskauer Zentralgewalt die Durchsetzung der sowjetischen Herrschaft in Zentralasien vorantreiben sollte. Gero Fedtke nimmt diesen Zug und das Vorgehen seiner Mannschaft gegen lokale Funktionäre als Ausgangspunkt einer detaillierten Studie über turkestanische muslimische Kommunisten in den Jahren zwischen dem Oktoberputsch 1917 und der nationalen Aufteilung Zentralasiens 1924. Fedtkes Buch gehört zu einer ganzen Reihe von neueren Arbeiten, die die Etablierung der Sowjetmacht in Zentralasien behandeln und die dabei die Handlungsmacht der nichtrussischen Akteure betonen." Wer mehr über das hoch hoch gelobte Buch erfahren will, der findet die vollständige Rezension hier: http://www.sehepunkte.de/2020/09/34108.html 

Screenshot des Buchcovers

Analyse

Francos langer Schatten. Diktatur und Demokratie in Spanien

Hannes Bahrmann

In Francos langer Schatten. Diktatur und Demokratie in Spanien erzählt der Autor und Historiker Hannes Bahrmann die Geschichte Spaniens vom Franco-Putsch 1936 über den Tod des Diktators 1975 bis heute. Zusätzlich setzt er sich kritisch mit dieser nach ihm unaufgearbeiteten Vergangenheit Spaniens auseinander. Eingeleitet wird die Analyse durch eine Kurzzusammenfassung der spanischen Geschichte der letzten 100 Jahre und zieht dann einen Bogen zur Errichtung der faschistischen Diktatur Francos, die 40 Jahre bestand. Der drauf folgende weiche Übergang von Diktatur zu Demokratie, die sogenannte „transición“, verhinderte laut Bahrmann eine tiefergehende Vergangenheitsbewältigung. Auch das Erstarken der rechtspopulistischen Partei Vox wird im thematischen Kontext des Buches analysiert.

Buchcover

Sammelband

Making the Revolution. Histories of the Latin American Left

Kevin A. Young (Hrsg)

Bei Making the Revolution: Histories of the Latin American Left handelt es sich um einen Sammelband, der in 10 historischen Studien die Geschichte der lateinamerikanischen Linken in 10 Ländern behandelt. Im Hintergrund der heftigen Proteste in Chile 2019 gegen die Regierung und das vom neoliberalen Kapitalismus durchdrungene System, in dem sich eine vom Großteil der Bevölkerung distanzierte politische und wirtschaftliche Elite gebildet hat, bestätigt sich die Aktualität eines Bandes, welcher sich um eine neue Sichtweise auf die Linke in Lateinamerika bemüht. Im Fokus der einzelnen Beiträge steht die Beteiligung von Frauen, Indigenen oder Afroamerikanern an linken Projekten im 20. Jahrhundert. Es sollen Lehren für die Gegenwart, wie mit den gesellschaftlichen Problemen umzugehen ist, gezogen werden.

Gerd Koenen "Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus", Screenshot vom Buchcover

Fachbuch

Die Farbe Rot: Ursprünge und Geschichte des Kommunismus

Gerd Koenen

Der Traum von der großen welthistorischen Kommunion, in der alle Menschen Brüder werden und keiner mehr des anderen Knecht sein muss, hat seine Spur durch die Jahrhunderte gezogen bis die Revolution im Oktober 1917 in Russland den Kommunismus an die Macht brachte. Doch als die Utopie nach der Wirklichkeit griff, wurde der Traum von Gleichheit und Gemeinschaft zum Albtraum: Das Rendezvous des Kommunismus mit der Geschichte endete in Terror und Paranoia. Autor Gerd Koenen schildert in diesem Werk die Geschichte des Kommunismus und lässt dabei Philosophen, Revolutionäre und Politiker zu Wort kommen. Beschrieben werden die Ursachen für die Anziehungskraft der kommunistischen Idee: Herrschaft und Unterdrückung, sowie Elend und Armut der Ausgebeuteten. Zudem führt Koenen auf, warum der Kampf um soziale Gerechtigkeit in einer Welt des Kapitalismus bis heute legitim und aktuell ist.  

Buchcover

Sammelband

Political and Transitional Justice in Germany, Poland and the Soviet Union from the 1930s to the 1950s

Magnus Brechtken, Władysław Bułhak, Jürgen Zarusky (Hrsg.)

"Political and Transitional Justice in Germany, Poland and the Soviet Union from the 1930s to the 1950s" ist ein Sammelband, der von Magnus Brechtken, Władysław Bułhak und Jürgen Zarusky herausgegeben wurde. Dabei werden zwei Konzepte zusammengebracht, die auf den ersten Blick eher gegensätzlich scheinen: während "political justice" vor allem mit der Legitimierung staatlicher Repression und Verbrechen in Verbindung gebracht wird, bezeichnet "transitional justice" die Aufarbeitungsprozesse einer repressiven staatlichen Vergangenheit. Die Beiträge des Bandes analysieren anhand konkreter Fälle aus der Deutschen, Polnischen und Sowjetischen Geschichte wie die Konzepte der "political justice" und der "transitional justice" im Umgang mit Kriegsverbrechen und staatlichem Terror zusammenspielen. Die Autoren, die zum Band beitragen, stammen aus einer Vielzahl von Ländern und unterstreichen damit die große Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in diesem wie in anderen Forschungsfeldern. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: Varieties of Political Justice in the Soviet Union, Germany and Poland 1930s to 1950s und Dealing with State Crimes. Der Sammelband kann als Open-Access-Version mit CC-BY-NC-NS-Lizenz hier heruntergeladen werden.

Buchcover

Sammelband

Kommunismusforschung und Erinnerungskulturen in Ostmittel- und Westeuropa

Volkhard Knigge (Hrsg.)

"Kommunismusforschung und Erinnerungskulturen in Ostmittel- und Westeuropa" ist ein Sammelband, der von Volkhard Knigge herausgegeben wurde. Er versammelt 10 Beiträge von verschiedenen Autoren. Angesichts des langen Zeitraums, der zwischen den Jahren 1989/89, in denen die sozialistisch geprägten Staaten einen Systemwechsel vollzogen, und der heutigen Zeit liegt, stellt der Band die Frage, wie sich die Aufarbeitung der sozialistischen Regime in unterschiedlichen Ländern entwickelt hat – und auch, wie sie künftig betrieben werden soll, wenn die Gegenwart von Zeitzeugen nicht mehr als selbstverständlich gesehen werden kann. Daraus folgen weitere Fragen, welche Auswirkung das auf die Erinnerungskultur und Geschichtsvermittlung im Allgemeinen, aber auch auf die künftige Arbeit von Gedenkstätten haben wird. Die Beträge sind in drei Kapitel untergliedert: Der Kommunismus in den Geschichtskulturen Ostmitteleuropas; Der Kommunismus in den Geschichtskulturen Westeuropas; Erinnerungskultur: Stand und Perspektiven. Die Beiträge tragen Analysen der Situation in Litauen, Polen, Ungarn, Frankreich und Deutschland zum Sammelband bei und liefern so einen umfassenden Blick auf die Thematik.

Buchcover

Monographie

Westemigranten: Deutsche Kommunisten zwischen USA-Exil und DDR

Mario Keßler

Mario Keßlers Buch "Westemigranten: Deutsche Kommunisten zwischen USA-Exil und DDR" beschreibt das Leben von deutschen Kommunisten, die während des Dritten Reiches ins Exil in die Vereinigten Staaten gingen und diese nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Richtung der DDR wieder verließen. Der Autor geht dabei den Erfahrungen der Exilanten im kapitalistischen Ausland nach, ihren Entwürfen und Vorstellungen für eine Gesellschaft nach dem Krieg sowie deren Erfüllung oder Enttäschung im real existierenden Sozialismus der DDR. Das Buch gliedert sich in acht Kapitel, welche die Wege von Westmigranten mit all ihren Schwierigkeiten und Hoffnungen nachzeichnen: Die USA und die Flüchtlinge; Zwischen Integration und Marginalisierung: Deutsche Kommunisten in den USA; Politik und Zeitgeschichte: Netzwerke und Publizistik der deutschen Kommunisten; Ein Netzwerk an Verschwörern: Deutsche Kommunisten im Visier des FBI; Rückkehr und Neubeginn, Hoffnungen und Rückschläge; „Säuberungen“ ohne letzte Konsequenz: Der SED-Apparat und die Rückkehr aus Amerika; Zwischen Teilhabe und Flucht: Die „Amerikaner“ in der DDR; Amerika, die DDR und die Erinnerung.

Zeitschriftencover

Zeitschrift

Berliner Debatte Initial

Berliner Debatte Initial e.V.

"Berliner Debatte Initial" ist eine seit 1990 in Berlin erscheinende sozialwissenschaftliche Fachzeitschrift, die 1990 gegründet wurde. Die Gründer bestehen aus einer Gruppe von Sozialwissenschaftlern, die den reformorientierten Ideen des damaligen sowjetischen Staatsoberhauptes Michail Gorbatschow nahe stehen. Es gibt keinen Chefredakteur, laut Redaktionsstatut nur gleichberechtigte Redakteure mit Vetorecht. Jede Ausgabe besteht aus einem Themenschwerpunkt sowie weiteren Beiträgen, Besprechungen und Rezensionen. Das Themenspektrum reicht von der Transformations- und Osteuropaforschung, über philosophische und sozialtheoretische Problemstellungen bis zu aktuellen Debatten über wirtschaftspolitische und gesellschaftspolitische Fragen. Zunächst unter dem Titel "Initial – Zeitschrift für Politik und Gesellschaft" wird die Zeitschrift nun seit 1992 durch den Verein „Berliner Debatte Initial e.V.“ herausgegeben und bei WeltTrends unter dem Titel "Berliner Debatte Initial - Sozial- und geisteswissenschaftliches Journal" verlegt. Sie erscheint vierteljährlich

Buchcover

Analyse

Die USPD zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus 1917–1922. Neue Wege zu Frieden, Demokratie und Sozialismus?

Andreas Braune, Mario Hesselbarth, Stefan Müller (Hrsg.)

Der Band "Die USPD zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus 1917–1922. Neue Wege zu Frieden, Demokratie und Sozialismus?" analysiert in zwölf Beiträgen die Rolle und Stellung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung. Die USPD gründete sich 1917 in Opposition zur SPD und trat für eine radikale Abkehr von der alten Ordnung ein. Der Fokus des Bandes auf die USPD als radikales Gegenmoment zur SPD liefert einen alternativen Blick auf die Dynamiken innerhalb der Arbeiterbewegung: Ein Großteil der Forschung fokussiert auf die Spaltung zwischen SPD und KPD – mit deren verhängnisvollen Folgen für die politischen Entwicklungen in der jungen Weimarer Republik.

Fachbuch

Marxist Philosophy in China. From Qu Qiubai to Mao Zedong 1923–1945

Nick Knight

"Marxist philosophy in China. From Qu Qiubai to Mao Zedong 1923–1945" widmet sich der Geschichte marxistischer philosophischer Strömungen in China zwischen 1923 und 1945. Der Fokus liegt dabei auf den Schriften von vier Philosophen: Qu Qiubai, Ai Siqi, Li Da und Mao Zedong. Während Ai und Li in erster Linie Philosophen waren, waren Qu und Mao darüber hinaus politische Aktivisten und Führungspersonen. Dass das Buch die Schriften dieser vier Personen zusammen analysiert, verdeutlicht die enge Verbindung von Philosophie und Politik in China. Jeder der vier sah sich selbst als Revolutionär und die Philosophie als ein Werkzeug, welches es ermöglicht, die eigene Umwelt zu verstehen – und perspektivisch zu verändern. Das Buch schließt mit einer Analyse der Yanan New Philosophy Association, welche eine Schlüsselrolle in der Formulierung der offiziellen Ideologie der Kommunistische Partei Chinas nach 1945 einnahm. 

Aufsatzsammlung

Bolshevism, Stalinism and the Comintern. Perspectives on Stalinization 1917–53

Norman LaPorte, Kevin Morgan, Matthew Worley (Hrsg.)

Der Band "Bolshevism, Stalinism and the Comintern. Perspectives on Stalinization 1917–53" besteht aus 14 Aufsätzen. Diese analysieren zentrale Konzepte des Stalinismus und der Stalinisierung und untersuchen vor allem, wie diese Elemente in unterschiedlichen nationalen Kontexten von Mitgliedern der Komintern erfahren, beziehungsweise umgesetzt wurden. Beiträge beinhalten unter anderem Analysen der deutschen, französischen, italienischen, britischen, neuseeländischen, finnischen, irischen und US-amerikanischen Kommunistischen Parteien und deren Beeinflussung durch den Stalinismus. Die Herausgeber des Bandes verfolgen einen transnationalen komparativen Ansatz. Dieser bietet sich den Herausgebern zufolge aufgrund des internationalen Charakters der Komintern bei gleichzeitig zentralistischer Protokollierung geradezu an. Damit erweitert der Band die bestehende Forschung zum Thema, die sich vor allem mit der Komintern als Ganzes oder aber mit Fallstudien der einzelnen Länder befassen. 

Buchcover

Aufsatzsammlung

How Communism Shaped Our World

Klara Schwalbe, Matej Samide, Nicole Hanisch, Miriam Eisleb (Hrsg.)

Mit dem Buch "How Communism Shaped Our World" begeben sich die Herausgeber auf eine Spurensuche nach den Auswirkungen der Russischen Revolution 1917: Wie prägen die Ereignisse der Oktoberrevolution, wie prägen kommunistische Ideen bis heute das Denken und die Gesellschaft in Russland und in Deutschland? Wie hat der Kommunismus unsere politische, kulturelle und intellektuelle Wahrnehmung geprägt und welche Rolle wird der Zeit des Kommunismus im kollektiven Gedächtnis zugeteilt? Diesen Fragen widmen sich die in dem Buch gesammelten Essays, die das Ergebnis eines Austausches zwischen Berliner und Moskauer Studenten der Geschichts- und benachbarten Wissenschaften sind. Die Beiträge decken dabei ein vielseitiges Spektrum an Themen ab, die von dem Umgang mit abweichendem Verhalten Jugendlicher in der Sowjetunion und Gender in der Revolution über Popmusik in der DDR bis hin zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Erinnerungskulturen Deutschlands und Russlands reichen.